[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs mit
einer magerlauffähigen Brennkraftmaschine nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1
[0002] NOx-Speicherkatalysatoren werden in modernen mit magerlauffähigen Brennkraftmaschinen
ausgestatteten Kraftfahrzeugen zur Verminderung des Stickoxydausstoßes eingesetzt.
Bekanntlich kann ein derartiger NOx-Speicherkatalysator durch im Kraftstoff oder Motoröl
enthaltenen Schwefel seine NOx-Speicher- und -regenerationseffizienz ganz oder teilweise
verlieren. Einer derartigen Schwefelvergiftung kann durch eine Entschwefelung des
NOx-Speicherkatalysators entgegengewirkt werden. Die Entschwefelung kann auf natürlichem
Weg durch Fahrt bei hohen Lasten und Katalysatortemperaturen, beispielsweise einer
Autobahnfahrt erfolgen. Ferner kann eine Entschwefelung aktiv durch eine Betriebsweise
der Brennkraftmaschine erfolgen, durch die in Verbindung mit einer zumindest temporären
Abgasanfettung die NOx-Speicherkatalysatortemperatur gesteigert wird. Die gegenwärtig
üblichen Schwefelgehalte im Kraftstoff von 30 bis 150 ppm machen eine Entschwefelung
des NOx-Speicherkatalysators zur Gewährleistung der Erfüllung der Abgasgrenzwerte
Stufe EU IV etwa alle 500 bis 5000 km erforderlich. Bei einem Verzicht auf eine aktive
Entschwefelung besteht bei derartigen Streckenintervallen ein nicht zu vernachlässigendes
Risiko, dass die für eine effiziente Abgasreinigung erforderliche Entschwefelung des
NOx-Speicherkatalysators nicht oder nicht rechtzeitig erfolgt, da das spontane Fahrverhalten
die erforderlichen Bedingungen für eine erfolgreiche Entschwefelung nicht liefert.
[0003] Die bekannten aktiven Entschwefelungsverfahren für NOx-Speicherkatalysatoren beruhen
darauf, erhöhte Abgastemperaturen von über 550 Grad Celsius insbesondere > 620 °C
und eine Abgaszusammensetzung mit einem Lambdawert < 1 für eine vorgegebene Entschwefelungszeit
herzustellen.
[0004] In der DE 197 47 22 2 C1 wird eine Verbrennungsmotoranlage beschrieben mit einem
Verbrennungsmotor mit zugehörigem Motorabgasstrang, einer Abgasreinigungsanlage mit
einem im Motorabgasstrang angeordneten NOx-Speicherkatalysator, einer Lambdasonde
zur Erfassung des Motorluftverhältnisses und Mitteln zur periodischen Desulfatisierung
des NOx-Speicherkatalysators bei erhöhter Temperatur und fettem Katalysator-Luftverhältnis.
Die Desulfatisierungsmittel umfassen insbesondere Sekundär-Luftzuführungsmittel zur
Einspeisung von Sekundärluft in den NOx-Speicherkatalysator. Die zugeführte Sekundärluft
wird zur Erhöhung der Temperatur des NOx-Speicherkatalysators während der Desulfatisierung
verwendet.
[0005] Aus der EP 0860 595 A1 ist ferner ein Verfahren zur Entschwefelung einer Stickoxidfalle
im Abgassystem eines Verbrennungsmotors bekannt, bei dem ein der aktuellen SOx-Aufnahmerate
der Stickoxydfalle entsprechender Wert sowie die durch die Stickoxidfalle aufgenommene
SOx-Menge bestimmt wird und wenn die aufgenommene SOx-Menge einen Schwellwert erreicht
hat, ein Entschwefelungszyklus initiiert wird. Hierbei wird die Stickoxydfalle für
eine vorgegebene Zeit auf eine vorgegebene Temperatur gebracht und der Verbrennungsmotor
in dieser Zeit mit einem vorgegebenen Luft- / Kraftstoffverhältnis betrieben.
[0006] Die bekannten aktiven Entschwefelungsverfahren sind daher gekennzeichnet durch einen
schwefelkonzentrationsabhängigen Mehrverbrauch an Kraftstoff sowie einen erhöhten
Entwicklungs- und Applikationsaufwand. Beides schlägt sich in erhöhten Kosten für
Produktion, Betrieb und Unterhalt eines mit einem NOx-Katalysator ausgestatteten Kraftfahrzeugs
nieder.
[0007] Eine Absenkung der Schwefelgehalte im Kraftstoff unter 30 ppm, insbesondere unter
10 ppm, wie in Westeuropa geplant, führt zu immer längeren Entschwefelungsintervallen.
So ist bei 10 ppm Schwefelgehalt im Kraftstoff von Entschwefelungsintervallen > 5000
km, insbesondere > 10.000 km auszugehen. Unter diesen Randbedingungen erscheint eine
Beibehaltung der bisherigen aufwendigen aktiven Entschwefelungsverfahren nicht sinnvoll.
Andererseits kann selbst bei derartig langen Entschwefelungsintervallen nicht davon
ausgegangen werden, dass die natürliche Entschwefelung bei einer durchschnittlichen
Fahrweise mit genügender Sicherheit eine ausreichende Entschwefelung eines NOx-Speicherkatalysators
gewährleistet, insbesondere wenn - z.B. bei einem Besuch eines anderen Landes - eine
Kraftstoffqualität mit höherem Schwefelgehalt getankt wird.
[0008] Das der Erfindung zugrunde liegende Problem ist daher, ein einfaches und sicheres
Verfahren für den Betrieb eines Kraftfahrzeugs mit einer magerlauffähigen Brennkraftmaschine
bei weitgehender Verfügbarkeit von schwefelarmem oder schwefelfreiem Kraftstoff zu
ermöglichen.
[0009] Erfindungsgemäß wird das Problem durch die Merkmale des unabhängigen Patentanspruchs
1 gelöst. Dabei wird von der Idee ausgegangen, die Brennkraftmaschine in einer Weise
zu betreiben, bei der Maßnahmen zur aktiven Entschwefelung des NOx-Speicherkatalysators
entfallen können. Jedoch wird durch die Überwachung des Schwefelvergiftungsgrades
des NOx-Speicherkatalysators und Bildung eines entsprechenden Statussignals, welches
zur Einleitung einer passiven Entschwefelung des NOx-Speicherkatalysators gespeichert
und / oder angezeigt wird, dennoch eine ggf. erforderliche Entschwefelung herbeigeführt.
Damit wird sowohl der Entwicklungs- und Applikationsaufwand als auch der durchschnittliche
Kraftstoffverbrauch in Folge der Entschwefelung gegenüber den bisher bekannten Verfahren
mit vergleichbarer Sicherheit reduziert. Die Erfindung liegt somit in einem Verfahren
zur Entschwefelung eines NOx-Speicherkatalysators einer Bremskraftmaschine eine Kraftfahrzeuges
wobeieine Steuereinheit eine Entschwefelungsnotwendigkeit feststellt, diese einer
Bedienperson (z. B. Fahrer und /oder Werkstattpersonal) und /oder einem nur temporär
mit dem Kraftfahrzeug zu verbindenden Auslesegerät (z.B. Diagnosegerät) anzeigt zur
Durchführung (manuell durchgeführt oder von dem Auslesegerät initiiert) der Entschwefelung.
[0010] Unter einer passiven Entschwefelung wird hier die Herbeiführung eines Schwefelaustrags
ohne Motorwirkungsgradänderung gegenüber der zur Überwindung der Fahrwiderstände verstanden.
Ebenso wird unter passiver Entschwefelung die Herbeiführung eines Schwefelaustrags
verstanden, wenn die Motorwirkungsgradänderung über mindestens 30 %, vorzugsweise
jedoch mehr als 45 % oder 60 % oder 75 %, insbesondere aber 90 % der Zeitschiene im
neuen europäischen Fahrzyklus (NEFZ) nicht zu einer genügend hohen Entschwefelungstemperatur
führt. Nicht genügend ist dabei eine Katalysatortemperatur für die derzeitigen NOx-Speicherkatalysatoren
mit Erdalkalispeicher von weniger als 550 Grad Celsius, vorzugsweise 580 Grad Celsius,
besonders bevorzugt 600 Grad Celsius, insbesondere 630 Grad Celsius. Die Motorwirkungsgradänderung
ist hierbei jeweils auf die ohnehin zur Überwindung der Fahrwiderstände erforderlichen
Motorbetriebsweise bezogen.
[0011] Ohne vom Prinzip der passiven Entschwefelung abzurücken, kann beim Vorliegen einer
Entschwefelungsnotwendigkeit die Gemischbildung angefettet werden, insbesondere auf
Lambda ≤ 1, insbesondere ≤ 0,98, auch wenn der Fahrzustand dies noch nicht erfordert.
Vorteilhaft erfolgt die Anfettung erst dann, wenn die notwendige Entschwefelungstemperatur
zumindest annähernd erreicht ist.
[0012] Dem gegenüber ist die aktive Entschwefelung durch eine Änderung des Motorwirkungsgrades,
insbesondere zur Anhebung einer Abgas- und/oder Katalysatortemperatur gekennzeichnet.
[0013] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform des Verfahrens wird der Wert einer einen
Schwefelvergiftungsgrad des NOx-Speicherkatalysators charakterisierenden Zustandsgröße
ermittelt. In Abhängigkeit von dem Wert der Zustandsgröße erfolgt eine Einstellung
der Brennkraftmaschine auf eine Betriebsweise mit einem fetten Katalysator-Luft-Verhältnis.
Dabei wird der Wirkungsgrad der Brennkraftmaschine bei einem beliebigen Betriebspunkt
zwischen 50 km/h und 100 km/h gegenüber dem gleichen Betriebspunkt ohne gebildetes
Statussignal um höchstens 3 %, vorzugsweise 2 %, besonders bevorzugt 1 % oder 0 %,
verschlechtert, insbesondere bei einem Betriebspunkt, der einer Konstantfahrt in der
Ebene bei 20 Grad Außentemperatur entspricht.
[0014] Die vorgeschlagenen Verfahren ermöglichen eine sichere und wirksame Entschwefelung
eines NOx-Speicherkatalysators bei nur minimaler Beeinflussung der Betriebsweise der
Brennkraftmaschine, Insbesondere sind keine besonderen Maßnahmen zur Erhöhung der
Temperatur des NOx-Katalysators notwendig. Dies hat zur Folge, dass eine entsprechende
Verschlechterung des Wirkungsgrades der Brennkraftmaschine vermieden werden kann.
[0015] Bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird als Zustandsgröße die NOx-Speicheraktivität
des Katalysators oder die in den Katalysator während einer Magerphase einspeicherbaren
NOx-Menge gewählt. Ferner wird bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung als
Zustandsgröße die in den Katalysator während eines vorgegebenen Zeitintervalls eingespeicherte
Schwefelmenge gewählt. Bei einer solchen Wahl der Zustandsgröße lässt sich die. Schwefelvergiftung
mit geringem Aufwand in ausreichender Genauigkeit feststellen.
[0016] Bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung werden Zeitpunkt und Dauer einer
Freigabe einer Magerbetriebsphase der Brennkraftmaschine in Abhängigkeit von der in
den Katalysator während einer Magerphase einspeicherbaren NOx-Menge festgelegt und
als Zustandsgröße die Freigabedauer der Magerbetriebsphase gewählt. Insbesondere wird,
sobald die Freigabedauer der Magerbetriebsphase geringer als ein vorgegebener Schwellwert
ist, eine Schwefelvergiftung des NOx-Speicherkatalysators vermutet und ein entsprechendes
Statussignal gebildet. Hiermit kann eine bedeutende Vereinfachung und Kostenreduzierung
bei der Entschwefelung erreicht werden, da auf die üblichen Verfahren und Einrichtungen
zur Steuerung bzw. Regelung des Magerbetriebs der Brennkraftmaschine zurückgegriffen
werden kann und keine aufwändigen gesonderten Diagnosemaßnahmen für eine Schwefelvergiftung
erforderlich sind.
[0017] Bevorzugt wird die Magerbetriebsphase in Abhängigkeit von der Temperatur des Katalysators
freigegeben. Insbesondere ist es vorteilhaft, wenn die Magerbetriebsphase gesperrt
wird, wenn die Katalysatortemperatur kleiner als eine vorbestimmte minimale Katalysatortemperatur
und größer als eine vorgegebene maximale Katalysatortemperatur ist. Mit diesen Maßnahmen
wird die Veränderung der Temperaturgrenzen des Katalysators, innerhalb derer eine
ausreichend hohe NOx-Konvertierungsrate erreicht werden kann, bei zunehmender Schwefelvergiftung
berücksichtigt.
[0018] Da während bestimmter Betriebszustände der Brennkraftmaschine, insbesondere bei Leerlaufphasen
oder Stop-and-Go-Phasen Emmissionsprofile entstehen können, die nicht charakteristisch
für eine Schwefelschädigung des Katalysators sind, werden derartige Betriebszustände
für die Ermittlung der Zustandsgröße ausgeschlossen.
[0019] Wenn das Statussignal, wie bei einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen
ist, Angaben über Zeitpunkt, Länge und / oder Intensität der passiven Entschwefelung
beinhaltet, kann damit auf eine einfache Weise die Entschwefelung bedarfsgerecht erfolgen.
[0020] Weitere Aspekte und Vorteile der Erfindung sind auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung
in den Ansprüchen der nachfolgenden beispielhaften Beschreibung zu entnehmen und werden
anhand von Zeichnungen näher erläutert.
[0021] Es zeigen in schematischer Darstellung:
- Figur 1
- eine Brennkraftmaschine mit einer zugeordneten Abgasanlage
- Figur 2
- ein Blockschaltbild für ein Entschwefelungsverfahren ohne aktive Entschwefelung
- Figur 3
- ein Blockschaltbild für ein Entschwefelungsverfahren mit einer auf Anfettung reduzierten
aktiven Entschwefelung.
[0022] Bei Verwendung von schwefelhaltigem Kraftstoff werden bei einem Lambdawert >1 neben
Stickoxyden auch Schwefelkomponenten in den NOx-Speicherkatalysator eingespeichert.
Zur Entschwefelung muss eine Mindesttemperatur und ein Lambdawert <=1 vorliegen, wobei
die Mindesttemperatur wegen der höheren chemischen Stabilität der eingespeicherten
Schwefelverbindungen zwischen 550 und 650 Grad Celsius betragen muss. Die Angaben
beziehen sich auf Katalysatoren mit Barium als Hauptspeicherkomponente. Bei anderer
Basis-Chemie der Katalysatoren können die Werte abweichen. Die Einlagerung der Schwefelverbindungen,
hauptsächlich Sulfate, führt zu einer schleichenden Desaktivierung des NOx-Speicherkatalysators.
Verlauf und Intensität dieser Deaktivierung sind abhängig vom Kraftstoff-Schwefelgehalt
und von der Betriebsweise der Brennkraftmaschine. Bei niedrigen bis mittleren Lasten
wird eine magerlauffähige Brennkraftmaschine vorzugsweise mit einem Lambdawert >1
und ggf. mit einem hohen Schichtbetriebsanteil betrieben. Dies führt zu einer rascheren
Schwefeleinlagerung als bei Betrieb mit einem stöchiometrischen oder fetten Lambdawert.
[0023] Die magerlauffähige Brennkraftmaschine 1 ist vorzugsweise in an sich bekannter Weise
derart ausgelegt, dass sie zumindest bei Lambda >=1 in einem Schichtlademodus betrieben
werden kann. Zusammen mit hohen Abgasrückführraten lassen sich damit hohe Wirkungsgrade
bei guter Laufstabilität und relativ niedrigen Schadstoffemissionen erreichen. Entscheidend
hierfür ist jedoch aufgrund der im Schichtlademodus anfallenden hohen NOx-Rohemissionen
eine optimierte Steuerung bzw. Regelung des NOx-Speicher- und Regenerationsvorgangs
im NOx-Speicherkatalysator 7. Insbesondere muss bei einer verminderten NOx-Konversionseffizienz
des NOx-Speicherkatalysators 7 eine bedarfsgerechte NOx-Regeneration eingeleitet und
ohne Durchbrüche an Reduktionsmitteln wieder beendet werden können. In an sich bekannter
Weise erfolgt daher in der Motorsteuerung 3 eine Erfassung der NOx-Konversionseffizienz
des Katalysators 7 sowie eine Steuerung bzw. Regelung des Speicherzyklus des NOx-Speicherkatalysators
7. Hierzu kann mittels des NOx-Sensors 10, der stromabwärts des NOx-Speicherkatalysators
7 angeordnet ist, die NOx-Konzentration des Abgases bestimmt werden und die, insbesondere
während des Magerbetriebs eingespeicherte NOx-Menge bestimmt werden. Der Magerbetrieb
kann dann bei Erreichen einer vorgegebenen im NOx-Speicherkatalysator 7 gespeicherten
NOx-Menge beendet werden. Bekannt ist in diesem Zusammenhang auch die zeitliche Dauer
eines Magerintervalls sowie eines Regenerationsintervalls, insbesondere in Abhängigkeit
von der Katalysatortemperatur festzulegen. Insbesondere kann in Abhängigkeit von der
Katalysatortemperatur die Freigabe des Schichtbetriebes an die NOx-Konversionseffizienz
des Katalysators angepasst werden.
[0024] Das in Figur 2 anhand einer schematischen Blockdarstellung veranschaulichte Verfahren
zum Betrieb einer magerlauffähigen Brennkraftmaschine ermöglicht eine Entschwefelung
eines NOx-Speicherkatalysators unter Verzicht auf aktive Maßnahmen zur Erhöhung der
Katalysatortemperatur. Nach diesem Verfahren wird zunächst in Schritt 20 der Wert
einer einen Schwefelvergiftungsgrad des NOx-Katalysators 7 charakterisierenden Zustandsgröße
ermittelt. Hierzu wird beispielsweise die NOx-Speicheraktivität des NOx-Speicherkatalysators
7 ermittelt. Dies kann beispielsweise mit Hilfe des stromabwärts des NOx-Katalysators
7 angeordneten NOx-Sensors 10 oder einer stromabwärts des NOx-Speicherkatalysators
angeordneten Lambdasonde 10 erfolgen. Die NOx-Speicheraktivität wird dabei aus einer
Modellrechnung oder mittels eines stromaufwärts angeordneten Sensors, beispielsweise
8,8' oder 9 bestimmt. Bei nicht ausreichender NOx-Speicheraktivität wird ggf. in Schritt
22 ein Magerbetriebs- bzw. Schichtbetriebsfenster eingeengt oder direkt zur Bildung
einer Zustandsgröße zu Schritt 26 gegangen. Die Zustandsgröße charakterisiert, wie
noch genauer ausgeführt wird, den Schwefelvergiftungsgrad des Katalysators. Wie oben
bereits dargestellt, wird bei der Einengung des Magerbetriebs in Abhängigkeit von
der NOx-Speicheraktivität die Dauer oder Intensität des Magerbetriebs eingeschränkt.
Insbesondere wird bei Erreichen eines vorgegebenen Grenzwertes der in den NOx-Speicherkatalysator
eingespeicherten NOx-Menge der Magerbetrieb beendet. Generell werden Zeitpunkt und
Dauer der Freigabe einer Magerbetriebsphase, insbesondere eines Schichtladebetriebs
der Brennkraftmaschine 1 in Abhängigkeit von der NOx-Speicheraktivität festgelegt.
Die Zustandsgröße in Schritt 26 wird dann in Abhängigkeit von der Freigabedauer der
Magerbetriebsphase gewählt. Wie an sich bekannt, wird die Magerbetriebsphase in Abhängigkeit
von der Temperatur des Katalysators freigegeben. Beispielsweise wird die Magerbetriebsphase
gesperrt, wenn die Katalysatortemperatur kleiner als eine vorbestimmte minimale Katalysatortemperatur
und / oder größer als eine vorgegebene maximale Katalysatortemperatur ist. Vorzugsweise
werden dabei die im Motorsteuergerät 3 verwendeten Steuer- bzw. Regelsignale zur Einengung
des Magerbetriebs in Schritt 22 verwendet. Insofern sind dann keine besonderen Maßnahmen
zur Bildung der in Schritt 26 gebildeten Zustandsgröße erforderlich.
[0025] In die Bildung der Zustandsgröße in Schritt 26 geht vorzugsweise die während eines
vorgegebenen Zeitintervalls in den Katalysator 7 eingespeicherte Schwefelmenge ein.
Hierzu werden in Schritt 23 die Katalysatortemperatur und das Katalysator-Luftverhältnis
Lambda ermittelt. Hierzu werden die Signale des Temperatursensors 13 sowie der stromabwärts
des NOx-Speicherkatalysators angeordneten Lambdasonde 10 ausgewertet und in Schritt
24 die in den NOx-Speicherkatalysator 7 eingespeicherte Schwefelmenge berechnet. Hierbei
wird vorzugsweise auch eine ggf. erfolgte Schwefelentladung berücksichtigt. In Schritt
25 wird die berechnete gespeicherte Schwefelmenge mit einem vorgegebenen Grenzwert
verglichen. Wird dieser Grenzwert überschritten, erfolgt ein Übergang zum Schritt
26.
[0026] In Schritt 26 wird bei nicht ausreichender NOx-Aktivität bzw. einer Freigabedauer
der Magerbetriebsphase, die eine vorgegebene Grenze unterschreitet und bei einer Schwefelmenge,
die den vorgegebenen Grenzwert überschreitet eine Entscheidung zur Bildung eines Statussignals
zur Einleitung einer eine passive Entschwefelung des Katalysators bewirkende Betriebsweise
der Brennkraftmaschine getroffen.
[0027] Das Statussignal kann beispielsweise im Motorsteuergerät 3 abgespeichert werden.
Ferner kann das Statussignal dem Fahrer angezeigt werden und mit einer Aufforderung
eine Entschwefelung einzuleiten verbunden werden. Ein gespeichertes Statussignal kann
über eine spezielle Diagnosevorrichtung in einer Werkstatt aufgelesen werden, um eine
natürliche Entschwefelung beispielsweise im Rahmen einer Fahrzeuginspektion durch
das Werkstattpersonal im Realverkehr oder auf einer speziell dafür vorgesehenen Laufrollenvorrichtung
durchzuführen.
[0028] Bei der Anzeige des Statussignals können Schaltempfehlungen gegeben werden, die eine
hochtourige Fahrweise bei niedrigen Motorgrundlasten hervorrufen. Vorzugsweise kann
der Fahrer des Kraftfahrzeuges oder das Werkstattpersonal über einen möglichen Sonderbetriebszustand
informiert werden, der zur Verkürzung der Dauer der Entschwefelung eingesetzt wird
und der eine extreme Wirkungsgradverschlechterung sowie entsprechende Fahrverhaltensmängel
des Fahrzeuges in Kauf nimmt.
[0029] In Figur 3 ist eine schematische Darstellung des Verlaufs eines weiteren erfindungsgemäßen
Verfahrens gezeigt. Zunächst wird in Schritt 30 die NOx-Speicheraktivität des Speicherkatalysators
bestimmt. In Schritt 31 erfolgt eine Prüfung, ob die NOx-Speicheraktivität unzureichend
ist oder nicht. Bei unzureichender NOx-Speicheraktivität wird zu Schritt 33, gegebenenfalls
vorher zu Schritt 31a gegangen. Schritt 31a entspricht dem Schritt 22 aus Figur 2,
d.h. es wird Zeitpunkt, Intensität und Dauer einer Magerbetriebsphase bestimmt. Ferner
wird in den Schritt 33 geprüft, ob die NOx-Speicherkätalysatortemperatur eine Entschwefelung
zulässt. Bevorzugt wird hierbei geprüft, ob diese Temperatur in einem vorgegebenen
Temperaturbereich liegt, d.h. größer als eine vorbestimmte minimale Katalysatortemperatur
und / oder größer als eine vorgegebene maximale Katalysatortemperatur ist. Weist der
Katalysator eine zulässige Temperatur auf, wird weiter zu Schritt 35 gegangen. In
Schritt 35 wird bei unzureichender NOx-Speicheraktivität und einer zulässigen Katalysatortemperatur
die Durchführung einer aktiven Entschwefelung durch Einstellung der Brennkraftmaschine
auf eine Betriebsweise mit einem Lambdawert < 1,0 eingeleitet.
[0030] Bei nicht unzureichender NOx-Speicheraktivität wird von Schritt 31 zu Schritt 34
gegangen. In Schritt 34 erfolgt bei zulässiger Katalysatortemperatur und einer nicht
unzureichenden NOx-Speicheraktivität eine Entscheidung darüber, die sich allein durch
das Fahrprofil einstellende natürliche Entschwefelung in Schritt 36 auszunutzen. Ausgehend
von Schritt 35 oder Schritt 36 wird in Schritt 37 die Schwefelentladung des NOx-Speicherkatalysators
bestimmt. Vorzugsweise werden hierzu der Lambdawert des Abgases und die Temperatur
des Katalysators herangezogen. Diese Daten werden einerseits in Schritt 32 und dem
inhaltsgleichen Schritt 33 zur Bestimmung der für die Entschwefelung geeigneten Katalysatortemperatur
herangezogen und andererseits in Schritt 38 dazu verwendet, zu prüfen ob die Entschwefelung
des Katalysators einem vorbestimmten Kriterium genügt. Ist dies nicht der Fall, wird
bei unzureichender NOx-Aktivität aus Schritt 31 von Schritt 38 zurück zu Schritt 35
gegangen. Bei ausreichender Entschwefelung erfolgt dann in Schritt 39 die Beendigung
der Einstellung des Lambdawerts auf < 1.
[0031] Die in Schritt 35 durchgeführte aktive Entschwefelung kann bei automatisierten Getrieben
ergänzt werden durch eine Verschiebung der Schaltkennungen gegenüber dem Normalbetrieb
um eine Fahrweise mit hohen Drehzahlen mit niedrigen Motorgrundlasten hervorzurufen.
Entsprechend kann bei einem Fahrzeug mit einem stufenlosen Getriebe ein Betrieb mit
vom Normalbetrieb abweichenden Übersetzungskennfeldern erfolgen, um auch hier eine
hochtourige Fahrweise mit niedrigen Lasten hervorzurufen.
[0032] Die vorstehend beschriebene Erfindung ermöglicht bei Kraftstoffen mit niedrigen Schwefelgehalten
eine ausreichend sichere und einfache Entschwefelung eines NOx-Speicherkatalysators,
ohne dass durch eine zu häufige Anwendung eine unkomfortable Bedienung des Fahrzeugs
resultiert, die für den Kunden nicht akzeptabel wäre. Da aufgrund eines geringeren
Entwicklungs- und Applikationsaufwandes Entwicklungskosten eingespart werden können,
ist auch eine Kaufpreisminderung vor Kunde zu erreichen.
1. Verfahren zum Betrieb eines Kraftfahrzeugs mit einer magerlauffähigen Brennkraftmaschine
mit zumindest einem in einer Abgasanlage der Brennkraftmaschine angeordneten NOX-Speicherkatalysator,
wobei eine Ermittlung des Wertes einer einen Schwefelvergiftungsgrad des Katalysators
charakterisierenden Zustandsgröße erfolgt,
gekennzeichnet durch folgende Schritte:
- Bildung eines Statussignals in Abhängigkeit von dem Wert der Zustandsgröße
- Speicherung und / oder Anzeige des Statussignals zur Einleitung einer eine passive
Entschwefelung des Katalysators bewirkenden Betriebsweise der Brennkraftmaschine.
und/oder dass
- die Brennkraftmaschine in Abhängigkeit vom Wert der Zustandsgröße auf eine Betriebsweise
mit einem Lambdawert < 1 eingestellt wird, wobei der Wirkungsgrad der Brennkraftmaschine
bei einem beliebigen Betriebspunkt zwischen 50 kmlh und 100 km/h gegenüber dem gleichen
Betriebspunkt ohne gebildeten Statussignal um höchstens 3 %, vorzugsweise 2 %, besonders
bevorzugt 1 % oder 0 % verschlechtert wird, insbesondere bei einem Betriebspunkt,
der einer Konstantfahrt in der Ebene bei 20 Grad Celsius Außentemperatur entspricht.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandsgröße in Abhängigkeit von einer NOx-Speicheraktivität des Katalysators
gewählt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die NOx-Speicheraktivität mittels einer stromabwärts des Katalysators angeordneten
Lambdasonde und / oder eines NOx-Sensors ermittelt wird.
4. Verfahren nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandsgröße in Abhängigkeit von der in den Katalysator während einer Magerbetriebsphase
nach einer Regenerationsphase eingespeicherten NOx-Menge gewählt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandsgröße in Abhängigkeit von der während eines vorgegebenen Zeitintervalls
während einer Magerbetriebsphase nach einer Regenerationsphase in den Katalysator
eingespeicherten Schwefelmenge gewählt wird.
6. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Ermittlung der Zustandsgröße eine Schwefelentladung des Katalysators berücksichtigt
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandsgröße in Abhängigkeit von einer Katalysatortemperatur gewählt wird.
8. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche , dadurch gekennzeichnet, dass die Dauer einer Freigabe einer Magerbetriebsphase, insbesondere eines Schichtladebetriebs
der Brennkraftmaschine, in Abhängigkeit von der NOx-Speicheraktivität insbesondere
der in den Katalysator eingespeicherten NOx-Menge festgelegt wird, und dass die Zustandsgröße
in Abhängigkeit von der Freigabedauer der Magerbetriebsphase gewählt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Magerbetriebsphase, insbesondere zusätzlich in Abhängigkeit von der Temperatur
des Katalysators freigegeben wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Magerbetriebsphase gesperrt wird, wenn die Katalysatortemperatur kleiner als
eine vorbestimmte minimale Katalysatortemperatur oder größer als eine vorgegebenen
maximale Katalysatortemperatur ist.
11. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Ermittlung der Zustandsgröße vorgegebene Betriebszustände der Brennkraftmaschine,
insbesondere Leerlaufphasen oder Stop-and-Go-Phasen ausgeschlossen werden.
12. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Statussignal Angaben über Zeitpunkt, Länge und /oder Intensität der eine passive
Entschwefelung des Katalysators bewirkenden Betriebsweise der Brennkraftmaschine beinhaltet.
13. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Zustandsgröße in Abhängigkeit von einem ermittelten Schwefeleintrag gebildet
wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwefeleintrag mittels zumindest eines stromabwärts oder stromaufwärts des Katalysators
angeordneten Schwefelsensors, vorzugsweise eines Infrarotsensors ermittelt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 13 oder 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Schwefeleintrag geschätzt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Schätzung auf einem Kraftstoffverbrauch der Brennkraftmaschine beruht.
17. Verfahren nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nach einer passiven Entschwefelung eine Zurücksetzung des Wertes der Zustandsgröße
auf einem dem aktuellen Schwefelvergiftungsgrad des Katalysators entsprechenden Wert
erfolgt.