[0001] Die Erfindung betrifft einen Glaskörper zur Verwendung als Haushaltsglas, wie Vase,
Gebäckschale, Obstteller od. dgl., gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Ein solcher druckschriftlich nicht belegbarer Glaskörper, der eine stoffschlüssig
zusammenhängende Einheit bildet, ist mit einem Aufnahmeraum versehen, der durch Seitenwände
und durch einen Boden begrenzt ist. Dem Boden gegenüberliegend, befindet sich eine
Füllöffnung. Da ein solches Haushaltsglas im wesentlichen dekorativen Zwecken dient,
ist die Seitenwand häufig mit Verzierungen, wie beispielsweise Schliffen oder ähnlichen
Strukturen, versehen. Solche Strukturen, welche der Füllöffnung abgewandte Hinterschneidungsflächen
bilden, können entweder nachträglich, z.B. durch Schleifen, oder aber während des
Fertigungsprozesses durch Formen des Haushaltsglases eingebracht werden. Die Entformung
solcher Strukturen ist indessen mit relativ aufwendigen Vorrichtungen und überwiegend
mit spezieller aufwendiger Handarbeit verbunden.
[0003] Von der DE 199 34 609 A1 ist ein Trinkglas bekannt, dessen Seitenwand eine Einbuchtung
aufweist, die mit einem insbesondere farbigen Kunststoff, wie Epoxyd- oder Polyestergießharz,
außerflächenbündig ausgefüllt ist.
[0004] Von der DE 21 15089A1 ist ein Leuchtenkörper aus gebranntem Ton bekannt, in dessen
Seitenwand nach einer ersten Brennstufe, dem Schrühbrand, Bohrlöcher eingebracht werden.
Nach erfolgtem Fertigbrand werden flache Glaskörper als Lichtdurchtrittsöffnungen
innerhalb der Bohrlöcher verklebt. Diese spezielle Keramiktechnik stellt für den mit
der Glasherstellung befassten Fachmann ein abgelegenes fremdes Fachgebiet dar, dem
er keine Anregungen entnimmt.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, ein dekoratives Haushaltsglas zu
schaffen, welches mit vielgestaltigen dekorativen Strukturen versehen werden kann,
das aber dennoch eine einfache und kostengünstige Fertigung ermöglicht.
[0006] Die Erfindung wird gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1, insbesondere mit dessen
kennzeichnenden Merkmalen, wonach die Seitenwand mindestens eine in den fertigen Glaskörper
eingebrachten, mit einer rahmenartigen Laibung versehenen Durchbruch aufweist, in
welchem der ein gesondertes Bauteil bildende dekorative Körper angeordnet ist, welcher
gegebenenfalls mit prismenähnlichen Teilflächen versehen ist und den Durchbruch im
wesentlichen ausfüllt.
[0007] Der Vorteil des erfindungsgemäßen Haushaltsglases besteht darin, dass letzteres auf
einfache Weise maschinell gefertigt werden kann und anschließend dekorative Einsätze
unterschiedlichster Art in das Glas eingebracht werden. Dies geschieht, indem an den
mit Dekorationen zu versehenden Stellen Durchbrüche in das Glas eingebracht werden
und darin anschließend dekorative Körper, die insbesondere aus Glas bestehen können,
eingebracht werden.
[0008] In einer ersten Ausführungsform wird die Außenkontur des dekorativen Körpers zumindest
teilweise von der rahmenartigen Laibung umgriffen. Die rahmenartige Laibung stellt
somit eine Anlagefläche für den dekorativen Körper dar, an die dieser angelegt und
befestigt werden kann.
[0009] In einer weiteren Ausführungsform ist der dekorative Körper innerhalb des Durchbruchs
befestigt. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass der Durchbruch auf einfache
Weise beispielsweise durch eine Bohrung herzustellen ist.
[0010] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, dass zwischen der Außenkontur
des dekorativen Körpers und der rahmenartigen Laibung des Durchbruchs ein Spalt gebildet
ist. Der dekorative Körper muss auf diese Weise nicht exakt an die Außenkontur des
Durchbruchs angepasst sein, was einen fertigungstechnischen Vorteil darstellt. Zudem
stellt der Spalt einen Raum für Befestigungselemente zur Verfügung.
[0011] Gemäß einer weiteren Ausführungsform ist der dekorative Körper an der Außenfläche
der Seitenwand gehalten. Auch mit Hilfe dieser Ausführungsform muss die Außenkontur
des Durchbruchs nicht exakt an den dekorativen Körper angepasst sein. Zusätzlich bildet
die äußere Randfläche des Durchbruchs eine Gegenfläche zum Verkleben mit der Randfläche
des dekorativen Körpers. Auch diese Ausgestaltung der Erfindung bietet die Möglichkeit
einer einfachen Herstellung.
[0012] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung ragt ein Teilvolumen des dekorativen Körpers vom
Durchbruch her in den von der Innenwandfläche der Seitenwand zumindest teilweise begrenzten
Glaskörperinnenraum hinein. Es können damit symmetrische Körper mit vorteilhaften
dekorativen Effekten an dem Haushaltsglas angebracht werden, die in ihrer Form nicht
eingeschränkt sind.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung sieht vor, den dekorativen Körper innerhalb der rahmenartigen
Laibung des Durchbruchs mittels mindestens eines Aufhängeelements beweglich zu befestigen.
Wird das Glas gar nicht oder nur bis unterhalb des dekorativen Körpers gefüllt, so
ist es auf diese Weise möglich, den dekorativen Körper beweglich zu befestigen und
damit einen besonderen, durch die Bewegung des Körpers hervorgerufenen, Effekt zu
erzielen.
[0014] Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung ist der dekorative Körper mittels
einer mit insbesondere klar durchsichtigem Kleber gefüllten Klebefuge in oder an der
Laibung des Durchbruchs befestigt. Hierdurch wird ein besonders einfaches Anbringen
des dekorativen Körpers erreicht, wobei die Befestigung unsichtbar erfolgen kann.
[0015] Obwohl der Durchbruch auch eine beispielsweise mittels Wasserstrahltechnik hergestellte
Bohrung polygonalen Querschnitts sein kann, ist eine Bohrung mit kreisförmigem Querschnitt
besonders zweckmäßig, weil sich diese mit einfachen Bohrwerkzeugen, beispielsweise
mittels Korundbohrer, herstellen lässt.
[0016] Um den dekorativen Körper im Hinblick auf die angrenzende Innenund/oder Außenwandfläche
der Seitenwand recht unauffällig einsetzen und verkleben zu können, hat es sich als
vorteilhaft herausgestellt, dass die Laibung eine konische Fläche bildet.
[0017] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung setzt die konische Fläche an der Außenwandfläche
der Seitenwand an und konvergiert bezüglich der Mitte des Durchbruchs zum Aufnahmeraum
hin.
[0018] Hierbei ist es besonders zweckmäßig, dass die Kontur der Grenzlinie zwischen Außenwandfläche
und konischer Fläche an die Kontur des dekorativen Köpers angepasst ist. Wenn also
die Kontur des dekorativen Körpers einem Polygon, wie z.B. einem gleichseitigen Polygon,
wie Sechs- oder Achteck folgt, erhält die vorerwähnte Grenzlinie zwischen Außenwandfläche
und konischer Fläche exakt denselben Verlauf.
[0019] Letzteres kann beispielsweise entsprechend weiteren Erfindungsmerkmalen dadurch geschehen,
dass die konische Fläche durch Strahlen mittels abrasiver Strahlpartikel, wie Quarzsand
oder Korund, innerhalb einer Strahlpartikel-Schutzfolien-Maske erzeugt wird.
[0020] Weitere Vorteile ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Ansicht des erfindungsgemäßen Haushaltsglases mit zwei in eine Öffnung
der Seitenwand eingeklebten dekorativen Körpern,
Fig. 2 eine vergrößerte Schnittdarstellung entsprechend der in Fig. 1 mit II bezeichneten
Einkreisung,
Fig. 3 in Anlehnung an die Schnittdarstellung gemäß Fig. 2 eine weitere Ausführungsform
und
Fig. 4A mit Fig. 4B - Fig. 6A mit Fig. 6B eine besondere Art und Weise der Herstellung
des erfindungsgemäßen Glaskörpers.
[0021] In den Zeichnungen ist ein Haushaltsglas insgesamt mit der Bezugsziffer 10 bezeichnet.
[0022] Das Haushaltsglas 10 weist eine Seitenwand 11, einen Boden 12, eine Füllöffnung O
sowie einen Aufnahmeraum 13 auf. Das Haushaltsglas 10 mit Seitenwand 11 und Boden
12 bildet eine stoffschlüssig zusammenhängende Hohlkörper-Einheit. Die Seitenwand
11 des Haushaltsglases 10 ist von einer klar durchsichtigen Glasschicht gebildet und
mit zwei versetzt angeordneten fensterartigen Durchbrüchen 14 versehen. Die Durchbrüche
14 sind von einer rahmenartigen Laibung 15 begrenzt.
[0023] Gemäß Fig. 2 ist ein dekorativer Körper 16 auf die Außenfläche 17 der Seitenwand
11 aufgesetzt und zum Durchbruch 14 ausgerichtet. Der dekorative Körper 16 ist dabei,
mit einem Randbereich 18 an der Außenfläche 17 der Seitenwand 11 angrenzend, an der
Laibung 15 des Durchbruchs 14 befestigt. Der dekorative Körper 16 weist Schliffflächen
22 auf, die unterschiedliche Größe und Gestalt besitzen. Schliffflächen 22A bilden
dabei der Füllöffnung O abgewandte Hinterschneidungsflächen.
[0024] Ein Teilbereich 19 des dekorativen Körpers 16 durchgreift den Durchbruch 14 und ragt
über die Innenwand 20 der Seitenwand 11 in den Aufnahmeraum 13 hinein. Ein anderer
Teilbereich 27 des Körpers 16 ragt nach außen über die Außenmantelfläche 17 vor. Ein
Randbereich 18 des dekorativen Körpers 16 steht über einen Randbereich 23 des Durchbruchs
14 in der Seitenwand 11 hinaus. Dabei ist zwischen dem Randbereich 18 des dekorativen
Körpers 16 und dem Randbereich 23 der Öffnung 14 eine Klebefuge 26 gebildet, in der
eine Klebstoffschicht 21 aus einem klar durchsichtigen Kleber angeordnet ist.
[0025] Gemäß Fig. 3 ist der dekorative Körper 16 mittels eines Aufhängeelementes 24, welches
nicht dargestellte Bohrungen im dekorativen Körper sowie im Randbereich 23 des Durchbruchs
14 durchgreift an der Seitenwand 11 des Haushaltsglases 10 befestigt. Zwischen der
Außenkontur 25 des dekorativen Körpers 16 und der Laibung 15 befindet sich bei dieser
Ausführungsform ein Spalt.
[0026] Zur Verdeutlichung unterschiedlicher Fertigungsstufen ist in den Fig. 4A - 6A jeweils
eine Ansicht von außen auf einen Teilbereich 10A des Glaskörpers 10A einschließlich
des jeweils diesbezüglichen Längsschnitts entsprechend den Fig. 4B - 6B dargestellt.
[0027] Gemäß den Fig. 4A und 4B wird in den Teilbereich 10A ein kreisrunder Durchbruch 14
hergestellt, zweckmäßig mittels eines mechanischen Bohrwerkszeugs, wie z.B. mittels
eines Korundbohrers.
[0028] Sodann wird gemäß den Fig. 5A und 5B eine selbstklebende Strahlmittel-Schutzfolien-Maske
30 auf das Bearbeitungsfeld des Teilbereichs 10A aufgeklebt. Die Schutzfolien-Maske
30 weist eine Aussparung 31 auf, welche die Kontur 32 eines gleichseitigen Polygons,
und zwar eines gleichseitigen Achtecks, besitzt.
[0029] Die Schutzfolien-Maske 30 besteht aus einer PVC-Copolymerfolie, welche gegen mineralische
Strahlmittel, wie Quarzsand oder Korund, widerstandsfähig ist, so dass nur der Bereich
zwischen der eigentlichen Bohrungslaibung 33 und der Innenkontur 32 der Maske 30 vom
Strahlmittel beaufschlagt wird. Auf diese Weise entsteht eine Innenkonusfläche 28,
welche die Innenkonusfläche eines Kegelstumpfs darstellt, deren weitester Bereich
von der Kontur 32 begrenzt ist, welche zugleich die Grenzlinie 29 zwischen der Außenwandfläche
17 und der konischen Fläche 28 darstellt.
[0030] Da die Grenzlinie 29 der Außenkontur 25 des dekorativen Körpers 16 entspricht, kann
ein Einkleben des dekorativen Körpers in den Durchbruch 14 so unauffällig erfolgen,
dass der Betrachter den Eindruck einer übergangslosen Fügung gewinnt.
1. Glaskörper (10) zur Verwendung als Haushaltsglas, wie Vase, Gebäckschale, Obstteller
od. dgl., mit einem Aufnahmeraum (13), welcher durch mindestens eine Seitenwand (11)
und durch einen Boden (12) begrenzt ist, sowie mit einer dem Boden (12) gegenüberliegenden
Füllöffnung (O), wobei der Glaskörper (10) eine stoffschlüssig zusammenhängende Hohlkörper-Einheit
bildet und wobei die Seitenwand (11) mindestens einen dekorativen Körper (16) aufweist,
welcher jeweils mit einem Teilvolumen (27, 19) aus der Außenwandfläche (17) und/oder
aus der Innenwandfläche (20) der Seitenwand (11) herausragt und dabei der Füllöffnung
(O) abgewandte Hinterschneidungsflächen (22A) bildet, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (11) mindestens einen in den fertigen Glaskörper (10) eingebrachten,
mit einer rahmenartigen Laibung (15) versehenen, Durchbruch (14) aufweist, in welchem
der ein gesondertes Bauteil bildende dekorative Körper (16) angeordnet ist, welcher
gegebenenfalls mit prismenähnlichen Teilflächen (22) versehen ist und den Durchbruch
(14) im wesentlichen ausfüllt.
2. Glaskörper nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Außenkontur (25) des dekorativen Körpers (16) zumindest teilweise von der rahmenartigen
Laibung (15) umgriffen ist.
3. Glaskörper nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der dekorative Körper (16) innerhalb des Durchbruchs (14) befestigt ist.
4. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Außenkontur (25) des dekorativen Körpers (16) und der rahmenartigen
Laibung (15) des Durchbruchs (14) ein Spalt (bei 21) gebildet ist.
5. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der dekorative Körper (16) an der Außenwandfläche (17) der Seitenwand (11) gehalten
ist.
6. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der dekorative Körper (16) innerhalb der rahmenartigen Laibung (15) des Durchbruchs
(14) mittels mindestens eines Aufhängeelements (24) beweglich befestigt ist.
7. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der dekorative Körper (16) mittels einer mit insbesondere klardurchsichtigem Kleber
(21) gefüllten Klebefuge (26) in oder an der Laibung (15) des Durchbruchs (14) befestigt
ist.
8. Glaskörper nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der dekorative Körper (16) mit einem Teilbereich (18) an der Außenwandfläche (17)
der Seitenwand (11) benachbart des Durchbruchs (14) angeordnet ist und dabei einen
Randbereich (23) des Durchbruchs (14) übergreift, wobei sich zwischen dem Teilbereich
(18) des dekorativen Körpers (16) und dem Randbereich (23) des Durchbruchs (14) die
Klebefluge (26) befindet.
9. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenwand (11) mindestens teilweise klardurchsichtig ist.
10. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Boden (12) fest mit einem Standfuß verbunden ist.
11. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der dekorative Körper aus einem durchscheinenden Werkstoff, vornehmlich aus einem
klardurchsichtigen Werkstoff, insbesondere aus Glas, besteht.
12. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchbruch (14) eine Bohrung ist.
13. Glaskörper nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchbruch (14) eine Bohrung mit kreisrundem Querschnitt ist.
14. Glaskörper nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Laibung (15) eine konische Fläche (28) bildet.
15. Glaskörper nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Fläche (28) an der Außenwandfläche (17) der Seitenwand (11) ansetzt
und bezüglich der Mitte des Durchbruchs (14) zum Aufnahmeraum (13) hin konvergiert.
16. Glaskörper nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Kontur einer Grenzlinie (29) zwischen Außenmantelfläche (17) und konischer Fläche
(28) an die Kontur des dekorativen Körpers (16) angepasst ist.
17. Glaskörper nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die konische Fläche (28) durch Strahlen mittels abrasiver Strahlpartikel, wie Quarzsand
oder Korund, innerhalb einer Schutzfolien-Maske (30) erzeugt ist.