[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Diamant-Trennscheibe zum Bearbeiten von Naturstein,
Kunststein und/oder Feuerfest-Materialien, mit einem Stammblatt und mit einer Anzahl
am Umfang des Stammblattes aufgelöteter oder aufgeschweißter Diamant-Segmente.
[0002] Aus dem DE 87 055 99.6 U1 ist eine Diamant-Trennscheibe bekannt, bei der aus einem
Stammblatt aus Metall am Umfang eine Anzahl Diamant-Segmente auf einem dafür vorgesehenen
Steg aufgelötet oder aufgeschweißt sind. Zur besseren Kühlwasserverteilung und/oder
zur Optimierung des Wasser- bzw. Schlammtransportes aus der Schnittfuge sind im Stammblatt
selbst jeweils zwischen zwei Segmenten entsprechende Schlitze ausgeführt. Diese verlaufen
in der Regel vom äußeren Rand des Stammblattes radial zur Mitte hin und sind je nach
Anwendungsfall mehr oder weniger breit und mehr oder weniger tief ausgeführt. Darüber
hinaus weist das Segment in Vorschubrichtung gesehen rechts und links eine kleine
Aussparung auf.
[0003] Bei der Bearbeitung von Naturstein, Kunststein oder Feuerfest-Materialien werden
sehr hohe Ansprüche an die Genauigkeit und Präzision des Schnittes gestellt, das heißt
derartige gerade und winklige Schnitte werden auf den Zehntelmillimeter genau ausgeführt.
Um dies realisieren zu können, muss die Bearbeitungsfläche des Segmentes stets absolut
plan ausgeführt sein. Bei den Diamant-Trennscheiben aus dem Stand der Technik kommt
es jedoch häufig vor, dass die Ränder der Bearbeitungsfläche des Segmentes nach kurzer
Zeit stärker abnutzen, als die Mitte des Segmentes mit der Folge, das fortan nur noch
eine gewölbte Bearbeitungsfläche zur Verfügung steht, mit der keine exakten Schnitte
mehr möglich sind.
[0004] Zur Lösung dieses Problems wurden sogenannte "Sandwichsegmente" entwickelt, die einen
dreischichtigen Aufbau aufweisen. Dabei besitzt die mittlere Schicht eine niedrigere
Diamantkonzentration, als die beiden, die mittlere Schicht einschließenden Randschichten.
Allerdings muss jede Schicht dieses Sandwichelementes in einem singulären Arbeitsschritt
hergestellt werden, was zu erheblichen Kosten führt.
[0005] Davon ausgehend liegt der vorliegenden Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Diamant-Segment
zum Anlöten oder Anschweißen an eine Trennscheibe zum Bearbeiten von Naturstein, Kunststein
oder Feuerfest-Materialien zu schaffen, deren Bearbeitungsfläche über die Lebensdauer
des Segmentes plan bleibt und das kostengünstig herstellbar ist.
[0006] Als technische Lösung wird ein Diamant-Segment mit den Merkmalen des Anspruches 1
und eine Trennscheibe mit den Merkmalen des Anspruches 6 vorgeschlagen. Vorteilhafte
Weiterbildungen sind den jeweiligen Unteransprüchen zu entnehmen.
[0007] Ein nach dieser technische Lehre ausgebildetes Diamant-Segment zum Anlöten oder Anschweißen
an eine Trennscheibe zum Bearbeiten von Naturstein, Kunststein oder Feuerfest-Materialien
hat den Vorteil, dass die Bearbeitungsfläche im Bereich der Mittellinie weniger leistungsfähig
ist mit der Folge, dass zur Erzielung der erforderlichen Schneidwirkung in diesem
Bereich der Bearbeitungsfläche eine erhöhte Abnutzung erfolgt. Dies wiederum bewirkt,
dass die gesamte Bearbeitungsfläche gleichmäßig abgenutzt wird, schlimmstenfalls jedoch,
dass sich der mittige Bereich schneller abnutzt als der Randbereich mit der Folge,
dass über die gesamte Lebensdauer des Segmentes scharfe Ränder verbleiben und somit
über die gesamte Lebensdauer des Segmentes ein präzises Bearbeiten der Werkstücke
möglich ist.
[0008] Einweiterer Vorteil besteht darin, dass durch die zur Seitenwand des Segmentes hin
offene Ausgestaltung der Aussparung das Segment ohne Hinterschneidungen in einfacher
Weise und in einem einzigen Arbeitsschritt hergestellt werden kann, was die Fertigungskosten
weiter reduziert.
[0009] In einer bevorzugten Ausführungsform erstreckt sich die Aussparung durch das ganze
Segment. Hierdurch ist ein besserer Abtransport des Kühlwassers bzw. des Bearbeitungsschlammes
möglich. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass hierdurch eine größere Oberfläche
des Segmentes mit Kühlwasser benetzt wird, was zu einer besseren Kühlwirkung und somit
zu einer höheren Leistung des Segmentes führt.
[0010] Aufgrund dieser Ausgestaltung des Segmentes ist es möglich, das Segment mit einer
homogenen Diamantkonzentration herzustellen, so dass das erfindungsgemäße Diamant-Segment
kostengünstig in einem einzigen Arbeitsgang herstellbar ist.
[0011] Damit das Segment die auftretenden Kräfte zuverlässig aufnimmt hat es sich als vorteilhaft
erwiesen, das Verhältnis von Wandstärke zu Breite zwischen 1 : 4 und 1 : 7, vorzugsweise
1 : 5,625 zu wählen.
[0012] Durch die trapezförmige Ausgestaltung der Aussparung wird erreicht, dass die Vergrößerung
der Bearbeitungsfläche von der Mittellinie zu den Rändern erfolgt, so dass die Belastung
und somit die Abnutzung des Segmentes ebenfalls kontinuierlich abnimmt. Hierdurch
bleibt die Bearbeitungsfläche auch nach längerer Bearbeitungszeit plan.
[0013] Eine nach dieser technischen Lehre ausgebildete Trennscheibe hat den Vorteil, dass
mit dem erfindungsgemäßen Segment präzisere Schnitte ausgeführt werden können, insbesondere
dass diese präzisen Schnitte während der gesamten Lebensdauer des Segmentes möglich
sind, was zu einer effektiven und wirtschaftlichen Nutzung der Trennscheibe führt.
Selbst wenn die kostengünstig herstellbaren Segmente mit einseitig offener Aussparung
eingesetzt werden, können durch das wechselseitige Anordnen der offenen Aussparung
in benachbarten Segmenten präzisere Schnittergebnisse mit einer höheren Schnittleistung
erzielt werden, da über den Umfang der Trennscheibe gesehen, die rechte Randfläche
und die linke Randfläche größer ausgebildet sind, als die entsprechende Mitte der
Bearbeitungsfläche. Folglich wird auch bei unsymmetrischer Ausbildung des Segmentes
der Vorteil erreicht, dass mittig weniger Bearbeitungsfläche zur Verfügung steht mit
der Folge, dass die Ränder nicht stärker abnutzen als die Mitte, so dass mit der Trennscheibe
über die Lebensdauer der Segmente gesehen präzise und leistungsfähige Schnitte ausgeführt
werden können.
[0014] Weitere Vorteile des erfindungsgemäßen Diamant-Segments und der erfindungsgemäßen
Trennscheibe ergeben sich aus der beigefügten Zeichnung und den nachfolgend beschriebenen
Ausführungsformen. Ebenso können die vorstehend genannten und die noch weiter ausgeführten
Merkmale erfindungsgemäß jeweils einzeln oder in beliebigen Kombinationen miteinander
verwendet werden. Die erwähnten Ausführungsformen sind nicht als abschließende Aufzählung
zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen perspektivisch dargestellten Ausschnitt einer erfindungsgemäßen Trennscheibe;
- Fig. 2
- eine geschnitten dargestellte Seitenansicht des Teilausschnittes gemäß Fig. 1, geschnitten
entlang Linie ll-ll in Fig. 1;
- Fig. 3
- eine Draufsicht auf ein einzelnes Segment der Trennscheibe gemäß Fig. 1;
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Segmentes.
[0015] In den Figuren 1 bis 3 ist eine erfindungsgemäße Trennscheibe zum Bearbeiten von
Naturstein, Kunststein und/oder Feuerfest-Materialien dargestellt. Diese Trennscheibe
umfasst ein auf einer Achse geführtes Stammblatt 10, auf dessen Umfang eine Anzahl
von Diamant-Segmenten 12 angelötet ist. Zwischen zwei benachbarten Diamant-Segmenten
12 ist ein Steg 14 ausgebildet, über die das zum Kühlen eingesetzte Wasser abgeführt
werden kann. Die Segmente 12 sind in der Regel breiter als die Dicke des Stammblattes
10 ausgeführt, damit das Stammblatt 10 in der durch die Segmente 12 geschaffenen Schnittfuge
freigängig ist.
[0016] Jedes der im Wesentlichen quaderförmig ausgeführten Diamant-Segmente 12 weist eine
Aussparung 16 auf, wobei die Aussparung 16 wechselseitig einmal an einer rechten und
einmal an einer linken Seitenwand 18 des Segmentes 12 angeordnet ist.
[0017] Wie Figur 3 detailliert zu entnehmen ist, verläuft die Aussparung 16 in radialer
Richtung von einer oberen Bearbeitungsfläche 20 des Segmentes 12 bis zum Fuß des Segmentes
12. Die Aussparung 16 ist so angeordnet, dass sie bis über die in Vorschubrichtung
gesehene Mittellinie 22 des Segmentes 12 hinüberreicht, so dass in der Mitte der Bearbeitungsfläche
20 keine Diamantsplitter zur Bearbeitung des Werkstückes zur Verfügung stehen.
[0018] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die verbleibende Wandstärke a des Segmentes
12 auf mindestens 0,8 mm zu belassen, während die Gesamt-breite b des Diamant-Segmentes
12 etwa 4,5 mm beträgt. Bei einer Gesamtlänge von 40 mm entspricht dieses Diamant-Segment
12 den bekannten Segmenten.
[0019] Das Diamant-Segment 12 weist eine homogene Diamantsplitterverteilung auf und wird
in einem einzigen Arbeitsschritt gepresst und gesintert. Es versteht sich, dass auch
Diamant-Segmente anderer Größe möglich sind, es hat sich jedoch aus statischen Gründen
als vorteilhaft erwiesen, das Verhältnis von Wandstärke zur Breite mit 1 : 5,625 zu
wählen.
[0020] Beim Einsatz einer solchen Trennscheibe zum Schneiden von Natur- oder Kunststein
bzw. von Feuerfest-Materialien hat sich herausgestellt, dass durch die Aussparung
16 ein sehr guter Abtransport des Kühlwassers bzw. des Wasserschlammes erfolgt und
dass gleichzeitig aufgrund der großzügigen Benetzung der Oberfläche des Segmentes
12 ein sehr guter Kühleffekt eintritt.
[0021] Aufgrund des guten Abtransportes des Kühlwassers kann bei der erfindungsgemäßen Trennscheibe
der Abstand auf dem Umfang der Trennscheibe zwischen zwei benachbarten Segmenten 12
auf bis zu 4 mm reduziert werden mit der Folge, dass eine größere Anzahl von Segmenten
12 am Umfang der Trennscheibe anbringbar sind. Die höhere Anzahl der Segmente und
die bessere Kühlwirkung aufgrund der Aussparung 16 bewirken, dass die erfindungsgemäße
Trennscheibe einerseits mit einer höheren Drehzahl gefahren werden kann und andererseits
aufgrund der vergrößerten Gesamt-Bearbeitungsfläche 20 eine deutlich verbesserte Zerspanleistung
erfolgt, so dass das gewünschte Werkstück viel schneller geschnitten werden kann.
Durch die wechselseitige Anbringung der Aussparung 16 wird erreicht, dass die Ränder
der Bearbeitungsfläche über den Umfang gesehen eine größere Fläche aufweisen, als
die Mitte der Bearbeitungsfläche. Folglich steht an den Rändern eine bessere Zerspanwirkung
zur Verfügung mit der Folge, dass die Mitte der Bearbeitungsfläche schneller abnutzt
als die Ränder. Dies wiederum bewirkt, dass das Segment 12 stets scharfkantige Ränder
aufweist, so dass stets ein präzises Schneiden des Werkstückes möglich ist.
[0022] In Fig. 4 ist eine alternative Gestaltungsvariante des Diamant-Segmentes dargestellt.
Dabei weist das Segment 24 gemäß Fig. 4 zwei geometrisch gleiche Aussparungen 26 auf,
die nebeneinander angeordnet sind. Dabei beträgt das Verhältnis der Wandstärke a zur
Breite b 1 : 5,625. Auch hier ist die Aussparung 26 in der Mitte der jeweiligen Bearbeitungsfläche
angeordnet. Die für die erste Ausführungsform gemäß Figur 1 bis 3 genannten Vorteilte
gelten für die zweite Ausführungsform analog.
Bezugszeichenliste:
[0023]
- 10
- Stammblatt
- 12
- Diamant-Segment
- 14
- Steg
- 16
- Aussparung
- 18
- Seitenwand
- 20
- Bearbeitungsfläche
- 22
- Mittellinie
- 24
- Segment
- 26
- Aussparung
- 28
- Segment
- 30
- Aussparung
1. Diamant-Segment zum Anlöten oder Anschweißen an eine Trennscheibe zum Bearbeiten von
Naturstein, Kunststein oder Feuerfest-Materialien,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine zu einer Seitenwand (18) des Segmentes (12, 24) hin offene Aussparung (16, 26)
vorgesehen ist, die über eine in Vorschubrichtung verlaufende Mittellinie (22) hinüberreicht.
2. Segment nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass sich die Aussparung (16, 26, 30) durch das gesamte Segment (12, 24) erstreckt.
3. Segment nach wenigstens einem der folgenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Segment (12, 24, 28) eine homogene Diamant-Konzentration aufweist
4. Segment nach wenigstens einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verhältnis von Wandstärke a zur Breite b zwischen 1 : 4 und 1 : 7 , vorzugsweise
1 : 5,625 beträgt.
5. Segment nach wenigstens einem der folgenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Aussparung (16, 26) trapezförmig ausgebildet ist.
6. Trennscheibe zum Bearbeiten von Naturstein, Kunststein und/oder Feuerfest-Materialien,
mit einem Stammblatt (10) und mit einer Anzahl am Umfang des Stammblattes (10) aufgelöteter
oder aufgeschweißter Diamant-Segmente (12, 24),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Ränder der Segmente (12, 24) über den Umfang gesehen eine Größere spanabhebende
Fläche aufweisen, als die Mitte der Segmente (12, 24).
7. Trennscheibe nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass wenigstens zwei Segmente (12, 24) nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5
ausgebildet sind, wobei benachbarte Segmente (12, 24) die einseitig offene Aussparung
(16, 26) an unterschiedlichen Seitenwänden (18) angeordnet haben.