[0001] Die Erfindung betrifft die Kompensation des FanOut durch Beeinflussung der Breite
einer Bahn, die in der Druckmaschine bedruckt wird. Hierbei betrifft die Erfindung
sowohl einen FanOut-Kompensator als auch ein Verfahren zur Kompensation des FanOut.
Der FanOut-Kompensator kann bereits in der Druckmaschine eingebaut oder, noch außerhalb
der Druckmaschine, für den Einbau zum Zwecke der FanOut-Kompensation vorgesehen sein.
Bei der Druckmaschine handelt es sich um eine Maschine, die nass druckt, bevorzugt
unter Verwendung eines Feuchtmittels. Der Offsetdruck soll hier als Beispiel besonders
genannt werden. Insbesondere kann die Druckmaschine eine Zeitungsdruckmaschine für
den Druck von großen Zeitungsauflagen sein. Die Bahn wird vorzugsweise endlos durch
die Maschine geführt und von einer Rolle abgewickelt, d.h. die Druckmaschine ist in
solcher Ausführung eine Rollendruckmaschine und besonders bevorzugt eine Rollenrotationsdruckmaschine.
[0002] Bei Druckmaschinen treten aufgrund von in die Bahn eingedrungener Flüssigkeit Querdehnungsänderungen
auf. Dieses als FanOut bekannte Phänomen hat zur unliebsamen Folge, dass sich die
quer zur Bahnförderrichtung gemessene Breite der Bahn zwischen zwei Druckspalten,
in denen die Bahn nacheinander bedruckt wird, ändert. Das Phänomen des Fan-Out kann
grundsätzlich zwar allein durch die eingedrungene Farbe hervorgerufen werden, praktisch
bedeutsam ist der FanOut jedoch insbesondere in dem mit Feuchtmittel arbeitenden Druck
wegen der damit verbundenen Feuchtung der Bahn. Die in dem bahnaufwärtigen Druckspalt
befeuchtete Bahn quillt auf ihrem Weg und wird bis zu dem nächstfolgenden, bahnabwärtigen
Druckspalt der zwei Druckspalte breiter. Falls Maßnahmen für eine Kompensation der
Breitenänderung nicht ergriffen werden, führt dies zu Druckfehlern in Bahnquerrichtung.
[0003] Aus der EP 1 101 721 A1 sind Vorrichtungen zur Kompensation des FanOut für den Rollenrotationsdruck
bekannt, mit denen die Bahn quer zu ihrer Förderrichtung wellenförmig verformt wird,
bevor sie in einen nachfolgenden Druckspalt, in dem sie bedruckt wird, einläuft. Die
Breite der Bahn wird der Breitenänderung, die aufgrund des FanOut zu erwarten ist,
im vorhinein angepasst korrigiert, d.h. kompensiert. Die Erfindung betrifft insbesondere
auch FanOut-Kompensatoren, wie sie aus der EP 1 102 721 A1 bekannt sind und betrifft
ferner insbesondere auch die damit ausführbaren Verfahren der FanOut-Kompensation.
[0004] Es ist eine Aufgabe der Erfindung, die FanOut-Kompensation zu verbessern. Insbesondere
soll die FanOut-Kompensation den Druckprozess nicht ihrererseits negativ beeinflussen.
[0005] Die Erfindung betrifft die FanOut-Kompensation in einer Druckmaschine mit Hilfe eines
FanOut-Kompensators, der ein Rotationskörpergebilde umfasst, das von einer zu bedruckenden
Bahn umschlungen wird. Der Umschlingungswinkel sollte wenigstens 3° betragen. Ein
Umschlingungswinkel von 5° oder mehr, beispielsweise 10°, wird jedoch bevorzugt. Der
Umschlingungswinkel kann bis zu 180° betragen. Der Bahn wird aufgrund der Umschlingung
und der in Förderrichtung wirkenden Bahnlängsspannung von dem Rotationskörpergebilde
quer zur Förderrichtung ein Wellenprofil eingeprägt. Die Breite der Bahn wird durch
das Einprägen des Wellenprofils entsprechend der Amplitude des Wellenprofils verringert,
um die durch den FanOut hervorgerufene Vergrößerung der Breite zu kompensieren. Die
Bahn sollte in möglichst guter Näherung in den beiden dem FanOut-Kompensator im Weg
der Bahn nächstbenachbarten Druckspalten, d.h. in den Druckspalten, zwischen denen
der FanOut-Kompensator angeordnet ist, je die gleiche Breite haben.
[0006] Nach der Erfindung wird zwischen der Oberfläche des Rotationskörpergebildes und der
Bahn ein Fluidspalt erzeugt, so dass die Bahn eine möglichst kleine Kontaktfläche
und bevorzugt überhaupt keinen unmittelbaren Kontakt mit dem Rotationskörpergebilde
hat, sondern entsprechend der Dicke des Fluidspalts von der Oberfläche des Rotationskörpergebildes
beabstandet ist. Durch die Erfindung werden somit aufgrund der FanOut-Kompensation
auf die Bahn wirkende Reibungskräfte minimiert und die Bahnlängsspannung zwischen
den Druckspalten vorteilhafterweise weit weniger als bei den FanOut-Kompensatoren
aus dem Stand der Technik verändert. Falls die dem Rotationskörpergebilde zugewandte
Unterseite der Bahn mit Druckfarbe bedruckt ist, wird ferner die Gefahr verringert,
im Idealfall eliminiert, das von der Unterseite der Bahn Druckfarbe auf das Rotationskörpergebilde
übertragen werden kann.
[0007] Ein erfindungsgemäßer FanOut-Kompensator umfasst ein Rotationskörpergebilde, das
entlang seiner Längsachse nebeneinander alternierend Fußabschnitte und Kopfabschnitte
aufweist, die eine wellenförmige Oberfläche bilden, um die zu bedruckende Bahn quer
zu der Bahnförderrichtung wellenförmig zu verformen. Die Fußabschnitte bilden die
Wellentäler und die Kopfabschnitte die Wellenberge eines Wellenprofils. In dem Rotationskörpergebilde
sind Fluidkanäle gebildet, die an der Oberfläche des Rotationskörpergebildes münden.
Das Rotationskörpergebilde weist ferner wenigstens einen mit den Fluidkanälen verbundenen
Fluidanschluss auf, über den die Fluidkanäle mit einem Druckfluid versorgt werden
können. Das über den Fluidanschluss in die Fluidkanäle eingeleitete Druckfluid wird
von den Fluidkanälen an die wellenförmige Oberfläche des Rotationskörpergebildes geführt
und tritt an den Mündungsstellen an der Oberfläche unter Druck aus, so dass sich zwischen
der Oberfläche und der Unterseite der Bahn ein Fluidpolster in Form des genannten
Fluidspalts bildet.
[0008] Das Druckfluid ist vorzugsweise ein unter Druck stehendes Gas. Druckluft wird besonders
bevorzugt.
[0009] Die Mündungsstellen der Fluidkanäle können über die Oberfläche des Rotationskörpers
gleichmäßig in axialer Richtung und gleichmäßig in Umfangsrichtung verteilt angeordnet
sein. Die Dichte der Mündungsstellen pro Flächeneinheit der Oberfläche kann jedoch
bei vorzugsweise gleichmäßiger Verteilung in Umfangsrichtung in axialer Richtung periodisch
mit der Periode der Kopf- und Fußabschnitte variieren. So kann die Flächendichte der
Mündungsstellen in den von den Kopfabschnitten gebildeten Oberflächenabschnitten dichter
sein als in den von den Fußabschnitten gebildeten Oberflächenabschnitten, um Axialströmungen
aus den Kopfabschnitten in die Fußabschnitte zu kompensieren.
[0010] Die Fluidkanäle können als Bohrungen gebildet sein und sich von ihren Mündungsstellen
an der Oberfläche durch die Kopfabschnitte und/oder Fußabschnitte des Rotationskörpergebildes
hindurch nach radial einwärts bis in einen oder gegebenenfalls mehrere Hohlräume erstrecken,
durch den oder die sie mit einer Fluidquelle verbunden oder verbindbar sind. Solche
Bohrungen können insbesondere gerade und unverzweigt gebildet sein. Bohrungen können
im unmittelbaren Wortsinn gebohrt oder aber durch eine andere Art der Bearbeitung,
beispielsweise mittels Laser, erhalten werden.
[0011] Jeder der Fluidkanäle kann von jedem der anderen Fluidkanäle getrennt sein und jeweils
eine einzige Mündungsstelle bilden. Die Fluidkanäle oder ein Teil der Fluidkanäle
kann sich jedoch auch zur Oberfläche des Rotationskörpergebildes hin verzweigen und
dort je mehrere Mündungsstellen bilden. Es können auch zwischen den Fluidkanälen Querverbindungen
bestehen.
[0012] Es entspricht auch einer bevorzugten Ausrührungsform, die Kopfabschnitte und/oder
die Fußabschnitte des Rotationskörpergebildes mit einer für die Fluidleitung ausreichenden
Porosität auszustatten, um die Fluidkanäle zu erhalten. Die Porosität ist vorzugsweise
eine offene Porosität, so dass die miteinander verbundenen Poren des porösen Materials
die Fluidkanäle bilden. Für die Ausbildung poröser Kopfabschnitte und/oder Fußabschnitte
eignet sich insbesondere die Urformung durch Formpressen eines Pulvers, vorzugsweise
eines Metallpulvers, mit anschließender oder gleichzeitiger Sinterung des Presslings.
Falls die Fußabschnitte und/oder die Kopfabschnitte Fluidkanäle durch Materialporosität
bilden, können nachträglich auch noch Bohrungen eingearbeitet werden, so dass die
Fluidkanäle in ihrer Gesamtheit zu einem Teil Porenkanäle und zu einem weiteren Teil
Bohrungen sind.
[0013] Die Kopfabschnitte und Fußabschnitte können separat gebildet und alternierend entlang
der Längsachse nebeneinander angeordnet sein. So können die Kopfabschnitte und die
Fußabschnitte beispielsweise von Rollen gebildet werden, die um die Längsachse drehgelagert
sind. Es können auch die Kopfabschnitte um eine gemeinsame Längsachse und die Fußabschnitte
ebenfalls um eine gemeinsame, andere Längsachse drehgelagert sein, wobei die beiden
Längsachsen ihrerseits für eine Verstellung des Wellenprofils des Rotationskörpergebildes
relativ zueinander parallel verlagerbar sind, wie dies insbesondere in der EP 1 101
721 A1 beschrieben ist. Die Kopfabschnitte und die Fußabschnitte wären in solcher
Ausbildung um eine einzige, gemeinsame Hohlachse oder um zwei zueinander parallele
Hohlachsen drehbar gelagert, durch die das Fluid zugerührt werden kann.
[0014] Nicht zuletzt aufgrund der Erfindung kann auf eine Drehlagerung der Kopf- und Fußabschnitte
jedoch bei solchen Rotationskörpergebilden gänzlich verzichtet werden, deren auf die
Bahn wirkendes Wellenprofil nicht veränderbar ist. Insbesondere ist es nicht erforderlich,
dass das Rotationskörpergebilde frei drehbar ist. Das Rotationskörpergebilde muss
insbesondere nicht der Bahngeschwindigkeit folgen.
[0015] Eine Drehlagerung des Rotationskörpergebildes ist dennoch von Vorteil, um nämlich
das von der Oberfläche des Rotationskörpergebildes gebildete Wellenprofil verstellen
zu können. Eine Drehbewegung des Rotationskörpergebildes findet in besonders bevorzugter
Ausrührung jedoch nur zum Zwecke der Verstellung statt, während das Rotationskörpergebilde
dann im optimal eingestellten Zustand stillsteht, d.h. nicht um seine Längsachse dreht.
Soweit bei einem verstellbaren Rotationskörpergebilde im Folgenden die Längsachse
als Drehachse bezeichnet wird, so kann dies zwar grundsätzlich auch ein um die Drehachse
frei drehbar gelagertes Rotationskörpergebilde bezeichnen, in erster Linie ist jedoch
ein Rotationskörpergebilde gemeint, das nur zum Zwecke der Verstellung des von ihm
gebildeten Oberflächenprofils um seine Drehachse verdreht wird.
[0016] In einer ersten Ausführungsform ist das Rotationskörpergebilde ein einstückiger Rotationskörper
mit einer entlang der Längsachse rotationssymmetrischen Oberfläche. Das Wellenprofil
dieses Rotationskörpers ist nicht veränderbar. Dieser Rotationskörper kann zwar um
seine Längsachse frei drehbar gelagert sein, vorzugsweise ist er jedoch nicht drehbar
in einem Gestell der Druckmaschine gelagert. Die Bezeichnung
"Rotationskörper" ist im Falle der nicht drehbaren Lagerung auf die vorzugsweise runde,
besonders bevorzugt um die Längsachse rotationssymmetrische Oberfläche des Rotationskörpers
bezogen.
[0017] In einer bevorzugten zweiten Ausführungsform ist ein Rotationskörper, der die radial
vorstehenden Kopfabschnitte und die radial zurückstehenden Fußabschnitte alternierend
entlang der Längsachse nebeneinander ebenfalls in einem Stück bildet, um die Längsachse
drehbar gelagert, um das von den Kopf- und Fußabschnitten gebildete Wellenprofil verändern
zu können. In der zweiten Ausführungsform sind die Merkmale der Einstückigkeit und
Verstellbarkeit zusammengerührt, indem die zwischen den Kopfabschnitten und den Fußabschnitten
bestehenden radialen Höhendifferenzen von minimalen Werten, die sie entlang einer
zu der Drehachse parallel versetzten ersten Gerade aufweisen, in Umfangsrichtung um
die Drehachse bis zu Maximalwerten zunehmen. Die Maximalwerte weisen die radialen
Höhendifferenzen entlang einer zu der Drehachse parallel versetzten zweiten Geraden
auf. Die erste Gerade und die zweite Gerade sind vorzugsweise Tangenten an sämtliche
Kopfabschnitte, falls nämlich alle Kopfabschnitte in Bezug auf die Drehachse die gleiche
radiale Höhe haben. Ist dies nicht der Fall, so sind die beiden Geraden jeweils die
Tangente an den am weitesten vorstehenden Kopfabschnitt oder die Gruppe der am weitesten
vorstehenden Kopfabschnitte. Für die Verstellung des Rotationskörpers genügt eine
Drehbewegung um die für den gesamten Rotationskörper einheitliche Drehachse.
[0018] Auch ein Rotationskörper nach der zweiten Ausführungsform ist in der Druckmaschine
einfach montierbar und kann in gleicher Weise wie andere Rotationskörper der Druckmaschine,
beispielsweise Umlenkwalzen, drehgelagert sein.
[0019] Obgleich in der ersten und der zweiten Ausführungsform vorzugsweise ein einziger,
einstückiger Rotationskörper das gesamte Rotationskörpergebilde des FanOut-Kompensators
bildet, soll nicht ausgeschlossen sein, dass einige wenige solcher Rotationskörper,
beispielsweise zwei oder drei Rotationskörper oder auch drehsteif verbundene Kopf-
und Fußabschnitte, entlang einer gemeinsamen Längsachse, die in der zweiten Ausführungsform
mit der Drehachse zusammenfällt, nebeneinander angeordnet sind.
[0020] Die auf die Bahn wirkende Oberfläche des Rotationskörpergebildes ist in Umfangsrichtung
vorzugsweise überall gerundet. Hierzu kann die Oberfläche entlang der Längsachse des
Rotationskörpergebildes insbesondere überall einen Kreis bilden. Vorzugsweise sind
die von den Kopfabschnitten gebildeten Oberflächenabschnitte rund in Bezug auf die
Längsachse nach radial außen gewölbt und die von den Fußabschnitten gebildeten Oberflächenabschnitte
rund in Bezug auf die Längsachse nach radial innen gewölbt. Dies gilt vorzugsweise
überall über den Umfang des Rotationskörperbildes. Ferner sollten die Kopf- und Fußabschnitte
an der Oberfläche weich ineinander übergehen, d.h. an den Übergangsstellen in Axialrichtung
stetig differenzierbar sein, indem sie tangential ineinander übergehen.
[0021] An einer aufgrund ihrer einfachen Herstellbarkeit ebenfalls bevorzugten Ausführung
entspricht es, dass die von Kopfabschnitten gebildeten Oberflächenabschnitte in Axialrichtung
über einen Teil ihrer Länge oder über ihre gesamte Länge gerade sind. Die Übergangsstellen
zwischen den von den Fußabschnitten und den Kopfabschnitten gebildeten Oberflächenabschnitten
sollten jedoch auch in dieser Ausführung über den Umfang des Rotationskörpers überall
weich ineinander übergehen.
[0022] Ein Rotationskörpergebilde aus Kopfabschnitten und Fußabschnitten, die relativ zueinander
nicht verdrehbar sind und in bevorzugten Ausführungsformen alle oder zu einem Teil
von einem oder einigen wenigen Rotationskörpern in einem Stück gebildet werden, erleichtert
die Versorgung der Oberfläche mit dem Druckfluid erheblich. Während bei einzeln drehgelagerten
Kopf- und Fußabschnitten für jeden dieser Kopfund Fußabschnitte ein eigener Fluiddrehanschluss
geschaffen werden muss, genügt für die relativ zueinander nicht verdrehbaren Kopf-
und Fußabschnitte ein gemeinsamer Anschluss. Solch ein Anschluss wird vorzugsweise
von einer Hohlachse geschaffen, auf der die relativ zueinander nicht verdrehbaren
Kopf- und Fußabschnitte gelagert sind.
[0023] Im Falle eines nicht verstellbaren Rotationskörpergebildes können die Kopf- und Fußabschnitte
je separat gebildet und auf der Hohlachse nicht verdrehbar befestigt sein. Vorzugsweise
sind in diesem Fall die Kopf- und Fußabschnitte jedoch in einem Rotationskörper in
einem Stück gebildet, der im Inneren einen Hohlraum, beispielsweise eine zentrale
Bohrung, in einer ausreichenden Länge aufweist, um die gesamte wirksame Oberfläche
des Rotationskörpers mit dem Fluid zu versorgen. In der besonders bevorzugten zweiten
Ausführungsform, in der das auf die Bahn wirkende Wellenprofil des Rotationskörpergebildes
veränderbar ist, kann ein Rotationskörper, der sämtliche oder einen Teil der Kopf-
und Fußabschnitte in einem Stück bildet, auf der Hohlachse drehbar gelagert sein.
Die Hohlachse kann alternativ durch eine Hohlwelle ersetzt werden, d.h. der Rotationskörper
bildet selbst den oder die beiden Lagerzapfen für seine Drehlagerung. Die Drehlagerung
des Rotationskörpers auf einer Hohlachse, die in dem Gestell der Druckmaschine selbst
nicht drehbar montiert ist, wird jedoch bevorzugt. Ein Vorteil der Drehlagerung auf
einer Hohlachse ist, dass hierdurch eine Fluidzufuhr auf einfachere Weise auf den
in Umfangsrichtung bezogenen Teil der wellenförmigen Oberfläche beschränkt werden
kann, der auf die Bahn wirkt.
[0024] Soweit durch die Unteransprüche weitere Merkmale oder vorstehend beschriebene Merkmale
auch in anderen Zusammenhängen offenbart werden, wird auf die Unteransprüche verwiesen.
[0025] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. An den
Ausführungsbeispielen offenbar werdende Merkmale bilden je einzeln und in jeder Merkmalskombination
die Gegenstände der Ansprüche vorteilhaft weiter. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Druckturm mit einem Rotationskörper nach der Erfindung,
- Fig. 2
- den Rotationskörper in einer ersten Ausführung in einer ersten Drehwinkelposition
in einem Querschnitt,
- Fig. 3
- den Rotationskörper in einer zweiten Drehwinkelposition in einem Querschnitt,
- Fig. 4
- den Rotationskörper in einer Längsansicht und teilweisem Längsschnitt und in einem
Querschnitt,
- Fig. 5
- den Rotationskörper in einem weiteren Querschnitt,
- Fig. 6
- einen Ausgangskörper, aus dem durch eine materialabnehmende Bearbeitung ein Rotationskörper
in einer zweiten Ausführung gebildet wird,
- Fig. 7-14
- den Rotationskörper der zweiten Ausführung in unterschiedlichen Drehwinkellagen, und
- Fig. 15
- einen Rotationskörper in einer dritten, vereinfachten Ausführung in einer Längsansicht
und teilweisem Längsschnitt.
[0026] Fig. 1 zeigt einen Achterturm mit vier Druckwerken. Die vier Druckwerke sind in dem
Druckturm übereinander zu zwei H-Brücken angeordnet. Jedes der Druckwerke umfasst
zwei Gummituchzylinder und zwei Plattenzylinder, d.h. je ein Plattenzylinder für einen
der Gummituchzylinder. Die Gummituchzylinder bilden zwischen sich Druckspalte 1 bis
4, durch die eine Bahn W gefördert und von den andrückenden Gummituchzylindern beidseitig
bedruckt wird. Vor dem in Förderrichtung ersten Druckwerk ist eine Einlaufwalze und
hinter dem in Förderrichtung letzten Druckwerk ist eine Auslaufwalze in bekannter
Weise angeordnet, die als Zugwalzen ausgebildet sein können, um eine bestimmte Bahnspannung
einzustellen.
[0027] Die Bahn W wird im Nassoffset bedruckt. Hierbei nimmt die Bahn W Feuchtigkeit auf
und quillt. Ohne Korrekturmaßnahmen würde die quer zur Förderrichtung der Bahn W gemessene
Bahnbreite von Druckspalt zu Druckspalt zunehmen, und es würden die in den Druckspalten
1 bis 4 hintereinander aufgedruckten Druckbilder in Querrichtung der Bahn nicht aufeinanderpassen,
d.h. es entstünden Passerfehler in Querrichtung. Dieses Phänomen ist als "Fanout"
bekannt. Der Breitenzuwachs wäre zwischen den beiden H-Brücken, d.h. zwischen den
Druckspalten 2 und 3, am größten, da dort der Weg von Spalt zu Spalt länger als zwischen
zwei Druckspalten einer Brücke ist.
[0028] Um Passerfehler in Querrichtung zu verhindern oder zumindest zu verringern, wird
die Bahnbreite auf dem Weg der Bahn W von dem Druckspalt 2 zu dem in der dargestellten
Druckproduktion unmittelbar folgenden Druckspalt 3 verringert. Zu diesem Zweck ist
zwischen den Druckspalten 2 und 3 ein Fanout-Kompensator angeordnet. Der Fanout-Kompensator
umfasst einen Rotationskörper 6, der gleichzeitig auch als Umlenkwalze verwendet werden
kann. Der Rotationskörper 6 ist unmittelbar vor dem Druckspalt 3 angeordnet und erfüllt
in dieser Anordnung gleichzeitig auch die Funktion der Geradführung für die Bahn W,
so dass die Bahn W umschlingungsfrei in den Druckspalt 3 einläuft.
[0029] In Fig. 1 is auch eine alternative Druckposition angedeutet, in der die Bahn W lediglich
durch die beiden unteren Druckspalte 1 und 2 geführt wird, während eine andere Bahn
W' über den Rotationskörper 6 geführt und nach Umlenkung in den nächstfolgenden Druckspalt
3 gerade einläuft.
[0030] Der Rotationskörper 6 ist walzenförmig, weist jedoch im Unterschied zu einer einfachen,
glatten Walze eine in Längsrichtung gewellte Oberfläche auf. Umschlingung und Bahnspannung
sorgen dafür, dass die Bahn entsprechend dem Oberflächenwellenmuster des Rotationskörpers
6 verformt und dadurch die Bahnbreite verringert wird. Für die Umschlingung des Rotationskörpers
6 sorgt eine Umlenkwalze 5, über die die Bahn W unter einem Winkel zu der geraden
Verbindungslinie zwischen dem Rotationskörper 6 und dem nächstfolgenden Druckspalt
3 zu dem Rotationskörper 6 geführt wird. In der alternativen Druckproduktion, in der
die Bahn W' bereits winkelig zu dieser geraden Verbindungslinie einläuft und der Rotationskörper
6 in Doppelfunktion auch als Umlenkwalze dient, sind zusätzliche Umlenkmittel nicht
erforderlich.
[0031] In den Figuren 2 und 3 ist der Rotationskörper 6 in einem ersten Ausführungsbeispiel
je im gleichen Querschnitt, allerdings in zwei extremen Drehwinkelpositionen dargestellt.
Fig. 4 zeigt den Rotationskörper in einer Längsansicht und teilweise im Längsschnitt.
[0032] Der Rotationskörper 6 ist um eine Längsachse D drehbar in einem Gestell der Druckmaschine
gelagert. Die Längsachse D wird im folgenden daher als. Drehachse bezeichnet. Der
Rotationskörper 6 ist in einem Stück in einem Verfahren der Urformung oder Umformung,
beispielsweise Schmieden im Gesenk, geformt und an der Oberfläche feinbearbeitet,
vorzugsweise nur gleichmäßig glatt gearbeitet. Der Rotationskörper 6 im Ganzen in
Bezug auf die Drehachse D nicht rotationssymmetrisch.
[0033] Wie aus der Zusammenschau der Figuren 2 bis 4 zu erkennen ist, bildet die Oberfläche
des Rotationskörpers 6 bei einem einzigen Wert eines um die Drehachse D laufenden
Drehwinkels eine zu der Drehachse D parallele Gerade T
1. In allen anderen Drehwinkeln hat die Oberfläche Wellenform mit einer in Axialrichtung
regelmäßig gerundeten, sinusartigen Wellenkontur. Die Axialabschnitte des Rotationskörpers
6, die die Wellentäler bilden, werden im folgenden als Fußabschnitte 7 und die Axialabschnitte,
die die Wellenberge bilden, werden im folgenden als Kopfabschnitte 8 bezeichnet. Von
der Gerade T
1 ausgehend vergrößert sich die radiale Höhendifferenz H
D der Wellenkontur in Umfangsrichtigung um die Drehachse D kontinuierlich in beide
Drehrichtungen bis zu einer zweiten Gerade T
2. Die Geraden T
1 und T
2 liegen einander in Bezug auf die Drehachse D diametral gegenüber, d.h. die Geraden
T
1 und T
2 erstrecken sich in einer Ebene mit der Drehachse D. Die radiale Höhendifferenz H
D ist die Amplitude der Wellenkontur. Entlang der zweiten Geraden T
2 betragen die radialen Höhendifferenzen H
D 4 mm. Diese maximalen Höhendifferenzen, die im Ausführungsbeispiel gleich sind, sollten
wenigstens 2 und höchstens 10 mm betragen.
[0034] Die Geraden T
1und T
2 sind Tangenten an die Kopfabschnitte 8, d.h. sie berühren die Kopfabschnitte 8 gerade
in ihren Scheiteln. Sie entstammen einem die Kopfabschnitte 8 umhüllenden, geraden
Hüllzylinder. Wird die Tangente T
1 auf der Oberfläche des Hüllzylinders parallel verschoben, so wächst die Höhendifferenz
H
D, die radial auf die Drehachse D zwischen den Scheiteln der Fußabschnitte 7 und den
Scheiteln der Kopfabschnitte 8 gemessen wird, kontinuierlich bis die Tangente T
2 erreicht ist.
[0035] Eingezeichnet ist in den Figuren 2 bis 4 ferner eine Kreiszylindermantelfläche N,
hinter der die Fußabschnitte 7 radial zurückstehen und über die die Kopfabschnitte
8 radial vorstehen. Die Zylinderfläche N teilt das Oberflächenprofil in jedem Längsschnitt
in die Fußabschnitte 7 und die Kopfabschnitte 8.
[0036] Die Fußabschnitte 7 bilden Oberflächenabschnitte 9, und die Kopfabschnitte 8 bilden
Oberflächenabschnitte 10. Die Oberflächenabschnitte 9 und 10 sind in Axialrichtung
und in Umfangsrichtung gerundet, vorzugsweise überall kontinuierlich gekrümmt. Sie
laufen in der Zylinderfläche N tangential ineinander, so dass in Axialrichtung überall
eine gleichmäßige Wellenform mit kontinuierlichen, d.h. stetig differenzierbaren Übergängen
zwischen den Oberflächenabschnitten 9 und 10 erhalten wird.
[0037] Die Oberfläche des Rotationskörpers 6 bildet überall entlang der Drehachse D im Querschnitt
einen Kreis. In Fig. 3 ist der Kreisradius in den Scheiteln der Fußabschnitte 7 mit
r
3 und in den Scheiteln der Kopfabschnitte 8 mit r
4 bezeichnet. Die mit L
7 und L
8 bezeichneten Mittelachsen dieser Scheitelkreise sind zu der Drehachse D exzentrisch
je mit der Exzentrizität "e". Die Mittelachsen L
7 und L
8 erstrecken sich in der gleichen Ebene wie die Drehachse D. Die Mittelachsen der Querschnittskreise
der Fußabschnitte 7 und auch die Mittelachsen der Querschnittskreise der Kopfabschnitte
8 wandern bei Annäherung an die neutrale Zylinderfläche N allmählich in Richtung auf
die Drehachse D zu und fallen an den Übergangsstellen auf der neutralen Zylinderfläche
N mit der Drehachse D zusammen.
[0038] In Bezug auf die neutrale Zylinderfläche N und die radiale Höhendifferenz H
D ist noch anzumerken, dass entlang jeder zu der Drehachse D parallelen Gerade der
neutralen Zylinderfläche N die von den Oberflächenabschnitten 8 gebildeten Bögen genauso
lang sind wie die von den Oberflächenabschnitten 10 gebildeten Bögen. Besonders bevorzugt
sind diese Bögen der Oberflächenabschnitte 8 und 9 gleich, wenn man die Bögen der
Oberflächenabschnitte 8 auf die Seite der jeweiligen Gerade der Zylinderfläche N klappt,
an der die Bögen der Oberflächenabschnitte 10 verlaufen. Im Ausführungsbeispiel ist
dies der Fall. Die Tangente T
1, entlang der die radiale Höhendifferenz H
D den Wert "0" hat, erstreckt sich in der neutralen Zylindermantelfläche N. Im Ergebnis
ändert sich ein mittlerer Bahnweg nicht, wenn der Rotationskörper 6 um die ortsfeste
Drehachse D eine Verstelldrehbewegung ausführt, beispielsweise aus der in Fig. 2 gezeigten
Drehwinkelposition minimaler Welligkeit in die in Fig. 3 gezeigte Drehwinkelposition
maximaler Welligkeit. Der mittlere Weg der Bahn W verläuft in jeder Drehwinkelposition
des Rotationskörpers 6 auf der neutralen Zylinderfläche N, die aus diesem Grunde als
"neutral" bezeichnet wird.
[0039] Der Rotationskörper 6 ist ein Hohlkörper mit einer sich über seine gesamte Länge
erstreckenden, zentralen, kreiszylindrischen Bohrung 11. Durch die Bohrung erstreckt
sich eine an dem Maschinengestell nicht drehbar befestigte Hohlachse 12. Der Rotationskörper
6 ist auf der Hohlachse 12 um die Drehachse D drehbar gelagert. Die feste Lagerung
der Hohlachse 12 ist in Fig. 4 mit 16 bezeichnet. Die Verstelldrehbewegung des Rotationskörpers
6 relativ zu der Hohlachse 12 wird motorisch mittels eines Elektromotors 17 bewirkt,
der über ein untersetzendes Zahnradgetriebe 18 den Rotationskörper 6 drehantreibt.
Der Motor 17 ist das Stellglied einer Steuerung 19, die das Stellglied 17 für die
Verstellung des Rotationskörpers 6 steuert, beispielsweise wie in der EP 1 101 721
A1 beschrieben, die diesbezüglich in Bezug genommen wird.
[0040] Der Rotationskörper 6 wird lediglich zum Zwecke der Verstellung, d.h. zur Veränderung
seiner auf die Bahn W wirkenden Oberflächenkontur, drehverstellt. Im Übrigen wird
er in der laufenden Druckproduktion über das Getriebe 18 von dem Stellglied 17 arretiert.
[0041] In der Hohlachse 12 ist durchgehend eine zentrale, axiale Bohrung 13 gebildet, die
dazu dient, dem Rotationskörper 6 Druckluft zuzuführen. Ferner weist die Hohlachse
eine Längsöffnung 14 auf. Der Rotationskörper 6 ist mit Fluidkanälen 15 versehen,
die sich radial durch den Ringmantel des Rotationskörpers 6 erstrecken. Jeder der
Fluidkanäle 15 ist als gerade Durchgangsbohrung gebildet, die sich bis in den von
der Bohrung 11 gebildeten inneren Hohlraum erstreckt und an der Mantelaußenfläche
des Rotationskörpers 6, d.h. an dessen Oberfläche, mündet. Die Fluidkanäle 15 sind
in Umfangsrichtung um die Drehachse D des Rotationskörpers 6 gleichmäßig verteilt
angeordnet. Sie können beispielsweise mit Hilfe eines Lasers in den Ringmantel des
Rotationskörpers 6 eingearbeitet werden. Die Fluidkanäle 15 sind auch entlang der
Drehachse D gleichmäßig verteilt angeordnet.
[0042] Die Fluidkanäle 15 sind über die Hohlachse 12 mit einer Druckluftquelle verbunden.
Die Druckluft wird in die Bohrung 13 der Hohlachse 12 eingeleitet und gelangt über
die Längsöffnung 14 in die Bohrung 11 und die Fluidkanäle 15. Die Längsöffnung 14
erstreckt sich über eine Länge, die ausreicht, die Fluidkanäle 15 über die gesamte
axiale Länge der Wellenkontur gleichmäßig mit der Druckluft zu versorgen. Die Längsöffnung
14 ist von der Bohrung 13 aus zur Mantelaußenfläche der Hohlachse 12 verbreitert und
überdeckt in Umfangsrichtung mehrere der Fluidkanäle 15. Sie öffnet und verbreitet
sich in Richtung zu der Unterseite der umschlingenden Bahn W. Die Druckluft gelangt
somit durch die Bohrung 13 und die Längsöffnung 14 unmittelbar radial unter die Fluidkanäle
15, die von der Bahn W überdeckt werden. Ein zwischen der Hohlachse 12 und der Mantelinnenfläche
des Rotationskörpers 6 gebildeter Ringspalt bildet vorzugsweise einen Dichtspalt,
um Druckluft-Leckverluste möglichst gering zu halten.
[0043] In Fig. 2 sind aufgrund der gewählten Querschnittsebene Fluidkanäle 15 nur in dem
Fußabschnitt 7 des betreffenden Querschnitts gezeichnet. Selbstverständlich sind Fluidkanäle
15 insbesondere in den Kopfabschnitten 8 gebildet, wie dies in dem Querschnitt durch
den Scheitel eines Kopfabschnitts 8 in Fig. 5 zu erkennen ist.
[0044] Die Figuren 7 bis 14 zeigen je einen Rotationskörper 6 eines zweiten Ausführungsbeispiels,
der durch Zerspanen aus einem um seine Längsachse rotationssymmetrischen Ausgangskörper
6', den Figur 6 zeigt, erhalten wurde. Die Figuren 7 bis 14 zeigen je eine Ansicht
einer Stirnseite dieses Rotationskörpers 6 und eine Ansicht auf seine Längsseite.
Von Figur 7 ausgehend zeigen die Figuren den Rotationskörper 6 in einer Abfolge von
Drehwinkellagen, in der der Rotationskörper 6 je in einem Schritt von 30° aus der
in Figur 7 gezeigten ersten Lage zu der in Figur 14 gezeigten Lage um 180° gedreht
wird. In den Figuren 10 und 11 ist die Drehwinkellage jedoch die gleiche.
[0045] Fig. 6 zeigt einen in Bezug auf die Drehachse D rotationssymmetrischen Ausgangskörper
6', aus dem der verstellbare Rotationskörper 6 des zweiten Ausführungsbeispiels gefertigt
wurde. Der Ausgangskörper 6' weist entlang seiner Symmetrieachse S überall die gleiche,
regelmäßige Wellenkontur an seiner Oberfläche auf. Er kann beispielsweise durch Formpressen
und Sintern erhalten werden. Ebenso kann er aus einem kreiszylindrischen Gussstück
durch eine materialabnehmende Bearbeitung erhalten werden. Mittels einer spannenden
Bearbeitung kann der Ausgangskörper 6' dadurch erhalten werden, dass der zuvor glatte
Zylindergusskörper mit seiner Symmetrieachse S als Drehachse in eine Drehmaschine
eingespannt und ein Drehmeisel der Maschine entlang einer der Wellenkontur entsprechenden
Schablone axial verfahren wird und dadurch die Wellenform ausbildet.
[0046] Der so erhaltene Ausgangskörper 6' wird in einem anschließenden Arbeitsgang um eine
parallel zu der Symmetrieachse S versetzte Bearbeitungsachse B drehbar eingespannt.
Die Symmetrieachse S ist die Mittelachse L
7 durch die Scheitelkreise der Fußabschnitte 7, und die Bearbeitungsachse B ist die
Mittelachse L
8 durch die Scheitelkreise der Kopfabschnitte 8. Die Bearbeitungsachse B hat daher
gegenüber der Symmetrieachse S des Ausgangskörpers 6' die Exzentrizität "2e". Anschließend
wird der Ausgangskörper 6' um die Bearbeitungsachse B drehangetrieben. Gleichzeitig
wird der Drehmeisel entlang der Bearbeitungsachse B axial geradverfahren und auf die
Bearbeitungsachse B radial zu bewegt, so dass nach Einbringung der Bohrung 11 der
asymmetrische, verstellbare Rotationskörper 6 erhalten wird.
[0047] In Figur 6 ist für den Ausgangskörper 6' beispielhaft die Teilung seiner Wellenkontur
angegeben. Die Teilung ist der in Axialrichtung gemessene Abstand zwischen zwei nebeneinander
angeordneten Scheiteln der Kopfabschnitte 8 - und natürlich ebenso der axiale Abstand
zwischen zwei nebeneinander angeordneten Scheiteln der Fußabschnitte 7. Dieser Abstand
bzw. die Teilung beträgt ein Viertel der in Axialrichtung gemessenen Breite einer
in der aktuellen Druckproduktion benutzten Druckform. Die Wellenkontur des Rotationskörpers
6, der aus dem Ausgangskörper 6' erhalten wurde, beträgt selbstverständlich ebenfalls
ein Viertel der Druckformbreite.
[0048] Aufgrund des Herstellverfahrens ergibt sich die aus den Figuren 7 bis 14 ersichtliche
Wellenform des Rotationskörpers 6. Eine in Axialrichtung überall gleichmäßig runde
Wellenkontur weist der Rotationskörper 6 des zweiten Ausführungsbeispiels nur entlang
einer einzigen Geraden auf, entlang der die radialen Höhendifferenzen H
D ihre Maximalwerte aufweisen. Die Wellenkontur mit den maximalen Werten der radialen
Höhendifferenzen H
D ist in den Längsansichten der Figuren 7 und 14 erkennbar. Diametral gegenüber entsteht
eine einzige, exakte Gerade, an der demzufolge die Minimalwerte der radialen Höhendifferenzen
H
D wieder "Null" sind. Über den Umfang zwischen diesen beiden Geraden weisen die Wellenkonturen
in Axialrichtung in den Scheitelbereichen der Kopfabschnitte 8 gerade Plateaus auf,
wie sich aus den Figuren 8 bis 13 ohne weiteres erschließt. Die zwei in den Stirnansichten
der Figuren 7 bis 14 gezeichneten inneren Kreise sind zum einen der Scheitelkreis
der Fußabschnitte 7 und zum anderen der Scheitelkreis der Kopfabschnitte 8. Sämtliche
Querschnitte, die in Axialrichtung zwischen den Scheitelkreisen der Fußabschnitten
7 und den Scheitelkreisen der Kopfabschnitte 8 liegen, weichen von der Kreisform entsprechend
dem Herstellungsverfahren ab. Die Übergänge zwischen den geraden Plateaus der Kopfabschnitten
8 und den runden Fußabschnitten 7 sind vorzugsweise in Umfangsrichtung und Axialrichtung
rund gearbeitet durch Oberflächenfeinbearbeitung, beispielsweise durch Schleifen und
Polieren.
[0049] Die Fluidkanäle 15 können erst in den asymmetrischen Rotationskörper 6 eingearbeitet
worden sein. Sie können ferner nach Erhalt des Ausgangskörpers 6' in diesen eingearbeitet
sein, oder sie können schließlich alternativ auch bereits in den geradzylindrischen,
glatten Gusskörper eingearbeitet worden sein, falls der Ausgangskörper 6' aus beispielsweise
solch einem Körper erhalten wurde. Der Ausgangskörper 6' kann stattdessen beispielsweise
auch durch Pressen und Sintern erhalten worden sein und bereits aufgrund einer entsprechend
eingestellten Materialporosität die Fluidkanäle als Porenkanäle bilden.
[0050] Die Bildung eines Fluidpolsters zwischen der Bahn und der Oberfläche des Rotationskörpers
ist bereits sehr vorteilhaft bei einem rotationssymmetrischen Rotationskörper, wie
er durch den Ausgangskörper 6' gebildet werden kann.
[0051] Figur 15 zeigt solch einen Rotationskörper, der zur Unterscheidung mit dem Bezugszeichen
60 bezeichnet ist.
[0052] Die Form und Anordnung der Fluidkanäle 15 in Längsrichtung und in Umfangsrichtung
des Rotationskörpers 60 sind die gleichen wie bei dem verstellbaren Rotationskörper
6. Der Rotationskörper 60 kann drehbar gelagert sein, um die Reibung mit der umschlingenden
Bahn zu verringern. Es ist jedoch auch völlig ausreichend und wird sogar bevorzugt,
wenn der Rotationskörper 60 nicht verdrehbar in dem Maschinengestell gelagert ist.
Die Symmetrie- und Längsachse ist deshalb nicht mit D, sondern zur Unterscheidung
von einer Drehachse mit L bezeichnet. Im Übrigen werden jedoch die gleichen Bezugszeichen,
wie bei dem verstellbaren Rotationskörper 6 verwendet.
[0053] Die Bildung eines Luftpolsters oder eines Polsters aus einem anderen Gas ist ferner
nicht nur vorteilhaft in Verbindung mit einem einstückigen Rotationskörper 6 oder
60, sondern auch bei einem Rotationskörpergebilde aus mehreren axial nebeneinander
angeordneten Rollen und grundsätzlich auch bei anderen Ausführungsformen von Rotationskörpern.
In Bezug auf solche weiteren Ausführungsformen, die verstellbar oder auch nicht verstellbar
sein können, aber die erfindungsgemäße Fluidbeaufschlagung der wellenförmigen Oberfläche
aufweisen, wird wieder auf die EP 1 101 721 A1 verwiesen, die auch diesbezüglich in
Bezug genommen wird. Allerdings müssten die dort beschriebenen Ausführungsformen aus
einstückigen Rotationskörpern oder mehrteiligen Rotationskörpergebilden im Mantel
des Rotationskörpers oder in den Mänteln der mehreren Rotationskörper eines Rotationskörpergebildes
mit Fluidkanälen und einem Fluidanschluss für die Fluidkanäle versehen sein.
1. FanOut-Kompensator für eine Druckmaschine, der ein Rotationskörpergebilde (6; 60)
umfasst, das entlang einer Längsachse (D; L) nebeneinander alternierend Fußabschnitte
(7) und Kopfabschnitte (8) aufweist, die eine wellenförmige Oberfläche (9, 10) bilden,
um eine zu bedruckende Bahn (W), die das Rotationskörpergebilde (6; 60) umschlingt,
quer zu einer Förderrichtung der Bahn (W) wellenförmig zu verformen,
dadurch gekennzeichnet, dass
in dem Rotationskörpergebilde (6; 60) Fluidkanäle (15) gebildet sind, die an der Oberfläche
(9, 10) des Rotationskörpergebildes (6; 60) münden,
und dass das Rotationskörpergebilde (6; 60) einen mit den Fluidkanälen (15) verbundenen
Fluidanschluss (13, 14; 11) aufweist, um ein Druckfluid zu den Fluidkanälen (15) und
durch die Fluidkanäle (15) an die Oberfläche (9, 10) des Rotationskörpergebildes (6;
60) zu führen.
2. FanOut-Kompensator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (6; 60) einen inneren Hohlraum (11) aufweist, in den die
Fluidkanäle (15) münden.
3. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche Fluidkanäle (15) oder ein Teil der Fluidkanäle Bohrungen sind.
4. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fluidkanäle durch Materialporosität gebildet werden.
5. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (6) auf einer Hohlachse (12) drehgelagert oder auf einer
Hohlwelle verdrehgesichert befestigt ist und die Hohlachse (12) oder Hohlwelle den
Fluidanschluss (13, 14) bildet, so dass das Fluid durch die Hohlachse (12) oder Hohlwelle
den Fluidkanälen (15) zuführbar ist.
6. FanOut-Kompensator nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Mantel der Hohlachse (12) oder Hohlwelle von einer Längsöffnung (14) durchbrochen
wird, die sich in radialer Richtung unmittelbar zu einem in Längsrichtung erstreckten,
von Fluidkanälen (15) in radialer Richtung durchzogenen, streifenförmigen Bereich
des Rotationskörpergebildes (6) öffnet.
7. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fußabschnitte (7) und die Kopfabschnitte (8) relativ zueinander um die Längsachse
(D; L) des Rotationskörpergebildes (6; 60) nicht verdrehbar sind.
8. FanOut-Kompensator nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (6; 60) die Fußabschnitte (7) und Kopfabschnitte (8) in
einem Stück bildet.
9. Rotationskörpergebilde nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfabschnitte (8) um radiale Höhendifferenzen (HD) über die Fußabschnitte (7) vorstehen und die radialen Höhendifferenzen (HD) von Minimalwerten, die sie entlang einer zu der Längsachse (D) parallel versetzten
ersten Gerade (T1) aufweisen, in Umfangsrichtung bis zu Maximalwerten, die sie entlang einer zu der
Längsachse (D) parallel versetzten zweiten Geraden (T2) aufweisen, zunehmen.
10. FanOut-Kompensator nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Minimalwerte gleich, vorzugsweise gleich "Null" sind.
11. FanOut-Kompensator nach einem der zwei vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Maximalwerte gleich sind.
12. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fußabschnitte (7) nach radial auswärts konkave Oberflächenabschnitte (9) bilden,
die in Axialrichtung vorzugsweise stetig differenzierbar sind.
13. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Kopfabschnitte (8) nach radial einwärts konkave Oberflächenabschnitte (10) bilden,
die in Axialrichtung vorzugsweise stetig differenzierbar sind.
14. Rotationskörper nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in Umfangsrichtung um die Längsachse (D) sich ändernden radialen Höhendifferenzen
(HD) in Umfangsrichtung um die Längsachse (L) stetig, vorzugsweise stetig differenzierbar,
sind.
15. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die in Umfangsrichtung um die Längsachse (D) sich ändernden radialen Höhendifferenzen
(HD) entlang von Tangenten (T1, T2, die die Kopfabschnitte (8) berühren und zu der Längsachse (D) parallel sind, gleich
sind.
16. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fußabschnitte (7) und die Kopfabschnitte (8) Oberflächenabschnitte (9, 10) bilden,
die an einer neutralen Kreiszylindermantelfläche (N) aneinanderstoßen, und dass die
Längsachse (D; L) des Rotationskörpergebildes (6; 60) eine Mittellängsachse der neutralen
Kreiszylindermantelfläche (N) ist.
17. FanOut-Kompensator nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Fußabschnitte (7) radial unter der neutralen Kreiszylindermantelfläche (N) und
die Kopfabschnitte (8) radial über der neutralen Kreiszylindermantelfläche (N) in
Axialrichtung Bögen einer Oberflächen-Wellenkontur des Rotationskörpergebildes (6;
60) bilden und dass in jedem die Längsachse (D; L) einschließenden Axialschnitt des
Rotationskörpergebildes (6) die von den Fußabschnitten (7) gebildeten Bögen die gleiche
Form haben wie die von den Kopfabschnitten (8) gebildeten Bögen, wenn die von den
Fußabschnitten (7) gebildeten Bögen auf die Seite der von den Kopfabschnitten (8)
gebildeten Bögen geklappt werden.
18. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (6; 60) in einer Druckmaschine zwischen einem vorgeordneten
Druckspalt (2) und einem nachgeordneten Druckspalt (3), in denen die in einer Druckproduktion
durchlaufende Bahn (W) hintereinander bedruckt wird, zu einer Seite der Bahn (W) angeordnet
ist und von der Bahn (W) umschlungen wird.
19. FanOut-Kompensator nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (6) für eine gesteuerte oder geregelte Verstelldrehbewegung
um seine Längsachse (D) mit einem Stellglied (17) einer Steuerungs- und Regelungseinrichtung
(17, 18, 19) verbunden ist.
20. FanOut-Kompensator nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (60) in einem Gestell einer Druckmaschine um seine Längsachse
(L) nicht verdrehbar befestigt ist.
21. FanOut-Kompensator nach dem vorhergehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass das Rotationskörpergebilde (60) in Bezug auf seine Längsachse (L) rotationssymmetrisch
ist.
22. Verfahren für eine Kompensation des FanOut in einer Druckmaschine, bei dem
a) die Bahn (W) in einem ersten Druckspalt (2) und anschließend in einem zweiten Druckspalt
(3) je mit Druckfarbe bedruckt und vorzugsweise mit Feuchtmittel befeuchtet wird,
b) und bei dem die Bahn (W) zwischen den Druckspalten (2, 3) ein Rotationskörpergebilde
(6; 60) umschlingt, das eine Oberfläche (9, 10) aufweist, die quer zu einer Förderrichtung
der Bahn (W) wellenförmig ist, so dass die Bahn (W) quer zu der Förderrichtung wellenförmig
verformt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass
c) die Bahn (W) bei der Umschlingung an ihrer dem Rotationskörpergebilde (6; 60) zugewandten
Unterseite mit einem Druckfluid beaufschlagt wird, das an der Oberfläche (9, 10) des
Rotationskörpergebildes (6; 60) austritt, so dass zwischen der wellenförmigen Oberfläche
(9, 10) des Rotationskörpergebildes (6; 60) und der Bahn (W) ein Fluidspalt erzeugt
und aufrechterhalten wird.