[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ablegen eines Spinnkabels gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens gemäß dem Oberbegriff
des Anspruch 7.
[0002] Ein gattungsgemäßes Verfahren sowie eine gattungsgemäße Vorrichtung sind beispielsweise
aus der EP 1 013 592 A1 bekannt.
[0003] Beim Schmelzspinnen von einzelnen oder mehreren Faserbündeln werden diese in Form
eines Spinnkabels zur Zwischenspeicherung in eine Kanne abgelegt, um das Spinnkabel
einer Weiterverarbeitung zuführen zu können Dabei ist es erforderlich, daß zwischen
der Spinnkabelzuführung und der Kanne eine Relativbewegung ausgeführt wird, um somit
eine gleichmäßige Befüllung der Kanne zu erhalten. Hierzu sind im Stand der Technik
grundsätzlich zwei verschiedene Varianten bekannt. Bei einer ersten Variante wird
die Kanne mittels einer Changiereinrichtung relativ zur Einlaufposition des Spinnkabels
bewegt. Derartige Verfahren und Vorrichtungen wie beispielsweise aus der EP 0 875
477 A2 bekannt, besitzen den Nachteil, daß die zu befüllende Kanne bewegt werden muß,
was insbesondere zum Ende der Befüllung einen erheblichen Kraftaufwand und dementsprechend
ausgelegte große Antriebe erfordert.
[0004] Bei einer zweiten Variante steht die Kanne während des Befüllens still. Dabei wird
das Spinnkabel bei Einlauf in die Kanne durch zusätzliche Mittel in Form eines Drehtellers
bewegt. Diese Variante ist aus der EP 1 013 592 A1, von der die Erfindung ausgeht,
bekannt.
[0005] Bei dem bekannten Verfahren und der bekannten Vorrichtung wird das Spinnkabel mittels
eines drehend angetriebenen Drehtellers rotierend bewegt. Der Drehteller ist exzentrisch
in einer drehbaren Lagerplatte gehalten, die der Drehtellerbewegung überlagern wird.
Dem Drehteller ist ein Fördermittel vorgeordnet, welches das Spinnkabel kontinuierlich
zu dem Drehteller führt. An dem Drehteller ist ein Führungsrohr gehalten, in welchem
das Spinnkabel geführt ist.
[0006] Das bekannte Verfahren und die bekannte Vorrichtung besitzt den wesentlichen Nachteil,
daß durch die Drehbewegung des Drehtellers und der Lagerplatte beim Ablegen des Spinnkabels
ein Drall in dem Spinnkabel erzeugt wird, welcher sich besonders bei dicken Spinnkabeln
nachteilig beim späteren Abziehen aus der Kanne auswirkt. Zudem wird durch zusätzliche
Führungsmittel die Förderung des Spinnkabels durch zusätzliche Umlenkungen in die
Kanne behindert, so daß nur geringe Fülldichten innerhalb der Kanne beim Ablegen des
Spinnkabels erreicht werden können.
[0007] Es ist nun Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren und eine Vorrichtung der eingangs
genannten Art derart weiterzubilden, daß bei einer stillstehenden Kanne das Spinnkabel
bei geradem Lauf drallfrei in die Kanne gefördert und mit gleichmäßiger Befüllungsdichte
in der Kanne abgelegt werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Verfahren mit den Merkmalen nach Anspruch
1 und durch eine Vorrichtung mit den Merkmalen nach Anspruch 7 gelöst. Weitere vorteilhafte
Weiterbildungen sind durch die Merkmale und Merkmalskombinationen der jeweiligen abhängigen
Ansprüche gegeben.
[0009] Die Erfindung besitzt den besonderen Vorteil, daß das Spinnkabel unmittelbar ohne
zusätzliche Führungsmittel in die Kanne gefördert und abgelegt wird. Hierzu wird die
Bewegung des Spinnkabels zum Ablegen in die Kanne durch oszillierende Bewegungen des
Fördermittels beim Fördern ausgeführt. Dadurch verändert sich die Förderrichtung ständig,
so daß die Einlaufposition des Spinnkabels in die Kanne durch die Förderrichtung bestimmt
ist. Hieraus ergeben sich zwei besondere Vorteile bei der Ablage des Spinnkabels.
Zum einen kann die durch das Fördermittel in das Spinnkabel eingebrachte Energie ungemindert
zur Erzeugung einer Befüllungsdichte genutzt werden. Andererseits wird durch die oszillierenden
Bewegungen die Laufeigenschaft des Spinnkabels nicht verändert. Das Spinnkabel wird
zum Ablegen unmittelbar durch das Fördermittel gelenkt, so daß ungewünschte Überlagerungseffekte
in dem Spinnkabel vermieden werden. Das Spinnkabel wird völlig drallfrei in die Kanne
abgelegt.
[0010] Um eine gleichmäßige Befüllung der Kanne zu erhalten, wird das Spinnkabel bei einer
ersten vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung durch zwei überlagert stattfindende
oszillierende Bewegungen des Fördermittels geführt. Dabei sind die Bewegungsrichtungen
der beiden Bewegungen quer zueinander ausgerichtet, so daß jeder Bereich in der Kanne
gleichmäßig befüllt werden kann..
[0011] Die Bewegungen können grundsätzlich durch ein oszillierendes Verschwenken des Fördermittels
und oder durch eine oszillierende Linearbewegung des Fördermittels ausgeführt werden.
So läßt sich das Fördermittel vorteilhaft durch zwei überlagerte Schwenkbewegungen
oder durch zwei überlagerte Linearbewegungen oder durch eine Schwenkbewegung und eine
überlagerte Linearbewegung ausführen.
[0012] Die Bewegungen des Fördermittels werden gleichzeitig bevorzugt mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten ausgeführt. So wird zur Ablage des Spinnkabels bevorzugt eine Bewegung
des Fördermittels entsprechend einer Changierung schnell ausgeführt, so daß das Spinnkabel
in einer Längsrichtung hin und her verlegt wird, um die Kanne zu füllen. Die zweite
Bewegung wird dagegen langsam ausgeführt, um innerhalb der Kanne eine Lage des Spinnkabels
neben der anderen zu erzeugen.
[0013] Um Anpassungen an die Geometrie der Kanne sowie an der Beschaffenheit und der Größe
des Spinnkabels vornehmen zu können, wird gemäß einer besonders vorteilhaften Verfahrensvariante
die Geschwindigkeiten der Bewegung des Fördermittels unabhängig voneinander geändert
und eingestellt. Dabei besteht auch die Möglichkeit, den während der Bewegung ausgeführten
Auslenkungsweg zu ändern.
[0014] Zur Durchführung des Verfahrens ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung vorgesehen,
bei welcher der das Fördermittel tragende bewegliche Träger zumindest ein Antrieb
zugeordnet hat, so daß das Fördermittel in oszillierenden Bewegungen quer zur Förderrichtung
beim Fördern kontinuierlich geführt wird. Somit wird während des Förderns des Spinnkabels
die Förderrichtung ständig verändert, so daß das Spinnkabel eine sich stetig verändernde
Einlaufposition in die Kanne einnimmt. Der besondere Vorteil der erfindungsgemäßen
Vorrichtung liegt darin, daß das Spinnkabel ausschließlich durch das Fördermittel
in die stillstehende Kanne gefördert und geführt wird.
[0015] Eine besonders einfache und wirkungsvolle Möglichkeit, das Spinnkabel über den gesamten
Querschnitt einer Kanne gleichmäßig abzulegen, läßt sich durch die vorteilhafte Weiterbildung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung erreichen, bei welcher dem Fördermittel zwei bewegliche
Träger zugeordnet sind. Dabei werden die beweglichen Träger durch zwei unabhängig
voneinander steuerbare Antrieb zu jeweils einer oszillierenden Bewegung angetrieben,
wobei die Bewegungsrichtungen der Träger quer zueinander ausgerichtet sind.
[0016] Um die eigentliche Funktion des Fördermittels im wesentlichen ohne Einschränkung
ausführen zu können, wird bei einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante der
Träger durch eine Schwinge gebildet, die das Fördermittel trägt. Der Schwinge ist
ein Antrieb zugeordnet, um beispielsweise eine schnelle Schwenkbewegung zum Ablegen
des Spinnkabels auszuführen.
[0017] Die überlagerte zweite Bewegung des Fördermittels läßt sich dabei dadurch erreichen,
daß die Lagerung der Schwinge an einer zweiten Schwinge angebracht oder an einem Schlitten
gehalten ist. Dabei läßt sich die zweite Schwinge oder der Schlitten durch einen zugeordneten
Antrieb eine langsame Bewegung zur Führung der ersten Schwinge und damit zur Führung
des Fördermittels überlagert ausführen.
[0018] Um nach Befüllung einer Kanne einen möglichst schnellen Wechsel der Kannen vornehmen
zu können, ist ein Halter vorgesehen, welcher zumindest das Fördermittel und einen
Träger hält und welcher zwischen mehreren Ablagepositionen führbar ist. Damit läßt
sich das Fördermittel nach der Befüllung schnell zu einer anderen Ablageposition mit
einer leeren Kanne führen.
[0019] Zur gleichmäßigen und intensiven Förderung des Spinnkabels ist das Fördermittel bevorzugt
durch zwei angetriebene Haspelwalzen gebildet. Der Antrieb der Haspelwalzen erfolgt
dabei unabhängig von der durch die Träger eingeleiteten Positionsveränderungen der
Haspelwalzen.
[0020] Das erfindungsgemäße Verfahren sowie die erfindungsgemäße Vorrichtung sind insbesondere
zum Ablegen dicker Spinnkabel mit großen Spinntitern der Faserbündel von beispielsweise
>12.000 dtex geeignet, die insbesondere für die Weiterverarbeitung für Stapelfasern
genutzt wird. Hierzu ist die erfindungsgemäße Vorrichtung unmittelbar einer Spinneinrichtung
nachgeordnet, welche ein oder mehrere Faserbündel aus einer Polymerschmelze spinnt.
[0021] Das erfindungsgemäße Verfahren ist unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen
anhand einiger Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Vorrichtung nachfolgend
näher beschrieben.
[0022] Es stellen dar:
- Fig. 1
- schematisch ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung mit einer
vorgeordneten Spinneinrichtung
- Fig. 2
- schematische Ansichten des Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäße Vorrichtung nach
Fig. 1
- Fig. 3
- schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
- Fig. 4
- schematisch ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung
[0023] In Fig. 1 ist ein erstes Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Vorrichtung zur
Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens schematisch in einer Ansicht mit einer
vorgeordneten Spinneinrichtung dargestellt. Die erfindungsgemäße Vorrichtung ist in
Fig. 1 durch das Bezugszeichen 3 gekennzeichnet und nachfolgend als Ablegevorrichtung
bezeichnet. Der Ablegevorrichtung 3 ist eine Spinneinrichtung 1 und ein Abzugswerk
2 vorgeordnet. Die Ablegevorrichtung 3 umfaßt ein Fördermittel 11 und eine Kanne 4.
[0024] Die Spinneinrichtung 1 weist eine Spinndüse 6 auf, die ein Faserbündel 7 extrudiert,
Hierbei kann die Spinndüse 6 mehr als 80.000 Düsenbohrungen aufweisen. Unterhalb der
Spinndüse weist die Spinneinrichtung 1 üblicherweise Abkühleinrichtungen auf, die
zur Abkühlung des Faserbündels einen Kühlluftstrom erzeugen. Die Kühleinrichtung ist
in diesem Beispiel nicht dargestellt. Ebenso ist die Anzahl der Spinndüsen der Spinneinrichtung
1 beispielhaft. So können zwei, drei, vier, fünf oder noch mehr Spinndüsen parallel
nebeneinander angeordnet sein, die jeweils ein Faserbündel extrudieren. Um das Faserbündel
7 zu dem Spinnkabel 15 zusammenzuführen, können zwischen der Spinneinrichtung 1 und
dem Abzugswerk 2 mehrere Präparationseinrichtungen 8 angeordnet sein. Dabei wird auf
das Faserbündel und auf das Spinnkabel 15 ein Präparationsmittel aufgetragen. Bei
Verwendung mehrerer Spinndüsen können alle Faserbündel durch Präparationseinrichtung
bzw. Präparationswalzen zu einem Spinnkabel zusammengeführt werden.
[0025] Das Abzugswerk enthält mehrere angetriebene Abzugswalzen 9, die von dem Spinnkabel
15 teilumschlungen werden. Durch die Abzugswalzen 9 wird das Spinnkabel 15 von der
Spinndüse 6 abgezogen und zur Ablegevorrichtung 3 geführt.
[0026] Die Ablegevorrichtung 3 weist das Fördermittel 11 auf, das aus zwei zusammenwirkend
angetriebenen Haspelwalzen 13.1 und 13.2 gebildet ist. Das Fördermittel 11 ist oberhalb
der Kanne 4 in einem Halter 5 gerührt.
[0027] Zur Erläuterung der Ablegevorrichtung 3 wird neben der Fig. 1 auch Bezug genommen
auf die Fig. 2, die neben der in Fig. 1 schematisch dargestellten Vorderansicht eine
Seitenansicht der Ablegevorrichtung 3 ohne Kanne darstellt. Hierbei ist die Ablegevorrichtung
in Fig. 2.1 in einer nicht ausgelenkten Position des Fördermittels 11 und in Fig.
2.2 in einer ausgelenkten Position des Fördermittels 11 gezeigt. Die nachfolgende
Beschreibung gilt sowohl für Fig. 1 und Fig. 2 insoweit kein ausdrücklicher Bezug
zu einer der Figuren gemacht ist.
[0028] Das Fördermittel 11 ist an einer ersten Schwinge 12 gehalten. Die Schwinge 12 ist
über eine Schwenkachse 16 an einer zweiten Schwinge 14 drehbar gelagert. Der ersten
Schwinge 12 ist ein erster Antrieb 17 zugeordnet, durch welchen die erste Schwinge
12 oszillierend angetrieben wird, so daß das Fördermittel 11 eine in Fig. 1 gestrichelt
dargestellte Schwenkbewegung ausführt.
[0029] Die zweite Schwinge 14, trägt oberhalb der ersten Schwinge 12 eine Einlaufwalze 10,
durch welche das zugeführte Spinnkabel 15 umgelenkt und zu dem Fördermittel 11 geführt
wird. Die zweite Schwinge 14 ist schwenkbar an einem Lagerzapfen 18 gehalten, der
an dem Halter 5 angeordnet ist. Der zweiten Schwinge 14 ist ein zweiter Antrieb 19
zugeordnet, durch welchen die zweite Schwinge 14 in eine quer zur Schwenkrichtung
der ersten Schwinge 12 ausgerichteten Bewegungsrichtung geführt wird. Die Antriebe
17 und 19 sind mit einer Steuereinrichtung 20 verbunden.
[0030] Der Halter 5 ist verfahrbar ausgebildet, um zwischen zwei Ablagepositionen für die
Spinngabel 15 zu wechseln. In Fig. 1 is die zweite Ablageposition des Spinnkabels
15 gestrichelt dargestellt.
[0031] Bei der in Fig. 1 dargestellten Anordnung wird durch die Spinneinrichtung 1 und das
Abzugswerk 2 ein Spinnkabel 15 zur Ablage in eine Kanne zur Verfügung gestellt. Dabei
wird das Spinnkabel 15 durch das Fördermittel in Richtung zur bereitgestellten Kanne
4 gefördert. Um eine gleichmäßige Befüllung der Kanne 4 zu erhalten, wird über die
Steuereinrichtung 20 der erste Antrieb 17 der ersten Schwinge 12 derart angesteuert,
daß eine kontinuierlich oszillierende Schwenkbewegung an der ersten Schwinge eintritt,
so daß das Fördermittel 11 in einer ersten Bewegungsrichtung hin- und hergeführt wird.
Dadurch ändert sich die Förderrichtung des Spinnkabels 15, das durch die gestrichelten
Pfeile in Fig. 1 gekennzeichnet ist.
[0032] Zur Ausführung einer quergerichteten Auslenkbewegung des Fördermittels 11 wird die
erste Schwinge 12 mittels der zweiten Schwinge 14 in ihrer Position verändert In Fig.
2.1 und 2.2 ist die Situation dargestellt, bei welcher die zweite Schwinge 14 durch
den zweiten Antrieb 19 verschwenkt wird. Die Schwenkbewegung der zweiten Schwinge
14 wird dabei mit einer langsameren Geschwindigkeit oszillierend ausgeführt, um eine
gleichmäßige Befüllung der Kanne 4 zu erreichen.
[0033] In jeder ausgelenkten Position des Fördermittels 11 wird das Spinnkabel 15 kontinuierlich
in die Kanne 4 gefördert. Somit wird jede der Einlaufpositionen innerhalb der Kanne
4 durch die sich ständig ändernde Förderrichtung bestimmt. Das Spinnkabel 15 tritt
somit ohne zusätzliche Umlenkung aus dem Fördermittel 11 direkt in die Kanne 4 ein.
Die Schwenkbewegung der ersten Schwinge 12 und die Schwenkbewegung der zweiten Schwinge
14 sind über die Antriebe 17 und 19 und der Steuereinrichtung 20 unabhängig voneinander
einstellbar. Bevorzugt werden die Schwenkbewegungen der Schwingen 12 und 14 mit unterschiedlichen
Geschwindigkeiten ausgeführt. Die Schwenkwinkel, welche die Schwingen 12 und 14 bei
den Bewegungen durchlaufen sind derart bemessen, daß das Spinnkabel 15 in jedem Bereich
der Kanne 4 abgelegt werden kann. Je nach Größe der Kanne 4 können die Schwenkwinkel
der Schwingen 12 und 14 eingestellt werden.
[0034] Sobald bei der in Fig. 1 dargestellten Situation die Kanne 4 mit dem Spinnkabel 15
gefüllt ist, erfolgt ein Wechsel der Ablegepositionen. Hierzu wird der Halter 5 in
eine zweite benachbarte Ablegeposition geführt und fixiert Das Spinnkabel wird dabei
mit Hilfseinrichtungen durchtrennt und in die neue leere Kanne 4 eingele0gt. Die volle
Kanne läßt sich somit auf einfache Art und Weise durch eine neue leere Kanne austauschen.
[0035] In Fig. 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
schematisch in einer Querschnittsansicht dargestellt. Das Ausführungsbeispiel in Fig.
3 zeigt die Ablegeeinrichtung, bei welchem das Fördermittel 11 an dem Halter 5 geführt
ist und die Kanne 4 unterhalb des Fördermittels 11 angeordnet ist. Die Funktion und
der Aufbau der Ablegevorrichtung ist im wesentlichen identisch zu dem vorhergehenden
Ausführungsbeispiel, so daß an dieser Stelle nur die Unterschiede aufgezeigt werden.
[0036] Das Fördermittel 11 wird auch hierbei durch zwei Haspelwalzen gebildet, die an der
Schwinge 12 schwenkbar gehalten sind. Die Schwinge 12 ist durch die Schwenkachse 16
an einem Schlitten 21 gehalten. Der Schlitten 21 ist über eine Linearführung 22 an
dem Halter 5 geführt. Dabei ist dem Schlitten 21 ein Linearantrieb 23 zugeordnet,
durch welchen der Schlitten 21 in seiner Position veränderbar ist. Der Linearantrieb
23 und der Antrieb 17 der Schwinge 12 sind mit der Steuereinrichtung 20 gekoppelt.
[0037] Zur Führung des Spinnkabels 15 während der Förderung durch das Fördermittel 11 wird
das Fördermittel 11 durch die Schwinge 12 in eine Schwenkrichtung quer zur Zeichnungsebene
und durch den Schlitten 21 und dem Linearantrieb 23 in eine Bewegungsrichtung in Zeichnungsebene
bewegt. Der Schlitten 21 wird hierzu durch den Linearantrieb 23 oszillierend bewegt,
wobei die Linearbewegung mit einer langsameren Geschwindigkeit ausgeführt wird, als
die Schwenkbewegung der Schwinge 12. Der Hub des Schlitten 21 wird durch den Linearantrieb
23 bestimmt, wobei eine Hubänderung durch Steuerung des Linearantriebes 23 ausführbar
ist.
[0038] In Fig. 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Vorrichtung
schematisch in mehreren Ansichten dargestellt. Das Ausführungsbeispiel in Fig. 4 zeigt
ausschließlich die Ablageeinrichtung, welche ein Abzugswerk und eine Spinneinrichtung
vorgeordnet ist. Die Spinneinrichtung und das Abzugswerk könnte beispielsweise wie
zuvor in dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 beschrieben ausgebildet sein. Die Ablageeinrichtung
ist in der Fig. 4.1 schematisch in einer Querschnittsansicht und in Fig. 4.2 schematisch
in einer Draufsicht dargestellt. Wegen der Übersichtlichkeit sind die Bauteile gleicher
Funktion mit identischen Bezugszeichen versehen.
[0039] Das Fördermittel 11, das durch zwei Haspelwalzen 13,1 und 13.2 sowie einen Walzenhalter
25 gebildet ist, wird von einer Schwinge 12 getragen. Die Schwinge 12 ist hierzu fest
mit dem Walzenhalter 25 verbunden. Die Schwinge 12 ist an zwei Enden über die Schwenkachsen
16.1 und 16.2, die sich gegenüberliegen, an einem Halter 5 gelagert. Die Schwinge
12 und der Halter 5 sind jeweils als ein rechteckiges Gestellprofil ausgebildet, wobei
das Gestellprofil des Halters 5 die Schwinge 12 mit Abstand umschließt. Die Schwinge
12 ist über die Schwenkachsen 16.1 und 16,2 schwenkbar an dem Halter 5 gehalten. Die
Schwenkbewegung der Schwinge 12 wird dabei durch einen mit der Schwenkachse 16.1 gekoppelten
Antrieb 17 gesteuert
[0040] Der Halter 5 ist in einer Linearführung 22 an einer zweiten Schwinge 14 geführt Die
zweite Schwinge 14 ist ebenfalls durch ein rechteckiges Gestellprofil gebildet, an
dessen langen Innenseiten die Linearführung 22 für den Halter 5 ausgebildet ist. An
der Schwinge 14 läßt sich somit der Halter 5 zwischen mehreren Ablageplätzen 24 hin-
und herführen. Die Schwinge 14 ist an zwei Enden durch die Lagerzapfen 18.1 und 18.2
an einem Maschinengestell 26 schwenkbar gelagert. Die Schwenkbewegung der Schwinge
14 wird durch den Antrieb 19, welcher mit dem Lagerzapfen 18.2 gekoppelt ist, gesteuert
[0041] Bei dem in Fig. 4 gezeigten Ausführungsbeispiel der Ablegeeinrichtung ist der Halter
5 in einer linken Ablegeposition 24 einer Schwinge 14 gehalten. Während des Ablegens
eines Spinnkabels wird der Halter 5 an der Schwinge 14 arretiert Beim Ablegen eines
Spinnkabels werden die Haspelwalzen 13.1 und 13.2 des Fördermittels 11 kontinuierlich
angetrieben, so daß das Spinnkabel in Richtung einer in dem Ablageplatz 24 gehaltenen
Kanne 4 einläuft. Zur Füllung der Kanne 4 wird durch den Antrieb 17 die Schwinge 12
oszillierend bewegt, so daß das Fördermittel 11 seine Förderrichtung ständig variiert
Die zweite Bewegung des Fördermittels 11 wird über den Antrieb 19 durch die Schwinge
14 bewirkt. Hierbei ist die Schwenkbewegung der Schwinge 14 im Vergleich zur Schwenkbewegung
der Schwinge 12 mit langsamerer Geschwindigkeit ausgeführt. Sie dient lediglich dazu,
um das Spinnkabel gleichmäßig über den gesamten Querschnitt der Kanne 4 verteilen
zu können.
[0042] Als Antriebe 17 und 19 können elektrische, elektromechanische, pneumatische oder
hydraulische Mittel verwendet werden.
[0043] Sobald die Kanne 4 gefüllt ist, wird die Bewegung der Schwinge 14 gestoppt und der
Halter 5 gelöst. Sodann wird der Halter 5 in den benachbarten Ablageplatz 24 geführt
und erneut arretiert. Nun kann eine neue Kanne mit dem Spinnkabel befüllt werden.
[0044] Die gezeigten Ausführungsbeispiele in den Fig. 1 bis 4 sind in ihrem Aufbau beispielhaft.
Grundsätzlich sind alle zur Ausführung einer Bewegung des Fördermittels geeigneten
Einrichtungen verwendbar, um das Spinnkabel beim Fördern derart zu führen, daß eine
anschließende Kanne gleichmäßig mit hoher Befüllungsdichte gefüllt wird. Insoweit
erstreckt sich die Erfindung auf alle Vorrichtungen, bei welcher eine stillstehende
Kanne eingesetzt wird und bei welcher das Spinnkabel oder ein ähnliches strangförmiges
Gut ausschließlich durch Bewegung des Fördermittels geführt wird.
Bezugszeichenliste
[0045]
- 1
- Spinneinrichtung
- 2
- Abzugswerk
- 3
- Ablegevorrichtung
- 4
- Kanne
- 5
- Halter
- 6
- Spinndüse
- 7
- Faserbündel
- 8
- Präparationseinrichtung
- 9
- Abzugswalze
- 10
- Einlaufwalze
- 11
- Fördermittel
- 12
- Erste Schwinge
- 13
- Haspelwalze
- 14
- Zweite Schwinge
- 15
- Spinnkabel
- 16
- Schwenkachse
- 17
- Erster Antrieb
- 18
- Lagerzapfen
- 19
- Zweiter Antrieb
- 20
- Steuereinrichtung
- 21
- Schlitten
- 22
- Linearführung
- 23
- Linearantrieb
- 24
- Ablageplatz
- 25
- Walzenhalter
- 26
- Maschinengestell
1. Verfahren zum Ablegen eines Spinnkabels, bei welchem das Spinnkabel durch ein Fördermittel
in eine stillstehende Kanne gefördert wird und bei welchem das Spinnkabel zum Ablegen
in die Kanne derart geführt wird, daß die Einlaufposition des Spinnkabels in die Kanne
sich stetig verändert,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Führung des Spinnkabels zum Ablegen in die Kanne durch oszillierende Bewegungen
des Fördermittels quer zur Förderrichtung beim Fördern bewirkt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Spinnkabel durch eine erste oszillierende Bewegung des Fördermittels und eine
der ersten Bewegung überlagert stattfindende zweite oszillierende Bewegung des Fördermittels
geführt wird, wobei die Bewegungsrichtung der ersten Bewegung quer zu der Bewegungsrichtung
der zweiten Bewegung gerichtet ist.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Fördermittel durch eine erste oszillierende Schwenkbewegung und eine zweite oszillierende
Schwenkbewegung bewegt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Fördermittel durch eine erste oszillierende Schwenkbewegung und eine zweite oszillierende
Linearbewegung bewegt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
die beiden Bewegungen des Fördermittels gleichzeitig mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
ausgeführt werden.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Geschwindigkeiten der Bewegungen des Fördermittels unabhängig voneinander geändert
und eingestellt werden.
7. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 6 mit einem
Fördermittel (11) und einer stillstehenden Kanne (4), wobei ein Spinnkabel (15) durch
das Fördermittel (11) in die Kanne (4) gefördert wird und wobei das Fördermittel (11)
an einem beweglichen Träger (12) gehalten ist,
dadurch gekennzeichnet, daß
dem Träger (12) zumindest ein Antrieb (17) zugeordnet ist, durch welchen eine oszillierende
Bewegungen des Fördermittels (11) quer zur Förderrichtung beim Fördern kontinuierlich
ausführbar und steuerbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
dem Fördermittel (11) zwei bewegliche Träger (12, 14) zugeordnet sind, welche durch
zwei unabhängig voneinander steuerbare Antriebe (17, 19) zu jeweils einer oszillierenden
Bewegung antreibbar sind, wobei die Bewegungsrichtungen der Träger (12, 14) quer zueinander
ausgerichtet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die beweglichen Träger durch jeweils schwenkbar gelagerte Schwingen (12, 14) gebildet
sind, wobei eine erste Schwinge (12) das Fördermittel (11) trägt, wobei die zweite
Schwinge (14) die Lagerung (16) der ersten Schwinge (12) trägt und wobei beide Schwingen
(12, 14) durch die zugeordneten Antriebe (17, 19) unabhängig voneinander oszillierend
schwenkbar sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die das Fördermittel (11) tragende Schwinge (12) an einem Halter (5) gelagert ist
und daß der Halter (5) in einer Linearführung (22) an der zweiten Schwinge (14) zwischen
mehreren Ablageplätzen (24) hin und herführbar ist
11. Vorrichtung nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die beweglichen Träger durch eine einseitig schwenkbar gelagerte Schwingen (12) und
einen linear geführten Schlitten (21) gebildet sind, wobei die Schwinge (12) an einem
freien Ende das Fördermittel (11) trägt, wobei der Schlitten (21) die Lagerung (16)
der Schwinge (12) trägt und wobei die Schwinge (12) und der Schlitten (21) durch die
zugeordneten Antriebe (17, 23) unabhängig voneinander oszillierend bewegbar sind.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 7 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
das Fördermittel (11) durch zwei angetriebene Haspelwalzen (13.1, 13.2) gebildet ist,
welche zur Förderung des Spinnkabels (15) zusammenwirken.