[0001] Die Erfindung betrifft ein Anbaugerät für Rad- und Kompaktlader nach dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Ein derartiges Anbaugerät soll als lasergesteuerte Planiervorrichtung im Sportplatz-,
Wege- und Pflasterbau eingesetzt werden.
[0003] Aus DE 36 08 893 A1 ist eine Hydraulik-Planiereinrichtung mit einem an einem Arbeitsgerät
befestigten Ausleger und an diesem Ausleger mittig angreifenden Abziehbalken zum Herstellen
eines Planums bekannt. Zum Verschwenken des Abziehbalkens greifen außermittig Zug/Druck-Zylinder
am Abziehbalken an.
Eine wirksame Verschwenkbewegung des Abziehbalkens lässt sich lediglich in einem Winkel
zur Längsbewegung des Abziehgerätes und in der Auf-Ab-Bewegung des Auslegers realisieren.
[0004] Gräder mit einem Planierschild, wie sie u.a. in DE-U1 87 01 952 beschrieben sind,
sind ausschließlich für Planieraufgaben und dgl. konzipierte Kompaktgeräte, bei denen
die Regelbewegung des Planierschildes bzw. Abziehbalkens nur unzureichend von der
Fahrzeugbewegung entkoppelt ist.
Darüber hinaus benötigen derartige Kompaktgeräte reichliche Rangierflächen und hinterlassen
einen unbearbeiteten Randbereich.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist die Entwicklung eines frei beweglichen Abziehbalkens als
Anbaugerät für leichte und mittlere Rad- und Kompaktlader, dessen Lageregelung von
den Längs- und Querneigungsbewegungen des Radladers entkoppelt ist. Der Abziehbalken
soll eine variable Arbeitsbreite von Gehwegbreite bis etwa 5 m haben und unter Einschluss
der Graderfunktion für die Bearbeitung von Flächen bis unmittelbar an Hindernisse
wie Bäume und Randsteine heran vorteilhaft einsetzbar sein.
[0006] Eine erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist im Patentanspruch 1 angegeben. Weiterbildungen
der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0007] Nach der Konzeption der Erfindung ist der Abziehbalken über einen mittig am Abziehbalken
angelenkten Ausleger an der Antriebsmaschine, z.B. einen Radlader, angekoppelt, wobei
der Abziehbalken unabhängig von der Bewegung des Radladers in allen drei Freiheitsgraden
frei verschwenkbar ist, nämlich
- um die y-Achse, die in Richtung der Längsbewegung der Antriebsmaschine weist,
- um die x-Achse, die senkrecht zur Längsbewegung der Arbeitsmaschine horizontal verläuft
und
- um die z-Achse, die senkrecht zur Längsbewegung der Arbeitsmaschine vertikal verläuft.
[0008] Durch die Verschwenkbarkeit des Abziehbalkens um die genannten drei Achsen kann mittels
einer geeigneten Lasersteuerung die Bewegung des Abziehbalkens (mit der Arbeitsmaschine
in Arbeitsrichtung) zur Herstellung eines Planums unabhängig bzw. abgekoppelt von
der Bewegung der Arbeitsmaschine erfolgen.
Zur Gewährleistung der Graderfunktion ist am Ausleger ein Lager vorhanden, das ein
Verschwenken des Abziehbalkens um die vertikale z-Achse gestattet. Der Antrieb für
diese Schrägestellung des Abziehbalkens erfolgt beispielsweise durch einen zwischen
Ausleger und Abziehbalken angeordneten Hydraulikzylinder.
[0009] Die Ausführung der Verschwenkbewegung des Abziehbalkens um die horizontale, in Richtung
der Längsbewegung des Radladers weisende y-Achse wird durch im Randbereich des Abziehbalkens
vorhandene höhenverstellbare Auflager realisiert.
[0010] Jedes Auflager besteht dabei aus einer im Randbereich des Abziehbalkens befestigten
und beispielsweise hydraulisch betätigten Teleskopanordnung, die sich in vertikaler
Anordnung mit ihrem unteren Ende auf der Arbeitsfläche mittels Radsätzen oder Kufen
abstützt.
[0011] Durch das Ausfahren der linken und/oder rechten Teleskopanordnung in vertikaler Richtung
(parallel zur z-Achse) können die Auflager so eingestellt werden, dass der Abziehbalken
durch Verdrehen um die y-Achse die gewünschte Winkelposition zur Arbeitsfläche einnimmt.
Diese Verstellbewegung des Abziehbalkens um die y-Achse wird durch Laser-Höhensensoren
gesteuert, wobei je ein Laser-Höhensensor zur separaten Höhenregelung auf den beiden
Teleskopanordnungen positioniert ist.
[0012] Als Hauptvorteile der beschriebenen Erfindung gegenüber bisherigen Lösungen sind
zu nennen:
- hohe Arbeitsgeschwindigkeit durch Entkopplung von Längs- und Querneigungsbewegungen
des Radladers,
- problemloser, zerstörungsfreier Anbau an Mietmaschinen,
- seitliches Abfließen des überschüssigen Material durch eingebaute Grader-Funktion,
- kostengünstiger, modularer Aufbau,
- Bearbeitung von Flächen bis unmittelbar an Hindernisse wie Zäune und dgl.,
- zusätzliche Einsatzmöglichkeit für den profilgerechten Ausbau von ungebundenen Tragschichten
durch einen um 180° um die z-Achse drehbaren Abziehbalken,
- große Arbeitsbreite von bis zu 5 m.
[0013] Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die zugehörige Zeichnung.
Dabei zeigen
Fig. 1 die Gesamtansicht des an einen Radlader montierten Anbaugerätes in perspektivischer
Darstellung.
Fig. 2 die Darstellung des Radladers mit um 180° gedrehtem Abziehbalkens als Seitenansicht.
[0014] Das Anbaugerät besteht aus dem Abziehbalken 1, der sich über Auflager 2 auf der Arbeitsfläche
abstützt, und der über einen Ausleger 3 mit Koppeleinrichtung 4 mit der Antriebsmaschine
5 verbunden ist.
Jedes Auflager 2 umfasst eine vertikal positionierte Teleskopanordnung 2.1, an deren
unterem Ende ein Radsatz 2.2 angeordnet ist.
[0015] Über einen Laser-Höhensensor 6, der am oberen Ende der Teleskopanordnung 2.1 vorgesehen
ist, kann eine separate Höhenregelung der linken und rechten Seite des Abziehbalkens
1 erfolgen.
[0016] Die Koppeleinrichtung 4 besteht bei diesem Ausführungsbeispiel aus einer Anschlussplatte
mit Universalkoppelvorrichtung an die Palettengabel des Radladers.
[0017] Mit der möglichen Verschwenkbewegung des Abziehbalkens 1 um die y-Achse (Längsachse)
des Radladers, zu deren Ausführung neben den Auflagern 2 ein entsprechendes Horizontallager
im Ausleger 3 erforderlich ist, werden die Querneigungsbewegungen der Arbeitsmaschine
5 vom Abziehbalken 1 entkoppelt.
Mit der möglichen Verschwenkbewegung des Radladerarms 10 um die x-Achse (Querachse)
des Radladers, zu deren Ausführung eine hydraulische Schwimmerstellung des Radladers
erforderlich ist, werden die Längsneigungsbewegungen der Arbeitsmaschine 5 vom Abziehbalken
1 entkoppelt.
[0018] Wegen der parallelogrammartigen Anordnung des Radladerarms 10 zur Koppeleinrichtung
4 wird die Teleskopanordnung 2.1 in der eingestellten senkrechten Position zur Längsachse
y gehalten.
[0019] Durch Lösen eines Bolzens kann der Abziehbalken 1 um 180° um die z-Achse gedreht
werden, so dass sich die Radsätze 2.2 in Arbeitsrichtung hinter dem Abziehbalken 1
befinden. Auf diese Weise entsteht eine Anordnung für den Ausbau von ungebundenen
Tragschichten. Diese Anordnung zeigt Fig. 2 in einer Seitenansicht.
[0020] Durch ein Verschwenken des Abziehbalkens 1 um die vertikale z-Achse mit Hilfe eines
entsprechenden Vertikallagers im Ausleger 3 wird die für die Graderfunktion erforderliche
Schrägstellung des Abziehbalkens 1 auf der Arbeitsfläche ermöglicht, wodurch eine
Steuerung des Materialflusses in Richtung der x-Achse erfolgen kann. Ein Hydraulik-Zylinder
7 ist der erforderliche Antrieb für diese Schrägstellung des Abziehbalkens 1.
[0021] Der Hydraulikzylinder 8 ist zuständig für die Anstellung der Radladerschaufel um
die x-Achse und wird genutzt zur Senkrechtstellung der Teleskopanordnung 2.1.
[0022] Die in Fig. 1 eingezeichnete Pfeilrichtung 9 kennzeichnet die aktuelle Arbeitsrichtung
des Radladers, nämlich rückwärts in y-Richtung.
LISTE DER BEZUGSZEICHEN
[0023]
- 1
- Abziehbalken
- 2
- Auflager
2.1 Teleskopanordnung
2.2 Rollen, Radsätze, Kufen
- 3
- Ausleger
- 4
- Koppeleinrichtung
- 5
- Antriebsmaschine, Radlader
- 6
- Laser-Höhensensoren
- 7
- Hydraulik-Zylinder
- 8
- Hydraulik-Zylinder
- 9
- Arbeitsrichtung
- 10
- Radladerarm
1. Anbaugerät für Rad- und Kompaktlader zum profilgerechten Ein- und Ausbau von ungebundenen
Deck- und Tragschichten sowie Einbau von gebundenen Schichten
bestehend aus einem Abziehbalken (1), der mittig über einen Ausleger (3) so angelenkt
ist, dass er in allen drei Freiheitsgraden um die Achsen x, y, z frei verschwenkbar
ist, wobei der Abziehbalken (1) an seinen beiden Randbereichen über in vertikaler
Richtung ausfahrbare und damit höheneinstellbare Auflager (2) abgestützt ist und damit
der Abziehbalken (1) verschwenkbar um die horizontale y-Achse, die in Richtung der
Längsbewegung der Arbeitsmaschine (5) weist, einen Winkel von 0 bis etwa 45° zur Arbeitsfläche
einnehmen kann und gekoppelt ist mit einer Antriebsmaschine (5), an die der Abziehbalken
(1) mittels dem mittig angelenkten Ausleger (3) über eine Koppeleinrichtung (4) angeschlossen
ist.
2. Anbaugerät nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Ausführung der Verschwenkbewegung des Abziehbalkens (1) um die y-Achse und um
die z-Achse des Radladers jeweils eine entsprechende Lagerung im Ausleger (3) vorhanden
ist.
3. Anbaugerät nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass jedes Auflager (2) aus einer beispielsweise hydraulisch betätigten, vertikal positionierten
Teleskopanordnung (2.1) besteht, die sich mit ihrem unteren Ende auf der Arbeitsfläche
über Rollen, Radsätze, Kufen oder dgl. (2.2) abstützt.
4. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass zur Steuerung des Verstellweges der Teleskopanordnungen (2.1) und damit der Verdrehbewegung
des Abziehbalkens (1) um die y-Achse am z.B. oberen Ende der vertikal positionierten
Teleskopanordnungen (2.1) Laser-Höhensensoren (6) angeordnet sind.
5. Anbaugerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Abziehbalken (1) eine Länge von etwa 1,5 bis 5 m aufweist und mit Schneiden für
die beiden Arbeitsrichtungen "vorwärts" und "rückwärts" ausgerüstet ist.