(19)
(11) EP 1 369 541 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.12.2003  Patentblatt  2003/50

(21) Anmeldenummer: 03012780.7

(22) Anmeldetag:  05.06.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7E04C 3/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(30) Priorität: 05.06.2002 DE 20208699 U

(71) Anmelder: Kalksandsteinwerk Wendeburg Radmacher GmbH & Co. KG
38176 Wendeburg (DE)

(72) Erfinder:
  • Wolf, Thomas
    37170 Uslar (DE)

(74) Vertreter: Gerstein, Hans Joachim et al
Gramm, Lins & Partner GbR Theodor-Heuss-Strasse 1
38122 Braunschweig
38122 Braunschweig (DE)

   


(54) Sturzschale


(57) Die Erfindung betrifft eine Sturzschale (1) mit einer längsgerichteten Ausnehmung (2) zur Aufnahme zumindest eines Einlageelementes (4), insbesondere einer Armierung, und einer Verfüllmasse, insbesondere Beton, wobei an zumindest einer Stirnseite (11, 12) der Sturzschale (1) eine Abstützeinrichtung (3) für in die Ausnehmung (2) anzuordnende Einlegeelemente (4) angeordnet ist, die das aufzunehmende Einlegeelement (4) zumindest von einem Teil der Wandung der Ausnehmung (2) beabstandet lagert. Erfindungsgemäß ist die Abstützeinrichtung (3) als zumindest teilweise schräge Wandung ausgebildet, die die Ausnehmung (2) stirnseitig teilweise abschließt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft eine Sturzschale mit einer längsgerichteten Ausnehmung zur Aufnahme zumindest eines Einlageelementes, insbesondere einer Armierung, sowie einer Verfüllmasse, insbesondere Beton, wobei die Sturzschale eine Abstützeinrichtung für in der Ausnehmung anzuordnenden Einlegeelemente aufweist, die die Einlegeelemente zumindest von einem Teil der Wandung der Ausnehmung beabstandet lagert.

[0002] Sturzschalen werden als Schalungselemente für tragende Außen- und Innenwände oberhalb von Maueröffnungen, wie Türöffnungen oder Fensteröffnungen angebracht. Üblicherweise weisen Sturzschalen in Längsrichtung eine Ausnehmung auf, die mit einem geeigneten Werkstoff, beispielsweise Beton, verfüllt werden kann. Zur Erhöhung der Festigkeit des Tür- oder Fenstersturzes wird vor dem Verfüllen der Ausnehmung Armierungsmaterial oder sogenannte Moniereisen eingelegt.

[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine einfache herzustellende und einzusetzende Sturzschale bereitzustellen, die die Festigkeit des Sturzes verbessert.

[0004] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass an zumindest einer Stirnseite die Abstützeinrichtung als zumindest teilweise schräge Wandung ausgebildet ist, wobei diese Wandung die Ausnehmung lediglich teilweise abschließt. Durch diese Abstützeinrichtung wird verhindert, dass die Einlegeelemente an der Wandung der Ausnehmung anliegen und nicht vollständig von der Verfüllmasse, insbesondere Beton, umhüllt werden. Dadurch wird sichergestellt, dass die Einlegeelemente vollständig in die Verfüllmasse eingebettet werden, wodurch sich die Gesamtfestigkeit des Sturzes erhöht. Durch die Ausbildung der Abstützeinrichtung als schräge Wandung wird erreicht, dass bei gleichgerichteter Abschrägung durch ein versetztes Anordnen mehrerer Sturzschalen hintereinander eine Zentrierung im Schnittpunkt der schrägen Wandungen erfolgt. Alternativ dazu ist es vorgesehen, dass an beiden Stirnseiten der Sturzschale gegensinnig geneigte Wandungen angeordnet sind. Bei einem entsprechenden Hintereinanderlegen mehrerer Sturzschalen wird ebenfalls eine Abstützung der Einlegeelemente erreicht, wobei sich hierdurch die Anzahl der Stützstellen mit Zentrierwirkung verdoppelt. Zudem wird ein teilweiser Abschluß der Sturzschale an der Stirnseite bewirkt.

[0005] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Abstützeinrichtung derart ausgebildet ist, dass z.B. das Moniereisen an keiner Stelle der Wandung der Ausnehmung anliegt und im Raum durch die Ausnehmung geführt ist.

[0006] Vorteilhafterweise ist die Sturzschale als ein Formstein ausgebildet, um verschiedene Ausnehmungsprofile einfach herstellen zu können. Dabei ist es vorgesehen, dass die Sturzschale aus Kalksandstein gefertigt ist.

[0007] Um die im Baubereich notwendige Robustheit und Stabilität der Sturzschale bereitstellen zu können, ist die Abstützeinrichtung bzw. sind die Abstützeinrichtungen einstückig mit der Sturzschale ausgebildet. Zusätzliche Distanzstücke oder Halter für die Einlegeeinrichtungen werden somit nicht benötigt, was den Arbeitsvorgang rationalisiert und den Planungsaufwand verringert.

[0008] Um die Sturzschalen leicht an die geforderten Längen anzupassen, sind an den Stirnseiten der Sturzschale Ausrichtmittel angeordnet, die ein Verschieben senkrecht zur Längserstreckung der Sturzschale verhindern. Vorteilhafterweise sind die Ausrichtmittel dergestalt angeordnet, dass eine sich abwechselnde Neigung der Abstützeinrichtungen bei einer Ausbildung als schräge Wandung realisiert wird.

[0009] Anhand der Figuren wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung beispielhaft erläutert.
Es zeigen:
Figur 1 -
eine erfindungsgemäße Sturzschale in perspektivischer Ansicht; sowie
Figur 2 -
Anordnungsbeispiele einer Sturzschale gemäß Figur 1.


[0010] Figur 1 zeigt eine Sturzschale 1 mit einer sich in Längsrichtung erstreckenden Ausnehmung 2. An der einen Stirnseite 11 der Sturzschale 1 ist in dem dargestellten Ausführungsbeispiel eine Abstützeinrichtung 3 in Gestalt einer geneigten bzw. schrägen Wandung ausgebildet, wohingegen an der gegenüberliegenden Stirnseite 12 keine schräge bzw. keine geneigte Wand vorgesehen ist. Anstatt einer als schräge Wandung ausgebildeten Abstützeinrichtung 3 kann die Abstützeinrichtung parallel zu der Oberseite der Sturzschale 1 ausgebildet sein oder eine Abflachung oder Ausnehmung innerhalb der Wandung aufweisen, um so Einlegeelemente 4, wie in Figur 2 dargestellt, in die Sturzschale 1 einlegen zu können und gleichzeitig von der Wandung der Ausnehmung 2 beabstandet zu halten..

[0011] In der Figur 2 sind verschiedene Anordnungsbeispiele der Sturzschale 1 gemäß Figur 1 dargestellt, aus denen ersichtlich ist, dass bei einer Hintereinanderreihung der Sturzschalen 1 dergestalt, dass die schrägen Wandungen der Abstützeinrichtung 3 abwechselnd entgegengesetzt geneigt ausgerichtet sind, das Einlegeelement 4, beispielsweise ein Monier- oder Armierungseisen, innerhalb der Ausnehmung 2 zentriert wird. Bei einer Aneinanderreihung der schrägen Wandungen unmittelbar nebeneinander wird eine V-förmige Abstützung gebildet, wodurch verhindert wird, dass das Moniereisen an der Wandung der Ausnehmung 2 anliegt. Werden die Stirnseiten 12 der Sturzschale 1 aneinandergelegt, die keine Abstützeinrichtung 3 in Gestalt einer schrägen Wandung aufweisen, so erfolgt die Abstützung durch eine Dreipunktlagerung dreier hintereinander angeordneter Sturzschalen 1 mit voneinander beabstandeten Abstützeinrichtungen 3.

[0012] Zur besseren Ausrichtung der Sturzschalen 1 sind Ausrichtmittel vorgesehen, die in dem Ausführungsbeispiel nicht dargestellt sind. Diese Ausrichtmittel können aus Vorsprüngen und Ausnehmungen bestehen, die an den Sturzschalen 1 ausgebildet sind.

[0013] Alternativ zu der dargestellten einstückigen Ausbildung der Abstützeinrichtung 3 mit der Sturzschale 1 ist es vorgesehen, diese in einem separaten Arbeitsgang an der Sturzschale 1 zu befestigen, beispielsweise durch Einstecken in einen vorgefertigten Schlitz. Ebenfalls können die Sturzschalen 1 auf beiden Seiten abgeschrägte Abstützeinrichtungen 3 aufweisen, wobei diese vorzugsweise gegensinnig zueinander geneigt sind.


Ansprüche

1. Sturzschale mit einer längsgerichteten Ausnehmung zur Aufnahme zumindest eines Einlageelementes, insbesondere einer Armierung, und einer Verfüllmasse, insbesondere Beton, wobei an zumindest einer Stirnseite (11, 12) der Sturzschale (1) eine Abstützeinrichtung (3) für in die Ausnehmung (2) anzuordnende Einlegeelemente (4) angeordnet ist, die das aufzunehmende Einlegeelement (4) zumindest von einem Teil der Wandung der Ausnehmung (2) beabstandet lagert, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützeinrichtung (3) als zumindest teilweise schräge Wandung ausgebildet ist, die die Ausnehmung (2) stirnseitig teilweise abschließt.
 
2. Sturzschale nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützeinrichtung (3) derart ausgebildet ist, dass die Einlegeelemente (4) von der Wandung der Ausnehmung (2) vollständig beabstandet gelagert sind.
 
3. Sturzschale nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Sturzschale (1) als Formstein ausgebildet ist.
 
4. Sturzschale nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Sturzschale (1) aus Kalk-Sandstein gefertigt ist.
 
5. Sturzschale nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstützeinrichtung (3) einstückig mit der Sturzschale (1) ausgebildet ist.
 
6. Sturzschale nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass an den Stirnseiten (11, 12) der Sturzschale (1) Ausrichtmittel angeordnet sind.
 




Zeichnung







Recherchenbericht