[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Herstellen eines Hohlprofils
mit einem über dessen Länge variierenden Querschnitt.
[0002] Im Gegensatz zu Hohlprofilen mit gleichbleibendem Querschnitt werden Hohlprofile
der eingangs genannten Art nicht in einem kontinuierlichen Arbeitsprozess hergestellt.
Vielmehr werden zunächst nahtlos oder auch geschweißt gefertigte Rund- oder Viereckrohre
in gewünschter Länge hergestellt. Diese werden dann im Innenhochdruck-Umformverfahren
in Hohlprofile umgeformt, deren Querschnitt nicht konstant bleibt, sondern sich entlang
der Längsachse des Hohlprofils ändert.
[0003] Dieses Herstellungsverfahren nach dem Stand der Technik für Hohlprofile der eingangs
genannten Art ist also kein kontinuierliches Verfahren, sondern die Werkstücke müssen
stückweise in ihre endgültige Form umgeformt werden.
[0004] Dementsprechend ist der Verfahrensschritt des Innenhochdruck-Umformens maßgeblich
mit an den Produktionskosten beteiligt, da das Handling von Werkstücken, die Stück
für Stück umgeformt werden, auch unter Einsatz von Industrierobotern recht aufwendig
ist.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zur Herstellung eines Hohlprofils mit einem über dessen Länge variierenden
Querschnitt vorzuschlagen, mit dem bzw. mit der die Produktion von solchen Hohlprofilen
schneller und effizienter, und damit kostengünstiger wird.
[0006] Diese Aufgabe ist mit einem Verfahren nach dem beigefügten Patentanspruch 1 und mit
einer Vorrichtung nach dem beigefügten Patentanspruch 12 gelöst. Eine Schweißstation
zur Verwendung im erfindungsgemäßen Verfahren ist in Anspruch 22 definiert.
[0007] Die Erfindung beruht also auf der Erkenntnis, dass auch Hohlprofile mit variierendem
Querschnitt kontinuierlich hergestellt werden können, und zwar mit einer Profiliermaschine,
die mehrere, in Linie hintereinander angeordnete Umformstationen mit Rollformwerkzeugen
sowie eine Schweißstation umfasst.
[0008] Das Prinzip einer solchen Profiliermaschine ist an sich beispielsweise aus der DE
198 34 400 C1 der Anmelderin bekannt. Die dort beschriebene Profiliermaschine weist
eine Mehrzahl von Umformstationen auf, in denen jeweils paarweise zusammenwirkende
Rollformwerkzeuge zum stufenweisen Umformen eines Metallbandes in einem kontinuierlichen
Umformprozess angetrieben oder freilaufend in Gestellen gelagert sind. Das zu einem
Hohlprofil umgeformte Metallband durchläuft dann anschließend eine in Linie angeordnete
Schweißstation, in der die zusammengebogenen Ränder des Metallbands stumpf miteinander
verschweißt werden. Diese an sich bekannte Profiliermaschine ist durch den kontinuierlichen
Herstellungsprozess sehr effizient und ermöglicht die kostengünstige Massenherstellung
von Hohlprofilen. Allerdings erfordert eine Änderung des Profilquerschnittes eine
komplette Umrüstung der Maschine auch dann, wenn die Rollformwerkzeuge in ihren Gestellen
verstellbar sind. Ein kontinuierliches Herstellen eines Hohlprofils mit variierendem
Querschnitt, wie nach der Erfindung vorgesehen, war im Stand der Technik mit Profiliermaschinen,
wie sie aus der DE 198 34 400 C1 bekannt sind, jedenfalls ausgeschlossen.
[0009] Wie bereits erwähnt, geht die vorliegende Erfindung entgegen der bisherigen Möglichkeiten
vom zentralen Gedanken aus, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch ein Hohlprofil
mit einem über dessen Länge variierenden Querschnitt auf einer entsprechend angepassten
Profiliermaschine mit Rollformwerkzeugen hergestellt werden kann, und zwar indem zunächst
ein erstes Metallband mit einer über dessen Länge varrierenden Breite in den Rollformwerkzeugen
zu einem offenen Profil umgeformt wird, danach ein zweites Metallband auf die die
offene Seite des offenen Profils begrenzenden Kanten aufgelegt wird, und schließlich
das zweite Metallband mit dem offenen Profil zu einem Hohlprofil verschweißt wird.
Das Hohlprofil wird also nicht aus einem einzigen Metallband, sondern aus zwei Metallbändern
hergestellt, wobei zumindest das erste Metallband entsprechend dem gewünschten Querschnittverlauf
des fertigen Hohlprofils in seiner Breite variiert, also nicht wie üblich mit parallel
verlaufenden Kanten versehen ist. Das Umformen des ersten Metallbandes erfolgt nicht
vollständig bis zu einem Hohlprofil, was aufgrund von dessen variierender Breite im
allgemeinen auch nicht möglich sein wird, sondern durch Aufschweißen eines zweiten
Metallbandes auf die "Lücke" des durch Rollumformung hergestellten offenen Profils.
Zweckmäßigerweise erfolgt das Rollumformen und das Verschweißen in einem kontinuierlichen
Prozess, indem die erfindungsgemäßen Verfahrensschritte in Linie hintereinander durchgeführt
werden.
[0010] Das verwendete erste Metallband muss nicht unbedingt beidseitig symmetrisch verlaufende
Kanten aufweisen; es ist beispielsweise möglich, nur eine Seite des Metallbandes mit
einer von einer Geraden verschiedenen Kante zu versehen, so dass durch das Aufschweißen
des zweiten Metallbandes auf diese
"variierende" Kante der gewünschte variierende Querschnittverlauf herstellbar ist.
Meist wird es jedoch sinnvoll sein, ein mehr oder weniger U-förmiges Profil mit symmetrisch
in ihrer Höhe variierenden Seitenwangen einzuformen, auf das als Deckblech das zweite
Metallband aufgeschweißt wird. Hierdurch ergibt sich dann ein Hohlprofil mit dem erwünschten
Querschnittverlauf.
[0011] Die Erfindung macht also die Effizienz und Produktionsgeschwindigkeit einer Profiliermaschine
mit Rollformwerkzeugen auch zur Produktion eines Hohlprofils mit variierendem Querschnitt
erstmals nutzbar. Die sich hierdurch insbesondere bei einer Massenproduktion ergebenden
Kostenvorteile liegen auf der Hand.
[0012] Das Verschweißen wird vorzugsweise mit einer Laser-Schweißanlage vorgenommen, die
ein punktgenaues Schweißen mit hoher örtlicher Variabilität des Wirkungsortes ermöglicht.
Die Laserstrahlung wird hierbei vorzugsweise im wesentlichen senkrecht zu Längsachse
des offenen Profils auf die Kontaktbereiche zwischen dem offenen Profil und dem zweiten
Metallband gerichtet. Hierdurch kann die Laserstrahlung mit relativ geringer Intensität
dennoch auf den gesamten zu verschweißenden Kontaktbereich einwirken.
[0013] Da erfindungsgemäß Hohlprofile hergestellt werden, deren Querschnitt nicht konstant
bleibt, ist es ganz besonders vorteilhaft, wenn die Schweißvorrichtung so ausgestaltet
ist, dass deren Wirkungsort lageveränderlich ist; denn nur dann kann der Schweißkopf
oder können die Schweißköpfe einem mehr oder weniger wellenförmigen Verlauf der zu
verschweißenden Kanten beim kontinuierlichen Transport des Profils durch die Schweißstation
nachgeführt werden, wodurch sich aufwendige Mechanismen erübrigen, die sicherstellen
würden, dass die herzustellende Schweißnaht immer exakt am entsprechenden Schweißkopf
geradlinig vorbeigeführt wird.
[0014] Die entsprechende Ausgestaltung der Schweißstation mit einer hinsichtlich ihres Wirkungsortes
lageveränderlichen Schweißvorrichtung umfasst erfindungsgemäß auch eine Abtasteinrichtung
zur Erkennung der aktuellen Lage von mindestens einer der Kontaktstellen zwischen
dem offenen Profil und dem zweiten Metallband. Diese Abtasteinrichtung kann insbesondere
elektronisch, optisch oder mechanisch ausgebildet sein, wobei sie zweckmäßigerweise
die Schweißvorrichtung so steuert, dass deren Wirkungsort immer genau auf die zu verschweißenden
Kanten gerichtet ist, unabhängig von deren beim Transport des Hohlprofils sich verändernden
momentanen Lage in der Schweißstation. Es kann hierbei für jede herzustellenden Schweißnaht
eine Abtasteinrichtung vorgesehen sein; bei U-förmigen Profilen mit nach oben wellenförmigen
Seitenwangen, die rechts und links in ihrer Form übereinstimmen, ist es beispielsweise
auch möglich, nur eine Abtasteinrichtung für beide herzustellenden Schweißnähte zu
verwenden, auch wenn in diesem Fall vorzugsweise zwei Schweißköpfe, die rechts und
links des Hohlprofils angeordnet sind, verwendet werden.
[0015] Besonders zuverlässig, robust und einfach zu realisieren ist eine mechanische Abtasteinrichtung
zur Steuerung der Bewegung der Schweißvorrichtung: Es kann insbesondere vorgesehen
sein, eine Rolle zu verwenden, die auf dem auf das offene Profil aufgelegten zweiten
Metallband abrollt und hierdurch den aktuellen Verlauf der zu verschweißenden Kante
erkennt und an die Schweißvorrichtung weitergibt.
[0016] Eine solche Rolle hat den zusätzlichen Vorteil, dass mit ihr auf einfachste Weise
die Relativgeschwindigkeit zwischen den zu verschweißenden Kanten und der Schweißvorrichtung
detektiert werden kann, wobei diese Größe vorzugsweise zur Regelung der Schweißleistung
verwendet wird. Wie unmittelbar einleuchtet, wird die Relativgeschwindigkeit zwischen
der zu verschweißenden Kante und der Schweißvorrichtung dann größer, wenn diese Kante
nicht geradlinig durch die Schweißstation läuft, sondern von der Längsachse des Hohlprofils
abweicht, so dass der Schweißkopf oder die Schweißköpfe eine senkrecht zur Vorschubrichtung
des Profils verlaufende Bewegung machen müssen.
[0017] Das zweite Metallband wird bevorzugt mittels einer Führungsrolleneinrichtung auf
das offene Profil aufgelegt, so dass es ohne weiteres auf den mehr oder weniger wellenförmigen
Verlauf der zu verschweißenden Ränder bzw. Kanten des offenen Profils bündig aufgelegt
werden kann. Ein weiterer großer Vorteil der vorliegenden Erfindung ergibt sich dann
dadurch, dass eine solche Führungsrolleneinrichtung gleichzeitig als Abtasteinrichtung
dienen kann, und zwar mit oder ohne Steuerung der Schweißleistung. Hierzu kann beispielsweise
eine federbelastete Führungsrolleneinrichtung vorgesehen sein, die die Verstellung
einer senkrecht zur Längsachse des Profils verstellbaren Schweißvorrichtung steuert.
Besonders einfach wird dies, wenn ein oder mehrere Schweißköpfe der Schweißvorrichtung
direkt auf der Führungsrolleneinrichtung befestigt sind. Dies führt zu einer besonders
einfachen und kompakten Schweißstation für Hohlprofile mit variierenden Querschnitten.
[0018] Weitere Vorteile ergeben sich beim erfindungsgemäßen Verfahren, wenn für das erste
und das zweite Metallband unterschiedliche Materialien verwendet werden. Es ergibt
sich so eine Art Verbund-Hohlprofil mit variierendem Querschnitt, das hinsichtlich
seiner Stabilität und Gewichtsverteilung bisher unbekannte Möglichkeiten bietet.
[0019] Das zweite Metallband kann vor dem Auflegen auf das offene Profil auch mit Stanzungen
und/oder Aufbiegungen versehen werden. Diese Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens
ermöglicht also, Funktionselemente eines fertigen Hohlprofils gleich bei dessen Produktion
auf einfachste Weise anzubringen, ohne das fertige Hohlprofil nochmals entsprechend
bearbeiten zu müssen.
[0020] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird im Folgenden anhand der beigefügten Zeichnungen
näher beschrieben und erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung;
- Figur 2
- eine schematische Ansicht einer Schweißstation zur Verwendung bei der vorliegenden
Erfindung;
- Figur 3
- ein erfindungsgemäß hergestelltes Hohlprofil.
[0021] Figur 1 zeigt in einer schematischen Seitenansicht den Aufbau eines Ausführungsbeispiels
der erfindungsgemäßen Vorrichtung: Ein erstes, in der Breite variierendes Metallband
1 und ein zweites, in üblicher Weise mit parallelen Längskanten versehenes Metallband
2 werden von einer ersten Abwickelhaspel 3 und einer zweiten Abwickelhaspel 4 für
den kontinuierlichen Herstellungsprozess abgenommen. Das erste Metallband 1 durchläuft
eine Umformanlage 5 mit fünf hier dargestellten Gestellen 6, in denen jeweils ein
zusammenwirkendes Paar von angetriebenen oder freilaufenden Rollformwerkzeugen 9 ein
stufenweises Umformen des ersten Metallbandes 1 in ein offenes Profil 7 bewirken.
Das zweite Metallband 2 wird an den Rollformwerkzeugen 9 vorbeigeführt und zusammen
mit dem eingeformten offenen Profil 7 durch eine Schweißstation 8 transportiert. Dort
wird, wie unten näher beschrieben, das zweite Metallband 2 auf die offene Seite des
Profils 7 bündig aufgelegt und mit diesem verschweißt. Anschließend an die Schweißstation
8 werden nochmals zwei Gestelle mit Rollformwerkzeugen 9 durchlaufen, um das in der
Schweißstation 8 hergestellte Hohlprofil zu richten. Das diese Richtstation verlassende
fertige Hohlprofil 11, das erfindungsgemäß einen über dessen Länge variierenden Querschnitt
aufweist, wird anschließend in einer Trennmaschine 10 mit mitlaufender Schere 12 auf
die gewünschte Länge abgelängt.
[0022] Wie anhand Figur 1 gut zu erkennen ist, handelt es sich beim erfindungsgemäßen Verfahren
also um ein kontinuierliches Verfahren, mit dem eine kostengünstige und schnelle Massenproduktion
von Profilen mit variierendem Querschnitt möglich ist.
[0023] Figur 2 zeigt in rein schematischer Darstellung die wichtigsten Funktionselemente
der Schweißstation 8. Das offene Profil 7, das als U-förmiges Profil mit einer flächigen,
von parallel verlaufenden Kanten begrenzten Basis 13 und zwei Seitenwangen 14 eingeformt
ist, deren obere Begrenzungskanten 15 einen rechts und links identischen wellenförmigen
Verlauf aufweisen, wird mittels einer angetriebenen, in einem Gestell 16 gelagerten
Führungsrolle 17 kontinuierlich durch die Schweißstation geführt, wobei das zweite
Metallband 2 bündig auf die Kanten 15 aufgelegt und mittels einer Führungsrolleneinrichtung
18 zum Verschweißen positioniert wird. Die Führungsrolleneinrichtung 18 ist nicht
angetrieben und wird mittels zweier Federn 19 gegen das zweite Metallband 2 vorgespannt,
so dass sie im Zusammenspiel mit der Führungsrolle 17 für ein sauberes Anliegen des
zweiten Metallbandes 2 auf den Kanten 15 des offenen Profils 7 sorgt.
[0024] Die Kontaktfläche zwischen dem Profil 7 und dem zweiten Metallband 2 wird also durch
die untere Oberfläche des zweiten Metallbandes 2 definiert, so dass die momentane
Lage der vorderen Rollen 20 der Führungsrolleneinrichtung jeweils den genauen Ort
der herzustellenden Schweißnaht repräsentieren. Diese Rollen 20 nehmen außerdem die
momentane Gesamtgeschwindigkeit des zweiten Metallbandes 2 und somit der Kante 15
des Profils 7 auf, die sich aus der Vorschubgeschwindigkeit des Profils 7 und der
senkrecht zur Längsachse des Profils 7 verlaufenden Bewegung der Führungsrolleneinrichtung
18 zusammensetzt. Die Rotationsgeschwindigkeit der Rollen 20 wird zur Regelung der
Schweißleistung verwendet.
[0025] Stirnseitig an den vorderen Rollen 20 der Führungsrolleneinrichtung 18 sind ein erster
und ein zweiter Schweißkopf 21, 22 an der Achse der Rollen 20 befestigt, welche jeweils
einen Laserstrahl auf den Kontaktbereich zwischen der Kante 15 des Profils 7 und dem
Metallband 2 fokussieren. Auf diese Art und Weise der Anordnung der Schweißköpfe 21,
22 überträgt die Führungsrolleneinrichtung 18 automatisch die variierende Kontur des
Profils 7 auf die Schweißköpfe 21, 22, so dass diese sehr exakt der Kante 15 des Profils
7 nachgeführt werden.
[0026] Zum Verständnis der Figur 2 sei angemerkt, dass das Gestell 16 zur besseren Erkennbarkeit
der funktionswesentlichen Teile der dargestellten Schweißstation nur schematisch dargestellt
ist, wobei das vordere Teil 16' des Gestells aus seiner eingebauten Position herausgenommen
wurde.
[0027] Das die in Figur 2 dargestellte Schweißstation 8 verlassende Hohlprofil 11 mit variierendem
Querschnitt ist nochmals in Figur 3 zu sehen. Es handelt sich um ein von der Trennmaschine
10 abgelängtes Teil des Hohlprofils 11, das aus einem U-Profil 7 mit wellenförmigen
Seitenwangen 14 und einem auf die Seitenwangen aufgelegten und mit diesen verschweißten
Deckband 23 besteht.
[0028] Die in Figur 3 dargestellte Geometrie kann recht einfach hergestellt werden, indem
das erste Metallband entweder bereits eine vorgefertigte, variierende Breite aufweist,
oder aber in einer in Linie nach dem Coil angeordneten Vorstanzaniage eine der unterschiedlichen
Endhöhen des U-Profils 7 entsprechende Kontur der Bandlängskanten eingestanzt bekommt.
Die Umformanlage 5 sorgt für die Umformung des ersten Metallbands 1 zu dem U-Profil
7, wobei die seitliche Bandführung mittels gefedert gelagerter Seitenrollen gewährleistet
werden kann. Das während des Verfahrens kontinuierlich zugeführte Deckband 23 in Form
eines zweiten Metallbandes 2 wird in der Schweißstation 8 auf die wellenförmig verlaufenden
Kanten 15 der Seitenwangen 14 aufgeschweißt, wobei die Schweißleistung auf den rein
horizontal verlaufenden Abschnitten des hier gezeigten Hohlprofils niedriger gewählt
wurde, als an den rampenförmigen Abschnitten, die im kontinuierlichen Durchlaufprozess
naturgemäß eine höhere Relativgeschwindigkeit zur Schweißvorrichtung aufweisen, als
die horizontalen Abschnitte.
Bezugszeichenliste
[0029]
- 1
- Metallband (erstes)
- 2
- Metallband (zweites)
- 3
- Abwickelhaspel (erste)
- 4
- Abwickelhaspel (zweite)
- 5
- Umformanlage
- 6
- Gestelle
- 7
- Profil
- 8
- Schweißstation
- 9
- Rollformwerkzeuge
- 10
- Trennmaschine
- 11
- Hohlprofil
- 12
- Schere
- 13
- Basis (von 7)
- 14
- Seitenwangen (von 7)
- 15
- Kanten (von 14)
- 16
- Gestell
- 17
- Führungsrolle
- 18
- Führungsrolleneinrichtung
- 19
- Federn
- 20
- Rollen
- 21
- Schweißkopf (erster)
- 22
- Schweißkopf (zweiter)
- 23
- Deckband
1. Verfahren zum Herstellen eines Hohlprofils mit einem über dessen Länge variierenden
Querschnitt, umfassend folgende Verfahrensschritte:
- Umformen eines ersten Metallbandes (1) mit einer über dessen Länge variierenden
Breite zu einem offenen Profil (7) mittels Rollformwerkzeugen (9);
- Auflegen eines zweiten Metallbandes (2) auf die die offene Seite begrenzenden Kanten
(15) des offenen Profils (7);
- Verschweißen des zweiten Metallbandes (2) mit dem offenen Profil (7) zu einem Hohlprofil
(11).
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Verfahrensschritte in einem kontinuierlichen Prozess in Linie hintereinander
durchgeführt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Verschweißen mittels Laserstrahlung erfolgt.
4. Verfahren nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Laserstrahlung im wesentlichen senkrecht zur Längsachse des offenen Profils (7)
auf die Kontaktbereiche zwischen dem offenen Profil (7) und dem zweiten Metallband
(2) gerichtet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Metallband (2) mittels einer Führungsrolleneinrichtung auf das offene
Profil (7) aufgelegt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine im wesentlichen senkrecht zur Längsachse des Profils (7) verstellbare Schweißvorrichtung
(21, 22) verwendet wird.
7. Verfahren nach den Ansprüchen 5 und 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass eine federbelastete Führungsrolleneinrichtung (18) verwendet wird, welche die Verstellung
der Schweißvorrichtung (21, 22) steuert.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißleistung in Abhängigkeit von der Relativgeschwindigkeit zwischen den zu
verschweißenden Kanten und der Schweißvorrichtung geregelt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißleistung über die Rotationsgeschwindigkeit einer auf dem aufgelegten zweiten
Metallband (2) abrollenden Rolle (20) geregelt wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9,
dadurch gekennzeichnet,
dass für das erste und das zweite Metallband unterschiedliche Materialien verwendet werden.
11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass das zweite Metallband vor dem Auflegen auf das offene Profil mit Stanzungen und/oder
Aufbiegungen versehen wird.
12. Vorrichtung zum Herstellen eines Hohlprofils mit einem über dessen Länge variierenden
Querschnitt, umfassend:
- eine Umformanlage (5) mit einer Mehrzahl von angetriebenen oder freilaufenden Rollformwerkzeugen
(9) zum Umformen eines ersten Metallbandes (1) in ein offenes Profil (7),
- sowie eine Schweißstation (8) mit Führungselementen (17, 18) zum Zusammenführen
des offenen Profils (7) mit einem zweiten Metallband (2) und mit einer Schweißvorrichtung
(21, 22) zum Verschweißen des zweiten Metallbandes (2) mit dem offenen Profil (7)
zu einem Hohlprofil (11),
- wobei die Umformanlage (5) so ausgebildet ist, dass sie zum Umformen eines ersten
Metallbandes (1) mit einer über dessen Länge variierenden Breite geeignet ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißvorrichtung eine Laser-Schweißanlage ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Laserstrahlung im wesentlichen senkrecht zur Längsachse des offenen Profils (7)
auf die Kontaktbereiche zwischen dem offenen Profil (7) und dem zweiten Metallband
(2) gerichtet ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Schweißstation eine Abtasteinrichtung (18, 20) zur Erkennung der aktuellen
Lage mindestens einer der Kontaktstellen zwischen dem offenen Profil (7) und dem zweiten
Metallband (2) vorhanden ist, und dass die Schweißvorrichtung (21, 22) hinsichtlich
ihres Wirkungsortes lageveränderlich ausgebildet ist, wobei die Abtasteinrichtung
(18, 20) zur Steuerung der Bewegung der Schweißvorrichtung (21, 22) mit dieser in
Wirkverbindung steht.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abtasteinrichtung (18, 20) eine Rolle (20) umfasst, die auf dem auf das offene
Profil (7) aufgelegten zweiten Metallband (2) abrollt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet
dass die Rolle (20) als Führungsrolle ausgebildet ist.
18. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißleistung der Schweißvorrichtung in Abhängigkeit von der Rotationsgeschwindigkeit
der Rolle (20) regelbar ist.
19. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 15 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Abtasteinrichtung (18, 20) aus einer Führungsrolleneinrichtung (18) zum Zusammenführen
des offenen Profils (7) mit dem zweiten Metallband (2) gebildet ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Schweißvorrichtung mindestens einen Schweißkopf (21, 22) enthält, der an der
Führungsrolleneinrichtung (18) angebracht ist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 19 oder 20,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Führungsrolleneinrichtung (18) federbelastet und im wesentlichen senkrecht zur
Längsachse des Profils (7) beweglich ausgebildet ist.
22. Schweißstation zur Verwendung im Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 11, umfassend:
- eine Transport- und Führungseinrichtung (17, 18) zum Zusammenführen eines offenen
Metallprofils (7) mit einem zweiten Metallband (2) und zum Auflegen des zweiten Metallbandes
(2) auf die die offene Seite begrenzenden Kanten (15) des offenen Profils (7),
- eine Schweißvorrichtung (21, 22) zum Verschweißen des zweiten Metallbandes (2) mit
dem offenen Profil (7) zu einem Hohlprofil (11),
- eine Abtasteinrichtung (20) zur Erkennung der aktuellen Lage mindestens einer der
Kontaktstellen zwischen dem offenen Profil (7) und dem zweiten Metallband (2)
- wobei die Schweißvorrichtung (21, 22) hinsichtlich ihres Wirkungsortes lageveränderlich
ausgebildet ist, und die Abtasteinrichtung (20) zur Steuerung der Bewegung der Schweißvorrichtung
(21, 22) mit dieser in Wirkverbindung steht.