[0001] Die Erfindung betrifft eine Fertigparkett-Diele mit einer Decklage, einer mit der
Decklage verleimten Zwischenlage und einer mit der Zwischenlage verleimten Gegenzug-Lage.
[0002] Beim traditionellen Verlegen eines Parkettbodens werden die einzelnen Parkett-Elemente
unter Ausbildung einer gewünschten Struktur einzeln und nacheinander verlegt und verklebt.
Anschließend wird die Oberfläche geschliffen und geölt oder lackiert.
[0003] In jüngerer Zeit werden auch zunehmend sogenannte Hochkantlamellen-Parkette verlegt,
d.h. eine Parkett-Struktur, bei welcher die einzelnen Parkett-Elemente stabförmig
ausgebildet sind und mit ihrer Schmalseite aufgelegt und mit dem Boden verklebt werden.
Auch hier muss anschließend eine Oberflächenbehandlung erfolgen, was außerordentlich
zeit- und kostenaufwendig ist.
[0004] Bekannt sind auch schon Fertigparkett-Dielen, wo die einzelnen Parkett-Elemente auf
eine Unterlage aufgeklebt und einer Oberflächenbehandlung unterzogen sind, so dass
die einzelnen Dielen unter Verwendung einer Nut- und Feder-Struktur verlegt werden
können. Bisher wurden allerdings auf dieser Basis keine Hochkantlamellen-Parkettböden
verlegt, weil die stabförmige Konfiguration der Parkett-Elemente dies abwegig erscheinen
ließ.
[0005] Die DE 39 19 514 C2 offenbart eine Fertigparkett-Verlegeeinheit und ein Verfahren
zu seiner Herstellung, wobei die Fertigparkett-Verlegeeinheit eine Trägerplatte und
auf dieser im Schiffbodenmuster befestigte Parkettfurnierlamellen aufweist, wobei
die Fertigparkett-Verlegeeinheit aus mehreren Trägerleisten besteht, auf welchen jeweils
lediglich eine Reihe von in Längsrichtung der Trägerleiste sich erstreckenden und
mit ihren Stirnseiten aneinander stoßenden Furnierlamellen aufgeleimt sind, die Trägerleisten
an ihren Längsseiten zur Bildung der Fertigparkett-Verlegeeinheit verleimt sind und
die Längsseiten der Furnierlamellen benachbarter Reihen dicht aneinander liegen. Zur
Herstellung dieser bekannten Fertigparkett-Verlegeeinheit werden Parkettfurnierlamellen
mit ihren Stirnseiten aneinander stoßend in Längsrichtung auf eine Trägerleiste aufgeklebt,
die mindestens annähernd die gleiche Breite besitzt wie die Parkettfurnierlamellen.
Danach wird die furnierte Leiste an ihren Längsseiten besäumt und gegebenenfalls mit
Nuten und Federn versehen. Anschließend werden mehrere furnierte Leisten an ihren
Längsseiten zu Fertigparkett-Verlegeeinheiten gewünschter Breite zusammengeleimt.
[0006] Aus der DE 299 23 884 U1 ist eine Parkettlamelle mit zwei Längsseiten und zwei Schmalseiten
bekannt, wobei die Stirnflächen der Längsseiten und der Schmalseiten jeweils zumindest
über einen Teil ihrer Höhenerstreckung mit einer Imprägnierung versehen sind. Vorzugsweise
erstreckt sich die Imprägnierung über die gesamte Höhenerstreckung der Längs- und/oder
Schmalseiten. Derartige Parkettlamellen werden zur Ausbildung eines Parkettelementes
auf einer Tragschicht angeordnet.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Fertigparkett-Diele zu schaffen, die
sich durch eine Hochkantlamellen-Optik auszeichnet, sich schnell und einfach verlegen
lässt und sich erforderlichenfalls bei einem Umzug oder bei einer gewünschten Design-Änderung
auch schnell wieder entfernen lässt.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Fertigparkett-Diele gelöst, die sich
dadurch auszeichnet, dass die Decklage aus einer Mehrzahl seitlich miteinander verleimter
stäbchenförmiger Parkett-Elemente in Hochkantlamellen-Optik besteht.
[0009] Vorzugsweise ist vorgesehen, dass die Parkett-Elemente quer zur Längsrichtung der
Diele verlaufen und eine größere Breite als Höhe aufweisen.
[0010] Wenn der Fachmann sich anschickt, eine Fertigparkett-Diele in Hochkantlamellen-Optik
zu realisieren, so erscheint es naheliegend, auf eine Trägerplatte, zum Beispiel eine
Sperrholzplatte, die einzelnen stabförmigen Elemente aufzukleben und hinterher eine
Oberflächenbehandlung vorzunehmen, wie dies auch beim Verlegen auf dem Fußboden realisiert
wird. Tatsächlich zeigen entsprechende Versuche aber, dass es nicht möglich ist, auf
diese Weise ein dauerhaft verzugsfreies Endprodukt zu realisieren.
[0011] Die überraschender Weise funktionierende erfindungsgemäße Lösung sieht demgegenüber
in Abkehr von hergebrachten Verlegetechniken vor, dass zunächst die einzelnen stäbchenförmigen
Parkett-Elemente seitlich miteinander verleimt werden, wobei diese Elemente vorzugsweise
eine vergleichsweise geringe Dicke aufweisen im Gegensatz zu herkömmlicher Weise verwendeten
Hochkantlamellen. Auf diese Weise wird zunächst eine selbsttragende, eigenstabile
Deckschicht aus einer Lage verleimter Parkett-Elemente geschaffen und erst anschließend
erfolgt die Verleimung mit einer Trägerplatte vorzugsweise bestehend aus einer Zwischenlage
und einer Gegenzug-Lage.
[0012] Es ist dementsprechend möglich, zum Beispiel 300 qm des erfindungsgemäßen Parketts
in zwei Tagen zu verlegen, wofür herkömmlicher Weise ca. 1,5 Wochen benötigt wurden.
Bereits am Tag nach der Verlegung können Möbel eingeräumt werden. Eine Oberflächenbehandlung
ist nach dem Verlegen nicht mehr erforderlich. Die schnelle Verlegbarkeit ist insbesondere
für den Ladenbau ein enormer Vorteil. Da keine Verklebung mit dem Untergrund erfolgen
muss, können die verlegten Fertigparkett-Dielen auch schnell wieder entfernt werden.
[0013] Als Deckschicht können bekannte Holzarten, wie Eiche, Buche oder Ahorn, verwendet
werden. Die Stärke der Deckschicht kann beispielsweise zwischen 2,0 mm und 6,0 mm
liegen. Die einzelnen Parkett-Elemente können eine Breite von 5 bis 50 mm aufweisen
und eine Länge von 100 bis 250 mm. Die Gesamtstärke einer fertigen Diele kann zwischen
10 und 25 mm liegen. Eine denkbare Abmessung ist eine Länge von 125 cm und eine Breite
von 20 cm.
[0014] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die Zwischenlage
aus Nadelholz oder Sperrholz besteht.
[0015] Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, dass die Gegenzug-Lage aus der gleichen Holzart
besteht wie die Decklage, wobei dafür allerdings qualitativ, insbesondere optisch
minderwertigeres Holz verwendet werden kann.
[0016] Günstiger Weise ist vorgesehen, dass Material und Faserrichtung der Gegenzug-Lage
in Abhängigkeit von Material und Faserrichtung der Decklage so ausgewählt sind, dass
die Diele vor dem Verlegen eine leicht konvexe Aufwölbung aufweist.
[0017] In herkömmlicher Weise können in der Zwischenlage Nuten und Federn zum Verbinden
mehrerer Dielen untereinander ausgebildet sein.
[0018] Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zur Herstellung einer Fertigparkett-Diele,
welche sich dadurch auszeichnet, dass zunächst stäbchenförmige Parkett-Elemente über
ihre Seitenfläche miteinander verleimt und gepresst werden und auf diese Weise eine
gesonderte Deckschicht hergestellt wird, welche nach dem Austrocknen als Ganzes mit
der Zwischenlage und der Gegenzug-Lage verleimt wird. Anschließend werden dann günstiger
Weise Nuten und Federn in die Zwischenlage gefräst.
[0019] Die Decklage wird mit einer lackierten oder geölten Oberfläche versehen und bedarf
dementsprechend nach dem Verlegen keiner Nachbehandlung.
[0020] Die Dielen können auf Unterlagsmatten schwimmend über eine Nut- und Federverbindung
verlegt werden oder prinzipiell natürlich auch verleimt werden.
[0021] Zur Stabilisierung kann vorgesehen sein, dass die Nut- und Federverbindungen verklebt
werden.
[0022] Nachfolgend wird die Erfindung an Hand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Parkettfertigboden-Diele
und
- Fig. 2
- eine ausschnittsweise vergrößerte Darstellung des Bereiches rechts unten in Fig. 1.
[0023] Eine erfindungsgemäße Parkettfertigboden-Diele 1 umfasst eine Decklage 2, eine Zwischenlage
3 und eine Gegenzug-Lage 4.
[0024] Die Decklage 2 besteht aus einer Mehrzahl von Parkett-Elementen 5 aus dekorativem
Holz, deren Höhe H kleiner ist als deren Breite B.
[0025] Die Zwischenlage 3 besteht aus Sperrholz, und zwar aus drei miteinander verleimten
Schichten 6, 7 und 8.
[0026] Die Gegenzug-Lage 4 besteht aus dem gleichen Holz wie die Decklage 2, wobei allerdings
Holz minderer Qualität, insbesondere was den optischen Aspekt betrifft, zum Einsatz
kommen kann.
[0027] Zur Herstellung einer in der Zeichnung dargestellten Fertigparkettboden-Diele werden
zunächst die Parkett-Elemente 5, welche wie in Fig. 1 ersichtlich quer zur Längsrichtung
der Diele 1 verlaufen, längs ihrer Längsseiten 9 miteinander verleimt und gepresst
unter Ausbildung eines nach dem Austrocknen des Leims brettartigen, selbstständig
handhabbaren Verbundes.
[0028] Dieser Verbund wird dann als Ganzes mit der bereits mit der Gegenzug-Lage 4 verleimten
Zwischenlage 3 verleimt und auf die Unterlage der Zwischenlage 3 wird die Gegenzug-Lage
4 aufgebracht.
[0029] Material und Dicke der Gegenzug-Lage 4 wird in Abhängigkeit von Material und Dicke
der Decklage 2 so ausgewählt, dass die Diele 1 im fertigen, trockenen Zustand eine
leicht konvexe Aufwölbung aufweist, die eine gute Verarbeitbarkeit gewährleistet.
[0030] Eine so vorbereitete Diele wird dann längs ihrer Längsseiten 10 mit einer eingefrästen
Nut 11 versehen und an den Stirnseiten 12 werden Decklage 2 und Gegenzug-Lage 4 so
abgefräst, dass die Schicht 7 der Zwischenlage 3 als Feder 13 stehen bleibt.
[0031] Die Oberseite 14 der Decklage 2 wird dann geschliffen und geölt bzw. gelackt, sodass
nach dem Verlegen keinerlei Oberflächenbehandlung mehr vorgenommen werden muss.
1. Fertigparkett-Diele umfassend eine Decklage, eine mit der Decklage verleimte Zwischenlage
und eine mit der Zwischenlage verleimte Gegenzug-Lage (2),
dadurch gekennzeichnet,
dass die Decklage aus einer Mehrzahl seitlich miteinander verleimter stäbchenförmiger
Parkett-Elemente (5) in Hochkantlamellen-Parkett-Optik besteht.
2. Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parkett-Elemente (5) quer zur Längsrichtung der Diele (1) verlaufen.
3. Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Parkett-Elemente(5) eine größere Breite (B) als Höhe (H) aufweisen.
4. Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Zwischenlage (3) aus Nadelholz oder Sperrholz besteht.
5. Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Gegenzug-Lage (4) aus der gleichen Holzart besteht wie die Decklage (2).
6. Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass Material und Faserrichtung der Gegenzug-Lage (4) in Abhängigkeit von Material und
Faserrichtung der Decklage (2) so ausgewählt sind, dass die Diele (1) vor dem Verlegen
eine leicht konvexe Aufwölbung aufweist.
7. Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Zwischenlage Nuten (11) und Federn (13) zum Verbinden mehreren Dielen (1)
untereinander ausgebildet sind.
8. Verfahren zur Herstellung einer Fertigparkett-Diele nach einem der Ansprüche 1 bis
7,
dadurch gekennzeichnet,
dass zunächst stäbchenförmige Parkett-Elemente über ihre Seitenflächen miteinander verleimt
und gepresst werden und auf diese Weise eine gesonderte Deckschicht hergestellt wird,
welche nach dem Austrocknen als Ganzes mit der Zwischenlage und der Gegenzug-Lage
verleimt wird.
9. Verfahren zur Herstellung einer Fertigparkett-Diele nach einem der Ansprüche 1 bis
8,
dadurch gekennzeichnet,
dass Nuten und Federn in die Zwischenlage gefräst werden.
10. Verfahren zur Herstellung einer Fertigparkett-Diele nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Decklage mit einer lackierten oder geölten Oberfläche versehen wird.
11. Verfahren zum Verlegen von Fertigparkett-Dielen nach Anspruch 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Dielen auf Unterlagsmatten schwimmend über eine Nut- und Federverbindung verlegt
und verleimt werden.