Technisches Gebiet
[0001] Die Erfindung befasst sich mit einer Vorrichtung zur Abdichtung des Spaltes zwischen
einem ruhenden Gehäuse und einer rotierenden Welle umfassend einen in dem Gehäuse
ruhend gelagerten Wellendichtring mit einer Dichtlippe aus polymerem Werkstoff, welche
die Welle unter einer elastischen Vorspannung anliegend berührt und ein dem Wellendichtring
in Richtung der Außenluft vorgelagerten, mit der Welle umlaufendem lmpulsrad mit einem
Impulsgeber, der die Welle in einem radialen Abstand umschließt sowie einen ruhend
gelagerten Sensor zur Erfassung von Drehbewegungen des Impulsrades.
Stand der Technik
[0002] Aus der EP 0 726 468 B1 ist beispielsweise eine solche Vorrichtung bekannt, bei der
der Impulsgeber mit der Welle umläuft und ein zusätzlicher Aufnehmer für die Impulssignale
vorgesehen ist. Die bekannte Vorrichtung benötjgt jedoch ein relativ großen Bauraum
und ist nicht einsetzbar, wenn dieser Bauraum nicht zur Verfügung steht. Dieses ist
beispielsweise am hinteren Ende der Kurbelwelle der Fall, weil dort durch das eingesetzte
Schwungrad der Platz sehr beschränkt ist.
Darstellung der Erfindung
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, die Vorrichtung zur Abdichtung des Spaltes
zwischen einem ruhenden Gehäuse und einer rotierenden Welle so auszubilden, dass sie
bei kleinsten Einbauräumen in radialer und/oder axialer Richtung einsetzbar ist. Dabei
soll eine gute Zugänglichkeit zum Sensor gegeben sein, was im Reparaturfall sehr wichtig
ist. Die Vorrichtung soll kostengünstig herstellbar sein, einfach montiert werden
können und eine lange Gebrauchsdauer haben.
[0004] Die Lösung der gestellten Aufgabe wird bei einer Vorrichtung der eingangs genannten
Gattung erfindungsgemäß dadurch erreicht, dass der Impulsgeber durch eine zylindrische
Hülse mit radial nach außen weisenden Magnetpolen gebildet ist oder aus einem Geberrad
mit am Außenumfang angebrachten Zähnen und Zahnlücken besteht und dass die Dichtlippe
herstellungsbedingt die Gestalt einer kreisförmigen Scheibe hat und im Bereich ihres
Innenumfangs in Richtung des Impulsrades aufgeweitet ist und mit dem Innenumfang in
den durch den Abstand zwischen der Hülse und der Welle gebildeten Spalt eintaucht.
Eine derart ausgebildete Vorrichtung kann beispielsweise am hinteren Ende der Kurbelwelle
eines Hubkolbenmotors angebracht sein. Diese Stelle ist besonders günstig, bei der
Bestimmung der Kurbelwellenlaufruhe und für die Erkennung von Aussetzern.
[0005] Die kreisringförmige Scheibe ist zu mindestens an dem an der Welle anliegenden Abschnitt
mit hydrodynamisch wirkenden Rückförderelementen für Leckflüssigkeit versehen. Bei
ihrer Anlage an der Welle wird die Scheibe in eine Art Dichtmanschette umgewandelt,
welche die Welle konzentrisch umschließt. Die Rückförderelemente können schraubengangförmig
verlaufen, vom freien Ende der Dichtmanschette aus bis maximal zum Anbindebereich
der Dichtmanschette. Außerdem kann die Dichtmanschette im Bereich ihrer Anlage auf
der Welle durch eine Drallunterbrechung abgesperrt sein. Die als Rückförderelemente
wirkenden Ausnehmungen können im Querschnitt gesehen, u-förmig, v-förmig oder ähnlich
ausgebildet sein. Dabei können die Ausnehmungen ein- oder mehrgängig angeordnet werden.
[0006] Bevorzugt wird die Scheibe aus PTFE oder Gummi hergestellt, dabei sind auch PTFE-Compounds,
Elastomere oder vernetzbare Thermoplaste verwendbar.
[0007] Die gesamte Vorrichtung kann als Bausatz ausgeführt werden, der aus dem Wellendichtring,
dem Impulsrad und dem Sensor besteht.
[0008] Eine besonders platzsparende Ausbildung der Vorrichtung wird dann erreicht, wenn
das lmpulsrad einen sich in radialer Richtung erstreckenden Montageflansch hat, der
während der bestimmungsgemäßen Verwendung zwischen einer Stirnfläche einer Kurbelwelle
und einem Schwungrad an einer Kolbenkraftmaschine eingeklemmt ist. Über den Montageflansch
kann das lmpulsrad an der Stirnfläche der Kurbelwelle angeschraubt werden.
[0009] Der Sensor wird bevorzugt auf der Umgebungsseite der Dichtstelle angeordnet. Dieses
ist kostengünstig und platzsparend.
Kurzbeschreibung der Zeichnung
[0010] Anhand von mehreren in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen wird die
Erfindung nachstehend näher erläutert.
[0011] Es zeigt:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch die Vorrichtung mit einem lmpulsrad, Sensor und Dichtmanschette,
- Figur 2
- ebenfalls im Längsschnitt die Vorrichtung mit einer konstruktiv anders angeordneten
Dichtmanschette,
- Figur 3
- die Vorrichtung im Längsschnitt mit einem Geberrad und einer in einem Haftteil angebrachten
Dichtmanschette,
- Figur 4
- eine Vorrichtung analog zur Figur 2 mit einem Geberrad und einer mediumseitig befestigten
Dichtmanschette,
- Figur 5
- die Vorrichtung mit einem Geberrad, welches auf die Welle aufgepresst ist und als
Lauffläche für die Dichtmanschette dient.
Ausführung der Erfindung
[0012] Die in der Figur 1 gezeigte Vorrichtung 20 besteht im wesentlichen aus dem Wellendichtring
21, dem Multipolrad 7 sowie dem Sensor 5. Der Wellendichtring 21 hat die aus einem
polymeren Material bestehende Dichtmanschette 9 die ihrerseits an der Halterung 22
mit ihrem radial äußeren Rand 23 befestigt ist.
[0013] Die Halterung 22 besteht aus dem Versteifungsring 10 aus Metall, der von einer Ummantelung
11 aus einem polymeren Werkstoff umgeben ist. Die Dichtmanschette 9 besteht aus PTFE
und ist trompetenförmig ausgebildet. Mit ihrem geradlinig verlaufenden Abschnitt 26
liegt sie an der Welle 3 an. Die Halterung 22 ist in die Bohrung 6 des Gehäuses 4
ortsfest eingepresst. Der Impulsgeber 7 besteht aus der zylindrischen Hülse 24, die
mit radial nach außen weisenden Magnetpolen 8 versehen ist. Außerdem hat die Hülse
24 einen sich in radialer Richtung erstreckenden Montageflansch 25, über den das Impulsrad
7 an der Stirnfläche der Kurbelwelle 3 angeschraubt ist. Hierbei kann ein nicht näher
gezeichnetes Schwungrad gleichzeitig mitangeschraubt werden. Am Gehäuse 4 ist der
Sensor 5 angebracht, der in bekannter Weise zum Abgreifen der unterschiedlichen Messdaten
benutzt wird. Der Sensor 5 liegt gegenüber der magnetisierten Polymerschicht am Außenumfang
des Multipolrades 7 und steht in die Gehäusebohrung 6 vor. Die Anordnung von Sensor
5, Multipolrad 7 und Dichtmanschette 9 ist so getroffen, dass der Sensor 5 die magnetisierte
Polymerschicht 8 des Multipolrades 7 und der auf der Welle 3 aufliegende Abschnitt
26 der Dichtmanschette 9 radial übereinanderliegen. Dadurch wird die axiale Ausdehnung
der gesamten Vorrichtung auf ein Minimum reduziert. Das abzudichtende Medium befindet
sich im Raum 1 während der Raum 2 die Umgebungsluft enthält.
[0014] Die Figur 2 zeigt eine Ausbildung der Vorrichtung 20 im Längsschnitt die in ihren
wesentlichen Teilen der Ausbildung nach Figur 1 entspricht, mit dem Unterschied, dass
die Halterung 22 umgekehrt eingesetzt ist und dass der Befestigungsteil 23 der Dichtmanschette
9 zur Umgebungsseite 2 hin ausgerichtet ist.
[0015] Bei der Figur 3 ist eine Ausführungsform gewählt, bei der ein Geberrad 13 verwendet
wird, an dessen Außenumfang Zähne 14 und Zahnlücken einander abwechseln. Außerdem
ist die Dichtmanschette 9 mit ihrem Befestigungsteil 23 in einem Haftteil 15 aus Kunststoff
gehalten. Dieses Haftteil ist in die Bohrung 6 des Gehäuses 4 eingepresst.
[0016] Die Figur 4 zeigt eine weitere Möglichkeit der konstruktiven Ausgestaltung des Dichtringes
und die Anbindung der Dichtmanschette 9 an demselben. Der Dichtring 21 besteht hier
aus dem Versteifungsring 10, der lediglich auf seiner Außenseite zum Gehäuse 4 hin
und zur Dichtmanschette 9 hin mit einer Ummantelung aus einem polymeren Stoff 11 versehen
ist. Bei dieser Ausführungsform ist ebenfalls ein Geberrad 13 mit den Zähnen 14 vorgesehen.
[0017] In der Figur 5 ist eine Möglichkeit gezeigt, bei der die Dichtmanschette 9 durch
das Haftteil 15 aus Kunststoff im Gehäuse 4 gehalten ist. Das Geberrad 13 ist jedoch
mit der Befestigungshülse 27 versehen, welche zur Befestigung des Geberrades 13 auf
der Welle 3 dient und die gleichzeitig mit ihrer der Welle 3 abgewandten Seite 28
als Lauffläche für die Dichtmanschette 9 herangezogen wird.
[0018] Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann äußerst kleinbauend ausgeführt werden. Die
Dichtmanschette 9 kann beispielsweise als Scheibe mit nur 1 mm Dicke ausgeführt werden
und sie erhält ihre trompetenartige Ausbildung durch Aufschieben auf die Welle 3,
welche an ihrem äußeren Ende mit einer Fase 29 zu versehen ist.
1. Vorrichtung zur Abdichtung des Spaltes zwischen einem ruhenden Gehäuse und einer rotierenden
Welle umfassend einen in dem Gehäuse ruhend gelagerten Wellendichtring mit einer Dichtlippe
aus polymerem Werkstoff, welche die Welle unter einer elastischen Vorspannung anliegend
berührt und ein dem Wellendichtring in Richtung der Außenluft vorgelagerten, mit der
Welle umlaufendem Impulsrad mit einem Impulsgeber, der die Welle in einem radialen
Abstand umschließt sowie einen ruhend gelagerten Sensor zur Erfassung von Drehbewegungen
des Impulsrades, dadurch gekennzeichnet, dass der Impulsgeber (7) durch eine zylindrische Hülse (24) mit radial nach außen weisenden
Magnetpolen (8) gebildet ist oder aus einem Geberrad (13) mit am Außenumfang angebrachten
Zähnen (14) und Zahnlücken besteht und dass die Dichtlippe (9) herstellungsbedingt
die Gestalt einer kreisringförmigen Scheibe hat und im Bereich ihres Innenumfangs
in Richtung des Impulsrades (7) aufgeweitet ist und mit dem Innenumfang in den durch
den Abstand zwischen der Hülse (24) und der Welle (3) gebildeten Spalt eintaucht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die kreisringförmige Scheibe (9) zumindest in dem an der Welle (3) anliegenden Abschnitt
(26) mit hydrodynamisch wirkenden Rückförderungen für Leckflüssigkeit versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Scheibe (9) aus PTFE, einem PTFE-Compound oder Gummi besteht.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet, durch einen Bausatz, der einen Wellendichtring (21), ein lmpulsrad (7) und den Sensor (5)
umfasst.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das lmpulsrad (7) einen sich in radialer Richtung erstreckenden Montageflansch (25)
aufweist, der während der bestimmungsgemäßen Verwendung zwischen einer Stirnfläche
einer Kurbelwelle (3) und einem Schwungrad einer Kolbenkraftmaschine eingeklemmt ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (5) auf der Umgebungsseite der Dichtstelle (26) angeordnet ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der an der Welle (3) anliegende Abschnitt (26) der Dichtmanschette (9), die Magnetpole
(8) des Impulsgebers (7) oder Geberrads (13) und der Sensor (5) radial übereinander
in einem axialen Bereich liegen.