TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Niederspannungsschalter
und insbesondere der Schalter zum Schutz von unter Niederspannungen stehenden Leitungen,
Motoren, Apparaten und Anlagen vor den Folgen von Kurzschlussströmen. Sie betrifft
einen Aktor oder Magnetauslöser für Niederspannungsschalter gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren zu seiner Herstellung gemäss dem Oberbegriff
des Patentanspruchs 6.
STAND DER TECHNIK
[0002] Leistungsschalter, Leitungs- und Motorschutzschalter sowie Überstromrelais weisen
im allgemeinen einen thermischen Überlastauslöser mit einem Bimetall und einen elektromagnetischen
Kurzschlussauslöser mit einer Schlagspule und einem im Kurzschlussfall stark beschleunigten
Schlaganker auf. Derartige Aktoren oder Magnetauslöser für den Sofortauslösebereich
von Niederspannungs-Fehlerstromschutzschaltem umfassen ein polarisiertes Relais oder
ein Haftrelais, bei welchem sich der magnetische Fluss eines Dauermagneten im Ruhezustand,
d.h. im nichterregten Zustand, über einen Magnetanker sowie über einen magnetischen
Rückschlusskreis schliesst. Dieser Fluss reicht aus, um den Anker gegen die Kraft
einer gespannten Feder zu halten. Mittels einer sogenannten Gegenerregung in einer
Auslösewicklung ist es möglich, den Fluss durch den Magnetanker aufzuheben und auf
einen magnetischen Nebenschluss zu verdrängen, so dass der Anker durch die Federkraft
abfällt und beispielsweise einen Stromkreis öffnet.
[0003] In der EP-A 0 187 055 ist ein Magnetauslöser als polarisiertes elektromagnetisches
Relais mit einem axial zwischen einer Sperrlage und einer Auslöselage beweglichen
Anker dargestellt. Der Anker sowie ein ihn unter einem radialen Luftspalt umgebender
und seine Bewegung führender ferromagnetischer Zylinder sind Teil eines magnetischen
Haltekreises.
[0004] In der Regel werden Magnetauslöser mittels Auf- beziehungsweise Entmagnetisieren
des Permanent- oder Dauermagneten kälibriert. Bei Verwendung von Seltenerdmagneten
ist dies wegen der hohen Koerzitivfeldstärke nur erschwert möglich. Um ein starkes
Schwanken der Ansprech- oder Auslöseempfindlichkeit zu vermeiden, müssen zudem bei
der Formgebung der spröden Dauermagneten strenge Fertigungstoleranzen eingehalten
werden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Niederspannungsschalter zu schaffen,
dessen Auslösepunkt einfach kalibriert werden kann. Diese Aufgabe wird durch einen
Aktor für Niederspannungsschalter mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 sowie ein
Verfahren zu seiner Herstellung mit den Merkmalen des Patentanspruchs 6 gelöst. Vorteilhafte
Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Patentansprüche.
[0006] Kern der Erfindung ist es, bei einem Aktor in einem magnetischen Haltekreis einen
einstellbaren Luftspalt vorzusehen. Dadurch ist auf einfache Weise ein Abgleich von
Fertigungstoleranzen und eine Justierung des Auslösers auf eine geforderte Haltekraft
möglich. Da der Luftspalt eine Abschwächung des magnetischen Flusses im Haltekreis
und damit der Haltekraft zur Folge hat, kann ein den magnetischen Haltekreis speisender
Permanentmagnet entsprechend bis zu seiner Sättigung magnetisiert werden.
[0007] In einer ersten Ausführungsform des erfindungsgemässen Aktors umfasst der Haltemagnetkreis
zwei gegeneinander verschiebbare Komponenten, welche vorzugsweise beide ein Gewinde
aufweisen und durch Drehen relativ zueinander bewegt werden können.
[0008] Nach erfolgter Einstellung des Luftspaltes im Haltemagnetkreis beziehungsweise des
Auslösepunktes werden die beweglichen Komponenten bevorzugt in ihrer dannzumaligen
Position fixiert. Dies geschieht insbesondere mittels Laserschweissen.
KURZE BESCHREIBUNG DER FIGUREN
[0009] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im Zusammenhang mit
den Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen schematisch und im Längsschnitt
Fig. 1 einen Aktor in Ruheposition,
Fig.2 einen Aktor in ausgelöster Position, und
Fig.3 einen Aktor mit einer in den Mantel einschraubbaren Rückschlusskappe.
[0010] Die in den Zeichnungen verwendeten Bezugszeichen sind in der Bezugszeichenliste zusammengefasst.
Grundsätzlich sind gleiche Teile mit denselben Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0011] In Fig. 1 ist schematisch ein Längsschnitt durch einen um eine strichpunktiert eingezeichnete
Achse rotationssymmetrischen Aktor oder Magnetauslöser nach der Erfindung gezeigt.
Ein Dauermagnet 1 steht über seine beiden magnetischen Pole 10,11 mit mehreren Komponenten
aus magnetischem Material in Kontakt, durch welche im Ruhezustand ein magnetischer
Haltekreis mit einem gestrichelt dargestellten magnetischen Haltefluss Φ
H zwischen besagten Polen geschlossen wird. Zu den Komponenten gehören ein Anker 2,
welcher in seinem Inneren eine Druckfeder 20 umschliesst, eine stimseitige Polplatte
3, welche durch den Anker 2 durchdrungen wird, ein Mantel 4 und eine Rückschlusskappe
5. Der Anker 2 ist koaxial von einer Auslösespule 6 umgeben, ausserhalb derer wiederum
sich der Mantel 4 befindet. An den Mantel 4 anschliessend führt die Rückschlusskappe
5 zu einem ersten Pol 10 des Dauermagneten 1. Ein zweiter Pol 11 des Dauermagneten
1 ist sowohl mit dem Anker 2 als auch über eine Nebenschlussplatte 7 mit dem Mantel
4 magnetisch gekoppelt. Der Hauptanteil des Halteflusses Φ
H verläuft wie eingezeichnet über die Polplatte 3, ein kleinerer Anteil führt über
die Nebenschlussplatte 7.
[0012] Erfindungsgemäss schliesst die Rückschlusskappe 5 nicht unmittelbar an den Dauermagneten
1 an, sondern lässt einen variablen Hauptluftspalt 50 zwischen Kappe und Magnet offen.
Durch den Hauptluftspalt 50 ist die magnetische Kopplung zwischen Kappe und Magnet
reduziert, es entstehen magnetische Streufelder, welche nicht mehr zum magnetischen
Haltekreis gehören. Der verbleibende magnetische Haltefluss Φ
H, welcher weiterhin im geschlossenen Haltekreis fliesst und somit die magnetische
Haltekraft zwischen dem Anker 2 und der Polplatte 3 bestimmt, nimmt ab. Dies entspricht
einer Reduktion der Magnetisierung des Dauermagneten 1 bei uneingeschränkter magnetischer
Kopplung zwischen Rückschlusskappe 5 und Dauermagnet 1.
[0013] Die Betätigung des Aktors in einem Niederspannungsschalter erfolgt normalerweise
durch einen separaten Auslösestrom, welcher beispielsweise in einer mit der Auslösespule
6 verbundenen elektronischen Steuerschaltung fliesst. Bei Schutzschaltern kann die
Auslösespule 6 in den zu schützenden Stromkreis geschaltet sein und ein Überstrom
als Auslösestrom fungieren. Sobald ein Momentanwert des Auslösestromes einen bestimmten
Grenzwert überschreitet, wird in der Spule 6 ein Magnetfeld erzeugt, welches die durch
den Dauermagenten 1 hervorgerufene Magnetisierung im Anker 2 stark reduziert. Dadurch
wird die Haltekraft, d.h. die auf den ferromagnetischen Anker 2 wirkende Kraft, die
ihn im Haltekreis halten will, reduziert, und die Kraft der gespannten Druckfeder
20 vermag den Anker 2 aus seiner gezeigten Ruheposition zu lösen und nach rechts zu
stossen.
[0014] In Fig.2 ist der Aktor nicht in der Ruheposition, sondern in einer ausgelösten Position,
d.h. mit entspannter Feder 20 und einem vom Dauermagneten 1 gelösten Anker 2 gezeigt.
Zwischen den Polen des Dauermagneten 1 ist ein magnetischer Nebenschlusskreis mit
einem gestrichelt dargestellten magnetischen Nebenfluss Φ
N geschlossen. Zusätzlich zum erwähnten Hauptluftspalt 50 ist im magnetischen Nebenschlusskreis
ein weiterer Nebenluftspalt 70 vorgesehen. Dieser befindet sich im vorliegenden Fall
zwischen dem Mantel 4 und der Nebenschlussplatte 7 und dient zur Verstärkung des Einflusses
des Hauptluftspaltes 50.
[0015] Eine Variation des Streuflusses und damit der Haltekraft erfolgt durch ein Verschieben
von Rückschlusskappe 5 und Dauermagnet 1. Dies geschieht bei zumindest teilweise rotationssymmetrischen
Aktoren beispielsweise, indem wie in Fig.2 angedeutet die Kappe 5 innenseitig und
der Mantel 4 aussenseitig je mit einem Gewinde 51 versehen sind. Alternativ dazu und
wie in Fig.3 angedeutet kann die Kappe 5 aussenseitig mit einem Gewinde 51 versehen
sein und in den Mantel 4 eingeschraubt werden. Besagtes Verschieben kann, insbesondere
bei eckigen Aktorquerschnitten, auch über eine rein translatorische Bewegung erfolgen.
Nach erfolgter Justierung des Halteflusses wird die Position der Rückschlusskappe
5 fixiert, indem sie beispielsweise mit dem Mantel 4 verklebt oder verschweisst wird.
[0016] Die Herstellung beispielsweise des Mantels 4 erfolgt geeigneterweise über einen sogenannten
Teifziehvorgang, d.h. eine Verformung eines geeignet zugeschnittenen Blechteiles.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0017]
- 1
- Dauermagnet
- 10,11
- magnetische Pole
- 2
- Anker
- 20
- Druckfeder
- 3
- Polplatte
- 4
- Mantel
- 5
- Rückschlusskappe
- 50
- Hauptluftspalt
- 6
- Auslösespule
- 7
- Nebenschlussplatte
- 70
- Nebenluftspalt
1. Aktor für Niederspannungsschalter, mit einem Dauermagneten (1), einem beweglichen
Anker (2), einer Auslösespule (6) und einer Druckfeder (20), wobei der magnetische
Fluss des Dauermagneten (1) über einen den Anker (2) umfassenden Haltemagnetkreis
und einen Nebenschlusskreis geschlossen ist, und wobei durch Bestromung der Auslösespule
(6) der magnetische Fluss (ΦH) durch den Anker (2) zumindest teilweise kompensierbar und letzterer dadurch mittels
der Druckfeder (20) bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass im Haltemagnetkreis ein Hauptluftspalt (50) zur Einstellung einer Haltekraft vorhanden
ist.
2. Aktor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Haltemagnetkreis einen Mantel (4) und eine Rückschlusskappe (5) aufweist, und
dass letztere zur Einstellung des Hauptluftspaltes (50) gegenüber dem Dauermagneten
(1) bewegbar ist.
3. Aktor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Mantel (4) und Rückschlusskappe (5) kreiszylinderförmig ausgebildet und über ein
Gewinde (51) verbunden sind.
4. Aktor nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewinde (51) laserverschweisst ist.
5. Aktor nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Nebenschlusskreis ein weiterer Nebenluftspalt (70) vorgesehen ist.
6. Verfahren zur Herstellung eines Aktors mit einem Haltemagnetkreis umfassend einen
Mantel (4) und eine in oder auf den Mantel (4) geschraubte Kappe (5) nach Anspruch
4, dadurch gekennzeichnet, dass durch eine Schraubbewegung der Kappe (5) ein Hauptluftspalt (50) im Haltemagnetkreis
eingestellt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass anschliessend an die Einstellung des Hauptluftspaltes die Kappe (5) und der Mantel
(4) verschweisst werden.