(19)
(11) EP 1 372 222 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.12.2003  Patentblatt  2003/51

(21) Anmeldenummer: 03010537.3

(22) Anmeldetag:  10.05.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7H01R 13/28
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(30) Priorität: 13.06.2002 DE 10226279

(71) Anmelder: Harting Electric GmbH & Co. KG
32339 Espelkamp (DE)

(72) Erfinder:
  • Rüter, Andreas
    32369 Rahden (DE)

   


(54) Hermaphroditisches Kontaktteil


(57) Für einen elektrischen hermaphroditischen Steckverbinder wird ein hermaphroditischer Kontakt mit einem Steckbereich und einem Anschlussbereich vorgeschlagen, der aus einem massiven, einstückigen Kontaktteil besteht, wobei der Steckbereich als nebeneinander angeordneter Buchsen- und Stiftkontakt ausgebildet ist und in dem Buchsenkontakt ein separates, federndes Kontaktelement vorgesehen ist.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft ein einstückiges, elektrisches hermaphroditisches Kontaktteil mit einem Steckbereich und einem Anschlussbereich für einen hermaphroditischen Steckverbinder, wobei das Kontaktteil einen Steckbereich mit einem Buchsenkontakt und einem Stiftkontakt aufweist, die unmittelbar nebeneinander angeordnet sind.

[0002] Ein derartiges elektrisches, hermaphroditisches Kontaktteil wird benötigt, um ein verwechslungsfreies Stecken bei der Verbindung von elektrischen Leitern zur Übertragung hoher Stromstärken zu ermöglichen.

[0003] Aus der schweizerischen Patentschrift 30 514 ist eine reversible Steckvorrichtung bekannt, die eine Kupplung für elektrische Leitungen mit gleichen Kupplungshälften beschreibt, bei der das freie Ende der Kontaktstücke aus einem Stift von halbkreisförmigen Querschnitt und einer Hülse von sichelförmigem Querschnitt besteht, deren hohle Seite der flachen Seite des Stiftes zugekehrt ist, so dass beim Zusammenkuppeln die Stifte der Kupplungshälfte stets in die Hülse der anderen Kupplungshälfte zu liegen kommt.

[0004] Aus der US 5,183,409 ist ein hermaphroditischer Mehrfachstecker bekannt, bei dem zwei identische, runde Steckerstifte jeweils zwei axial geformte Finger aufweisen, die durch einen mittigen Schlitz getrennt sind, wobei die Steckerstifte bei einer 90° Drehung passgenau ineinander steckbar sind.

[0005] Schließlich ist in der US 6,193,537 ein hermaphroditischer Kontakt beschrieben, der zwei nebeneinander angeordnete Zungen aufweist, von denen eine glatt und die zweite federnd ausgeführt sind. Beim Zusammenstecken der um 180° gegeneinander versetzten Kontakte treffen jeweils eine glatte Zunge auf eine federnd ausgeführte Zunge.

[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein hermaphroditisches Kontaktteil der eingangs genannten Art, bei dem das Kontaktteil einen Steckkontakt mit einer Buchse und einen Stift aufweist, dahingehend auszubilden, dass das Kontaktteil zur Übertragung hoher Stromstärken geeignet ist und gleichzeitig aber in bekannte und bestehende Steckersysteme einsetzbar ist.

[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Kontaktteil aus massivem Material gefertigt ist, wobei der Buchsenkontakt eine zangenförmige Aufnahme mit einer erweiterten Ausnehmung aufweist, in die ein U-förmiges, federndes und mit einem tulpenförmigen Einsteckbereich versehenes Kontaktelement eingefügt ist.

[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben.

[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein derartiger elektrischer, hermaphroditisch ausgebildeter Kontakt als ein reversibel steckbarer Kontakt zusammen mit einem entsprechend ausgebildeten Steckergehäuse verwechslungssicher einsetzbar ist.
Zudem hat ein derartiger Kontakt den Vorteil, lediglich ein Bauteil lagermäßig vorhalten zu müssen.
Dabei ist ein massiv ausgebildetes Kontaktelement vorgesehen, bei dem der Buchsenkontakt zangenförmig ausgebildet ist, in den lediglich ein federndes Kontaktelement mit einem tulpenförmigen Einsteckbereich eingesetzt wird.
Weiterhin ist von Vorteil, dass dieser Kontakt mit einem entsprechend ausgebildeten Steckergehäuse in bereits bestehende Gehäuseausführungen einsetzbar und somit austauschbar ist, wobei die verbesserten elektrischen Eigenschaften durch die doppelte Kontaktierung auch eine hohe Strombelastung durch die doppelten Stift- und Buchsenkontakte ermöglichen.

[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1
einen aus dem Stand der Technik bekannten hermaphroditischen Stanz-Biegekontakt,
Fig. 2a
einen aus massivem Material gefertigten hermaphroditischen Kontakt,
Fig. 2b
einen massiven hermaphroditischen Kontakt mit eingesetztem Kontaktelement, und
Fig. 3
eine Ausführung eines hermaphroditischen Kontaktes in einem Steckverbindergehäuse.


[0011] In der Fig.1 ist ein aus Blechmaterial geformtes, als einstückiges Stanz- Biegeteil ausgebildetes hermaphroditisches Kontaktteil 1 dargestellt, mit einem Steckbereich 3 und einem Anschlussbereich 5, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Der Anschlussbereich 5 ist als Hülse gebogen und mit einem Schraubanschluss 7 versehen, so dass ein in der Hülse eingeschobener elektrischer Leiter mittels des Schraubanschlusses festgesetzt wird. Der Anschlussbereich kann aber auch als offene Crimpzone ausgeführt sein.
Der Steckbereich 3 besteht aus einem Buchsenkontakt 10, gebildet aus flachen Schenkeln 11, der einen tulpenförmigen Einsteckbereich 12 aufweist sowie einem ebenfalls aus flachen Schenkeln 15 geformten Stiftkontakt 14, dessen Steckenden 16 nach innen weisend zusammengebogen sind.
Dabei sind Buchsen- und Stiftkontakt, durch einen Steg 6 verbunden, nebeneinander angeordnet und wiederum mittels eines Steges 4 mit dem Anschlussbereich verbunden.

[0012] Anschlussbereich und Steckbereich sind axial hintereinander angeordnet, wobei die Querschnittmaße des Steckbereiches die des Anschlussbereiches nicht überschreiten.

[0013] Die Fig. 2a zeigt ein gegossenes oder spanend hergestelltes, massives hermaphroditisches Kontaktteil 2 mit einem Steckbereich 3 und einem Anschlussbereich 5.
Der Anschlussbereich für einen elektrischen Leiter ist in diesem Beispiel ebenfalls als Schraubanschluss 7 ausgeführt, kann aber auch mit einem Crimpanschluss, einem Steckanschluss oder einem Käfigzugfederanschluss versehen sein.
Der Steckbereich 3 weist insgesamt drei fingerartige Ausformungen auf, wobei zwei Ausformungen einen zangenförmigen Buchsenkontakt 17 bilden, in dem eine Ausnehmung 13 vorgesehen ist, in die ein U-förmiges, federnd ausgebildetes und mit einem tulpenförmigen Einsteckbereich 12 versehenes Kontaktelement 18 einsetzbar ist, während die dritte Ausformung den Stiftkontakt 14 bildet.

[0014] In der Fig. 2b ist ein komplettes hermaphroditisches Kontaktteil 2 gezeigt, bei dem das Kontaktelement 18 innerhalb der Ausnehmung 13 des Buchsenkontaktes positioniert ist, wobei der Anschlussbereich 5 hier als Löt- oder Crimpanschluss 8 ausgeführt ist.

[0015] Eine isometrische Darstellung eines komplettierten hermaphroditischen Steckverbinders ist in der Fig. 3 gezeigt.
Dabei sind zwei der hermaphroditischen Kontaktteile 2 mit Schraubanschlüssen 7 in teilweise aufgeschnittenen Kammern 22 eines aus isolierendem Material gefertigten Steckverbindergehäuses 20 eingefügt.


Ansprüche

1. Einstückiges, elektrisches hermaphroditisches Kontaktteil (2) mit einem Steckbereich (3) und einem Anschlussbereich (5) für einen hermaphroditischen Steckverbinder, wobei das Kontaktteil (2) einen Steckbereich (3) mit einem Buchsenkontakt und einem Stiftkontakt (14) aufweist, die unmittelbar nebeneinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
dass das Kontaktteil (2) aus massivem Material gefertigt ist, wobei der Buchsenkontakt (17) eine zangenförmige Aufnahme mit einer erweiterten Ausnehmung (13) aufweist, in die ein U-förmiges, federndes und mit einem tulpenförmigen Einsteckbereich (12) versehenes Kontaktelement (18) eingefügt ist.
 
2. Hermaphroditisches Kontaktteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Anschlussbereich (5) als Schraubverschluss, Crimpanschluss, Steckanschluss oder als Käfigzugfederanschluss ausgeführt ist.
 




Zeichnung
















Recherchenbericht