[0001] Die Erfindung betrifft ein einstückiges, elektrisches hermaphroditisches Kontaktteil
mit einem Steckbereich und einem Anschlussbereich für einen hermaphroditischen Steckverbinder,
wobei das Kontaktteil einen Steckbereich mit einem Buchsenkontakt und einem Stiftkontakt
aufweist, die unmittelbar nebeneinander angeordnet sind.
[0002] Ein derartiges elektrisches, hermaphroditisches Kontaktteil wird benötigt, um ein
verwechslungsfreies Stecken bei der Verbindung von elektrischen Leitern zur Übertragung
hoher Stromstärken zu ermöglichen.
[0003] Aus der schweizerischen Patentschrift 30 514 ist eine reversible Steckvorrichtung
bekannt, die eine Kupplung für elektrische Leitungen mit gleichen Kupplungshälften
beschreibt, bei der das freie Ende der Kontaktstücke aus einem Stift von halbkreisförmigen
Querschnitt und einer Hülse von sichelförmigem Querschnitt besteht, deren hohle Seite
der flachen Seite des Stiftes zugekehrt ist, so dass beim Zusammenkuppeln die Stifte
der Kupplungshälfte stets in die Hülse der anderen Kupplungshälfte zu liegen kommt.
[0004] Aus der US 5,183,409 ist ein hermaphroditischer Mehrfachstecker bekannt, bei dem
zwei identische, runde Steckerstifte jeweils zwei axial geformte Finger aufweisen,
die durch einen mittigen Schlitz getrennt sind, wobei die Steckerstifte bei einer
90° Drehung passgenau ineinander steckbar sind.
[0005] Schließlich ist in der US 6,193,537 ein hermaphroditischer Kontakt beschrieben, der
zwei nebeneinander angeordnete Zungen aufweist, von denen eine glatt und die zweite
federnd ausgeführt sind. Beim Zusammenstecken der um 180° gegeneinander versetzten
Kontakte treffen jeweils eine glatte Zunge auf eine federnd ausgeführte Zunge.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein hermaphroditisches Kontaktteil
der eingangs genannten Art, bei dem das Kontaktteil einen Steckkontakt mit einer Buchse
und einen Stift aufweist, dahingehend auszubilden, dass das Kontaktteil zur Übertragung
hoher Stromstärken geeignet ist und gleichzeitig aber in bekannte und bestehende Steckersysteme
einsetzbar ist.
[0007] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass das Kontaktteil aus massivem Material gefertigt
ist, wobei der Buchsenkontakt eine zangenförmige Aufnahme mit einer erweiterten Ausnehmung
aufweist, in die ein U-förmiges, federndes und mit einem tulpenförmigen Einsteckbereich
versehenes Kontaktelement eingefügt ist.
[0008] Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ist im Anspruch 2 angegeben.
[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, dass ein derartiger
elektrischer, hermaphroditisch ausgebildeter Kontakt als ein reversibel steckbarer
Kontakt zusammen mit einem entsprechend ausgebildeten Steckergehäuse verwechslungssicher
einsetzbar ist.
Zudem hat ein derartiger Kontakt den Vorteil, lediglich ein Bauteil lagermäßig vorhalten
zu müssen.
Dabei ist ein massiv ausgebildetes Kontaktelement vorgesehen, bei dem der Buchsenkontakt
zangenförmig ausgebildet ist, in den lediglich ein federndes Kontaktelement mit einem
tulpenförmigen Einsteckbereich eingesetzt wird.
Weiterhin ist von Vorteil, dass dieser Kontakt mit einem entsprechend ausgebildeten
Steckergehäuse in bereits bestehende Gehäuseausführungen einsetzbar und somit austauschbar
ist, wobei die verbesserten elektrischen Eigenschaften durch die doppelte Kontaktierung
auch eine hohe Strombelastung durch die doppelten Stift- und Buchsenkontakte ermöglichen.
[0010] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird im
folgenden näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen aus dem Stand der Technik bekannten hermaphroditischen Stanz-Biegekontakt,
- Fig. 2a
- einen aus massivem Material gefertigten hermaphroditischen Kontakt,
- Fig. 2b
- einen massiven hermaphroditischen Kontakt mit eingesetztem Kontaktelement, und
- Fig. 3
- eine Ausführung eines hermaphroditischen Kontaktes in einem Steckverbindergehäuse.
[0011] In der Fig.1 ist ein aus Blechmaterial geformtes, als einstückiges Stanz- Biegeteil
ausgebildetes hermaphroditisches Kontaktteil 1 dargestellt, mit einem Steckbereich
3 und einem Anschlussbereich 5, wie es aus dem Stand der Technik bekannt ist.
Der Anschlussbereich 5 ist als Hülse gebogen und mit einem Schraubanschluss 7 versehen,
so dass ein in der Hülse eingeschobener elektrischer Leiter mittels des Schraubanschlusses
festgesetzt wird. Der Anschlussbereich kann aber auch als offene Crimpzone ausgeführt
sein.
Der Steckbereich 3 besteht aus einem Buchsenkontakt 10, gebildet aus flachen Schenkeln
11, der einen tulpenförmigen Einsteckbereich 12 aufweist sowie einem ebenfalls aus
flachen Schenkeln 15 geformten Stiftkontakt 14, dessen Steckenden 16 nach innen weisend
zusammengebogen sind.
Dabei sind Buchsen- und Stiftkontakt, durch einen Steg 6 verbunden, nebeneinander
angeordnet und wiederum mittels eines Steges 4 mit dem Anschlussbereich verbunden.
[0012] Anschlussbereich und Steckbereich sind axial hintereinander angeordnet, wobei die
Querschnittmaße des Steckbereiches die des Anschlussbereiches nicht überschreiten.
[0013] Die Fig. 2a zeigt ein gegossenes oder spanend hergestelltes, massives hermaphroditisches
Kontaktteil 2 mit einem Steckbereich 3 und einem Anschlussbereich 5.
Der Anschlussbereich für einen elektrischen Leiter ist in diesem Beispiel ebenfalls
als Schraubanschluss 7 ausgeführt, kann aber auch mit einem Crimpanschluss, einem
Steckanschluss oder einem Käfigzugfederanschluss versehen sein.
Der Steckbereich 3 weist insgesamt drei fingerartige Ausformungen auf, wobei zwei
Ausformungen einen zangenförmigen Buchsenkontakt 17 bilden, in dem eine Ausnehmung
13 vorgesehen ist, in die ein U-förmiges, federnd ausgebildetes und mit einem tulpenförmigen
Einsteckbereich 12 versehenes Kontaktelement 18 einsetzbar ist, während die dritte
Ausformung den Stiftkontakt 14 bildet.
[0014] In der Fig. 2b ist ein komplettes hermaphroditisches Kontaktteil 2 gezeigt, bei dem
das Kontaktelement 18 innerhalb der Ausnehmung 13 des Buchsenkontaktes positioniert
ist, wobei der Anschlussbereich 5 hier als Löt- oder Crimpanschluss 8 ausgeführt ist.
[0015] Eine isometrische Darstellung eines komplettierten hermaphroditischen Steckverbinders
ist in der Fig. 3 gezeigt.
Dabei sind zwei der hermaphroditischen Kontaktteile 2 mit Schraubanschlüssen 7 in
teilweise aufgeschnittenen Kammern 22 eines aus isolierendem Material gefertigten
Steckverbindergehäuses 20 eingefügt.
1. Einstückiges, elektrisches hermaphroditisches Kontaktteil (2) mit einem Steckbereich
(3) und einem Anschlussbereich (5) für einen hermaphroditischen Steckverbinder, wobei
das Kontaktteil (2) einen Steckbereich (3) mit einem Buchsenkontakt und einem Stiftkontakt
(14) aufweist, die unmittelbar nebeneinander angeordnet sind, dadurch gekennzeichnet,
dass das Kontaktteil (2) aus massivem Material gefertigt ist, wobei der Buchsenkontakt
(17) eine zangenförmige Aufnahme mit einer erweiterten Ausnehmung (13) aufweist, in
die ein U-förmiges, federndes und mit einem tulpenförmigen Einsteckbereich (12) versehenes
Kontaktelement (18) eingefügt ist.
2. Hermaphroditisches Kontaktteil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass der Anschlussbereich (5) als Schraubverschluss, Crimpanschluss, Steckanschluss oder
als Käfigzugfederanschluss ausgeführt ist.