[0001] Die Erfindung betrifft ein Führungs- und Laufsystem von Schubladen, Auszügen für
Werkstattwagen oder dergleichen, umfassend parallel voneinander beabstandete Schienenanordnungen,
bestehend jeweils aus einer beweglichen Innen- und einer Festschiene, von denen die
Innenschiene auf zwischen Laufflächen der beiden profilierten Schienen vorgesehenen
Kugel läuft, und eine Verriegelungseinrichtung.
[0002] Durch die EP 1 110 482 A1 ist ein Führungs- und Laufsystem einer Schublade bekanntgeworden,
die in einer Schienenanordnung auf Kugeln laufend einschiebund ausziehbar ist. Es
sind in entsprechend der Schubladenbreite parallel voneinander beabstandeten, mit
den Kugeln versehenen Festschienen komplementäre, die Schublade tragenden Innenschienen
angeordnet, die den Kugeln mit ebenen, geraden Laufflächen anliegen. Die Kugeln, die
beim Einbau in Käfigen in definierter Position in dem Festschienenprofil angeordnet
sind, machen den halben Verfahrweg mit und treffen dann auf Endanschläge.
[0003] Des weiteren ist bei diesem Führungs- und Laufsystem eine Verriegelungseinrichtung
vorgesehen, die eine Verriegelung der Schublade in verschiedenen Auszugs- bzw. Einschubpositionen
erlaubt. Bei dieser Verriegelungseinrichtung sind an den einander zugewandten Flanschen
der beiden Festschienen mit Verriegelungsausnehmungen ausgebildete Rastleisten angeordnet,
denen ein Riegelmittel mit einem Auslösebügel zugeordnet ist. Der gesamte Verriegelungsmechanismus
befindet sich neben den Innenseiten der Festschienen und beansprucht dort einen zusätzlichen,
seitlichen Bauraum.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Führungs- und Laufsystem mit
einer kompakten und platzsparenden Verriegelungseinrichtung zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Verriegelungseinrichtung
als langgestrecktes Bauteil ausgebildet und zwischen der Festschiene und der Innenschiene
angeordnet ist. Die Verriegelungseinrichtung läßt sich somit sehr schmal ausführen
und in einfacher Weise in Längsrichtung innerhalb der beiden Schienen in dem dort
vorhandenen Freiraum als integraler Bestandteil des Führungs- und Laufsystems vorsehen.
Es wird hierbei kein zusätzlicher Bauraum mehr zwischen den Festschienen beansprucht,
so daß dieser freie Bauraum beispielsweise für tiefer bzw. breiter ausgebildete Schubladen
genutzt werden kann. Des weiteren wird die Verriegelungseinrichtung durch die integrierte,
am Ort des Geschehens sozusagen eingekammerte Bauweise wesentlich besser gegen Verschmutzung
und Beschädigung geschützt.
[0006] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß die Verriegelungseinrichtung
aus einem in der Innenschiene gelagerten, einseitig federbeaufschlagten Schwenkhebel
besteht, der an einem stirnseitig aus der Innenschiene herausragenden freien Ende
vertikal nach oben abgewinkelt und an seinem anderen, in der Innenschiene liegenden
Ende beidseitig mit Zapfen versehen ist, die in voneinander beabstandeten, an der
Festschiene angeordneten, eine Rastaufnehmung aufweisenden Hakenprofilen eingreifen.
Die Hakenprofile können an den Flanschen eines U-Profils und somit eines einstückigen
Bauteils vorgesehen werden. Beim Einschieben der beispielsweise mit einer Schublade
versehenen Innenschienen in die Festschienen wird die Endlage der Schienen bzw. der
Schublade dadurch gesichert, daß die Zapfen des Schwenkhebels bei Deckungslage in
die Rastausnehmung der Hakenprofile einschnappen.
[0007] Dieser Verriegelungsvorgang in der Endposition erfolgt aufgrund der Federbeaufschlagung,
wobei vorteilhaft das von den Zapfen entfernte Ende des Schwenkhebels von einer Druckfeder
beaufschlagt ist, des Schwenkhebels selbsttätig. Die Feder stützt sich dabei einerseits
an der oberseitigen Innenfläche der Innenschiene und andererseits an der Oberfläche
des Schwenkhebels ab. Bei der linearen Verschiebung der Innenschiene in der Festschiene
wird über die Feder zum einen vorteilhaft eine sichere Anlage der Zapfen an Führungsflächen
des Hakenprofils erreicht und zum andern erfahren die Zapfen eine Kraftbeaufschlagung
in der Verriegelungsposition innerhalb des Hakenprofils.
[0008] Zur Entriegelung des Schienensystems braucht lediglich der stirnseitig außerhalb
der Schienen und damit frei zugänglich liegende abgewinkelte Steg des Schwenkhebels
angehoben zu werden bis in der Folge der Schwenkhebel entgegen der Federkraft aus
der Rastausnehmung schnappt. Dadurch ist gewährleistet, daß eine Schublade oder dergleichen
erst dann ausgefahren werden kann, wenn die Verriegelung gelöst ist.
[0009] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird vorgeschlagen, daß der Schwenkhebel
gekröpft ausgebildet ist und an seiner Oberseite benachbart zu den Hakenprofilen eine
kugelförmige Erhöhung aufweist. Beim linearen Einschieben der Innenschiene in die
Festschiene wird der gekröpfte Schwenkhebel beim Auftreffen auf die Hakenprofile über
die kugelförmige Erhöhung einerseits weiter nach unten hin abgelenkt, so daß die Zapfen
des Schwenkhebels auf einer erfindungsgemäß an den Hakenprofilen stirnseitig ausgebildeten,
schräg verlaufenden Einrastführungsfläche gelenkt werden. Der Schwenkhebel mit den
Zapfen wird dann über diese Schrägfläche bis zu ihrem unteren Ende zwangsgeführt.
Sobald sich die Zapfen des federbeaufschlagten Schwenkhebels nun in Deckungslage mit
den Rastausnehmungen befinden, schnappen sie nach oben in diese ein und arretieren
somit bewegungssicher die Innenschiene mit der Festschiene. Andererseits stellt die
Wulst bzw. Erhöhung sicher, daß die Zapfen in einer Höhe mit den Hakenprofilen liegend
auf deren Schrägflächen auflaufen.
[0010] Weitere Einzelheiten und Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und
der nachfolgenden Beschreibung eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
der Erfindung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schienenanordnung eines Führungs- und Laufsystems mit einer Verriegelungseinrichtung
von einer Stirnseite her gesehen;
- Fig. 2
- die Schienenanordnung gemäß Fig. 1 in einer Längsansicht mit einer in einer Zwischenposition
dargestellten Verriegelungseinrichtung und
- Fig. 3
- die verriegelte Position der Verriegelungseinrichtung nach Fig. 2.
[0011] Ein Führungs- und Laufsystem 1 für eine hier nicht dargestellte Schublade besteht
gemäß Fig. 1 aus einer nach oben offenen Festschiene 2 und einer mit dieser verklammerten,
oben aus der Festschiene 2 geringfügig hervorragenden Innenschiene 3. Die Flansche
4a, 4b der Festschiene 2 sind im Ausführungsbeispiel ausgehend von dem horizontalen
Profilsteg 5 zu einem ersten Flanschabschnitt 6 abgekantet, der in einen zweiten,
unter einem geringeren Winkel als der erste Flanschabschnitt 6 abgekanteten Zwischenflanschabschnitt
7 übergeht und dann in einen stegartigen, dazu gegenläufig nach innen abgewinkelten
Flanschabschnitt 8 endet. Die zur Festschiene 2 gespiegelt angeordnete Innenschiene
3 weist V-förmig gekantete Flansche 9a, 9b auf, wobei sowohl der erste V-Flanschabschnitt
10 als auch der zweite V-Flanschabschnitt 11 mit seinen ebenen, geraden Außenflächen
für in den Abkantradien der Festschiene 2 angeordnete Kugeln 12 die Laufflächen bereitstellt,
so daß sich eine Schublade über die Innenschiene 3 einschieben bzw. herausziehen läßt.
[0012] Das Führungs- und Laufsystem 1 ist mit einer in einem Freiraum 13 zwischen der Festschiene
2 und der Innenschiene 3 angeordneten, nach den Figuren 2 und 3 als langgestreckte
Baueinheit ausgebildeten Verriegelungseinrichtung 14 versehen. Die integrierte Verriegelungseinrichtung
14 besteht aus einem gekröpften Schwenkhebel 15, der in einem an der Innenschiene
3 angeordneten U-förmigen Profil 16 gelagert ist. Der Schwenkhebel 15 ist an einem
aus der Innenschiene 3 nur stirnseitig herausragenden Betätigungsende vertikal nach
oben zu einem Stegkopf 17 abgewinkelt, während er an seinem in der Innenschiene 3
liegenden Ende beidseitig mit Zapfen 18, bereitgestellt beispielsweise von einem Bolzen,
versehen ist. Den Zapfen 18 sind an der Festschiene 2 zwei an einem U-Profil voneinander
beabstandete, jeweils eine Rastausnehmung 19 aufweisende Hakenprofile 20 zugeordnet,
die an ihren den Zapfen 18 zugewandten Stirnseiten mit schräg verlaufenden Einrastführungsflächen
21 ausgebildet sind. Weiterhin ist an dem den Zapfen 18 gegenüberliegenden Ende des
Schwenkhebels 15 eine Feder 22 vorgesehen, die sich einerseits an der Innenfläche
der Innenschiene 3 und andererseits an der Oberfläche des Schwenkhebels 15 abstützt
(vgl. hierzu Fig. 2 und 3).
[0013] Beim linearen Einschieben der Innenschiene 3 in die Festschiene 2 wird der gekröpfte
Schwenkhebel 15 von einer an seiner Oberseite ausgebildeten kugelförmigen Erhöhung
23 gezielt nach unten hin abgelenkt, so daß die Zapfen 18 auf die schräg verlaufende
Einrastführungsfläche 21 treffen. Die Zapfen 18 des Schwenkhebels 15 werden dann über
die Schrägfläche 21 bis zu derem unteren Ende zwangsgeführt (vgl. Fig. 2). Sobald
sich die Zapfen 18 in Deckungslage mit den Rastausnehmungen 19 befinden, schnappen
sie nach oben hin in diese ein und arretieren somit bewegungssicher die Innenschiene
3 mit der Festschiene 2 (vgl. Fig. 3). Das Verriegeln in dieser Endposition erfolgt
aufgrund der Federunterstützung selbsttätig.
[0014] Die Entriegelung des Schienensystems erfolgt, indem der außerhalb der Schienen 2,
3 liegende Stegkopf 17 entgegen der Federkraft angehoben wird und in der Folge der
Schwenkhebel 15 mit den Zapfen 18 aus den Rastausnehmungen 19 tritt. Dies gewährleistet,
daß die Schublade erst dann ausgefahren werden kann, wenn die Verriegelung völlig
gelöst ist.
1. Führungs- und Laufsystem (1) von Schubladen, Auszügen für Werkstattwagen oder dergleichen,
umfassend parallel voneinander beabstandete Schienenanordnungen, bestehend jeweils
aus einer beweglichen Innenund einer Festschiene (3 bzw. 2), von denen die Innenschiene
(3) auf zwischen Laufflächen der beiden profilierten Schienen vorgesehenen Kugeln
(12) läuft, und eine Verriegelungseinrichtung (14),
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verriegelungseinrichtung (14) als langgestrecktes Bauteil ausgebildet und zwischen
der Festschiene (2) und der Innenschiene (3) angeordnet ist.
2. Führungs- und Laufsystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Verriegelungseinrichtung (14) aus einem in der Innenschiene (3) gelagerten, einseitig
federbeaufschlagten Schwenkhebel (15) besteht, der an einem stirnseitig aus der Innenschiene
(3) herausragenden freien Ende vertikal nach oben abgewinkelt und an seinem anderen,
in der Innenschiene (3) liegenden Ende beidseitig mit Zapfen (18) versehen ist, die
in voneinander beabstandeten, an der Festschiene (2) angeordneten, eine Rastausnehmung
(19) aufweisenden Hakenprofilen (20) eingreifen.
3. Führungs- und Laufsystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das von den Zapfen (18) entfernte Ende des Schwenkhebels (15) von einer Feder (22)
beaufschlagt ist.
4. Führungs- und Laufsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Zapfen (18) außen an den Hakenprofilen (20) eine schräg verlaufende Einrastführungsfläche
(21) zugeordnet ist.
5. Führungs- und Laufsystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schwenkhebel (15) gekröpft ausgebildet ist und seiner Oberseite benachbart zu
den Hakenprofilen (20) eine kugelförmige Erhöhung (23) aufweist.