[0001] Die Erfindung betrifft einen Schi- oder Snowboardschuh, dessen Sohlenbereich eine
Ausnehmung zum Aufnehmen eines auf einem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteiles
aufweist, wobei in der Ausnehmung wenigstens zwei sich gegenüberliegende Verbindungsteile,
die zum Eingriff in das am Wintersportgerät angeordnete Bindungsteil ausgebildet sind,
angeordnet sind, wobei das vordere Verbindungsteil wenigstens zwei beidseitig der
Symmetrieachse des Verbindungsteiles liegende Eingriffselemente zum form- bzw. kraftschlüssigen
Eingriff in korrespondierende Aufnahmebereiche des auf dem Wintersportgerät angeordneten
Bindungsteiles aufweist.
[0002] In der EP 1 174 165 A2 ist eine Bindungskonstruktion gezeigt, die zum lösbaren Verbinden
eines Schuhs mit einem Wintersportgerät aus mindestens zwei Bindungsteilen besteht.
Das auf dem Wintersport angeordnete Bindungsteil weist zwei drehbare Aufnahmeelemente
mit Aufnahmebereichen auf, wobei beim Herstellen der Verbindung jeder Aufnahmebereich
mit einem Vorsprung des im Sohlenbereich des Schuhs angeordneten Bindungsteils ineinandergreift.
Die Aufnahmeelemente sind über federbelastete Stellvorrichtungen unabhängig voneinander
mit Druck beaufschlagbar, sodass es möglich ist, einen nichtlinearen Auslöseverlauf
einzustellen, der infolge der Stellvorrichtungen links und rechts getrennt, voneinander
unabhängig geregelt werden kann.
[0003] Als nachteilig an diesem Stand der Technik hat sich die große Anzahl der mechanischen
Teile, die nicht zuletzt aufgrund ihrer drehbaren Lagerung relativ anfällig gegen
äußere Einflüsse sind, herausgestellt. Außerdem ist es notwendig, falls die Bindungskonstruktion
auf einem Paar Schier montiert wird, diese zu markieren, um sicherzustellen, die Schier
entsprechend der unterschiedlichen Auslöseeinstellung "richtig" angezogen werden,
da in der Regel die Innenkante aus Sicherheitsgründen härter auslösen sollte. Werden
die Skier verkehrt angezogen, würde die naturgemäß deutlich stärker belastete Innenkante
leichter auslösen als die Außenkante, was unweigerlich zu einer vermehrten Anzahl
von Stürzen führen würde.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, einen neuartigen Schi- oder Snowboardschuh, dessen
Sohlenbereich eine Ausnehmung zum Aufnahmen eines auf einem Wintersportgerät angeordneten
Bindungsteiles aufweist, sowie eine Bindungskonstruktion der eingangs erwähnten Art
anzugeben, die insgesamt einen einfachen und robusten Aufbau ermöglichen und die bekannten
Nachteile vermeiden.
[0005] Erfindungsgemäß wird dies dadurch erreicht, dass die Eingriffselemente unterschiedlich
lang ausgebildet bzw. längenveränderlich einstellbar und/oder unterschiedlich ausgeformt
sind, sodass die Auslösehärte und/oder das Auslöseverhalten für unterschiedliche Auslöserichtungen
(L, R) des Schuhs unterschiedlich einstellbar ist. Dadurch wird erreicht, dass die
asymmetrische Links-Rechts-Auslösung für jeden Fuß unabhängig davon eingestellt werden
kann, wie man den Schi anzieht, da die Einstellung des unterschiedlichen Auslöseverhaltens
ausschließlich über die im Schuh angeordneten Eingriffselemente erfolgt. Es kann also
der rechte bzw. der linke Schuh unabhängig vom auf dem Wintersportgerät angeordneten
Bindungsteil so eingestellt werden, dass jeweils die Innenseite härter auslöst als
die Außenseite. Auf diese Weise wird das seitliche Auslöseverhalten für den linken
bzw. rechten Schi über den linken bzw. rechten Schuh eingestellt, sodass es keine
Rolle spielt, welcher Schi auf welcher Seite angezogen wird.
[0006] Eine kostengünstige Variante ergibt sich, wenn, wie gemäß einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung vorgesehen, wenigstens der vordere Verbindungsteil einteilig mit dem
Sohlenbereich des Schuhs ausgebildet ist. Gemäß einem alternativen Ausführungsbeispiel
zufolge ist es jedoch auch möglich, das vordere Verbindungsteil über ein vorzugsweise
mittig angeordnetes Lagerteil drehbar zu lagern und Mittel zum veränderbaren Fixieren
der Lageposition vorzusehen, wodurch eine Justierung des Längenunterschiedes der beiden
Eingriffselemente durch Veränderung der Lage des Verbindungsteiles gegenüber dem auf
dem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteil möglich ist.
[0007] Wenn das vordere Verbindungsteil wenigstens eine Bohrung zur Aufnahme eines Eingriffselementes
aufweist, kann dadurch ein sicherer Sitz des Eingriffselementes im vorderen Verbindungsteil
gewährleistet werden, wobei eine weitere Ausführungsform der Erfindung vorsieht, dass
die Bohrung(en) und das (die) Eingriffselement(e) zum formschlüssigen Eingriff ineinander
ausgebildet sind. Als besonders günstig hat es sich dabei herausgestellt, wenn der
Formschluss mittels eines Gewindes hergestellt ist. Dadurch kann das Eingriffselement
in einfacher Weise in den vorderen Verbindungsteil eingeschraubt werden und im Bedarfsfall,
beispielsweise bei Beschädigung, ersetzt werden.
[0008] Gleichzeitig wird durch eine derartige Anordnung erreicht, dass das Eingriffselement
längenveränderlich einstellbar ist, wobei gemäß einer weiteren Ausführungsform der
Erfindung vorgesehen ist, dass im vorderen Verbindungsteil eine Klemmeinrichtung,
mit der das Eingriffselement in der Bohrung lagefixiert ist, angeordnet ist. Es wird
also das Eingriffselement in die Bohrung des vorderen Verbindungsteiles so weit eingeschraubt,
bis die Länge des vom Verbindungsteil vorstehenden Teiles des Eingriffselementes der
gewünschten Auslöseeinstellung entspricht, worauf das Eingriffselement mittels der
Klemmrichtung, die gemäß einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wenigstens
eine vorzugsweise normal zur Längsachse der Bohrung in diese einbringbare Schraube
aufweist, im vorderen Verbindungsteil lagefixiert wird.
[0009] Gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel der Erfindung kann wenigstens ein Eingriffselement
in seinem dem auf dem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteil zugewandten Endbereich
eine flanschartige Erweiterung aufweisen, sodass die Angriffsfläche des Eingriffselementes
mit dem auf dem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteil vergrößert wird. Erfolgt
die Längeneinstellung des Eingriffselementes, wie gemäß einem weiteren Ausführungsbeispiel
der Erfindung vorgesehen, über eine auf der dem vorderen Verbindungsteil zugewandten
Seite der flanschartigen Erweiterung am Eingriffselement anordenbaren Distanzhülse,
kann dadurch eine exakte Längeneinstellung des Eingriffselementes erreicht werden,
wobei die flanschartige Erweiterung als Anschlag für die Distanzhülse dient. Weist
das Eingriffselement ein Gewinde auf, kann die Distanzhülse selbstverständlich auch
durch eine Kontramutter ersetzt werden.
[0010] Um ein besseres Gleiten der Eingriffselemente in den Aufnahmebereichen des auf dem
Wintersportgerät angeordneten Bindungsteiles zu erreichen, sieht eine weitere Ausführungsform
vor, dass wenigstens ein Eingriffselement in seinem dem auf dem Wintersportgerät angeordneten
Bindungsteil zugewandten Endbereich im wesentlichen rund, vorzugsweise halbkugelförmig,
ausgebildet ist. Gemäß einer weiteren Ausführungsvariante können dabei die dem auf
dem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteil zugewandten Endbereiche der Eingriffselemente
unterschiedlich ausgeformt sein, wobei günstigerweise der Endbereich wenigstens eines
Eingriffselementes asymmetrisch bezüglich der Mittellängsachse des Eingriffselementes
ausgeformt ist. Dadurch wird es möglich, neben der Auslösehärte infolge des Längenunterschiedes
auch das Auslöseverhalten der beiden Eingriffselemente eines Schuhs unterschiedlich
und unabhängig voneinander einzustellen.
[0011] Gemäß einem bevorzugten Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Schi- oder Snowboardschuhs
weist das vordere Verbindungsteil zwei beidseitig der Symmetrieachse des Verbindungsteiles
liegende Eingriffselemente auf, von denen das bezüglich der Symmetrieachse des Schuhs
auf der Innenseite des Schuhs liegende Eingriffselement länger ist bzw. zum auf dem
Wintersportgerät angeordneten Verbindungsteil hin weiter vorsteht als das auf der
Außenseite des Schuhs liegende Eingriffselement, wobei günstigerweise der Endbereich
des außenliegenden Eingriffselementes bezüglich der Symmetrieachse des Eingriffselementes
asymmetrisch ausgebildet ist. Dadurch wird einerseits erreicht, dass die Bindung auf
der Innenseite, die beim Schifahren deutlich stärker belastet wird, härter auslöst
als auf der Außenseite. Gleichzeitig kann durch die asymmetrisch Ausformung des außenliegenden
Eingriffselementes die Auslöseprogression des Eingriffselementes unterschiedlich gewählt
werden, beispielsweise in Abhängigkeit davon, wie gut der Benutzer des Schischuhs
das Wintersportgerät beherrscht.
[0012] Um die Eingriffselemente vor äußeren Einflüssen, wie z.B. Vereisung, zu schützen,
sieht eine weitere Ausführungsform der Erfindung vor, dass die Eingriffselemente zumindest
im Eingriffsbereich mit dem auf dem Wintersportgerät angeordneten Verbindungsteil
eine Ummantelung, vorzugsweise aus Gummi, aufweisen.
[0013] Weiters soll eine Bindungskonstruktion zum lösbaren Verbinden eines Schuhs mit einem
Wintersportgerät bestehend aus mindestens zwei Bindungsteilen angegeben werden, von
denen ein zweites Bindungsteil auf dem Wintersportgerät angeordnet ist und ein vorderes
Aufnahmeelement mit beidseitig der Symmetrieachse angeordneten Aufnahmebereichen aufweist,
wobei das vordere Aufnahmeelement einstückig ausgebildet und auf dem Wintersportgerät
lagefixiert ist. Durch eine derartige Ausbildung wird eine gegenüber dem bekannten
Stand der Technik einfachere, robuste und beinahe wartungsfreie Bindungskonstruktion
erreicht, die keine drehbaren Aufnahmeelemente mehr aufweist, was sich vor allem auf
die Lebensdauer der erfindungsgemäßen Bindungskonstruktion positiv auswirkt.
[0014] Wenn, wie gemäß einer weiteren Ausführungsform der Erfindung vorgesehen, die Anlageflächen
konkav ausgebildet sind und jeweils von der den Eingriffselementen zugewandten Stirnfläche
des Aufnahmeelementes bis zur nächstliegenden Seitenfläche des Aufnahmeelementes reichen,
können die Eingriffselemente, deren Endbereiche günstigerweise halbkugelförmig ausgebildet
sind, im Beanspruchungsfall entlang dieser kreissegmentförmigen Anlageflächen gleiten,
wobei der Fersenbereich des Schuhs als Drehpunkt fungiert. Eine besonders einfache
Konstruktion ergibt sich dabei, wenn die Aufnahmebereiche symmetrisch bezüglich der
Mittellängsachse des Aufnahmeelementes angeordnet sind, wobei die Aufnahmebereiche
jeweils wenigstens einen Teil der Seitenfläche umfassen.
[0015] Um sicherzustellen, dass die unterschiedlich langen Eingriffselemente an den jeweils
korrespondierenden Anlageflächen der Aufnahmebereiche angreifen, ohne dass dies eine
Schrägstellung des Schischuhs zur Folge hätte, sieht eine weitere Ausführungsform
der Erfindung vor, dass wenigstens die Anlageflächen des Aufnahmeelementes eine elastische
Ummantelung, vorzugsweise aus verformbarem Kunststoff, aufweisen.
[0016] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung werden anhand der Zeichnung in der
nachfolgenden Figurenbeschreibung näher erläutert. Dabei zeigt:
- Fig. 1
- schematisch einen Längsschnitt durch einen auf einem Wintersportgerät angeordneten
erfindungsgemäßen Schuh,
- Fig. 2
- eine Konstruktionsskizze des auf dem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteiles
und des vorderen Verbindungsteiles des Schuhs mit unterschiedlich langen Eingriffselementen,
- Fig. 3
- das Ausführungsbeispiel von Fig. 2 mit unterschiedlich ausgeformten Eingriffselementen
und
- Fig. 4a bis 4c
- Kennlinien unterschiedlicher Auslöseprogressionen infolge unterschiedlich ausgeformter
Endbereiche des Eingriffselementes.
[0017] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, weist der Sohlenbereich 2 eines Schi- oder Snowboardschuhs
1 eine Ausnehmung 3 auf, in der ein hinteres Verbindungsteil 4 sowie ein vorderes
Verbindungsteil 5 angeordnet sind, die sich gegenüberliegen. Die beiden Verbindungsteile
4, 5 sind zum Eingriff in das auf dem Wintersportgerät 6 angeordnete Bindungsteil
7 ausgebildet. Das Bindungsteil 7 weist ein federbelastetes Rastelement 16 auf, welches
mit dem hinteren Verbindungsteil 4 formschlüssig ineinandergreift. Auf dem dem Rastelement
16 gegenüberliegenden Ende des Bindungsteiles 7 ist ein vorderes Aufnahmeelement 14
angeordnet, welches über Schrauben 21 mit dem Wintersportgerät 6 verbunden und an
diesem lagefixiert ist. Das Aufnahmeelement 14 weist auf seinem dem vorderen Verbindungselement
5 zugewandten Ende einen Aufnahmebereich 9 auf, in dem das Eingriffselement 8 form-
bzw. kraftschlüssig eingreift.
[0018] Wie aus Fig. 2 und 3 ersichtlich, ist das Bindungsteil 7 mittels Schrauben 21 fest
mit dem Wintersportgerät 6 verbunden und weist ein von der Feder 19 beaufschlagtes
Rastelement 16 auf. Über die Einstellschraube 20 kann der Federdruck und somit die
Auslösehärte bei einem Frontal- oder Rückwärtssturz eingestellt werden. Auf seinem
dem vorderen Verbindungsteil 5 zugeordneten Ende weist das vordere Aufnahmeelement
14 zwei Aufnahmebereiche 9, 9' mit jeweils einer Anlagefläche 15 auf. Die Anlageflächen
15 reichen jeweils von der Stirnfläche 17 des Aufnahmeelementes 14 bis zu den jeweils
benachbarten Seitenflächen 18, 18' des vorderen Aufnahmeelementes und sind konkav
ausgebildet. An diesen Auflageflächen 15 greifen die Endbereiche 13, 13' der unterschiedlich
langen Eingriffselemente 8, 8' des vorderen Verbindungsteiles 5 an. Diese Angriffselemente
8, 8' sind auf ihrer dem Bindungsteil 7 abgewandten Seite mit einem Gewinde versehen
und in eine korrespondierende Bohrung des vorderen Verbindungsteiles 5 eingeschraubt,
wo sie mittels einer Klemmeinrichtung 10, beispielsweise Madenschrauben, in ihrer
Stellung gesichert werden. Eine zusätzliche Lagefixierung der Eingriffselemente 8
in der Bohrung des vorderen Verbindungsteiles 5 erfolgt durch eine Distanzhülse bzw.
Kontramutter 12. Das dem Bindungsteil 7 zugewandte Ende des Eingriffselementes 8 weist
eine flanschartige Erweiterung 11 1 auf, wobei der Endbereich 13, 13' halbkugelförmig
ausgebildet ist. Bei einem seitlichen Auslösevorgang gleiten also die halbkugelförmigen
Endbereiche 13, 13' der Eingriffselemente 8, 8' entlang der konkaven Anlagefläche
15 der Aufnahmebereiche 9, 9', wobei bei einer seitlichen Auslösung in Richtung L
das Eingriffselement 8 den Aufnahmebereich 9 aufgrund der konkaven Ausformung der
Anlagefläche 15 im Bereich der Seitenfläche 18 des Aufnahmeelementes 14 relativ leicht
verlassen kann, während der Endbereich 13' des Eingriffselementes 8' den Aufnahmebereich
9' gegen den kleiner werdenden Radius der konkaven Anlagefläche 15 zur Stirnseite
17 hin verlassen muss. Der Längenunterschied der Eingriffselemente bewegt sich pro
Z-Zahl im Bereich von 1/10 mm, wobei die Z-Zahl dem Gewicht des Wintersportgerätbenutzers
entspricht (Z3-Z12 = 50 kg-90kg). Das heißt bei einem Gewicht von 90 kg ist das auf
der Innenseite des Schuhs angeordnete Eingriffselement um 1,2 mm länger als das auf
der Außenseite des Schuhs angeordnete Eingriffselement.
[0019] Bei dem in Fig. 3 dargestellten Ausführungsbeispiel stehen die Eingriffselemente
8, 8' nicht nur unterschiedlich weit vom vorderen Verbindungsteil 5 vor, es sind auch
noch die Endbereiche 13, 13' unterschiedlich ausgeformt, und zwar derart, dass der
Endbereich 13' asymmetrisch bezüglich der Mittellängsachse m' des Eingriffselementes
8' ausgestaltet ist. Je nach Ausformung des Endbereiches 13, 13' des Eingriffselementes
8, 8' lassen sich die in den Fig. 4a bis 4c dargestellten unterschiedlichen Auslöseprogressionen
einstellen, wobei die Darstellungen lediglich qualitative Prinzip-Skizzen sind.
[0020] Fig. 4a zeigt dabei ein kontinuierliches Auslösen des ausgeformten Eingriffselementes,
wie dies bei Schifahrern mit durchschnittlichem Fahrkönnen wünschenswert ist. Das
in Fig. 4b dargestellte Auslöseverhalten eignet sich insbesondere für sportliche Schifahrer
und ist derart ausgelegt, dass die Mittelstellung erst nach etwa 50 Prozent des Einstellwertes
verlassen wird und das Eingriffselement dann linear auslöst. Eine Auslöseprogression,
wie sie von Rennsportlern gewünscht wird, wird in der Fig. 4c gezeigt. Dabei wird
die Mittelstellung ebenfalls erst nach etwa 50 Prozent des Einstellwertes verlassen,
in weiterer Folge steigt die Kennlinie stark an und verläuft dann bis zum tatsächlichen
Auslösen relativ flach.
[0021] Der erfindungsgemäße Schi- bzw. Snowboardschuh bietet im wesentlichen also drei unterschiedliche
Einstellmöglichkeiten, nämlich
a) gleiches Auslöseverhalten bei unterschiedlicher Auslösehärte dann, wenn die beiden
Eingriffselemente gleich ausgeformt, jedoch unterschiedlich lang sind,
b) gleiche Auslösehärte bei unterschiedlichem Auslöseverhalten dann, wenn die beiden
Eingriffselemente gleich lang, jedoch unterschiedlich ausgeformt sind und unterschiedliche
Auslösehärte und
c) unterschiedliches Auslöseverhalten, wenn die Eingriffselemente unterschiedlich
lang und unterschiedlich ausgeformt sind.
[0022] Wenn auch die Erfindung anhand der gezeigten Ausführungsbeispiele konkret beschrieben
wurde, versteht es sich von selbst, dass die Erfindung nicht auf diese gezeigten Ausführungsbeispiele
beschränkt ist. Eine Grundidee der Erfindung stellt jedenfalls die unterschiedliche
Länge bzw. die unterschiedliche Ausformung der Eingriffselemente, eine weitere die
einstückige Ausführung des vorderen Aufnahmeelementes, das keine beweglichen Teile
mehr aufweist, dar.
1. Schi- oder Snowboardschuh, dessen Sohlenbereich eine Ausnehmung zum Aufnehmen eines
auf einem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteiles aufweist, wobei in der Ausnehmung
wenigstens zwei sich gegenüberliegende Verbindungsteile, die zum Eingriff in das am
Wintersportgerät angeordnete Bindungsteil ausgebildet sind, angeordnet sind, wobei
das vordere Verbindungsteil wenigstens zwei beidseitig der Symmetrieachse des Verbindungsteiles
liegende Eingriffselemente zum form- bzw. kraftschlüssigen Eingriff in korrespondierende
Aufnahmebereiche des auf dem Wintersportgerät angeordneten Bindungsteiles aufweist,
dadurch gekennzeichnet, dass die Eingriffselemente (8, 8') unterschiedlich lang ausgebildet bzw. längenveränderlich
einstellbar und/oder unterschiedlich ausgeformt sind, sodass die Auslösehärte und/oder
das Auslöseverhalten für unterschiedliche Auslöserichtungen (L, R) des Schuhs (1)
unterschiedlich einstellbar ist.
2. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens das vordere Verbindungsteil (5) einteilig mit dem Sohlenbereich (2) des
Schuhs (1) ausgebildet ist.
3. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Verbindungsteil (5) über ein vorzugsweise mittig angeordnetes Lagerteil
drehbar gelagert ist und Mittel zum veränderbaren Fixieren der Lageposition vorgesehen
sind.
4. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Verbindungsteil (5) wenigstens eine Bohrung zur Aufnahme eines Eingriffselementes
(8, 8') aufweist.
5. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Bohrung(en) und das (die) Eingriffselement(e) (8, 8') zum formschlüssigen Eingriff
ineinander ausgebildet sind.
6. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Formschluss mittels eines Gewindes hergestellt ist.
7. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass im vorderen Verbindungsteil (5) weiters eine Klemmeinrichtung (10), mit der das Eingriffselement
(8, 8') in der Bohrung lagefixierbar ist, angeordnet ist, sodass das Eingriffselement
(8, 8') längenveränderlich einstellbar ist.
8. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Klemmeinrichtung (10) wenigstens eine vorzugsweise normal zur Längsachse (a)
der Bohrung in diese einbringbare Schraube aufweist.
9. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Eingriffselement (8, 8') in seinem dem auf dem Wintersportgerät (6)
angeordneten Bindungsteil (7) zugewandten Ende eine flanschartige Erweiterung (11)
aufweist.
10. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Längeneinstellung des Eingriffselementes (8, 8') über eine auf der dem vorderen
Verbindungsteil (5) zugewandten Seite der flanschartigen Erweiterung (11) am Eingriffselement
(8, 8') anordenbaren Distanzhülse (12) erfolgt.
11. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Eingriffselement (8, 8') in seinem dem auf dem Wintersportgerät (6)
angeordneten Bindungsteil (7) zugewandten Endbereich (13, 13') im wesentlichen rund,
vorzugsweise halbkugelförmig, ausgebildet ist.
12. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die dem auf dem Wintersportgerät (6) angeordneten Bindungsteil (7) zugewandten Endbereiche
(13, 13') der Eingriffselemente (8, 8') unterschiedlich ausgeformt sind.
13. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass der dem auf dem Wintersportgerät (6) angeordneten Bindungsteil (7) zugewandten Endbereich
(13, 13') wenigstens eines Eingriffselementes (8, 8') asymmetrisch bezüglich der Mittellängsachse
(m, m') des Eingriffselementes (8, 8') ausgeformt ist.
14. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Verbindungsteil (5) zwei beidseitig der Symmetrieachse (Sv) des Verbindungsteiles
(5) liegende Eingriffselemente (8, 8') aufweist, von denen das bezüglich der Symmetrieachse
des Schuhs (1) auf der Innenseite des Schuhs (1) liegende Eingriffselement (8) länger
ist bzw. zum auf dem Wintersportgerät (6) angeordneten Verbindungsteil (7) hin weiter
vorsteht als das auf der Außenseite des Schuhs (1) liegende Eingriffselement (8').
15. Schi- oder Snowboardschuh nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Endbereich (13') des außenliegenden Eingriffselementes (8') bezüglich der Symmetrieachse
(m') des Eingriffselementes (8') asymmetrisch ausgebildet ist.
16. Schi- oder Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Eingriffselemente (8, 8') zumindest im Eingriffsbereich mit dem auf dem Wintersportgerät
(6) angeordneten Verbindungsteil (7) eine Ummantelung, vorzugsweise aus Gummi, aufweisen.
17. Bindungskonstruktion zum lösbaren Verbinden eines Schuhs mit einem Wintersportgerät,
insbesondere Ski oder Snowboard, bestehend aus mindestens zwei Bindungsteilen, von
denen ein erstes Bindungsteil im Sohlenbereich des Schuhs und ein zweites Bindungsteil
auf dem Wintersportgerät angeordnet ist, wobei zum Herstellen der Verbindung das zweite,
auf dem Wintersportgerät angeordnete Bindungsteil in eine Ausnehmung des ersten, im
Sohlenbereich des Schuhs angeordneten Bindungsteiles eindringt und das auf dem Wintersportgerät
angeordnete Bindungsteil ein vorderes Aufnahmeelement mit beidseitig der Symmetrieachse
angeordneten Aufnahmebereichen mit einer Anlagefläche für am Schuh angeordnete Eingriffselemente
sowie ein federbelastetes Rastelement aufweist, insbesondere für einen Schi- oder
Snowboardschuh nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das vordere Aufnahmeelement (14) einstückig ausgebildet und auf dem Wintersportgerät
(6) lagefixiert ist.
18. Bindungskonstruktion nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Anlageflächen (15) konkav ausgebildet sind und jeweils von der den Eingriffselementen
(8, 8') zugewandten Stirnfläche (17) des Aufnahmeelementes (14) bis zur nächstliegenden
Seitenfläche (18, 18') des Aufnahmeelementes (14) reichen.
19. Bindungskonstruktion nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmebereiche (9, 9') symmetrisch bezüglich der Mittellängsachse des Aufnahmeelementes
(14) angeordnet sind, wobei die Aufnahmebereiche (9, 9') jeweils wenigstens einen
Teil der Seitenfläche (18, 18') umfassen.
20. Bindungskonstruktion nach einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die Anlageflächen (15) des Aufnahmeelementes (14) eine elastische Ummantelung,
vorzugsweise aus verformbarem Kunststoff, aufweisen.