(19)
(11) EP 1 375 361 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
02.01.2004  Patentblatt  2004/01

(21) Anmeldenummer: 03013217.9

(22) Anmeldetag:  12.06.2003
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7B65D 5/42, B65D 5/54
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR HU IE IT LI LU MC NL PT RO SE SI SK TR
Benannte Erstreckungsstaaten:
AL LT LV MK

(30) Priorität: 17.06.2002 DE 10227050

(71) Anmelder: Albert Frey Verpackungsentwicklungen und Vertriebs-GmbH
87719 Mindelheim (DE)

(72) Erfinder:
  • Frey, Albert O.
    87742 Dirlewang-Helchenried (DE)

(74) Vertreter: Lewinsky, Dietrich 
Patent- und Rechtsanwälte Lewinsky & Partner GbR Gotthardstrasse 81
80689 München
80689 München (DE)

   


(54) Wellpappe mit Aufreisslinie


(57) Bei einer Wellpappe in einwelliger Ausführung mit Wellenpapier (14), das beidseitig mit zwei Deckenpapieren (12a,12b) verbunden ist und eine Aufreißlinie (18) aufweist, entlang der die Wellpappe (10) aufreißbar ist, sind die beiden Deckenpapiere (12a,12b) entlang der Aufreißlinie (18) direkt gegenüberliegend zumindest zu 50% durchgeschnitten, während das Wellenpapier (14) gar nicht oder nur im Bereich der Wellenberge angeschnitten ist, wobei die Aufreißlinie (18) geradlinig oder bogenförmig ausgebildet ist.
Durch diese Konstruktion ist die mechanische Stabilität der Wellpappe kaum beeinträchtigt. Beim Aufreißvorgang wirken die geschnittenen Deckenpapiere wie Messerkanten, die das Wellenpapier sauber an den vorgesehenen Stellen durchtrennt, was zu sauberen und optisch ansprechenden Schnittkanten führt.




Beschreibung


[0001] Die Erfindung betrifft Wellpappe in einwelliger Ausführung mit Wellenpapier, das beidseitig mit zwei Deckenpapieren verbunden ist und eine Aufreißlinie aufweist, entlang der die Wellpappe aufreißbar ist, wobei die beiden Deckenpapiere entlang der Aufreißlinie beidseitig eingeschnitten sind.

[0002] Wellpappe wird als Werkstoff für viele Transport-, Um- und in jüngster Zeit auch verstärkt für Verkaufsverpackungen verwendet. Neben dem Transportschutz werden an viele diese Verpakkungen noch weitere Anforderungen gestellt. Eine davon ist, dass die Verpackungen einfach, zuverlässig, sicher und leicht geöffnet werden können. Hierzu weisen herkömmliche Wellpappen Perforationen oder ähnliche Schnittkombinationen entlang der Aufreißlinie auf. Zum Teil werden diese Perforationen durch einen hinterklebten Aufreißfaden aus reißfestem Material unterstützt, der das Aufreißen zuverlässiger gestalten soll.

[0003] Aus der DE 197 05 533 ist eine Anordnung zur Ausbildung einer Aufreißlinie für Voll- und Kompaktpappe bekannt, bei der die Pappe beidseitig um einen Abstand von einigen Millimetern versetzte Ritzungen aufweist. Beim Aufreißvorgang reißt die Pappe in der Papierebene zwischen den Böden der Ritzungen. Jenes Verfahren ist jedoch auf Wellpappen nicht übertragbar, da kein homogenes Material vorhanden ist.

[0004] Die GB 777,079 offenbart eine einwellige Wellpappe mit Aufreißlinien, wobei alternativ durchgehende Schnitte, die in die Deckenpapiere nur eingeschnitten sind (also die Deckenpapiere nicht komplett durchschneiden) oder aber eine unterbrochene Perforierung, die jedoch die Deckenpapiere komplett durchschneidet, vorgeschlagen werden. In jedem Fall sind die beiderseitigen Aufreißlinien gegeneinander beabstandet, so dass beim Aufreißen eine unsaubere Reißkante entsteht.

[0005] Die DE 693 00 351 T2 offenbart eine Aufreißeinrichtung für Wellpappen, bei denen ein Aufreißband vorgesehen ist, und beidseitig des Aufreißbandes Schwächungslinien und diesen gegenüberliegend auf dem rückseitigen Deckenpapier weitere Schwächungslinien vorgesehen sind. Eine derartige Konstruktion hat einige wesentliche Nachteile. So ist die Konstruktion baulich aufwendiger, und es können keine runden oder bogenförmigen Aufreißlinien ausgeführt werden, da das Aufreißband aus Kunststoff auf den Kartonzuschnitt aufgeklebt wird. Darüber hinaus unterliegt die Konstruktionsfreiheit hinsichtlich der Anordnung der Aufreißlinie aufgrund deren Gradlinigkeit erheblichen Beschränkungen.

[0006] Die bekannten Aufreißsysteme konnten die Anforderungen nach einer einfach zu öffnenden, dabei uneingeschränkt stabilen Verpackung nicht erfüllen. Der maßgebliche Grund liegt in dem technischen Widerspruch zwischen einerseits der Schwächung des Materials der Wellpappe für den Öffnungsprozeß und andererseits der Erhaltung der Stabilität des Materials für den Transportschutz. Die bekannten Systeme versuchen alle, einen Kompromiß aus diesen beiden diametralen Anforderungen zu finden.

[0007] Beispielsweise aus der Publikation "Transportverpackungen aus Voll- und Wellpappe" des Europäischen Handelsinstituts (EHI) ergibt sich aus Seite 13, dass die herkömmlichen Systeme alle unbefriedigend (nicht geeignet) sind. Auf Seite 30 dieser Publikation aus dem Jahre 1998 ergibt sich, dass Schachteln mit Perforationen zeitaufwendig geöffnet werden müssen und das Personal zum riskanten Gebrauch von Messern verleitet wird. Desweiteren führt der Gebrauch von Messern häufig zu einer unerwünschten außerordentlichen Beschädigung des Packgutes.

[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, die Aufreißlinie einer gattungsgemäßen Wellpappe derart auszubilden, dass eine einfache Fertigung unter Verzicht eines Aufreißbandes möglich ist, wobei die Wellpappe an den vorgesehenen Öffnungsbereichen leicht und zuverlässig zu öffnen ist, ohne dass die geforderte Stabilität der Wellpappe wesentlich beeinträchtigt wird und sich beim Aufreißvorgang saubere, glatte Reißkanten bilden.

[0009] Mit anderen Worten soll die Erfindung dem Erhalt der Stabilität der Wellpappe zur Gewährleistung von hohe Effizienz bei Abpackprozessen und der Sicherung des Packgutes während des Transportes dienen, andererseits leicht und zuverlässig an definierten Stellen, nämlich der vorgegebenen Aufreißlinie, zu öffnen sein und diese soll vor allem saubere Kanten nach dem Öffnen zur Verhinderung von Schnittverletzungen und zur Sicherstellung einer optimalen Optik gewährleisten. Die Optik ist insbesondere wichtig bei Display- und Verkaufspackungen, bei denen aus der Wellpappe Behälter zur Aufnahme von Waren gefertigt sind, die in Verkaufsregalen, beispielsweise von Supermärkten, aufgestellt werden.

[0010] Die Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.

[0011] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.

[0012] Dadurch, dass bei der Erfindung lediglich die Deckenpapiere einander gegenüberliegend durchgeschnitten sind, während die Wellenstruktur nicht oder nur unwesentlich (entlang der Wellenberge bzw. Wellentäler) angeschnitten wird, ist die mechanische Stabilität der Wellpappe kaum beeinträchtigt. Beim Aufreißvorgang, wirken die geschnittenen Deckenpapiere wie Messerkanten, die das Wellenpapier sauber und spanlos an den vorgesehenen Stellen im Scherschnittverfahren durchschneiden, was zu sauberen und optisch ansprechenden Schnittkanten führt. Dabei wird das Wellenpapier zwischen dem oberen Dekkenpapier der einen Seite und dem unteren Deckenpapier der anderen Seite durchschnitten.

[0013] Mit anderen Worten dient die Erfindung dem Erhalt der Stabilität der Wellpappe zur Gewährleistung von hoher Effizienz bei Abpackprozessen und der Sicherung des Packgutes während des Transportes, andererseits ist sie leicht und zuverlässig an definierten Stellen, nämlich der vorgegebenen Aufreißlinie, zu öffnen und diese gewährleistet vor allem saubere Kanten nach dem Öffnen zur Verhinderung von Schnittverletzungen und zur Sicherstellung einer optimalen Optik. Die Optik ist insbesondere wichtig bei Display- und Verkaufspackungen, bei denen aus der Wellpappe Behälter zur Aufnahme von Waren gefertigt sind, die in Verkaufsregalen, beispielsweise von Supermärkten, aufgestellt werden.

[0014] Es ist von Vorteil, wenn die Deckenpapiere zu 100% durchschnitten werden. Bei geringerer Schnitttiefe in die Deckenpapiere oder bei einem seitlichen Versatz der gegenüberliegenden Schnitte in den Deckenpapieren von größer als 1,5 mm ist die besondere Funktion der Wirkung der Aufreißkanten als Scherkanten nicht gewährleistet, was in der Regel zu unsauberen Schnittkanten führt.

[0015] Erfindungsgemäß kann die Schnitttiefe derart gewählt werden, dass der Schnitt nicht nur die Deckenpapiere vollständig durchtrennt sondern auch geringfügig in das Wellenpapier eindringt, so dass dieses entlang der Wellenberge geringfügig eingeschnitten sind. Die Schnitttiefe sollte nicht mehr als 5% des Abstandes zwischen den beiden Deckenpapieren betragen, um eine signifikante Schwächung der mechanischen Stabilität zu vermeiden. Wenn von "Wellenpapier" die Rede ist, ist damit ein- oder mehrlagiges Papier gemeint.

[0016] Alternativ ist es auch möglich, die Schnitttiefe zu wählen, dass der Schnitt die Deckenpapiere nicht vollständig, sondern zu mehr als 50%, vorzugsweise zu mehr als 80% durchschneidet, während das Wellenpapier dabei nicht angeschnitten wird. Bei dieser Ausbildung ist die erfindungsgemäße Schnittwirkung nicht so gut wie bei vollständig durchtrennten Deckenpapieren und damit sind die Reißkanten nicht entsprechend glatt. Dafür ist die Festigkeit der Wellpappe im Bereich der Schnitte etwas besser als bei tieferen Schnitten, insbesondere solchen, die bis in das Wellpapier eindringen.

[0017] Vorzugsweise liegen die Schnitte in die beiden Deckenpapiere einander bezüglich der Ebene der Wellpappe direkt gegenüber. Ein seitlicher Versatz von bis zu 1,5 mm, besser von weniger als 0,5 mm zwischen den gegenüberliegenden Schnitten der Vorder- und der Rückseite erreichen noch in eingeschränktem Maße die vorteilhaften Wirkungen der Erfindung. Bei einem größeren seitlichen Versatz erfolgt keine schneidene Wirkung mehr, vielmehr wird das Wellenpapier dann nur zerrissen, was zu optisch unansehnlichen Reißkanten führt.

[0018] Am optimalsten sind die erfindungsgemäßen Ergebnisse, wenn die Aufreißlinie näherungsweise senkrecht zur Wellenrichtung verläuft. In diesem Zusammenhang wird unter "Wellenrichtung" diejenige Richtung verstanden, in der das Wellenpapier geradlinig verläuft. Je kleiner der Winkel zwischen Aufreißlinie und Wellenrichtung ist, desto stärker wirkt sich die Faserrichtung des Wellenpapiers negativ auf die Optik der Trennkante aus.

[0019] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird dies durch eine größere Schnitttiefe und damit zu einem erhöhten Anschneiden der Wellenberge ausgeglichen, sofern der Winkel zwischen Aufreißlinie und Wellenrichtung größer ist, insbesondere mehr als ca. 30 Grad beträgt. Dadurch stellen auch Aufreißlinien mit Kurven kein Problem dar, und es wird möglich komplexe kurvenförmige Aufreißmechanismen zur Hervorbringung verkaufswirksamer Display- und Verkaufsverpackungen, wie beispielsweise in DE 197 05 533 genannt, zuverlässig in Wellpappe umzusetzen. Gegenüber dem in EP 571 197 B1 beschriebenen Verfahren mit hinterklebten Aufreißband zeichnet sich die Erfindung durch den Vorteil aus, dass Displays mit ansteigenden Seitenwänden beziehungsweise höheren Rückwänden realisiert werden können.

[0020] Bei einem noch kleineren Winkel zwischen Aufreißlinie und Wellenrichtung von vorzugsweise weniger als 30 Grad wird gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung die Schneidelinie wellenartig ausgebildet, entweder durch einen wellenartigen Schnitt oder durch Verwendung von Messern mit Wellenschliff, wodurch die Schnitttiefe in ertragbären Grenzen gehalten werden kann.

[0021] Je größer die Schnitttiefe und damit das Einschneiden des Wellenpapieres ist, desto geringer ist der relative Kraftaufwand beim Aufreißen der Wellpappe. Dieser Kraftaufwand nimmt mit zunehmender Schnitttiefe überproportional ab, während die relative Schwächung der Steifigkeit in gleicher Maße überproportional zunimmt, da bei zunehmender Schnitttiefe die Länge des durchtrennten Wellenpapiers überproportional abnimmt, aber die für die Steifigkeit der Wellpappe besonders wichtigen Bereiche der Wellenstruktur mit großem Anstellwinkel erst bei großer Schnitttiefe durchtrennt werden. Daraus ergibt sich, dass bei leichtem Einschneiden der Wellenberge die Stabilität der Wellpappe relativ wenig nachläßt, die Wellpappe aber deutlich leichter aufzureißen ist.

[0022] Je langfaseriger die Deckenpapiere im Vergleich zum Wellenpapier sind, desto leichter läßt sich die Wellpappe aufreißen. Andererseits verringert sich die Steifigkeit der mit Aufreißlinie versehenen Wellpappe relativ am geringsten, wenn das Wellenpapier langfaseriger als die Deckenpapiere ist.

[0023] Die Erfindung wird nachfolgend anhand bevorzugter Ausführungsbeispielen sowie der beigefügten Zeichnungen weiter erläutert: Dabei zeigt:
Figur 1:
Eine schematische perspektivische Darstellung einer erfindungsgemäßen Wellpappe beim Schneidevorgang;
Figur 2:
den Schneidevorgang gemäß Figur 1 in schematischer Seitenansicht;
Figur 3:
eine Schnittdarstellung der Wellpappe mit teilweise eingeschnittenem Wellenpapier;
Figur 4:
die Wellpappe beim Aufreißvorgang;
Figur 5:
drei Varianten von Einschnitten in eine Wellpappe;
Figur 6:
eine beispielhafte Anwendung der Wellpappe für einen ersten Verpackungskarton;
Figur 7:
eine beispielhafte Anwendung der Erfindung für einen zweiten Verpackungskarton.


[0024] In Figur 1 ist perspektivisch eine Wellpappe 10 dargestellt, die aus einem oberen Deckenpapier 12a und einem unteren Dekkenpapier 12b sowie einem dazwischen angeordneten und mit beiden Deckenpapieren 12a, 12b verleimten Wellenpapier 14 besteht. Das Wellenpapier 14 ist in Wellenrichtung 16 geradlinig und senkrecht dazu wellenartig ausgebildet. Wie in Figur 1 gezeigt ist, wird die Aufreißlinie 18, entlang derer die Wellpappe später aufgerissen werden soll dadurch gebildet, dass mittels zweier Messer 20a, 20b die Deckenpapieren 12a, 12b durchschnitten werden, wobei die beiden Schnitte bezüglich der Wellpappenebene übereinander liegen, also keinen seitlichen Versatz zueinander aufweisen.

[0025] Wie sich aus den Figuren 2a und 2b ergibt, können mittels der Messer 20a, 20b entweder nur die Deckenpapiere durchschnitten werden, ohne dass das Wellenpapier 14 betroffen ist (Fig. 2a), oder aber das Wellenpapier 14 wird im Bereich der Wellenberge 22 ebenfalls geritzt (Fig. 2b).

[0026] In Figur 3 ist vergrößert dargestellt, in welchem Umfang eine Ritzung des Wellenpapiers 14 erfindungsgemäß durchgeführt ist. Die Schnitttiefe 24 beträgt auf jeder Seite vorzugsweise nicht mehr als 5 % des Abstandes der beiden Deckenpapiere 12a, 12b, also der Dicke der Wellpappe 10. Entlang der Schnittlinien ist das Wellenpapier 14 also nur in Fragmenten vorhanden, was jedoch bei kleinen Schnitttiefen keine signifikante Reduzierung der Steifigkeit und Festigkeit bewirkt.

[0027] In Figur 4 ist perspektivisch schematisch der Aufreißvorgang dargestellt. Die Wellpappe 10 wird dabei entlang der Aufreißlinie 18, die zugleich der Schnitt in das obere Deckenpapier 12a ist, aufgerissen, wobei die sich dabei bildenden Reißkanten zugleich als Scherkanten 26a, 26b fungieren, welche eine saubere und glatte Durchtrennung des Wellenpapiers 14 sicherstellt. Diese Funktion wird insbesondere sichergestellt, wenn die beiden Deckenpapiere 12a, 12b vollständig durchgeschnitten sind. Denn ansonsten können sich keine scharfkantigen Scherkanten ausbilden, wenn die Deckenpapiere selbst teilweise erst durchgerissen werden müssen.

[0028] In Figur 5 sind zur Veranschaulichung der Erfindung drei Schnittvarianten in einer Wellpappe 10 dargestellt, wobei aus Gründen der Veranschaulichung die Dicken der beiden Deckenpapiere 12a, 12b gegenüber der Erstreckung des Wellenpapiers 14 vergrößert dargestellt sind. Die ersten Schnitte 40a, 40b durchschneiden die Deckenpapiere 12a, 12b zu 100% ohne nennenswert in das Wellenpapier 14 einzudringen. Die zweiten Schnitte 42a, 42b dringen zu ca. 60% in die Deckenpapiere 12a, 12b ein, das Wellenpapier 14 wird nicht angeschnitten. Die dritten Schnitte 44a, 44b durchschneiden die Deckenpapiere 12a, 12b vollständig, das Wellenpapier 14 wird zu ca. 10% (des Abstandes a zwischen den Deckpapieren 12a, 12b) angeschnitten. Die dritten Schnitte 44a, 44b weisen darüber hinaus einen seitlichen Versatz b auf, der weniaer als 1,5mm betragt.

[0029] In Figur 6 ist eine beispielhafte Anwendung der Erfindung für eine Wellkiste 28 (sog. "American Case") perspektivisch dargestellt, wobei die Wellenrichtung 16 der Wellpappe dargestellt ist (die Richtung des Pfeiles bzw. der Linien). Diese Wellkiste 28 umfaßt eine Aufreißlasche 30, die durch die umlaufende Aufreißlinie 18 gebildet ist. Hierdurch läßt sich die Aufreißlinie 18 derart ausbilden, dass die Aufreißlasche 30 ohne Zuhilfenahme von Messern etc. entfernt werden kann, wobei saubere und glatte Rißkanten zurückbleiben. Im demjenigen Bereich, in dem die Aufreißlinie 18 parallel zur Wellenrichtung 16 verläuft, kann anstelle der geraden auch eine wellenartig geschwungene Aufreißlinie 32 zur Anwendung gelangen. Bei Winkeln zwischen 0° und 90° kann die Schnitttiefe größer sein als in denjenigen Bereichen, bei denen die Aufreißlinie 18 senkrecht zur Wellenrichtung 16 verläuft.

[0030] In Figur 7 ist eine weitere beispielhafte Anwendung der Erfindung für einen Umverpackungskarton 50 dargestellt, in dem die Wellenrichtung des Wellenpapiers durch die Pfeile w dargestellt sind. Die fast beliebig geformte Schnittlinie 52, die geradlinig oder bogenförmig verlaufen kann, ist in Figur 7 dargestellt.

[0031] Für den Fall, dass die Schnittlinie parallel zur Wellenrichtung w verläuft (gestrichelt dargestellt), kann eine wellenartige (hin- und herschwingende) Schnittlinie 54 sinnvoll sein, um eine mittlere Schwächung der Wellenstruktur zu erzielen, während im Fall einer geraden Schnittlinie abhängig von der Wellenstruktur in der Schnittlinie eine sehr große oder auch gar keine Schwächung des Wellenpapiers möglich ist.


Ansprüche

1. Wellpappe in einwelliger Ausführung mit Wellenpapier (14), das beidseitig mit zwei Deckenpapieren (12a, 12b) verbunden ist und eine Aufreißlinie (18) aufweist, entlang der die Wellpappe (10) aufreißbar ist, wobei die beiden Deckenpapiere (12a, 12b) entlang der Aufreißlinie (18) beidseitig eingeschnitten sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnitte in die beiden Deckenpapiere (12a, 12b) diese zumindest zu 50% durchschneiden, während das Wellenpapier (14) gar nicht oder nur im Bereich der Wellenberge angeschnitten ist, und die Schnitte in die beiden Deckenpapiere (12a, 12b) einander gegenüberliegen und wobei die Aufreißlinie (18) geradlinig oder bogenförmig ausgebildet ist.
 
2. Wellpappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnitte in die beiden Deckenpapiere (12a, 12b) einander direkt gegenüberliegen.
 
3. Wellpappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schnitte in die beiden Deckenpapiere (12a, 12b) einen seitlichen Versatz von nicht mehr als 1,5 mm aufweisen.
 
4. Wellpappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Schnitte in die beiden Deckenpapiere (12a, 12b) diese zu 80% - 100% durchschneiden.
 
5. Wellpappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Winkel zwischen Aufreißlinie (18) und Wellenrichtung (16) von mehr als 70° die Deckenpapiere (12a, 12b) vollständig durchschnitten sind und die beiderseitige Schnitttiefe in das Wellenpapier (14) bis zu 5% des Abstandes zwischen den beiden Deckenpapieren (12a, 12b) beträgt.
 
6. Wellpappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Winkel zwischen Aufreißlinie (18) und Wellenrichtung (16) von 30° und 70° die beiderseitige Schnitttiefe in das Wellenpapier (14) bis zu 10% des Abstandes zwischen den beiden Deckenpapieren (12a, 12b) beträgt.
 
7. Wellpappe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass bei einem Winkel zwischen Aufreißlinie (18) und Wellenrichtung (16) von mehr als 75° die Schneidelinien wellenartig geschwungen sind.
 
8. Wellpappe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufreißlinie (18) aus mehreren Linienabschnitten mit unterschiedlichen Winkeln zwischen Aufreißlinie und Wellenrichtung besteht und je nach Winkelgröße unterschiedliche Schnitttiefen und Schneidelinienformen vorgesehen sind.
 




Zeichnung



















Recherchenbericht