[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Umlenken von in einem Schuppenstrom zugeführten
Druckprodukten um einen durch ein Zuförderorgan und ein Wegförderorgan gebildeten
Winkel, wobei das Zuförderorgan wenigstens annähernd über die Breite des Wegförderorgans
förderwirksam ist und gegenüberliegend zum Förderende des Zuförderorgans, oberhalb
des Wegförderorgans wenigstens ein diesem zugeordnetes kegelförmiges Leitorgan angeordnet
ist, das gleichsinnig mit der Förderrichtung des Wegförderorgans drehend einen Förderspalt
bildet.
[0002] Einrichtungen dieser Art bezwecken ein Umschuppen der Druckprodukte und gestatten
eine Aenderung der Förderrichtung.
[0003] Die CH - A - 617 408 offenbart eine Einrichtung der eingangs genannten Art, mit der
die von dem Zuförderorgan ankommenden Druckprodukte an der kegelförmigen Mantelfläche
im unterschlächtigen Förderbereich vor dem zylindrischen Abschnitt abgebremst werden,
sodass sie von den Umlenkorganen unzureichend erfasst und in eine Schräglage versetzt
werden, wovon der Weitertransport und die Trennung unter den Druckprodukten betroffen
ist.
[0004] Es ist auch ein kanalförmiges Wegförderorgan mit Seitenwänden, jedoch ohne weitere
Umlenkmittel bekannt. Eine solche Einrichtung behindert die Trennung aneinanderhaftender
Druckprodukte bei der Zuführung und vermag keine ausreichende Transportreibung sowohl
zwischen Förderband resp. Förderbändern des Wegförderorgans und der Druckprodukte
sowie den Druckprodukten zu bewirken.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, eine Einrichtung der eingangs
genannten Art zu schaffen, mit welcher mit einfachen Mitteln eine grössere Zuverlässigkeit
des Transports von Druckprodukten im Umlenkbereich erzielt werden kann.
[0006] Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das Leitorgan am Basisumfang
diesen überstehende Rotationskörper aufweist, die um eine senkrecht zur Drehachse
des Leitorgans angeordnete Achse frei drehbar gelagert sind. Dadurch kann eine eindeutige
Trennung der zugeführten Druckprodukte im Umlenkbereich und ein ausgerichteter Weitertransport
erzielt werden.
[0007] Anschliessend wird die Erfindung mit Bezugnahme auf die Zeichnung, auf die bezüglich
aller in der Beschreibung nicht näher erwähnten Einzelheiten verwiesen wird, anhand
eines Ausführungsbeispiels erläutert. Es zeigen in der Zeichnung:
- Fig. 1
- eine räumliche Darstellung der erfindungsgemässen Einrichtung,
- Fig. 2
- eine räumliche Darstellung der Einrichtung gemäss Fig. 1 von der Rückseite,
- Fig. 3
- eine auszugsweise Ansicht des Leitorgans der Einrichtung nach den Fig. 1 und 2,
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch das Leitorgan gemäss Fig. 3 und
- Fig. 5
- eine Ansicht des Leitorgans an der Rückseite.
[0008] Die Fig. 1 und 2 veranschaulichen eine Einrichtung 1 zum Umlenken von in einem Schuppenstrom
2 zugeführten Druckprodukten 3 um einen durch ein Zuförderorgan 4 (virtuell vorhanden)
und ein Wegförderorgan 5 gebildeten Winkel, hier 90°. Die Pfeile F weisen auf die
Förderrichtung der Druckprodukte hin. Zuförder- (4) und Wegförderorgan (5) sind durch
umlaufende Förderbänder ausgebildet, die in den Figuren nicht erkennbar sind. Das
Zuförderorgan 4 ist über die Breite des Wegförderorgans 5 förderwirksam. Das Wegförderorgan
5 ist durch zwei Seitenwände 6, 7 als Förderkanal ausgestaltet, sodass die zugeführten
Druckprodukte 3 über eine Stufe den Förderkanal erreichen. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
werden die Druckprodukte 3 mit der offenen Seite voran zugeführt und in einer geschuppten
Formation und mit der Kopf- oder Fusskante durch das Wegförderorgan 5 mit einer 90°-Richtungsänderung
geschuppt aus dem Umlenkbereich abgeführt.
[0009] Es lassen sich auch andere Schuppenformationen auf diese Weise und in eine um 180°
geänderte Richtung als gezeigt umlenken und transportieren. Gegenüber dem Mündungsbereich
des Zuförderorgans 4 ist an der Seitenwand 6 ein kegelspitzvoran entgegengerichtetes
kegelförmiges Leitorgan 8 angeordnet, das oberhalb des Wegförderorgans 5 frei drehbar
an einem Hebel 9 gelagert ist. Es handelt sich um eine relativ stumpfe Kegelform,
an der die zugeführten Druckprodukte 3 an der vorderen Kante nach unten abgelenkt
und gegen die Seitenwand 6 gefördert werden. Bevor sie diese mit der vorauslaufenden
Kante erreichen, passieren sie einen steileren Abschnitt des kegeligen Leitorgans
8, an dem sie geführt werden und anschliessend unter den über den Basisumfang des
Leitorgans 8 in radialer Richtung vorstehenden Rotationskörper 10 an der Seitenwand
6 auftreffen. Um die Position des Leitorgans 8 in Richtung der Drehachse ändern zu
können, wären konstruktive Massnahmen zu treffen, die einem Fachmann wohl naheliegend
sind. Die Drehachse des Leitorgans 8 steht rechtwinklig zur Förderrichtung F des Wegförderorgans
5; sie könnte jedoch auch einen spitzen oder stumpfen Winkel mit der Förderrichtung
F des Wegförderorgans 5 bilden. Die Rotationskörper 10 sind an der Standfläche des
kegelförmigen Leitorgans 8 entlang dem Basisumfang aneinandergereiht und frei drehbar
um eine senkrecht zur Drehachse des Leitorgans 8 angeordnete Achse gelagert (siehe
auch Fig. 3, 4 und 5). Die Rotationskörper 10 sind kugelig ausgebildet und weisen
eine Bohrung 11 auf, durch die ein konzentrisch zur Drehachse des Leitorgans 8 eingespannter
Ring 12 aus Stahl verläuft. Der Ring 12 ist durch ein an dem Leitorgan 8 festschraubbares
ringförmiges Halteelement 13 in einer zwischen speichenartigen Rippen 28 an der Standfläche
des Leitorgans 8 ausgebildeten Ausnehmung 14 angeordnet.
[0010] In den Ausnehmungen 14 sind mehrere kugelige Rotationskörper 10 an dem Ring 12 aneinandergereiht
gelagert. Die Rotationskörper 10 könnten auch fassförmig mit einer nach aussen gerichteten
Wölbung ausgebildet sein, so dass sie auf den Druckprodukten 3 keine Spuren oder Markierungen
hinterlassen bzw. dass beim Drehen des Leitorgans 8 auf den Druckprodukten 3 ein Abrolleffekt
entstehen kann.
Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Rotationskörper 10 von einem vorstehenden
Ringwulst 15 umgeben, der beispielsweise aus einem O-Ring gebildet ist und günstige
Reibungseigenschaften hinsichtlich Transport der Druckprodukte 3 beim Umlenken resp.
Transportieren der Druckprodukte 3 im Umlenkbereich aufweist. Der Antrieb des Leitorgans
8 erfolgt über die Rotationskörper 10.
Alternativ könnte anstelle eines Wulstes die Oberfläche der Rotationskörper 10 mit
einer gummihaltigen Schicht versehen sein, die den Umlenkvorgang begünstigt.
Die Rotationskörper sind vorteilhaft aus Kunststoff gebildet, könnten jedoch auch
aus einem metallischen oder anderen, vorzugsweise schmutzabweisenden Material hergestellt
sein.
Das Leitorgan 8 ist vorteilhaft hohl ausgebildet und weist eine innere Nabe 16 auf,
in der eine Welle 17 befestigt ist. Das aus dem Leitorgan 8 herausragende Ende der
Welle 17 ist in einem an den freien Ende des schwenkbaren Hebels 9 befestigten in
der Schwenkachse des Hebels 9 angeordneten Lagergehäuse 18 axial unverschiebbar und
frei drehbar gelagert. Die Ausbildung der Lagerung des Lagergehäuses 18 ist der Fig.
4 entnehmbar und braucht -da bekannt- keine zusätzlichen Erklärungen. Die Schwenkachse
des Hebels 9 ist durch eine Nabe 26 ausgebildet, an der ein Hebelarm 19 radial zur
Schwenkachse absteht. Die Nabe 26 kann durch den Klemmhebel 24 mit dem Halter 21 fest
verbunden werden. An dem Hebelarm 19 ist eine pneumatisch betätigbare Kolben-Zylinder-Einheit
20 (Luftfeder) einseitig angelenkt. Das gegenüberliegende Ende der Kolben-Zylinder-Einheit
20 ist schwenkbar mit einem an der Seitenwand 6 befestigten Halter 21 verbunden. Die
Kolben-Zylinder-Einheit 20 ist an eine nicht ersichtliche Druckluftquelle angeschlossen
und kann durch ein manuell betätigbares Reduzierventil 22 in der Druckluftleitung
23 mit einem einstellbaren Gasdruck beaufschlagt werden. Die Auflagekraft des Leitorgans
8 auf den Schuppenstrom kann bspw. produkteabhängig über das Reduzierventil 22 eingestellt
werden. D.h. das Leitorgan 8 kann ausser Betrieb genommen werden. Die Abstandslage
des Leitorgans 8 wird gegenüber dem Schuppenstrom automatisch eingestellt. Die Anordnungs-
und Gebrauchsweise ist den Fig. 1, 2 und 3 entnehmbar. Diese Figuren zeigen ein parallel
zur Förderrichtung F des Wegförderorgans 5 verlaufender Schlitz 25 in der Seitenwand
6, der von einer die Nabe 26 aufnehmenden Stange 27 durchsetzt wird. Die Stange 27
ist mit dem zur einseitigen Befestigung der Kolben-Zylinder-Einheit 20 ausgebildeten
Halter 21 fest verbunden. Durch Lösen der Klemmverbindung kann das Leitorgan 8 über
die Breite des Zuförderorgans 4 versetzt werden. Erfahrungsgemäss ist es vorteilhaft,
wenn das Leitorgan 8 stossend auf die Druckprodukte 3 einwirkend positioniert wird,
also auf den in Förderrichtung F im Umlenkbereich nachlaufenden Abschnitt (Fig. 1)
einwirkend eingesetzt wird.
Der Halbmesser des Leitorgans 8 ist grösser als die Tiefe des Kanals des Wegförderorgans
5 ausgebildet bzw. die Spitze des kegelförmigen Leitorgans 8 überragt die zwischen
Zuförderorgan 4 und Wegförderorgan 5 gebildete Stufe.
1. Einrichtung (1) zum Umlenken von in einem Schuppenstrom zugeführten Druckprodukten
(3) um einen durch ein Zuförderorgan (4) und ein Wegförderorgan (5) gebildeten Winkel,
wobei das Zuförderorgan (4) wenigstens annähernd über die Breite des Wegförderorgans
(5) förderwirksam ist und gegenüberliegend zum Förderende des Zuförderorgans (4),
oberhalb des Wegförderorgans (5) wenigstens ein diesem zugeordnetes, kegelförmiges
Leitorgan (8) angeordnet ist, das gleichsinnig mit der Förderrichtung (F) des Wegförderorgans
(5) drehend einen Förderspalt bildet, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitorgan (8) am Basisumfang diesen überstehende Rotationskörper (10) aufweist,
die um eine senkrecht zur Drehachse des Leitorgans (8) angeordnete Achse frei drehbar
gelagert sind.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationskörper (10) in einer Reihe nebeneinander angeordnet sind.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationskörper (10) an einem an der Stirnseite des Leitorgans (8) lösbar befestigten
Ring (12) aus Rundstahl gelagert sind.
4. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationskörper (10) kugelförmig ausgebildet sind.
5. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationskörper (10) durch eine fassförmige Wölbung ausgebildet sind.
6. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationskörper (10) an der Oberfläche eine die förderwirksame Reibung begünstigende
Rauheit aufweisen.
7. Einrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Rotationskörper (10) einen den Umfang überstehenden Gummiring aufweisen.
8. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitorgan (8) im Näherungsbereich des Basisumfangs durch einen steileren Kegelmantel
ausgebildet ist.
9. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitorgan (8) an der Rückseite in den Umlenkbereich der Druckprodukte (3) ragend
an einer Seitenwand des Wegförderorgans (5) befestigt ist.
10. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitorgan (8) über die Breite des Zuführorgans (4) entlang der Seitenwand des
Wegförderorgans (5) verstellbar befestigt ist.
11. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitorgan (8) hohl ausgebildet ist und eine innere Nabe (16) aufweist.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Leitorgan (8) an einem gegen das Eigengewicht beaufschlagten Hebel (9) gelagert
ist.
13. Einrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass der Hebel (9) mit einer gestellseitig abgestützten, einstellbaren pneumatischen Kolben-Zylinder-Einheit
(20) verbunden ist.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 9 bis 13, wobei die Druckprodukte (3) über eine
eine Stufe bildende Seitenwand (7) des Wegförderers (5) diesem zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Halbmesser des Leitorgans (8) die durch die Seitenwand (7) gebildete Stufe übersteht.