[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von gemustertem Polgewebe auf
einer Doppelflor-Webmaschine, wobei aus einem Doppelflorgewebe mit zwei durch Florhenkel
verbundenen Gundgeweben durch das Trennen der Florhenkel mit einem parallel zu den
Grundwaren bewegbarem Messer ein oberes und ein unteres Polgewebe erzeugt wird, das
Polschlingen und Polschenkel aufweist, wobei die Polschlingen bildenden Polfäden zwischen
einem Grundschuss und einem durch Lanzetten im Abstand von dem jeweiligen Grundgewebe
geführten Hilfsschuss aufgespannt werden, wobei die Hilfsschüsse in einer Gasse zwischen
den, den beiden Grundgeweben zugeordneten Lanzettengruppen angeschlagen und nach Fertigstellung
des Doppelflorgewebes entfernt werden.
[0002] Die Erfindung betrifft auch eine Doppelflor-Webmaschine zur Herstellung von Doppelflorgeweben
mit mustergemäß angeordneten Bereichen aus Florhenkeln und Bereichen aus Polschlingen,
mit mindestens zwei gleichzeitig aktivierbaren einer Webzone zugeordneten Schusseintragsebenen,
mit Mittel zumTrennen der Florhenkel zwischen den beiden Grundgeweben des Doppelflorgewebes
und mit mindestens einer Jacquardmaschine zur mustergemäß fachbildenden Steuerung
von Choren musternder Polfäden pro Kettkurs.
[0003] Ein Webverfahren dieser Art ist bekannt durch die DE 199 18 171 A1. Auf einer doppelschützigen
Doppelteppichwebmaschine werden zwei Flachgewebe erzeugt, die beide als Grundgewebe
eines Pol- oder Teppichgewebes dienen. Beide Grundgewebe werden durch Polhenkel unterschiedlicher
Farben miteinander verbunden. In beiden Grundgeweben sind nicht musternde Polfäden,
sog. Totpole, meist zwischen Rücken- und Innenschüssen weitgehend gestreckt eingebunden.
[0004] Die Jacquardmaschine kann diese Polfäden mustergemäß auswählen und entweder zur Bindung
als Totpol am Grundgewebe oder zur Bildung von Polhenkeln in Verbindung mit dem jeweils
gegenüber liegenden Grundgewebe zur Fachbildung bewegen. Es entsteht ein sog. Doppelflorgewebe
oder Doppelpolgewebe. Durch das Trennen der Polhenkel mittig zwischen den beiden Grundwaren
entstehen zwei Polgewebe oder Teppiche. Beide Polgewebe weisen in der Polschicht sowohl
Florbereiche als auch Bereiche mit ausschließlich geschlossenen Polschlingen auf.
[0005] Die hierbei gebildeten - als falscher Bouclé bezeichneten - Polschlingen erstrecken
sich meist nur über einen etwas dickeren Schussfaden des Grundgewebes und haben deshalb
nur kleine Abmessungen. Sie sind regelmäßig deutlich flacher als die Florschenkel
in den Florbereichen. Man bezeichnet diesen falschen Bouclé auch als Muster am Grund.
[0006] Will man die Polschlingen durch dickere Schüsse vergrößern, werden in Schussrichtung
benachbarte Florhenkel in Kettrichtung aufgespreizt. Sie bilden in Schussrichtung
eine kordartige Floroberfläche aus. Das ist unbefriedigend. Es können keine Polgewebe
mit vertretbaren Tritteigenschaften und einheitlicher Polhöhe erzeugt werden. Die
Polschlingen und Florschenkel können nicht in etwa einer einheitlichen Ebene beliebig
an der Poloberfläche positioniert werden.
[0007] Durch das EP 1 081 260 A1 wird für die Herstellung eines Polgewebes mit Polschlingen
und Florschenkeln der Gebrauch einer Art Rutenwebmaschine vorgeschlagen. Die einschützig
arbeitende Rutenwebmaschine trägt in jeder dritten Tour auf der Polseite einen dickeren
Schuss ein, über den pro Kettkurs jeweils ein ausgewählter Polfaden eine größere Schlinge
ausbildet. In der gleichen Tour wird in einem darüber liegenden Webfach eine Schneidrute
(Polformelement) eingetragen, über die - durch eine Jacquardmaschine gesteuert - mustergemäß
Polfäden geführt werden können. Diese dabei gebildeten größeren Polschlingen werden
beim Herausziehen der Schneidrute aufgetrennt und bilden aufrecht stehende, im Grundgewebe
verankerte Florschenkel aus. Diese Florschenkel sind deutlich länger als die am Warengrund
ausgebildeten Polschlingen.
[0008] Im hohen Maße nachteilig ist hierbei, dass die die Polschlingen aufspreizenden dicken
Schussfäden die Florschenkel in der Polreihe aufspreizen, so dass die Florbereiche
in Schussrichtung eine Rippen- oder Cordstruktur bekommen.
[0009] Ein weiterer Nachteil dieses Verfahrens ist die geringe Produktivität. Die Rutenwebmaschine
arbeitet einschützig und erfordert für das Einbinden einer Reihe von Polschlingen
bzw. Florhenkel insgesamt drei Webmaschinentouren. Wegen der großen Masse der innerhalb
einer Tour einzutragenden Schneidrute kann die Webmaschine nur mit niedriger Drehzahl
arbeiten.
[0010] Ein weiteres die Arbeitsgeschwindigkeit der Webmaschine begrenzendes Element ist
die Schneidrute während ihrer Schneidfunktion. Die Schneidruten erwärmen sich während
des Schneidvorganges derart, dass sie beim Überschreiten einer bestimmten Temperatur
die Enden der Florschenkel anschmelzen. Das beeinträchtigt die Qualität des hergestellten
Polgewebes. Aus diesem Grund ist eine weitere Reduzierung der Arbeitsdrehzahl der
Webmaschine meist nicht zu vermeiden.
[0011] Auch bei dem hier genannten Verfahren lässt sich die Höhe der Polschlingen nicht
an die größere Höhe der Florschenkel angleichen, wenn Polschlingen und Florschenkel
in Schussrichtung mustergemäß nebeneinander positioniert werden. Der Querschnitt der
Rute bestimmt die Höhendifferenz zwischen Florschenkel und Polschlingen.
[0012] Der Trittkomfort ist nur zu sichern, wenn die Oberflächenbereiche des Teppichs mit
Polschlingen sehr klein sind. Soll die Polschlingenstruktur vorherrschen, dann sind
die Florhöhen durch einen Schervorgang einzukürzen. Die niedrigen und harten Polschlingen
bestimmen dann den Trittkomfort auf niedrigem Niveau.
[0013] Durch die DE 43 12 235 A1 ist ein Verfahren und eine Vorrichtung von Schlingenpolgeweben
auf einer Webmaschine vorgeschlagen worden, bei dem in Verbindung mit bekannten Lanzetten
Hilfsschussfäden eingetragen werden. (Vergleichen Sie hierzu auch Hans Osswald: "Die
Teppichindustrie", Melliand Textilberichte, 1965, Seite 123.) Die zur Polbindung ausgewählten
Polfäden werden über diese Hilfsschüsse geführt und bilden größere Polschlingen aus.
[0014] Die in einer Ebene angeordneten Lanzettengruppen sind mit gelenkig angefügten Führungsplatinen
ausgestattet, die an der Fachbildung beteiligt werden können. Durch diese steuerbaren
Führungsplatinen wird gewährleistet, dass die Hilfsschüsse wechselweise zum Aufspreizen
der jeweiligen Polschlingen dem Polgewebe der Oberware oder dem Polgewebe der Unterware
zugeordnet werden. Nach dem Beenden des Webvorganges lösen sich beide Polgewebe ohne
Schneidvorgang voneinander.
[0015] Das Entfernen der Hilfsschussfäden ist fakultativ. Sie können im Gewebe verbleiben
und dabei die Polschlingen stützen. Sie können aber auch seitlich aus dem Polgewebe
entfernt werden, so dass die Polschlingen selbst den Trittkomfort bestimmen.
[0016] Mit einer derartigen Doppelpol-Webmaschine und einem derartigen Verfahren lassen
sich jedoch ausschließlich solche Polgewebe herstellen, an deren Oberfläche lediglich
Polschlingen vorhanden sind. Die mustergemäß abwechselnde Anordnung von Florschenkeln,
deren Faserenden zur Poloberfläche gerichtet sind, und geschlossener Polschlingen
ist mit diesem Verfahren nicht realisierbar.
[0017] Durch die US 3,289,706 sind ein Verfahren und eine Doppelflorwebmaschine bekannt
geworden, mit dem/der Flor in extremer Höhe dadurch erzeugt wird, dass die Florhenkel
bevor sie in die gegenüberliegende Grundware wechseln durch Hilfsschüsse beiderseits
einer Lanzette, die je einer Grundware zugeordnet ist, zickzackförmig aufgespannt
werden. Diese große Florschenkellänge wird frei, wenn die Lanzettengruppen die Hilfsschüsse
freigeben. Eine Polfadenmusterung ist mit diesem Verfahren nicht möglich. Ebenso ist
es nach diesem Verfahren unmöglich, mustergemäß Polschlingen mit Florschenkeln etwa
gleicher Höhe wechseln zu lassen.
[0018] Wir können feststellen, dass im Stand der Technik kein Verfahren bekannt ist, das
es ermöglicht, Florschenkel und Polschlingen gleicher und konstruktiv variierbarer
Höhe beliebig mustergemäß anzuordenen, ohne dass eine der Polarten hinsichtlich ihrer
Qualität oder Variabilität negativ beeinflusst wird.
[0019] Durch die DE 175 757 ist weiter ein Verfahren zur Herstellung von Doppelflorgewebe
bekannt, bei dem Polkettfäden sowohl Polschlingen als auch Florhenkel ausbilden. Polschlingen
und Florhenkel sind stets einander benachbart und bilden gemeinsam einen Musterpunkt.
Die Florhenkel werden in üblicher Weise getrennt. Es entstehen zwei Polgewebe. Die
Polschingen werden mittels Hilfsschüssen aufgespannt, die mittels Drähten, die sich
bis in den Bereich des Brustbaumes erstrecken, im Abstand vom Grundgewebe geführt
werden.
[0020] Eine solche Verfahrensweise ist für die Herstellung gemusterter Polgewebe, die größere
Bereiche ohne Polschlingen besitzen, nicht realisierbar. Die Hilfsschüsse lassen in
Bereichen ohne Schlingen das störungsfreie Trennen der Florhenkel nicht zu. Die bis
in den Bereich des Brustbaumes führenden Drähte verursachen ein Stauchen des Gewebes
und behindern einen störungsfreien Gewebeabzug. Das bereits sehr lange bekannte Verfahren
hat sich deshalb nicht einmal im Ansatz durchsetzen können.
[0021] Die
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Herstellung eines Polgewebes
mit beliebig mustergemäß angeordneten Polschlingen und Florschenkeln nach dem Doppelflor-Webverfahren
aufzuzeigen,
- bei dem die Polschlingen und die Florschenkel eine ausreichende und annähernd gleiche
Höhe bei optimaler Ausrichtung zur Poloberfläche besitzen
- bei dem das Trennen der Florhenkel in allen Bereichen zuverlässig gewährleistet werden
kann und
- das bei zwei- oder mehrschütziger Arbeitsweise zweitourig, ohne zusätzliche Drehzahlbegrenzung
realisierbar ist.
[0022] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Verfahren nach Anspruch 1 gelöst. Die
Florschenkel und die Polschlingen sind auf der Poloberfläche beliebig mustergemäß
anordenbar, ohne dass der Trennprozess der Florhenkel des Doppelflorgewebes in irgendeiner
Weise behindert wird. Es ist ausgeschlossen, dass die Mittel zum Aufspreizen der Polschlingen
auch die Florschenkel spreizen. Die Größe der Polschlingen ist durch die Wahl der
Abmessungen der Lanzetten in den üblichen Grenzen variierbar. Für die Sicherung der
nahezu einheitlichen Höhe der Florschenkel und der Polschlingen sind außer den üblichen,
ausgleichenden Scherprozessen keine zusätzlichen Arbeitsgänge erforderlich. Es werden
nach dem Doppelflor-Webverfahren gleichzeitig zwei gleich- und hochwertige Polgewebe
erzeugt und damit eine hohe Ausbringung der Webmaschine gewährleistet.
[0023] Während des Trennvorganges der Florhenkel sind sowohl die Hilfsschüsse als auch die
Scheitel der Polschlingen hinsichtlich ihrer Lage exakt außerhalb des Bewegungsbereiches
des Messers positioniert, so dass die Schlingenstruktur und das Entfernen der Hilfsschüsse
nicht durch fehlerhafte Trennvorgänge beeinträchtigt wird.
[0024] Das Verfahren kann mittels modifizierter herkömmlicher Doppelteppich- oder Doppelflorwebmaschinen
mit einer Lanzettenanordnung ohne Begrenzung der üblichen Arbeitsgeschwindigkeit realisiert
werden.
[0025] Eine Realisierung des Verfahrens mit Einzelschusseintrag ist vom Grundsatz her möglich
aber aus ökonomischen Gründen (für einen Polbindungsrapport wären mindestens vier
Touren erforderlich) regelmäßig nicht erwünscht. Das geschilderte Verfahren ermöglicht
grundsätzlich auch die mustergemäße Kombination mit einer Polfadenmusterung am Grundgewebe
und/oder mit einer Schussmusterung.
[0026] Mit dem Fixieren und Spannen der Hilfsschüsse durch Leistenkettfäden und dem Entfernen
der Hilfsschüsse aus den Geweben - gemäß Anspruch 2 oder in der Art nach Anspruch
3 - kann bei optimiertem Webprozess eine gleichmäßige Polschlingenhöhe über die gesamte
Breite des Doppelflorgewebes unabhängig von der Musterung gewährleistet werden.
[0027] Das Entfernen der Hilfsschussfäden nach Anspruch 4 ist mit einfachen Mitteln zuverlässig
automatisiert realisierbar.
[0028] Eine zusätzliche Sicherung der Lage der Hilfsschüsse im Bereich des Doppelflorgewebes
im Abstand vor der Bewegungsbahn des Messers ermöglichen die Verfahrensschritte nach
den Ansprüchen 5 und 6. Im Falle des Anspruches 5 lassen sich die führenden Kettfäden
nach dem Trennvorgang und nach dem Entfernen der Hilfsschüsse problemlos aus den getrennten
Florschenkeln herauslösen. Diese Lösung hat besondere Vorteile, wenn Muster am Grund
oder Schussmuster den Mustercharakter wesentlich mitbestimmen. Die Verfahrensweise
nach Anspruch 6 empfiehlt sich, wenn größere Florbereiche im Polgewebe vorgesehen
sind.
[0029] Ein zusätzlicher Sicherheitsabstand der Hilfsschussfäden wird durch die Führung nach
Anspruch 7 gewährleistet.
[0030] Die Verwendung der fachbildenden Bindekettfäden zur Führung der angrenzenden Schusseintragselemente
nach Anspruch 8 verhindert, dass die Schusseintragselemente die angrenzend gelagerten
Führungsabschnitte oder Führungsplatinen scharfkantig anschleifen.
[0031] Die Modifikation der Verfahren nach Anspruch 9 und 10 lässt sich auf üblichen Doppelflor-Webmaschinen
mit begrenzten Modifikationen einiger Baugruppen realisieren.
[0032] Bei hoher Arbeitsgeschwindigkeit entstehen bei der Bindungsgestaltung nach Anspruch
11 hochwertige Polgewebe.
[0033] Die Realisierung des Verfahrens nach den Ansprüchen 11, 12 und 13 sichert bei hoher
Produktivität eine gute Stabilität und Ausrichtung der Pol- oder Florelemente in einem
weiten Poldichtebereich.
[0034] Der Vorteil des Verfahrens nach den Anspruch 14 besteht neben der hohen Produktivität
vor allem in zusätzlichen Gestaltungsvarianten der Polgewebe. So erlaubt diese Modifikation
auch die Herstellung von Mustern am Grund (falscher Bouclé oder Schussmusterung) in
größeren Bereichen. Evtl. vorgesehene Hilfsschuss-Halteschlingen und/oder allein Hilfsschüsse
bindende Kettfäden können über Polschlingen am Grund angeordnet werden. Bestehen diese
Hilfsschuss-Halteschlingen aus wasserlöslichen Fasern oder sehr dünnen Filamenten,
können diese in einem nachträglichen, einfach realisierbaren Arbeitsgang mindestens
auf der Sichtseite durch Wasser oder mittels kontrollierter Flammen (Absengen) beseitigt
werden.
[0035] Die Doppelflor-Webmaschinen nach den Ansprüchen 15 bis 18 sind in besonderer Weise
zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet.
[0036] Die Anordnung der Leistenabzugsvorrichtung nach Anspruch 19 eignet sich vor allem
dann, wenn größere polschlingenfreie Bereiche in einem Polgewebe vorgesehen werden
und wenn große Polschlingen Bestandteil des Musters sind.
[0037] Eine höhere Zuverlässigkeit bietet die Ausführung nach Anspruch 20 insbesondere bei
Polgeweben mit relativ niedriger Polschlingenhöhe.
[0038] Die Erfindung soll nachstehend an Ausführungsbeispielen näher erläutert werden. In
den dazugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Querschnitt der Webzone entlang der Arbeitsrichtung einer Doppelflor-Webmaschine
mit drei Schusseintragsebenen,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch ein Doppelflorgewebe, welches auf einer Doppelflor-Webmaschine
gemäß Fig. 1 hergestellt wurde, im Bereich unmittelbar hinter der Anschlagebene,
- Fig. 2a
- eine Darstellung von Florhenkeln,
- Fig. 2b
- eine Darstellung von Florschenkeln,
- Fig. 2c
- eine Darstellung von Polschlingen,
- Fig. 3
- einen Querschnitt durch eine Webzone analog Fig. 1 für eine doppelschützige Doppelflor-Webmaschine,
- Fig. 4
- ein auf der doppelschützigen Doppelflor-Webmaschine gemäß Fig. 3 hergestelltes Doppelflorgewebe
entsprechend Fig. 2
- Fig. 5
- einen Querschnitt durch die Webzone einer vierschützigen Doppelflor-Webmaschine in
einer Darstellung gemäß Fig. 1,
- Fig. 6
- einen Querschnitt durch ein Doppelflorgewebe, hergestellt auf einer Doppelflor-Webmaschine
gemäß Fig. 5,
- Fig. 7
- einen Querschnitt durch ein Doppelflorgewebe analog zu Fig. 2 und
- Fig. 8
- eine schematische Draufsicht auf die Webzone einer Doppelflor-Webmaschine mit mehreren
Schusseintragsebenen, mit einer Schneidanordnung und mit einer Vorrichtung zum Entfernen
der Leisten und Hilfsschussfäden nach der Schneidanordnung,
- Fig. 9
- einen Gewebequerschnitt analog zu Fig. 2 mit Kettfäden zum Abbinden und Führen der
oberen Hilfsschussfäden über das Messer,
- Fig. 10
- ein Doppelflorgewebe nach Fig. 6 mit einem Kettfaden zwischen den oberen und den unteren
Hilfsschüssen für das Führen der oberen Hilfsschüsse über das Messer und
- Fig. 11
- eine schematische Ansicht der Fachbildeelemente in Verbindung mit dem Hilfsschussabzug
zwischen der Gewebeanschlagkante und dem Bewegungsbereich des Messers.
[0039] Das Grundprinzip der vorliegenden Erfindung soll zunächst am Beispiel einer dreischützigen
Doppelflor-Webmaschine gemäß Fig. 1 erläutert werden. Die dreischützige Doppelflor-Webmaschine
ist mit Fachbildevorrichtungen ausgestattet, die die Fäden einzeln oder gruppenweise
in an sich bekannter Weise in vier übereinanderliegende Fachebenen verteilen kann.
[0040] Die obere Fachebene O und die obere Mittelfachebene Ma sind hinsichtlich der Bindekettfäden
223a und der Füllkette 224a dem oberen Grundgewebe 22a zugeordnet. Die untere Fachebene
bzw. das Unterfach U und die untere Mittelfachebene Mb sind hinsichtlich der Bindekettfäden
223b und der Füllkette 224 dem unteren Grundgewebe 22b zugeordnet.
[0041] Die musternden Polfäden wechseln zwischen dem Oberfach O und dem Unterfach U, wenn
sie Florhenkel 226 ausbilden. Sollen die Musterpole Polschlingen 225a, 225b bilden,
wechseln sie regelmäßig zwischen einem Außenfach O oder U und der jeweilig abgewandten
Mittelfachebene Mb oder Ma.
[0042] In der Schusseintragsebene 15 werden die Rückenschüsse 221a und die Innenschüsse
222a der oberen Grundware 22a eingetragen. Die Schussfäden - nämlich die Rückenschüsse
221b und Innenschüsse 222b der unteren Grundware 22b - werden durch die Schusseintragsebene
17 eingetragen.
[0043] Gleichbindend wie die Füllkette 224a, 224b können je Grundware 22a, 22b mehrere nicht
musternde Polfäden - sog. Totpole - als Totpolstrang TPa und TPb mit eingebunden werden.
Die Polfäden dieser Totpolstränge TPa und TPb können in üblicher Weise gegen jeden
der musternden Polfäden ausgetauscht werden.
[0044] Die mittlere Schusseintragsebene 16 wird oben und unten flankiert von den Lanzettengruppen
14a, 14b. Die Lanzettengruppen 14a, 14b sind Bestandteil der gestellfest gelagerten
Lanzetteneinheit 14. Die Führungsabschnitte 145 umgreifen die Bahn der Schusseintragsmittel
16, die in der Regel als Greiferstangen ausgebildet sind.
[0045] Die Lanzettengruppen 14a, 14b halten eine Gasse 140 frei, die sich bis in das fertige
Doppelflorgewebe 2 erstreckt. In der mittleren Schusseintragsebene 16 werden dünne
Hilfsschussfäden 231a und 231b eingetragen, die sich auf den Innenkanten der Lanzetten
14a, 14b abstützen und die Polschlingen 225a, 225b im Bereich der Gewebeanschlagebene
oder -kante A ausformen.
[0046] Zur Sicherung einer ausreichenden Spannung der Hilfsschussfäden werden diese beiderseits
des Doppelflorgewebes 2 in der Ebene der Gasse 140 gemeinsam mit den Leistenkettfäden
232, 232'; 232a, 232a'; 232b, 232b' in Leisten 23, 23'; 23a, 23a'; 23b, 23b' eingebunden.
[0047] Diese Leisten 23, 23' erhalten die Spannung der Hilfsschüsse 231 über den Bereich
der Gewebeanschlagkante A hinaus aufrecht. (Es werden ab hier zur Vereinfachung bei
der Beschreibung allgemeiner Funktionen nur die Basisbezugszeichen verwendet.)
[0048] In einem angemessenen Abstand hinter der Gewebeanschlagkante A gleiten diese Hilfsschüsse
231a, 231b über die freien Enden der Lanzetten 14a, 14b herab. Es entsteht eine ausreichend
große, lockere Polschlinge 225a, 225b, aus der die Hilfsschussfäden 231a, 231b problemlos
zu einem späteren Zeitpunkt herausgezogen werden können.
[0049] Dieses Herausziehen der Hilfsschüsse 231a, 231b aus den Polschlingen 225a, 225b kann
unmittelbar am Ende der Lanzetten 14a, 14b beginnen und sollte dann, wenn alle Hilfsschüsse
231a, 231b in einer gemeinsamen Leiste 23, 23' abgebunden sind, bis zum Erreichen
des Messers 41 des Messerschlittens 4 abgeschlossen sein (vgl. Fig 11).
[0050] In der Regel ist jedoch der in Webrichtung gemessene Abstand zwischen der Gewebeanschlagkante
A und dem mittig zwischen den Grundgeweben wirksamen Messer 41 des Messerschlittens
4 so klein, dass das Herausziehen nicht regelmäßig und zuverlässig bis zum Erreichen
der Bahn des Messers 41 beendet werden kann. Aus diesem Grund muss man das Entfernen
dieser Hilfsschüsse 231a, 231b auf einen Arbeitsabschnitt hinter der Bewegungsbahn
des Messers 41 verlegen.
[0051] Damit die Hilfsschussfäden 231a des oberen Grundgewebes 22a in diesem Fall jedoch
nicht infolge ihrer Schwerkraft in den Bewegungsbereich des Messers 41 gelangen, ist
es geboten, die Hilfsschüsse der oberen Polgewebes 2a und des unteren Polgewebes 2b
in unterschiedliche Leisten 23a, 23a' aus Leistenkettfäden 232a bzw. Leisten 23b,
23b' aus Leistenkettfäden 232b einzubinden.
[0052] Diese Leisten 23a, 23a'; 23b, 23b' halten ihre jeweiligen Hilfsschussfäden 231a,
231b über die gesamte Gewebebreite gespannt. Sie sichern bei der Anwesenheit einer
ausreichend großen und verteilten Anzahl der musternden Polschlingen über die Gewebebreite,
dass die Hilfschüsse nicht in den Bewegungsbereich des Messers 41 gelangen. Anderenfalls
wären Havarien nicht auszuschließen.
[0053] Stehen nicht genügend musternde Polschlingen in Musterbereichen aus Florschenkeln,
in Musterbereichen mit Mustern am Grund oder mit Schussmustern zur Verfügung, sind
sog. Hilfsschuss-Halteschlingen 225c in einem angemessenen Abstand unterhalb der oberen
Grundware 22a zu fixieren. Diese Hilfsschuss-Halteschlingen 225c werden ebenso wie
musternde Polschingen 225a, 225b gebunden. Sie bestehen jedoch aus einem sehr dünnen
und/oder hinsichtlich der Farbe und Struktur neutralem Faden.
[0054] Will man aus Gründen einer regelmäßigen Struktur der Polgewebe 2a, 2b auf Hilfsschuss-Halteschlingen
225c verzichten, kann man insbesondere für das Führen der Hilfsschussfäden 231a Kettfäden
229 oder 228 vorsehen, die ausschließlich mit oder zwischen Hilfsschussfäden binden
(Fig 9 oder Fig 10).
[0055] Im Fall der Fig. 9 werden die Kettfäden 229 ausschließlich mit oberen Hilfsschussfäden
gebunden. Die Kettfäden 229 einer Gruppe können auf mehrere Kettkurse verteilt werden.
Auf diese Weise kann man Material sparen und das Herausziehen der Hilfsschussfäden
231 erleichtern. Andererseits reicht es bei ausreichend gespannten Hilfsschussfäden
231 aus, wenn eine Stützung auf einem Abschnitt von einem oder mehreren Zentimetern
nur einmal erfolgt.
[0056] Eine zweite Variante der Verwendung führender Kettfäden 228 zeigt die Fig 10. Hier
werden die Kettfäden 228 einzeln ausschließlich zwischen oberen und unteren Hilfsschüssen
231a und 231b zugeführi. Vor dem Bereich des Messers 41 werden diese Kettfäden 228
mittels Führungsmitteln 33a nach oben über den Bereich des Messers 41 geführt. Die
Hilfsschüsse 231a (auch 231b) gleiten über drahtförmige Gitterstege 331 ebenfalls
aus dem Bereich des Messers 41 ohne den Schneidvorgang zu behindern. Die Leistenkettfäden
232 werden zur Fachbildung mit Hilfe besonderer Leistenschäfte LSa, LSb; LSa' LSb'
(vgl. Fig. 11) mit einem Fachvertritt 2321, 2321', 2321" (Fig 1, 3, 5) geführt.
[0057] In diesem Zusammenhang soll noch erwähnt werden, dass auch die Hilfsschussfäden 231a,
231b, die man nachträglich aus den Polschlingen 225a, 225b, 225c der Grundgewebe 22a,
22b wieder herauszieht, vorzugsweise aus dünnem synthetischen Material bestehen.
[0058] Die Fig. 2 zeigt ein Beispiel eines Gewebes, das auf einer dreischützigen Doppelflor-Webmaschine
gemäß Fig. 1 hergestellt wurde. In jeder Tour wird je ein Grundschuss 221a, 222a bzw.
221b, 222b der Oberware und der Unterware sowie ein Hilfsschuss 231a, 231b eingetragen.
[0059] Die Grundschüsse 221a, 222a bzw. 221b, 222b werden dabei in einer Tour in einem Grundgewebe
22a, 22b einmal als Rückenschuss 221a oder 221b und in dem anderen Grundgewebe 22b,
22a als Innenschuss 222b, 222a eingebunden. Der Hilfsschuss 231b, 231a eines Grundgewebes
wird stets gleichzeitig mit einen Innenschuss 222b, 222a des gleichen Grundgewebes
22b, 22a eingetragen.
[0060] Die Hilfsschuss-Halteschlingen 225c brauchen nicht in jedem Kettkurs und in jeder
Tour eingetragen werden. In Abhängigkeit von der Teilung in Schussrichtung kann man
derartige Hilfsschuss-Halteschlingen 225c nur in jeden dritten oder gar nur in etwa
jedem zehnten Kettkurs vorsehen. Es ist möglich, in aufeinanderfolgenden Schusseintragszyklen
pro Grundware diese Hilfsschuss-Halteschlingen 225c in unterschiedlichen Kettkursen
auszubilden, so dass ein ggf. streifiger Effekt vermieden werden kann und alle Hilfsschussfäden
231a vom Messer 41 fern gehalten werden.
[0061] Das Trennen der beiden Grundwaren 22a, 22b durch das Messer 41 des Messerschlittens
4 erfolgt im Bereich zwischen den Scheiteln der entspannten Polschlingen 225a, 225b
des oberen und des unteren Grundgewebes 22a, 22b. Das Messer 41 trennt die Schenke!
der Florhenkel 226 gemäß Fig. 2a und bildet Florschenkel 2261 gemäß Fig. 2b aus, die
z. B. mustergemäß zwischen den Scheiteln der Polschlingen 225b in Fig. 2c positioniert
sind. Zur Sicherung eines ausreichenden Abstandes der Hilfsschüsse 231a vom Messer
41 werden die Leisten mittels Führungsmittel 33 angehoben. Die unteren Hilfsschüsse
231b senken sich aufgrund ihrer Schwerkraft nach unten ab. Diesen Vorgang kann man
ebenfalls durch Führungsmittel 33 und 33b unterstützen.
[0062] Die Führung der Bindekette 223 bei der Fachbildung kann in üblicher und bewährter
Form erfolgen. Wichtig ist, dass über einen bestimmten Abschnitt in Schussrichtung
alle Grundschüsse 221... und 222... ausreichend an der jeweiligen Grundware 22a, 22b
gehalten sind und die Florhenkel 226 und die Polschlingen 225a, 225b an Schussfäden
derart ausgerichtet werden, dass sie im Wesentlichen senkrecht von der jeweiligen
Grundware 22a, 22b abstehen. Die Art der Grundbindung ist dabei im Wesentlichen ohne
Einschränkungen frei wählbar.
[0063] Die Führung der Bindeketten 223 während der Fachbildung sollte man insbesondere dann,
wenn keine Füllkette 224a, 224b für die Führung der Schusseintragsmittel 16 verfügbar
ist, so positionieren, dass sie z. B. die Greiferstangen im Abstand von etwa vorhandenen
Führungskanten an der Lanzetteneinheit 14 führen können.
[0064] In Fig. 3 ist eine Webeinheit mit zwei Schusseintragsebenen 11, 12 dargestellt. Die
von den Greiferstangen in der Schusseintragsebene 11 und der Schusseintragsebene 12
eingetragenen Schüsse werden mit Hilfe der Weblade 13 gegen die Gewebeanschlagkante
A geführt.
[0065] Die Kettfäden werden in üblicher Weise in der oberen Fachebene O', in der unteren
Fachebene U' und in einer mitteleren Fachebene M positioniert.
[0066] Die beiden Schusseintragsebenen 11, 12 stehen im Wechsel einmal für den Eintrag eines
Grundschusses 221a', 222a' bzw. 222b', 221b' in ein erstes Grundgewebe und für das
Eintragen eines Hilfsschusses 231b, 231a für das gegenüberliegende Grundgewebe zur
Verfügung. Das heisst, wird ein Grundschuss 222b', 221b' z. B. in die untere Grundware
22b' eingetragen, dann erhält die obere Grundware 22a' ihren Hilfsschuss 231a' und
kann Polschlingen 225a' ausbilden. Erhält dagegen das obere Grundgewebe 22a' einen
Grundschuss 221a', 222a' dann wird der Hilfsschuss 231b der unteren Grundware 22b'
zugeordenet. Der oberen und der unteren Schusseintragsebene 11, 12 sind deshalb jeweils
je eine Schussfadenwechselvorrichtung zuzuordnen (nicht dargestellt).
[0067] Notwendig ist außerdem, dass den Lanzettengruppen 14a', 14b' jeweils Führungsplatinen
141, 142 zugeordnet werden, die entweder den Schuss der oberen Schusseintragsebene
11 oder den durch die untere Schusseintragsebene 12 eingetragenen Hilfsschussfaden
231a, 231b mittels Fachvertritt 1411 bzw. Fachvertritt 1421 in die Gasse 140 zwischen
den Lanzettengruppen 14a' und 14b' führen.
[0068] Die Leistenkettfäden 232a, 232b führen einen Fachvertritt 2321' bzw. 2321" derart
aus, dass sie jeweils gemeinsam mit den Hilfschüssen 231a, die dem oberen Grundgewebe
22a zugeordnet sind oder gemeinsam mit den Hilfsschüssen 231b, die dem unteren Grundgewebe
22b zugeordnet sind, je eine Leiste 23a oder 23b ausbilden.
[0069] Das durch diese Arbeitsweise entstehende Doppelflor-Gewebe 2' ist in Fig. 4 dargestellt.
Zur Sicherung einer entsprechenden Gewebedichte bei ansprechender Produktivität werden
die musternden Florhenkel 226' bzw. Polschlingen 225a', 225b' in jeder Grundware abwechselnd
einem Rückenschuss 221a', 221b' und dann einem Innenschuss 222a', 222b' zugeordnet.
Auch bei dieser Anordnung werden die Florhenkel 226' zwischen den beiden Ebenen der
Hilfsschüsse 231a und 231b getrennt. Damit die Hilfsschüsse 231a im Bereich des oberen
Grundgewebes 22a nicht vor dem Entfernen aus den Polschlingen 225a zerstört werden,
ist es auch hier geboten, aus dünneren Fäden sog. Hilfsschuss-Halteschlingen 225c
auszuformen.
[0070] Eine Doppelflor-Webmaschine mit vier übereinander liegenden Schusseintragsebenen
15, 16, 161, 17 für die Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens zeigt die Fig.
5. Bei einer derartigen Doppelflor-Webmaschine werden die Kettfäden durch die bekannten
Fachbildeelemente auf fünf Fachebenen O", U", Ma", Mb" und Z verteilt.
[0071] Den Eintrag der Hilfsschussfäden 231a und 231b gewährleisten die mittleren Schusseintragsebenen
16, 161. Zur Führung der jeweiligen Hilfsschussfäden 231a, 231b in die Gasse 140 zwischen
den beiden Lanzettengruppen 14a" und 14b" gewährleisten die beiden Führungsplatinen
143, 144, die mit gesonderten Fachbildeelemten, z. B. Zugmittel 1410 und 1420 (vgl.
Fig. 3), fachbildend in die erforderlichen Positionen verbracht werden können.
[0072] Die vorhandenen Schusseintragsebenen 15, 16, 161, 17 gewährleisten, dass in jeder
Tour ein Rückenschuss 221a" und 221a"' zur Abbindung von Florhenkeln 226" und/oder
Polschlingen 225a", 225b" verfügbar ist. Es ist möglich, symmetrische Bindungen mit
hoher Poldichte im Florbereich und auch im Polschlingenbereich zu gestalten.
[0073] Eine weitere Möglichkeit der Musterung besteht bei dieser Herstellungsvariante in
der Bildung von Mustern am Grund. Hier werden die farbigen Polschlingen 227a", 227b"
innen über die jeweiligen Innenschüsse 222a", 222b" geführt, so dass auf einem tiefer
liegenden Areal des Musters eine feste gemusterte Warenstruktur gewährleistet werden
kann.
[0074] In den Bereichen dieser Musterung am Grund ist es natürlich ebenso wie in den Bereichen,
wo Florhenkel gebildet werden, notwendig, die der oberen Grundware 22a" zugeordneten
Hilfsschüsse 231a zuverlässig oberhalb des Messers 41 zu führen und damit diese Hilfsschüsse
231a vor der Zerstörung zu bewahren, bevor sie seitlich herausgezogen werden.
[0075] Bei der vierschützigen Variante der Webmaschine ist es zudem möglich, zwischen die
Hilfschüsse 231b der Unterware 22b" und die Hilfsschüsse 231a der Oberware 22a" einen
zusätzlichen, gestreckten Kettfaden 228 - vgl. Fig. 10 - einzubringen, der im Bewegungsbereich
des Messers 41 gemeinsam mit dem oberen Polgewebe 2a oder besser mit zusätzlichen
Mitteln 33, 33a, 331 separat nach oben weggezogen wird. Dieser zusätzliche Kettfaden
228 wird abwechselnd in den mittleren Fachebenen Ma" und Mb" zugeführt und führt dabei
einen Fachvertritt 2281 aus.
[0076] In allen Varianten der Fig 2, 4, 6 und 10 werden die Hilfsschüsse 231a, 231b beiderseits
seitlich außerhalb des Doppelflorgewebes 2, 2', 2" mit Hilfe von Leistenkettfäden
232a, 232b (vgl. Fig. 7) in zwei voneinander unabhängigen Leisten 23a, 23a' bzw. 23b,
23b' abgebunden. Diese Leistenkettfäden 232 gewährleisten innerhalb des Doppelflor-Gewebes
2, 2', 2" die notwendige Spannung der Hilfsschussfäden 231a, 231b.
[0077] Nach dem Trennen der oberen 22a von der unteren Grundware 22b wird an beiden, nach
dem Trennvorgang weitergeführten Polgeweben 2a bzw 2b zunächst eine Leiste 23a' bzw
23b' abgetrennt (vgl. Fig 8). Die jeweils andere Leiste 23a, 23b wird seitlich, zusammen
mit den Hilfsschussfäden 231a, 231b aus dem jeweiligen Polgewebe herausgezogen.
[0078] Die Art und Weise dieses Vorganges wird nachfolgend anhand der Fig. 8 für das untere
Polgewebe 2b beschrieben. Das hergestellte Doppelflorgewebe 2, 2', 2" - nachfolgend
nur Doppelflorgewebe 2 genannt - wird zunächst horizontal bis zu den mit Nadeln besetzten
Abzugswalzen 31 und 32 geführt. Für die Führung der zugeordneten Leisten 23b, 23b'
ist an der unteren Abzugswalze 32 beiderseits je ein Bund 320, 320' vorgesehen. Andrückwalzen
321, 321' können die Leisten 23b, 23b' an dem Bund 320 kraftschlüssig führen. Mit
einer dieser Andrückwalzen 321' kann ein Trennmesser 5 verbunden sein, das die Hilfsschussfäden
231 von der Leiste 23b' trennt.
[0079] Der Messerschlitten 4 ist - wie bei Doppelflor-Webmaschinen üblich - in einer bestimmten
Anordnung zu den beiden Abzugswalzen 31, 32 geführt und bewegt sich mit hoher Geschwindigkeit
in wechselnden Richtungen parallel zu diesen Abzugswalzen 31, 32. Dieses übliche Aggregat
bedarf keiner besonderen Beschreibung.
[0080] Das Entfernen der Leisten 23b, 23b' und der Hilfsschüsse 321 erfolgt mittels Leistenabzug
6 - rechts - und mittels Leisten-Hilfsschuss-Abzug 7 - links. Die von den Andrückwalzen
321, 321' an dem jeweiligen Bund 320, 320' geklemmten Leisten 23b' werden an einer
Seite (hier rechts) des Grundgewebes 22 von den Hilfsschüssen 231 mittels Messer 5
getrennt und die Leiste 23b' über den entsprechende Leistenabzug 6 einem Abfallbehälter
zugeführt.
[0081] Die Leiste 23b (links), an der die Hilfsschussfäden 231b verbleiben, wird mittels
Leisten-Abzugswalzen 71 seitlich vom Polgewebe 2b weggezogen. Die Hilfsschussfäden
231b folgen ihnen im gleichen Maß. Zur Verringerung der Baubreite der Webmaschine
ist es jedoch zweckmäßig, nach einer bestimmten Abzugslänge die Hilfsschussfäden 231b
mit Hilfe besonderer Hilfsschuss-Abzugswalzen 72 seitlich aus dem Polgewebe 2b herauszuziehen
und einem Abfallbehälter zuzuführen.
[0082] Eine weitere Variante der Spannung der Hilfsschussfäden 231a und 231b ist in Fig.
7 dargestellt. Hier binden die Hilfsschussfäden 231a und 231b mit Leistenkettfäden
232 gemeinsam eine Leiste. Diese Verfahrensweise ist realisierbar, wenn die Hilfsschussfäden
231a, 231b vor dem Erreichen der Bewegungsbahn des Messers 41 aus dem Doppelflorgewebe
2 bereits entfernt werden.
[0083] Dieser Vorgang ist u. a. in Fig 11 schematisch dargestellt. Diese Figur zeigt eine
Draufsicht auf die Webanordnung. Im mittleren Bereich werden alle für die Herstellung
des Doppelflorgewebes notwendigen Kettfäden, nämlich die Bindekettfäden 224, die Füllkettfäden
224, die Totpole TPa des oberen Grundgewebes 22a, die Totpole TPb des unteren Grundgewebes
22b und auch die Kettfäden 228 zugeführt. Diese Kettfäden werden in üblicher Weise
gruppenweise mittels Schäften SM oder einzeln mittels Litzen einer Jacquardmaschine
JM einer gesteuerten Fachbildung unterworfen, die zur Herstellung des Doppelflorgewebes
2 führt. in diesem mittleren Bereich sind auch die Lanzettengruppen 14a, 14b angeordnet.
[0084] Im Bereich der Hilfskettfäden 232, 232a, 232, bzw 232', 232a', 232b' sind gesonderte
Fachbildungseinrichtungen angeordnet, die diese Hilfskettfäden in der erforderlichen
Weise bewegen können. Das können besondere "Leistenautomaten", besondere Leistenschäfte
LS, LS' oder LSa, LSb oder LSa' LSB' oder aber auch einzeln durch die Jacquardmaschine
JM bewegte Litzen sein.
[0085] Nach der Fertigstellung des Doppelflorgewebes (2) an der Gewebeanschlagkante A wird
mittels Messer 5 die rechte Leiste 23' abgetrennt und mittels Leistenabzug 6' in den
Abfallbehälter gefördert. Gleichzeitig wird die linke Leiste 23 mittels Leisten-Hilfsschussabzug
7' seitlich weggezogen. Die Arbeitsweise entspricht der Beschreibung der Fig. 7. Das
Entfernen der Hilfsschüsse 231 ist abgeschlossen, bevor das Doppelflorgewebe 2 die
Bahn des Messers 41 erreicht.
Bezugszeichenliste
[0086]
- 1
- Webzone
- 11
- Schusseintragsmittel
- 12
- Schusseintragsmittel
- 13
- Weblade
- 14
- Lanzetteneinheit
- 14a , 14b
- Lanzetten / Lanzettengruppen (dreischützig)
- 14a' , 14b'
- Lanzetten / Lanzettengruppen (zweischützig)
- 14a" , 14b"
- Lanzetten / Lanzettengruppen (vierschützig)
- 140
- Gasse
- 141, 142
- Führungsplatinen
- 1410, 1420
- Zugmittel
- 1411, 1421
- Fachvertritt
- 14a" , 14b"
- Lanzetten, Lanzettengruppen
- 143, 144
- Führungsplatinen
- 1431, 1441
- Fachvertritt
- 15
- Schusseintragsmittel
- 16
- Schusseintragsmittel
- 161
- Schusseintragsmittel
- 17
- Schusseintragsmittel
- 2, 2', 2"
- Doppelflorgewebe
- 2a, 2a', 2a"
- Polgewebe (Oberware)
- 2b, 2b', 2b"
- Polgewebe (Unterware)
- 22a, 22a', 22a"
- Grundgewebe
- 22b, 22b', 22b"
- Grundgewebe
- 221a, 221a', 221a"
- Rückenschüsse, Grundschuss
- 221b, 221b', 221b"
- Rückenschüsse, Grundschuss
- 222a, 222a', 222a"
- Innenschüsse, Grundschuss
- 222b, 222b', 222b"
- Innenschüsse, Grundschuss
- 223a, 223a', 223a"
- Bindekettfäden (Oberware)
- 223b, 223b', 223b"
- Bindekettfäden (Unterware)
- 224a, 224a', 224a"
- Füllkette (Oberware)
- 224b, 224b', 224b"
- Füllkette (Unterware)
- 225a, 225a', 225a"
- Polschlingen (Oberware)
- 225b, 225b', 225b"
- Polschlingen (Unterware)
- 225c
- Hilfsschuss-Halteschlinge
- 226, 226', 226"
- Florhenkel
- 2261, 2261a, 2261b
- Florschenkel
- 227a", 227b"
- Musterpol am Grund
- 228
- Kettfaden
- 229
- Kettfaden
- 23, 23'
- Leiste, Leistengewebe
- 23a, 23a'
- Leiste, Leistengewebe
- 23b, 23b'
- Leiste, Leistengewebe
- 231a, 231b
- Hilfsschuss
- 232, 232a, 232b (')
- Leistenkettfäden
- 2321, 2321'
- Fachvertritt
- 3
- Gewebeabzug
- 31
- Abzugswalze
- 32
- Abzugswalze
- 320, 320'
- Bund
- 321, 321'
- Andrückwalze
- 33, 33a, 33b, 331
- Führungsmittel
- 4
- Messerschlitten
- 41
- Messer
- 5
- Messer
- 6, 6'
- Leistenabzug
- 7, 7'
- Leisten-Hilfsschuss-Abzug
- 71
- Leistenabzugswalzen
- 72
- Hilfsschuss-Abzugswalzen
- TPa, TPa', TPa"
- Totpole, Totpolstrang
- TPb, TPb', TPb"
- Totpole, Totpolstrang
- M, Ma, Mb, Ma",Mb"
- Mittelfach (-ebene)
- Z
- Zentralfach (-ebene)
- O, O', O"
- Oberfach (-ebene)
- U, U', U"
- Unterfach (-ebene)
- A
- Anschlagkante
- JM
- Jacquardmaschine
- SM
- Schaftmaschine
- LSa, LSb; LSa', LSb'
- Leistenschäfte
1. Verfahren zur Herstellung von gemustertem Polgewebe auf einer Doppelflor-Webmasch
ine,
wobei aus einem Doppelflorgewebe mit zwei durch Florhenkel verbundenen Gundgeweben
durch das Trennen der Florhenkel (226) mit einem parallel zu den Grundwaren (22a,
22b) bewegbarem Messer (41) ein oberes und ein unteres Polgewebe (2a, 2b) erzeugt
wird, das Polschlingen (225a, 225b) und Polschenkel (2261) aufweist,
wobei die Polschlingen (225a, 225b) bildenden Polfäden zwischen einem Grundschuss
(221; 222) und einem durch Lanzetten (14a, 14b) im Abstand von dem jeweiligen Grundgewebe
(22a, 22b) geführten Hilfsschuss (231a, 231b) aufgespannt werden,
wobei die Hilfsschüsse (231a, 231b) in einer Gasse (140) zwischen den, den beiden
Grundgeweben (22a, 22b) zugeordneten Lanzettengruppen (14a, 14b) angeschlagen und
nach Fertigstellung des Doppelflorgewebes (2) entfernt werden,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Hilfsschüsse (231a, 231b seitlich beiderseits des Doppelflorgewebes (2) in der
Ebene der Gasse (140) in Leisten (23, 23'; 23a, 23a'; 23b, 23b') eingebunden und zwischen
diesen gespannt geführt werden und
dass die Hilfsschüsse (231a, 231b) und deren Leisten (23, 23'; 23a, 23a'; 23b, 23b') nach
dem Abgleiten von den Lanzetten (14a, 14b) mittels separater Führungselemente (33,
33a/b, 331, 7') außerhalb des Bewegungsbereiches des Messers (41) geführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hilfsschussfäden (231a, 231b) seitlich des Doppelflorgewebes (2) ausschließlich
mit Leistenkettfäden (232a, 231b) zu Leisten (23, 23') verwoben werden und
dass die Hilfsschussfäden (231a, 231b) vor dem Erreichen des Bewegungsbereiches des Messers
(41) aus dem Doppelflorgewebe (2) entfernt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hilfsschussfäden (231a, 231b) des oberen Polgewebes (2a) und des unteren Polgewebes
(2b) mittels Leistenkettfäden (232a, 232a'; 232b, 232b') jeweils separat, seitlich
beiderseits des Doppelflorgewebes (2) zu Leisten (23a, 23a'; 23b, 23b') verwoben werden
und
dass die Hilfsschüsse (231a, 231b) beider Polgewebe (2a, 2b) nach dem Passieren des Bewegungsbereiches
des Messers (41) entfernt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Hilfsschüsse (231a, 231b) zum Zwecke ihrer Entfernung aus dem Doppelflorgewebe
(2) oder aus einem der beiden Polgewebe (2a, 2b) zwischen einer der Leisten (23',
23a', 23b') und dem Doppelpolgewebe (2) oder einem der Polgewebe (2a, 2b) getrennt
und gemeinsam mit der jeweils anderen Leiste (23, 23a, 23b) seitlich aus den Polschlingen
(225a, 225b, 225c) gezogen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens in von musternden Polschlingen (225a) freien Bereichen des Doppelflorgewebes
(2) während der Herstellung des oberen Grundgewebes (22a)
- entweder mindestens von Chor zu Chor oder in größeren Abständen gegenseitig wechselnd
einzelne Kettfäden (229) ausschließlich mit den Hilfsschüssen (231a) binden oder
- zwischen den Hilfsschussfäden (231a) des oberen Polgewebes (2a) und den Hilfsschussfäden
(231b) des unteren Polgewebes (2b) ein gestreckter Kettfaden (228) geführt wird und
dass die Kettfäden (229, 228) gemeinsam mit den Hilfsschussfäden (231a) im Abstand über
dem Bewegungsbereich des Messers (41) geführt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens in von musternden Polschlingen (225a, 225b) freien Bereichen während der
Herstellung des oberen Grundgewebes (22a) Hilfsschuss-Halteschlingen (225c) aus Fäden
neutraler Farbe und/oder gringer Dicke in der Art musternder Polschlingen ausgebildet
werden.
7. Verfahren nach Anspruch 1, 3 oder 5, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens die Leisten (23a, 23b) des oberen Polgewebes (2a) und/oder die Kettfäden
(228, 229) unter Erhaltung deren Spannung mittels Führungselementen (33, 33a, 331)
im Abstand von der Bewegungsbahn des Messers (41) geführt werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Bindekettfäden (223a, 223b) der beiden Grundgewebe (22a, 22b) zur Fachbildung
einem Mittelfach (M; Ma; Mb; Ma"; Mb"; Z) zugeordnet und derart positioniert werden,
dass sie die Bahn eines Schusseintragsorganes der Schusseintragsebenen (11, 12; 15,
16, 161, 17) tangieren.
9. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Doppelflor-Webmaschine mit einer Dreistellungs-Jacquardmaschine ausgestattet
ist und zwei übereinander angeordnete, gleichzeitig aktivierbare Schusseintragsorgane
in drei Schusseintragsebenen (15, 16, 17) besitzt und
dass in den beiden Schusseintragsebenen (11, 12) in jeder Tour
- je ein Rücken- oder Innenschuss (221a'; 222a'; 221b', 221a') für eines der Grundgewebe
(22a', 22b') und
- ein Hilfsschuss (231b; 231a) des jeweils anderen Grundgewebes (22b'; 22a') eingetragen
wird.
10. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Doppelflor-Webmaschine mit einer Dreistellungs-Jacquardmaschine ausgestattet
ist und zwei übereinander angeordnete, gleichzeitig aktivierbare Schusseintragsebenen
(11, 12) besitzt und
dass in den beiden Schusseintragsebenen (11, 12) in jeder Tour
- je ein Rücken- oder Innenschuss (221a'; 222a'; 221b', 221a') für eines der Grundgewebe
(22a', 22b') und
- ein Hilfsschuss (231b; 231a) des jeweils anderen Grundgewebes (22b'; 22a') eingetragen
wird und
dass die eingetragenen Hilfsschüsse (231a, 231b) mittels an den Lanzetten (14a', 14b')
flexibel angelenkter Führungsplatinen (141, 142) in die Gasse (140) zwischen den Lanzettengruppen
(14a', 14b') geführt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet,
dass die Florhenkel (226') und Polschlingen (225a', 225b') pro Grundgewebe (22a'; 22b')
von Tour zu Tour wechselnd zunächst an einem Rückenschuss (221a, 221b) und dann an
einem Innenschuss (222a'; 222b') gebunden sind.
12. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Doppelflor-Webmaschine mit einer Vierstellungs-Jacquardmaschine ausgestattet
ist und drei übereinander angeordnete, gleichzeitig aktivierbare Schusseintragsebenen
(15, 16, 17) besitzt,
dass in jeder der äußeren Schusseintragsebenen (15, 17) in jeder Tour
- je ein Rücken- oder Innenschuss (221a, 221b, 222a, 222b) für jedes der Grundgewebe
(22a, 22b) und
- in der mittleren Schusseintragsebene (16) stets ein Hilfsschuss (231a, 231b) eingetragen
wird,
dass die Hilfsschüsse (231a, 231b) mittels an den Lanzetten (14a, 14b) befestigter Führungsabschnitte
(145), die die mittlere Schusseintragsebene (16) außen umgreifen, in die Gasse (140)
zwischen den Lanzettengruppen (14a, 14b) geführt werden.
13. Verfahren nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet,
dass die Florhenkel (226) und Polschlingen (225a; 225b) in jedem Grungewebe (22a, 22b)
in jeder Tour über einem Rückenschuss (221a, 221b) binden.
14. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
dass die Doppelflor-Webmaschine mit einer Fünfstellungs-Jacquardmaschine ausgestattet
ist und vier übereinander angeordnete, gleichzeitig aktivierbare Schusseintragsebenen
(15, 16, 161, 17) besitzt,
dass in den beiden äußeren Schusseintragsebenen (15, 17) in jeder Tour je ein Rückenschuss
(221a, 221b) in jedem der Grundgewebe (22a", 22b") eingetragen wird,
dass in den beiden mitteren Schusseintragsebenen (16, 161) abwechselnd ein Innenschuss
(222a, 222b) für eines der Grundgewebe (22a", 22b") und ein Hilfsschuss (231a, 231b)
für eben dieses Grundgewebe eingetragen wird und
dass die eingetragenen Hilfsschüsse (231a, 231b) der mittleren beiden Schusseintragsebenen
(16, 161) mittels an den Lanzetten (14a", 14b") flexibel angelenkter Führungsplatinen
(143, 144) in die Gasse zwischen den Lanzettengruppen (14a", 14b") geführt werden.
15. Doppelflor-Webmasch ine
zur Herstellung von Doppelflorgeweben (2) mit mustergemäß angeordneten Bereichen
aus Florhenkeln (226) und Bereichen aus Polschlingen,
mit mindestens zwei gleichzeitig aktivierbaren, einer Webzone (1) zuordenbarer
Schusseintragsebenen (11, 12; 15, 16, 17),
mit Messer(n) (41) zum Trennen der Florhenkel (226) zwischen den beiden Grundgeweben
(22a, 22b) des Doppelflorgewebes 2 und
mit mindestens einer Jacquardmaschine (JM) zur mustergemäß fachbildenden Steuerung
von Choren musternder Pofäden pro Kettkurs,
dadurch gekennzeichnet,
dass in der Webzone (1) Lanzettengruppen (14a, 14b) angeordnet sind, die mit ihren äußeren
Führungsflächen an den angeschlagenen Schussfäden (222a; 222b) der jeweils benachbaren
Grundgewebe (22a, 22b) gleiten und zwischen sich eine in Arbeitsrichtung offene Gasse
(140) begrenzen,
dass den Lanzettengruppen (14a, 14b) Führungselemente (Führungsplatinen 141, 142; 143,
144; Führungsabschnitte 145) zur Führung von mittels Weblade (13) anzuschlagender
Hilfsschussfäden in die Gassen (140) zugeordnet sind,
dass seitlich, beiderseits der Fachbildungszone für das Doppelflorgewebe (2) Fachbildungselemente
(z. B. Leistenschäfte LSa, LSa'; LSb, LSb') für Leistenkettfäden (232, 232a, 232b)
angeordnet sind, die gegenseitig wechselnd oberhalb oder unterhalb von Hilfsschussfäden
(231; 231a, 231b) positionierbar sind, und
dass Mittel (Leistenabzug 6, Leistenhilfsschussabzug 7) zur Entfernung der Leisten und
der mit den Leistenkettfäden (232; 232a, 232b) verbundenen Hilfsschussfäden (231;
231a, 231b) aus dem Doppelflorgewebe (2) oder aus den voneinander getrennten Polgeweben
(2a, 2b) vorgesehen sind.
16. Doppelflor-Webmaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass sie mit zwei Schusseintragsebenen (11, 12) ausgestattet ist und
dass die Lanzettengruppen (14a', 14b') mit gelenkig angefügten Führungsplatinen (141,
142) versehen sind, die über mindestens eine Schusseintragsebene (11; 12) fachbildend
bewegbar sind.
17. Doppelflor-Webmaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass sie mit drei Schusseintragsebenen (15, 16, 17) ausgestattet ist und
dass die Lanzettengruppen (14a, 14b) mit Führungabschnitten (145) versehen sind, mit denen
sie beiderseits der mittleren Schusseintragsebene (16) im Bereich des Webfaches gestellfest
positionierbar sind.
18. Doppelflor-Webmaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass sie mit vier Schusseintragsebenen (15, 16, 161, 17) ausgestattet ist und
dass die Lanzettengruppen (14a", 14b") mit gelenkig angefügten Führungsplatinen (143,
144) versehen sind, die über mindestens je eine Schusseintragsebene (16; 161) fachbildend
bewegbar sind.
19. Doppelflor-Webmaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass seitlich, beiderseits der Fachbildungszone für das Doppelflorgewebe (2) eine Fachbildungsvorrichtung
(z. B. ein Paar Leistenschäfte LS) für Leistenkettfäden (232) beider Polgewebe (2a,
2b) angeordnet sind und
dass die Mittel (Leistenabzug 6, Leisten-Hilfsschuss-Abzug 7) zur Enfernung der Leisten
(23, 23') und der Hilfsschussfäden (231; 231a, 231b) aus dem Doppelflorgewebe (2)
zwischen der Gewebeanschlagkante (A) und der Bahn des Messers (41) angeordnet sind.
20. Doppelflor-Webmaschine nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet,
dass seitlich, beiderseits der Fachbildungszone für das Doppelflorgewebe (2) Fachbildungsvorrichtungen
(z. B. zwei Paar Leistenschäfte LSa, LSa', LSb, LSb') jeweils für Leistenkettfäden
(232a) des Polgewebes (2a) und für Leistenkettfäden (232b) des Polgewebes (2b) angeordnet
sind und
dass die Mittel (Leistenabzug 6, Leisten-Hilfsschuss-Abzug 7) zur Enfernung der Leisten
(23, 23') und der Hilfsschussfäden (231; 231a, 231b) einerseits aus dem Polgewebe
(2a) und andererseits aus dem Polgewebe (2b) in Arbeitsrichtung nach der Bewegungsbahn
des Messers (41) angeordnet sind.