[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung sowie ein Verfahren zur Beeinflussung des
sich in einem der Behandlung einer Materialbahn dienenden verlängerten Pressspalt
in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils. Bei der Materialbahn kann es sich
insbesondere um eine Papier- oder Kartonbahn handeln.
[0002] Pressenanordnungen mit in Bahnlaufrichtung verlängerten Pressspalten, die jeweils
zwischen einem Pressschuh und einer Gegenfläche gebildet werden, sind bekannt (vgl.
z.B. DE 44 35 845 C, DE 196 31 638 A, DE 196 31 637 A).
[0003] Der Press- oder Druckschuh einer Schuhpresse wird bisher mit einer Schuhkontur gefertigt,
die für ein bestimmtes Produkt optimiert worden ist. Sollen in einer Papiermaschine
verschiedene oder neue Produkte hergestellt werden, wozu auch verschiedene Druckprofile
erforderlich wären, so ist dies derzeit nur durch zwei Maßnahmen erreichbar. So kann
zum einen ein neuer Pressschuh mit einem dem neuen Produkt angepassten Druckprofil
eingebaut werden. Zum anderen kann bei Anlagen mit mehrreihigen Anpresselementen durch
eine unterschiedliche Ansteuerung der Anpresselemente das Druckprofil entsprechend
verändert werden.
[0004] Bei einer ständig variierenden Produktpalette scheidet die erste Variante aus, da
ein Druckschuhwechsel sehr zeitaufwändig ist.
[0005] Ein Umbau von einer einreihigen auf eine mehrreihige Anordnung der Anpresselemente
scheidet bei den meisten Anlagen angesichts der zu hohen Umbaukosten ebenfalls aus.
Ein weiterer Nachteil einer mehrreihigen Anordnung von Anpresselementen ist die aufwändige
Druckregelung dieser Anpresselemente.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verbesserte Vorrichtung sowie ein
verbessertes Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen, bei denen die zuvor
genannten Nachteile beseitigt sind.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe gelöst durch eine Vorrichtung zur Beeinflussung
des sich in einem der Behandlung einer Materialbahn dienenden verlängerten Pressspalt
in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils, mit wenigstens einem auf einer Seite
des Pressspaltes angeordneten, in Bahnlaufrichtung verstellbaren Pressschuh.
[0008] Aufgrund dieser Ausbildung ist es nunmehr beispielsweise möglich, durch ein entsprechendes
Verstellen des Pressschuhs in Bahnlaufrichtung das sich in Bahnlaufrichtung ergebende
Pressdruckprofil entsprechend zu ändern und damit die betreffende Pressenanordnung
an unterschiedliche Produkte anzupassen.
[0009] Durch die Verstellung des Druckprofils können z.B. bei Abweichungen des Papierrohstoffs
bestimmte Papiereigenschaften wie z.B. das Papiervolumen nahezu konstant gehalten
werden. Beim Anpassen des Druckprofils an den Rohstoff kann der maximale Pressdruck
auch sinken. Bei gleichbleibender Trockenleistung der nachfolgenden Trockenpartie
muss dann also mit geringfügig verringerter Produktionsgeschwindigkeit gefahren werden.
[0010] Der Pressschuh ist vorzugsweise stufenlos in Bahnlaufrichtung verstellbar, womit
eine feinfühlige Beeinflussung des sich in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils
möglich ist. Der Pressschuh kann in Bahnlaufrichtung beispielsweise verschiebbar sein.
[0011] Bei einer bevorzugten praktischen Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung
ist der von einem Pressband wie z.B. einem Pressmantel umschlungene und von wenigstens
einem Anpresselement in Richtung einer Gegenfläche beaufschlagte Pressschuh über wenigstens
eine sich allgemein quer zur Bahnlaufrichtung erstreckende, in Bahnlaufrichtung betrachtet
hinter ihm angeordnete verstellbare Keilstange in Bahnlaufrichtung verstellbar, gegen
die der Pressschuh infolge der zwischen ihm und dem umlaufenden Pressband auftretenden
Reibung gedrängt wird. Dabei ist der Pressschuh vorzugsweise mit wenigstens einem
Anschlag versehen, über den er an der Keilstange anliegt. Die Keilstange ist zweckmäßigerweise
in Richtung ihrer Längsachse verstellbar.
[0012] Bei einer zweckmäßigen praktischen Ausführungsform ist die Keilstange über eine antreibbare
Spindel verstellbar. Dabei kann die Spindel z.B. über einen Hydraulikmotor oder dergleichen
antreibbar sein.
[0013] Eine bevorzugte praktische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet
sich dadurch aus, dass die Antriebskraft über ein Bewegungsgewinde von der Spindel
auf die Keilstange übertragen und dass dieses Bewegungsgewinde so ausgelegt und der
Keilwinkel so gewählt ist, dass bei fehlendem Antrieb eine jeweilige Keilstangeneinstellung
durch Selbsthemmung gesichert ist. Mit der Keilstangeneinstellung ist entsprechend
auch die jeweilige Pressschuheinstellung gesichert.
[0014] Die Keilstange ist vorzugsweise an einem Tragkörper gelagert, an dem wenigstens ein
den Pressschuh beaufschlagendes Anpresselement abgestützt ist.
[0015] In Bahnlaufrichtung ist die Keilstange zweckmäßigerweise durch wenigstens einen am
Tragkörper vorgesehenen Anschlag fixiert.
[0016] Grundsätzlich können auch mehrere sich jeweils allgemein in Querrichtung erstreckende
Keilstangen vorgesehen sein. Diese sind in Querrichtung betrachtet zweckmäßiger nebeneinander
angeordnet.
[0017] Der Pressschuh kann insbesondere auch mit mehreren in Querrichtung betrachtet nebeneinander
angeordneten Anschlägen versehen sein. Dabei kann jedem Anschlag grundsätzlich auch
jeweils eine getrennte Keilstange zugeordnet sein. Die verschiedenen Keilstangen sind
vorzugsweise getrennt antreibbar. Die Keilstangen können also beispielsweise über
getrennte Hydraulikmotoren oder dergleichen verstellt werden.
[0018] Grundsätzlich kann jedoch auch eine sich zumindest im wesentlichen über die gesamte
Pressschuhbreite erstreckende Keilstange vorgesehen sein.
[0019] Vorteilhafterweise kann wenigstens ein Wegaufnehmer zur Ermittlung der jeweiligen
Pressschuhposition vorgesehen sein. Die aktuelle Position des Druckschuhs kann insbesondere
außerhalb der Schuhpresse angezeigt werden.
[0020] Der Pressschuh ist vorzugsweise über eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung einstellbar.
Die Einstellung des Pressschuhs kann insbesondere von außerhalb der betreffenden Schuhpresse
erfolgen. Für die Verstellung ist der Ausbau des Pressmantels nicht erforderlich.
Der Pressschuh kann aber auch bei ausgebautem Pressmantel verstellt werden.
[0021] Vorzugsweise wird der Pressschuh bei entlasteter Presse verstellt, wobei die Verstellung
aber auch im Betrieb erfolgen kann. Ist die Presse entlastet, so ist ein Verstellen
des Pressschuhs sowohl bei laufendem als auch bei stehendem Pressband bzw. Pressmantel
möglich.
[0022] Bevorzugt ist eine Messeinrichtung zur Messung des sich in Bahnlaufrichtung ergebenden
Pressdruckprofils vorgesehen. Dabei kann der Pressschuh zur Messung des Druckprofils
insbesondere mit in dem Bereich zwischen Pressschuh und Pressband mündenden Druckmessbohrungen
versehen sein.
[0023] Über die im Pressschuh vorhandenen Druckmessbohrungen kann das tatsächliche sich
zwischen Pressschuh und Pressband in Bahnlaufrichtung ergebende Druckprofil gemessen
werden. Dabei ist es insbesondere auch möglich, über entsprechende Druckmessbohrungen
über jedem Anpresselement den Maximaldruck des Druckprofils zu messen.
[0024] Bevorzugt ist über die Steuer- und/oder Regeleinrichtung zumindest ein Soll-Pressdruckprofil
vorgebbar. Über ein entsprechendes Verstellen des Pressschuhes ist insbesondere das
sich in Bahnlaufrichtung ergebende Pressdruckprofil steuer- und/oder regelbar.
[0025] Über die betreffende Verstelleinrichtung kann also insbesondere ein jeweils gewünschtes
Soll-Druckprofil eingestellt werden. Grundsätzlich kann die Verstellung sowohl manuell
als auch über eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung erfolgen. Da sich auch das Druckprofil
mit einer jeweiligen Filzalterung ändert, kann durch ein Verstellen des Pressschuhs
das Druckprofil entsprechend nachgestellt bzw. geregelt werden.
[0026] Der Pressschuh kann in Querrichtung betrachtet sektioniert sein.
[0027] Eine bevorzugte praktische Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung zeichnet
sich dadurch aus, dass der Pressschuh in Querrichtung betrachtet sektionsweise jeweils
in Bahnlaufrichtung beaufschlagbar ist und dass über eine entsprechende Beaufschlagung
des Pressschuhs gleichzeitig mehrere sich in Bahnlaufrichtung ergebende Pressdruckprofile
einstellbar sind.
[0028] Werden also beispielsweise die Pressschuhanschläge über mehrere Hydraulikmotoren
oder dergleichen einzeln angesteuert, können unterschiedliche Druckprofile gleichzeitig
eingestellt werden, die z.B. zur Verbesserung des Feuchtequerprofils eingesetzt werden
können. Durch die Druckmessbohrungen kann der maximale Druck des Druckprofils über
jedem Anpresselement oder -zylinder gemessen werden. Wird das sich in Bahnlaufrichtung
ergebende Pressdruckprofil an einer oder mehreren Stellen gemessen, so kann aufgrund
des Maximaldrucks das Druckprofil an jedem Anpresselement oder -kolben ermittelt werden.
[0029] Die eingangs angegebene Aufgabe wird erfindungsgemäß zudem gelöst durch ein Verfahren
zur Beeinflussung des sich in einem der Behandlung einer Materialbahn dienenden verlängerten
Pressspalt in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils, bei dem wenigstens ein
auf einer Seite des Pressspaltes angeordneter Pressschuh in Bahnlaufrichtung verstellt
wird, um das Pressdruckprofil entsprechend zu beeinflussen.
[0030] Dabei kann die Einstellung des sich in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils
insbesondere in Abhängigkeit von bestimmten Betriebsbedingungen wie z.B. der jeweiligen
Filzart, der jeweiligen Papiersorte und/oder dergleichen erfolgen.
[0031] Gemäß einer bevorzugten praktischen Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens
wird in Kombination mit der Einstellung bzw. Steuerung und/oder Regelung des sich
in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils das Pressdruckquerprofil gesteuert
und/oder geregelt. Dabei kann das Pressdruckquerprofil insbesondere über den Pressschuh
beaufschlagende Anpresselemente entsprechend gesteuert und/oder geregelt werden.
[0032] Mit der erfindungsgemäßen Verstellung des Pressschuhs in Bahnlaufrichtung ist also
insbesondere die Anpassung des Druckprofils an verschiedene Produkte möglich, wodurch
die Produktivität erhöht und bestimmte Produkteigenschaften verbessert werden können.
[0033] Bei Produkten, bei denen das Volumen eine eher ungeordnete Rolle spielt, kann durch
die Pressschuhverstellung das Druckprofilmaximum und damit der Trockengehalt nach
der Presse und entsprechend die Produktion erhöht werden. Ist bei einem Produkt ein
hohes Volumen gewünscht, kann das Druckprofilmaximum reduziert werden. Dabei steigt
dann das Volumen. Der Trockengehalt nach der Presse fällt etwas ab.
[0034] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme
auf die Zeichnung näher erläutert; in dieser zeigen:
- Figur 1
- eine schematische, teilweise geschnittene Darstellung einer Vorrichtung zur Beeinflussung
eines sich in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils,
- Figur 2
- eine schematische Draufsicht eines Teils der Vorrichtung gemäß Figur 1, und
- Figur 3
- ein Diagramm, in dem rein beispielhaft drei verschiedene sich bei entsprechend unterschiedlichen
Pressschuhpositionen ergebende Pressdrucklängsprofile dargestellt sind.
[0035] Die Figuren 1 und 2 zeigen in schematischer Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform
einer Vorrichtung 10 zur Beeinflussung des sich in einem der Behandlung einer Materialbahn
dienenden verlängerten Pressspalt 12 in Bahnlaufrichtung L ergebenden Pressdruckprofils.
Bei der Materialbahn kann es sich insbesondere um eine Papier- oder Kartonbahn handeln.
Diese Vorrichtung 10 umfasst wenigstens einen auf einer Seite des Pressspaltes 12
angeordneten, in Bahnlaufrichtung L verstellbaren Pressschuh 14. Der Pressschuh 14
ist von einem Pressband 16 umschlungen, bei dem es sich insbesondere um den Pressmantel
einer sogenannten Schuhpresswalze handeln kann. Zudem wird der Pressschuh 12 von wenigstens
einem Anpresselement 18 in Richtung einer Gegenfläche 20 beaufschlagt. Der Pressspalt
12 ist also zwischen dem Pressband 16 und der Gegenfläche 20 vorgesehen, die beispielsweise
durch eine Gegenwalze 22 gebildet sein kann.
[0036] Der Pressschuh 14 kann insbesondere stufenlos in Bahnlaufrichtung L verstellbar sein.
[0037] Zur entsprechenden Verstellung des Pressschuhs 14 ist wenigstens eine sich allgemein
quer zur Bahnlaufrichtung L erstreckende, in Bahnlaufrichtung L betrachtet hinter
dem Pressschuh 14 angeordnete verstellbare Keilstange 24 vorgesehen. Der Pressschuh
14 wird infolge der zwischen ihm und dem umlaufenden Pressband 16 auftretenden Reibung
in Bahnlaufrichtung L gegen die Keilstange 24 gedrängt. Dabei kann der Pressschuh
14 mit wenigstens einem Anschlag 26 versehen sein, über den er an dieser Keilstange
24 anliegt.
[0038] Während des Betriebs der betreffenden Schuhpresse liegt der Pressschuh 14 also ständig
an der Keilstange 24 an, so dass über diese jederzeit eine jeweilige Schuhverstellung
in Bahnlaufrichtung L möglich ist.
[0039] Wie insbesondere anhand der Figur 2 zu erkennen ist, ist die Keilstange 24 in Richtung
ihrer Längsachse, hier also in einer Richtung quer zur Bahnlaufrichtung L, verstellbar.
[0040] Zur Verstellung der Keilstange 24 kann beispielsweise eine antreibbare Spindel 28
vorgesehen sein. Die Spindel 28 kann beispielsweise durch einen Hydraulikmotor 30
oder dergleichen angetrieben werden.
[0041] Die Keilstange 24 ist an einem Tragkörper 32 gelagert, an dem auch die den Pressschuh
14 in der Richtung der Gegenfläche 20 beaufschlagenden Anpresselemente 18, bei denen
es sich beispielsweise um Zylinder/Kolben-Einheiten handeln kann (vgl. insbesondere
Figur 1), abgestützt sind. Dabei ist die Keilstange 24 durch am Tragkörper 32 vorgesehene
Anschläge 34 in Bahnlaufrichtung L fixiert. Überdies kann die Keilstange 24 durch
diese Anschläge 34 während einer jeweiligen Verstellung in Querrichtung geführt sein.
[0042] Wie insbesondere anhand der Figur 2 zu erkennen ist, weist die Keilstange 24 zumindest
eine Keilfläche 38 auf, die mit einer Keilfläche 40 eines den Pressschuh 14 zugeordneten
Anschlags 26 so zusammenwirkt, dass mit einem jeweiligen Verstellen der Keilstange
24 in Querrichtung der Pressschuh 14 in Bahnlaufrichtung L entsprechend verlagert
wird. An der Keilstange 24 können insbesondere mehrere solche Keilflächen 38 vorgesehen
sein, wobei jede dieser Keilflächen 38 jeweils mit einem dem Pressschuh 14 zugeordneten
Anschlag 26 zusammenwirkt. Dabei kann beispielsweise eine sich zumindest im wesentlichen
über die gesamte Pressschuhbreite erstreckende Keilstange 24 vorgesehen sein.
[0043] Grundsätzlich können jedoch auch mehrere, d.h. zumindest zwei sich jeweils allgemein
in Querrichtung erstreckende Keilstangen 24 vorgesehen sein. Diese können in Querrichtung
betrachtet z.B. in einer Linie nebeneinander angeordnet sein. Dabei kann eine jeweilige
Keilstange 24 jeweils wieder mit einem oder mehreren dem Pressschuh 14 zugeordneten
Anschlägen 26 zusammenwirken. Die verschiedenen Keilstangen können zumindest teilweise
getrennt antreibbar sein.
[0044] Die Antriebskraft wird über ein Bewegungsgewinde 36 von der Spindel 28 auf die Keilstange
24 übertragen. Dabei kann dieses Bewegungsgewinde 36 so ausgelegt und der Keilwinkel
so gewählt sein, dass bei fehlendem Antrieb eine jeweilige Keilstangeneinstellung
und entsprechend eine jeweilige Schuheinstellung durch Selbsthemmung gesichert ist.
[0045] Die aktuelle Position des Pressschuhs 14 wird über einen oder mehrere Wegaufnehmer
42 (vgl. Fig. 1) gemessen und kann beispielsweise außerhalb der Schuhpresse angezeigt
werden. Die Verstellung des Pressschuhes 14 kann beispielsweise von außerhalb der
Schuhpresse gesteuert und/oder geregelt werden.
[0046] Der Pressschuh 14 kann insbesondere über eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung 44
in der jeweils gewünschten Weise eingestellt werden. An diese Steuer- und/oder Regeleinrichtung
44 kann der Wegaufnehmer 42 angeschlossen sein. Die jeweilige Ist-Position des Pressschuhs
14 kann in dieser Steuer- und/oder Regeleinrichtung 44 somit mit einem jeweiligen
Sollwert verglichen werden, um eine Anpassung an den Sollwert zu erreichen.
[0047] Der Pressschuh 14 kann zur Messung des sich in Bahnlaufrichtung L ergebenden Druckprofils
mit in den Bereich zwischen Pressschuh 14 und Pressband 16 mündenden Druckmessbohrungen
46 versehen sein. Wie anhand der Figur 2 zu erkennen ist, können mehrere solche Druckmessbohrungen
46 in Bahnlaufrichtung L hintereinander angeordnet sein.
[0048] Über die Steuer- und/oder Regeleinrichtung 44 kann zweckmäßigerweise zumindest ein
Soll-Pressdruckprofil vorgegeben werden.
[0049] Dementsprechend ist beispielsweise eine solche Ausführung der Vorrichtung 10 denkbar,
bei der über ein entsprechendes Verstellen des Pressschuhes 14 das sich in Bahnlaufrichtung
L ergebende Pressdruckprofil steuer- und/oder regelbar ist.
[0050] Der Pressschuh 14 kann in Querrichtung betrachtet durchgehend ausgeführt oder sektioniert
sein.
[0051] Werden mehrere den Pressschuh 14 zugeordnete Anschläge 26 über mehrere zum Beispiel
jeweils durch einen Hydraulikmotor 30 gebildete Antriebe einzeln angesteuert, so können
auch unterschiedliche Druckprofile gleichzeitig eingestellt werden, um beispielsweise
das Feuchtequerprofil entsprechend zu verbessern.
[0052] Über im Pressschuh 14 vorgesehene Druckmessbohrungen 48 (vgl. wieder Figur 2) kann
der maximale Druck des Druckprofils über jedem Anpresselement 18 gemessen werden.
Da das sich in Bahnlaufrichtung L ergebende Druckprofil an einer oder mehreren Stellen
gemessen wird, kann aufgrund des Maximaldrucks das Druckprofil an jedem Anpresselement
18 ermittelt werden.
[0053] Die Einstellung des sich in Bahnlaufrichtung L ergebenden Pressdruckprofils kann
beispielsweise in Abhängigkeit von bestimmten Betriebsbedingungen wie z.B. der jeweiligen
Filzart, der jeweiligen Papiersorte und/oder dergleichen erfolgen.
[0054] In Kombination mit der Einstellung bzw. Steuerung und/oder Regelung des sich in Bahnlaufrichtung
L ergebenden Pressdruckprofils kann insbesondere über die verschiedenen Anpresselemente
18 das Pressdruckquerprofil in der jeweils gewünschten Weise gesteuert und/oder geregelt
werden.
[0055] Figur 3 zeigt ein Diagramm, in dem rein beispielhaft drei verschiedene, sich bei
entsprechend unterschiedlichen Pressschuhpositionen ergebende Pressdrucklängsprofile
dargestellt sind. Dabei sind die in "MPa" angegebenen Drücke über der in "Millimeter"
angegebenen, sich in Bahnlaufrichtung von einem Bezugspunkt ergebenden Entfernung
aufgetragen. Wie anhand der für drei verschiedene Schuheinstellungen geltenden Kurven
A - C zu erkennen ist, ergibt sich bei der Schuheinstellung A ein höherer maximaler
Druckwert als bei der Schuheinstellung B, und bei der Schuheinstellung B wieder ein
höherer maximaler Druckwert als bei der Schuheinstellung C.
[0056] Die in dem Diagramm gezeigten Druckprofile können z.B. für drei unterschiedliche
Produkte vorgesehen sein. Die betreffenden Kurven können durch Verschiebung des Pressschuhs
14 in Bahnlaufrichtung L erzeugt werden.
Bezugszeichenliste
[0057]
- 10
- Vorrichtung zur Beeinflussung des Druckprofils
- 12
- Pressspalt
- 14
- Pressschuh
- 16
- Pressband, Pressmantel
- 18
- Anpresselement
- 20
- Gegenfläche
- 22
- Gegenwalze
- 24
- Keilstange
- 26
- Anschlag
- 28
- Spindel
- 30
- Hydraulikmotor
- 32
- Tragkörper
- 34
- Anschlag
- 36
- Bewegungsgewinde
- 38
- Keilfläche
- 40
- Keilfläche
- 42
- Wegaufnehmer
- 44
- Steuer- und/oder Regeleinheit
- 46
- Druckmessbohrung
- 48
- Druckmessbohrung
- L
- Bahnlaufrichtung
1. Vorrichtung (10) zur Beeinflussung des sich in einem der Behandlung einer Materialbahn
dienenden verlängerten Pressspalt (12) in Bahnlaufrichtung (L) ergebenden Pressdruckprofils,
mit wenigstens einem auf einer Seite des Pressspaltes (12) angeordneten, in Bahnlaufrichtung
(L) verstellbaren Pressschuh (14).
2. Vorrichtung nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) stufenlos in Bahnlaufrichtung (L) verstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) in Bahnlaufrichtung (L) verschiebbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der von einem Pressband (16) umschlungene und von wenigstens einem Anpresselement
(18) in Richtung einer Gegenfläche (20) beaufschlagte Pressschuh (14) über wenigstens
eine sich allgemein quer zur Bahnlaufrichtung (L) erstreckende, in Bahnlaufrichtung
(L) betrachtet hinter ihm angeordnete verstellbare Keilstange (24) in Bahnlaufrichtung
(L) verstellbar ist, gegen die der Pressschuh (14) infolge der zwischen ihm und dem
umlaufenden Pressband (16) auftretenden Reibung gedrängt wird.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) mit wenigstens einem Anschlag (26) versehen ist und über diesen
Anschlag (26) an der Keilstange (24) anliegt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet, dass die Keilstange (24) in Richtung ihrer Längsachse verstellbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Keilstange (24) über eine antreibbare Spindel (28) verstellbar ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass die Spindel (28) über einen Hydraulikmotor (30) antreibbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet, dass die Antriebskraft über ein Bewegungsgewinde (36) von der Spindel (28) auf die Keilstange
(24) übertragen wird und dass dieses Bewegungsgewinde (36) so ausgelegt und der Keilwinkel
so gewählt ist, dass bei fehlendem Antrieb eine jeweilige Keilstangeneinstellung durch
Selbsthemmung gesichert ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Keilstange (24) an einem Tragkörper (32) gelagert ist, an dem wenigstens ein
den Pressschuh (14) beaufschlagendes Anpresselement (18) abgestützt ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Keilstange (24) durch wenigstens einen am Tragkörper (32) vorgesehenen Anschlag
(34) in Bahnlaufrichtung (L) fixiert ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass mehrere sich jeweils allgemein in Querrichtung erstreckende Keilstangen (24) vorgesehen
sind.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass die Keilstangen (24) in Querrichtung betrachtet nebeneinander angeordnet sind.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) mit mehreren in Querrichtung betrachtet nebeneinander angeordneten
Anschlägen (26) versehen ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet, dass jedem Anschlag (26) eine getrennte Keilstange (24) zugeordnet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15,
dadurch gekennzeichnet, dass die Keilstangen (24) getrennt antreibbar sind.
17. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine sich zumindest im Wesentlichen über die gesamte Pressschuhbreite erstreckende
Keilstange (24) vorgesehen ist.
18. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Wegaufnehmer (42) zur Ermittlung der jeweiligen Pressschuhpositon
vorgesehen ist.
19. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) über eine Steuer- und/oder Regeleinrichtung (44) einstellbar
ist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19,
dadurch gekennzeichnet, dass der Wegaufnehmer (42) an die Steuer- und/oder Regeleinrichtung (44) angeschlossen
ist.
21. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass eine Messeinrichtung zur Messung des sich in Bahnlaufrichtung (L) ergebenden Pressdruckprofils
vorgesehen ist.
22. Vorrichtung nach Anspruch 21,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) zur Messung des Druckprofils mit in den Bereich zwischen Pressschuh
(14) und Pressband (16) mündenden Druckmessbohrungen (46) versehen ist.
23. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass über die Steuer- und/oder Regeleinrichtung (44) zumindest ein Soll-Pressdruckprofil
vorgebbar ist.
24. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass über ein entsprechendes Verstellen des Presschuhes (14) das sich in Bahnlaufrichtung
(L) ergebende Pressdruckprofil steuerund/oder regelbar ist.
25. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) in Querrichtung betrachtet sektioniert ist.
26. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Pressschuh (14) in Querrichtung betrachtet sektionsweise jeweils in Bahnlaufrichtung
beaufschlagbar ist und dass über eine entsprechende Beaufschlagung des Pressschuhes
(14) gleichzeitig mehrere sich in Bahnlaufrichtung (L) ergebende Pressdruckprofile
einstellbar sind.
27. Verfahren zur Beeinflussung des sich in einem der Behandlung einer Materialbahn dienenden
verlängerten Pressspalt in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils, bei dem
wenigstens ein auf einer Seite des Pressspaltes angeordneter Pressschuh in Bahnlaufrichtung
verstellt wird, um das Pressdruckprofil entsprechend zu beeinflussen.
28. Verfahren nach Anspruch 27,
dadurch gekennzeichnet, dass die Einstellung des sich in Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils in Abhängigkeit
von bestimmten Betriebsbedingungen wie z.B. der jeweiligen Filzart, der jeweiligen
Papiersorte und/oder dergleichen erfolgt.
29. Verfahren nach Anspruch 27 oder 28,
dadurch gekennzeichnet, dass in Kombination mit der Einstellung bzw. Steuerung- und/oder Regelung des sich in
Bahnlaufrichtung ergebenden Pressdruckprofils das Pressdruckquerprofil gesteuert und/oder
geregelt wird.
30. Verfahren nach Anspruch 30,
dadurch gekennzeichnet, dass das Pressdruckquerprofil über den Pressschuh beaufschlagende Anpresselemente entsprechend
gesteuert und/oder geregelt wird.