[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Kompressor, insbesondere für ein Kraftfahrzeug-Luftfedersystem,
mit den Merkmalen im Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es ist ein Kompressor dieser Art bekannt (DE 100 05 929 A1), bei dem der durch den
Kolben geführte Kanal als ausmittige Bohrung ausgebildet ist, die den Kolben von dessen
oberer Stirnseite bis zur gegenüberliegenden Unterseite vollständig durchsetzt. Die
im Bereich der oberen Kolbenstirnseite befindliche Einlassöffnung ist mittels eines
Einlassorganes, z.B. in Form eines Flatterventils, verschlossen, während der Kanal
am gegenüberliegenden Ende offen ist und zu dem Bereich ausmündet, der zwischen der
Kolbenunterseite und dem Zylindergehäuse gebildet ist. Auf der dem Kompressionsraum
gegenüberliegenden Seite des Kolbens ist ein Kurbelwellenraum vorgesehen, der vom
Kurbelwellengehäuse und von der Unterseite des Kolbens begrenzt ist und der über einen
in den Kurbelwellenraum mündenden und dort mittels eines Ventils verschließbaren Ansaugstutzen
mit der Umgebung verbunden ist. Im oberen Totpunkt des Kolbens schließt das Ventil
und verschließt damit den Ansaugstutzen und die Verbindung zur Atmosphäre, wobei dies
auch während der Abwärtsbewegung des Kolbens der Fall ist, bis der Kolben seinen unteren
Totpunkt erreicht, in dem das Ventil den genannten Ansaugstutzen öffnet. Während der
Aufwärtsbewegung des Kolbens bleibt der Ansaugstutzen und damit die Verbindung zur
Atmosphäre geöffnet. Das den Ansaugstutzen verschließende Ventil im Inneren des Kurbelwellenraumes
wird vom Antriebsmotor des Kompressors angetrieben.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Kompressor, insbesondere für ein
Kraftfahrzeug-Luftfedersystem, zu schaffen, der insbesondere für ein geschlossenes
Luftfedersystem geeignet ist und bei vorhandenen Gegendrücken stets aus jeder Position
anlaufen kann mit Selbstansaugung in allen Bereichen.
[0004] Die Aufgabe ist bei einem Kompressor der eingangs genannten Art gemäß der Erfindung
durch die Merkmale im Anspruch 1 gelöst. Weitere vorteilhafte Erfindungsmerkmale und
Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen. Durch die Erfindung ist erreicht,
dass der Ansaugdruck innerhalb des Kolbens angesaugt wird, so dass der Kolben gleichmäßig
vom Ansaugdruck umströmt ist. Somit ist der Kolben auf der gesamten Fläche mit gleichem
Druck beaufschlagt, wobei er beim Anlauf nur noch gegen den Ausgangsdruck im Verdichterbereich
anlaufen muss. Eine Verwirbelung im Ansauggehäuse geschieht nicht. Der Wirkungsgrad
des Kompressors wird dadurch erheblich günstiger, wobei bei allem der Kompressor klein,
kompakt und einfach bei hohem Wirkungsgrad gestaltet ist. Der Kompressor kann aus
jeder Position anlaufen, wobei in allen Bereichen eine Selbstansaugung gegeben ist.
[0005] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung.
[0006] Der vollständige Wortlaut der Ansprüche ist vorstehend allein zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen nicht wiedergegeben, sondern statt dessen lediglich durch Hinweis auf
die Ansprüche darauf Bezug genommen, wodurch jedoch alle diese Anspruchsmerkmale als
an dieser Stelle ausdrücklich und erfindungswesentlich offenbart zu gelten haben.
Dabei sind alle in der vorstehenden und folgenden Beschreibung erwähnten Merkmale
sowie auch die allein aus der Zeichnung entnehmbaren Merkmale weitere Bestandteile
der Erfindung, auch wenn sie nicht besonders hervorgehoben und insbesondere nicht
in den Ansprüchen erwähnt sind.
[0007] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispieles
näher erläutert. Die Zeichnung zeigt einen schematischen Schnitt eines Teils eines
aus Antriebsmotor, Kompressor und Lufttrockner bestehenden Druckluftaggregats.
[0008] Das in der Zeichnung gezeigte Druckluftaggregat 10 weist einen nur schematisch angedeuteten
elektrischen Hochleistungsmotor 11 und einen Kompressor 12 auf, die zu einer Einheit
zusammengebaut sind. Bestandteil dieser Einheit ist ferner ein nur schematisch angedeuteter
Lufttrockner 13, der bei einem anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel auch entfallen
kann. Der Lufttrockner 13 erstreckt sich in platzsparender Weise oberhalb des Motors
11 und verläuft zu diesem etwa parallel, wobei der Querabstand zwischen beiden gering
ist. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Lufttrockner 13 mit seinem Gehäuse
direkt an das Gehäuse 14 des Kompressors 12 angesetzt.
[0009] Das Druckluftaggregat 10 ist insbesondere für ein Kraftfahrzeug-Luftfedersystem bestimmt,
und hierbei vorzugsweise für ein geschlossenes Luftfedersystem. Bei einem derartigen
geschlossenen Luftfedersystem ist es erforderlich, dass innerhalb des Systems eine
Druckerhöhung ermöglicht wird. Dies kann bedeuten, dass die im System vorhandenen
Drücke von z.B. 2 bis 10 bar erhöht werden müssen auf z.B. 8 bis 18 bar oder gar auf
20 bar oder mehr.
[0010] Der Kompressor 12 weist im Gehäuse 14 einen Zylinderraum 15 auf, in dem ein Kolben
16 dicht und hin- und hergehend geführt ist. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist
lediglich ein Kolben16 vorgesehen. Bei einem anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel
können auch mehrere Kolben angeordnet sein. Der Kolben 16 schließt mit seiner in der
Zeichnung oberen Stirnseite 17 zusammen mit dem dortigen Bereich des Gehäuses 14 einen
Kompressionsraum 18 ab, in dem Druckluft verdichtet wird. Die Druckluft wird in der
Saugphase von außen her über eine Zuleitung 19 und eine Öffnung 20 im Gehäuse 14 angesaugt.
Der Kompressionsraum 18 weist mindestens eine Auslassöffnung 21 auf, die mittels eines
öffenbaren Auslassorganes 22 verschlossen ist, wobei die mindestens eine Auslassöffnung
21 und deren Auslassorgan 22 zum Lufttrockner 13 hin öffnen. Gezeigt ist ferner eine
weitere Auslassöffnung 23 mit Auslassorgan 24 und angeschlossener Abführleitung 25,
die einen Druckluftabgang ohne Lufttrockner 13 bilden.
[0011] Das jeweilige Auslassorgan 22 bzw. 24 besteht aus einem Überdruckventil, welches
den Druck im Kompressionsraum 18 steuert und derart eingestellt ist, dass es erst
bei Erreichen eines eingestellten Drucks öffnet.
[0012] Der mindestens eine Kolben 16 ist mittels eines Pleuels 26 angetrieben, das mittels
eines Lagers 27 auf einem Exzenterabschnitt 28 am Ende der Motorwelle 29 des Motors
11 drehbar gelagert ist. Auf der Motorwelle 29 ist eine Ausgleichsmasse 30 zum Gewichtsausgleich
befestigt. Ferner kann an dem Ende des Pleuels 26, das dem Kolben 16 gegenüberliegt,
eine weitere Ausgleichsmasse 31 ebenfalls zum Massenausgleich angebracht sein. Der
Kolben 16 ist mit dem Pleuel 26 beweglich über einen quer dazu verlaufenden Kolbenbolzen
32 verbunden.
[0013] Der Kompressionsraum 18 weist mindestens eine im Kolben 16 angeordnete Einlassöffnung
33 auf, die von einem öffenbaren Einlassorgan 34 verschlossen ist. Das Einlassorgan
34 ist nur schematisch angedeutet und besteht z.B. aus einem üblichen Flatterventil
mit einer beweglichen Platte als Ventilglied. Es ist am Kolben 16 zentral und im Bereich
der Kolbenstirnseite 17 angebracht, wobei das Einlassorgan 34 bei einer Verdichtung
im Kompressionsraum 18 selbsttätig geschlossen wird, während es in der Saugphase unter
diesem Ansaugdruck selbsttätig öffnet. Die mindestens eine Einlassöffnung 33 im Kolben
16 ist über mindestens einen durch den Kolben 16 geführten Kanal 35 mit angesaugter
Luft speisbar. Zwischen dem Kolben 16 und dem zylindrischen Gehäuse 14 ist ein Ringraum
36 gebildet, der axial beidseitig abgedichtet ist und in den über die mindestens eine
Öffnung 20 die Luft eingesaugt wird. Der Ringraum 36 steht mit dem Kanal 35 in Verbindung.
Beim gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Ringraum 36 im Kolben 16 ausgebildet. Bei
einem anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Ringraum 36 statt dessen
im zylindrischen Gehäuse 14 ausgebildet. Zur Bildung des Ringraumes 36 weist der Kolben
16 umfangsseitig eine Ringnut 37 auf. Das Axialmaß des Ringraumes 36, insbesondere
der Ringnut 37, ist in Abhängigkeit von der Hubhöhe des Kolbens 16 gewählt. Die radiale
Tiefe des Ringraumes 36, insbesondere der Ringnut 37, ist in Abhängigkeit vom gewünschten
Fördervolumen gewählt.
[0014] Zur Abdichtung weist der Kolben 16 zwei in Axialrichtung dieses in Abstand voneinander
angeordnete, den Ringraum 36 abdichtende Kolbenringe 38 und 39, z.B. aus Kunststoff,
auf. Ferner trägt der Kolben 16 Führungsringe 40, 41, die vorzugsweise ebenfalls aus
Kunststoff bestehen können.
[0015] Der Kanal 35 weist einen mittig im Kolben 16 verlaufenden und bis zur Einlassöffnung
33 führenden Zentralkanal 42 und mindestens einen Verbindungskanal 43 auf, der den
Zentralkanal 42 mit dem Ringraum 36, insbesondere der Ringnut 37, verbindet. Der Zentralkanal
42 ist als Axialbohrung ausgebildet, die sich mittig durch den Kolben 16 und dabei
nur über einen Teil seines Axialmaßes, erstreckt und die lediglich zur Einlassöffnung
33 hin offen ist, hingegen zur anderen, dem Kolbenbolzen 32 zugewandten Ende des Kolbens
16 geschlossen ist. Der mindestens eine Verbindungskanal 43 ist z.B. als Querbohrung
im Kolben 16 ausgebildet. Dabei versteht es sich, dass auch mehrere radiale Querbohrungen
dieser Art vorgesehen sein können.
[0016] In der Ansaugphase wird über die Zuleitung 19, die Öffnung 20 und den Ringraum 36,
insbesondere die Ringnut 37, und sodann über den Kanal 35 Luft und somit der Ansaugdruck
innerhalb des Kolbens 16 angesaugt. Dies hat den Vorteil, dass keine Luftverwirbelung
im Gehäuse 14 geschieht. Da die Luft mitten im Kolben 16 angesaugt wird, wird der
Kolben 16 vom Ansaugdruck gleichmäßig umströmt. Der Kolben 16 ist somit auf der ganzen
Fläche mit gleichem Ansaugdruck beaufschlagt und muss in der Verdichtungsphase nur
noch gegen den Ausgangsdruck im Verdichterbereich anlaufen. Von Vorteil ist, dass
keinerlei Turbulenzen entstehen und deswegen der Wirkungsgrad erheblich gesteigert
wird. Aufgrund der Abdichtung des Kolbens 16 mittels der Kolbenringe 38 und 39 zu
beiden Seiten kann nur noch ein etwaiger Leckdruck in den Hohlraum des Gehäuses 14
und damit in den Motorraum gelangen, der dann in etwa vom Atmosphärendruck beaufschlagt
ist, der immer geringer ist als der Ansaugdruck. Von Vorteil ist, dass der Kompressor
12 bei vorhandenen Gegendrücken stets aus jeder Position anlaufen kann, wobei ferner
eine Selbstansaugung in allen Bereichen gegeben ist.
1. Kompressor, insbesondere für ein Kraftfahrzeug-Luftfedersystem, mit zumindest einem
in einem Gehäuse (14) dicht geführten Kolben (16), der mit einer Stirnseite (17) zusammen
mit dem Gehäuse (14) einen Kompressionsraum (18) abschließt, welcher mindestens eine
Auslassöffnung (21,23), die von einem öffenbaren Auslassorgan (22,24) verschlossen
ist, und mindestens eine Einlassöffnung (33) aufweist, die von einem öffenbaren Einlassorgan
(34) verschlossen ist, wobei die mindestens eine Auslassöffnung (21,23) im Gehäuse
(14) enthalten ist und die mindestens eine Einlassöffnung (33) im Kolben (16) angeordnet
und über mindestens einen durch den Kolben (16) geführten Kanal (35) mit angesaugter
Luft speisbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen dem Kolben (16) und dem Gehäuse (14) ein axial beidseitig abgedichteter
Ringraum (36) gebildet ist, in den die Luft eingesaugt wird und der mit dem Kanal
(35) in Verbindung steht.
2. Kompressor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ringraum (36) im Gehäuse (14) ausgebildet ist.
3. Kompressor nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Ringraum (36) im Kolben (16) ausgebildet ist.
4. Kompressor nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kolben (16) umfangsseitig eine Ringnut (37) aufweist.
5. Kompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Axialmaß des Ringraumes (36), insbesondere der Ringnut (37), in Abhängigkeit
von der Hubhöhe des Kolbens (16) gewählt ist.
6. Kompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
dass die radiale Tiefe des Ringraumes (36), insbesondere der Ringnut (37), in Abhängigkeit
vom Fördervolumen gewählt ist.
7. Kompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kolben (16) zwei in Axialrichtung dieses in Abstand voneinander angeordnete,
den Ringraum (36) abdichtende Kolbenringe (38,39) aufweist.
8. Kompressor nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Kanal (35) einen mittig im Kolben (16) verlaufenden, bis zur Einlassöffnung (33)
führenden Zentralkanal (42) und mindestens einen den Zentralkanal (42) mit dem Ringraum
(36) verbindenden Verbindungskanal (43) aufweist.
9. Kompressor nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Zentralkanal (42) als mittige Axialbohrung ausgebildet ist, die sich nur über
einen Teil des Axialmaßes des Kolbens (16) erstreckt und lediglich zur Einlassöffnung
(33) hin offen ist.
10. Kompressor nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
dass der mindestens eine Verbindungskanal (43) als Querbohrung im Kolben (16) ausgebildet
ist.