[0001] Die Erfindung betrifft einen Torwarthandschuh nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Derartige Torwarthandschuhe haben den Zweck, einen verbesserten Schutz der Hände
und insbesondere der einzelnen Finger zu gewährleisten. Neben dem Schutz des Handbereichs
besteht als weitere Anforderung an derartige Handschuhe, daß sie die natürlichen Funktionen
der Hand möglichst nicht beeinträchtigen. Bei einem Torwarthandschuh ist erkennbar,
daß dieser einerseits die Fangsicherheit nicht beeinträchtigen und nach Möglichkeit
sogar verbessern soll, während andererseits insbesondere die Fingergelenke von den
beim Fang- oder Wegfaustvorgang auftretenden Kräften zu schützen sind. Eine besondere
Gefahr für die Finger eines Torwarts besteht zudem dann, wenn ein scharf geschossener
Ball in einer Linie mit der Längserstreckung eines Fingers auf den ausgestreckten
Finger auftrifft. Eine weitere Gefahrenquelle sind Fremdeinwirkungen z.B. beim Aufprall
an Torpfosten oder durch Gegenspieler, welche mit ihren Stollen auf die Hand des Torwarts
treten könnten. Hier können nicht unerhebliche Verletzungen auftreten.
[0003] Ein Beispiel für einen Torwarthandschuh, der sich in der Praxis zur Bewältigung dieser
Probleme bewährt hat, ist aus der DE 35 16 545 C2 bekannt. Bei diesem Handschuh ist
zwischen zwei Materiallagen einer Handschuh-Oberhand ein Stützelement angeordnet,
welches mehrschichtig ausgebildet ist. Dabei ist die innere Materiallage des Stützelements
zumindest in bestimmten Flächenbereichen im wesentlichen zugfest und dabei gleichzeitig
dennoch flexibel ausgebildet, während eine äußere Materiallage des Stützelements aus
in Längsrichtung aneinandergereihten im wesentlichen druckfesten Elementen besteht.
Diese sind unter Bildung von Zwischenräumen auf der inneren Materiallage derart festgelegt,
daß sie kurz vor der Streckstellung der Handschuhs sperrend aneinander stoßen.
[0004] Mit diesem bekannten Handschuh ist ein natürliches Abwinkeln des im Bereich des Fingerrückens
angeordneten Stützelements somit möglich, während er ein Überstrecken eines Fingers
in Richtung Handrücken durch die wechselseitige Sperrung der druckfesten Elemente
der äußeren Materiallage bei gleichzeitiger Aufnahme der Zuglast durch die innere
Materiallage verhindert.
[0005] Damit ist es gelungen, die Schutzwirkung derartiger Sporthandschuhe wesentlich zu
verbessern; allerdings hat es sich im langjährigen praktischen Einsatz gezeigt, daß
dennoch Nachteile bestehen. So ist die Bereitstellung unterschiedlicher Handschuhgrößen
und insbesondere der damit verbundenen unterschiedlichen Längen für die einzelnen
Finger insofern problematisch, als hierfür jeweils ein unterschiedlich gestaltetes
Einzelelement gefertigt werden muß, d. h. die Stützelemente müssen auf jede Handschuhgröße
und jeden Finger hin speziell konzipiert sein.
[0006] Ferner ist bei diesem bekannten Torwarthandschuh von Nachteil, daß dieser eine dicke
Polsterung aufweist, da die Stützelemente flach über dem einzelnen Finger liegen und
hierbei sicherzustellen ist, daß überstehende Teile gut gepolstert sind. Der Torwarthandschuh
wird dadurch unhandlich.
[0007] Ein weiterer Nachteil ist darin zu sehen, daß dieser bekannte Torwarthandschuh von
manchen Anwendern als zu unkomfortabel empfunden wird. Eingehende Überlegungen zu
diesem Aspekt im Rahmen der Erfindung haben ergeben, daß dieses Problem auf der einstückigen
Ausgestaltung des Stützelements beruht. So ist zu jeder Verformung wie z.B. zum Ballen
einer Faust eine Kraft erforderlich, um die Materialstabilität der inneren Materiallage
zu überwinden. Gleichzeitig ist jedoch eine gewisse Stabilität dieser inneren Materiallage
erforderlich, um ausreichenden Zugkräften standhalten zu können, damit ein Durchbiegen
eines Fingers in Richtung zum Handrücken zuverlässig vermieden werden kann. Dieser
Stand der Technik ist somit ein Kompromiß, bei dem die innere Materiallage einerseits
relativ dick gehalten ist, um Zugkräfte zuverlässig aufnehmen zu können und andererseits
jedoch möglichst dünn sein soll, um den Widerstand aufgrund der Formstabilität gering
zu halten, d. h. ein Abwinkeln des Fingers zuzulassen.
[0008] In der Praxis ist zudem eine weitere Bauform bekannt geworden, bei der das Stützelement
insbesondere zur Vereinfachung der Herstellung zweiteilig ausgebildet ist. Das Stützelement
weist hierbei ein Außenteil mit einem langgestreckten, erhabenen Mittelteil und seitlich
abstehenden ebenen Rändern bzw. Gurtbändern auf. Im Mittelteil sind beabstandet Querschlitze
ausgebildet, in welche Spreizstege eines Innenteils eingreifen, welches innerhalb
des erhabenen Mittelteils angeordnet ist. Die Spreizstege des Innenteils sind hierbei
an beiden Seiten durch Zugstege miteinander verbunden. In einer zusammengefügten Stellung
ergibt sich bei dieser Bauweise eine Vorkrümmung, da die Spreizstege die Ränder der
Querschlitze auseinander drücken. Kommt es bei diesem Handschuh zu einer Belastung
im Sinne einer Überdehnung in Richtung auf den Handrücken, so geraten die Spreizstege
unter Druck, wobei dieser Druck von den Rändern der Querschlitze übertragen wird.
Die dabei auftretenden Zugreaktionskräfte werden durch die Gurtbänder am Außenteil
und die Zugstege am Innenteil aufgenommen. Die Gurtbänder müssen hierbei eben sein,
damit sie einer Biegung des Grundteils nicht zusätzlichen Formwiderstand entgegensetzen,
sondern bei einer derartigen Biegung z. B. zum Schließen einer Faust in ihrer Ebene
gekrümmt werden.
[0009] Funktionell entspricht diese aus der Praxis bekannte Bauweise eines Handschuhs in
etwa der Lehre der DE 35 16 545 C2 mit dem Unterschied, daß Optimierungen in herstellungstechnischer
und materialtechnischer Sicht vorgenommen wurden.
[0010] Dieser Handschuh weist dabei jedoch ebenfalls Nachteile auf. So ist die Kraft zum
Auslenken des Stützelements aus der Ruhestellung, d. h. zum Krümmen des Fingers, nicht
durch freie Formgebung einstellbar, da z. B. die Breite der Querschlitze herstellungsbedingt
nicht frei realisierbar ist. Diese müssen z. B. bei Anwendung eines Spritzgußverfahrens
eine gewisse herstellungsbedingte Mindestbreite aufweisen. Ferner soll das Stützelement
dieses bekannten Handschuhs auch eine gewisse Überdeckung des Fingers zur Entfaltung
der Schutzfunktion aufweisen. Der hierbei auftretende seitliche Überstand durch die
eben abstehenden Gurtbänder ist jedoch in seiner Bemessung begrenzt, da sich die einzelnen
benachbarten Finger dieses bekannten Handschuhs nicht wechselseitig in ihrer Funktion
beeinträchtigen dürfen. Eine andere Orientierung dieser Gurtbänder als in der Ebene,
wie z. B. gekrümmt in Richtung der Fingerform folgend, kommt hierbei nicht in Betracht,
da sich so der Widerstand gegen ein Verformen aus der Grundstellung sprunghaft erhöhen
würde, da die Formfestigkeit des Stützelements bei einer derartigen Ausgestaltung
drastisch erhöht wäre. Bei einer derartigen Bauweise wäre somit das Abwinkeln der
Finger erschwert, was als erhebliche Verschlechterung des Tragekomforts und insbesondere
des Feingefühls empfunden wird.
[0011] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Torwarthandschuh bereit zu
stellen, bei dem kein oder ggf. nur ein gewünschter Widerstand gegen eine Verformung
aus der Grundstellung heraus gegeben ist, und der dabei dennoch eine konstruktive
Freiheit in bezug auf ggf. gewünschte Anpassungen an Fingerrundungen erlaubt.
[0012] Diese Aufgabe wird durch einen Torwarthandschuh mit den Merkmalen des Anspruches
1 gelöst.
[0013] Der erfindungsgemäße Handschuh zeichnet sich somit dadurch aus, daß die Stützelemente
eine Mehrzahl vorgefertigter Glieder aufweisen, die sich quer zur Längserstreckung
der Stützelemente bzw. des Fingers über den Fingerrücken erstrecken und welche gelenkig
miteinander verbunden sind. Diese Ausgestaltung der Stützelemente nach Art einer Gliederkette
erlaubt gegenüber den bekannten Bauweisen einen wesentlich verbesserten Tragekomfort,
da die natürlichen Funktionen der Hand weitestgehend unbeeinträchtigt bleiben. Im
Gegensatz zum Stand der Technik kann die z. B. zum Ballen einer Faust erforderliche
Zusatzkraft aufgrund der gelenkigen Kopplung der Glieder ganz vermieden oder zumindest
wenigstens weitestgehend reduziert werden. Falls dies gewünscht wird, kann auch eine
Rückstellkraft zur Beibehaltung einer Grundstellung bereitgestellt werden.
[0014] Darüber hinaus wird mit dem erfindungsgemäßen Handschuh weiterhin und ohne Einschränkungen
gegenüber dem Stand der Technik ein zuverlässiger Schutz für die Fingergelenke gegen
Verletzungen erzielt.
[0015] Von weiterem Vorteil ist es, daß eine derartige Gliederbauweise fertigungstechnisch
sehr einfach bereitstellbar und zudem mit einfachen Mitteln auf unterschiedliche Handschuhgrößen
und die unterschiedlichen Längen der einzelnen Finger anpaßbar ist. Hierzu ist lediglich
eine gezielte Auswahl der Gliederzahl erforderlich. Dadurch reduzieren sich die Bereitstellungskosten
für den erfindungsgemäßen Handschuh.
[0016] Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemäßen Handschuhs liegt zudem darin, daß sich
durch die gegliederte Ausgestaltungsweise der Stützelemente eine wesentlich größere
konstruktive Freiheit insbesondere auch für eine Anpassung an Fingerrundungen, d.h.
an die tatsächliche Kontur eines Fingers ergibt. Dadurch kann er filigraner ausgestaltet
werden und es ergibt sich ein verbesserter Tragekomfort. Femer können damit Beeinträchtigungen
zwischen einzelnen benachbarten Fingern hinsichtlich ihrer Funktion noch besser vermieden
werden. Da die Stützelemente daher anatomisch an die Finger anpaßbar sind, ist ein
schützendes Umgreifen des Fingerrückens noch besser erzielbar. Zudem eine bessere
Polsterung und Einbettung der einzelnen Finger möglich, da weniger Teile von der Fingerkontur
überstehen, wobei die Polsterung dünner als im Stand der Technik ausgebildet werden
kann.
[0017] Dabei sind die Stützelemente im oder am Oberhandteil angeordnet, wodurch sie ihre
Schutzwirkung zuverlässig entfalten können.
[0018] Zudem sind die Glieder über eine Scharniergelenkverbindung miteinander gekoppelt.
Diese Bauweise zeichnet sich durch ihre einfache konstruktive Gestaltung aus, da hier
kein separates Zugorgan zur Führung bzw. Kraftübertragung erforderlich ist. Jedes
Glied kann hierzu auf einer einem weiteren Glied zugewandten Seite beispielsweise
mit wenigstens einem Gelenkbolzen versehen sein, der in ein passendes Lagerloch am
nächsten Glied einfügbar ist, d.h. jedes Glied weist Lagerbolzen und Lagerlöcher auf.
Hierbei können diese Lageranordnungen im Seitenbereich der Glieder vorgesehen sein,
so daß sie seitlich der Finger vorliegen. Durch diese Bauweise kann somit die Anzahl
der Bestandteile des erfindungsgemäßen Handschuhs weiter verringern, wodurch dieser
noch kostengünstiger bereitstellbar ist.
[0019] Ferner weisen die Glieder auf den im Stützelement aufeinander zuweisenden Seitenflächen
Sperrflächen auf, welche derart ausgebildet sind, daß sich die Glieder in Richtung
vom Fingerrücken weg so in Fingerlängsrichtung erweitern, daß jedes Stützelement in
Richtung zum Fingerrücken gekrümmt ist. Dadurch läßt sich eine gewisse Vorausrichtung
in Abwinkelungsrichtung der Finger bereitstellen, welche erwünscht ist. Zudem kann
dadurch ein noch besserer Schutz gegen eine Überdehnung eines Fingers in Richtung
Handrücken erzielt werden. Insbesondere können dadurch Verletzungen bei in Richtung
der Fingerlängserstreckung auf einen Finger auftreffenden Ball etc. noch besser vermieden
werden, da die Belastung zuverlässig vom Stützelement aufgenommen wird. Hierbei stellt
sich das Stützelement an sich dem Ball entgegen, wobei es jedoch dazu neigt sich abzuwinkeln,
um eher eine Faustbildung als eine Überdehnung der Finger zuzulassen.
[0020] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche.
[0021] Von weiterem Vorteil ist es, wenn an den im Stützelement aufeinander zuweisenden
Seiten jedes Glieds auf einer Seite wenigstens ein Vorsprung und auf der anderen Seite
wenigstens eine Vertiefung ausgebildet sind. Dann kann eine zusätzliche Führung für
die einzelnen Glieder im Stützelement bereitgestellt werden, wodurch die Glieder auch
dann in definierter Zuordnung bzw. in Eingriff zueinander bleiben, wenn das Stützelement
z. B. bei einer Faustbildung abgewinkelt ist. Dieser Formschluß zwischen den zusammenwirkenden
Vorsprüngen und Vertiefungen führt zudem zu einer erhöhten Stabilität der Stützelemente
gegen ein Überdehnen.
[0022] Die Erfindung wird nachfolgend in Ausführungsbeispielen anhand der Figuren der Zeichnung
näher erläutert. Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung eines erfindungsgemäßen Handschuhs gemäß einer ersten
Ausführungsform mit teilweise weggelassenem Obermaterial;
- Fig. 2
- eine perspektivische Ansicht eines Stützelementabschnitts in einer ersten Ausführungsform,
welche nicht in allen Details der Erfindung entspricht;
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht eines Glieds gemäß der ersten Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine Schnittdarstellung durch ein Stützelement gemäß der ersten Ausführungsform im
leicht abgewinkelten Zustand;
- Fig. 5
- eine perspektivische Ansicht eines Stützelementabschnitts gemäß einer zweiten Ausführungsform,
welche nicht in allen Details der Erfindung entspricht;
- Fig. 6
- eine Draufsicht auf zwei Glieder des Stützelements einer anderen erfindungsgemäßen
Ausführungsform;
- Fig. 7
- eine Draufsicht auf zwei Glieder des Stützelements noch einer anderen erfindungsgemäßen
Ausführungsform; und
- Fig. 8
- eine Vorderansicht eines Gliedes in einer weiteren Ausführungsform, welche nicht in
allen Details der Erfindung entspricht.
[0023] In Fig. 1 is ein Handschuh 1 dargestellt, der ein Oberhandteil 2 und ein Innenhandteil
3 aufweist. Zwischen diesen greifen die Finger eines Benutzers ein.
[0024] Das Oberhandteil 2 ist ferner in eine Oberhandinnenlage 21 und eine Aufhand- bzw.
Oberhandaußenlage 22 unterteilt, welche im Bereich der Finger eine Art Tasche ausbilden,
in die Stützelemente 4 eingefügt sind.
[0025] Wie insbesondere aus den Fig. 1, 2 und 4 erkennbar ist, weist jedes Stützelement
4 eine Mehrzahl an Gliedern 41 auf. Diese sind bei dieser ersten Ausführungsform über
ein Zugorgan miteinander verbunden und weichen in der Darstellung der Zeichnung insofern
von der Erfindung ab, die eine Verbindung der Glieder mittels Scharniergelenken vorsieht.
Gemäß der Darstellung in Fig. 2 ist das Zugorgan als Zugband 42 ausgebildet. Dieses
Zugband 42 durchgreift ein komplementär ausgebildetes Durchgangsloch 411 im Glied
41 (vgl. Fig. 3). Jedes Glied 41 ist ferner so ausgebildet, daß es an die Anatomie
eines Fingers angepaßt ist, d. h. sich leicht um einen Finger herum erstreckt und
auf der vom Finger angewandten Seite möglichst geringe Überstände aufweist, wie dies
insbesondere in Fig. 3 deutlich dargestellt ist. Darüber hinaus weist jedes Glied
41 einander gegenüber liegende Sperrflächen 412 und sich hieran anschließende Abrollflächen
413 auf. Eine Übergangslinie 414 zwischen einer Sperrfläche 412 und einer Abrollfläche
413 ist so gestaltet, daß sie mit der Mittelachse des Zugorgans zusammen trifft.
[0026] Zur Verdeutlichung der Funktionsweise der Stützelemente 4 ist in Fig. 4 ein leicht
abgewinkeltes Stützelement 4 mit einem Endglied 44 und zwei Gliedern 41 dargestellt.
Die beiden Glieder 41 werden durch das Zugband 42 durchgriffen, welches im Endglied
44 z. B. durch Klebung befestigt ist. Die Festlegung des Zugbands 42 im Endglied 44
kann jedoch auch auf andere Weise erfolgen, wobei es z. B. auch durch das Endglied
44 hindurchgeführt, in Gegenrichtung zurückgeführt und beispielsweise verschweißt
werden kann.
[0027] Im leicht abgewinkelten Zustand des Stützelements 4 gemäß der Darstellung in Fig.
4 liegen die Sperrflächen 412 der Glieder 41 nicht aneinander an. Die Kraftübertragung
für Druckkräfte erfolgt hier im Bereich der Übergangslinie 414 und im Zuge einer weiteren
Abwinklung des Stützelements 4 zunehmend über die Abrollflächen 413. Da sich das Zugband
42 in der neutralen Linie der Abwinklung befindet, ergeben sich hierdurch keine wesentlichen
Kräfte, welcher der Abwinklung entgegenwirken würden.
[0028] Im gestreckten Zustand des Stützelements 4 liegen die Sperrflächen 412 dagegen unmittelbar
aneinander an und verhindern so, daß ein Finger in Richtung Handrücken durchgebogen
wird. Damit kann eine Verletzung des Fingers zuverlässig vermieden werden. Zudem werden
die in Längsrichtung des Stützelements 4 auftretende Kräfte über das Endglied 44 und
die einzelnen Glieder 41 abgetragen und nicht auf den einzelnen Finger eingeleitet.
[0029] Aufgrund der Vorspannung bzw. Vorkrümmung im Stützelement 4 und der abgeschrägten
Form des Endgliedes 44 neigt das Stützelement 4 bei einem in Fingerlängsrichtung auftreffenden
Ball dazu, sich zur Innenhand hin abzuwinkeln, d.h. eine Faustbildung zu unterstützen.
Dadurch können Verletzungen besser vermieden werden.
[0030] In Fig. 5 ist eine weitere Ausführungsform eines Stützelements 4' dargestellt, bei
der zwei Zugdrähte 43 im seitlichen Bereich eines Glieds 41' angeordnet sind und die
insoweit ebenfalls nicht der Erfindung entspricht, bei der eine Verbindung der Glieder
mittels Scharniergelenken erfolgt. Die Mittelachse der Zugdrähte 43 kann dadurch weiter
von der hiervon entfernt vorliegenden Oberkante einer Sperrfläche 412' angeordnet
werden, wodurch sich ein größerer Hebel für die Kraftübertragung und -aufnahme ergibt.
Auch in dieser Ausführungsform ist zudem eine Abrollfläche 413' ausgebildet. Wie aus
Fig. 5 ferner erkennbar ist, läßt sich das Glied 41' bei dieser Ausgestaltungsweise
zudem noch besser an die Anatomie eines Fingers anpassen.
[0031] In der Ausführungsform gemäß Fig. 5 ist es auch möglich, einen einzelnen Zugdraht
43 durch das gesamte Stützelement 4' hindurchzuführen, der an einer Stelle in geeigneter
und für den Fachmann hinlänglich bekannter Weise zusammengekoppelt ist.
[0032] In den Fig. 6 und 7 sind weitere Ausführungsformen von Gliedern 41" bzw. 41"' gezeigt.
Gemäß Fig. 6 weisen die Glieder in Querrichtung zur Fingerlängserstreckung unstetige
Sperr- bzw. Abrollflächen auf. In Fig. 7 sind die Sperr- bzw. Abrollflächen gekrümmt
ausgebildet. In beiden Ausführungsformen sind die Glieder dabei derart komplementär
ausgebildet, daß sie formschlüssig ineinandergreifen und somit eine vergrößerte Anlagefläche
und eine verbesserte Seitenführung bereitstellen. Darüber hinaus können so ohne eine
Beeinträchtigung des Tragekomforts größere Einzelglieder realisiert werden, wodurch
weniger Glieder für ein Stützelement erforderlich sind.
[0033] Fig. 8 zeigt eine weitere Ausführungsform eines Gliedes 41"". Hier ist das Zugband
42 nicht in einem Durchgangsloch, sondern in einer T-Nut angeordnet. Daher kann es
bei entsprechender Flexibilität durch die Öffnung der Nut eingefügt werden, was die
Montage des Stützelements erleichtert. Überdies ist ein derartiges Glied auch einfacher
herstellbar. Ein weiterer Vorteil dieser Bauweise liegt darin, daß größere konstruktive
Freiheiten gegeben sind und das Zugband 42 z.B. hierdurch näher an den Fingerrücken
herangebracht werden kann. Das Glied kann daher besser an die tatsächliche Fingerkontur
angepaßt werden.
[0034] Erfindungsgemäß sind die Glieder mit einer Scharniergelenkverbindung (anstelle über
Zugorgane) miteinander verbunden. Dadurch können Kräfte, die in einer Querrichtung
zum Stützelement 4 bzw. 4' auftreten, besser aufgenommen und auf benachbarte Glieder
übertragen werden.
[0035] Ferner ist es auch möglich, daß an den einzelnen Gliedern Führungsorgane wie z.B.
der in Fig. 3 übertrieben dargestellte Vorsprung 415 und die in Fig. 5 angedeutete
Vertiefung 416 ausgebildet sind, wobei jedes Glied vorzugsweise an einer Sperrfläche
mit einem Vorsprung und an der anderen Sperrfläche mit einer Vertiefung versehen ist.
Damit können die einzelnen Glieder ineinander greifen und zueinander in einer definierten
Lage vorliegen, ohne daß eine Abwinkelung des Stützelements behindert wird. Ferner
ist damit auch eine verbesserte Führung im abgewinkelten Zustand möglich. Die miteinander
zusammenwirkenden Kantenbereiche des Vorsprungs und der Vertiefung können dabei abgeschrägt
und/oder gerundet ausgebildet sein, um ein Einfädeln bzw. das Ineinandergleiten zu
erleichtern.
[0036] Die Querschnittsgestalt jedes Glieds 41 bzw. 41', wie sie insbesondere aus den Fig.
3 und 5 erkennbar ist, kann dabei noch deutlicher an die Fingerkontur angepaßt sein,
um den Tragekomfort zu erhöhen.
[0037] Die erfindungsgemäßen Stützelemente 4 bzw. 4' können zudem auch im Bereich des Handgelenks
vorgesehen sein, um auch diesen Bereich zu schützen. Ferner können sich die Stützelemente
4 bzw. 4' auch an Stütztellern am Handrücken abstützen, um so die eingeleiteten Kräfte
ggf. noch besser abstützen zu können.
[0038] Das Innenhandteil 3 des erfindungsgemäßen Handschuhs 1 kann zudem mit einem Latexschaum
oder einem anderen geschäumten Kunststoff beschichtet sein, der gute Dämpfungseigenschaften
aufweist, dabei jedoch eine verzögerte Rückfederung äußert. Damit können Bälle noch
zuverlässiger festgehalten werden.
[0039] Die Erfindung schafft somit einen Torwarthandschuh, der gegliederte Stützelemente
aufweist. Die einzelnen vorgefertigten Glieder der Stützelemente erstrecken sich dabei
quer zur Längsrichtung der Stützelemente oder des Fingers über den Fingerrücken und
evtl. die Fingerflanken und sind gelenkig miteinander verbunden. Damit wird ein verbesserter
Schutz für die Fingergelenke erreicht, wobei zudem eine größere konstruktive Freiheit
für Anpassungen an die jeweiligen Fingerrundungen gegeben ist. Der erfindungsgemäße
Handschuh 1' zeichnet sich daher durch einen wirksamen Schutz für die Unversehrtheit
der Finger bzw. der Hand bei gleichzeitig großen Tragekomfort aus, wobei er sowohl
die Zugriff- und Fangeigenschaften als auch die Abwehrmöglichkeiten des Torwarts unterstützt.
1. Torwarthandschuh (1) mit einem Innenhandteil (3) und einem Oberhandteil (2), sowie
mit im oder am Oberhandteil (2), insbesondere im Bereich der Fingerrücken angeordneten
Stützelementen (4), welche die Finger in der gestreckten Fingerstellung gegen ein
Durchbiegen in Richtung Handrücken abstützen, der Abwinklung der Finger bei der Faustbildung
jedoch folgen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stützelemente (4) nach Art einer Gliederkette ausgestaltet sind und eine Mehrzahl
vorgefertigter, an die Anatomie eines Fingers angepaßter Glieder (41; 41"; 41") aufweisen,
die sich quer zur Längserstreckung der Stützelemente (4) bzw. des Fingers über den
Fingerrücken erstrecken und welche gelenkig miteinander verbunden sind, wobei eine
Anpassung an unterschiedliche Fingerlängen durch unterschiedliche Anzahl der Glieder
des betreffenden Stützelements erfolgt,
daß die Glieder (41; 41"; 41") über eine Scharniergelenkverbindung miteinander gekoppelt
sind, wobei jedes Glied hierzu auf einer einem weiteren Glied zugewandten Seite mit
wenigstens einem Gelenkbolzen versehen ist, der in ein passendes Lagerloch am nächsten
Glied einfügbar ist, und
daß die Glieder (41; 41"; 41") auf den im Stützelement (4) aufeinander zuweisenden Seitenflächen
Sperrflächen (412; 412) aufweisen, welche derart ausgebildet sind, daß sich die Glieder
(41; 41"; 41'") in Richtung vom Fingerrücken weg so in Fingerlängsrichtung erweitern,
daß jedes Stützelement (4) in der gestreckten Fingerstellung in Richtung zum Fingerrücken
gekrümmt ist.
2. Torwarthandschuh nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an den im Stützelement (4) aufeinander zuweisenden Seiten jedes Glieds (41) auf einer
Seite wenigstens ein Vorsprung (415) und auf der anderen Seite wenigstens eine Vertiefung
(416) ausgebildet sind.