[0001] Die Erfindung betrifft eine Anschlagmaschine für an kastenförmige Behälter anschlagbare
Beschläge mit einem Rahmen, der geteilt ausgebildet ist und aus Profilen sowie einer
Aufnahmeplatte besteht, einem Antrieb, einem Amboss und einer Werkzeugaufnahme.
[0002] Um kastenförmige Behälter, wie Kisten, Kästen, Koffer oder Etuis aus Holz, Pappe,
Leder, Kunststoff oder dergleichen mit einem oder mehreren Beschlägen, wie Scharnieren,
Verschlüssen, Handgriffen oder dergleichen zu beschlagen, werden Anschlagmaschinen
der eingangs genannten Art verwendet. Das Anschlaggut, zum Beispiel das Ober- und
das Unterteil eines kastenförmigen Behälters, wird mit der Stelle, die mit einem Beschlag
versehen werden soll, auf den Amboss gelegt, der Bestandteil der Maschine ist, und
die Anschlagmaschine betätigt, wodurch das den Beschlag enthaltende Anschlagwerkzeug
hammerartig auf den Amboss zu bewegt wird und alle Einschlagspitzen des Beschlags
gleichzeitig in das Anschlaggut eingebracht werden. Innerhalb des Anschlagtakts wird
dann das Anschlagwerkzeug wieder von dem Amboss wegbewegt, sodass entweder dasselbe
Anschlaggut an einer anderen Stelle mit einem weiteren Beschlag versehen oder aber
neues Anschlaggut auf den Amboss gelegt werden kann.
[0003] Anschlagmaschinen dieser Art sind in der Regel Einzelmaschinen, denen entweder von
Hand oder automatisch der jeweilige Beschlag zugeführt und an das Anschlaggut geschlagen
wird (vgl. DE-OS 1 602 568). Bei diesen Einzelmaschinen werden entweder Scharniere
oder Verschlüsse angeschlagen, wobei die Scharniere in der Regel von oben, die Verschlüsse
in der Regel von unten angeschlagen werden. Um die Zeit, die für das Anschlagen von
Beschlägen an kastenförmige Behälter vergeht, zu verringern und den Anschlagvorgang
zu rationalisieren, sind auch schon in derselben Anschlagmaschine mehrere in einstellbarem
Abstand voneinander angeordnete Anschlagwerkzeuge zum gleichzeitigen Anschlagen mehrerer
Beschläge verwendet worden (vgl. DE-PS 2 403 709); oder es sind zwei Anschlagmaschinen
mit je einem Anschlagwerkzeug relativ zueinander beweglich zu einer Zwillingsmaschine
gekuppelt worden (vgl. DE-OS 2 808 881). Zur weiteren Rationalisierung des Bearbeitungsvorgangs
sowie zur Erhöhung des Automatisierungsgrades sind Anschlagmaschinen bekannt, die
zu einem Bearbeitungszentrum zusammengefasst sind, in dem ein Greifersystem das Anschlaggut
automatisch durch das Bearbeitungszentrum führt und mit Beschlägen versieht (vgl.
DE 43 02 766 A1).
[0004] Die vorgenannte Entwicklung im Bereich der Anschlagmaschinen dient im Wesentlichen
der Erhöhung der Produktionsleistung bei mindestens gleicher Qualität. Insbesondere
die zuletzt genannten Bearbeitungszentren sind jedoch allein für sehr große Stückzahlen
geeignet, da der Investionsaufwand sowie die Betriebskosten der genannten Bearbeitungszentren
für kleine Stückzahlen nicht rentabel ist. Häufig besteht jedoch in der Praxis ein
Bedarf für äußerst kleine Serien, für die die zur Zeit auf dem Markt befindlichen
Vorrichtungen nicht rentabel betrieben werden können.
[0005] Der hohe Automatisierungsgrad der auf dem Markt befindlichen Anschlagmaschinen zieht
zudem hohe Anschaffungskosten sowie einen hohen Aufwand bei der Umrüstung auf neue
Serien nach sich, der bei Kleinstserien nicht ökonomisch zu bewerkstelligen ist. Auch
ist der Platzbedarf der automatisierten bzw. gekuppelten Anschlagmaschinen hoch.
[0006] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
eine Anschlagmaschine für an kastenförmige Behälter anschlagbare Beschläge zu schaffen,
die für Kleinstserien geeignet ist, geringe Anschaffungs- und Betriebskosten nach
sich zieht und einen geringen Platzbedarf aufweist. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß
dadurch gelöst, dass die Aufnahmeplatte durch ein Scharnier um die Profile schwenkbar
ist.
[0007] Mit der Erfindung ist eine Anschlagmaschine für an kastenförmige Behälter anschlagbare
Beschläge geschaffen, die speziell an die Bedürfnisse von Kleinstserien angepasst
ist. Insbesondere weist die Anschlagmaschine einen geringen Automatisierungsgrad auf.
Dadurch bedingt ist der Platzbedarf sowie das Gewicht der Maschine außerordentlich
gering. Durch die Schwenkbarkeit der Anschlagmaschine besteht zudem die Möglichkeit,
Scharniere in gewohnter Art von oben anzuschlagen; Verschlüsse nach dem Schwenken
der Vorrichtung von unten anzuschlagen.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung ist der Rahmen aus Aluminium hergestellt. Hierdurch
ist das Gewicht der Vorrichtung zusätzlich reduziert. Gleichzeitig ist die Gefahr
von Rostbefall gemindert.
[0009] Vorteilhaft ist an der Maschine eine Höhenverstellung vorgesehen. Hierdurch ist auf
einfache Weise ein Anpassen der Vorrichtung an die Materialstärke des Anschlaggutes
möglich.
[0010] Andere Weiterbildungen und Ausgestaltungen der Erfindung sind in den übrigen Unteransprüchen
angegeben. Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend im Einzelnen beschrieben. Es zeigen:
- Figur 1
- eine perspektivische Darstellung einer Anschlagmaschine;
- Figur 2
- eine perspektivische Darstellung der in Figur 1 dargestellten Anschlagmaschine in
umgeschwenktem Zustand;
- Figur 3
- die Seitenansicht von rechts der in Figur 1 dargestellten Anschlagmaschine und
- Figur 4
- die Vorderansicht der in Figur 1 dargestellten Anschlagmaschine.
[0011] Die als Ausführungsbeispiel gewählte Anschlagmaschine weist eine Grundplatte 1 auf,
mit der sie auf dem Boden aufsteht. Die Grundplatte 1 ist aus Aluminium hergestellt.
Auf dem Grundkörper 1 ist ein Ambosshalter 2 vorgesehen. Der Ambosshalter 2 ist vorzugsweise
aus Leichtmetall angefertigt. Der Ambosshalter 2 verjüngt sich in der Stirnansicht
keilartig ausgehend von seinem der Grundplatte 1 zugewandten Fußteil zu seinem der
Grundplatte 1 abgewandten Kopfteil. An dem Kopfteil des Ambosshalters 2 ist ein Amboss
3 befestigt.
[0012] Seitlich sind an dem Ambosshalter 2 Auflagetische 4 für das Anschlaggut, in der Regel
kastenförmige Behälter, vorgesehen. Die Auflagetische 4 sind über Führungen 5 an dem
Ambosshalter 2 höhenverstellbar befestigt. Wie insbesondere der Vorderansicht gemäss
Figur 4 zu entnehmen ist, sind die Auflagetische 4 unter einem Winkel zur Horizontalen
ausgerichtet, sodass Ober- und Unterteil eines kastenförmigen Behälters jeweils unter
einem Winkel beim Anschlagvorgang zueinander ausgerichtet sind. Damit der Behälter
beim Anschlagen nicht auseinanderklafft, können an den Auflagetischen 4 verstellbare
Seitenführungen vorgesehen sein, die als Haltevorrichtung für Ober- und Unterteil
des kastenförmigen Behälters dienen. Die Seitenführungen können insbesondere in Bewegungsrichtung
der Behälter verstellbar sein. Vorteilhaft können sie federnd gelagert sein.
[0013] Die Anschlagmaschine weist einen Rahmen auf, der im Ausführungsbeispiel aus Aluminiumprofilen
6 und 9 sowie einer Aufnahmeplatte 7 besteht. Die Profile 6 bilden den dem Boden zugewandten
Teil des Rahmens, die Profile 9 den dem Boden abgewandten Teil des Rahmens. Die Profile
6 des Rahmens sind rechtwinklig an den Stirnseiten der Grundplatte 1 vorgesehen. An
ihrem freien Ende ist auf den Profilen 6 die Aufnahmeplatte 7 angeordnet, die auch
als Kopfplatte bezeichnet werden kann. Die Aufnahmeplatte 7 ist aus Aluminium hergestellt.
Sie teilt den Rahmen in einen oberen Teil mit den Profilen 9 und einem unteren Teil
mit den Profilen 6. Die Aufnahmeplatte 7 ist schwenkbar an den Profilen angeordnet.
Sie weist hierzu ein Scharnier 8 auf, das im Ausführungsbeispiel an einer der beiden
Stirnseiten der Aufnahmeplatte 7 sowie an einer Längsseite eines der beiden Profile
6 angeordnet ist. Durch die gewählte Anordnung und Ausbildung des Scharniers 8 ergibt
sich für die Aufnahmeplatte 7 ein Schwenkbereich von 180°. Die Aufnahmeplatte 7 ist
mit einer Befestigungseinheit 18 versehen.
[0014] Auf der den Profilen 6 abgewandten Seite sind auf der Aufnahmeplatte 7 rechtwinklig
zu dieser ausgerichtet die Profile 9 befestigt. Die Profile 9 sind im Ausführungsbeispiel
ebenfalls in Form von Aluminium-Profilen ausgebildet. Zwischen den Profilen 9 ist
auf der Aufnahmeplatte 7 ein Gestell 10 befestigt, das einen - in der Regel pneumatischen
- Antrieb 11 sowie einen Getriebeteil 12 hält. Mit Hilfe des Antriebs 11 sowie des
Getriebeteils 12 wird eine Werkzeugaufnahme 13 bzw. ein Werkzeug nach Art eines Stößels
im Wesentlichen senkrecht zu der Aufnahmeplatte 7 auf- und abbewegt. Die Werkzeugaufnahme
13 ist derart ausgebildet, dass sie sowohl Scharnier- als auch Verschlusswerkzeuge
aufnehmen kann. Zwischen Getriebeteil 12 und Werkzeugaufnahme 13 ist eine Höhenverstellung
14 vorgesehen, die eine Anpassung an die Materialstärke der anzuschlagenden Beschläge
ermöglicht. Zur Führung des Stößels dient die in der Kopf- bzw. Aufnahmeplatte 7 vorgesehene
Öffnung 15, die dessen Durchtritt in Richtung des Ambosses 3 ermöglicht. Auf den der
Aufnahmeplatte 7 abgewandten Enden der Profile 9 ist eine Auflage- bzw. Abdeckplatte
16 angeordnet. Die Befestigung der Platte 16 erfolgt mit Hilfe von Schnellverschlüssen
17.
[0015] Wie dem Ausführungsbeispiel in Figur 2, in dem die Anschlagmaschine in umgeschwenktem
Zustand dargestellt ist, zu entnehmen ist, stehen die Profile 9 in diesem Fall mit
ihren der Aufnahmeplatte 7 abgewandten Enden auf dem Boden auf. Sie fungieren dann
als Stützen. Die Länge der Profile 9 ist vorteilhaft so gewählt, dass eine solche
Aufstellung auf dem Boden möglich ist, um einen stabilen Stand zu gewährleisten. Durch
das Umschwenken ist die Anschlagmaschine mit wenigen Handgriffen von einer Scharnier-
auf eine Verschlussmaschine umgerüstet. Die Auflage- und Abdeckplatte 16 wird hierzu
auf den dem Boden abgewandten Enden der Profile 6 mit Hilfe der Schnellverschlüsse
17 befestigt. Für die Bearbeitung ist hierdurch eine Ablage geschaffen. Die Befestigungseinheit
18 nimmt in diesem in Figur 2 dargestellten Fall einen Bügel 19 auf, der mit einem
Amboss 20 versehen ist. In der Werkzeugaufnahme 13 ist dann ein Verschlussanschlagwerkzeug
21 vorgesehen.
[0016] Bei der Bearbeitung werden die Scharniere über eine - nicht dargestellte - Einführschiene,
die an der Scharnierwerkzeug-Vorderseite befestigt ist, eingeschoben, wobei ein Scharnier
das nächste vorantreibt. Die Scharniere werden mittels eines Anzugsmagneten an den
Andruckstempel herangeführt. Die Scharnierlänge ist vom Werkzeug vorgegeben. Die Einführschiene
und der Andruckstempel sind durch Passstifte gehalten. Hierdurch ist die Möglichkeit
geschaffen, das Werkzeug selbst aus gehärtetem Material anzufertigen. Die Ausbildung
des Anschlags der erfindungsgemäßen Maschine ermöglicht es, sowohl als Scharnieranschlag
als auch als Verschlussanschlag verwendet zu werden.
[0017] Die erfindungsgemäße Anschlagmaschine weist eine kompakte Bauweise auf. In dem in
den Figuren 1, 3 und 4 dargestellten Zustand hat sie einen Platzbedarf von ca. 0,5
m in der Breite und ca. 0,2 m in der Tiefe; in aufgeschwenktem Zustand (Figur 2) beträgt
die Breite ca. 1 m. Die Höhe der Anschlagmaschine ist kleiner als 1,5 m. Der Anschlagbereich
liegt bei ca. 0,5 m. Sie eignet sich unter anderem als Tischmaschine.
[0018] Durch die Verwendung von Leichtmetallen bzw. Leichmetalllegierungen ist das Gewicht
der erfindungsgemäßen Anschlagmaschine gering; im Ausführungsbeispiel beträgt es weniger
als 40 kg. Hierdurch ist in Verbindung mit den geringen Abmessungen der Anschlagmaschine
die Möglichkeit geschaffen, die Maschine in vormontiertem Zustand per Post oder Paketdienst
zu verschicken, was eine erhebliche Vereinfachung im Bereich des Versands darstellt.
1. Anschlagmaschine für an kastenförmige Behälter anschlagbare Beschläge mit einem Rahmen,
der geteilt ausgebildet ist und aus Profilen (6, 9) sowie einer Aufnahmeplatte (7)
besteht, einem Antrieb (11), einem Amboss (3) und einer Werkzeugaufnahme (13), dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmeplatte (7) durch ein Scharnier (8) um die Profile (6) schwenkbar ist.
2. Anschlagmaschine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Aufnahmeplatte (7) ein Gestell (10) befestigt ist, das den Antrieb (10) hält.
3. Anschlagmaschine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass in der Aufnahmeplatte (7) eine Öffnung (15) vorgesehen ist.
4. Anschlagmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Werkzeugaufnahme (13) zur Aufnahme von Scharnier- und Verschlusswerkzeugen geeignet
ist.
5. Anschlagmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Rahmen aus Aluminium hergestellt ist.
6. Anschlagmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine Höhenverstellung (14) vorgesehen ist.