[0001] Die Erfindung betrifft einen Lagerstuhl für eine Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine,
insbesondere in Reihen- oder V-Anordnung.
[0002] Bei einer Brennkraftmaschine entstehen durch Verbrennung in bekannter Weise eine
Gaskraft. Zwischen Kurbelwelle bzw. deren Lagerung und Zylinderkopf muß die Gaskraft
aufgenommen werden. Diese wirkt auf die Kurbelwelle über die Kolben und die Pleuelstangen
ein und entfaltet Kraftkomponenten an der Kurbelwelle, die sowohl nach unten als auch
seitwärts gerichtet sein können. Die sichere und dauerhafte Aufnahme dieser Gaskräfte
ist mitbestimmend für die Effizienz der Brennkraftmaschine und deren Haltbarkeit.
Eine Möglichkeit zur Optimierung ist die Verwendung eines Lagerstuhls, der von unten
gegen den Zylinderblock geschraubt wird und der aufgrund einer geeigneten Rahmenkonstruktion
zur Versteifung der Brennkraftmaschine führt.
[0003] Aus DE 296 09 950 ist ein Lagerstuhl für eine Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine
bekannt, der von unten gegen den Zylinderblock geschraubt wird. Der Lagerstuhl bildet
die untere Hälfte der Bohrungen für die Kurbelwellenlager, während die obere Hälfte
durch Lagerdeckel gebildet wird, die auf den Lagerstuhl aufgeschraubt werden. Zwischen
Lagerstuhl und Lagerdeckel sind Lagerdeckelanlageflächen ausgebildet. Die Lagerdeckel
werden auf der dem Zylinderblock zugewandten Seite mit dem Lagerstuhl verschraubt.
Außerhalb des Montagebereichs der Lagerdeckel ist eine Dichtfläche zur Montage des
Lagerstuhls an der Brennkraftmaschine bzw. an deren Zylinderblock vorgesehen. Die
Verschraubung des Lagerstuhls mit dem Zylinderblock erfolgt mittels Zylinderblockbefestigungsschrauben,
die sowohl in den Fluchtlinien der Lagerdeckelbefestigungsschrauben als auch in den
Zylindermittenebenen angeordnet sind. Dies führt einerseits zu einer aufwendigen Formgebung
des Lagerstuhls bzw. des Zylinderblocks, andererseits kann die Aufnahme insbesondere
der seitlichen Komponenten der Gaskraft noch verbessert werden.
[0004] Bekannt ist es auch den Kurbelwellenlagerdeckel mit den Zylinderblockaußenflächen
zu verschrauben, um die Systemsteifigkeit und die entstehenden seitlichen Gaskräfte
besser aufnehmen zu können. Diese Anordnung dient auch dazu die durch die Gaskräfte
über die Kurbelwelle auf die Lagerstühle übertragenen Schwingungen zu reduzieren.
[0005] Eine verbesserte Aufnahme der Gaskraft insbesondere von deren seitlichen Komponenten
sowie eine fertigungstechnische Vereinfachung war Zielsetzung der vorliegenden Erfindung.
[0006] Ausgehend von einem Lagerstuhl für eine Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine, der
Lagerdeckel für die Kurbelwelle aufweist, an denen Lagerdeckelanlageflächen zum Lagerstuhl
hin ausgebildet sind und die an der dem Zylinderblock zugewandten Seite des Lagerstuhls
angebracht sind, wobei der Lagerstuhl eine Fläche zur Montage an der Brennkraftmaschine
aufweist, welche die Lagerdeckel umgibt, ist erfindungsgemäß vorgesehen, die Lagerdeckelanlageflächen
gegenüber der die Lagerdeckel umgebenden Fläche erhöht anzuordnen. Dadurch ergibt
sich zwangsläufig, daß zwischen den Lagerdeckelanlageflächen und der umgebenden Fläche
eine Übergangsschulter ausgebildet sein muß. Hierdurch tritt eine Versteifung des
Lagerstuhls ein. Außerdem führt dies dazu, daß die Lagerdeckel bei der Herstellung
des Lagerstuhls mit angegossen werden können. Die angegossenen Lagerdeckel werden
dann gezielt an entsprechend gekerbten Stellen gebrochen, so daß die Bruchflächen
nach der Bearbeitung der Lagerbohrung und Einbau der Kurbelwelle die Lagerdeckelanlageflächen
am Lagerstuhl bilden. Die genannte Anordnung bieten weitere Vorteile, so können z.
B. die Zylinderbohrungen von oben und unten bearbeitet werden und bei der Herstellung
des Zylinderblockes ist nur noch ein Gußkern erforderlich, da keine Hinterschneidungen
mehr durch die Kurbelwellenlagerbrücken entstehen. Bei dieser Anordnung wird in der
Regel der Zylinderblock so weit heruntergezogen, daß er eine Dichtfläche zur Ölwanne
ausweist.
[0007] Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung weisen die Lagerdeckel Bohrungen für
die Zylinderblockbefestigungsschrauben auf, so daß die Übergangsschulter zwischen
Lagerdeckelanlagefläche und umgebender Fläche nach außen wandert und somit auch die
Übergangsschulter zwischen den genannten Fläche weiter außen liegt. Bei dieser Anordnung
können unter Umständen die separaten Lagerdeckelbefestigungsschrauben entfallen und
die Lagerdeckel werden auch von den Zylinderblockbefestigungsschrauben gehalten.
[0008] Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung wird die umgebende Fläche des Lagerstuhls
als Dichtfläche zum Zylinderblock ausgebildet. Die Dichtfläche zur Ölwanne wird bei
dieser Ausgestaltung an der Unterseite des Lagerstuhls angeordnet. Diese Anordnung
bietet insbesondere bei kleinen Brennkraftmaschinen Montagevorteile und erhöht die
Gesamtsteifigkeit des Systems.
[0009] Dadurch, daß die Lagerdeckelanlageflächen gegenüber der umgebenden Fläche zwischen
Lagerstuhl und Zylinderblock erhöht ausgebildet, also gegenüber dieser näher am Zylinder
liegen und demzufolge eine Übergangsschulter zwischen Lagerdeckelanlagefläche und
umgebender Fläche vorgesehen sein muß, ergibt sich außerdem die Möglichkeit, diese
Übergangsschulter als seitliche Paßfläche (senkrecht zur umgebenden Fläche) zwischen
Zylinderblock und Lagerstuhl auszubilden. Dies führt zu einer weiter verbesserten
Aufnahme der seitlichen Komponenten der Gaskraft.
[0010] In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden die Lagerstuhlbefestigungsschrauben
durch den Zylinderblock durchgeführt und direkt mit dem Zylinderkopf verschraubt.
Dies bieten den Vorteil, daß der Zylinderblock nicht mehr auf Zug und Druck sondern
nur noch auf Druck beansprucht wird. Außerdem sind keine separaten Zylinderkopfschrauben
mehr erforderlich.
[0011] Eine Ausführung der Erfindung für das Beispiel einer Brennkraftmaschine in Reihenanordnung
wird anhand der schematischen Abbildung (Fig. 1) erläutert.
[0012] Die Fig. 1 zeigt schematisch einen Schnitt, der durch die Mitte einer Lagerdeckelbefestigung
verläuft.
[0013] Die Brennkraftmaschine 1 besteht in bekannter Weise aus einem Lagerstuhl 2, dem Zylinderblock
3 und dem Zylinderkopf 4. Ölwanne 7 sowie Zylinderkopfabdeckung 8 sind ebenfalls nur
schematisch ausgeführt. Auf dem Lagerstuhl 2 sind Lagerdeckel 5 mittels Lagerdeckelbefestigungsschrauben
51 aufgeschraubt. Zwischen Lagerstuhl 2 und den Lagerdeckeln 5 sind die Bohrungen
52 für die Kurbelwellenlager (Hauptlager) vorgesehen. In etwa die untere Hälfte der
Lagerbohrung 52 ist also im Lagerstuhl, während die obere Hälfte im Lagerdeckel angebracht
ist. Zwischen Lagerstuhl 2 und Lagerdeckel 5 sind die Lagerdeckelanlageflächen 53
ausgebildet. Dabei kann es sich um mechanisch bearbeitete Flächen oder - bei während
der Herstellung des Lagerstuhls 2 angegossenen Lagerdeckeln 5 - um Bruchflächen handeln.
Ausgehend von der Bohrung 52 für Kurbelwellenlager sind die Lagerdeckelbefestigungsschrauben
51 etwa symmetrisch zu der Bohrung angeordnet. Die Verbindung zwischen Zylinderblock
3 und Lagerstuhl 2 erfolgt mittels Befestigungsschrauben 6 (Zylinderblockbefestigungsschrauben),
die bevorzugt durch die Bohrungen 9, 10 im Lagerstuhl 2 und im Zylinderblock 3 sowie
im Zylinderkopf 4 bis in diesen hineinreichen. Am Lagerstuhl 2 ist zum Zylinderblock
3 hin eine Dichtfläche 54 zur Montage des Lagerstuhls am Zylinderblock vorgesehen.
Diese Dichtfläche 54 erstreckt sich von der Außenwand 55 des Lagerstuhls in Richtung
der Bohrung 52 für das Kurbelwellenlager etwa senkrecht zu den Zylinderblockbefestigungsschrauben
6 bevorzugt bis über die diese aufnehmenden Bohrungen 9, 10. Da die Lagerdeckelanlageflächen
53 gegenüber der Dichtfläche 54 erhöht ausgebildet ist, sich als näher am Zylinderkopf
4 befindet als die Dichtfläche 54, ist zwangsläufig eine Übergangsschulter zwischen
Lagerdeckelanlageflächen 53 und Dichtfläche 54 auszubilden. Da sich die Dichtfläche
54 in der hier als bevorzugt dargestellten Ausführung bis über die Bohrung 9, 10 der
Befestigungsschrauben 6 in Richtung auf die Kurbelwellenlagerbohrung 52 erstreckt,
ist die Übergangsschulter zwischen den Lagerdeckelanlageflächen 53 und der Dichtfläche
54 zwischen den Lagerdeckelbefestigungsschrauben 51 und den Zylinderblockbefestigungsschrauben
6 angeordnet. Hierdurch kann die Übergangsschulter an einem oder mehreren der Lagerdeckel
5 als seitliche Führung etwa senkrecht zur Dichtfläche 54 zwischen Lagerstuhl 2 und
Zylinderblock 3 ausgebildet werden.
[0014] Bei einer Anordnung, bei der die Lagerdeckel 5 Durchgangsbohrungen für die Zylinderblockbefestigungsschrauben
6 aufweisen, sich also näher an die Außenwand des Lagerstuhls erstrecken, kann die
Übergangsschulter zwischen Dichtfläche 54 und Lagerdeckelanlagefläche 53 auch zwischen
Bohrung für die Zylinderblockbefestigungsschrauben 6 und Lagerstuhlaußenwand 55 ausgebildet
sein. In axialer Richtung sind die an der Übergangsschulter zwischen der Lagerdeckelanlagefläche
53 und Dichtfläche 54 gebildeten Paßflächen bevorzugt fluchtend ausgebildet.
1. Lagerstuhl (2) für eine Kurbelwelle einer Brennkraftmaschine (1) mit Lagerdeckeln
(5) für die Kurbelwelle, wobei zwischen Lagerdeckeln (5) und Lagerstuhl (2) Lagerdeckelanlageflächen
(53) ausgebildet sind und die Lagerdeckel (2) auf der einem Zylinderblock (3) zugewandten
Seite des Lagerstuhls (2) angebracht sind und mit einer Fläche (54) zur Montage des
Lagerstuhls (2) an der Brennkraftmaschine (1), wobei die Fläche (54) die Lagerdeckel
(5) umgibt,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lagerdeckelanlageflächen (53) gegenüber der umgebenden Fläche (54) erhöht angeordnet
sind.
2. Lagerstuhl (2) nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
im Bereich der umgebenden Fläche (54) Zylinderblockbefestigungsschrauben (6) für die
Montage des Lagerstuhls (2) an einem Zylinderblock (3) angeordnet sind, die zwischen
den Lagerdeckelbefestigungsschrauben (51) und der Außenwand (55) des Lagerstuhls (2)
angeordnet sind und wobei der Übergang von der Lagerdeckelanlagefläche (53) zur umgebenden
Fläche (54) zwischen der Lagerdeckelbefestigungsschraube (51) und der Zylinderblockbefestigungsschraube
(6) angeordnet ist.
3. Lagerstuhl (2) nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Lagerdeckel (5) Bohrungen für die Zylinderblockbefestigungsschrauben (6) aufweisen,
die wiederum für die Montage des Lagerstuhls (2) an einem Zylinderblock (3) vorgesehen
sind.
4. Lagerstuhl (2) nach Anspruch 1, 2 oder 3
dadurch gekennzeichnet, daß
die umgebenden Fläche (54) des Lagerstuhls (2) als Dichtfläche zum Zylinderblock (3)
ausgebildet ist.
5. Lagerstuhl (2) nach den Ansprüchen 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Übergang zwischen der Lagerdeckelanlageflächen (53) und der umgebenden Fläche
(54) als seitliche Paßfläche ausgebildet ist.
6. Lagerstuhl (2) nach den Ansprüchen 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Zylinderblockbefestigungsschrauben (6) durch den Zylinderblock (3) geführt werden
und direkt mit dem Zylinderkopf (4) verschraubt sind.