[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Auswertung von Schaltsignalen eines
zwischen einem Ruhezustand und einem Betätigungszustand schaltbaren Signalgebers.
Ein derartiges Verfahren findet insbesondere zur Überwachung eines für die Erzeugung
sicherheitsgerichteter Signale vorgesehenen Signalgebers Verwendung. Es dient hierbei
insbesondere zur Erkennung von vom Signalgeber fehlerhaft erzeugten Steuersignalen.
Die Erfindung bezieht sich weiterhin auf eine, insbesondere nach obigem Verfahren
arbeitende, Vorrichtung zum Erzeugen und Auswerten von Schaltsignalen.
[0002] Die Konzeption und Entwicklung von industriellen Maschinen und Anlagen ist geprägt
von einem steigenden Einsatz von Sicherheitstechnik. Hierbei muss insbesondere auch
bei einem einfachen Peripheriegerät, wie z.B. einem als Tastschalter ausgeführten
Signalgeber, eine Fehlfunktion ausgeschlossen sein oder, zur Einleitung sicherheitserhaltender
Schritte, erkannt werden. Bei einem herkömmlichen Tastschalter mit mechanischen Kontakten
ist eine lückenlose Fehleraufdeckung insbesondere dadurch erschwert, dass ein Verklemmen
der Tastmechanik auf elektronischem Wege kaum erkennbar ist. Dies ist problematisch,
zumal mechanische Tastschalter bei nahezu allen industriellen Maschinen und Anlagen
an Bediengeräten oder Steuerpulten eingesetzt werden und somit auch sicherheitstechnisch
von Bedeutung sind. Anwendungsgebiete liegen beispielsweise in der Kraftwerkstechnik,
Verkehrstechnik, Chemieanlagen, allgemein im Maschinenbau bei Werkzeug- und Produktionsmaschinen,
Personenaufzügen, Krananlagen, Luftund Raumfahrttechnik etc. Betroffene Anwendungsfunktionen
sind dabei u.a. allgemeine Start- und Stopp-Funktionen, Verfahrtasten von Antrieben,
die Ansteuerung von Ventilen sowie allgemeine Zustimmungs- und Überwachungsfunktionen,
wie beispielsweise so genannte "Totmanntasten".
[0003] Um mittels mechanischer Tasten generierte Signale sicher verarbeiten zu können, wird
daher häufig eine redundante Signalerzeugung gefordert. Eine sichere, aber handhabungstechnisch
aufwändige Methode zur redundanten Datenerzeugung besteht darin, mehrere getrennte
und zur Auslösung eines Steuervorgangs gleichzeitig zu betätigende Signalgeber vorzusehen,
so dass bei Ausfall eines Signalgebers oder des den Signalgeber beinhaltenden Signalpfads
weitere Signalpfade zur Übermittlung der sicherheitsrelevanten Information zur Verfügung
stehen. Ein solches System ist im Allgemeinen nur zweihändig zu bedienen und somit
aus arbeitsökonomischer Sicht nachteilig. Alternativ dazu ist es üblich, für eine
vereinfachte Handhabung mehrere Signalgeber in einem Tastschalter zu kombinieren,
so dass diese zur redundanten Signalerzeugung in einem einzigen Arbeitsvorgang gemeinsam
betätigbar sind. Die Realisierung einer solchen Taste, wie sie beispielsweise aus
der DE 199 46 471 A1 bekannt ist, ist jedoch technisch aufwändig und damit kostenintensiv.
[0004] Aus dem Bereich der bislang hauptsächlich für Eingabezwecke, z.B. in einer Tastatur,
verwendeten Kurzhubtastschaltern oder Folientastschaltern sind nun Signalgeber bekannt,
bei denen eine mechanische Fehlfunktion, insbesondere ein Verklemmen der Schaltmechanik,
durch konstruktive Maßnahmen ausgeschlossen ist. Beispielsweise ist aus der US 5,990,772
ein solcher Tastschalter bekannt, bei welchem die Rückstellung des Schaltkontaktes
in den Ruhezustand unter Wirkung einer Magnetkraft stattfindet. Um einen solchen,
mechanisch ausfallsicheren Signalgeber zur Generierung sicherheitsgerichteter Schaltsignale
einsetzen zu können, bedarf es eines mit dem Signalgeber zusammenarbeitenden Verfahrens,
welches zu einer effektiven Erkennung möglicher Fehlzustände geeignet ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zur Auswertung von Schaltsignalen
anzugeben, das in besonders einfacher Weise zur Erkennung fehlerhafter Betriebszustände
eines zwischen einem Ruhezustand und einem Betätigungszustand schaltbaren Signalgebers
geeignet ist. Insbesondere soll das Verfahren zur Überwachung eines Signalgebers geeignet
sein, bei dem eine mechanische Fehlfunktion konstruktiv ausgeschlossen ist. Des Weiteren
liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine besonders einfache, zur Erzeugung und
Auswertung sicherheitsgerichteter Signale geeignete Vorrichtung anzugeben.
[0006] Bezüglich des Verfahrens wird die Aufgabe gelöst durch die Merkmale des Anspruchs
1. Danach wird der Signalzustand in zwei vom Signalgeber beschalteten Signalpfaden
zeitaufgelöst ermittelt und analysiert, wobei ein von dem Analyseergebnis abhängiges
Ausgabesignal zur Ansteuerung einer technischen Anlage erzeugt wird. Die Analyse des
Signalzustands der beiden Signalpfade erfolgt hierbei nach den folgenden Regeln. Wenn
beide Signalpfade einen dem Ruhezustand entsprechenden Signalzustand aufweisen, wird
ein erstes, den Ruhezustand anzeigendes Ausgabesignal erzeugt. Diese Signalkonfiguration
wird nachfolgend als erster Betriebszustand bezeichnet. In einem zweiten Betriebszustand
wird unter der Voraussetzung, dass beide Signalpfade einen dem Betätigungszustand
entsprechenden Signalzustand aufweisen, zur Anzeige des Betätigungszustands ein zweites
Ausgabesignal erzeugt. Ein regulärer Wechsel zwischen dem ersten und dem zweiten Betriebszustand
wird nur dann zugelassen, wenn innerhalb einer vorgegebenen Soll-Schaltzeit ein Wechsel
des Signalzustands in beiden Signalpfaden erfolgt. Ansonsten, d.h. wenn außerhalb
eines regulären Wechsels des Betriebszustands keiner der beiden Betriebszustände vorliegt,
wird ein fehlerhafter Betriebszustand erkannt und eine Fehlermeldung ausgegeben.
[0007] Bezüglich der Vorrichtung wird die Aufgabe erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale
des Anspruchs 6. Danach ist ein zwischen einem Ruhezustand und einem Betätigungszustand
schaltbarer Signalgeber vorgesehen, der ausgangsseitig über zwei Signalpfade mit einer
Auswerteeinheit verbunden ist, die zur Analyse des Signalzustands der beiden Signalpfade
anhand obiger Regeln, und zur Erzeugung eines entsprechenden Ausgabessignals ausgestattet
ist.
[0008] Unter zeitaufgelöster Ermittlung eines Signalzustands wird verstanden, dass neben
dem momentanen Signalzustand Information über mindestens einen vergangenen Signalzustand
des selben Signalpfads zur Verfügung steht, so dass anhand deren Vergleich ein Wechsel
des Signalzustands erkennbar ist. Die Ermittlung des Signalzustands erfolgt alternativ
kontinuierlich oder diskontinuierlich, wobei zwei aufeinander folgende Ermittlungszeitpunkte
zeitlich maximal um die Soll-Schaltzeit beabstandet sind.
[0009] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren und der zugehörigen Vorrichtung wird vorteilhafterweise
eine sichere Generierung von Schaltsignalen und eine effiziente Erkennung von fehlerhaften
Schaltvorgängen des Signalgebers erzielt. Bei Anwendung des Verfahrens kann unter
Wahrung der Sicherheitserfordernisse ein herkömmlicher, zweipoliger Tastschalter als
Signalgeber eingesetzt werden, sofern bei diesem Tastschalter ein mechanisches Versagen
konstruktiv ausgeschlossen ist. Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann deshalb gegenüber
dem herkömmlichen Standard bei gleicher Sicherheit wesentlich vereinfacht ausgebildet
sein.
[0010] Bevorzugt beträgt die Soll-Schaltzeit etwa 20 Millisekunden. Diese Soll-Schaltzeit
ist somit eine Vorgabezeit, die zweckmäßigerweise kurz gegenüber der menschlichen
Reaktionszeit und somit kurz im Vergleich zu typischen Schaltperioden ist. Andererseits
ist diese Soll-Schaltzeit hinreichend groß gegenüber der tatsächlichen Schaltzeit
eines herkömmlichen Signalgebers, die etwa auf der Größenordnung einer Millisekunde
liegt. Um einen schnelles und gut reproduzierbares, und somit gut überprüfbares Schaltverhalten
zu erzeugen, weist der Signalgeber zweckmäßigerweise ein Sprungschaltverhalten auf.
In anderen Worten erfolgt das Umschalten des Signalgebers unabhängig vom zeitlichen
Verlauf der Betätigungskraft zwangsweise innerhalb einer baulich festgelegten Schaltzeit.
[0011] In vorteilhafter Ausführung der Erfindung sind die beiden Signalpfade in beiden Betriebszuständen
hinsichtlich ihres Signalzustands zueinander invers beschaltet. Ist also, vom Moment
des Umschaltens abgesehen, der erste Signalpfad beispielsweise signalführend, so weist
der zweite Signalpfad ein Null-Signal auf, und umgekehrt. Somit ist in jedem regulären
Betriebszustand einer der Signalpfade signalführend. Auf diese Weise ist eine Leitungsunterbrechung
oder ein sonstiger zum Signalverlust führender Fehler auch während stationärer Betriebsphasen
sofort erkennbar. Eine derart inverse Beschaltung der beiden Signalpfade ist auf besonders
einfache Weise mit einem nach Art eines Wechselschalters ausgeführten Signalgeber
möglich.
[0012] Um im Fehlerfall die Fehlerquelle schnell lokalisieren zu können, wird zweckmäßigerweise
eine differenzierte Fehlermeldung ausgegeben, die die Art des aufgetretenen Fehlers
anzeigt. Vorzugsweise wird weiterhin gleichzeitig mit der Fehlermeldung ein Not-Aus-Signal
als Ausgabesignal erzeugt, welches die angesteuerte technische Anlage in einen sicheren
Zustand überführt.
[0013] In Hinblick auf dessen geringe Fehleranfälligkeit kommt bevorzugt ein Kurzhubtastschalter
als Signalgeber zum Einsatz. Ein Kurzhubtastschalter ist weiterhin aufgrund dessen
kompakter Größe besonders vorteilhaft in einer Bedieneinrichtung oder einem Steuerpult
einer technischen Anlage zu integrieren.
[0014] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand einer Zeichnung näher
erläutert. Darin zeigen:
- FIG 1
- schematisch eine Vorrichtung zum Erzeugen und Auswerten von Schaltsignalen mit einem,
in seinem Ruhezustand befindlichen Signalgeber und einer dem Signalgeber nachgeschalteten
Auswerteeinheit,
- FIG 2
- die Vorrichtung gemäß FIG 1 im Betätigungszustand des Signalgebers,
- FIG 3
- in einem zeitlichen Diagramm Eingangs- und Ausgangssignale der Auswerteeinheit im
Normalbetrieb und
- FIG 4
- in einer Darstellung gemäß FIG 3 Eingangs- und Ausgangssignale der Auswerteeinheit
in beispielhaft ausgewählten Fehlerfällen.
[0015] Einander entsprechende Teile und Größen sind in den Figuren mit den gleichen Bezugszeichen
gekennzeichnet.
[0016] Die in FIG 1 dargestellte Vorrichtung 1 zur Erzeugung und Auswertung von Schaltsignalen
umfasst einen als Tastschalter ausgebildeten Signalgeber 2, der nach Art eines Wechselschalters
wahlweise einen Signaleingang 3 mit einem von zwei Signalausgängen 4 und 5 verbindet.
Der Signalgeber 2 ist bevorzugt in einer Kurzhubtechnologie ausgeführt. Derartige
Kurzhubtastschalter, wie sie üblicherweise in einer Tastatur, insbesondere Folientastatur,
eingesetzt werden, zeichnen sich durch äußerst kompakte Größe und äußerst geringe
Fehleranfälligkeit aus. Eine geeignete Kurzhubtechnologie, bei der eine Fehlfunktion
aufgrund eines Verklemmens der Schaltmechanik durch bauliche Maßnahmen ausgeschlossen
ist, ist beispielsweise aus der US 5,990,772 bekannt.
[0017] Die FIG 1 zeigt den Signalgeber 2 in seinem Ruhezustand. Dabei ist der Signaleingang
3 über einen Schaltkontakt 6 leitend mit dem Signalausgang 5 verbunden, während die
Verbindung zwischen dem Signaleingang 3 und dem Signalausgang 4 unterbrochen ist.
Der Signaleingang 3 des Signalgebers 2 ist eingangsseitig an eine Eingangsleitung
7 angeschlossen, über welche dem Signaleingang 3 ein Eingangssignal S0 in Form einer
zeitlich konstanten elektrischen Niederspannung zugeführt wird.
[0018] Der Signalausgang 5, an welchem entsprechend der in FIG 1 dargestellten Schalterstellung
des Signalgebers 2 Spannung anliegt, ist über einen ersten Signalpfad 8 mit einer
Auswerteeinheit 9 verbunden. Der Spannungsausgang 4, an dem im Ruhezustand keine Spannung
liegt, ist über einen zweiten Signalpfad 10 ebenfalls mit der Auswerteeinheit 9 verbunden.
Im Ruhezustand weist der erste Signalpfad 8 somit einen aktiven, d.h. spannungsführenden,
Signalzustand S1 auf, während sich der zweite Signalpfad 10 in einem passiven, d.h.
spannungslosen, Signalzustand S2 befindet.
[0019] In der Auswerteeinheit 9 wird der Signalzustand S1,S2 beider Signalpfade 8 und 10
zeitaufgelöst erfasst und nach Maßgabe nachfolgend näher beschriebener Regeln analysiert.
Die Auswerteeinheit 9 erzeugt anhand des Analyseergebnisses ein entsprechendes Ausgabesignal
S3 und übermittelt dieses über eine Ausgangsleitung 11 an eine nicht näher dargestellte
Komponente einer technischen Anlage. Beispielsweise handelt es sich bei dieser Komponente
um den Antrieb eines beweglichen Teils einer Werkzeugmaschine.
[0020] Ein Ensemble von Signalzuständen S1 und S2 sowie einem zugehörigen Ausgabesignal
S3 zu einem gegebenen Zeitpunkt wird nachfolgend als Betriebszustand der Vorrichtung
1 bezeichnet. Der bei ordnungsgemäßer Funktion der Vorrichtung 1 dem Ruhezustand des
Signalgebers 2 zugeordnete Betriebszustand ist als erster Betriebszustand bezeichnet.
Entsprechende Größen S1-S3 sind ungestrichen dargestellt. Der bei dem Betätigungszustand
zugeordnete Betriebszustand ist demgegenüber als zweiter Betriebszustand bezeichnet
und durch eingestrichene Größen S1'-S3' gekennzeichnet. Analog kennzeichnen zweigestrichene
Signalzustände S1",S2" einen fehlerhaften Betriebszustand und das Ausgabesignal S3"
ein im Fehlerfall bedarfsweise ausgegebenes Not-Aus-Signal.
[0021] Erkennt die Auswerteeinheit ein fehlerhaftes Ensemble von Signalzuständen S1",S2",
so gibt sie über eine Meldeleitung 12 eine Fehlermeldung F an einen Fehleranzeiger
13 aus. Die Fehlermeldung F beinhaltet bevorzugt eine spezifische Information über
die Art des erkannten Fehlers. Der Fehleranzeiger 13 macht, z.B. durch ein geeignetes
Ton- oder Lichtsignal, zum einen darauf aufmerksam, dass ein Fehler aufgetreten ist.
Zum anderen identifiziert er anhand der in der Fehlermeldung F enthaltenen Informationen
die Fehlerart und erleichtert somit die Fehlersuche.
[0022] Dem in FIG 1 dargestellten Ruhezustand entspricht ein erster Betriebszustand, in
welchem der Signalzustand S1 im Signalpfad 8 "aktiv", und der Signalzustand S2 im
Signalpfad 10 "passiv" ist. Als zugehörig zum ersten Betriebszustand gibt die Auswerteeinheit
9 ein Null-Signal als erste Ausgabesignal S3 aus, welches beispielsweise als Stopp-Befehl
für einen nicht dargestellten Maschinenantrieb herangezogen werden kann.
[0023] Die Betätigung des Signalgebers 2 erfolgt gemäß FIG 2 durch Ausübung eines manuellen
Drucks K auf ein Betätigungsorgan 14 des Signalgebers 2. Hierdurch wird durch Vermittlung
einer nur angedeuteten Schaltmechanik 15 der Schaltkontakt 6 in seinem Betätigungszustand
geschaltet. In diesem Betätigungszustand ist der Signaleingang 3 mit dem Signalausgang
4 verbunden, während die Verbindung zwischen dem Signaleingang 3 und dem Signalausgang
5 unterbrochen ist. Im zweiten Betriebszustand ist somit der Signalzustand S1 des
Signalpfads 8 "passiv", während der Signalzustand S2' des Signalpfads 10 "aktiv" ist.
Als zugehörig zu diesem zweiten Betriebszustand erzeugt die Auswerteeinheit 9 ein
konstantes, positives Ausgabesignal S3', welches wiederum z.B. als Start-Befehl einem
nicht dargestellten Maschinenantrieb zuführbar ist.
[0024] Die Auswerteeinheit 9 lässt einen Wechsel zwischen dem ersten und dem zweiten Betriebszustand,
also insbesondere einen Wechsel zwischen dem ersten und zweiten Ausgabesignal S3 bzw.
S3' nur dann zu, wenn ein entsprechender Wechsel des Signalzustands S1,S1',S2,S2'
in beiden Signalpfaden 8 und 10 innerhalb einer vorgegebenen Sollschaltzeit ts erfolgt.
[0025] Ordnungsgemäße Schaltprozesse zwischen dem Ruhezustand und dem Betätigungszustand,
und entsprechend dem ersten und zweiten Betriebszustand, sind in FIG 3 in einem zeitlichen
Diagramm dargestellt. Hierbei ist der zeitliche Verlauf der Signalzustände S1,S1'
und S2,S2' oberhalb der Zeitachse t dargestellt. Der zeitliche Verlauf des Ausgabesignals
S3,S3' ist unterhalb der Zeitachse t dargestellt. Bei dem, dem Diagramm gemäß FIG
3 zu Grunde liegenden Schaltspiel wird zum Zeitpunkt t1 der Signalgeber 2 betätigt.
Hierdurch geht der aktive Signalzustand S1 in den passiven Signalzustand S1' über
und der passive Signalzustand S2 in den aktiven Signalzustand S2'. Der Signalgeber
2 weist ein Sprungschaltverhalten auf. D.h., dass unabhängig vom zeitlichen Verlauf
des Betätigungsdrucks K der Schaltprozess bei ordnungsgemäßer Funktion des Signalgebers
2 stets innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne erfolgt. Insbesondere erfolgt zum
Zeitpunkt t1 der Signalverlust im Signalpfad 8 aufgrund der mechanischen Trägheit
des Signalgebers 2 zeitlich vor dem Signalaufbau im Signalpfad 10. Beide Prozesse
erfolgen jedoch innerhalb der auf den Zeitpunkt t1 folgenden Soll-Schaltzeit ts. Da
zum Zeitpunkt t1 der Zustandswechsel rechtzeitig in beiden Signalpfaden 8 und 10 erfolgt,
schaltet die Auswerteeinheit 9 vom ersten Ausgabesignal S3 auf das zweite Ausgabesignal
S3'.
[0026] Zum Zeitpunkt t2 wird das Betätigungsorgan 14 frei gelassen. Dabei springt der Schaltkontakt
6 innerhalb der Schaltzeit ts in den Ruhezustand zurück. Aufgrund der mechanischen
Trägheit des Signalgebers 2 erfolgt der Signalverlust im Signalpfad 10 wiederum zeitlich
vor dem Signalaufbau im Signalpfad 8. Da der Signalwechsel zum Zeitpunkt t2 wiederum
innerhalb der Soll-Schaltzeit ts erfolgt, lässt die Auswerteeinheit 9 wiederum den
Wechsel in den ersten Betriebszustand zu. Eine weitere, zum oben beschriebenen Schaltspiel
analoge Betätigungsphase findet zwischen den Zeitpunkten t3 und t4 statt.
[0027] Während in FIG 3 ein ordnungsgemäßes Schaltspiel der Vorrichtung 1 dargestellt ist,
sind in FIG 4 fehlerhafte Schaltprozesse beispielhaft gezeigt. Durch ein schräges,
paralleles Linienpaar 16 ist hierbei jeweils eine Unterbrechung der Zeitachse t sowie
der jeweiligen Zustandskurven gekennzeichnet. Ein fehlerhafter Betriebszustand tritt
beispielsweise dann auf, wenn beim Betätigen des Signalgebers 2 nicht in beiden Signalpfaden
8 und 10 innerhalb der Soll-Schaltzeit ts ein Zustandswechsel erfolgt. Ein solcher
Fehler, wie er beispielsweise von einer defekten Schaltmechanik 15 oder einem oxidierten
Schaltkontakt 6 erzeugt werden kann, tritt gemäß FIG 4 zum Zeitpunkt t5 auf. Hierbei
erfolgt der Aufbau des Signalzustands S2' um mehr als die Soll-Schaltzeit ts verspätet
gegenüber dem Zerfall des Signalzustands S1. Nach Verstreichen der Soll-Schaltzeit
ts sind beide Signalzustände S1" und S2" "passiv". Die Auswerteeinheit 9 erkennt dies
als irregulären Betriebszustand und löst eine entsprechende Fehlermeldung F aus. Auch
wenn, wie gemäß FIG 4, der Signalzustand S2" zu einem späteren Zeitpunkt "aktiv" wird,
lässt die Steuereinheit 9 einen Wechsel in den zweiten Betriebszustand nicht zu und
gibt weiterhin das sichere Null-Signal aus.
[0028] Der inverse Fehlerfall, nämlich eine verspätete Rückkehr des Signalgebers 2 in den
Ruhezustand, tritt gemäß FIG 4 zum Zeitpunkt t6 auf. Nach Abwarten der Soll-Schaltzeit
ts nach Deaktivierung des Signalzustands S2' erzeugt die Auswerteeinheit wiederum
eine Fehlermeldung F. Gleichzeitig schaltet sie ausgabeseitig auf ein Null-Signal
zurück und erzeugt damit das auch als Not-Aus-Signal bezeichnete sichere Ausgabesignal
S3".
[0029] In einem zum Zeitpunkt t7 auftretenden, weiteren Fehlerfall schaltet der Signalpfad
10 in einen aktiven Signalzustand S2" auf, ohne dass zuvor ein Signalverlust im Signalpfad
8 erfolgt ist. Ein solcher Fehlerfall kann beispielsweise durch einen Kurzschluss
in den Leitungen 7,8,10 oder im Signalgeber 2 verursacht sein. Der aktive Signalzustand
S1",S2" beider Signalpfade 8 und 10 wird wiederum als irregulärer Betriebszustand
erkannt und eine entsprechende Fehlermeldung F ausgegeben.
[0030] Im inversen, zum Zeitpunkt t8 auftretenden Fehlerfall aktiviert sich der Signalpfad
8, ohne dass der Signalzustand S2 vorher passiv geworden wäre. Gleichzeitig mit der
Erzeugung der Fehlermeldung F setzt sich hierauf die Auswerteeinheit 9 durch Erzeugung
des Ausgabesignal S3" in den sicheren Not-Aus-Zustand zurück.
[0031] Bei Verwendung eines Wechselschalters als Signalgeber 2 ist im Zuge des Schaltprozesses
ein vorübergehender Signalverlust in beiden Signalpfaden 8 und 10 normal. Ein Betriebszustand,
während dessen beide Signalpfade 8 und 10 aktiv sind, ist hingegen unabhängig von
dessen Dauer unplausibel. Im Falle der zu den Zeitpunkten t7 und t8 auftretenden Fehler
reagiert die die Auswerteeinheit 9 deshalb verzögerungslos.
[0032] Es sind vielfältige alternative Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Verfahrens
und der zugehörigen Vorrichtung denkbar. Insbesondere können die Ausgabesignale S3,
S3' und S3" in Form von Signal-Pulsen anstelle von zeitlich konstanten Signalen erzeugt
werden. Die Ausgangsleitung 11 kann mehrkanalig zur separaten Ausgabe der Ausgabesignale
S3, S3' und S3" gestaltet sein. Optional können die Signalpfade 8 und 10 redundant
ausgeführt sein. Anstelle eines Wechselschalters als Signalgeber 2 kann auch ein Tastschalter
Verwendung finden, bei dem die Signalpfade 8 und 10 durch parallele Schaltkontakte,
insbesondere ein Öffner-Schließer-Paar, beschaltet werden.
1. Verfahren zur Auswertung von Schaltsignalen eines zwischen einem Ruhezustand und einem
Betätigungszustand schaltbaren Signalgebers (2), bei dem der Signalzustand (S1,S1')
in einem ersten Signalpfad (8) sowie der Signalzustand (S2,S2') in einem zweiten Signalpfad
(10) zeitaufgelöst ermittelt und analysiert werden, und bei dem ein von dem Analyseergebnis
abhängiges Ausgabesignal (S3, S3') erzeugt wird, wobei
(a) in einem ersten Betriebszustand ein erstes Ausgabesignal (S3) erzeugt wird, wenn
der erste Signalpfad (8) und der zweite Signalpfad (10) einen dem Ruhezustand entsprechenden
Signalzustand (S1,S2) aufweisen,
(b) in einem zweiten Betriebszustand ein zweites Ausgabesignal (S3') erzeugt wird,
wenn der erste Signalpfad (8) und der zweite Signalpfad (10) einen dem Betätigungszustand
entsprechenden Signalzustand (S1',S2') aufweisen,
(c) ein Wechsel zwischen dem ersten und dem zweiten Betriebszustand nur dann zugelassen
wird, wenn innerhalb einer vorgegebenen Soll-Schaltzeit (ts) ein Wechsel des Signalzustands
(S1,S2,S1',S2') in beiden Signalpfaden (8,10) erfolgt, und
(d) ansonsten eine Fehlermeldung (F) ausgegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Soll-Schaltzeit (ts) etwa 20ms beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Signalpfad (8) und der zweite Signalpfad (10) zueinander sowohl im ersten
als auch im zweiten Betriebszustand einen inversen Signalzustand (S1,S2;S1',S2') aufweisen.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die Fehlermeldung (F) eine Fehlerartangabe enthält.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, dass gleichzeitig mit der Fehlermeldung (F) ein Not-Aus-Signal (S3") als Ausgabesignal
erzeugt wird.
6. Vorrichtung (1) zum Erzeugen und Auswerten von Schaltsignalen mit einem zwischen einem
Ruhezustand und einem Betätigungszustand schaltbaren Signalgeber (2), der ausgangsseitig
über einen ersten Signalpfad (8) und einen zweiten Signalpfad (10) mit einer Auswerteeinheit
(9) verbunden ist, wobei die Auswerteeinheit (9) derart ausgelegt ist, dass sie
(a) in einem ersten Betriebszustand ein erstes Ausgabesignal (S3) erzeugt, wenn der
erste Signalpfad (8) und der zweite Signalpfad (10) einen dem Ruhezustand entsprechenden
Signalzustand (S1,S2) aufweisen,
(b) in einem zweiten Betriebszustand einen zweites Ausgabesignal (S3') erzeugt, wenn
der erste Signalpfad (8) und der zweite Signalpfad (10) einen dem Betätigungszustand
entsprechenden Signalzustand (S1',S2') aufweisen,
(c) einen Wechsel zwischen dem ersten und dem zweiten Betriebszustand nur dann vollzieht,
wenn innerhalb einer vorgegebenen Soll-Schaltzeit (ts) ein Wechsel des Signalzustands
(S1,S1';S2,S2') in beiden Signalpfaden (8,10) erfolgt, und
(d) ansonsten eine Fehlermeldung (F) ausgibt.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalgeber (2) ein Sprungschaltverhalten aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalgeber (2) nach Art eines Wechselschalters zwischen dem ersten Signalpfad
(8) und dem zweiten Signalpfad (10) schaltet.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Signalgeber (2) als Kurzhubtastschalter ausgebildet ist.