[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge mit verbessertem
Korrosionsschutz, enthaltend
(a) 0,005 bis 0,125 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und
(b) 0 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer weiterer Korrosionsinhibitoren, wobei bei
Mitverwendung von 1H-1,2,3-Benzotriazol und/oder 1H-1,2,3-Tolutriazol und/oder deren
Derivaten das Gew.-Verhältnis von 1H-1,2,4-Triazol zu den genannten 1H-1,2,3-Triazolen
größer als 4:1 sein muß,
Sowie weiterhin 0,1 bis 97 Gew.-% eines oder mehrerer Polyglykolether und/oder deren
Borsäureester.
[0002] Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge unterliegen hinsichtlich ihrer chemischen und
physikalischen Eigenschaften sehr hohen Anforderungen. Entsprechend der bestehenden
Normen und Spezifikationen für Bremsflüssigkeiten vom US-Department of Transportation
im Federal Motor Vehicle Safety Standard FMVSS-Nr. 116 und der von der Society of
Automotive Engineers herausgegebenen Norm SAE J 1704 sollen moderne Bremsflüssigkeiten
einerseits über hohe Trockenkochpunkte (Rückflußsiedepunkte, trocken [Equilibrium
reflux boiling point, "ERBP"]) sowie hohe Naßkochpunkte (RückfluBsiedepunkte, feucht
["wet ERBP"]) verfügen, andererseits aber auch eine Viskosität aufweisen, die sich
innerhalb eines weiten Temperaturbereiches nur wenig ändert.
[0003] Darüber hinaus bestehen weitergehende Anforderungen aus dem Kreis der Automobilindustrie
nach einem verbesserten Korrosionsschutz bei Metallen und Buntmetallen. Korrosionsinhibitoren
haben in Bremsflüssigkeiten die Aufgabe, die durch Korrosion verursachte Zerstörung
metallischer Werkstoffe zu verhindern.
[0004] Der Einsatz von 1H-1,2,3-Triazolen wie 1H-1,2,3-Benztriazol oder 1H-1,2,3-Tolutriazol
als Korrosionsinhibitoren in hydraulischen Flüssigkeiten bzw. Bremsflüssigkeiten ist
seit langem bekannt, beispielsweise aus EP-A 028 789 (1) und EP-A 454 110 (2).
[0005] In der WO 00/46325 (3) werden Hydraulikflüssigkeiten empfohlen, die eine Kombination
aus 1H-1,2,3-Benzotriazol oder dessen Derivaten wie 1H-1,2,3-Tolutriazuol und 1H-1,2,4-Triazol
oder dessen Derivaten im Gew.-Verhältnis von 1:4 bis 4:1 als Korrosionsinhibitorsystem
enthalten. Zu Vergleichszwecken werden in Tabelle 1 bis 4 von (3) auch Hydraulikflüssigkeiten
angegeben, die 1H-1,2,4-Triazol allein in Konzentrationen von 0,15 Gew.-% enthalten;
deren korrosionsverhindernde Wirkung ist jedoch nur bei Kupfer akzeptabel.
[0006] Die im Stand der Technik bekannten Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge sind in
Hinblick auf ihre Eigenschaften und insbesondere auf den Korrosionsschutz jedoch noch
verbesserungsbedürftig. Es bestand daher die Aufgabe, hydraulische Flüssigkeiten bereitzustelle,
welche insbesondere die oben genannten Anforderungen nach einem verbesserten Korrosionsschutz
bei Metallen und Buntmetallen erfüllen.
[0007] Demgemäß wurden die eingangs definierten hydraulischen oder kraftübertragenden Flüssigkeiten
gefunden.
[0008] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, enthalten vorzugsweise
0,005 bis 0,10 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 bis 0,08 Gew.-%, insbesondere 0,005 bis
0,06 Gew.-%, der Komponente (a).
[0009] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, enthalten in einer bevorzugten
Ausführungsform die Komponente (a) als alleinigen Korrosionsinhibitor auf Triazol-Basis.
Damit ist gemeint, daß Triazole wie 1H-1,2,3-Benzotriazol, 1H-1,2,3-Tolutriazol oder
hydriertes 1H-1,2,3-Tolutriazol hierbei ausgeschlossen werden, anorganische und/oder
organische Korrosionsinhibitoren anderer Struktur können jedoch anwesend sein.
[0010] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten
für Kraftfahrzeuge, noch bis zu 10 Gew.-%, insbesondere bis zu 5 Gew.-%, eines oder
mehrerer weiterer Korrosionsinhibitoren (b), wobei bei Mitverwendung von 1H-1,2,3-Benzotriazol
und/oder 1H-1,2,3-Tolutriazol und/oder deren Derivaten das Gew.-Verhältnis von 1H-1,2,4-Triazol
zu den genannten 1H-1,2,3-Triazolen größer als 4:1 sein muß.
[0011] Als weitere Korrosionsinhibitoren (b) kommen hierbei vor allem Alkalimetallsalze
von Phosphorsäure und phosphoriger Säure, Fettsäuren wie Capryl-, Laurin-, Palmitin-,
Stearin- oder Ölsäure sowie deren Alkalimetallsalze, Ester der Phosphorsäure und der
phosphorigen Säure wie Ethylphosphat, Dimethylphosphat, Isopropylphosphat, Diisopropylphosphat,
Butylphosphit oder Dimethylphosphit, gegebenenfalls ethoxylierte Mono- und Dialkylamine
und deren Salze mit Mineral- und Fettsäuren, z.B. Butylamin, Hexylamin, Octylamin,
Isononylamin, Oleylamin, Dipropylamin, Diisopropylamin oder Dibutylamin, gegebenenfalls
ethoxylierte Alkanolamine, z.B. Mono-, Di- oder Triethanolamin, N,N'-Di-n-Butylaminoethanol
oder 1,1'-Iminodipropan-2-ol, Cyclohexylamin, Benzimidazol und hydriertes Tolutriazol
sowie Nitroaromaten, z.B. 3-Nitrobenzaldehyd, in Betracht.
[0012] Die genannte Korrosionsinhibitoren (b) liegen vorzugsweise in Mengen von 0,001 bis
10 Gew.-%, insbesondere 0,001 bis 5 Gew.-%, in den erfindungsgemäßen hydraulischen
Flüssigkeiten, insbesondere Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, vor.
[0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten
für Kraftfahrzeuge, neben 1H-1,2,4-Triazol (a) als zusätzliche Korrosionsinhibitoren
(b) 0,001 bis 5 Gew.-%, insbesondere 0,001 bis 0,5 Gew.-%, einer oder mehrerer Verbindungen
aus der Gruppe Benzimidazol, hydriertes 1H-1,2,3-Tolutriazol, Purin, Adenin, 6-Chloropurin,
2,6-Dichloropurin, 6-Methoxypurin, 1H-1,2,3-Triazolo(4,5B)pyridin, 6-Histaminopurin
und 6-Furfurylaminopurin und gegebenenfalls weitere von (a) verschiedene Korrosionsinhibitoren.
Die genannten Purin-Derivate werden als Buntmetall-Korrosionsinhibitoren für hydraulische
Flüssigkeiten bzw. Bremsflüssigkeiten in der deutschen Patentanmeldung Az. P 100 26
010.1 beschrieben.
[0014] Alle vorstehenden und nachfolgenden Gew.-%-Angaben beziehen sich jeweils auf die
Gesamtmenge der Bremsflüssigkeit, sofern nichts anderes angegeben ist. Die Summe aller
vorstehend und nachfolgend aufgeführten Komponenten für die erfindungsgemäßen hydraulischen
Flüssigkeiten bzw. Bremsflüssigkeiten addiert sich jeweils auf 100 Gew.-%.
[0015] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge,
die als Korrosionsinhibitoren die genannten Komponenten (a) und gegebenenfalls (b)
enthalten.
[0016] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge enthalten in einer bevorzugten
Ausführungsform neben den Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) weiterhin 0,1 bis
97 Gew.-%, insbesondere 30 bis 97 Gew.-%, vor allem 50 bis 97 Gew.-%, eines oder mehrerer
Polyglykolether und/oder deren Borsäureester.
[0017] Geeignete Polyglykolether sind hierbei vor allem Ethylenglykolmonoalkylether mit
bis zu 6 Ethylenoxid-Einheiten und mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, wie
zum Beispiel Methyldiglykol, Methyltriglykol, Butyltriglykol oder Methyltetraglykol.
Weiterhin kommen Ethylenglykol- oder Propylenglykoldialkylether mit bis zu 6 Alkylenoxid-Einheiten
und mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen in den Alkylresten in Betracht, wie zum
Beispiel Triethylenglykol-dimethylether, Tetraethylenglykol-dimethylether, Diethylenglykol-di-tert.-butylether,
Diethylenglykol-dibutylether, Butyldiglykol-tert.-butylether oder Dipropylenglykol-dimethylether.
[0018] Geeignete Borsäureester der genannten oder von anderen Polyglykolethern sind insbesondere
in den Schriften EP-B 013 925 (cyclische Bis-borsäureester), DE-C 28 04 535 (stickstoffhaltige
Borsäureester), DE-A 24 38 038 (Borsäure-Alkylenglykol-Monoalkylether-Ester) und DE-B
17 68 933 (Borsäure-tris-alkoxyalkylester) beschrieben.
[0019] Anstelle der genannten Polyglykolether und/oder deren Borsäureester können die erfindungsgemäßen
Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge als Hauptkomponente auch solche auf Basis von
Carbonsäureestern, Mineralölen oder Silikonölen enthalten.
[0020] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge enthalten in einer weiteren
bevorzugten Ausführungsform neben den Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) weiterhin
0,1 bis 50 Gew.-%, insbesondere 1 bis 40 Gew.-%, vor allem 5 bis 30 Gew.-%, eines
oder mehrerer Polyglykole.
[0021] Geeignete Polyglykole sind hierbei vor allem höhersiedende Umsetzungsprodukte von
Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid mit Wasser oder Diolen, insbesondere
finden entsprechende Umsetzungsprodukte von Gemischen aus Ethylenoxid und Propylenoxid
mit Wasser Verwendung. Die Anzahl der Alkylenoxid-Einheiten in solchen Polyglykolen
beträgt normalerweise 2 bis 10.
[0022] Die Wirkung dieser hochsiedenden Polyglykole ist die eines Schmiermittels, was im
wesentlichen auf eine Verbesserung des Temperatur-Viskositäts-Verhaltens zurückzuführen
ist. Die Polyglykole verleihen den dünnflüssigen Polyglykolethern bei hohen Temperaturen
genügend Viskosität und sorgen damit für eine ausreichende Schmierung. Eine genügende
Schmierung ist deshalb in den Bauteilen des Kraftfahrzeug-Bremssystems notwendig,
da dort Gummi oder Elastomere auf Metall möglichst verschleißfrei gleiten müssen.
[0023] Weitere Komponenten und Hilfsmittel in den erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für
Kraftfahrzeuge können übliche Antioxidationsmittel wie z.B. Phenothiazin und/oder
solche auf Phenolbasis, und übliche Entschäumer sein.
[0024] Außerdem können die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten die in WO 00/65001 aufgeführten
cyclischen Carbonsäurederivate enthalten, welche als Komponenten zur Erniedrigung
der Tieftemperaturviskosität in Anwesenheit von Wasser geeignet sind.
[0025] Das Vorliegen der genannten geringen Menge an 1H-1,2,4-Triazol sorgt in hervorragender
Weise dafür, daß die erfindungsgemäßen. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge den
eingangs genannten Anforderungen gerecht werden und daß insbesondere ein gegenüber
dem Stand der Technik generell gutes Korrosionsverhalten, d.h. ein verbesserter Korrosionsschutz
bei Metallen wie Eisen, Stahl, Weißblech, Gußeisen (Grauguß), Blei, Zinn, Chrom, Zink,
Aluminium, Magnesium und deren Legierungen und bei Lötmetallen, beispielsweise Lötzinn,
sowie bei Buntmetallen wie Kupfer und deren Legierungen, beispielsweise Messing, bewirkt
wird.
[0026] Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge sind
deren günstige Tieftemperaturviskosität, eine gute Wasserverträglichkeit, ein schonender
pH-Wert, eine gute Kälte-, Hochtemperatur-und Oxidationsstabilität sowie eine gute
chemische Stabilität, eine günstiges Verhalten (d.h. eine gute Verträglichkeit) gegenüber
Werkstoffen wie Kautschuken, Kunststoffen, Leimfugen, Fiber-, Elastomeren- und Gummidichtungen
und ähnlichen Materialien sowie ein gutes Schmierverhalten.
[0027] Nicht zuletzt ist der Einsatz einer nur geringen Menge an 1H-1,2,4-Triazol in den
erfindungsgemäßen. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge sowohl ökonomisch als auch
ökologisch vorteilhaft.
[0028] Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung erläutern, ohne sie
zu beschränken.
Anwendungstechnische Beispiele
[0029] Basierend auf den marktüblichen DOT 4- bzw. DOT 5.1-Bremsflüssigkeiten BF 1 (ERBP:
267°C, wet ERBP: 173°C, kinematische Viskosität bei -40°C: 676 cSt) und BF 2 (ERBP:
263°C, wet ERBP: 181°C, kinematische Viskosität bei -40°C: 850 cSt) mit jeweils 0,05
Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol als Buntmetallkorrosionsinhibitor wurden im Vergleich
dazu die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten BF 1a, BF 1b, BF 1c und BF 2a geprüft.
[0030] Die verwendeten Kraftfahrzeug-Bremsflüssigkeiten hatten folgende Zusammensetzungen:
| BF 1: |
| 55,00 Gew.-% |
Methyltriglykol-borat, |
| 43,44 Gew.-% |
Mischung aus Methyltriglykol, Methyltetraglykol, Butyltriglykol und Methyldiglykol, |
| 1,51 Gew.-% |
Mischung aus 1,1'-Iminodipropan-2-ol, Phenothiazin und einem Phosphorsäurester |
| 0,05 Gew.-% |
1H-1,2,3-Tolutriazol |
| BF 2: |
| 68,00 Gew.-% |
Methyltriglykol-borat, |
| 28,84 Gew.-% |
Mischung aus Methyltriglykol, Methyldiglykol, Butyldiglykol und Diglykol, |
| 3,11 Gew.-% |
Mischung aus 1,1'-Iminodipropan-2-ol, Hydroxyanisol und einem Phosphonsäurederivat |
| 0,05 Gew.-% |
1H-1,2,3-Tolutriazol. |
[0031] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten BF 1a und BF 2a unterschieden sich von BF
1 und BF 2 nur dadurch, daß sie anstelle von 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol die
gleiche Menge an 1H-1,2,4-Triazol enthielten; die erfindungsgemäße Bremsflüssigkeit
BF 1b enthielt anstelle von 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol 0,04 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol
und 0,01 Gew.-% Adenin; die erfindungsgemäße Bremsflüssigkeit BF 1c enthielt anstelle
von 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol 0,07 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol (dafür jedoch nur
54,98 Gew.-% Methyltriglykol-borat).
[0032] Die anwendungstechnischen Untersuchungen wurden gemäß dem Kupferkorrosionstest PSA
D 53 5387 in der Version des Jahres 2000 der Firma PSA Peugeot Citroën durchgefuhrt.
Hierbei wird zuerst ein zuvor in Aceton gereinigtes Kupferblech mit einer Gesamtfläche
von 1000 cm2 (Abmessungen: 71,4 cm x 7 cm x 0,05 cm) in Form eines Rundzylinders schneckenförmig
so aufgerollt, daß sich die Metallfläche im Inneren nicht berührt. Das Kupferblech
wird in eine Mischung aus 294 ml Bremsflüssigkeit mit 6 ml destilliertem Wasser gestellt
und für 100 Stunden auf 100°C erhitzt; durch die Flüssigkeit werden pro Stunde 10
Liter Luft geleitet, die zuvor durch auf 2°C gekühltes destilliertes Wasser geleitet
wurde. Nach dem Test wird das Aussehen des wieder aufgerollten Kupferbleches und das
Aussehen der Flüssigkeit optisch beurteilt und der Kupfergehalt der Flüssigkeit ermittelt.
[0033] Die Ergebnisse nach dem beschriebenen Test sind der nachfolgenden Tabelle 1 zu entnehmen.
Tabelle 1:
| |
Cu-Gehalt [mg/kg] |
Cu-Blech, Aussehen |
Flüssigkeit, Aussehen |
pH-Wert |
| BF 1 (Vergleich): |
24 |
starker Belag |
trüb, Ausfällungen |
7,4 |
| BF 1a: |
29 |
blank, kein Belag |
bernsteinfarben, klar |
7,6 |
| BF 1b: |
34 |
blank, kein Belag |
bernsteinfarben, klar |
7,6 |
| BF 1c: |
18 |
blank, kein Belag |
bernsteinfarben, klar |
7,5 |
| BF 2 (Vergleich): |
10 |
starker Belag |
trüb, Ausfällungen |
7,6 |
| BF 2a: |
30 |
blank, kein Belag |
bernsteinfarben, klar |
7,7 |
[0034] Es wird ersichtlich, daß die erfindungsgemäßen Formulierungen im Gegensatz zu herkömmlichen
Bremsflüssigkeiten wie BF 1 und BF 2 nicht nur einen sehr guten Kupferkorrosionsschutz
mit geringem Cu-Gehalt in der Testflüssigkeit bieten, sondern zusätzlich auch eine
belagfreie Metalloberfläche und keine Sedimentbildung in der Bremsflüssigkeit bewirken.
[0035] Die nachfolgend aufgeführten Ergebnisse im Korrosionstest gemäß SAE J 1704 (Jan.
97) belegen außerdem, daß erfindungsgemäße Bremsflüssigkeiten wie BF 2a mit einem
niedrigen 1H-1,2,4-Triazol-Gehalt im Vergleich zu nicht erfindungsgemäßen Formulierungen
wie BF 1d mit einem hohen 1H-1,2,4-Triazol-Gehalt Vorteile bieten, da sie bei Kupfer
ein besseres Korrosionsergebnis zeigen (BF 1d entsprach BF 1, enthielt anstelle von
1H-1,2,3-Tolutriazol jedoch 0,20 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und nur 54,85 Gew.-% Methyltriglykol-borat):
[0036] Die Ergebnisse nach dem Korrosionstest gemäß SAE J 1704 (Jan. 97) sind der nachfolgenden
Tabelle 2 zu entnehmen.
Tabelle 2:
| Metall |
BF 2a Gewichtsänderung [mg/cm2] |
BF 1d (Vergleich) Gewichtsänderung [mg/cm2] |
| Weißblech |
0,00 |
- 0,01 |
| Stahl |
+0,03 |
0,00 |
| Aluminium |
0,00 |
0,00 |
| Grauguß |
+0,05 |
+0,02 |
| Messing |
0,00 |
0,00 |
| Kupfer |
- 0,05 |
- 0,11 |
| Zink |
+0,05 |
+0,04 |
1. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge mit verbessertem Korrosionsschutz, enthaltend
(a) 0,005 bis 0,125 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und
(b) 0 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer weiterer Korrosionsinhibitoren, wobei bei
Mitverwendung von 1H-1,2,3-Benzotriazol und/oder 1H-1,2,3-Tolutriazol und/oder deren
Derivaten das Gew.-Verhältnis von 1H-1,2,4-Triazol zu den genannten 1H-1,2,3-Triazolen
größer als 4:1 sein muß,
sowie weiterhin 0,1 bis 97 Gew.-% eines oder mehrerer Polyglykolether und/oder deren
Borsäureester.
2. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 1, enthaltend 0,005 bis 0,08 Gew.-%
der Komponente (a).
3. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend die Komponente
(a) als alleinigen Korrosionsinhibitor auf Triazol-Basis.
4. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend als Komponente
(b) 0,001 bis 0,5 Gew.-% einer oder mehrerer Verbindungen aus der Gruppe Benzimidazol,
hydriertes 1H-1,2,3-Tolutriazol, Purin, Adenin, 6-Chloropurin, 2,6-Dichloropurin,
6-Methoxypurin, 1H-1,2,3-Triazolo(4,5B)pyryidin, 6-Histaminopurin und 6-Furfurylaminopurin
und gegebenenfalls weitere von (a) verschiedene Korrosionsinhibitoren.
5. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach den Ansprüchen 1 bis 4, enthaltend neben
den Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) weiterhin 0,1 bis 50 Gew.-% eines oder
mehrerer Polyglykole.
1. A brake fluid for motor vehicles having improved corrosion protection, comprising
(a) from 0.005 to 0.125% by weight of 1H-1,2,4-triazole, and
(b) from 0 to 10% by weight of one or more further corrosion inhibitors, where, on
concomitant use of 1H-1,2,3-benzotriazole and/or 1H-1,2,3-tolutriazole and/or derivatives
thereof, the weight ratio between 1H-1,2,4-triazole and said 1H-1,2,3-triazoles must
be greater than 4:1,
and furthermore from 0.1 to 97% by weight of one or more polyglycol ethers and/or
boric acid esters thereof.
2. A brake fluid for motor vehicles as claimed in claim 1, comprising from 0.005 to 0.08%
by weight of component (a).
3. A brake fluid for motor vehicles as claimed in claim 1 or 2, comprising component
(a) as the only triazole-based corrosion inhibitor.
4. A brake fluid for motor vehicles as claimed in claim 1 or 2, comprising, as component
(b), from 0.001 to 0.5% by weight of one or more compounds from the group consisting
of benzimidazole, hydrogenated 1H-1,2,3-tolutriazole, purine, adenine, 6-chloropurine,
2,6-dichloropurine, 6-methoxypurine, 1H-1,2,3-triazolo(4,5-b)pyridine, 6-histaminopurine
and 6-furfurylaminopurine, and, if desired, further corrosion inhibitors other than
(a).
5. A brake fluid for motor vehicles as claimed in any of claims 1 to 4, furthermore comprising,
besides components (a) and, if desired, (b), from 0.1 to 50% by weight of one or more
polyglycols.
1. Liquides de freins pour véhicules automobiles fournissant une protection contre la
corrosion améliorée, contenant
(a) 0,005% à 0,125% en poids de 1H-1,2,4-triazole et
(b) 0% à 10% en poids d'un ou de plusieurs autres inhibiteurs de corrosion, dans le
cas d'une utilisation conjointe de 1H-1,2,3-benzotriazole et/ou de 1H-1,2,3-tolutriazole
et/ou de leurs dérivés, le rapport pondéral du 1H-1,2,4-triazole aux de 1H-1,2,3-triazoles
mentionnés devant être supérieur à 4:1,
ainsi que 0,1% à 97% d'un ou de plusieurs poly(éther de glycol) et/ou leurs esters
d'acides boriques.
2. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon la revendication 1, contenant
0,005% à 0,08% en poids de composant (a).
3. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon la revendication 1 ou 2, contenant
le composant (a) en tant qu'unique inhibiteur de corrosion à base de triazole.
4. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon la revendication 1 ou 2, contenant,
en tant que composant (b), 0,001% à 0,5% en poids d'un ou de plusieurs composés du
groupe formé par le benzimidazole, le 1H-1,2,3-tolutriazole hydrogéné, la purine,
l'adénine, la 6-chloropurine, la 2,6-dichloropurine, la 6-méthoxyopurine, la 1H-1,2,3-triazolo(4,5B)pyridine,
la 6-histaminopurine et la 6-furfurylaminopurine et éventuellement d'autres inhibiteurs
de corrosion différents de (a).
5. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon les revendications 1 à 4, contenant,
outre les composants (a) et éventuellement (b), 0,1% à 50% en poids d'un ou de plusieurs
polyglycols.