(19)
(11) EP 1 379 615 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
29.12.2004  Patentblatt  2004/53

(21) Anmeldenummer: 02759789.7

(22) Anmeldetag:  03.04.2002
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)7C10M 133/44, C10M 169/04
// (C10M169/04, 105:78, 107:34, 133:44, 135:36, 137:02), C10M137:12,(C10N30/12, 40:08)
(86) Internationale Anmeldenummer:
PCT/EP2002/003671
(87) Internationale Veröffentlichungsnummer:
WO 2002/081604 (17.10.2002 Gazette  2002/42)

(54)

HYDRAULISCHE FLÜSSIGKEITEN MIT VERBESSERTEM KORROSIONSSCHUTZ

HYDRAULIC FLUIDS WITH IMPROVED ANTI-CORROSION PROPERTIES

LIQUIDES HYDRAULIQUES A PROPRIETES ANTICORROSION AMELIOREES


(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR

(30) Priorität: 09.04.2001 DE 10117647

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
14.01.2004  Patentblatt  2004/03

(73) Patentinhaber: BASF AKTIENGESELLSCHAFT
67056 Ludwigshafen (DE)

(72) Erfinder:
  • WENDEROTH, Bernd
    69488 Birkenau (DE)
  • ROIDA, Michael
    67165 Waldsee (DE)
  • AYDIN, Bayram
    67063 Ludwigshafen (DE)
  • FIDORRA, Uwe
    67157 Wachenheim (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
EP-A- 0 028 789
WO-A-00/46325
EP-A- 0 454 110
DE-A- 10 026 010
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge mit verbessertem Korrosionsschutz, enthaltend

    (a) 0,005 bis 0,125 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und

    (b) 0 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer weiterer Korrosionsinhibitoren, wobei bei Mitverwendung von 1H-1,2,3-Benzotriazol und/oder 1H-1,2,3-Tolutriazol und/oder deren Derivaten das Gew.-Verhältnis von 1H-1,2,4-Triazol zu den genannten 1H-1,2,3-Triazolen größer als 4:1 sein muß,

    Sowie weiterhin 0,1 bis 97 Gew.-% eines oder mehrerer Polyglykolether und/oder deren Borsäureester.

    [0002] Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge unterliegen hinsichtlich ihrer chemischen und physikalischen Eigenschaften sehr hohen Anforderungen. Entsprechend der bestehenden Normen und Spezifikationen für Bremsflüssigkeiten vom US-Department of Transportation im Federal Motor Vehicle Safety Standard FMVSS-Nr. 116 und der von der Society of Automotive Engineers herausgegebenen Norm SAE J 1704 sollen moderne Bremsflüssigkeiten einerseits über hohe Trockenkochpunkte (Rückflußsiedepunkte, trocken [Equilibrium reflux boiling point, "ERBP"]) sowie hohe Naßkochpunkte (RückfluBsiedepunkte, feucht ["wet ERBP"]) verfügen, andererseits aber auch eine Viskosität aufweisen, die sich innerhalb eines weiten Temperaturbereiches nur wenig ändert.

    [0003] Darüber hinaus bestehen weitergehende Anforderungen aus dem Kreis der Automobilindustrie nach einem verbesserten Korrosionsschutz bei Metallen und Buntmetallen. Korrosionsinhibitoren haben in Bremsflüssigkeiten die Aufgabe, die durch Korrosion verursachte Zerstörung metallischer Werkstoffe zu verhindern.

    [0004] Der Einsatz von 1H-1,2,3-Triazolen wie 1H-1,2,3-Benztriazol oder 1H-1,2,3-Tolutriazol als Korrosionsinhibitoren in hydraulischen Flüssigkeiten bzw. Bremsflüssigkeiten ist seit langem bekannt, beispielsweise aus EP-A 028 789 (1) und EP-A 454 110 (2).

    [0005] In der WO 00/46325 (3) werden Hydraulikflüssigkeiten empfohlen, die eine Kombination aus 1H-1,2,3-Benzotriazol oder dessen Derivaten wie 1H-1,2,3-Tolutriazuol und 1H-1,2,4-Triazol oder dessen Derivaten im Gew.-Verhältnis von 1:4 bis 4:1 als Korrosionsinhibitorsystem enthalten. Zu Vergleichszwecken werden in Tabelle 1 bis 4 von (3) auch Hydraulikflüssigkeiten angegeben, die 1H-1,2,4-Triazol allein in Konzentrationen von 0,15 Gew.-% enthalten; deren korrosionsverhindernde Wirkung ist jedoch nur bei Kupfer akzeptabel.

    [0006] Die im Stand der Technik bekannten Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge sind in Hinblick auf ihre Eigenschaften und insbesondere auf den Korrosionsschutz jedoch noch verbesserungsbedürftig. Es bestand daher die Aufgabe, hydraulische Flüssigkeiten bereitzustelle, welche insbesondere die oben genannten Anforderungen nach einem verbesserten Korrosionsschutz bei Metallen und Buntmetallen erfüllen.

    [0007] Demgemäß wurden die eingangs definierten hydraulischen oder kraftübertragenden Flüssigkeiten gefunden.

    [0008] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, enthalten vorzugsweise 0,005 bis 0,10 Gew.-%, vorzugsweise 0,005 bis 0,08 Gew.-%, insbesondere 0,005 bis 0,06 Gew.-%, der Komponente (a).

    [0009] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, enthalten in einer bevorzugten Ausführungsform die Komponente (a) als alleinigen Korrosionsinhibitor auf Triazol-Basis. Damit ist gemeint, daß Triazole wie 1H-1,2,3-Benzotriazol, 1H-1,2,3-Tolutriazol oder hydriertes 1H-1,2,3-Tolutriazol hierbei ausgeschlossen werden, anorganische und/oder organische Korrosionsinhibitoren anderer Struktur können jedoch anwesend sein.

    [0010] In einer anderen bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, noch bis zu 10 Gew.-%, insbesondere bis zu 5 Gew.-%, eines oder mehrerer weiterer Korrosionsinhibitoren (b), wobei bei Mitverwendung von 1H-1,2,3-Benzotriazol und/oder 1H-1,2,3-Tolutriazol und/oder deren Derivaten das Gew.-Verhältnis von 1H-1,2,4-Triazol zu den genannten 1H-1,2,3-Triazolen größer als 4:1 sein muß.

    [0011] Als weitere Korrosionsinhibitoren (b) kommen hierbei vor allem Alkalimetallsalze von Phosphorsäure und phosphoriger Säure, Fettsäuren wie Capryl-, Laurin-, Palmitin-, Stearin- oder Ölsäure sowie deren Alkalimetallsalze, Ester der Phosphorsäure und der phosphorigen Säure wie Ethylphosphat, Dimethylphosphat, Isopropylphosphat, Diisopropylphosphat, Butylphosphit oder Dimethylphosphit, gegebenenfalls ethoxylierte Mono- und Dialkylamine und deren Salze mit Mineral- und Fettsäuren, z.B. Butylamin, Hexylamin, Octylamin, Isononylamin, Oleylamin, Dipropylamin, Diisopropylamin oder Dibutylamin, gegebenenfalls ethoxylierte Alkanolamine, z.B. Mono-, Di- oder Triethanolamin, N,N'-Di-n-Butylaminoethanol oder 1,1'-Iminodipropan-2-ol, Cyclohexylamin, Benzimidazol und hydriertes Tolutriazol sowie Nitroaromaten, z.B. 3-Nitrobenzaldehyd, in Betracht.

    [0012] Die genannte Korrosionsinhibitoren (b) liegen vorzugsweise in Mengen von 0,001 bis 10 Gew.-%, insbesondere 0,001 bis 5 Gew.-%, in den erfindungsgemäßen hydraulischen Flüssigkeiten, insbesondere Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, vor.

    [0013] In einer besonders bevorzugten Ausführungsform enthalten die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, neben 1H-1,2,4-Triazol (a) als zusätzliche Korrosionsinhibitoren (b) 0,001 bis 5 Gew.-%, insbesondere 0,001 bis 0,5 Gew.-%, einer oder mehrerer Verbindungen aus der Gruppe Benzimidazol, hydriertes 1H-1,2,3-Tolutriazol, Purin, Adenin, 6-Chloropurin, 2,6-Dichloropurin, 6-Methoxypurin, 1H-1,2,3-Triazolo(4,5B)pyridin, 6-Histaminopurin und 6-Furfurylaminopurin und gegebenenfalls weitere von (a) verschiedene Korrosionsinhibitoren. Die genannten Purin-Derivate werden als Buntmetall-Korrosionsinhibitoren für hydraulische Flüssigkeiten bzw. Bremsflüssigkeiten in der deutschen Patentanmeldung Az. P 100 26 010.1 beschrieben.

    [0014] Alle vorstehenden und nachfolgenden Gew.-%-Angaben beziehen sich jeweils auf die Gesamtmenge der Bremsflüssigkeit, sofern nichts anderes angegeben ist. Die Summe aller vorstehend und nachfolgend aufgeführten Komponenten für die erfindungsgemäßen hydraulischen Flüssigkeiten bzw. Bremsflüssigkeiten addiert sich jeweils auf 100 Gew.-%.

    [0015] Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge, die als Korrosionsinhibitoren die genannten Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) enthalten.

    [0016] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge enthalten in einer bevorzugten Ausführungsform neben den Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) weiterhin 0,1 bis 97 Gew.-%, insbesondere 30 bis 97 Gew.-%, vor allem 50 bis 97 Gew.-%, eines oder mehrerer Polyglykolether und/oder deren Borsäureester.

    [0017] Geeignete Polyglykolether sind hierbei vor allem Ethylenglykolmonoalkylether mit bis zu 6 Ethylenoxid-Einheiten und mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen im Alkylrest, wie zum Beispiel Methyldiglykol, Methyltriglykol, Butyltriglykol oder Methyltetraglykol. Weiterhin kommen Ethylenglykol- oder Propylenglykoldialkylether mit bis zu 6 Alkylenoxid-Einheiten und mit jeweils bis zu 4 Kohlenstoffatomen in den Alkylresten in Betracht, wie zum Beispiel Triethylenglykol-dimethylether, Tetraethylenglykol-dimethylether, Diethylenglykol-di-tert.-butylether, Diethylenglykol-dibutylether, Butyldiglykol-tert.-butylether oder Dipropylenglykol-dimethylether.

    [0018] Geeignete Borsäureester der genannten oder von anderen Polyglykolethern sind insbesondere in den Schriften EP-B 013 925 (cyclische Bis-borsäureester), DE-C 28 04 535 (stickstoffhaltige Borsäureester), DE-A 24 38 038 (Borsäure-Alkylenglykol-Monoalkylether-Ester) und DE-B 17 68 933 (Borsäure-tris-alkoxyalkylester) beschrieben.

    [0019] Anstelle der genannten Polyglykolether und/oder deren Borsäureester können die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge als Hauptkomponente auch solche auf Basis von Carbonsäureestern, Mineralölen oder Silikonölen enthalten.

    [0020] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge enthalten in einer weiteren bevorzugten Ausführungsform neben den Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) weiterhin 0,1 bis 50 Gew.-%, insbesondere 1 bis 40 Gew.-%, vor allem 5 bis 30 Gew.-%, eines oder mehrerer Polyglykole.

    [0021] Geeignete Polyglykole sind hierbei vor allem höhersiedende Umsetzungsprodukte von Ethylenoxid und/oder Propylenoxid und/oder Butylenoxid mit Wasser oder Diolen, insbesondere finden entsprechende Umsetzungsprodukte von Gemischen aus Ethylenoxid und Propylenoxid mit Wasser Verwendung. Die Anzahl der Alkylenoxid-Einheiten in solchen Polyglykolen beträgt normalerweise 2 bis 10.

    [0022] Die Wirkung dieser hochsiedenden Polyglykole ist die eines Schmiermittels, was im wesentlichen auf eine Verbesserung des Temperatur-Viskositäts-Verhaltens zurückzuführen ist. Die Polyglykole verleihen den dünnflüssigen Polyglykolethern bei hohen Temperaturen genügend Viskosität und sorgen damit für eine ausreichende Schmierung. Eine genügende Schmierung ist deshalb in den Bauteilen des Kraftfahrzeug-Bremssystems notwendig, da dort Gummi oder Elastomere auf Metall möglichst verschleißfrei gleiten müssen.

    [0023] Weitere Komponenten und Hilfsmittel in den erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge können übliche Antioxidationsmittel wie z.B. Phenothiazin und/oder solche auf Phenolbasis, und übliche Entschäumer sein.

    [0024] Außerdem können die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten die in WO 00/65001 aufgeführten cyclischen Carbonsäurederivate enthalten, welche als Komponenten zur Erniedrigung der Tieftemperaturviskosität in Anwesenheit von Wasser geeignet sind.

    [0025] Das Vorliegen der genannten geringen Menge an 1H-1,2,4-Triazol sorgt in hervorragender Weise dafür, daß die erfindungsgemäßen. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge den eingangs genannten Anforderungen gerecht werden und daß insbesondere ein gegenüber dem Stand der Technik generell gutes Korrosionsverhalten, d.h. ein verbesserter Korrosionsschutz bei Metallen wie Eisen, Stahl, Weißblech, Gußeisen (Grauguß), Blei, Zinn, Chrom, Zink, Aluminium, Magnesium und deren Legierungen und bei Lötmetallen, beispielsweise Lötzinn, sowie bei Buntmetallen wie Kupfer und deren Legierungen, beispielsweise Messing, bewirkt wird.

    [0026] Weitere Vorteile der erfindungsgemäßen. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge sind deren günstige Tieftemperaturviskosität, eine gute Wasserverträglichkeit, ein schonender pH-Wert, eine gute Kälte-, Hochtemperatur-und Oxidationsstabilität sowie eine gute chemische Stabilität, eine günstiges Verhalten (d.h. eine gute Verträglichkeit) gegenüber Werkstoffen wie Kautschuken, Kunststoffen, Leimfugen, Fiber-, Elastomeren- und Gummidichtungen und ähnlichen Materialien sowie ein gutes Schmierverhalten.

    [0027] Nicht zuletzt ist der Einsatz einer nur geringen Menge an 1H-1,2,4-Triazol in den erfindungsgemäßen. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge sowohl ökonomisch als auch ökologisch vorteilhaft.

    [0028] Die nachfolgenden Beispiele sollen die vorliegende Erfindung erläutern, ohne sie zu beschränken.

    Anwendungstechnische Beispiele



    [0029] Basierend auf den marktüblichen DOT 4- bzw. DOT 5.1-Bremsflüssigkeiten BF 1 (ERBP: 267°C, wet ERBP: 173°C, kinematische Viskosität bei -40°C: 676 cSt) und BF 2 (ERBP: 263°C, wet ERBP: 181°C, kinematische Viskosität bei -40°C: 850 cSt) mit jeweils 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol als Buntmetallkorrosionsinhibitor wurden im Vergleich dazu die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten BF 1a, BF 1b, BF 1c und BF 2a geprüft.

    [0030] Die verwendeten Kraftfahrzeug-Bremsflüssigkeiten hatten folgende Zusammensetzungen:
    BF 1:
    55,00 Gew.-% Methyltriglykol-borat,
    43,44 Gew.-% Mischung aus Methyltriglykol, Methyltetraglykol, Butyltriglykol und Methyldiglykol,
    1,51 Gew.-% Mischung aus 1,1'-Iminodipropan-2-ol, Phenothiazin und einem Phosphorsäurester
    0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol
    BF 2:
    68,00 Gew.-% Methyltriglykol-borat,
    28,84 Gew.-% Mischung aus Methyltriglykol, Methyldiglykol, Butyldiglykol und Diglykol,
    3,11 Gew.-% Mischung aus 1,1'-Iminodipropan-2-ol, Hydroxyanisol und einem Phosphonsäurederivat
    0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol.


    [0031] Die erfindungsgemäßen Bremsflüssigkeiten BF 1a und BF 2a unterschieden sich von BF 1 und BF 2 nur dadurch, daß sie anstelle von 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol die gleiche Menge an 1H-1,2,4-Triazol enthielten; die erfindungsgemäße Bremsflüssigkeit BF 1b enthielt anstelle von 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol 0,04 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und 0,01 Gew.-% Adenin; die erfindungsgemäße Bremsflüssigkeit BF 1c enthielt anstelle von 0,05 Gew.-% 1H-1,2,3-Tolutriazol 0,07 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol (dafür jedoch nur 54,98 Gew.-% Methyltriglykol-borat).

    [0032] Die anwendungstechnischen Untersuchungen wurden gemäß dem Kupferkorrosionstest PSA D 53 5387 in der Version des Jahres 2000 der Firma PSA Peugeot Citroën durchgefuhrt. Hierbei wird zuerst ein zuvor in Aceton gereinigtes Kupferblech mit einer Gesamtfläche von 1000 cm2 (Abmessungen: 71,4 cm x 7 cm x 0,05 cm) in Form eines Rundzylinders schneckenförmig so aufgerollt, daß sich die Metallfläche im Inneren nicht berührt. Das Kupferblech wird in eine Mischung aus 294 ml Bremsflüssigkeit mit 6 ml destilliertem Wasser gestellt und für 100 Stunden auf 100°C erhitzt; durch die Flüssigkeit werden pro Stunde 10 Liter Luft geleitet, die zuvor durch auf 2°C gekühltes destilliertes Wasser geleitet wurde. Nach dem Test wird das Aussehen des wieder aufgerollten Kupferbleches und das Aussehen der Flüssigkeit optisch beurteilt und der Kupfergehalt der Flüssigkeit ermittelt.

    [0033] Die Ergebnisse nach dem beschriebenen Test sind der nachfolgenden Tabelle 1 zu entnehmen.
    Tabelle 1:
      Cu-Gehalt [mg/kg] Cu-Blech, Aussehen Flüssigkeit, Aussehen pH-Wert
    BF 1 (Vergleich): 24 starker Belag trüb, Ausfällungen 7,4
    BF 1a: 29 blank, kein Belag bernsteinfarben, klar 7,6
    BF 1b: 34 blank, kein Belag bernsteinfarben, klar 7,6
    BF 1c: 18 blank, kein Belag bernsteinfarben, klar 7,5
    BF 2 (Vergleich): 10 starker Belag trüb, Ausfällungen 7,6
    BF 2a: 30 blank, kein Belag bernsteinfarben, klar 7,7


    [0034] Es wird ersichtlich, daß die erfindungsgemäßen Formulierungen im Gegensatz zu herkömmlichen Bremsflüssigkeiten wie BF 1 und BF 2 nicht nur einen sehr guten Kupferkorrosionsschutz mit geringem Cu-Gehalt in der Testflüssigkeit bieten, sondern zusätzlich auch eine belagfreie Metalloberfläche und keine Sedimentbildung in der Bremsflüssigkeit bewirken.

    [0035] Die nachfolgend aufgeführten Ergebnisse im Korrosionstest gemäß SAE J 1704 (Jan. 97) belegen außerdem, daß erfindungsgemäße Bremsflüssigkeiten wie BF 2a mit einem niedrigen 1H-1,2,4-Triazol-Gehalt im Vergleich zu nicht erfindungsgemäßen Formulierungen wie BF 1d mit einem hohen 1H-1,2,4-Triazol-Gehalt Vorteile bieten, da sie bei Kupfer ein besseres Korrosionsergebnis zeigen (BF 1d entsprach BF 1, enthielt anstelle von 1H-1,2,3-Tolutriazol jedoch 0,20 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und nur 54,85 Gew.-% Methyltriglykol-borat):

    [0036] Die Ergebnisse nach dem Korrosionstest gemäß SAE J 1704 (Jan. 97) sind der nachfolgenden Tabelle 2 zu entnehmen.
    Tabelle 2:
    Metall BF 2a Gewichtsänderung [mg/cm2] BF 1d (Vergleich) Gewichtsänderung [mg/cm2]
    Weißblech 0,00 - 0,01
    Stahl +0,03 0,00
    Aluminium 0,00 0,00
    Grauguß +0,05 +0,02
    Messing 0,00 0,00
    Kupfer - 0,05 - 0,11
    Zink +0,05 +0,04



    Ansprüche

    1. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge mit verbessertem Korrosionsschutz, enthaltend

    (a) 0,005 bis 0,125 Gew.-% 1H-1,2,4-Triazol und

    (b) 0 bis 10 Gew.-% eines oder mehrerer weiterer Korrosionsinhibitoren, wobei bei Mitverwendung von 1H-1,2,3-Benzotriazol und/oder 1H-1,2,3-Tolutriazol und/oder deren Derivaten das Gew.-Verhältnis von 1H-1,2,4-Triazol zu den genannten 1H-1,2,3-Triazolen größer als 4:1 sein muß,

    sowie weiterhin 0,1 bis 97 Gew.-% eines oder mehrerer Polyglykolether und/oder deren Borsäureester.
     
    2. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 1, enthaltend 0,005 bis 0,08 Gew.-% der Komponente (a).
     
    3. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend die Komponente (a) als alleinigen Korrosionsinhibitor auf Triazol-Basis.
     
    4. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach Anspruch 1 oder 2, enthaltend als Komponente (b) 0,001 bis 0,5 Gew.-% einer oder mehrerer Verbindungen aus der Gruppe Benzimidazol, hydriertes 1H-1,2,3-Tolutriazol, Purin, Adenin, 6-Chloropurin, 2,6-Dichloropurin, 6-Methoxypurin, 1H-1,2,3-Triazolo(4,5B)pyryidin, 6-Histaminopurin und 6-Furfurylaminopurin und gegebenenfalls weitere von (a) verschiedene Korrosionsinhibitoren.
     
    5. Bremsflüssigkeiten für Kraftfahrzeuge nach den Ansprüchen 1 bis 4, enthaltend neben den Komponenten (a) und gegebenenfalls (b) weiterhin 0,1 bis 50 Gew.-% eines oder mehrerer Polyglykole.
     


    Claims

    1. A brake fluid for motor vehicles having improved corrosion protection, comprising

    (a) from 0.005 to 0.125% by weight of 1H-1,2,4-triazole, and

    (b) from 0 to 10% by weight of one or more further corrosion inhibitors, where, on concomitant use of 1H-1,2,3-benzotriazole and/or 1H-1,2,3-tolutriazole and/or derivatives thereof, the weight ratio between 1H-1,2,4-triazole and said 1H-1,2,3-triazoles must be greater than 4:1,

    and furthermore from 0.1 to 97% by weight of one or more polyglycol ethers and/or boric acid esters thereof.
     
    2. A brake fluid for motor vehicles as claimed in claim 1, comprising from 0.005 to 0.08% by weight of component (a).
     
    3. A brake fluid for motor vehicles as claimed in claim 1 or 2, comprising component (a) as the only triazole-based corrosion inhibitor.
     
    4. A brake fluid for motor vehicles as claimed in claim 1 or 2, comprising, as component (b), from 0.001 to 0.5% by weight of one or more compounds from the group consisting of benzimidazole, hydrogenated 1H-1,2,3-tolutriazole, purine, adenine, 6-chloropurine, 2,6-dichloropurine, 6-methoxypurine, 1H-1,2,3-triazolo(4,5-b)pyridine, 6-histaminopurine and 6-furfurylaminopurine, and, if desired, further corrosion inhibitors other than (a).
     
    5. A brake fluid for motor vehicles as claimed in any of claims 1 to 4, furthermore comprising, besides components (a) and, if desired, (b), from 0.1 to 50% by weight of one or more polyglycols.
     


    Revendications

    1. Liquides de freins pour véhicules automobiles fournissant une protection contre la corrosion améliorée, contenant

    (a) 0,005% à 0,125% en poids de 1H-1,2,4-triazole et

    (b) 0% à 10% en poids d'un ou de plusieurs autres inhibiteurs de corrosion, dans le cas d'une utilisation conjointe de 1H-1,2,3-benzotriazole et/ou de 1H-1,2,3-tolutriazole et/ou de leurs dérivés, le rapport pondéral du 1H-1,2,4-triazole aux de 1H-1,2,3-triazoles mentionnés devant être supérieur à 4:1,

    ainsi que 0,1% à 97% d'un ou de plusieurs poly(éther de glycol) et/ou leurs esters d'acides boriques.
     
    2. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon la revendication 1, contenant 0,005% à 0,08% en poids de composant (a).
     
    3. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon la revendication 1 ou 2, contenant le composant (a) en tant qu'unique inhibiteur de corrosion à base de triazole.
     
    4. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon la revendication 1 ou 2, contenant, en tant que composant (b), 0,001% à 0,5% en poids d'un ou de plusieurs composés du groupe formé par le benzimidazole, le 1H-1,2,3-tolutriazole hydrogéné, la purine, l'adénine, la 6-chloropurine, la 2,6-dichloropurine, la 6-méthoxyopurine, la 1H-1,2,3-triazolo(4,5B)pyridine, la 6-histaminopurine et la 6-furfurylaminopurine et éventuellement d'autres inhibiteurs de corrosion différents de (a).
     
    5. Liquides de freins pour véhicules automobiles selon les revendications 1 à 4, contenant, outre les composants (a) et éventuellement (b), 0,1% à 50% en poids d'un ou de plusieurs polyglycols.