| (19) |
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(11) |
EP 1 381 719 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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20.02.2013 Patentblatt 2013/08 |
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Anmeldetag: 26.03.2002 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC):
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| (86) |
Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/EP2002/003364 |
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Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 2002/077334 (03.10.2002 Gazette 2002/40) |
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| (54) |
THERMOPLASTISCHES MONOFILAMENT FÜR BORSTEN
THERMOPLASTIC MONOFILAMENT FOR BRISTLES
MONOFILAMENT THERMOPLASTIQUE POUR POILS DE BROSSES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH CY DE DK ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE TR |
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Priorität: |
28.03.2001 DE 10115556
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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21.01.2004 Patentblatt 2004/04 |
| (73) |
Patentinhaber: Pedex GmbH |
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69483 Wald-Michelbach (DE) |
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Erfinder: |
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- WEIHRAUCH, Georg
69483 Wald-Michelbach (DE)
- PUSCH, Hans-Ulrich
64385 Reichelsheim-Laudenau (DE)
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| (74) |
Vertreter: Lasch, Hartmut et al |
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LICHTI - Patentanwälte
Postfach 41 07 60 76207 Karlsruhe 76207 Karlsruhe (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
WO-A-97/14830 US-A- 4 507 361
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DD-A- 103 933
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- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 015, no. 413 (C-0877), 22. Oktober 1991 (1991-10-22)
& JP 03 172132 A (SANRAIN:KK), 25. Juli 1991 (1991-07-25)
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein thermoplastisches Monofilament für Borsten, die im Gebrauchszustand
erhöhter Feuchtigkeit ausgesetzt sind.
[0002] Borsten aus thermoplastischen Kunststoffen werden für Bürsten unterschiedlicher Art,
für Pinsel und dergleichen eingesetzt. Dabei sind sie sehr unterschiedlichen Beanspruchungen
physikalischer und chemischer Art ausgesetzt, die einerseits aus ihrem funktionellen
Einsatz beim Bürsten, Streichen, Polieren, beim Applizieren von Medien oder dergleichen,
andererseits aus den unmittelbar beim Gebrauch oder am Gebrauchsort herrschenden Bedingungen
resultieren. Zu letzteren sind insbesondere die beim Gebrauch eingesetzten Hilfsmedien,
wie Reinigungsmittel, Putzmittel, Kosmetika, Wasser oder dergleichen zu nennen. Als
Umgebungsbedingungen am Gebrauchsort sind insbesondere eine erhöhte Luftfeuchtigkeit
zu nennen, die in Wechselwirkung mit feuchten Hilfsmedien dazu beiträgt, dass die
feuchten Hilfsmedien nicht trocknen.
[0003] Borsten müssen daher ein Eigenschaftsprofil aufweisen, das diesen sehr unterschiedlichen
Anforderungen genügt. Dies sei beispielhaft an einer Zahnbürste erläutert, bei der
die unterschiedlichen Anforderungen deshalb besonders deutlich werden, weil die Borsten
zunächst einen extrem kleinen Durchmesser aufweisen, der etwa zwischen 0,05 und 0,4mm
liegt. Weiterhin sind die Borsten in geringem Abstand voneinander angeordnet und in
Bündeln sogar dicht gepackt. Auf der anderen Seite müssen Borsten für Zahnbürsten
ein gutes hohes Biegeverhalten zeigen, um einerseits im rein elastischen Bereich ausweichen
und andererseits wieder ohne Verformung in die Ausgangslage zurückkehren zu können
(Wiederaufrichtvermögen). Aufgrund der Vielzahl von Bewegungsformen und des je nach
Benutzer individuellen Andrucks beim Zähneputzen müssen die Borsten unter Berücksichtigung
einer angemessenen Nutzungsdauer eine gute Biegewechselfestigkeit und Dauerfestigkeit
besitzen. Ferner muss der Kunststoff so beschaffen sein, dass die Borste sich in mechanischen
oder thermischen Fertigungsprozessen verarbeiten läßt, wozu insbesondere die Befestigung
der Borsten am Borstenträger zählt. Schließlich müssen sich die Borsten am Nutzungsende
verrunden lassen, um einerseits eine schonende, gleichwohl aber ausreichende Bürstwirkung
auf den Zahnoberflächen und in den Interdentalräumen zu erzeugen, ohne andererseits
den Zahnschmelz durch zu große Härte, durch Kanten oder dergleichen zu beeinträchtigen
oder das Zahnfleisch zu verletzen.
[0004] Wegen des notwendigerweise dichten Borstenbesatzes bei einer Zahnbürste sind die
Borsten aufgrund der verwendeten Hilfsmedien, wie Zahnputzmittel, Wasser etc, wie
aber auch durch die am Gebrauchsort, z.B. im Badezimmer herrschende erhöhte Luftfeuchtigkeit,
ständig mit Feuchtigkeit belastet, zumal ein Abtrocknen wegen des dichten Borstenbesatzes
einerseits und der Umgebungsbedingungen andererseits nur über einen sehr langen Zeitraum
möglich wäre.
[0005] Mit der erhöhten Feuchtigkeit geht eine Schwächung der Borste einher, die schon bei
den früher verwendeten Naturborsten erkannt worden war. Schon damals wurde der Versagensfall
als "wet breakdown" bezeichnet (
US 2 309 021). Bei Naturborsten beruht dieser Versagensfall vornehmlich darauf, dass sie bereits
anläßlich des Verarbeitungsprozesses durch Wasch- und Reinigungsvorgänge ihres natürlichen
Fettes verlustig gehen, das am lebenden Tier hydrophobierend wirkt. Unterstützt wird
dieser Vorgang bei einer Zahnbürste noch durch hydrolytische Wechselwirkungen zwischen
Zahnputzmitteln und Borste sowie durch abrassive Partikel in den Zahnputzmitteln.
Diesem "wet breakdown" versuchte man durch chemische Oberflächenbehandlung der Naturborste
zu begegnen.
[0006] Aus den genannten Gründen konnten bei Zahnbürsten Naturfasern erst dann in bedeutsamem
Umfang durch synthetische Kunststoffe ersetzt werden, als entsprechend hochwertige
Thermoplaste zur Verfügung standen. Heute werden Borsten für Zahnbürsten ausschließlich
aus Polyamiden hochwertiger Qualitäten, wie insbesondere PA 6.10 oder 6.12. eingesetzt.
Diese Polyamid-Qualitäten sind entsprechend teuer, und zwar nicht zuletzt deshalb,
weil diese hochwertigen Polyamide aus Kostengründen anderweitig nicht einsetzbar sind.
[0007] Hochwertige Polyamide erfüllen zwar in hervorragender Weise die Festigkeitsanforderungen,
sind jedoch dafür bekannt, dass sie in nicht unerheblichem Umfang Feuchtigkeit aufnehmen
und dadurch ihre günstigen Festigkeitswerte teilweise einbüßen. Diese Verschlechterung
der Festigkeitseigenschaften führt umso eher zum Versagen der Borste, je kleiner deren
Durchmesser ist, da die Feuchtigkeit schnell bis in den Kern der Borste penetriert.
Heute werden Zahnbürsten häufig anhand der Härte ihrer Borsten ausgelobt, beispielsweise
als weich (soft), mittel (medium) oder hart, wofür in erster Linie der Borstendurchmesser
verantwortlich ist. Diese Qualitätsstufung trifft wegen der Feuchtebelastung nach
einiger Nutzungsdauer nicht mehr zu. Mit der Feuchteaufnahme und der Speicherung von
Feuchtigkeit in den Borstenzwischenräumen gehen erhebliche hygienische Probleme einher,
da die Feuchtigkeit das Bakterienwachstum fördert, das wiederum längere Trockenzeiten
erzwingen würde, die in der Praxis aber nicht eingehalten werden können (U.S. News
& World Report 12.10.87, Seite 88).
[0008] Es hat deshalb nicht an Versuchen gefehlt, Borsten aus anderen thermoplastischen
Monofilamenten, die sich bereits bei Bürsten anderer Art bewährt haben, einzusetzen.
Hier sind insbesondere Borsten aus thermoplastischen Polyestern zu nennen, die ein
vergleichbares Biegeverhalten und Biegewechselverhalten zeigen, sich aber bei Zahnbürsten
bisher nicht durchsetzen konnten. Grund hierfür ist zum einen die größere Härte und
die damit verbundene Verletzungsgefahr von Zahnfleisch und Zahnschmelz. Sie neigen
ferner zum Spleißen und zur Gratbildung bei der mechanischen Verarbeitung, insbesondere
beim Verrunden der nutzungsseitigen Enden. Schließlich zeigen sie eine stärke Schmutzbindung,
lassen sich also durch Ausspülen der Zahnbürste nur schlecht reinigen.
[0009] Ein gattungsgemäßes thermoplastisches Monofilament in Form eines wenigstens zweischichtigen
Koextrudates für Borsten ist in der
WO97/14830 A beschrieben und besitzt einen Kern und einen Mantel, wobei der Kern und/oder der
Mantel aus einer Polymermischung aus Polyamid (PA) und einem thermoplastischen Polyester
(PE) bestehen kann. Über bestimmte Mischungsverhältnisse PA/PE ist in dieser Druckschrift
jedoch nichts ausgesagt.
[0010] Aus der
DD 103933 A ist eine Borste aus einer Mischung aus Polyamid (PA) und einem thermoplastischen
Polyester (PE) bekannt, wobei das Mischungsverhältnis PA/PE zwischen 95/5 bis 50/50
Mass% liegen soll. Bei den Borsten handelt es sich jedoch nicht um ein Koextrudat.
[0011] Die
US 4,507,361 beschreibt eine Borste aus einer thermoplastischen Matrix, in der abrasive Füllmaterialien
verteilt sind. Es handelt sich dabei nicht um ein Koextrudat, sondern um eine im 1-Komponenten-Verfahren
hergestellte Borste, wobei die thermoplastische Matrix aus 70% bis 90% Polyethylenterephtalat
(PET) und 10 bis 30% Polyamid (PA) bestehen kann.
[0012] In der Textiltechnik sind koextrudierte Filamente bekannt (
EP 0 763 611 A1), die aus einem Polyester-Kern und einem Polyamid-Mantel bestehen, doch stehen hier
andere Eigenschaftsprofile im Vordergrund als dies bei Borsten der Fall ist.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Monofilament für Borsten vorzuschlagen,
dessen Eigenschaftsprofil sich bei reduzierten Werkstoffkosten an die gewünschten
funktionell-technischen Anforderungen und an die Umgebungsbedingungen bei Gebrauch
optimal anpassen läßt.
[0014] Diese Aufgabe wird an einem das Ausgangsmaterial für Borsten bildenden thermoplastischen
Monofilament in Form eines wenigstens zweischichtigen Koextrudates mit den Merkmalen
des Anspruchs 1 gelöst. Dabei weist das Koextrudat einen Kern und einen Mantel auf,
wobei zumindest der Mantel aus einer Polymermischung aus wenigstens einem Polyamid
(PA) und wenigstens einem thermoplastischen Polyester (PE) besteht, wobei das Mischungsverhältnis
PA/PE einen PA-Anteil von 10 bis 30% Mass% und einen PE-Anteil von 70 bis 90% Mass%
enthält.
[0015] Das konkrete Mischungsverhältnis (PA/PE) wird entsprechend den für den Gebrauch der
Borste maßgeblichen technischfunktionellen Eigenschaften einerseits und den am Gebrauchsort
für die Funktion der Borste maßgeblichen Umgebungsbedingungen andererseits ausgewählt.
[0016] Mit wenigen Ausnahmen bilden Mischungen von Polymere (Polymer-Blend) Mehrphasensysteme
wie sie auch von Metallegierungen bekannt sind. Sie verhalten sich somit in Mischung
anders als viele niedermolekulare Stoffe, die beispielsweise in Lösung gehen und ein
Einphasesystem bilden. Die Ursache liegt in molekularen Wechselwirkungen aufgrund
von Van der Waals-, Dipol- und Wasserstoffbrückenkräften, die bei gleichartiger Makromolekülen
wirksamer sind als zwischen unterschiedlichen Polymeren in der Mischphase. Ferner
spielt der Grad der Verschlaufung der Makromoleküle und der Entropiegewinn beim Mischen
eine Rolle, der auch aufgrund sterischer Effekte bei Makromolen geringer ist als bei
niedermolekularen Stoffen.
[0017] Bei Blends aus thermoplastischem Polyester und Polyamiden wirken sich polare Gruppen
beider Polymere positiv auf die Mischbarkeit aus. Die unterschiedlichen Segmentlängen
begründen die Tendenz zur Mehrphasigkeit. Diese ist dann durchaus erwünscht, wenn
bei ausreichend hohen Bindungskräften die technisch-physikalischen und chemischen
Eigenschaften der an der Mischung beteiligten Komponenten erhalten bleiben, was bei
einem PA/PE-Blend gegeben ist. Der Grund liegt darin, dass die Morphologie der Mischphase
PA/PE im Gegensatz zu homogenen Blends weitgehend die den Komponenten eigene Kristallinität
zeigt, so dass die positiven Eigenschaften der den Blend bildenden Polymere erhalten
bleiben. PA/PE-Blends zeigen an einem Filament eine geringere Steifigkeit als reine
Polyester, umgekehrt aber ein besseres Dämpfungsverhalten, das eher dem von Nylon
entspricht. Ferner zeigt die Mischphase dispersionsartigen Charakter, womit sich eine
bessere Schlagzähigkeit gegenüber den reinen Mischungskomponenten erklären läßt.
[0018] Die Anteile der Polymere an dem Blend für die Extrusion des thermoplastischen Monofilamentes
lassen sich auf das Anforderungsprofil der Borste optimal einstellen. So lassen sich
das Biegeverhalten und das Wiederaufrichtvermögen in Anpassung an Borstendurchmesser
und -länge sowie an die konkrete Nutzungsart der Borste (Zahnbürsten, Massagebürsten,
Handbürsten, Kosmetikbürsten, Pinsel etc.) einstellen. Ebenso kann sie sich den am
Gebrauchsort herrschenden physikalischen und chemischen Bedingungen aufgrund der dort
verwendeten Medien (Zahnputzmittel, Putzmittel, Wasser etc.) und den herrschenden
Umgebungsbedingungen (trockene oder feuchte Atmosphäre, Feuchterückhaltung im Borstenbesatz
etc.) anpassen.
[0019] Das Mischungsverhältnis PA/PE kann in den genannten Grenzen variiert werden, ohne
dass die Stabilität der Mischphase nennenswert beeinträchtigt wird.
[0020] Steht die Biegefestigkeit ("bending strength") und deren Konstanz über die Nutzungsdauer
auch unter extrem feuchten Bedingungen im Vordergrund des Anforderungsprofils, wird
man den PE-Anteil zu Ungunsten des PA-Anteils anheben. Ein gleichwohl angemessener
PA-Anteil sorgt für ein verbessertes Wiederaufrichtvermögen im trockenen Zustand ("bend
recovery"). Umgekehrt wird das Wiederaufrichtvermögen bei extrem feuchten Umgebungsbedingungen
durch einen hohen PA-Anteil eher ungünstig beeinflußt, was sich aus der größeren Wasseraufnahme
von PA erklärt. Stehen die Gleitfähigkeit der Borste und die Effektivität der Reinigung
(Abriebverhalten) im Vordergrund, wird man den PA-Anteil auf Kosten des PE-Anteils
erhöhen, womit zugleich eine schonendere Behandlung der zu reinigenden Fläche und
ihrer Umgebung (z.B. des Zahnschmelzes, des Zahnfleisches) einhergeht. Ein optimiertes
Mischungsverhältnis PA/PE, das zumindest dem bei Zahnbürsten üblichen Anforderungsprofil
am ehesten entspricht, liegt bei einem PA-Anteil zwischen 10 und 30 Mass% bzw. einem
PE-Anteil von 70 bis 90 Mass%.
[0021] Ferner läßt sich das Mischungsverhältnis an die Borstengeometrie unter Berücksichtigung
der Umgebungsbedingungen am Gebrauchsort anpassen. So wird man den PE-Anteil am Mischungsverhältnis
umso höher ansetzen, je kleiner der Querschnitt der Borste ist, um der Penetration
von Feuchtigkeit in den dünnen Querschnitt und der hiermit einhergehenden Beeinträchtigung
des Biegeverhaltens und des Wiederaufrichtvermögens vorzubeugen.
[0022] Unabhängig von der Geometrie der Borste empfiehlt sich eine Anhebung des PE-Anteils
auf Kosten des PA-Anteils je stärker und/oder andauernder die Feuchteinwirkung am
Gebrauchsort der Borste ist. Diese Empfehlung hat jedoch keinen zwingenden Charakter,
da in bestimmten Anwendungsfällen die Feuchtigkeitsaufnahme der Borste erwünscht ist,
um flüssige Wirkmedien besser an die Borste zu binden.
[0023] Das thermoplastische Polyester ist vorzugsweise ein Polyalkylenterephthalat (PAT),
wobei insbesondere Polyetylenterephthalat (PET) oder Polybutylenterephthalat (PBT)
oder eine Mischung derselben in Frage kommen.
[0024] Diese thermoplastischen Polyester sind nicht nur hinsichtlich ihrer technologischen
Eigenschaften für Borsten besonders geeignet, sondern darüber hinaus wesentlich preisgünstiger
als die bisher für Zahnbürsten-Borsten verwendeten hochwertigen Polyamide wie PA 6.12.
[0025] Ein hoher Anteil von PAT gibt ferner die Möglichkeit hochwertiges PA zumindest teilweise
durch geringerwertiges und kostengünstiges PA wie PA 6 zu ersetzen.
[0026] So kann die Polyamid-Komponente der Mischung beispielsweise aus der Gruppe der höherwertigeren
Polyamide, wie PA 6.10, PA 6.12, PA 11, PA 12 einerseits und der Gruppe geringerwertiger
Polyamide, wie PA 6, PA 6.6 andererseits ausgewählt werden unter Beachtung der Forderung,
dass die Mischphase eine ausreichende Stabilität aufweisen muß.
[0027] Das Koextrudat kann die beiden Schichten in konzentrischer Form, also in Form eines
Kerns und eines Mantels aufweisen. Stattdessen kann das Koextrudat auch mehrere Monofile
aufweisen, die in einer den Außenquerschnitt des Monofilaments bestimmenden zweiten
Schicht eingebettet sind. Ferner kann da Koextrudat aus einem Kern bestehen, der nur
einen Teil des Umfangs bestimmt, während die zweite Schicht den Umfang vervollständigende
Segmente bildet, beispielsweise einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt aufweisen,
der überwiegend von der einen Schicht und nur in den Ecken von der anderen Schicht
gebildet ist.
[0028] Unabhängig von der konkreten Geometrie des Koextrudates, dessen eine Schicht von
der Polymermischung der erfindungsgemäßen Art gebildet wird, kann die zweite Schicht
aus einem einzigen Polyamid oder einer Mischung von Polyamiden bestehen, wie umgekehrt
auch die zweite Schicht aus einem thermoplastischen Polyester oder einer Mischung
solcher Polyester gebildet sein kann.
[0029] Besteht das Koextrudat aus einem Kern und einem Mantel, so ist vorzugsweise vorgesehen,
dass der Kern aus einem PAT oder einer Mischung von Polyalkylenestern besteht, während
der Mantel aus einem Polyamid oder einer Polyamidmischung gebildet ist.
[0030] Im Falle einer Borste für Zahnbürsten bestimmt der Kern im wesentlichen das Biegeverhalten
und das Wiederaufrichtvermögen, während der Mantel im wesentlichen für die Bürstwirkung,
für das Verteilen von Auftragsmedien oder Reinigungsmedien verantwortlich ist. Eine
solche Borste weist zwar im Mantel eine erhöhte Wasseraufnahme auf, doch wirkt sich
diese auf die Festigkeitseigenschaft nicht oder nur unwesentlich aus, da diese maßgeblich
durch den Kern mit seiner erheblich reduzierten Feuchtigkeitsaufnahme bestimmt wird.
[0031] Es kann der Kern auch nur aus einem thermoplastischen Polyester oder einer Polyestermischung
bestehen, da er an der Bürstwirkung nicht unmittelbar beteiligt ist, während der Mantel
aus der erfindungsgemäßen Polymermischung besteht. Ferner kann die erfindungsgemäße
Polymermischung sowohl im Kern als auch im Mantel vorhanden sein, wobei im Kern das
Mischungsverhältnis zugunsten des PE- bzw. PAT-Anteils, im Mantel zugunsten des PA-Anteils
angehoben sein kann.
[0032] Schließlich kann der Kern als Hohlkern ausgebildet sein, um Medien aufzunehmen und
am freien Ende der Borste abzugeben.
[0033] Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, dass eine aus Kern und Mantel bestehende
Borste dann, wenn der Mantel aus der erfindungsgemäßen Polymermischung besteht, die
mechanische Bearbeitung der Borstenenden zu einer besseren Qualität führt, insbesondere
ein einwandfreies Verrunden ohne Kantenbildung ermöglicht.
1. Thermoplastisches Monofilament in Form eines wenigstens zweischichtigen Koextrudates
für Borsten, die im Gebrauchszustand erhöhter Feuchtigkeit ausgesetzt sind, wobei
das Koextrudat einen Kern und einen Mantel aufweist und zumindest der Mantel aus einer
Polymermischung aus wenigstens einem Polyamid (PA) und wenigstens einem thermoplastischen
Polyester (PE) besteht, wobei das Mischungsverhältnis PA/PE einen PA-Anteil von 10
bis 30 Mass% und einen PE-Anteil von 70 bis 90 Mass% enthält.
2. Monofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Polyamid (PA) eine Mischung aus hochwertigem Polyamid und geringerwertigem Polyamid
ist.
3. Monofilament nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyamid-Komponenten der Mischung aus der Gruppe PA 6.10, PA 6.12, PA 11, PA
12 einerseits und der Gruppe PA 6, PA 6.6 andererseits ausgewählt sind.
4. Monofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Polyester ein Polyalkylenterephtalat (PAT) ist.
5. Monofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das thermoplastische Polyester ein Polyethylenterephtalat (PET) oder ein Polybutylenterephtalat
(PBT) oder eine Mischung derselben ist.
6. Monofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern aus einem Polyamid oder einer Mischung aus hochwertigem Polyamid und geringerwertigem
Polyamid besteht.
7. Monofilament nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Polyamid-Komponenten der Mischung aus der Gruppe PA 6.10, PA 6.12, PA 11, PA
12 einerseits und der Gruppe PA 6, PA 6.6 andererseits ausgewählt sind.
8. Monofilament nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern aus einem thermoplastischen Polyester oder einer Mischung solcher Polyester
gemäß Anspruch 4 oder 5 besteht.
9. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern aus einem reinen PAT oder einer Mischung von Polyalkylenestern besteht.
10. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass auch der Kern aus einer Polymermischung besteht, in der das Mischungsverhältnis PA/PE
einen PA-Anteil von 10 bis 30 Mass% und einen PE-Anteil von 70 bis 90 Mass% enthält.
11. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens eine Schicht des zweischichtigen Koextrudates gegenüber der anderen Schicht
optisch differenzierend eingefärbt ist.
12. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern einen Durchmesser zwischen 0,1 und 5,0mm und der Mantel eine Dicke zwischen
0,001 und 0,5mm aufweist.
13. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass für Borsten für Zahn- oder Kosmetikbürsten der Kern einen Durchmesser zwischen 0,1
und 0,3mm und der Mantel eine Dicke von 0,001 bis 0,005mm aufweist.
14. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass es aus einem dreischichtigen Koextrudat mit dem Kern und dem Mantel und einer Außenschicht
aus einem Elastomer besteht.
15. Monofilament nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Kern als Hohlkern ausgebildet ist.
1. Thermoplastic monofilament in the form of an at least two-layered coextrudate for
bristles exposed to extensive moisture during use, wherein the coextrudate has a core
and a jacket and at least the jacket consists of a polymer mixture of at least one
polyamide (PA) and at least one thermoplastic polyester (PE), wherein the mixing ratio
PA/PE has a 10 to 30 mass % portion of PA and a 70 to 90 mass % portion of PE.
2. Monofilament according to Claim 1, characterized in that the polyamide (PA) is a mixture of high-quality polyamide and lower-quality polyamide.
3. Monofilament according to Claim 2, characterized in that the polyamide components of the mixture are selected from the group PA 6.10, PA 6.12,
PA 11, PA 12 on the one hand and the group PA 6, PA 6.6 on the other.
4. Monofilament according to Claim 1, characterized in that the thermoplastic polyester is a polyalkylene terephthalate (PAT).
5. Monofilament according to Claim 1, characterized in that the thermoplastic polyester is a polyethylene terephthalate (PET) or a polybutylene
terephthalate (PBT) or a mixture thereof.
6. Monofilament according to Claim 1, characterized in that the core consists of a polyamide or of a mixture of high-quality polyamide and lower-quality
polyamide.
7. Monofilament according to Claim 6, characterized in that the polyamide components of the mixture are selected from the group PA 6.10, PA 6.12,
PA 11, PA 12 on the one hand and the group PA 6, PA 6.6 on the other.
8. Monofilament according to Claim 1, characterized in that the core consists of a thermoplastic polyester or a mixture of such polyesters according
to Claim 4 or 5.
9. Monofilament according to any one of Claims 1 to 8, characterized in that the core consists of a pure PAT or a mixture of polyalkylene esters.
10. Monofilament according to any one of Claims 1 to 8, characterized in that the core also consists of a polymer mixture in which the mixing ratio PA/PE has a
10 to 30 mass % portion of PA and a 70 to 90 mass % portion of PE.
11. Monofilament according to any one of Claims 1 to 10, characterized in that at least one layer of the two-layered coextrudate is coloured to provide an optical
difference with respect to the other layer.
12. Monofilament according to any one of Claims 1 to 11, characterized in that the core has a diameter of between 0.1 and 5.0 mm and the jacket has a thickness
of between 0.001 and 0.5 mm.
13. Monofilament according to any one of Claims 1 to 12, characterized in that when intended for bristles for tooth or cosmetic brushes the core has a diameter
of between 0.1 and 0.3 mm and the jacket has a thickness of 0.001 to 0.005 mm.
14. Monofilament according to any one of Claims 1 to 13, characterized in that it consists of a three-layered coextrudate comprising the core and the jacket and
an outer layer of an elastomer.
15. Monofilament according to any one of Claims 1 to 14, characterized in that the core is configured as a hollow core.
1. Monofilament thermoplastique prenant la forme d'un coextrudat à au moins deux couches
conçu pour des poils soumis en situation d'utilisation à une humidité accrue, le coextrudat
comportant un noyau et une enveloppe et l'enveloppe au moins étant composée d'un mélange
de polymères contenant au moins un polyamide (PA) et au moins un polyester thermoplastique
(PE), le ratio du mélange PA/PE contenant une part allant de 10 à 30 % en masse de
PA et une part allant de 70 à 90 % en masse de PE.
2. Monofilament selon la revendication 1, caractérisé en ce que le polyamide (PA) est un mélange de polyamide de grande qualité et de polyamide de
qualité moindre.
3. Monofilament selon la revendication 2, caractérisé en ce que les composants du polyamide du mélange sont sélectionnés dans le groupe PA 6.10,
PA 6.12, PA 11, PA 12 d'une part et dans le groupe PA 6, PA 6.6 d'autre part.
4. Monofilament selon la revendication 1, caractérisé en ce que le polyester thermoplastique est un polyalkylène téréphtalate (PAT).
5. Monofilament selon la revendication 1, caractérisé en ce que le polyester thermoplastique est un polyéthylène téréphtalate (PET) ou un polybutylène
téréphtalate (PBT) ou un mélange de ceux-ci.
6. Monofilament selon la revendication 1, caractérisé en ce que le noyau est réalisé en polyamide ou à partir d'un mélange de polyamide de grande
qualité et de polyamide de qualité moindre.
7. Monofilament selon la revendication 6, caractérisé en ce que les composants du polyamide du mélange sont sélectionnés à partir du groupe PA 6.10,
PA 6.12, PA 11, PA 12 d'une part et du groupe PA 6, PA 6.6 d'autre part.
8. Monofilament selon la revendication 1, caractérisé en ce que le noyau est fabriqué à partir d'un polyester thermoplastique ou d'un mélange de
polyesters selon la revendication 4 ou 5.
9. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le noyau se compose d'un PAT pur ou d'un mélange de polyalkyl esters.
10. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que le noyau se compose aussi d'un mélange de polymères dans lequel le ratio du mélange
PA/PE contient une part allant de 10 à 30 % en masse de PA et une part allant de 70
à 90 % en masse de PE.
11. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 10, caractérisé en ce qu'au moins une couche du coextrudat à deux couches est colorée de façon à se différencier
sur le plan visuel de l'autre couche.
12. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 11, caractérisé en ce que le noyau présent un diamètre compris entre 0,1 et 5,0 mm et l'enveloppe une épaisseur
comprise entre 0,001 et 0,5 mm.
13. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 12, caractérisé en ce que les poils des brosses à dents ou des brosses cosmétiques comportent un noyau avec
un diamètre compris entre 0,1 et 0,3 mm et une enveloppe avec une épaisseur allant
de 0,001 à 0,005 mm.
14. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 13, caractérisé en ce qu'il se compose d'un coextrudat à trois couches pourvu du noyau et de l'enveloppe ainsi
que d'une couche extérieure en élastomère.
15. Monofilament selon l'une quelconque des revendications 1 à 14, caractérisé en ce que le noyau prend la forme d'un noyau creux.
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