[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bestimmen der Öltemperatur in einer Brennkraftmaschine
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Für bestimmte Funktionen in einer elektronischen Steuereinrichtung für Brennkraftmaschinen
wird die aktuelle Temperatur des Motoröls benötigt. So kann beispielweise das Überschreiten
eines Schwellenwerts für die Öltemperatur des Motors zum Auslösen einer On-board-Diagnose
herangezogen werden. Weiter ist bekannt, die Öltemperatur als Kriterium zur Einstellung
der Leerlaufdrehzahl einer Brennkraftmaschine zu verwenden, da bei sehr hohen Öltemperaturen
eine höhere Leerlaufdrehzahl nötig ist, um die Brennkraftmaschine ausreichend mit
dem dann dünnflüssigen Öl zu versorgen. Darüber hinaus kann man die Öltemperatur für
Berechnungen der Öllebensdauer verwenden, um den Zeitpunkt eines Ölwechsels optimal
bestimmen zu können.
[0003] Für alle diese Zwecke ist es bekannt, die Öltemperatur mittels eines Öltemperatursensors
zu messen und das Signal des Öltemperatursensors entsprechend zu verarbeiten. Das
Bestimmen der Öltemperatur mittels des Öltemperatursensors ist allerdings besonders
in der Aufwärmphase des Öls, wenn die Brennkraftmaschine keinen betriebswarmen Zustand
aufweist, sehr ungenau.
[0004] Aus der Druckschrift DE 40 16 099 C2 ist bekannt, zur Leerlaufeinstellung im normalen
Betriebsbereich einer Brennkraftmaschine die Öltemperatur heranzuziehen. Um einen
Öltemperatursensor einzusparen wird dabei die Öltemperatur aus anderen Größen bestimmt.
Zu diesem Zweck wird die Zeitspanne ermittelt, während derer die Kühlmitteltemperatur
gleich oder größer als ein Temperaturschwellenwert ist. Durch eine vorgegebene Beziehung
zwischen dieser Zeitspanne und der Öltemperatur wird ein Maß für die Öltemperatur
bestimmt und die Leerlaufdrehzahl entsprechend eingestellt.
[0005] Ein weiteres Verfahren zur Leerlaufeinstellung einer Brennkraftmaschine ist aus der
Druckschrift DE 44 33 299 A1 bekannt. Dabei wird eine, eine Leerlaufdrehzahlerhöhung
erfordernde Heißlaufphase einer Brennkraftmaschine dann erkannt, wenn eine in Abhängigkeit
von Kühlmitteltemperatur, Ansauglufttemperatur, Drehzahl sowie Last der Brennkraftmaschine
ermittelte Öltemperaturersatzgröße einen Schwellenwert überschreitet.
[0006] All diese Verfahren können jedoch keinen exakten Wert für die Öltemperatur liefern,
sie sind bloß daraufhin ausgelegt, eine Schwellenwertüberschreitung der Öltemperatur
erfassen zu können.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zu schaffen, mit dem eine
Öltemperatur in einer Brennkraftmaschine mit hoher Genauigkeit bestimmt werden kann.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0009] Bei einem Verfahren zum Bestimmen der Öltemperatur in einer Brennkraftmaschine für
ein Kraftfahrzeug wird die Öltemperatur mittels eines Öltemperaturmodells berechnet.
Als Eingangsgrößen für das Öltemperaturmodell werden mindestens ein den Betriebspunkt
der Brennkraftmaschine charakterisierender Parameter eingerechnet.
[0010] Erfindungsgemäß wird ein modellierter Öltemperatursensorwert des Öltemperaturmodells
mit einem gemessenen Öltemperaturwert verglichen und der Differenzwert dieser beiden
Öltemperaturen als Eingangsgröße für einen unmittelbar oder mittelbar folgenden iterativen
Berechnungszyklus eines weiteren Öltemperaturwertes des Öltemperaturmodells, in das
Öltemperaturmodell eingerechnet.
[0011] Dadurch wird erreicht, dass die Öltemperatur in der Brennkraftmaschine mit einer
relativ hohen Genauigkeit bestimmt werden kann.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Es kann dabei vorgesehen sein, dass der Differenzwert zwischen dem modellierten Öltemperatursensorwert
und der gemessenen Öltemperatur additiv oder multiplikativ in das Öltemperaturmodell
eingerechnet wird.
[0014] Damit kann erreicht werden, dass durch die geeignete Wahl der mathematischen Rechenvorschrift
mit der der Differenzwert in das Öltemperaturmodell eingerechnet wird, ein schnelles
Annähern des Öltemperatursensorwertes des Modells an den gemessenen Öltemperaturwert
des Sensors möglich ist und daher für eine hinreichend genaue Annäherung der beiden
Öltemperaturwerte wenige Berechnungszyklen im Modell notwendig sind.
[0015] Es kann auch vorgesehen sein, dass ein erster und ein zweiter Temperaturschwellenwert
festgelegt werden und bei Überschreiten des ersten oder Unterschreiten des zweiten
Schwellenwerts eine Fehlfunktion des Öltemperatursensors erkannt wird.
[0016] Dadurch kann verhindert werden, dass Öltemperaturwerte in weitere Berechnungszyklen
des Öltemperaturmodells als Eingangsgrößen eingerechnet werden, die aufgrund eines
defekten Sensors zu falschen Ergebnissen führen.
[0017] Normalerweise liegt beim Starten der Brennkraftmaschine kein Wert für die Öltemperatur
vor. In solchen Fällen ist es von Vorteil, als Startwert von der aktuellen Kühlmitteltemperatur
auszugehen. Das Aufheizverhalten einer Brennkraftmaschine kann man besonders genau
dadurch nachbilden, dass der Gradient der Kühlmitteltemperatur in der nicht betriebswarmen
Brennkraftmaschine je nach Absolutwert der Kühlmitteltemperatur unterschiedlich stark
zeitlich tiefpassgefiltert wird. Eine genauere Beschreibung der Tiefpassfilterung
wird im weiteren Verlauf der Beschreibung des Ausführungsbeispiels erläutert.
[0018] Liegt kein gültiger Wert für die Kühlmitteltemperatur vor, beispielsweise weil der
entsprechende Sensor als defekt erkannt ist, kann ersatzweise zur Modellierung der
Öltemperatur immer in einer Modellstufe gerechnet werden, die für die betriebswarme
Brennkraftmaschine vorgesehen ist.
[0019] Das erfindungsgemäße Verfahren ist für Brennkraftmaschinen mit Wärmetauscher zwischen
Öl und Kühlmittelkreislauf genauso tauglich, wie für Brennkraftmaschinen, die einen
derartigen Wärmetauscher nicht aufweisen, da über den Motorblock immer eine gewisse
thermische Kopplung zwischen Öl und Kühlmittel gegeben ist.
[0020] Die Erfindung wird nachfolgend unter Bezugnahme auf die Zeichnungen anhand eines
Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Brennkraftmaschine, bei der das erfindungsgemäße
Verfahren angewendet wird,
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm zur Bestimmung der Öltemperatur, und
- Figur 3
- eine Darstellung der Temperaturverläufe der Kühlmittel- sowie der Öltemperaturen abhängig
von der Zeit.
[0021] In Figur 1 ist sehr vereinfacht eine Brennkraftmaschine mit einem Steuergerät gezeigt,
wobei nur diejenigen Teile dargestellt sind, die für das Verständnis der Erfindung
notwendig sind.
[0022] Der Brennkraftmaschine 1, die vorzugsweise als Antriebsquelle für ein Kraftfahrzeug
herangezogen wird, wird über eine Ansaugleitung 2 die zur Verbrennung notwendige Luft
zugeführt. Eine Einspritzanlage 3 spritzt Kraftstoff in die Ansaugleitung 2 ein. Das
erfindungsgemäße Verfahren ist aber auch bei einer Brennkraftmaschine mit Kraftstoff-Direkteinspritzung
anwendbar, die beispielsweise eine Hochdruckspeichereinspritzanlage mit Einspritzventilen
aufweist, welche den Kraftstoff direkt in die Zylinder der Brennkraftmaschine 1 einspritzen.
Das Abgas der Brennkraftmaschine 1 strömt über eine Abgasleitung 4 zu einer Abgasnachbehandlungsanlage
und von dieser über einen Schalldämpfer ins Freie (nicht dargestellt).
[0023] Im Ansaugkanal 2 ist ein Lastsensor in Form eines Luftmassensensors 5 vorgesehen,
der ein dem Luftmassenstrom entsprechendes Signal MAF abgibt. Alternativ kann als
Lastsensor für die Brennkraftmaschine 1 auch ein Drucksensor 6 verwendet werden, der
den in der Ansaugleitung 2 herrschenden Druck ps erfasst. Dies ist in der Figur 1
gestrichelt eingezeichnet.
[0024] Bei mager betriebenen Brennkraftmaschinen, bei denen der Kraftstoff direkt eingespritzt
wird, wählt man natürlich eine andere lastkennzeichnende Größe, beispielsweise die
eingespritzte Kraftstoffmasse.
[0025] Zur Steuerung und Regelung der Brennkraftmaschine 1 ist eine elektronische Steuerungseinrichtung
7 vorgesehen. Solche elektronischen Steuerungseinrichtungen, die in der Regel einen
Mikroprozessor beinhalten und neben der Zündregelung und der Kraftstoffeinspritzung
eine Vielzahl weiterer Steuer- und Regelaufgaben übernehmen, sind an sich bekannt,
so dass im folgenden nur auf den im Zusammenhang mit der Erfindung relevanten Aufbau
und dessen Funktion eingegangen wird. Der Steuerungseinrichtung 7 werden die Signale
der verschiedensten Sensoren zur weiteren Verarbeitung zugeführt. Insbesondere ist
ein Drehzahlsensor 8 für die Drehzahl N, ein Sensor 9 für die Temperatur TCO der Kühlflüssigkeit
der Brennkraftmaschine 1, ein Sensor 10 für die Temperatur TIA der Ansaugluft und
ein Sensor 11 für die Geschwindigkeit vs des Fahrzeugs vorgesehen. Über eine nur schematisch
dargestellte Daten- und Steuerleitung 12 ist die Steuerungseinrichtung 7 noch mit
weiteren Sensoren und Aktoren der Brennkraftmaschine 1 verbunden.
[0026] Der Steuereinrichtung 7 ist eine Speichereinrichtung 13 zugeordnet, mit der es über
einen nicht näher bezeichneten Datenbus verbunden ist. Mittels eines Öltemperatursensors
14 wird die Öltemperatur TOIL in der Brennkraftmaschine 1 gemessen.
[0027] Wird die Brennkraftmaschine gemäß Verfahrensschritt S1 gestartet (Figur 2), so liegt
normalerweise kein Wert für die Öltemperatur TOIL vor, da die Brennkraftmaschine 1
(Figur 1) noch keinen betriebswarmen Zustand aufweist. Deshalb wird zu Beginn des
Verfahrens zunächst die Kühlmitteltemperatur TCO ausgelesen. Bei Überschreiten eines
bestimmten Schwellenwertes der Kühlmitteltemperatur TCO, der beispielweise bei 80
°C liegen kann, wird von einer weitgehend betriebswarmen Brennkraftmaschine ausgegangen.
[0028] Bei Unterschreiten des Schwellenwertes der Kühlmitteltemperatur TCO wird zuerst die
Kühlmitteltemperatur TCO einem nicht dargestellten Verzögerungsglied V gemäß Verfahrensschritt
S2 eingegeben. Dieses Verzögerungsglied V verzögert die Ausgabe des eingegebenen Wertes
um eine festlegbare Zeitdauer, die beispielsweise 15 Sekunden betragen kann. Die Ausgabe
des Verzögerungsgliedes V wird an ein nicht dargestelltes Differenzglied gemäß Verfahrensschritt
S3 übertragen. In dem Differenzglied wird dann ein Differenzwert zwischen der aktuellen
Kühlmitteltemperatur TCO und dem durch das Verzögerungsglied V erzeugten Wert gebildet.
Dadurch erhält man am Ausgang des Differenzgliedes die Änderung der Kühlmitteltemperatur
TCO abhängig von der Zeitdauer, die am Verzögerungsglied festgelegt ist.
[0029] Diese Änderung der Kühlmitteltemperatur TCO, also der Gradient der Kühlmitteltemperatur
TCO, wird gemäß Verfahrensschritt S4 bestimmt und wird in ein nicht dargestelltes
Tiefpassfilter eingegeben. Das Tiefpassfilter bewirkt eine Tiefpassfilterung des Kühlmitteltemperaturgradienten
TCO wobei am Ausgang des Tiefpassfilters ein Öltemperaturgradientenwert geliefert
wird. Das Filterverhalten des Tiefpassfilters ist verstellbar und wird von einem Kennfeld
KF1 in der Speichereinrichtung 13 (Figur 1) eingestellt, dem die Kühlmitteltemperatur
TCO eingegeben wurde. Durch dieses Kennfeld KF 1 wird somit ein kühlmitteltemperaturbereichsabhängiger
Faktor zum Ansteuern des Tiefpassfilters geliefert. Somit wird erreicht, dass der
Öltemperaturgradientenwert am Ausgang des Tiefpassfilters mit steigender Kühlmitteltemperatur
gegen Null abfällt. Als Öltemperaturwert TOIL_MDL des Modells wird direkt die Kühlmitteltemperatur
TCO gemäß den Verfahrensschritten S4 und S5 ausgegeben.
[0030] Dieser Öltemperaturwert TOIL_MDL wird zu einem modellierten Öltemperatursensorwert
TOIL_MDL_SENS nach Verfahrensschritt S6 umgerechnet. Dabei wird eine für den Öltemperatursensor
spezifische Mittelungskonstante additiv oder multiplikativ zum Öltemperaturwert TOIL_MDL
hinzugerechnet. Diese sensorspezifische Mittelungskonstante wird empirisch ermittelt
und ist in der Speichereinrichtung 13 gespeichert. Sie ist unter anderem abhängig
von den Werkstoffen, aus denen der Öltemperatursensor, beispielsweise ein Thermoelement,
gefertigt wird. Durch das Umrechnen des Öltemperaturwerts TOIL_MDL in den modellierten
Öltemperatursensorwert TOIL_MDL_SENS wird ein Temperaturwert erhalten, welcher dem
real vorliegende Wert der Öltemperatur relativ genau entspricht.
[0031] Gemäß Verfahrensschritt S7 wird mittels des Öltemperatursensors ein Öltemperaturwert
TOIL_SENS gemessen. Der modellierte Öltemperatursensorwert TOIL_MDL_SENS wird nun
mit dem vom Öltemperatursensor gemessenen Öltemperaturwert TOIL_SENS verglichen. Nach
Verfahrensschritt S8 wird dabei die Differenz dieser beiden Temperaturwerte gebildet.
Dieser Differenzwert TOIL_SENS_DIF wird dann als Eingangsgröße für einen mittelbar
oder unmittelbar an einen, den Verfahrensschritt der Differenzwertberechung TOIL_SENS_DIF
nachfolgenden Berechnungsschritt S9 verwendet. Dabei wird der Wert TOIL_SENS_DIF additiv
oder multiplikativ als Regelparameter zum Abgleichen der Öltemperatur TOIL_MDL hinzugerechnet.
Durch erneutes Berechnen der Werte TOIL_MDL_SENS und TOIL_SENS_DIF wird somit ein
Annähern des modellierten Öltemperaturwertes an den realen Öltemperaturwert erreicht.
[0032] Ein Annähern der modellierten Öltemperatur an die reale Öltemperatur und damit ein
hinreichend genaues Bestimmen der Öltemperatur mittels des Öltemperaturmodells kann
durch einmaliges Abgleichen der Öltemperatur TOIL_MDL mittels des Regelparameters
erreicht werden. Ein hinreichend genauer Wert kann aber auch durch mehrmaliges Durchlaufen
des Abgleichens der Öltemperatur TOIL_MDL und Bilden des Differenzwertes TOIL_SENS_DIF
erreicht werden.
[0033] Übersteigt der Differenzwert TOIL_MDL_DIF einen ersten Temperaturschwellenwert oder
unterschreitet dieser Differenzwert einen zweiten Temperaturschwellenwert, so wird
eine Fehlfunktion des Öltemperatursensors erkannt. Die Temperaturschwellenwerte können
dabei abhängig von den Betriebsbedingungen, beispielsweise von einer Einbauposition
des Öltemperatursensors, festgelegt werden.
[0034] Sobald für eine festlegbare Zeitdauer, die beispielsweise 10 Minuten betragen kann,
nur noch relativ kleine Änderungen im Öltemperatursensorwert TOIL_SENS erfolgen, wird
ein stationärer Zustand der Öltemperatur erkannt und die Brennkraftmaschine hat den
betriebswarmen Zustand erreicht.
[0035] Zwischen dem Bereich in dem das Öl nach dem Starten der Brennkraftmaschine aufgewärmt
wird und der als dynamischer Bereich bezeichnet wird, und dem stationären Bereich
ist ein Übergangsbereich vorhanden.
[0036] In diesem Übergangsbereich wird der Öltemperaturwert TOIL_MDL in ein weiteres Kennfeld
KF2 eingespeist, welches einen gradientenabhängigen Offset zwischen der Kühlmitteltemperatur
TCO und der Öltemperatur TOIL ausgibt. Dieser Offsetwert wird dem Öltemperaturwert
TOIL_MDL und dem Öltemperaturgradientenwert des Öltemperaturmodells hinzuaddiert.
Allerdings wird der Offset nur dann addiert, wenn die Kühlmitteltemperatur TCO über
einem Schwellenwert liegt. Dieser Schwellenwert wird meist in der Nähe der Kühlmittelpumpenschaltschwelle
liegen und somit wird dadurch der Tatsache Rechnung getragen, dass bei einer Brennkraftmaschine
in der Regel die Kühlmittelpumpe nur oberhalb einer gewissen Mindesttemperatur betrieben
wird.
[0037] In Figur 3 ist ein Verlauf der Öltemperaturen TOIL und TOIL_SENS sowie der Verlauf
der Kühlmitteltemperatur TCO über die Zeit dargestellt. Die Kurven zeigen am Anfang
der Zeitachse einen dynamischen Bereich in dem die Temperaturen ansteigen. Wird der
betriebswarme Zustand der Brennkraftmaschine erreicht, so flachen die Kurven ab und
es stellt sich der stationäre Zustand ein. Im dynamischen Bereich der Kühlmitteltemperaturkurve
ist auch schematisch der Kühlmitteltemperaturgradient (TCO-Gradient) eingezeichnet.
Im dynamischen Aufwärmbereich liegt die gemessene Öltemperatur TOIL_SENS des Sensors
um etwa 30 °C unter der realen Öltemperatur TOIL.
[0038] Neben der Kühlmitteltemperatur TCO kann auch beispielweise der Luftmassenstrom MAF
oder der Saugrohrdruck ps in der Ansaugleitung 2 (Figur 1) als Größe verwendet und
als den Betriebspunkt der Brennkraftmaschine charakterisierender Parameter herangezogen
werden. Zusätzlich kann bei Brennkraftmaschinen, bei denen Kraftstoff unter hohem
Druck direkt in die Zylinder eingespritzt wird, der Einfluss einer Luftzahl λ als
den Betriebspunkt der Brennkraftmaschine charakterisierender Parameter berücksichtigt
werden. Die Luftzahl λ gibt dabei das Verhältnis der für die Verbrennung einer Mengeneinheit
des zugeführten Kraftstoffs zugeführten Luftmenge zu der für die vollkommene Verbrennung
erforderlichen Mindestluftmenge an. Dabei wird abhängig von dem aktuellen Wert der
Luftzahl λ, mit dem die Brennkraftmaschine gerade betrieben wird, aus einem weiteren
Kennfeld KF3 ein Faktor ausgelesen, der typischerweise zwischen 1 (stöchiometrischer
Betrieb mit λ=1) und 2 liegt (geschichtet, homogener Magerbetrieb).
[0039] Es kann auch vorgesehen sein, dass beim Erkennen einer Fehlfunktion des Öltemperatursensors
14 (Figur 1) ein optisches oder akustisches Signal erzeugt wird, welches als Warnsignal
dienen kann und damit beispielsweise einen Fahrzeugnutzer auf einen Defekt aufmerksam
macht.
[0040] Mit dem Verfahren kann somit bereits beim dynamischen Anstieg der Öltemperatur beim
Starten einer Brennkraftmaschine eine relativ genaue Bestimmung der Öltemperatur durchgeführt
werden.
1. Verfahren zum Bestimmen der Öltemperatur in einer Brennkraftmaschine, bei dem die
Öltemperatur durch ein Öltemperaturmodell berechnet wird und als Eingangsgrößen des
Öltemperaturmodells mindestens ein den Betriebspunkt der Brennkraftmaschine charakterisierender
Parameter eingerechnet werden, dadurch gekennzeichnet, dass ein modellierter Öltemperatursensorwert des Öltemperaturmodells (TOIL_MDL_SENS) mit
einem gemessenen Öltemperaturwert (TOIL_SENS) verglichen wird und der Differenzwert
der beiden Temperaturwerte (TOIL_SENS_DIF) als Eingangsgröße, in einen auf den Verfahrensschritt
der Bildung des Differenzwertes (TOIL_SENS_DIF) unmittelbar oder mittelbar folgenden
iterativen Berechnungszyklus eines weiteren Öltemperaturwerts (TOIL_MDL) des Öltemperaturmodells,
in das Öltemperaturmodell eingerechnet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der gemessene Öltemperaturwerte (TOIL_SENS) mittels eines Öltemperatursensors durchgeführt
wird.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Differenzwert (TOIL_SENS_DIF) zwischen dem modellierten Öltemperatursensorwert
(TOIL_MDL_SENS) und der gemessenen Öltemperatur (TOIL_SENS) additiv oder multiplikativ
in das Öltemperaturmodell eingerechnet wird.
4. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Fehlfunktion des Öltemperatursensors erkannt wird, wenn der Differenzwert (TOIL_SENS_DIF)
einen ersten Temperaturschwellenwert überschreitet oder einen zweiten Temperaturschwellenwert
unterschreitet.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass beim Erkennen einer Fehlfunktion des Öltemperatursensors ein optisches und/oder akustisches
Signal erzeugt wird und/oder ein Eintrag in einen Fehlerspeicher einer Speichereinheit
durchgeführt wird.
6. Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als den Betriebspunkt der Brennkraftmaschine charakterisierender Parameter mindestens
eine der Größen Kühlmitteltemperatur (TCO), Luftmassenstrom (MAF), Saugrohrdruck (ps),
Luftzahl (λ) herangezogen wird.
1. Method for determining the oil temperature in an internal combustion engine, wherein
the oil temperature is calculated by an oil temperature model and wherein one or more
parameters characterising the operating point of the internal combustion engine are
included as input variables to the oil temperature model, characterised in that a modelled oil temperature sensor value of the oil temperature model (TOIL_MDL_SENS)
is compared with a measured oil temperature value (TOIL_SENS) and the differential
value of the two temperature values (TOIL_SENS_DIF) is included as an input variable
to the oil temperature model in an iterative calculation cycle of another oil temperature
value (TOIL_MDL) of the oil temperature model, said cycle indirectly or directly following
the step of calculating the differential value (TOIL_SENS_DIF).
2. Method according to claim 1, characterised in that the measured oil temperature value (TOIL_SENS) is obtained by means of an oil temperature
sensor.
3. Method according to one of claims 1 or 2, characterised in that the differential value (TOIL_SENS_DIF) between the modelled oil temperature sensor
value (TOIL_MDL_SENS) and the measured oil temperature (TOIL_SENS) is additively or
multiplicatively included in the oil temperature model.
4. Method according to one of the preceding claims, characterised in that an oil temperature sensor malfunction is detected if the differential value (TOIL_SENS_DIF)
exceeds a first temperature threshold value or is below a second temperature threshold
value.
5. Method according to claim 4, characterised in that when an oil temperature sensor malfunction is detected, a visual and/or audible signal
is generated and/or an entry is made in a fault memory of a memory unit.
6. Method according to one of the preceding claims, characterised in that one or more of the variables coolant temperature (TCO), air mass flow (MAF), intake
pipe pressure (ps), excess air ratio (λ) are used as parameters characterising the
operating point of the internal combustion engine.
1. Procédé de détermination de la température d'huile dans un moteur à combustion interne,
dans lequel la température d'huile est calculée au moyen d'un modèle de température
d'huile et dans lequel au moins un paramètre caractérisant le point de fonctionnement
du moteur à combustion interne est pris en compte comme grandeur d'entrée du modèle
de température d'huile, caractérisé en ce qu'une valeur de capteur de température d'huile modélisée du modèle de température d'huile
(TOIL_MDL_SENS) est comparée à une valeur de température d'huile mesurée (TOIL_SENS),
et la valeur différentielle des deux valeurs de température (TOIL_SENS_DIF) est prise
en compte comme grandeur d'entrée du modèle de température d'huile au cours d'un cycle
de calcul itératif d'une autre valeur de température d'huile (TOIL_MDL) du modèle
de température d'huile, immédiatement ou non immédiatement à la suite de l'étape de
procédé de formation de la valeur différentielle (TOIL_SENS_DIF).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les valeurs de température d'huile mesurées (TOIL_SENS) le sont au moyen d'un capteur
de température d'huile.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que la valeur différentielle (TOIL_SENS_DIF) entre la valeur de capteur de température
d'huile modélisée (TOIL_MDL_SENS) et la température d'huile mesurée (TOIL_SENS) est
prise en compte additivement ou multiplicativement dans le modèle de température d'huile.
4. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce qu'une défaillance du capteur de température d'huile est détectée quand la valeur différentielle
(TOIL_SENS_DIF) dépasse une première valeur seuil de température ou devient inférieure
à une deuxième valeur seuil de température.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce qu'à la détection d'une défaillance du capteur de température d'huile, un signal optique
et/ou acoustique est généré et/ou un enregistrement est exécuté dans une mémoire d'erreurs
d'une unité de mémoire.
6. Procédé selon l'une des revendications précédentes, caractérisé en ce que, comme paramètre caractérisant le point de fonctionnement du moteur à combustion
interne, il est recouru à au moins une des grandeurs suivantes : température de réfrigérant
(TCO), débit massique d'air (MAF), pression de conduit d'admission (ps), facteur d'air
(λ).