[0001] Im Stand der Technik sind Horizontalmischer und Vertikalmischer bekannt. Bei einem
Horizontalmischer verläuft die Achse, die mit dem Mischwerkzeug bestückt ist, horizontal.
Bei einem Vertikalmischer verläuft die vorgenannte Achse vertikal.
[0002] Ein Horizontalmischer vermag Substanzen besser zu vermischen als ein Vertikalmischer.
Ursache hierfür ist, dass die zu mischenden Flüssigkeiten und festen Bestandteile
vom Mischwerkzeug nach oben geschleudert werden. Hierdurch ergeben sich größere Oberflächen.
Ein verbessertes Durchmischungsverhalten ist die Folge. Das Produktbett ist im Verhältnis
zum Volumen beim Horizontalmischer größer.
[0003] In einem Mischer müssen die Mischwerkzeuge einen Abstand zur Wand einhalten, damit
sie nicht an der Wand schaben und um Ungenauigkeiten der Geometrie der Wand bzw. des
Mischwerkzeuges auszugleichen. Bei einem Vertikalmischer beträgt der Abstand typischerweise
2 mm.
[0004] Bei einem Horizontalmischer beträgt der Abstand zwischen einer Mischerwand und einem
Mischwerkzeug schätzüngsweise 3 - 5 mm. Ursache hierfür ist, dass die Achse bei einem
lang gestreckten Mischer durchbiegt. Hierdurch ergibt sich die Notwendigkeit, den
vorgenannten größeren Abstand einzuhalten. Auch bautechnisch bedingt ist ein größerer
Abstand einzuhalten. Insbesondere beträgt der Abstand zwischen Boden und Mischwerkzeug
beim Vertikalmischer die vorgenannten wenigen Millimeter deshalb, weil es sich um
einen flachen Boden handelt. Technisch gesehen ist der präzise Abstand leichter zu
realisieren. Dieser Abstand entscheidet mit über das in einem Mischer verbleibende
Restvolumen bei der Entleerung.
[0005] Bei einem Horizontalmischer verläuft der Boden, d. h. ein untenliegender Ausschnitt
aus dem röhrenartigen Mischerbehälter, gekrümmt. Hier ist daher auch bauartbedingt
der größere Abstand einzuhalten.
[0006] Wird ein Vertikalmischer entleert, so schabt das Mischwerkzeug über den Boden und
trägt so zur vollständigen bzw. fast vollständigen Entleerung bei. Typischerweise
verbleiben rund 1 o/oo , beispielsweise 10 Liter bei einem Volumen von 2.000 Liter.
[0007] Bei einem Horizontalmischer trägt das Mischwerkzeug verschlechtert zur Entleerung
bei, da hier der Abstand, wie zuvor geschildert, größer ist. Ferner ist die Fläche
des Bodens im Verhältnis zum Volumen größer, so dass auch aus diesem Grunde mehr Gut
im Mischer verbleibt, wenn dieser entleert wird.
[0008] Der Horizontalmischer weist darüber hinaus den Nachteil auf, lang gestreckt zu sein,
so dass ein entsprechend lang gestrecktes Entleerungsgefäß erforderlich ist, wenn
der Boden auf der vollen Länge geöffnet werden soll. Dies ist in der Regel notwendig,
um eine gute Entleerung zu erhalten.
[0009] Ist es aus technischen Gründen nicht durchführbar, einen lang gestreckten Boden vorzusehen,
der sich vollständig öffnet, so wird das Mischgut über Stutzen entleert. In einem
solchen Fall verbleiben typischerweise maximal 2% bezogen auf das Mischervolumen,
beispielsweise 30 Liter bezogen auf ein Mischervolumen von 2000 Litern, da das Restgut
auch in axialer Richtung abfließen muss.
[0010] Die Entleerung gelingt bei einem Horizontalmischer dann sehr gut, wenn der Boden
über die gesamte Länge des Mischer geöffnet werden kann. Nachteilig ist ein lang gestrecktes
Gefäß, welches zur Aufnahme des Mischgutes eingesetzt werden muss, das schlecht zu
handhaben ist. Insbesondere kann es nicht als Transportmittel eingesetzt werden. Hierfür
sind Kompakte kürzere Gefäße einzusetzen.
[0011] Der aus dem Stand der Technik bekannte Horizontalmischer kann dann nicht mit einem
über die gesamte Länge zu öffnenden Boden eingesetzt werden, wenn die zu mischenden
Produkte rasch gewechselt werden müssen. In diesem Fall ist es erforderlich, den Auffangbehälter
unterhalb des Mischgefäßes gleich als Transportgefäß einzusetzen. Beim Einsatz von
langen Gefäßen verlagert sich somit das Problem der Reinigung vom Mischer auf das
Gefäß. Die Reinigung eines langen Gefäßes ist aufwendiger als bei einem kurzen. Daher
sind kurze Transportgefäße notwendig. Es müssten dann Mischer mit Stutzen eingesetzt
werden. In diesem Fall tritt das Problem der mangelnden Entleerung auf. Ein solcher
Fall ist insbesondere dann problematisch, wenn beispielsweise ein dunkles Gewürz zuerst
gemischt werden muss und anschließend ein helles Gewürz.
[0012] Beim Stand der Technik werden bevorzugt lang gestreckte Horizontalmischer mit im
Verhältnis zur Länge vergleichsweise kleinem Durchmesser eingesetzt, da andernfalls
Abweichungen von der Zylinderform eintreten könnten. Es handelt sich dann um ein Gefäß
mit einem leicht ovalen Durchmesser. Der Abstand zwischen den Mischwerkzeugen und
der Mischerwand müsste weiter vergrößert werden. Hieraus ergeben sich die vorgenannten
Nachteile.
[0013] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Mischer bereitzustellen, bei dem eine Restlosentleerung
im vorgenannten Sinne sichergestellt ist, der im Lebensmittelbereich einsetzbar ist
und bei dem Produkte, die gemischt werden, problemlos gewechselt werden können.
[0014] Die Aufgabe der Erfindung wird durch einen Mischer mit den Merkmalen des Anspruchs
1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0015] Aus dem nebengeordneten Anspruch ergibt sich eine vorteilhafte Verwendungsweise.
[0016] Zur Lösung des vorgenannten Problems weist der Mischer eine Bauform auf, die vom
Stand der Technik abweicht.
[0017] Beim Stand der Technik werden typischerweise Horizontalmischer eingesetzt, deren
Durchmesser 500 mm bis 2.000 mm beträgt. Die Länge des Mischers beträgt typischerweise
das Zwei- bis Dreifache des Durchmessers. Erfindungsgemäß übersteigt der Durchmesser
die Länge. Das Volumen des erfindungsgemäßen Mischers beträgt typischerweise wenigstens
300 Liter. Eine typische Obergrenze beträgt 8000 Liter.
[0018] Um sicherzustellen, dass der Mischer eine zylindrische Form aufweist, wird das Gefäß
mit Verstärkungsringen versehen. Die Verstärkungsringe befinden sich außerhalb des
Volumens, damit diese den Mischvorgang nicht stören und für einen Totraum sorgen.
[0019] Insbesondere im Lebensmittelbereich ist es erforderlich, den Mischer von innen zu
inspizieren. Bei raschen Produktwechseln ist es ebenfalls notwendig, den Mischer von
innen reinigen zu können. Die Notwendigkeit, das Mischervolumen betreten zu können,
ergibt sich auch in diesen Fällen.
[0020] Beim Stand der Technik wird dazu bei Horizontalmischern eine Klappe vorgesehen, die
typischerweise nach oben oder unten verschwenkt wird, um in das Mischervolumen zu
gelangen. Ist ein sehr großer Durchmesser vorgesehen, so kann die Klappe nur relativ
klein gehalten werden. Zum einen aus Platzgründen, da die Klappe nicht höher als bis
zur Raumdecke zu öffnen ist. Zum anderen aus Gründen der Handhabung, da entsprechend
große Türen sehr schwer werden und gegebenenfalls nur mit hydraulischen Unterstützungssystemen
zu öffnen sind. Im vorliegenden Fall wird in einer Ausführungsform der Erfindung eine
Tür eingesetzt, die seitlich verschwenkt wird, also um eine senkrechte Achse. Hierdurch
ist die Tür besser handhabbar, da keine Masse gehoben werden muss. Der Raum, der zum
Öffnen der Tür erforderlich ist, kann in vertikaler Richtung klein gehalten werden.
Die Tür kann so groß gewählt werden, dass ein Einstieg ins Innere problemlos möglich
ist.
[0021] Aufgrund des vorgesehenen großen Durchmessers ist es möglich, an Stelle eines Einfüllstutzens
eine ebene Platte im oberen Beeich aufzubringen. Die Platte wird mit dem Gefäß verschraubt
oder mit dieser anders lösbar verbunden. In die Platte können je nach Bedarf unterschiedlich
große Durchmesser zum Einfüllen des Mischguts vorgesehen werden. Hierdurch wird der
erfindungsgemäße Mischer variabler im Vergleich zum Stand der Technik. Beim Stand
der Technik werden feste Stutzen mit dem Behälter verschweißt, um Produkte in des
Mischergefäß von oben einfüllen zu können.
[0022] Die untere Platte, über die der Mischer entleert wird, weist die gleiche Krümmung,
also den gleichen Radius wie das Mischergefäß auf, so dass sich im geschlossenen Zustand
ein rundes Gefäß mit einem einheitlichen runden Durchmesser ergibt. Der runde Verlauf
ist erforderlich, um die Werkzeuge nahe an die Wände heranführen zu können.
[0023] Mit dem erfindungsgemäßen Mischer ist es möglich, rasche Produktwechsel vorzunehmen.
Typischerweise werden 3 bis 4 Chargen pro Stunde im Lebensmittelbereich, wie zum Beispiel
bei der Gewürzmischung, vorgesehen. Danach findet ein Produktwechsel statt. Im Ergebnis
bedeutet dies, dass jede Stunde mehrfach das Produkt gewechselt wird. Der erfindungsgemäße
Mischer ist so ausgelegt, dass dies problemlos gehandhabt werden kann. Ursächlich
hierfür ist, dass der Mischer einerseits durch die erfindungsgemäße Tür betreten werden
kann. Ferner können erfindungsgemäß vergleichsweise kurze Gefäße unterhalb des Mischers
zur Entleerung eingesetzt werden. Diese können rasch ausgewechselt und zum Transport
verwendet werden.
[0024] Vorteile der Erfindung sind die einfache Zugänglichkeit zur Inspektion, Reinigung
und Wartung. Dies wurde durch die große Inspektionstür erreicht.
[0025] In einem Mischer findet zu Mischungzwecken ein axialer Transport, sowie ein radialer
Transport des Mischguts statt, Der radiale Transportweg wird durch die Schaufeln bewirkt,
die das Mischgut aus dem Produktbett nach oben schleudern. Um einen axialen Transportweg
zu bewirken, sind beispielsweise die Schaufeln schräg angestellt. Durch zusätzliche
schräg gestellte Flächen, Bleche, etc. wird alternativ oder ergänzend ein axialer
Transportweg herbeigeführt.
[0026] Unter Transportweg wird nicht nur verstanden, dass das Mischgut in eine bestimmte
Richtung gefördert wird, beispielsweise bevorzugt nach rechts. Es bedeutet insbesondere
auch, dass zu Mischzwecken das Mischgut mal in die eine Richtung und mal in die andere
Richtung transportiert, also vermischt wird.
[0027] Das Mischgut axial zu transportieren ist relativ zeitaufwendig im Vergleich zum Transport
in radialer Richtung. Die Mischzeiten verlängern sich also, je lang gestreckter der
Mischer ist. Besonders problematisch ist dies, wenn das Mischgut an verschiedenen
Stellen des Horizontalmischers durch über die Länge des Mischers verteilte Einfüllstutzen
eingefüllt wird, da jeder Stutzen eine andere Zutat zuführen kann.
[0028] Erfindungsgemäß wird daher das Mischgut quasi zwangsläufig zentral eingeführt aufgrund
der gedrungenen Bauform. Darüber hinaus ist der Transportweg in axialer Richtung relativ
zum Transportweg in radialer Richtung stark verkürzt. Der erfindungsgemäße Mischer
verkürzt daher auch die Mischzeiten.
[0029] Auf Grund der lang gestreckten Bauform werden beim Stand der Technik typischerweise
bis zu zwölf Schaufeln, die um die Mischerwerkzeugachse herum angeordnet sind, benötigt.
Beim erfindungsgemäßen Mischer kann die Zahl der Schaufeln wenigstens halbiert werden.
Hieraus resultiert eine geringere Zahl an Einbauten sowie eine Verringerung der Verschleiß-
und Ersatzteile.
[0030] Die Stirnwände können eben ausgestaltet sein. Von Vorteil ist jedoch der Einsatz
einer konisch nach außen verlaufenden Stirnseite oder der Einsatz einer gewölbten
Scheibe, Auf diese Weise wird Volumen seitlich bereitgestellt. Hierdurch wird erreicht,
dass bei gleichen Gesamtvolumen der Durchmesser vorteilhaft etwas verkleinert werden
kann im Verhältnis zu einem Mischgefäß, bei dem ebene Seitenwände bzw. Stirnwände
vorgesehen sind. Der Übergang von der Innenwand des zylindrischen Gefäßes zur Innenwand
der Stirnwand, sollte steiler als 40 Grad (Fließwinkel) verlaufen. Hierdurch wird
sichergestellt, dass das Mischgut wieder in den eigentlichen Mischbereich gelangt
und so durchmischt wird.
[0031] In Betracht kommt ferner ein Klöpperboden, der als Stirnwand eingesetzt wird. Dieser
ist jedoch verhältnismäßig teuer und ferner weniger geeignet, da es hier an dem gewünschten
steilen Winkel fehlt.
[0032] In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist eine Stirnwand beweglich gestaltet,
um Personen das Reinigen des Inneren des Mischervolumens zu ermöglichen. Die Stirnwand
kann beispielsweise aufklappbar sein und so das Innere des Gehäuses freigeben. Da
die Stirnwand die Größe des zylindrischen Gefäßes hat, ist das Innere des Mischers,
sowie die Mischmittel, gut und bequem erreichbar, auch bei Reparaturen an den Mischmitteln.
Wegen der kompakten Baugröße des Mischers mit seiner erfindungsgemäß relativ kurzen
Länge, ist es teilweise gar nicht erforderlich, dass Personen den Mischer betreten,
da alle inneren Flächen bequem von Außen erreicht werden können. Wenn die Mischerachse
fest nur mit einer der Stirnwände verbunden ist, kann die andere Stirnwand aufgeschwenkt
werden. Die kurze Bauform ermöglicht eine nur auf einer Seite gelagerte Mischerachse,
die frei in den Behälter ragt. Konventionelle Horizontalmischer benötigen, um eine
Durchbiegung der Mischerachse zu verhindern, ein Lagerung auf beiden Seiten. Vorzugsweise
ist vorgesehen, dass die Mischerachse mit der beweglichen Stirnwand, die als Türe
dient, lösbar verbunden, d.h. gelagert ist, um die Mischmittel genauer in Bezug auf
die Innenwände des Mischers führen zu können. Das Lager dieser Stirnwand wirkt also
im wesentlichen in vertikaler Richtung und die Mischerachse ist axial aus dem Lager
herausziehbar.
[0033] Als Mischwerkzeug wird bevorzugt die Schaufelform eingesetzt, die aus der Druckschrift
DE 197 06 364 A1 bekannt ist. An der Achse dieses Mischwerkzeugs sind Mischwerkzeugflächen
vorgesehen, die T-förmig ausgebildet sind. Es hat sich gezeigt, dass diese besondern
gut funktionieren, wenn die T-Form besonders lang gestreckt ist. Hierunter ist zu
verstehen, dass der Buchstabe "T" besonders hoch ist. Die Mischwerkzeugfläche 17 gemäß
der vorgenannten Druckschrift kann dann besonders ausgeprägt sein. Hierdurch ergeben
sich verbesserte Mischzeiten.
[0034] In Betracht kommt ferner das Mischwerkzeug, welches aus der Druckschrift DE 197 43
923 C2 bekannt ist. Es ist also nicht der Einsatz eines besonderen Mischwerkzeuges
erforderlich, um mit dem erfindungsgemäßen Mischer mischen zu können. Aus vorgenannten
Gründen ist jedoch das Mischwerkzeug aus der erstgenannten Druckschrift zu bevorzugen.
[0035] Der Produktrückstand nach der Entleerung wurde minimiert, indem man die Entleerungsöffnung
quasi auf die Größe oder die gesamte Länge des Trommelbodens erweitert hat. Die Öffnung
wurde dabei allerdings nicht so groß, dass eine sofortige Totalentleerung stattfindet,
die einen darunter stehenden Bunker mit dem gleichen Volumen erfordern würde. Eine
geeignete Maßnahme ist dabei, dass die Breite der Öffnung angemessen und flexibel
verkleinert werden kann, während die Länge konstant bleibt. Dadurch kann flexibel
und angemessen auf die unterschiedliche Schüttoder Fließfähigkeit verschiedener Mischgüter
reagiert werden.
[0036] Der Mischer ist im Design und der Auswahl der Komponenten abgestimmt auf die Belange
der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Dieser kann in der Wertigkeit aber auch kostenmäßig
angepasst werden.
[0037] In der Futterindustrie können beispielsweise preiswertere Materialien wie Stahl eingesetzt
werden. In der Pharmaindustrie werden Edelstähle eingesetzt. Stähle mit den Werkzeugnummern
4571 und 4541 werden bevorzugt eingesetzt.
[0038] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Zeichnungen erläutert, und zwar zeigt
- Fig. 1
- den erfindungsgemäßen Horizontalmischer schematisch in der Seitenansicht,
- Fig. 2
- den Horizontalmischer aus Fig. 1 in der Seitenansicht von rechts und
- Fig. 3
- den Mischer aus Fig. 1 in der Aufsicht.
[0039] In Fig. 1 ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäßen Horizontalmischers schematisch
dargestellt. Das Mischervolumen des Mischers 1 umfasst einen Behälter 2 für nicht
dargestelltes Mischgut. Dieser umfasst im wesentlichen ein zylindrischen Gefäß 4,
dessen Mittelachse 6 horizontal liegt und zwei von rechts und links das Gefäß 4 verschließenden
gewölbten Stirnwänden 3. An ihren äußeren Enden haben die gewölbten Stirnwände zwei
Lager 7a,7b für die Achse 6 der nicht dargestellten Mischmittel bzw. Mischerwerkzeuge.
Bekannte Mischerwerkzeuge bestehen aus Schaufeln und Leitblechen, die radial um die
Achse 6 des Mischerwerkzeugs angeordnet sind. Der Antrieb 8 des Mischerwerkzeugs ist
außerhalb des Behälters 2 im Bereich des linken Lagers 7a angeordnet.
[0040] Der Mischer 1 ist auf Fundamenten über zwei Füße 5 mit dem Boden befestigt.
[0041] Erfindungsgemäß übersteigt der Durchmesser des Mischers seine Länge, wobei beim Ausführungsbeispiel
der Innendurchmesser des zylindrischen Gefäßes 1.600 mm und dessen Breite 700 mm beträgt.
Vorzugsweise gilt dies auch für die Breite, gemessen zwischen den gewölbten Stirnflächen
3.
[0042] Es kann im übrigen ausreichend sein, wenn die nicht dargestellten Mischerwerkzeuge
ausschließlich in einem Bereich innerhalb des zylindrischen Gefäßes 4 wirken, d.h.
nicht innerhalb des von den gewölbten Stirnwänden 3 geschaffenen Volumens rotieren.
Es ist ferner zu erkennen, dass die gewölbte Stirnwand 3 am Übergang zum zylindrischen
Gefäß 4 unter einem Winkel a von 40° ausgebildet ist. Mischgut, das vom Mischerwerkzeug
in das Volumen der gewölbten Stirnwände 3 geschleudert wird, kann sich in diesem Bereich
vermischen und fällt durch die Schwerkraft entlang der gewölbten Stirnwand 3, deren
Winkel an jeder Stelle größer als 40° ist, zuverlässig in Richtung Trommelboden des
Gefäßes 4, wo es vom Mischwerkzeug erneut erfasst werden kann.
[0043] In der zylindrischen Wand des Gefäßes 4 ist eine Tür 13 vorgesehen, die an die Kontur
der Innenwand 4a des zylindrischen Behälters 4 angepasst ist. Erfindungsgemäß lässt
sich die Tür 13 um Scharniere 14 horizontal aufschwenken, so dass sie nicht wie beim
Stand der Technik nach oben oder unten unter Aufwendung von Kraft geöffnet werden
muss. Im Gegensatz zum Stand der Technik ist somit beispielsweise eine Einstiegsöffnung
von 600 x 1000 mm vorgesehen, die ein bequemes Einsteigen ermöglicht. Kleinere Einstiegslöcher
sind bei den Mitarbeitern wenig akzeptiert, so dass eine Reinigung des Mischervolumens
manchmal aus Bequemlichkeitsgründen unterbleibt.
[0044] Befüllt und entleert wird das Mischervolumen über ein oberes Anschlussstück 1 und
einen Entleerungsstutzen 10, dessen Geometrie anhand der Figur 2 erläutert wird.
[0045] Die Seitenansicht in Fig. 2 zeigt, dass das zylindrische Gefäß 4 im oberen Bereich
eine rechteckige Ausnehmung enthält, die über ein senkrechtes Anschlussstück 11 nach
oben hin verlängert ist. Das Anschlussstück 11 ist über eine rechteckige ebene Platte
9 nach oben hin abgeschlossen. Die Platte 9 weist die in Fig. 3 dargestellte Öffnungen
16a, 16b auf, die mit nicht dargestellten Einfüllstutzen zum Einführen des Mischguts
verbunden sind, beispielsweise durch Verschweißen.
[0046] Ein Entleerungsstutzen 10 ist im Bereich des Bodens 15 des Mischers vorgesehen. Der
Boden ist im Bereich eines Abschnitts 17 zu Zwecken der Entleerung zu öffnen, wobei
die untere Tür 17 an die innere Geometrie des zylindrischen Gefäßes 4 derart angepasst
ist, dass das Mischwerkzeug normal entlang der Innenwandung 4a des Gefäßes bzw. der
unteren Tür wirken kann.
[0047] Das durchmischte Mischgut verlässt über den Auslass 12 schließlich die Mischvorrichtung,
wobei Transport- oder Auffanggefäße unterhalb des Horizontalmischers bzw. des Auslasses
12 vorgesehen sind.
[0048] Der Verstärkungsring 9 ist mit der Außenwand des zylindrischen Behälters 4 verbunden
und sorgt für eine runde Form des Gefäßes. Eine Vorsehung außerhalb ist bevorzugt,
um das Mischervolumen nicht zu verkleinern. Ohne Verstärkungsring könnte sich das
Gefäß deformieren, beispielsweise aufgrund seines Eigengewichts eine ovale Form einnehmen.
[0049] Die Aufsicht in Fig. 3 erläutert schließlich die Vorteile der oberen ebenen Platte
9, die mit dem Anschlussstück 11 im Ausführungsbeispiel lediglich verschraubt oder
anderweitig lösbar verbunden ist. Dies hat den Vorteil, dass die Platte 9 bei Bedarf
ausgetauscht werden kann, beispielsweise wenn wegen anderer Aufgaben nicht mehr zwei
Öffnungen 16a, 16 b für Einfüllstutzen, sondern drei solcher Öffnungen benötigt werden.
Beim Stand der Technik sind die Einfüllstutzen häufig direkt mit der Außenwand des
zylindrischen Gefäßes 4 verschweißt, so dass eine Umkonfektionierung sehr aufwendig
ist, da der untere Rand des Stutzens nicht nach unten in das Mischervolumen überstehen
darf. Es ist ferner zu erkennen, dass die beiden benachbarten Einfüllstutzenöffnungen
16 so dicht beieinander liegen, dass sich das einströmende Mischgut in axialer Richtung
der Mischerachse weitgehend von alleine vermischt. Es bilden sich also nicht anfänglich
Konzentrationen von unterschiedlichem Mischgut nach dem Einfüllen, wie beim Stand
der Technik bei Horizontalmischern mit langer Bauform, bei denen das Mischgut aufwendig
in axialer Richtung vermischt werden muss.
1. Mischvorrichtung (1)
mit einem Behälter (3,4) der Mischgut aufnehmen kann, wobei der Behälter (3,4) ein
zylindrisches Gefäß (4) umfasst, und
mit Mischmitteln, welche das Mischgut im Inneren des zylindrischen Gefäßes (4) durchzumischen
vermögen, wobei die Mischmittel um eine Mischerachse (6) rotierend angeordnet sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längsachse des zylindrischen Gefäßes (4) horizontal verläuft.
2. Mischvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsachse des zylindrischen Gefäßes (4) und die Mischerachse (6) koaxial verlaufen.
3. Mischvorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Durchmesser (4A) des Behälters (3,4) größer ist als die innere Länge des
Behälters (3,4)
4. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der innere Durchmesser des zylindrischen Gefäßes (4) größer ist als die Länge des
Gefäßes (4)
5. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Verstärkungsringe (18) am Behälter (3,4) oder am Gefäß (4) vorgesehen sind.
6. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Verstärkungsringe (18) außerhalb des Volumens des Behälters (3,4) vorgesehen
sind.
7. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Gefäß (4) eine Einstiegsöffnung aufweist, die durch eine eingesetzte
Tür (13) verschließbar ist, wobei die Tür seitlich, insbesondere um eine im wesentlichen
vertikal verlaufende Achse, verschwenkbar ist.
8. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Einstiegsöffnung derartige Abmessungen aufweist, dass ein Einstieg für Personen
ins Innere des Behälters (3,4) problemlos möglich ist.
9. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass am oberen Bereich des Gefäßes (4) eine ebene Platte (9) vorgesehen ist, die mit Einfüllstutzen
für das Mischgut versehen werden kann.
10. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die ebene Platte (9) mit dem Gefäß lösbar verbunden, insbesondere verschraubt, ist.
11. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass in der ebenen Platte (9) Öffnungen (16a, 1 6b) mit unterschiedlich großen Durchmessern
zum Einfüllen des Mischguts vorgesehen sind.
12. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Gefäß im unteren Bereich durch eine untere Öffnung (bei 17) entleerbar ist.
13. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Öffnung (bei 17) durch eine oder mehrere Platten verschließbar ist, wobei
die Platten die gleiche Krümmung, also den gleichen Radius, wie das Mischergefäß aufweisen.
14. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die untere Öffnung sich im wesentlichen über die gesamte Länge des zylindrischen
Gefäßes (4) erstreckt.
15. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Öffnung derart bemessen ist, dass keine sofortige Totalentleerung
des Behälters stattfinden kann, die einen darunter stehenden Bunker mit dem gleichen
Volumen wie das Volumen des Mischguts erfordern würde.
16. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Querschnitt der Öffnung variierbar ist.
17. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischmittel das Mischgut in axialer Richtung zu befördern vermögen.
18. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischmittel das Mischgut in radialer Richtung zu befördern vermögen.
19. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass schräg gestellte Flächen am Mischmittel vorgesehen sind, die alternativ oder ergänzend
eine axiale Beförderung des Mischguts herbeiführen können.
20. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischmittel Schaufeln aufweisen, die derart ausgebildet sind, dass sie das Mischgut
nach oben schleudern können.
21. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischmittel schneckenartig angeordnet sind, derart, dass sie einen axialen Transportweg
des Mischguts bewirken können.
22. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Mischmittel derart ausgebildet sind, dass das Mischgut in Richtung auf einen
gemeinsamen Punkt gefördert werden kann.
23. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Mischmittel mindestens zwei, maximal sechs, vorzugsweise drei bis fünf, optimal
vier Schaufeln aufweist.
24. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das zylindrische Gefäß (4) stirnseitig durch Stirnwände (3) abgeschlossen ist, wobei
das Gefäß und die Stirnwände das Mischervolumen bilden.
25. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwände (3) einen kreisrunden Querschnitt haben.
26. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwände (3) konisch nach außen geformt sind.
27. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwände (3) nach Art einer gewölbten Scheibe ausgebildet sind.
28. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Stirnwände (3) nach Art eines Klöpperbodens ausgebildet sind.
29. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Übergang der Innenwand des zylindrischen Gefäßes (4) zur Innenwand der Stirnwand
(3) unter einem Winkel größer als 30 Grad und kleiner als 90 Grad, vorzugsweise größer
als 40 Grad und kleiner als 60 Grad, verläuft.
30. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Stirnwand (3) derart beweglich ausgestaltet ist, dass sie in zwei Positionen
bringbar ist, nämlich, in eine erste Position, in der der Behälter (3,4) verschlossen
ist und in eine zweite Position, in der das Innere des Behälter (3,4) für Personen
zugänglich ist
31. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass nur eine Stirnwand (3) fest mit den Mischmitteln verbunden ist und die andere Stirnwand
beweglich ist.
32. Mischvorrichtung nach einem der vorherigen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die bewegliche Stirnwand (3) in der ersten Position mit den Mischmitteln verbunden
ist und in der zweiten Position von den Mischmitteln getrennt ist.