[0001] Die Erfindung betrifft einen Sack und ein Verfahren zum Befüllen desselben.
[0002] Bei modernen Befüllanlagen, wie sie beispielsweise in der DE 199 36 660 A1 dargestellt
sind, werden Säcke durch ein offenes Ende des Schlauchabschnitts, aus welchem sie
gebildet werden, befüllt.
[0003] Hierbei wird der Sack an den Sackrändern seines offenen Endes gehalten. Das Füllgut
wird über ein Fallrohr mit Hilfe der Schwerkraft in das Sackinnere geleitet.
[0004] Anschließend wird das offene Ende des Sackes in der Regel verschweißt. Dieser Schweißvorgang
ist jedoch insbesondere dann problematisch, wenn schweißhemmende und staubbildende
Materialien verfüllt werden, die auch am zu verschweißenden Schlauchende ablagern.
[0005] Daher sind zum Transport solcher Materialien Säcke ersonnen worden, deren Enden bereits
vor dem Füllvorgang verschlossen sind. Um die eigene Befüllung trotzdem zu ermöglichen,
verfügen solche Säcke über zumindest eine zum Befüllen des Sackes geeignete Öffnung.
Diese Öffnungen lassen sich in der Regel im Anschluss an den Befüllvorgang einfacher
verschließen als das ganze Sackende.
[0006] Oft sind diese Säcke mit Öffnungen ausgestattet, welche sich durch die von dem Füllgut
des Sackes auf die Sackwand oder die Öffnung ausgeübte Kraft selbst schließen. Solche
Öffnungen nennt man Ventil, die zugehörigen Säcke Ventilsäcke.
[0007] Die DE 24 62 424 C2 zeigt einen aus einem Folienschlauch gebildeten Kreuzbodenventilsack,
bei dem das Ventil an einem der beiden Standböden des Sackes angebracht ist. Hierbei
besteht das Ventil aus einer innenliegenden Verschlusslasche, welche gegen eine außenliegende
Decklasche gedrückt wird, wenn der Sack befüllt ist.
[0008] Ein solcher Sack eignet sich jedoch nicht zur Befüllung durch eine moderne Befüllvorrichtung,
die in der Regel die Befüllung des Sackes mit einem Fallrohr vornimmt, welches während
des Befüllvorgangs in den Sack gesteckt wird. Zu solchen Befüllvorrichtungen gehören
auch sogenannte Form, Fill und Seal-Maschinen (kurz FFS-Maschinen), welche den Bildungs-,
Befüll- und
[0009] Schließvorgang von Säcken vollautomatisch durchführen.
[0010] Die GB 956,599 zeigt einen Sack, welcher aus einer Flachfolie gebildet wird. Die
Flachfolie wird zunächst zu einem Schlauch zusammengelegt und in der sich bildenden
Überlappzone mit einer Doppelschweißnaht zusammengeschweißt. Diese Schweißnaht ist
an einer Stelle unterbrochen, wobei die entstandene Öffnung einen schlauchartigen
Abschnitt bildet. Anschließend werden die Enden des entstandenen Schlauches durch
Schweißen verschlossen.
[0011] Durch die erwähnte Öffnung lässt sich der Sack parallel zu seinen verschlossenen
Enden und damit senkrecht zur Längsachse des Schlauches befüllen, wobei die Öffnung
auch als Ventil dient.
[0012] Wenn ein solcher Sack mit der oben beschriebenen Vorrichtung befüllt werden soll,
welche den Sack während des Befüllens an einem seiner Schlauchenden greift, dann muss
die Befüllrichtung senkrecht zur Längsachse des Schlauches und damit senkrecht zur
Schwerkraft erfolgen.
[0013] Dieser Umstand kann bei der Befüllung zu Füllmaterialstauungen im Sack führen.
[0014] Daher ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Sack vorzuschlagen der sich
mit den beschriebenen Befüllvorrichtungen befüllen lässt, ohne dass Füllmaterialstauungen
auftreten.
[0015] Die vorliegenden Erfindung geht oberbegrifflich von der DE 24 62 424 C2 aus und löst
die Aufgabe dadurch, dass
[0016] die Längsachse (5) des schlauchartigen Abschnitts (10) im Wesentlichen senkrecht
zu den verschlossenen Enden (2) verläuft.
[0017] Durch die beschriebene Maßnahme wird der Füllprozess durch die Erdanziehungskraft
unterstützt.
[0018] Bei der Herstellung des Sackes ist es unerheblich, ob als Sackmaterial Papier oder
Folie Verwendung findet oder ob der Schlauchabschnitt, aus welchem der Sack gebildet
wurde, aus einem Folienschlauch oder einer Flachfolie gebildet wurde.
[0019] Die Bildung des schlauchartigen Abschnitts, der auch eine Ventil- bzw. Öffnungsfunktion
wahrnehmen kann, kann hierbei mit Sackmaterial vorgenommen werden. In vielen Fällen
ist es jedoch vorteilhaft, zusätzliches und gegebenenfalls anderes Material zur Bildung
dieses Schlauchabschnitts heranzuziehen. Vorteilhafterweise kann zu diesem Zweck auch
ein Schlauchstück bei der Sackherstellung gebildet oder zur Sackherstellung herangezogen
werden.
[0020] Wenn der schlauchartige Abschnitt in den Sack hineinragt, wird die Ventilwirkung
desselben verstärkt.
[0021] Weitere Ausführungsbeispiele der Erfindung gehen aus der gegenständlichen Beschreibung
und den Ansprüchen hervor.
[0022] Die einzelnen Figuren zeigen:
- Fig. 1a
- Ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sackes
- Fig. 1 b
- Einen Schnitt entlang der Linie Z-Z aus Figur 1 a
- Fig. 2
- Ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sackes
- Fig. 3
- Einen Schnitt entlang der Linie A-A aus Figur 2
- Fig. 4
- Einen Schnitt entlang der Linie B-B aus Figur 2
- Fig. 5
- Ein drittes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sackes
- Fig. 6
- Einen Schnitt entlang der Linie C-C aus Figur 5
- Fig. 7
- Einen Sack nach dem Stand der Technik, welcher aus einer Flachfolie gebildet wird
- Fig. 8
- Einen Schnitt entlang der Linie D-D aus Figur 7
[0023] Fig. 1 a zeigt eine Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen Sack. Dieser Sack besteht
aus einem Schlauch 6 welcher an seinen Enden 2 verschlossen ist. Der Sack 1 ist durch
die Öffnung 3 befüllbar. Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der Sack 1 mit
einem Schlauchstück 10, welches die genante Öffnung 3 aufweist, versehen. Dieses Schlauchstück
ist in den Verschluss des oberen Schlauchendes 2 eingebracht. Das Schlauchende 2 kann
insbesondere bei dieser Ausführungsform des Sackes 1 während eines Fügevorganges vorschlossen
und mit dem Schlauchstück 10 versehen werden. Als Fügeart wurde Schweißen gewählt.
Der Sack 1 ist zusätzlich mit Seitenfalten 7 und Eckabschweißungen 8 versehen.
[0024] Es ist deutlich zu erkennen, dass die Längsachse 5 der Öffnung 3 und des Schlauchstückes
10 orthogonal zu den verschlossenen Enden 2 des Schlauches 6 verläuft. In dem gezeigten
Ausführungsbeispiel bildet die genante Längsachse 5 des Schlauchstückes lediglich
eine Verlängerung der Längsachse 4 des Schlauchs 6. Bei einer solchen Lage der erwähnten
Längsachsen verläuft die Befüllung beispielsweise mit FFS-Maschinen problemlos.
[0025] Das Schlauchstück 10 ragt deutlich über das Sackende hinaus und bietet damit eine
einfache Möglichkeit, die Öffnung 3 beziehungsweise das Schlauchstück 10 mit einem
weiteren zusätzlichen Fügevorgang zu verschließen. Auf diese Weise kann die Dichtigkeit
der Öffnung deutlich erhöht werden, was trotz der Ventilfunktion des Schlauchabschnitts
10 notwendig werden kann.
[0026] Figur 1b zeigt einen Schnitt entlang der Linie Z-Z in Figur 1a.
[0027] Figur 2 zeigt ein ähnliches Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sackes. Die
Unterschiede zu dem ersten Ausführungsbeispiel sind, dass keine Seitenfalten 7, Eckabschweißungen
8 und kein Überstand des Schlauches 10 über das Sackende 2 hinaus vorhanden sind.
[0028] Figur 3 zeigt einen Schnitt A-A durch das obere verschlossene Sackende 2 des in Figur
2 gezeigten Sackes 1. Die verschweißten Stellen sind flächig dargestellt. Figur 3
zeigt auch die Öffnung 3, welche, wie in Figur 2 zu sehen ist, das Schlauchstück 10
öffnet. Die Innenflächen des Schlauchstückes sind nicht miteinander verbunden, so
dass das Schlauchstück 10 zum Befüllen des Sackes 1 benutzt werden kann.
[0029] Figur 4 zeigt den weiteren Schnitt B-B durch das zweite Ausführungsbeispiel eines
erfindungsgemäßen Sackes 1. Figur 4 ist vor allem zu entnehmen, dass der schlauchartige
Abschnitt 16 in diesem Ausführungsbeispiel aus einer Bahn gebildet ist, welche durch
Schweißstellen mit der oberen Wandung 11 des Sackes 1 verbunden ist.
[0030] Ein auf dieses Weise gebildeter oder angeordneter schlauchartiger Abschnitt 16 hat
eine sehr gute Ventilwirkung. Darüber hinaus ist es 16 relativ unempfindlich gegen
einen Abriss durch die Füllmaterialeinwirkung.
[0031] Figur 5 zeigt eine Draufsicht auf einen dritten erfindungsgemäßen Sack, der auch
in Figur 6 im Schnitt C-C dargestellt ist.
[0032] Diese dritte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Sacks verfügt ebenfalls
nicht über Seitenfalten 7 und Eckabschweißungen 8. Die Enden 2 des Schlauches 6 sind
jedoch wieder verschlossen. Sie stehen im Wesentlichen orthogonal zu der Längsachse
des Schlauchabschnitts 10, durch welche 3 der Sack 1 befüllbar ist. Die Lage und die
Art der Anbringung des Schlauchabschnitts 10 ist jedoch eine andere als in Figur 1.
[0033] Der Schlauchabschnitt 10 wurde bei der Herstellung des Sackes in einen Schnitt 9
im Material des Schlauches 9 gesteckt und mit einer geeigneten Fügetechnik am Schlauch
arretiert.
[0034] An dieser Stelle sei noch einmal betont, dass außer dem Schweißen auch andere Fügetechniken
wie Kleben oder Tuckern zum Einsatz kommen können
[0035] Die Figuren 7 und 8 zeigen einen Sack des Standes der Technik, welcher aus einer
Flachfolie gebildet wurde. Hierzu wurde diese Folie gefaltet, so dass ein Schlauch
6 und eine Zone 18, in der sich die Folienenden überlappen entstanden. Dann wurde
die Folie entlang der Schweißnähte 15 verschweißt. Auch die Enden 2 des so gebildeten
Schlauchs 6 wurden verschweißt, so dass der Sack nur noch durch die Öffnung 3 befüllbar
ist. Die Geometrie des Sackes erzwingt eine durch den Pfeil BR skizzierte Befüllrichtung,
welche parallel zu den Sackenden 2 verläuft. Ein solcher Sack wird beispielsweise
von der DE 24 62 424 C2 gezeigt.
| Bezugszeichenliste |
| 1 |
Sack |
| 2 |
Enden, Schlauchenden |
| 3 |
zum Befüllen geeignete Öffnung |
| 4 |
Längsachse des Schlauches |
| 5 |
Längsachse der Öffnung |
| 6 |
Schlauch |
| 7 |
Seitenfalte |
| 8 |
Eckabschweißung |
| 9 |
Schnitt im Sackmaterial |
| 10 |
Schlauchstück |
| 11 |
obere Seite der Schlauchwandung |
| 12 |
untere Seite der Schlauchwandung |
| 13 |
verschweißte Kunststofffolien |
| 14 |
obere Wandung des Schlauchstücks 10 |
| 15 |
Scheißnaht |
| 16 |
schlauchartiger Abschnitt |
| 17 |
|
| 18 |
Folienüberlapp |
| 19 |
|
| 20 |
|
| 21 |
|
| 22 |
|
| 23 |
|
| 24 |
|
1. Sack (1),
- bestehend aus einem an seinen Enden (2) verschlossenen Schlauch (6)
- mit zumindest einer zum Befüllen des Sackes (1) geeigneten Öffnung (3)
- und einem sich anschließenden schlauchartigen Abschnitt (10)
dadurch gekennzeichnet, dass
die Längsachse (5) des schlauchartigen Abschnitts (10, 16) im Wesentlichen senkrecht
zu den verschlossenen Enden (2) verläuft.
2. Sack (1) nach Anspruch 1
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt (10, 16) Bestandteil eines Ventils ist.
3. Sack (1) nach Anspruch 1 oder 2
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt (10, 16) aus zusätzlich in den Schlauch (6) eingebrachtem
Material besteht.
4. Sack (1) nach Anspruch 2
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt (10, 16) ein Schlauchstück ist.
5. Sack nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt (10, 16) in den Sack hineinragt.
6. Sack nach Anspruch 5
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt (10, 16) innerhalb des Sackes an einer oder beiden Wandungen
des Sackes (1) befestigt ist.
7. Sack (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schlauchstück (10) über ein Ende des Sackes (2) hinaussteht.
8. Sack (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
das Schlauchstück (10, 16) luftdurchlässig ist.
9. Sack (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
die Innenfläche des schlauchartigen Abschnitts mit einer schweißhemmenden Schicht
versehen ist.
10. Sack (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt aus einer mehrschichtigen thermoplastischen Folie besteht.
11. Sack (1) nach Anspruch 10
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Außenschichten der mehrschichtigen Folie, welche die Innenfläche beziehungsweise
die Außenfläche des schlauchartigen Abschnitts bilden, unterschiedliche Schmelztemperaturen
aufweisen.
12. Sack (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche
gekennzeichnet durch
Seitenfalten.
13. Sack (1) nach Anspruch 12
dadurch gekennzeichnet, dass
die verschlossenen Enden (2) des Sackes (1) mit Eckabschweißungen (8) versehen sind.
14. Sack (1) nach Anspruch 12 oder 13
dadurch gekennzeichnet, dass
die Breite des schlauchartigen Abschnitts kleiner oder gleich ist wie der Abstand
zwischen den Seitenfalten und/oder den Eckabschwei βungen.
15. Sack (1) nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
der schlauchartige Abschnitt (10, 16) in eines der verschlossenen Enden (2) des Schlauches
(6) in den Sack (1) eingebracht ist.
16. Verfahren zum Befüllen eines Sackes (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 15 mit einer
Vorrichtung, welche den Sack (1) während des Befüllvorgangs an einem der beiden verschlossenen
Schlauchenden hält.
17. Verfahren nach Anspruch 16
dadurch gekennzeichnet, dass
die Förderichtung des Füllguts des Sackes im Wesentlichen senkrecht zu den verschlossenen
Enden (2) verläuft.
18. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet, dass
ein Abfüllstutzen, durch welchen das Füllgut in den Sack gefördert wird, während des
Abfüllprozesses in den schlauchartigen Abschnitt (10) hineinragt.
19. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet dass
der Sack (1) während des Befüllprozesses von zangenartigen Werkzeugen gehalten wird.
20. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet dass
die zangenartigen Werkzeuge den Sack (1) während des Befüllprozesses an einem seiner
Enden (2) halten.
21. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet dass
der schlauchförmige Abschnitt (10) vor dem Beginn des Befüllvorgangs von einer Öffnungsvorrichtung
geöffnet wird.
22. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet dass
die Öffnungsvorrichtung den schlauchartigen Abschnitt öffnet, indem sie die Außenwandungen
des schlauchförmigen Abschnitts oder die mit den Außenwandungen des schlauchförmigen
Abschnitts verbundenen Sackwandungen (11, 12) mit Saugluft beziehungsweise Vakuum
auseinanderzieht.
23. Verfahren nach einem der vorstehenden Ansprüche
dadurch gekennzeichnet dass
der schlauchartige Abschnitt (10) nach dem Befüllen durch einen Fügevorgang wie Verkleben,
Verschweißen oder Tuckern verschlossen wird.