[0001] Die Erfindung betrifft eine Spule mit zwei Flanschen und einem Kern und mit Zugankern
zum Fixieren der Flansche und des Kerns in der fuer die Spulengestalt massgeblichen
Anordnung, wobei die Zuganker durch Löcher in den Flanschen gesteckt werden, mit mindestens
einem umgeformten Ende an dem Zuganker, das von dem Mittelabschnitt des Zugankers
radial abkragt, sowie einen Spulenflansch und einen Zuganker.
[0002] Derartige Spulen dienen vorzugsweise dem Transport von Kabeln, Litzen, Kedern und
ähnlichen Produkten. Es handelt sich um mittelgroße Spulen mit einem Flanschdurchmesser
von z.B. 50̸0̸ mm.
[0003] Eine Spule der eingangs genannten Art ist aus der EP 1176111 A2 bekannt. Dabei handelt
es sich um eine Holzspule. Die beiden Flansche haben fluchtende Durchstecklöcher für
die Zuganker, wobei die Löcher dem Querschnitt der Zuganker entsprechen. Ein Ende
der dort gezeigten stangenförmigen Zuganker ist abgewinkelt und das abgewinkelte Ende
dient als Anschlag beim Durchstecken und als Widerlager bei der Verbindung der Flansche
mit dem Kern. Das zweite Ende der Zuganker, das an der gegenüberliegenden Flanschseite
außen minimal vorsteht, wird durch eine Klemmmutter gesichert und ist ohne Endverformung
ausgebildet. Die Klemmmutter wird in einer pressenartigen Vorrichtung in der die montierte
Spule aufgenommen ist, auf die unverformten Enden der Zuganker aufgesteckt und sorgt
für die Verspannung der gesamten Spule. Der Kern dieser Spule wird in einer Nut an
der Innenseite der Flansche zentriert.
Es wird dort auch erwähnt, daß das zweite Stangenende nachträglich vernietet, aufgeweitet
oder verformt werden kann, wobei diese Verformung einen zusätzlichen Ring, eine Unterlegscheibe
oder aehnliches sichern soll.
[0004] Nachteilig bei dieser Spule ist, daß zu den Flanschen und dem Kern, sowie den eigentlichen
Zugankern, zusätzliche Bauteile erforderlich sind und eine Vorrichtung vom Rang einer
Maschine benötigt wird, um die Klemmmuttern aufzudrücken. Eine Demontage ohne Zerstörung
scheint nicht möglich.
[0005] Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Spule vorzuschlagen, die in
ihrem Aufbau einfacher ist und ohne eine Aufnahmevorrichtung für die Spule bei der
Montage auskommt, sowie besonders kostengünstig ist.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe ist im kennzeichnenden Teil von Anspruch 1 wiedergegeben.
Dabei wird das zweite umgeformte Ende der Zuganker gegen Ende der Spulenmontage durch
ein großes Loch in der zuletzt montierten Flanschwand gesteckt und anschließend vorzugsweise
radial nach außen verschoben. In dieser radial nach außen verschobenen Position hintergreift
der radial abkragende Endabschnitt am zweiten Ende des Zugankers die Flanschwand und
wird durch die Fixiermittel in dieser radial nach außen verschobenen Position gehalten.
So umgreifen alle Zuganker klammerartig unmittelbar mit ihren umgeformten Enden die
Flanschwände und den dazwischen angeordneten Kern aus dem Kerninnenraum heraus. Dadurch,
daß die umgeformten Endabschnitte unmittelbar den Flansch einspannen, ergibt sich
ein einstückiger Zuganker, der zumindest die axiale Verspannung der Spule sicherstellt.
Zumindest die umgebogenen Endabschnitte der Zuganker sind an der Innenseite der Biegestelle
scharfkantig gebogen, um die Biegebeanspruchung der Klammer zu minimieren. Diese scharfkantige
Biegung ist zumindest auf einer Seite eines jeden Zugankers ausgebildet. Die Fixiermittel
positionieren die Zuganker in radialer Richtung und die umgeformten Enden in ihrer
Drehlage bezogen auf die Längsachse der Zuganker. Die so ausgebildeten Zuganker können
aus einem Stück industriell vollständig vorgefertigt werden und brauchen keine plastische
Verformung bei der Montage. Die Fixiermittel erlauben ein Lösen der Positionierung
der Zuganker und damit eine Demontierbarkeit der Spule. Eine Seite eines jeden Zugankers
kann als Endumformung einen angestauchten Kopf aufweisen, der mit seinem Übergang
zum Schaft des Zugankers in ein Loch in dem zugehörigen Flansch eintaucht, das kleiner
ist als der Kopf. Die große Bohrung für das zweite umgeformte Längsende des Zugankers
ist dann ausschließlich an dem zweiten Flansch angeordnet, ebenso wie die Fixiermittel
für diese Seite des Zugankers.
[0007] Eine Ausgestaltung der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass beide in der Flanschebene
radial abkragenden Enden der Zuganker durch Umbiegen der Stangenenden gebildet werden.
Dadurch werden zusätzliche Bauelemente zum Klammern der Flansche überflüssig. Das
Umbiegen der Enden der stangenförmigen Zuganker ist ein preiswertes Herstellungsverfahren.
Die Zuganker können vollständig industriell vorgefertigt werden. Diese Maßnahme hat
zudem den Vorteil, daß beide Flansche gleich ausgebildet sein können.
Durch Spreizen der umgebogenen, den Klammercharakter ausmachenden Enden der Zuganker
und das dabei erfolgende Lösen der Fixierung wird die Spule einfach demontierbar ohne
Zerstörung der Zuganker.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, die Mittel zum Fixieren des mindestens
einen, mit dem radial abkragenden Abschnitt ausgeformten Endes mit einer weiteren
Umbiegung des freien Stangenendes zu versehen, wobei dieser zweiten Umbiegung eine
Ausnehmung oder ein Vorsprung aussen im Flansch zugeordnet ist. Der Abstand zwischen
dem ersten und dem zweiten, innen scharfkantigen Knick an dem betrachteten Endabschnitt
der Zuganker ist so elastisch bemessen, daß die zweite Umbiegung bei der Montage und
bei der Demontage nach außen gezogen werden kann und in der endgültigen Position des
kompletten Zugankers mit der Ausnehmung oder dem Vorsprung verhakt. Bei Verwendung
einer Ausnehmung zum Verhaken erhält die gesamte Umformung der Enden die Form eines
Handgriffs eines Spazierstocks. Die Vertiefungen im Flansch für die stummelförmigen
Zapfen sind vorzugsweise als etwa dem Durchmesser der stummelförmigen Zapfen entsprechende
Bohrungen ausgebildet. Sie können als Sack- oder Durchgangsbohrungen ausgestaltet
sein.
[0009] Zuganker mit zwei zweifach abgewinkelten Enden erhalten mit ihrem geraden Mittelabschnitt
eine etwa C-förmige Gestalt. Die C-Form liegt in einer Ebene.
[0010] Alternativ kann die Ausrichtung der stummelförmigen Zapfen an den umgebogenen Enden
der Zuganker in beliebiger Richtung innerhalb der Flanschwandstärke erfolgen.
[0011] Die von den Mittelabschnitten der Zuganker abgewinkelten Enden können, bezogen auf
den betrachteten Flansch, auch in Umfangsrichtung oder auch nach innen auf die Spulenachse
weisen, wenn aufgrund der Größe der Spule für eine solche Anordnung genügend Raum
ist.
[0012] In einer vereinfachten Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, dass die Löcher
im Flansch zum Durchstecken der Zuganker mit ihrem, bezogen auf die Spulenachse, äußeren
Umfang auf dem Innenumfang des Kerns liegen. Dadurch wird es möglich, auf zusätzliche
Mittel zur Zentrierung des Kerns zu verzichten, da die Zuganker in ihrer fixierten
Position diese Aufgabe mit übernehmen.
[0013] Eine weitere Ausgestaltung der Erfindung ist geprägt durch mindestens einen Stopfen,
mit dem nach Montage der Zuganker verbleibende Lochabschnitte in den Flanschen geschlossen
und die Zuganker in dem Restloch fixiert werden. Dabei kann die Sicherung der Zuganker
gegen Verdrehung um ihre Längsachse durch die Stopfen selbst und mindestens eine daran
angeformte Gabel und/oder durch Vorsprünge oder Ausnehmungen an den Flanschen im Bereich
der Endabschnitte der Zuganker erfolgen. Diese Ausführungsform eignet sich besonders
für Spulen aus Kunststoff, bei denen die Stopfen, z.B. mit einem Filmscharnier sofort
mit angespritzt werden können.
[0014] In Weiterführung der Erfindung ist vorgesehen, daß die zweite Abbiegung des Stangenendes
in den Wickelraum der Spule weist und in ein Loch in einer Flanschwand eintaucht.
Alle Biegungen der Zuganker sind dann in der gleichen Ebene ausgebildet. Die Ausnehmung
kann dann die Form eines Durchgangsloches in der Flanschwand haben.
[0015] Zur Vereinheitlichung der Flanschausbildung und zur Vereinfachung der Montage kann
in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen sein, daß beide Enden der stangenartigen
Zuganker zweifach abgeknickt sind und die äußersten abgeknickten Abschnitte in die
Flanschwand eintauchen.
[0016] Zur Verbesserung der Belastbarkeit des Flansches an den Tragstellen der Zuganker
kann nach einem weiterbildenden Merkmal der Erfindung vorgesehen sein, daß die Zuganker
eine flache Längsseite aufweisen. Praktisch kommen dabei Bandeisen oder Vierkantdraht
als Vormaterial für die Zuganker in Frage.
[0017] In Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß mindestens ein Zuganker in einem
Rastsitz zwischen Kern und Durchstecköffnung im Flansch fixiert ist oder zwischen
Kern und Durchstecköffnung eingeklemmt ist. Dabei wird der Zuganker scherenförmig
zwischen dem Spulenkern und dem Flansch gehalten. Dies geschieht bei der reinen Klemmung
nur reibschlüssig, wobei der rohrförmige Spulenkern durch den Zuganker an der Kontaktstelle
eine leichte Deformation nach außen erfährt. Um diese Klemmposition mit geringem Kraftaufwand
erreichen zu können, weist das Durchstcckloch im Flansch für das Zugankerende ein
Stück Lochrand auf, das sich etwa asymptotisch dem Innenumfang des Spulenkerns nähert,
um so zwischen dem Innenumfang des Kerns und diesem Kurvenstück einen sich verjüngenden
Spalt auszubilden, in den der Zuganker eingeklemmt werden kann, um dann in der geklemmten
Position von den Mitteln zum Fixieren gesichert zu werden.
[0018] Der alternative Rastsitz als Positionierungsmittel für den Zuganker, mit Elementen
sowohl von Reibschluß als auch von Formschluß, erlaubt es dem Kern, zumindest teilweise
zurückzufedern, wenn der Zuganker nach überschreiten einer Rastnase den Rastsitz erreicht.
Die so eingerasteten Endbereiche der Mittelabschnitte der Zuganker schmiegen sich
dabei in den Rastsitz am Flansch ein und bilden so eine relativ großflächige Anlage.
[0019] In Verbindung mit den zweifach abgewinkelten Enden der Zuganker ergibt sich so eine
doppelte Abstützung mindestens eines Endes des Zugankers im Spulenflansch und eine
vorgespannte Zentrierung und Abstützung des Spulenkerns relativ zu den Flanschen.
Da die Zuganker vorzugsweise aus Stahl sind und das Spulenmaterial im übrigen vergleichsweise
weich ist, ist davon auszugehen, daß die Last der Wicklung sich bei dem betrachteten
Zugankerende zweifach am Flansch abstützt, nämlich mit den stummelförmigen Endabschnitten
des zweifach abgewinkelten Zugankers, die in den Flansch von außen hineingreifen und
mit den Endbereichen der den Kern durchdringenden Mittelabschnitte des Zugankers.
Dabei sind leichte Verformungen an den Lochlaibungen für die Zuganker tolerabel, da
es sich vorzugsweise Einwegspulen handelt.
[0020] Die erfindungsgemäße Spule erhält ihr Gepräge auch durch die Ausbildung der Zuganker,
wobei in erster Linie daran gedacht ist, daß beide Enden eines jeden Zugankers ein-
oder zweifach, etwa rechtwinklig abgebogen sind. Die Abbiegungen finden vorzugsweise
in der gleichen Ebene statt. Der Zuganker ist ein ebenes Produkt. Der von einem den
Spulenkern und beide Flanschen durchdringenden Teil des Zugankers gebildete Mittelabschnitt
wird an beiden Seiten mit einem rechtwinklig umgebogenen Ende fortgesetzt. Dabei ergibt
sich eine U-Form des Zugankers. Bevorzugt ist daran gedacht, die abgebogenen Enden
mit einem weiteren, ebenso rechtwinklig abgebogenen Stummel abzuschließen. Das führt
zu einer C-förmigen Gestalt des Zugankers. Die abstehende Länge der Stummel ist kleiner
als die Flanschwandstärke. Die abgewinkelten Enden sind als Federn ausgebildet und
erlauben eine Aufbiegung des Endes eines Zugankers um mindestens eine Flanschwandstärke
ohne eine plastische Verformung zu erfahren.
[0021] Die nach der Erfindung bedeutsamen gestalterischen Änderung kommen wesentlich an
den Spulenflanschen zum Ausdruck, die sich insbesondere dadurch auszeichnen, daß jeder
Flansch für jeden Zuganker zwei Löcher aufweist, eines zum Durchstecken des Zugankerendes
und eines zum Einhaken des Stummels am freien Ende des Zugankerendes.
[0022] Die Erfindung wird im einzelnen anhand der Zeichnung erläutert. Dabei zeigen:
- Fig. 1 :
- Eine Spule im Halbschnitt nach der Erfindung;
- Fig. 2 :
- einen Ausschnitt aus einer Seitenansicht von Fig. 1;
- Fig. 3 :
- einen Ausschnitt aus einer Seitenansicht eines Spulenflansches;
- Fig. 4 :
- einen Schnitt nach Linie IV-IV in Fig.3;
- Fig. 5 :
- einen Ausschnitt aus einem Spulenflansch mit einer besonderen Ausbildung eines Endes
eines Zugankers;
- Fig. 6 :
- einen Schnitt nach Linie VI-VI in Fig.5;
- Fig. 7 :
- einen abschnittweise dargestellten Zuganker mit rechteckförmigem Querschnitt;
- Fig. 8 :
- ein Stück Zuganker mit Endabschnitt und spezieller Querschnittsausbildung;
- Fig. 9 :
- Einen Flansch mit unterschiedlichen Ausgestaltungen der Löcher zur Aufnahme der Zuganker.
[0023] In Fig.1 ist eine Sperrholz-Spule 2 gezeigt, die aus zwei Flanschen 2, 3 und einem
Kern 4 besteht, wobei die Flansche 2,3 und der Kern 4 durch vorzugsweise mindestens
drei Zuganker 5 zusammengehalten werden. Am Innenumfang des Kerns 4 sind drei Zuganker
6 gleichmäßig verteilt, von denen nur einer gezeigt ist. Die Zuganker 5 werden durch
Löcher 9, 10̸ in den Flanschen 2, 3 gesteckt. Die Zuganker 5 tragen ausgehend von
ihrem Mittelabschnitt 6 innerhalb des Kerns 4 an ihren beiden Enden zu einer Klammer
abgewinkelte Endabschnitte 7, 8, an deren Enden in den Wickelraum 25 der Spule 1 weisende
Zapfen 11, 12 durch eine weitere Umbiegung ausgebildet sind. Die Zapfen 11, 12 dienen
der Fixierung des Zugankers in der Spule. Beide Biegungen eines jeden Ankerendes liegen
in der gleichen Ebene, einer Längsebene der Spule 1. Die Zapfen 11, 12 greifen in
Ausnehmungen 14, 15 in den Flanschen 2, 3 ein, die auf Höhe des Wickelraumes 25 angeordnet
sind. Die Zuganker 5 sind aus Vierkantdraht hergestellt. Die Zuganker 5 werden zur
Montage der Spule 1 durch die Löcher 9, 10̸ in den Flanschen 2, 3 gesteckt. Die Löcher
9, 10̸ sind so bemessen, daß die umgebogenen Enden 7, 8 durch die Löcher 9, 10̸ passen.
Mit ihrem in radialer Richtung, bezogen auf die Spulenachse 22 äußeren Umfang 23 (Fig.2)
berühren die Löcher 9, 10̸ den Innenumfang 24 des Kerns 4. Der Abstand der Ausnehmungen
14, 15 von den Umfangsabschnitten 23 der Löcher 9, 10̸ entspricht genau der lichten
inneren Weite der U-förmig gebogenen Enden der Zuganker 5, so daß die Zuganker 5,
wenn ihre Zapfen 11, 12 in die Ausnehmungen 14, 15 eingerastet sind, in jeder Hinsicht
fixiert sind. Das bezieht sich auf die radiale Lage der umgeformten Enden hinsichtlich
der Spulenachse 22 und auf ihre Drehlage bezogen auf die Längsachse des Zugelements
6. Die Fixierenden 11, 12 mit einem Schraubenzieher kann die Spule 1 wieder zerlegt
werden.
[0024] Die in Fig.3 und Fig.4 gezeigte Kunststoffspule 20̸ umfaßt zwei Flansche 19, von
denen nur einer gezeigt ist, einen Kern 35 und Zuganker 21, die die Flansche 19 und
den Kern 35 in der die Spule prägenden Gestalt zusammenhalten. Der Zuganker 21 hat
einen die gesamte Länge der Spule durchgreifenden mittleren Abschnitt und an beiden
Enden einen rechtwinklig abgebogenen Endabschnitt 25, der sich in einer Tasche im
Flansch 19 in radialer Richtung von der Spulenachse 36 nach außen erstreckt. Ein Loch
48 unterhalb des abgewinkelten Endes 25 des Zugankers 21 ist durch einen Stopfen 18
nach Abschluß der Montage verschlossen worden. Dadurch ist der Zuganker in radialer
Richtung, bezogen auf die Spulenachse 36 fixiert. Zur Sicherung der Drehlage des Zugankers
21 sind zwei Vorsprünge 16, 17 radial außerhalb des Loches 48 mit dem Stopfen 18 vorgesehen,
die das abgebogene Ende 25 des Zugankers zwischen sich einschließen.
[0025] Die in Fig.5 und Fig.6 gezeigte Sperrholzspule besteht aus zwei Flanschen 26, die
in der bekannten Anordnung einen Kern 27 zwischen sich einschließen und durch Zuganker
29 zusammengehalten werden. Die Zentrierung des Kerns 27 erfolgt über eine Stützronde
28, wobei die Flansche 26 und die Stützronde im Kernbereich kongruente Öffnungen 34
aufweisen, die so bemessen sind, daß die umgebogenen Enden 30̸ der Zuganker 29 in
Richtung der Längsachse der Spule und der sich dazu parallel erstreckenden Längsachse
des Zugankers 29 durchsteckbar sind. Die Enden 30̸ des Zugankers 29 erstrecken sich
in radialer Richtung bezogen auf die Zentralbohrung 33 in der Spulenmitte. Die freien
Enden der umgebogenen Endabschnitte 30̸ sind mit angeformten und durch einen weiteren
Biegevorgang in Umfangsrichtung der Spule entstandenen stummelförmigen Zapfen 31 versehen.
Sowohl die Endabschnitte 30̸ als auch die stummelförmigen Zapfen 31 sind zumindest
teilweise in der Form, der Endabschnitte und ihrer stummelförmigen Zapfen 31 angepaßten
Ausnehmungen 32 in den Flansch 26 eingelassen. Durch die Paßform der Ausnehmung 32
ist der komplette Zuganker 29 mit seinen Endabschnitten 30̸ und seinen stummelförmigen
Zapfen 31 ohne Freiheitsgrad, bezogen auf die Spule, fixiert.
[0026] In Fig.7 ist ein Zuganker 39 insbesondere für eine Holzspule gezeigt, der am Übergang
des zentralen Zugabschnittes auf den in der Flanschebene liegenden Abschnitt scharfkantig
hochgebogene Endabschnitte 37 trägt, die mit nach innen umgebogenen Zapfen 40̸ abschließen.
In Aufbau und Wirkungsweise entspricht der Zuganker 39 dem Zuganker 6 aus Fig.1. Der
Zuganker 39 hat als Besonderheit einen rechteckigen Querschnitt 38. Die Endabschnitte
37 und die Zapfen 40̸ sind über die Breitseiten des Rechteckquerschnitts gebogen.
An den tragenden Stellen am -- hier nicht gezeigten -- Flansch der Spule liegt der
Querschnitt mit seiner breiten Flachseite 49 auf.
[0027] In der Ausführungsform des Zugankers 42 nach Fig.8 für eine Holzspule ist das Ausgangsmaterial
ein runder Draht, wie aus der Schnittdarstellung bei 45 ersichtlich. Der Zuganker
42 entspricht dem Zuganker 5 in Fig.1. Gezeigt ist dabei nur der linke Abschnitt des
Zugankers in Fig.1. Der Runddraht mit dem bei 45 dargestellten Profil erstreckt sich
fast bis über die gesamte Länge der -- nicht gezeigten --Spule in deren Innerem. In
seinem äußeren Bereich mit dem abgewinkelten Endabschnitt 43 und dem daran ausgeformten
noch einmal abgebogenen Stummel 46 ist das Rundmaterial abgeplattet, wie aus der Querschnittdarstellung
bei 44 ersichtlich und liegt mit seiner Flachseite 47 am und im Flansch an, um die
Flächenpressung zwischen Zuganker und Flansch zu reduzieren und die erforderlichen
Kräfte zum Aufbiegen der umgebogenen Enden der Zuganker herabzusetzen.
[0028] Die Endabschnitte 7, 8, 37 und 43 sind von ihrer Länge und Querschnittsbemessung
so ausgebildet, daß sie um das vorstehende Maß der stummelförmigen Zapfen 11, 12,
40̸, 46 von Hand -- ggf. mit einem Werkzeug elastisch aufgebogen werden können und
zum Abschluß der Montage der Zuganker und nach Lösen der Aufbiegung elastisch in eine
Vertiefung 14, 15 (Fig.1)im Spulenflansch zurückfedern. Entsprechendes gilt für die
Endabschnitte 25 in Fig.3 und Fig.4 sowie für den Endabschnitt 30̸ in Fig.5 und Fig.6.
[0029] In Fig.9 ist ein kreisrunder Flansch 50̸ gezeigt, der in seiner Mitte eine Zentralbohrung
51 aufweist. Mit 52 ist die Anordnung des -- hier nicht gezeigten -- Kernes gestrichelt
angedeutet, da die Anordnung der Löcher nur in Relation zur Lage des Kerns zu sehen
ist. In dem Flansch 50̸ sind drei Paare 53, 54, 55 von Löchern gezeigt, wobei die
Löcher eines Paares im wesentlichen die Kernstirnseite zwischen sich einschließen.
Jedes Lochpaar 53, 54, 55 dient der Aufnahme und Verankerung eines Endes eines Zugankers
am Flansch. Vorzugsweise sind drei Zuganker pro Spule vorgesehen.
[0030] Fig.9 zeigt drei unterschiedliche Ausgestaltungen der Lochpaare 53, 54, 55, die nur
zur Vermeidung von Wiederholungen an einem einzigen Flansch gezeigt sind. In der Praxis
sind drei gleiche Lochpaare vorgesehen, die gleichmäßig auf dem Flansch verteilt sind.
[0031] Alle Lochpaare bestehen aus einer Durchbrechung 58, 60̸, 63 des Flansches 50̸, durch
die die Enden der Zuganker durchgesteckt werden und einem Hakloch 59, 61, 64, in die
die Stummel an den Enden der Zuganker zum Abschluß der Montage eingehängt werden.
Alle Durchbrechungen 58, 60̸, 63 ragen mit einem kurzen Abschnitt in die Anordnung
52 des Kerns hinein, sind aber im wesentlichen -- in der in Fig.9 gezeigten Ansicht
-- innerhalb des Kernbereiches angeordnet.
[0032] Die Durchbrechung 58 hat die Form eines Spazierstocks, der mit seinem "Griff" in
den Anordnungsbereich 52 des Kerns hineinragt und mit einer Inspektions- und Führungserweiterung
68 das Durchführen des Endes des Zugankers durch die Durchbrechung 58 erleichtert.
Mit einer spitzen Zange oder mit einem Haken läßt sich der Zuganker führen und durch
die Durchbrechung durchziehen und mit seinem Stummel in das Hakloch 59 einführen.
Der Griffbereich des Spazierstocks hat einen Rastsitz 56 und eine Rastnase 57, an
denen sich vorübergehend -- Rastnase 57 -und endgültig -- Rastsitz 56 -- ein Endbereich
des Mittelabschnitts eines Zugankers abstützt. Der aus Runddraht gefertigte Zuganker
schmiegt sich mit seinem Umfang in den Rastsitz 56 ein. Das Hakloch 59 und der Rastsitz
56 liegen in radialer Fluchtung im Flansch hintereinander. Der gerade Abschnitt 67
der Durchbrechung 58 erstreckt sich fast in radialer Richtung. Die Durchbrechung 58
erlaubt es, das komplette Ende des Zugankers durch den Flansch durchzuziehen. Das
Hakloch 59 ist als Durchgangsbohrung ausgebildet. So können auf beiden Seiten des
Kerns gleiche Flansche zum Einsatz kommen.
[0033] Das Lochpaar 54 besteht aus einer kreisabschnittförmigen Durchbrechung 60̸, die mit
Ihrer Längsmitte eine Klemmstelle 62 bildet und dort die vorgesehene Anordnung 52
des Kernes schneidet und mit ihren Enden in der Projektion des Kerninnenbereiches
liegt. Die Durchbrechung 60̸ ist spiegelbildlich zu einem Radius durch das Hakloch
61 ausgebildet. In der montierten Stellung wird der Zuganker mit seinem Mittelabschnitt
an der Klemmstelle 62 durch die Laibung der Durchbrechung 60̸ und den an dieser Stelle
leicht ausgebeulten Kern eingespannt. Dadurch wird eine Zentrierung des Kerns mit
dessen Vorspannung erreicht.
[0034] Das Lochpaar 55 besteht aus einem Hakloch 64 und einer Durchbrechung 63, die ebenfalls
spiegelbildlich zu einem Radius durch das Hakloch 64 ausgebildet ist, wie die Durchbrechung
60̸ des Lochpaares 54. Sie besitzt auf dem Radius durch das Hakloch 64 einen Rastsitz,
der beiseitig von Rastnasen 66 begrenzt ist. Auch die Durchbrechung 63 schneidet die
Kernanordnung 52 an, so daß der Zuganker im eingebauten Zustand scherend in seinem
Rastsitz 65 zwischen diesem und der Kerninnenwandung eingespannt ist.
[0035] Allen Variationen von Lochpaaren ist gemeinsam, daß die Enden der Zuganker sich zweifach
am Flansch abstützen. Einerseits bilden alle Haklöcher 59, 61, 64 eine erste Abstützung
in radialer Richtung für den jeweiligen Zuganker und andererseits bilden die Rastsitze
56 und 65 bzw. die Klemmstelle 62 die zweite Abstützung für den Zuganker. Auch wenn,
bedingt durch Toleranzen, der Zuganker nicht von vornherein gleichmäßig an beiden
Kontaktstellen anliegt, so ist doch sichergestellt, daß bei hohen Belastungen, also
jedenfalls vor dem Bruch, durch geringfügige Verformungen der aus Holz oder Kunststoff
bestehenden Flanschen sich rechtzeitig eine Zweifach-Anlage ausbildet.
[0036] Alle beschriebenen oder bildlich dargestellten Merkmale bilden für sich oder in beliebiger
sinnvoller Kombination den Gegenstand der Erfindung, auch unabhängig von ihrer Zusammenfassung
in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
1. Spule (1, 20̸) mit zwei Flanschen (2, 3, 19, 26) und einem Kern (4, 27, 35)
und mit Zugankern (5, 21, 29, 39, 42) zum Fixieren der Flansche (2, 3, 19, 26) und
des Kerns (4, 27, 35) in der fuer die Spulengestalt massgeblichen Anordnung,
wobei die Zuganker (5, 21, 29, 39, 42) durch Löcher (9, 10̸, 34, 48) in den Flanschen
(2, 3, 19, 26) gesteckt werden,
mit mindestens einem umgeformten Ende (7, 8, 25, 30̸, 37, 43) an dem Zuganker (5,
21, 29, 39, 42), das von dem Mittelabschnitt (6, 41) des Zugankers radial abkragt,
dadurch gekennzeichnet, dass
zwei umgeformte Enden (7, 8, 37) der unmontierten Zuganker (5, 21, 29, 39, 42) vorgesehen
sind und
die Loecher (9, 10̸, 34) in mindestens einem Flansch (2, 3, 19, 26) so gross sind,
dass die zugeordneten, umgeformten Enden (7, 8, 25, 30̸, 37, 43) in Längsrichtung
der Zuganker (5, 21, 29, 39, 42) durchgesteckt werden koennen,
und durch Mittel (11, 12, 16, 17, 18, 31, 40̸, 46, 59, 61, 64) zum Fixieren mindestens
eines mit einem radial abkragenden Abschnitt (7, 8, 25, 30̸, 37, 43) ausgeformten
Endes der Zuganker (5, 21, 29, 39, 42) in der Flanschebene in der fertig montierten
Anordnung.
2. Spule (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass beide in der Flanschebene radial abkragenden Endabschnitte (7, 8, 25, 30, 37, 43)
der Zuganker (5, 21, 29, 39, 42) durch Umbiegen gebildet werden.
3. Spule (1, 20̸) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Mittel (11, 12, 16, 17, 18, 31, 40̸, 46) zum Fixieren des mindestens einen, mit
dem radial abkragenden Abschnitt ausgeformten Endes von einer weiteren stummelförmigen
Abbiegung des freien Endes des Zugankers (5, 21, 29, 39, 42) gebildet werden, denen
eine Ausnehmung (14, 15, 32, 59, 61, 64) im oder ein Vorsprung (16, 17) aussen am
Flansch (2, 3, 19, 26) zugeordnet ist.
4. Spule (20) nach einem der vorangegangenen Ansprüche, gekennzeichnet durch mindestens einen Stopfen (18) als Teil der Fixiermittel, mit dem, nach Montage der
Zuganker (21) verbleibende Lochabschnitte in den Flanschen (19), die Zuganker (21)
in dem Loch (48) fixiert werden.
5. Spule (1) nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die zweite Abbiegung des Zugankers (11, 12, 40̸, 46) in den Wickelraum (25) der Spule
(1) weist und in ein Loch (14, 15, 59, 61, 64) in einer Flanschwand (2, 3, 50̸) eintaucht.
6. Spule (1) nach Anspruch 3 oder Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß beide Enden (7, 8, 37) der Zuganker (5, 39) zweifach abgeknickt sind und die äußersten
abgeknickten Abschnitte (11, 12, 40̸) in die Flanschwand (2, 3) eintauchen.
7. Spule nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuganker (39, 42) eine flache Längsseite (47, 49) aufweisen.
8. Spule nach einem der vorangeganenen Ansprueche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Zuganker in einem Rastsitz (56, 65) zwischen Kern und Durchsteckoeffnung
(58, 63) im Flansch (50̸) fixiert ist oder zwischen Kern (52) und Durchsteckoeffnung
(58, 63) eingeklemmt ist.
9. Zuganker (39) fuer eine Spule nach einem der vorangegangenen Ansprueche, dadurch gekennzeichnet, dass beide Enden (37) ein- oder zweifach, etwa rechtwinklig abgebogen sind.
10. Flansch (50̸) fuer eine Spule nach einem der vorangegangenen Spulenansprueche und
fuer einen Zuganker nach dem vorangehenden Anspruch, dadurch gekennzeichnet, dass er (50̸) fuer jeden Zuganker zwei Loecher (58, 59; 60̸, 61; 63, 64) aufweist, eines
(58, 60̸, 63) zum Durchstecken des Zugankerendes und eines (59, 61, 64) zum Einhaken
des Stummels am freien Ende des Zugankerendes.