[0001] Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugkran mit Radschwenkträgern gemäß dem Gattungsbegriff
des Patentanspruchs 1.
[0002] Aus der gattungsbildenden DE 33 36 638 C2 ist ein Fahrzeugkran bekannt, der einen
um eine vertikale Drehachse auf einem ein Straßenfahrwerk mit Rädern aufweisenden
Unterwagen angeordneten Oberwagen aufweist, der seinerseits mit einem Aufleger versehen
ist. Der Unterwagen weist einen Zentralkasten als Tragkonstruktion für die drehbare
Aufnahme des Oberwagens auf. Der Zentralkasten ist in Fahrtrichtung gesehen an seiner
Vorderseite starr mit einem Vorderabschnitt des Fahrgestells des Fahrzeugkrans verbunden.
Auf der Rückseite des Zentralkastens sind zwei Radschwenkträger angeordnet, die in
der Fahrstellung einen Teil des gesamten Fahrwerks bilden. Im Hebebetrieb sind die
beiden Radschwenkträger zur Seite ausschwenkbar und sind mit höhenverstellbaren Bodenstützen
versehen, so dass sie zwei Stützträger bilden. Im vorderen Teil des Zentralkastens
sind zwei Anlenkstellen vorgesehen, an denen zwei weitere Stützträger für den Hebebetrieb
montierbar sind.
[0003] Aus der GB 767 420 ist ein Fahrgestell bekannt, das auch für Fahrzeugkrane eingesetzt
werden kann, bei welchem an einem Zentralkasten als zentraler Tragkonstruktion vier
Radschwenkträger angeordnet sind, die an ihren Enden jeweils mit gegenüber der Längsrichtung
des Radschwenkträgers verschwenkbaren Achsen mit jeweils zwei Rädern versehen sind.
Hierdurch soll für das auf dem Fahrgestell jeweils aufgebaute Arbeitsgerät eine besondere
Flexibilität im Arbeitseinsatz geschaffen werden.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Fahrzeugkran der gattungsgemäßen
Art dahingehend zu verbessern, dass er bei gegebener Tragfähigkeit ein möglichst geringes
Gewicht des Unterwagens einschließlich der für den Hebebetrieb erforderlichen Stützträger
aufweist.
[0005] Gelöst wird diese Aufgabe bei einem gattungsgemäßen Kran durch die im Patentanspruch
1 angegebenen Merkmale. Vorteilhafte Weiterbildungen dieses Fahrzeugkrans ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Die Lösung der Erfindung besteht darin, dass der Unterwagen des Fahrzeugkrans mit
einem Zentralkasten versehen ist, an dem mindestens drei, vorzugsweise vier Stützträger
eingebaut sind, von denen zwei als Radschwenkträger ausgebildet sind, die als Ersatz
für einen üblichen Fahrgestellrahmen das Straßenfahrwerk anzusehen sind. Außer den
beiden Radschwenkträgern sind mindestens ein weiterer, vorzugsweise zwei Stützträger
vorgesehen, die für den die Umrüstung in den Hebebetrieb gegenüber dem Zentralkasten
verschwenkbar sind. Zur Verbesserung der Bodenabstützung können bei Bedarf auch weitere
Stützträger vorgesehen sein. Zur Einstellung der Fahrbereitschaft für die Straßenfahrt
können sämtliche Stützträger einschließlich der Radschwenkträger in eine parallele
Stellung zueinander gebracht und unter einander in dieser Stellung verriegelt werden.
Vorzugsweise sind die Radschwenkträger und die nicht mit Rädern versehenen weiteren
Stützträger in der Fahrstellung gegenüber der Fahrtrichtung nach hinten schwenkbar.
Das bedeutet also, dass der Zentralkasten im vorderen Teil des fahrbereiten Fahrzeugkrans
angeordnet ist.
[0007] In der Fahrstellung macht die axiale Länge der beiden Radschwenkträger deutlich mehr
als die Hälfte der Gesamtlänge des Fahrzeugkrans aus. Typischerweise liegt die Länge
der Radschwenkträger mindestens bei 70% der Fahrzeuglänge. Die für die Gewährleistung
eines ordnungsgemäßen Fahrbetriebs erforderliche Verriegelung der Radschwenkträger
untereinander kann zweckmäßig körperlich in eine Ablage für den Ausleger integriert
sein. In der Fahrstellung sollte nämlich der Ausleger wegen seines hohen Gewichts
nicht nur über einen Drehkranz des Oberwagens gegenüber dem Unterwagen abgestützt
sein, sondern mindestens noch eine zusätzliche Abstützung in Form einer z.B. rahmenartig
ausgebildeten Ablage aufweisen. Diese Ablage lässt sich so gestalten, dass sie gleichzeitig
eine Verbindung zwischen den beiden Radschwenkträgern im Sinne einer Verriegelung
bildet.
[0008] Die Stützträger, d.h. sowohl die keine Räder des Fahrwerks aufweisenden Stützträger
als auch die Radschwenkträger, können vorteilhaft als teleskopierbare Stützträger
ausgeführt sein, um je nach Bedarf und den räumlichen Gegebenheiten am Einsatzort
eine zweckmäßige Größe der Stützlänge einstellen zu können. Zusätzlich oder alternativ
können die Stützträger und/oder die Radschwenkträger auch in der Weise in mindestens
zwei Teile unterteilt ausgeführt sein, dass die Teile eines Stützträgers jeweils über
ein Drehgelenk miteinander verbunden sind. Dadurch ergeben sich besondere Vorteile
beim Ausschwenken eines Stützträgers beispielsweise im Falle der Umgehung eines Hindernisses,
welches bei einem gestreckten Stützträger im Wege stehen würde, aber bei einem entsprechend
eingeknickten Stützträger umgangen werden kann.
[0009] Zur Verbesserung der Kurvengängigkeit beim Verfahren des Fahrzeugkrans kann es zweckmäßig
sein, die Abknickbarkeit der Radschwenkträger und Stützträger in den Drehgelenken
gezielt (d.h. gesteuert) auch während des Fahrbetriebs zu nutzen. Zweckmäßigerweise
sollte dies nur bei extremer Langsamfahrt möglich sein, so dass dann die Verriegelung
der Radschwenkträger untereinander vorübergehend gelöst werden kann.
[0010] Von besonderem Vorteil für die Standfestigkeit des Fahrzeugkrans im Hebebetrieb und
auch während der Durchführung der Umrüstung zwischen dem Fahrbetrieb und dem Hebebetrieb
ist es, wenn im Bereich des Zentralkastens eine Zentralabstützung vorgesehen wird,
mit der sich der Zentralkasten auf dem Boden abstützen kann. Diese Zentralabstützung
ist zweckmäßigerweise entsprechend ausgeführt wie die an den Enden der Stützträger
bzw. Radschwenkträger vorgesehenen Stützzylinder mit Stütztellern.
[0011] Da die Stützträger üblicherweise als Hohlprofile, beispielsweise als Kastenprofil
ausgebildet sind, können die darin befindlichen Hohlräume vorteilhaft als Tanks für
Treibstoff oder Hydraulikflüssigkeit genutzt werden oder mit entsprechenden Tanks
ausgefüllt werden. Die Hohlräume können auch für die Unterbringung anderer Funktionselemente
für den Kran- oder Fahrbetrieb (z.B. Steuereinheiten) benutzt werden.
[0012] Zur Gewichtseinsparung ist es von großem Vorteil, wenn ein Antriebsmotor, insbesondere
ein Dieselmotor, vorgesehen wird, der als gemeinsames Energieerzeugungsaggregat die
Antriebsenergie nicht nur für den Fahrbetrieb, sondern auch für den Kraribetrieb liefert.
Ein solcher Antriebsmotor kann im oder am Zentralkasten angeordnet werden, wobei zweckmäßigerweise
eine Kopplung mit einem Aggregat zur Erzeugung hydraulischer oder elektrischer Antriebsenergie
vorgesehen wird. Dadurch lässt sich beispielsweise die für den Betrieb einer oder
mehrerer Seilwinden des Oberwagens erforderliche Antriebsenergie problemlos zum Oberwagen
führen.
[0013] Auch für die Räder des Straßenfahrwerks wird zweckmäßig hydraulische oder elektrische
Antriebsenergie eingesetzt, wenngleich selbstverständlich auch über entsprechende
Verteilergetriebe ein rein mechanischer Antrieb möglich wäre. Flexibler und bezogen
auf die Leistungsfähigkeit kostengünstiger sind hydraulische oder elektrische Einzelradantriebe.
Um eine Lenkung des durch die Radschwenkträger gebildeten Fahrwerks zu ermöglichen,
ist es selbstverständlich erforderlich, dass die Räder an lenkbaren Achsen im Sinne
einer Einzelradaufhängung angeordnet sind. Die Lenkung kann zwar mechanisch erfolgen,
wird jedoch zweckmäßigerweise elektrisch oder hydraulisch betätigbar gestaltet.
[0014] Weiterhin ist es von großem Vorteil, wenn die Räder über eine hydropneumatische Federung
gelagert sind. Dadurch ist es möglich, wahlweise ein begrenztes Hochziehen der Räder
vorzunehmen, um die Bodenfreiheit beim Umrüsten des Fahrzeugkrans vom Fahrbetrieb
auf den Hubbetrieb oder umgekehrt zu vergrößern.
[0015] Für die Durchführung der Umrüstung zwischen dem Hub- und dem Fahrbetrieb sollte zweckmäßigerweise
eine elektronische Steuerung vorgesehen werden, die in dieser Hinsicht einen ganz
oder zumindest teilweise automatischen Ablauf der erforderlichen Steuervorgänge erlaubt,
um die Stützträger bzw. Radschwenkträger in Position zu bringen.
[0016] Zur Verringerung des baulichen Aufwands und des Fahrzeuggewichts ist es darüber hinaus
vorteilhaft, für den Fahrbetrieb und den Kranbetrieb nur eine einzige gemeinsame Führerkabine
vorzusehen. Diese wird zweckmäßigerweise so gestaltet, dass sie um eine vertikale
Drehachse schwenkbar ist, so dass sie für den Hebebetrieb des Fahrzeugkrans neben
den Ausleger geschwenkt werden kann. Dadurch ist für den Kranführer eine gute Sicht
auf die zu hebende Last und den Ausleger gewährleistet.
[0017] Durch die erfindunsgemäße Lösung, bei der ein üblicher Fahrgestellrahmen für den
Fahrzeugkran vollständig entfällt, da diese Funktion durch zwei als Radschwenkträger
gestaltete Stützträger übernommen wird, kann das Gewicht des Unterwagens erheblich
gegenüber bekannten Konstruktionen reduziert werden. Eine weitere Gewichtsreduzierung
ergibt sich dadurch, dass für den Fahrbetrieb und den Hebebetrieb als Energieerzeugungsaggregat
ein gemeinsamer Antriebsmotor verwendet wird. Durch die auf diese Weise erzielbaren
Gewichtseinsparungen steht an anderer Stelle mehr Spielraum beispielsweise für einen
größeren Ausleger zur Verfügung.
[0018] Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 einen erfindungsgemäßen Fahrzeugkran mit vier Achsen in Seitenansicht,
Fig. 2 den Fahrzeugkran von Fig. 1 in Draufsicht ohne Ausleger,
Fig. 3 eine Darstellung entsprechend Fig. 2 für einen Fahrzeugkran mit sechs Achsen,
Fig. 4 den Fahrzeugkran gemäß Fig. 1 in Draufsicht während des Hebebetriebs,
Fig. 5a - h unterschiedliche Stadien des Fahrzeugkrans von Fig. 3 beim Umrüsten vom Fahrbetrieb
in den Hebebetrieb,
Fig. 6 den Fahrzeugkran von Fig. 3 im Hebebetrieb,
Fig. 7 den Fahrzeugkran gemäß Fig. 6 mit einem in einem Drehgelenk zum Schwenken eingeknickten
Radschwenkträger und
Fig. 8 den Fahrzeugkran gemäß Fig. 1 im Hebebetrieb in Seitenansicht.
[0019] Der in den Figuren 1 und 2 schematisch dargestellte Fahrzeugkran weist einen Unterwagen
1 und einen auf einem Drehkranz 19 drehbar darauf abgestützten Oberwagen 2 auf. Der
Unterwagen 1 ist mit einem vierachsigen Straßenfahrwerk ausgestattet, dessen Räder
die Bezugszeichen 7 tragen. Wesentlicher Bestandteil des Unterwagens 1 ist ein Zentralkasten
4. An diesen Zentralkasten 4 sind über Drehgelenke (Stützenlager8) mit vertikaler
Drehachse insgesamt vier Stützträger angebaut, von denen (Fig. 2) die beiden mittleren
als reine Stützträger 5a, 5b und die beiden äußeren als Radschwenkträger 6a, 6b ausgebildet
sind. Die Radschwenkträger 6a, 6b sind mit den Rädern 7 ausgestattet und bilden das
Fahrwerk des Fahrzeugkrans. Am Zentralkasten 4 ist im in Fahrtrichtung gesehen vorderen
Teil ein Anbau 20 angeordnet, in dem (nicht dargestellt) ein Motor, vorzugsweise ein
Dieselmotor, sowie ein Aggregat zur Umwandlung der vom Motor erzeugten mechanischen
Energie in hydraulische oder elektrische Antriebsenergie für den Fahr- und Hebebetrieb
des Fahrzeugkrans untergebracht sind. Im Bereich der geometrischen Achse eines Drehkranzes
19 für den Oberwagen 2 ist eine Drehdurchführung 18 angeordnet, durch die Versorgungsleitungen
vom Unterwagen 1 in den Oberwagen 2 geführt werden können. Im Bereich des Zentralkastens
4 ist eine vorzugsweise hydraulisch ausfahrbare Zentralabstützung 11 angeordnet, die
im Hebebetrieb die sichere Abstützung des Unterwagens 1 auf dem Boden zusammen mit
den an den Enden der Stützträger 5a, 5b und Radschwenkträger 6a, 6b angeordneten Stützzylinder
gewährleistet. Der in Fig. 1 im eingefahrenen und in die Grundstellung abgesenkten
Zustand gezeigte Ausleger 3 ist als Teleskopausleger mit mehreren austelekopierbaren
Teleskopschüssen gestaltet. Im Bereich des Auslegerfußes, also seines linken Endes
ist ein Hubwerk 13 für den Hebebetrieb dargestellt. Der Ausleger 3 kann mittels eines
Wippzylinders 10 aus der horizontalen Grundstellung in eine schräg nach oben gerichtete
Arbeitsstellung gefahren werden. Links neben dem Fuß des Auslegers 3 ist eine Führerkabine
14 angeordnet, die vorteilhaft, wie weiter unten noch beschrieben wird, gemeinsam
für den Fahrbetrieb wie auch für den Hebebetrieb eingesetzt wird. In der Grundstellung
ist der Ausleger 3 auf einer Ablage 9 des Unterwagens 1 abgestützt. Diese Ablage 9
dient in einer zweiten Funktion auch zur starren Verriegelung der beiden Radschwenkträger
6a, 6b untereinander, so dass die beiden Radschwenkträger 6a, 6b zusammen mit den
dazwischen angeordneten beiden Stützträgern 5a, 5b in Verbindung mit dem Zentralkasten
4 ein starres Trägergebilde darstellen. Aus Fig. 2 geht deutlich hervor, dass die
bezogen auf die Fahrtrichtung im vorderen Teil des Grundkastens 4 angeordneten als
Drehgelenke ausgeführten Stützenlager 8 einen wesentlich größeren Abstand voneinander
aufweisen als die beiden Stützenlager 8 im hinteren Teil des Zentralkastens 4, an
dem die beiden Stützträger 5a, 5b, die keine Räder des Fahrwerks aufweisen, angebracht
sind. Durch diese Anordnung mit unterschiedlicher Beabstandung der Stützenlager 8
ist es möglich, dass alle vier Stützträger 5a, 5b, 6a, 6b gemeinsam parallel zueinander
in eine Fahrstellung schwenkbar sind. Der Abstand der beiden hinteren Stützenlager
8 entspricht etwa der Breite eines der beiden Stützträger 5a, 5b, während der Abstand
zwischen den beiden vorderen Stützenlagern 8 etwa der dreifachen Breite eines Stützträgers
entspricht, wenn man unterstellt, dass alle Stützträger jeweils die gleiche Breite
aufweisen. Die Räder 7 sind an lenkbaren, d.h. schwenkbaren Achsen angeordnet, um
die Lenkbarkeit des Fahrzeugs zu gewährleisten. Dabei kann vorgesehen sein, dass eine
oder auch mehrere Achsen im mittleren Bereich des Fahrgestells im Sinne einer Starrachse
ausgeführt sind. In Fig. 2 ist dies bei der in Fahrtrichtung vorletzten Achse so vorgesehen.
Die beiden vorderen Achsen und die hintere Achse des Fahrwerks sind über ein gemeinsames
hydraulisches Lenksystem 16, das schematisch angedeutet ist, lenkbar. Durch gegenläufiges
Einschlagen der vorderen Räder gegenüber den hinteren Rädern lässt sich eine gute
Manövrierfähigkeit des Fahrzeugkrans gewährleisten.
[0020] Gegenüber dem Fahrzeugkran in Fig. 2 weist der ebenfalls schematisch dargestellte
Fahrzeugkran in Fig. 3 ein Fahrwerk mit zwei weiteren, also insgesamt sechs Achsen
auf. Er verfügt über deutlich längere Stützträger 5a, 5b und Radschwenkträger 6a,
6b, die jeweils in der Mitte geteilt ausgeführt und dort über ein Drehgelenk 15 miteinander
verbunden sind. Die hinteren Hälften der Stützträger und Radschwenkträger sind mit
5a', 5b', 6a' bzw. 6b' bezeichnet.
[0021] Fig. 4 zeigt den Fahrzeugkran gemäß Fig. 1 und Fig. 2 in einer für den Hebebetrieb
geeigneten Arbeitsstellung. Das bedeutet, dass die beiden Radschwenkträger 6a, 6b
und die reinen Stützträger 5a, 5b in ihre Arbeitsstellung geschwenkt sind und eine
sternförmige Bodenabstützung in Verbindung mit der Zentralabstützung 11 bilden. Die
an den Enden der Stütz- und Radschwenkträger 5a - 6b angebrachten Stützzylinder 21
sowie die Zentralabstützung 11 sind an ihren unteren Enden mit Stütztellern 12 versehen.
die eine ausreichende Verringerung der Flächenpressung auf dem Boden gewährleisten.
Sowohl die Stützträger 5a, 5b als auch die Radschwenkträger 6a, 6b verfügen über teleskopierbare
Innenträger 17, mit denen die durch eine Linie angedeutete quadratische Abstützfläche
bei Bedarf erheblich vergrößert werden kann. Weiterhin geht aus Fig. 4 hervor, dass
der Ausleger über ein paarweise angeordnetes System von Wippzylindern 10 aufrichtbar
ist. Der um eine vertikale Achse schwenkbare Oberwagen 2 ist mit einem Gegengewicht
22 versehen.
[0022] Wie bereits vorher erwähnt, ist die Führerkabine 14, die mit einem Fahrersitz 23
für den Fahrbetrieb und einem Kranbedienersitz 24 für den Hebebetrieb versehen ist,
mittels eines Drehgelenks aus der im Fahrbetrieb zentralen Anordnung (Fig. 1) um etwa
180° seitlich neben den Ausleger 3 (Fig. 4) verschwenkbar. In der verschwenkten Stellung
sitzt der Kranbediener somit ein beträchtliches Stück außerhalb der von der Längsachse
des Auslegers 3 überstreichbaren Wippebene und hat somit eine gute Sicht auf den Kopf
des Auslegers 3 und die zu hebende Last. Im Fahrbetrieb ist die Führerkabine 14 um
180° bezüglich des Drehgelenks zurückgeschwenkt, so dass der Fahrer eine freie Sicht
nach vorne in Fahrtrichtung hat. Bei Bedarf kann, wie durch eine zweite, ohne Bezugszeichen
dargestellte Führerkabine angedeutet ist, eine Verschwenkung auch auf die gegenüberliegende
Seite des Auslegers 3 um ein entsprechend spiegelbildlich zur Auslegerachse angeordnetes
Drehgelenk vorgenommen werden.
[0023] Die Darstellung in Fig. 8 zeigt den Kran gemäß Fig. 4 in Seitenansicht mit schräg
angestelltem Ausleger 3. Deutlich zu erkennen ist hierbei, dass die Abstützung auf
dem Boden über die Zentralabstützung 11 und die im vorliegenden Fall an den Enden
von teleskopierbaren Innenträgern 17 der Radschwenkträger 6 bzw. Stützträger 5 angeordneten
Stützzylinder 21 mit Stütztellern 12 erfolgt. Weiterhin ist ersichtlich, dass außer
dem Hubwerk 13 noch ein zweites Hubwerk 25 für den Hebebetrieb vorhanden ist.
[0024] Aus den schematischen Darstellungen der Fig. 5a - 5h geht hervor, wie der in Fig.
3 dargestellte sechsachsige Fahrzeugkran sukzessive vom Fahrbetrieb in die Stellung
des Hebebetriebs umgerüstet werden kann. Dies kann in der Weise erfolgen, dass ausgehend
von der Grundstellung in Fig. 5a zunächst die Zentralabstützung und die Stützzylinder
an den Stützträgern 5a, 5b und dem Radschwenkträger 6a betätigt werden, so dass der
Radschwenkträger 6b vollständig vom Boden freikommt und beispielsweise um 15° nach
außen geschwenkt werden kann. Anschließend wird der Stützzylinder am Radschwenkträger
6b ausgefahren und der Stützzylinder am Radschwenkträger 6a eingefahren, so dass letzterer
vom Boden freikommt und um einen etwas größeren Winkel, nämlich beispielsweise 25°
ausgeschwenkt wird, wie dies in Fig. 5c gezeigt ist. Im nächsten Schritt wird beispielsweise
der Stützzylinder des Stützträgern 5a eingefahren und dieser Stützträger 5a anschließend
um z.B. 15° ausgeschwenkt, so dass die Stellung in Fig. 5e erreicht wird, bei der
der Radschwenkträger 6b parallel zum Stützträger 5a liegt. Im nächsten Schritt kann
dann bei ausgefahrenem Stützzylinder des Stützträgers 5b der Stützzylinder des Radschwingträgers
6b eingefahren und dieser Radschwenkträger 6b auf einen Winkel von z.B. 60° ausgeschwenkt
werden (Fig. 5f). Anschließend kann der Stützzylinder beispielsweise des Stützträgers
5b eingezogen und dieser Stützträger 5b auf einen Winkel von beispielsweise 45° weiter
ausgeschwenkt werden, so dass sich der Zustand gemäß Fig. 5g einstellt. Im nächsten
Schritt kann dann der Stützzylinder des Radschwenkträgers 6a eingezogen und auf einen
Winkel von z.B. 90° ausgeschwenkt werden, wie dies in Fig. 5h wiedergegeben ist. In
diesem Sinne kann der Umrüstvorgang weitergetrieben werden, bis die in Fig. 6 dargestellte
Endstellung für den Hebebetrieb erreicht ist. Auch in Fig. 6 ist wie in Fig. 4 die
Führerkabine 14 doppelt dargestellt, um die alternative Verschwenkbarkeit der Führerkabine
auf die andere Längsseite des Krans anzudeuten.
[0025] Aus Fig. 7 ist erkennbar, wie die geteilte und jeweils über ein Drehgelenk 15 verbundene
Ausführung der Radschwenkträger vorteilhaft genutzt werden kann. Demonstriert wird
dies am Beispiel des Radschwenkträgers 6b, 6b'. Wegen eines Hindernisses 26 könnte
dieser Radschwenkträger 6b, 6b' nicht in die vorgesehene Endstellung gefahren werden,
wenn die beiden Teile des Radschwenkträgers 6b, 6b' gestreckt, also koaxial zueinander
ausgerichtet wären. Der Teil 6b' dieses Radschwenkträgers würde dann gegen das Hindernis
26 stoßen. Durch Einknicken mittels des Drehgelenks 15 im Radschwenkträger gelingt
es aber, dessen effektiven Schwenkradius erheblich zu vermindern und auf diese Weise
den Radschwenkträger 6b, 6b' sicher am Hindernis 26 vorbeizuschwenken und danach wieder
in die gestreckte Stellung zu bringen.
[0026] Vorzugsweise kann das Ausschwenken der Stützträger 5a, 5b und Radschwenkträger 6a,
6b motorisch mittels eines entsprechenden (nicht dargestellten) Schwenkantriebs vorgenommen
werden. Zur Erleichterung des Umrüstens des Fahrzeugkrans können diese Schwenkantriebe
von einer ebenfalls nicht dargestellten elektronischen Steuerung angesprochen werden,
so dass dann die einzelnen Teilschritte entsprechend Fig. 5 vollständig oder zumindest
teilweise automatisch ablaufen können.
Bezugszeichenliste
[0027]
- 1
- Unterwagen
- 2
- Oberwagen
- 3
- Ausleger
- 4
- Zentralkasten
- 5a, 5b
- Stützträger
- 6a, 6b
- Radschwenkträger
- 5
- Rad
- 6
- Stützenlager
- 7
- Ablage
- 8
- Wippzylinder
- 9
- Zentralabstützung
- 10
- Stützteller
- 11
- Hubwerk
- 12
- Führerkabine
- 13
- Drehgelenk
- 14
- hydraulisches Lenksystem
- 15
- teleskopierbarer Innenträger
- 16
- Drehdurchführung
- 17
- Drehkranz
- 18
- Anbau
- 19
- Stützzylinder
- 20
- Gegengewicht
- 21
- Fahrersitz
- 22
- Kranbedienersitz
- 23
- 2. Hubwerk
- 24
- Hindernis
1. Fahrzeugkran mit einem um eine vertikale Drehachse drehbar auf einem ein Straßenfahrwerk
mit Rädern (7) aufweisenden Unterwagen (1) angeordneten Oberwagen (2), der mit einem
Ausleger (3) versehen ist. wobei der Unterwagen (1) als Tragkonstruktion einen Zentralkasten
(4) aufweist, an dem mindestens drei ausschwenkbare Stützträger (5a, 5b, 6a, 6b) angelenkt
sind, von denen zwei als Radschwenkträger (6a, 6b) ausgebildet und mit Rädern (7)
des Straßenfahrwerks versehen sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die mindestens drei Stützträger (5a, 5b, 6a, 6b) zur Einstellung der Fahrbereitschaft
für die Straßenfahrt in eine Fahrstellung parallel zueinander schwenkbar sind, wobei
die beiden in der Fahrstellung gegen ein unbeabsichtigtes Ausschwenken untereinander
verriegelbaren Radschwenkträger (6a, 6b) als Ersatz für einen üblichen Fahrgestellrahmen
das Straßenfahrwerk bilden.
2. Fahrzeugkran nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
insgesamt vier Stützträger (5a, 5b, 6a, 6b) vorgesehen sind, die in der Fahrstellung
gegenüber der Fahrtrichtung nach hinten geschwenkt sind.
3. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
die beiden Radschwenkträger (6a, 6b) in der Fahrstellung wesentlich mehr als die Hälfte,
insbesondere mindestens 70% der Länge des Fahrzeugkrans ausmachen.
4. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Verriegelung für die Radschwenkträger (6a, 6b) als Ablage (9) für den Ausleger
(3) ausgebildet ist.
5. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 4,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Stützträger (5a, 5b) oder die Radschwenkträger (6a, 6b) als teleskopierbare Stützträger
ausgeführt sind.
6. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 5,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Stützträger (5a, 5b) oder die Radschwenkträger (6a, 6b) jeweils in mindestens
zwei Teile geteilt sind, wobei die Teile eines Stützträgers (5a, 5b, 6a, 6b) über
Drehgelenke (15) miteinander verbunden sind.
7. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1- 6,
dadurch gekennzeichnet, dass
für den Fahrbetrieb und den Kranbetrieb ein gemeinsamer Antriebsmotor, insbesondere
ein Dieselmotor, als Energieerzeugungsaggregat vorgesehen ist.
8. Fahrzeugkran nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Antriebsmotor im oder am Zentralkasten (4) angeordnet ist.
9. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 7 - 8,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Antriebsmotor mit einem Aggregat zur Erzeugung hydraulischer oder elektrischer
Antriebsenergie im oder am Zentralkasten (4) (Anbau 20) angeordnet ist.
10. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 9,
dadurch gekennzeichnet, dass
in den Stützträgern (5a, 5b) oder Radschwenkträgern (6a, 6b) Tanks für Treibstoff
oder Hydraulikflüssigkeit oder andere Funktionsteile für den Kran- oder Fahrbetrieb
angeordnet sind.
11. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 10,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Räder (7) des Straßenfahrwerks hydraulische oder elektrische Einzelradantriebe
aufweisen.
12. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 11,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Räder (7) an elektrisch oder hydraulisch lenkbaren im Sinne einer Einzelradaufhängung
angeordnet sind.
13. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Räder (7) über eine hydropneumatische Federung gelagert sind, die wahlweise ein
begrenztes Hochziehen der Räder (7) zur Vergrößerung der Bodenfreiheit beim Umrüsten
des Fahrzeugkrans vom Fahrbetrieb auf den Hubbetrieb erlaubt.
14. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 13,
dadurch gekennzeichnet, dass
eine elektronische Steuerung vorgesehen ist, die einen automatischen Ablauf zur Positionierung
der Stützträger (5a, 5b) und Radschwenkträger (6a, 6b) beim Umrüsten zwischen dem
Hub- und dem Fahrbetrieb erlaubt.
15. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 6 - 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Radschwenkträger (6a, 6b) und die Stützträger (5a, 5b) im Fahrbetrieb zur Erhöhung
der Kurvengängigkeit des Fahrzeugkrans in den Drehgelenken (15) gezielt einknickbar
sind.
16. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 14,
dadurch gekennzeichnet, dass
der Zentralkasten (4) über eine ausfahrbare Zentralabstützung (11) auf dem Boden abstützbar
ist.
17. Fahrzeugkran nach einem der Ansprüche 1 - 16,
dadurch gekennzeichnet, dass
für den Fahr- und den Hebebetrieb eine gemeinsame Führerkabine (14) vorgesehen ist.
18. Fahrzeugkran nach Anspruch 17,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Führerkabine (14) um eine vertikale Achse schwenkbar angeordnet und für den Hebebetrieb
seitlich neben den Ausleger (3) schwenkbar ist.