[0001] Die Erfindung betrifft eine Waschmaschine mit einem Waschaggregat, in dem innerhalb
eines Laugenbehälters eine Trommel zur Aufnahme von Wäsche drehbar gelagert ist, mit
einem Tragrahmen, der das Waschaggregat in Form einer durch ein Feder-Dämpfer-System
abgestützten schwingenden Einheit aufnimmt, mit einem Gehäuse, welches das Waschaggregat
umgibt, und mit einem Messsystem zur Erfassung des Gewichts der Trommelbeladung in
Form von mindestens einem Kraftaufnehmer, wobei der Tragrahmen mit dem Waschaggregat
als vom Gehäuse entkoppelbare Baueinheit ausgebildet ist und das Gehäuse mit einem
separaten Gehäuserahmen ausgestattet ist.
[0002] Eine solche Waschmaschine ist aus der EP 0 396 058 A1 bekannt.
[0003] Bei einer aus der EP 0 294 014 A1 bekannten Waschmaschine fungiert der Gehäuseboden
als Tragrahmen für das Waschaggregat. Die schwingende Abstützung des Waschaggregats
gegenüber dem Tragrahmen erfolgt durch Federbeine. In den gehäuseseitigen Halterungen
der Federbeine sind Kraftaufnehmer angeordnet, mit denen die durch das Waschaggregat
hervorgerufene Gewichtskraft erfasst werden kann und damit eine Berechnung des Gewichts
der in der Trommel befindlichen Wäsche möglich ist. Durch den großen Abstand des Waschaggregats
zu den Kraftaufnehmern ergeben sich dort bei horizontalen Bewegungen des Aggregats,
die durch unwuchtbedingte Querschwingungen hervorgerufen werden können, hohe Biegemomente
in der Einspannstelle, die den Kraftaufnehmer unerwünscht stark belasten.
[0004] Aus der DE-OS 20 34 847 ist eine Waschmaschine bekannt, bei der in den Füßen des
Maschinengehäuses mechanisch-elektrische Wandler als Kraftaufnehmer angeordnet sind.
Hierdurch werden Kräfte, die von außen auf das Gehäuse einwirken, beispielsweise abgestellte
Gegenstände oder Kräfte, die durch den Benutzer aufgebracht werden, bei der Wäschegewichtsmessung
mit berücksichtigt und können so das Messergebnis verfälschen.
[0005] Bei der eingangs genannten, aus der EP 0 396 058 A1 bekannten Waschmaschine wird
das gesamte Waschaggregat von einem sogenannten Entkopplungsrahmen getragen. Dieser
Rahmen ist über Blattfedern an der Gehäuserückwand aufgehängt, die Gewichtsmessung
erfolgt über Sensoren an den Blattfedern. Eine solche einseitige Aufhängung nimmt
die unwuchtbedingten Schwingungen des Waschaggregats ungedämpft auf, so dass es bereits
bei mittleren Unwuchten zu starken Gehäuseschwingungen und damit zu Beschädigungen
und zum Wandern der Waschmaschine kommen kann. Außerdem werden kaum erfüllbare Anforderungen
an die Stabilität der Rückwand gestellt.
[0006] Der Erfindung stellt sich somit das Problem, bei einer Waschmaschine der eingangs
genannten Art eine einfache und dennoch genaue Ermittlung des Wäschegewichts zu ermöglichen.
[0007] Erfindungsgemäß wird dieses Problem durch eine Waschmaschine mit den Merkmalen des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0008] Die mit der Erfindung erreichbaren Vorteile bestehen darin, dass durch den Tragrahmen
Biegemomente aufgenommen werden, die durch Schwingungen des Waschaggregats hervorgerufen
werden. Hierzu sollte der Rahmen möglichst biegesteif ausgeführt sein. Die Kraftaufnehmer,
die unter diesem Rahmen angeordnet sind, werden dann nur geringfügig durch Biegemomente
belastet. Zusätzliche Vorteile ergeben sich bei Waschmaschinen, bei denen anstelle
von Federbeinen Feder und Dämpfer nebeneinander eingesetzt werden, was der übliche
Einbaufall in gewerblichen Waschautomaten ist. Da für eine ausreichend genaue Kraftmessung
sowohl Feder- als auch Dämpferkräfte in den Aufnehmer geleitet werden müssen, ergeben
sich bei einer Anordnung der Kraftaufnehmer direkt unter dem Feder-Dämpfer-System
durch ungleichmäßige Belastungen der Federwindungen und durch exzentrische Einleitung
der Dämpferkräfte zusätzliche Biegemomente, die den Aufnehmer ungünstig beanspruchen.
Auch diese Biegemomente werden durch den Tragrahmen aufgenommen. Ein weiterer Vorteil
entsteht durch den Schutz der Kraftaufnehmer durch das Gehäuse. Außerdem ergibt sich
bei der Gewichtsmessung eine geringere Taralast, da das Gehäusegewicht nicht mit gemessen
wird.
[0009] In einer vorteilhaften Ausführungsform werden vier Äuflagepunkte zwischen dem Tragrahmen
und dem Gehäuserahmen verwendet, wobei zwei Auflagepunkte durch Kraftaufnehmer und
zwei weitere Auflagepunkte durch elastische Abstandselemente gebildet werden. Hierdurch
werden zwei Kraftaufnehmer eingespart. Außerdem wird gewährleistet, dass die Kraftaufnehmer
auch bei ungünstigen Einbaubedingungen mit der gesamten Messkraft belastet werden.
Ein Aufbau mit vier Auflagerpunkten ist statisch unbestimmt, so dass bei einer Verwendung
von steifen Festlagern einer der Kraftsensoren nur geringfügig oder gar nicht belastet
werden könnte.
[0010] In zweckmäßigen Ausführungsformen können die zwei Kraftaufnehmer diagonal oder an
zwei benachbarten Auflagepunkten angeordnet sein.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Zeichnungen rein schematisch dargestellt
und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen
- Figur 1
- eine Waschmaschine mit allseitig angeordneten Kraftaufnehmern,
- Figur 2
- eine Waschmaschine mit Kraftaufnehmern und Kipplagern,
- Figur 3
- einen Schemaskizze eines Waschaggregats mit zwei benachbarten Festlagern,
- Figur 4
- eine Schemaskizze eines Waschaggregats mit zwei diagonalen Festlagern.
[0012] Die in den Figuren 1 und 2 stark schematisiert dargestellten Waschmaschinen umfassen
ein äußeres Gehäuse (1), welches auf Füßen auf einer stationären Unterlage (2) aufgestellt
ist. Bestandteile des Gehäuses (1) sind zwei Seitenflächen (11, 12), eine Frontwand
(nicht dargestellt), eine Rückwand (ebenfalls nicht dargestellt) und ein Deckel (13).
Als weiteren Bestandteil besitzt das Gehäuse (1) in seinem untern Bereich einen umlaufenden
Gehäuserahmen (14), an dem die Füße (15) befestigt sind.
[0013] Das Gehäuse (1) umgibt im Betriebszustand ein Waschaggregat (3), welches den Laugenbehälter
(31) der Waschmaschine beinhaltet. Dieser ist als schwingende Einheit auf allen vier
Seiten durch Dämpfer (32, 33) und parallel angeordnete Federn (36, 37) auf einem separaten,
biegesteifen Tragrahmen (34) abgestützt. Der Tragrahmen (34) mit dem Waschaggregat
ist auf diese Weise als vom Gehäuse (1) entkoppelbare Baueinheit ausgebildet.
[0014] Die Lagerung der Trommel (35) zur Aufnahme von Wäsche (7) innerhalb und durch den
Laugenbehälter ist von untergeordneter Bedeutung; eine solche Lagerung kann beispielsweise
fliegend durch einen Tragstern (nicht dargestellt) auf der Rückseite des Laugenbehälters
(31) erfolgen.
[0015] Zwischen dem Gehäuserahmen (14) und dem Tragrahmen (34) sind Kraftaufnehmer (5) (s.
Figur 1) angeordnet, welche auf diese Weise vier Auflagepunkte bilden und die Zunahme
der Gewichtskraft auswerten, die durch das Einfüllen der Wäsche (7) in die Trommel
(35) verursacht wird. Geeignete Kraftaufnehmer (5) und geeignete Auswerteschaltungen
zur Erfassung und Weiterverarbeitung ihrer Signale sind allgemein bekannt und deshalb
hier nicht näher beschrieben. Wichtig ist lediglich, dass alle Bestandteile des Gehäuses
(1) vom Waschaggregat (3) entkoppelt sind, d. h., es wirken keine auf das Gehäuse
(1) aufgebrachten Kräfte auf das Waschaggregat (3) und damit auf die Kraftaufnehmer
(5). Dies wird dadurch gewährleistet, dass zwischen Gehäuse (1) und Waschaggregat
(3) keine tragenden Verbindungen bestehen.
[0016] Figur 2 zeigt eine Ausführungsform der erfindungsgemäß ausgebildeten Waschmaschine,
bei der nur zwei der Auflagepunkte durch Kraftaufnehmer (5) gebildet werden, im gezeigten
Ausführungsbeispiel zwei benachbarte Punkte (s. a. Figur 3). Alternativ ist eine diagonale
Anordnung (s. a. Figur 4) der Kraftaufnehmer (5) möglich. Die beiden anderen Auflagepunkte
werden durch elastische Abstandselemente (6) gebildet, wobei entweder Elastomerlager
oder elastische Festlager verwendet werden können.
1. Waschmaschine mit einem Waschaggregat (3), in dem innerhalb eines Laugenbehälters
(31) eine Trommel (35) zur Aufnahme von Wäsche (7) drehbar gelagert ist, mit einem
Tragrahmen (34), der das Waschaggregat (3) in Form einer durch ein Feder (36, 37)
- Dämpfer (32, 33) - System abgestützten schwingenden Einheit aufnimmt, mit einem
Gehäuse (1), welches das Waschaggregat (3) umgibt, und mit einem Messsystem zur Erfassung
des Gewichts der Trommelbeladung in Form von mindestens einem Kraftaufnehmer (5),
wobei der Tragrahmen (34) mit dem Waschaggregat (3) als vom Gehäuse (1) entkoppelbare
Baueinheit ausgebildet ist und das Gehäuse (1) mit einem separaten Gehäuserahmen (14)
ausgestattet ist,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Tragrahmen (34) im Betriebszustand der Waschmaschine auf dem Gehäuserahmen (14)
unter Zwischenlage mindestens eines Kraftaufnehmers (5) angeordnet ist.
2. Waschmaschine nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch die Verwendung von vier Auflagepunkten zwischen dem Tragrahmen (34) und dem Gehäuserahmen
(14), wobei zwei Auflagepunkte durch Kraftaufnehmer (5) und zwei weitere Auflagepunkte durch elastische Abstandselemente (6) gebildet werden.
3. Waschmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zwei Kraftaufnehmer (5) diagonal angeordnet sind.
4. Waschmaschine nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass die zwei Kraftaufnehmer (5) an zwei benachbarten Auflagepunkten angeordnet sind.