Stand der Technik
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Brennstoffeinspritzventil nach der Gattung des Hauptanspruchs.
[0002] Beispielsweise ist aus der DE 43 06 072 A1 eine Vorrichtung zum Öffnen und Verschließen
einer in einem Gehäuse vorhandenen Durchtrittsöffnung bekannt, welche auch als Brennstoffeinspritzventil
verwendet werden kann. Diese Vorrichtung weist einen piezoelektrischen, magnetostriktiven
oder elektostriktiven Aktor und einen mit diesem Aktor in Wirkverbindung stehenden
Druckkolben auf, der über eine Hydraulikflüssigkeit auf einen Hubkolben wirkt. Der
Hubkolben betätigt den in seiner Verlängerung befindlichen Ventilschließkörper. Durch
das Größenverhältnis der Flächen von Hubkolben und Druckkolben, die einer ersten Kammer
zugewandt sind, welche mit Hydraulikflüssigkeit gefüllt ist, ist eine Hubübersetzung
gegeben. Die mit dem Druckkolben unmittelbar in Kontakt stehende Hydraulikflüssigkeit
wird mittels einer O-Ringdichtung gegenüber dem Aktor abgedichtet. Ein definierter
Führungsspalt, mit welchem der Hubkolben in einer Führung geführt wird, erlaubt den
Austausch von Hydraulikflüssigkeit zwischen der ersten Kammer und einem in einer zweiten
Kammer liegenden von einer Membran begrenzten Raum, der zwischen Abspritzöffnung und
Hubkolben liegt, wobei die Membran von einem Druck in der zweiten Kammer beaufschlagt
werden kann. Es wird ein Ausführungsbeispiel beschrieben, in dem der Austausch zwischen
der ersten und zweiten Kammer erfolgt. Der Spalt und ein in der zweiten Kammer befindlicher
Druck ist so dimensioniert, daß langsame, aufgrund thermischen Einflusses erfolgende
Längenänderungen des Aktors durch Austausch von Hydraulikflüssigkeit durch den Führungsspalt
ausgeglichen werden können.
[0003] Moderne Brennkraftmaschinen erfordern oftmals eine relativ kurze Ansteuerzeit des
Brennstoffeinspritzventils. Die dadurch bedingten steilen Flankenverläufe zur Ansteuerung
eines Piezoaktors verursachen im Piezoaktor, insbesondere am Ende der Flanke um das
Sollspannungsniveau, relativ hochfrequente unerwünschte Schwingungen, die einem stabilen
Betrieb des Brennstoffeinspritzventils insbesondere im Teilhubbetrieb entgegenstehen.
[0004] Nachteilig bei dem aus der obengenannten Druckschrift bekannten Brennstoffeinspritzventil
ist insbesondere, daß spezielle Maßnahmen bzw. Bauteile zur Unterdrückung von unerwünschten
Schwingungen von Teilen des Brennstoffeinspritzventils, die insbesondere durch das
Verhalten des Aktors hervorgerufen werden, ganz fehlen und durch die vorhandenen Bauteile
nur unzureichend unterdrückt bzw. ausgeglichen werden. So wird ein stabiles Verhalten
des Brennstoffeinspritzventils durch den Einsatz bzw. die Ausnutzung von Reibungskräften
zwischen den Bestandteilen des Brennstoffeinspritzventils und durch Kräfte von Federelementen
nur unzureichend erreicht. Da genannte Kräfte über einen weiten Bereich relativ konstant
sind, bedeutet dies, daß bei einer Unterdrückung von unerwünschten Schwingungen die
Ventildynamik in gleichem Maße leidet. Die Verwendung von Federkräften oder Gleitreibungskräften
sind ungeeignet zur Unterdrückung von hochfrequenten Schwingungen. Sollen beispielsweise
die Ansteuerzeiten oder die Sollspannungszeiten (Plateauzeiten) verkürzt werden, müssen,
um unerwünschte Schwingungen ausreichend zu bedämpfen, die Federkräfte und Gleitreibungskräfte
zwischen den Bauteilen erhöht werden. Wie schon erwähnt, ist dies der Ventildynamik
abträglich und erfordert vom Aktor die Überwindung zusätzlicher erhöhter Kräfte. Der
Aktor und die mit ihm in Wirkverbindung stehenden Teile sind dadurch erhöht beansprucht.
Bei der aus der Druckschrift DE 43 06 072 A1 bekannten Erfindung ist demnach eine
Verkürzung von Ansteuerzeiten und Sollspannungszeiten nur in geringen Grenzen möglich,
die zudem noch zu Lasten der Lebensdauer des Brennstoffeinspritzventils gehen oder
von kostenintensiven Maßnahmen begleitet werden müssen.
Vorteile der Erfindung
[0005] Das erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzventil mit den kennzeichnenden Merkmalen
des Hauptanspruchs hat demgegenüber den Vorteil, daß mechanische Schwingungen im Brennstoffeinspritzventil,
insbesondere unerwünschte mechanische Schwingungen des Aktors und durch ihn hervorgerufene
unerwünschte Schwingungen in bewegten Teilen des erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils,
auf einfache und kostengünstige Art und Weise wirksam gedämpft werden, ohne die Ventildynamik
wesentlich zu beeinträchtigen oder Bauteile wesentlich stärker zu beanspruchen. Dadurch
ist es möglich, unter Beibehaltung eines stabilen Verhaltens, die Ansteuerzeiten des
Aktors deutlich zu verkürzten und somit insbesondere auch einen Teilhubbetrieb des
Brennstoffeinspritzventils zu ermöglichen. Auch die Flankenzeiten der Aktorerregung
und die Plateauzeiten können verkürzt werden, ohne daß sich die insbesondere vom Aktor
erzeugten Schwingungen negativ auf den Betrieb des Brennstoffeinspritzventils auswirken
oder die Ventildynamik wesentlich negativ beeinträchtigt wird. Da die Dämpfungswirkung
auf hydraulischen Wirkprinzipien beruht, erfolgt sie weitgehend verschleißfrei. Durch
Fließbewegungen eines Druckmediums durch eine Drosselstelle ist es insbesondere möglich,
eine Dämpfungskraft zu erzielen, die der Geschwindigkeit der Aktorbewegungen proportional
ist, sich also wie bei einem linearen Dämpfungsglied verhält. Die Montage wird zudem
vereinfacht.
[0006] Durch die in den Unteransprüchen aufgeführten Maßnahmen sind vorteilhafte Weiterentwicklungen
des im Hauptanspruch angegebenen Brennstoffeinspritzventils möglich.
[0007] Vorteilhafterweise wird die Drosselstelle durch einen Spalt gebildet der in Zusammenspiel
mit einem ersten Führungskörper entweder aus einem verdickten oder verjüngten Teil
der Stufe des Aktorkolbens gebildet ist. Dadurch ist es möglich auf konstruktive sowie
funktionelle Anforderungen besser einzugehen. Von Vorteil ist außerdem, die Drosselstelle
als Bohrung, insbesondere als Laserbohrung herzustellen, da diese besonders genau,
schnell und kostengünstig herstellbar ist. Wird Brennstoff als Druckmedium benutzt,
so können insbesondere konstruktive Maßnahmen zur Trennung von Brennstoff und Druckmedium
entfallen. Weiterhin ist von Vorteil, Brennstoffkanal und Drosselstelle so anzuordnen,
daß Brennstoff unmittelbar zwischen ihnen ausgetauscht wird. Dies vermindert den konstruktiven
Aufwand.
[0008] Zum Ausgleich von temperaturbedingten Längenänderungen des Aktors, kann vorteilhafterweise
das erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzventil so ausgestaltet sein, daß durch zumindest
einen der Führungsspalte von Aktorkolben und Hubkolben Druckmedium dem Arbeitsraum
relativ langsam zufliesen oder aus ihm entweichen kann.
[0009] Vorteilhafterweise wird durch das Größenverhältnis der Flächen der beiden Kolben,
die dem Arbeitsraum zugewandt sind, eine Hubübersetzung realisiert. Dadurch kann der
normalerweise verhältnismäßig kleine Hub der durch piezoelektrische, magnetostriktive
oder elektrostriktive Aktoren möglich ist, vergrößert werden, ohne den Aktor kostenaufwendig
lang und dünn herzustellen. Dicke, kurze Aktoren sind im Vergleich zu dünnen, langen
Aktoren belastbarer gegenüber mechanischen Einflüssen. Die Realisierung der Hubübersetzung
durch zwei Druckkolben mit unterschiedlich großen kraftübertragenden Flächen, die
über ein Hydraulikmedium, sonst aber unmittelbar, Kräfte übertragen, hat gegenüber
Lösungen, bei welchen Membrane und Kanäle zwischengeschaltet sind, den Vorteil, daß
sich die Kompressibilität des Mediums weniger auswirkt. Darüber hinaus neigt die so
realisierte, hubübersetzende Kraftübertragung weniger zu Schwingungen. Zwischen Aktorund
Ventilbetätigung vergeht weniger Zeit. Das System verhält sich steifer.
[0010] Vorteilhaft weitergebildet kann das erfindungsgemäße Brennstoffeinspritzventil außerdem
dadurch werden, daß die Kraft eines Federelements mindestens so groß bemessen ist,
daß Aktorkolben, Verbindungselement und Aktor in ständiger Anlage gehalten sind. Dadurch
werden die entsprechenden Bauteile beim Betrieb des Brennstoffeinspritzventils daran
gehindert, den Kontakt untereinander zu verlieren und aufeinander zu prallen. Es kann
auf kostenintensive und verschleißanfällige Fügeverbindungen verzichtet werden.
Zeichnung
[0011] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung vereinfacht dargestellt
und in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Schnitt durch ein erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß
ausgestalteten Brennstoffeinspritzventils,
- Fig. 2
- einen schematischen Schnitt durch ein zweites Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäß
ausgestalteten Brennstoffeinspritzventils und
- Fig. 3
- einen schematisch dargestellten Teilschnitt des in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiels
im Bereich der Stufe und der Dämpfungskammer.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0012] Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung beispielhaft beschrieben. Übereinstimmende
Bauteile sind dabei in allen Figuren mit übereinstimmenden Bezugszeichen versehen.
[0013] Ein in Fig. 1 dargestelltes erstes Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils
1 ist in der Form eines Brennstoffeinspritzventils 1 für Brennstoffeinspritzanlagen
von gemischverdichtenden, fremdgezündeten Brennkraftmaschinen ausgeführt. Das Brennstoffeinspritzventil
1 eignet sich insbesondere zum direkten Einspritzen von Brennstoff in einen nicht
dargestellten Brennraum einer Brennkraftmaschine.
[0014] Das Brennstoffeinspritzventil 1 hat einen Gehäusedeckel 2 welcher auf dem abspritzfernen
Ende eines Ventilgehäuses 5 hermetisch dichtend sitzt. Über einen Brennstoffanschluß
3 am Gehäusedeckel 2 ist ein Brennstoffkanal 6 mit Brennstoff beaufschlagbar. Der
Brennstoffkanal 6 verläuft dabei erst innerhalb des Gehäusedeckels 2 und dann innerhalb
des Ventilgehäuses 5, wobei im abspritzfernen, oberen Teil des Brennstoffeinspritzventils
1 ein Aktorgehäuse 7, eine Dichtung 12, ein Ansatzring 10 eines Aktorkolbens 9, der
abspritzferne Teil des Aktorkolbens 9 und ein erstes Federelement 11 im Brennstoffkanal
6 von Brennstoff umspült werden. Das Aktorgehäuse 7 ist mit seinem abspritzfernen
Ende mit dem Gehäusedeckel 2 hermetisch verbunden.
[0015] Ein im Aktorgehäuse 7 befindlicher Aktor 4 ist mit seiner abspritzfernen Seite dem
Gehäusedeckel 2 zugeordnet und stützt sich auf diesem ab. Ein Verbindungselement 8
ist mit seinem tellerförmigen abspritzfernen Ende der abspritznahen Seite des Aktors
4 zugeordnet und greift mit seinem abspritzseitig verjüngten Durchmesserverlauf durch
eine Öffnung 18 des Aktorgehäuses 7. Eine Dichtung 12, die in diesem Ausführungsbeispiels
des erfindungsgemäßen Brennstoffeinspritzventils 1 wellrohrförmig ausgebildet ist,
stellt durch ihre hermetische Befestigung ihrer beiden Enden zum einen an einem abspritzseitig
als Ansatzring 13 ausgeformten Teil des Verbindungselements 8 und zum anderen am abspritzseitigen
Ende des Aktorgehäuses 7, sicher, daß der unter Druck stehende Brennstoff nicht in
das Aktorgehäuse 7 dringen kann und das Verbindungselement 8 den Bewegungen des Aktors
4 bzw. den Bewegungen des Aktorkolbens 9 ungehindert folgen kann.
[0016] In diesem Ausführungsbeispiel weist der Aktorkolben 9 eine Stufe 31 auf, die durch
seinen abspritzfernen verjüngten Durchmesserverlauf gebildet ist. Der dickere, abspritzseitige
Verlauf des Aktorkolbens 9 ist in einem ersten Führungskörper 14 mit einem ersten
Führungsspalt 28 geführt. Der abspritzferne, verjüngte Durchmesserverlauf des Aktorkolbens
9 bildet mit dem ersten Führungskörper 14 einen Spalt, der die Drosselstelle 30 bildet,
wobei der Führungskörper 14 an dieser Stelle dem verjüngten Durchmesserverlauf des
Aktorkolbens 9 folgt, also einen verkleinerten Innendurchmesser aufweist. Die dadurch
gebildete Dämpfungskammer 27 dient zur Dämpfung von unerwünschten Schwingungen von
Teilen des Brennstoffeinspritzventils, insbesondere zur Dämpfung von Aktorschwingungen
in beide Bewegungsrichtungen des Aktors 4 während des Betriebs des Brennstoffeinspritzventils
1. Die Dämpfungseigenschaften werden dabei insbesondere durch die geometrischen Abmessungen
des die Drosselstelle 30 bildenden Spaltes und der Dämpfungskammer 27 bestimmt. Der
in Abspritzrichtung rechtwinklig verlaufende Abstand zwischen dem verjüngten Durchmesserverlauf
des Aktorkolbens 9 und dem an dieser Stelle verkleinerten Innendurchmessers des Führungskörpers
14 ist in aller Regel größer als der entsprechende Abstand, der durch den ersten Führungsspalt
28 gebildet ist.
[0017] Der Aktorkolben 9 wird durch das erste Federelement 11, welches in diesem Ausführungsbeispiel
als Spiralfeder ausgebildet ist und an einem an dem abspritzfernen verjüngten Durchmesserverlauf
des Aktorkolbens 9 angebrachten ersten Ansatzring 10 angreift, gegen die abspritznahe
Seite des Verbindungselements 8 bzw. gegen den Aktor 4 vorgespannt, wobei sich das
erste Federelement 11 abspritzseitig gegen den ersten Führungskörper 14 stützt. Ein
zweiter Führungskörper 16 ist hermetisch mit der abspritzseitigen Seite des ersten
Führungskörpers 14 verbunden, wobei ein Hubkolben 15 mit einem zweiten Führungsspalt
29 im zweiten Führungskörper 16 geführt ist. Zwischen den Hubkolben 15 und Aktorkolben
9 befindet sich ein Arbeitsraum 26, welcher durch den ersten Führungskörper 14 und
den zweiten Führungskörper 16 begrenzt wird, wobei die beiden Führungsspalte 28, 29
mit jeweils einem Ende in den Arbeitsraum 26 münden. Das zweite Ende des ersten Führungsspaltes
28 mündet in die Dämpfungskammer 27, das zweite Ende des zweiten Führungsspaltes mündet
am abspritzseitigen Ende des zweiten Führungskörpers 16 in den Brennstoffkanal 6.
[0018] Durch die unterschiedlich großen, dem Arbeitsraum 27 zugewandten Flächen von Aktorkolben
9 und Hubkolben 15 ist eine Hubübersetzung gegeben. Der Brennstoffkanal 6 verläuft
im unteren abspritzseitigen Teil des Brennstoffeinspritzventils 1 zuerst zwischen
dem Gehäuse 5 und den beiden Führungskörpern 14, 16. Dann passiert und umspült der
Brennstoff im Brennstoffkanal 6 den aus dem Führungskörper 16 herausragenden Teil
des Hubkolbens 15, einen im Verlauf des Hubkolbens 15 geformten dritten Ansatzring
19, ein zwischen dem dritten Ansatzring und dem abspritzseitigen Ende des zweiten
Führungskörpers 16 eingefaßtes zweites Federelement 17, eine mit dem Hubkolben 15
in Wirkverbindung stehende Ventilnadel 20 mit einem vierten Ansatzring 25, ein zwischen
dem vierten Ansatzring 25 und einer Schulter 32 eingefaßtes drittes Federelement 24.
Schließlich tritt der Brennstoff bei geöffnetem Brennstoffeinspritzventil 1 aus einer
Abspritzöffnung 23 zwischen einem Ventilsitzkörper 21 und einem am abspritzseitig
Ende der Ventilnadel 20 angeordneten Ventilschließkörper 22 aus. Das zweite Federelement
17 spannt den Hubkolben 15 gegen die abspritzseitig zugeordnete Ventilnadel 20 vor.
Das dritte Federelement 24 stützt sich auf der Schulter 32 ab und spannt die Ventilnadel
20 über den mit ihr kraftschlüssig verbundenen vierten Ansatzring 25 gegen den abspritzfern
zugeordneten Hubkolben 15 vor, wobei sich das dritte Federelement an der Schulter
32 abstützt. Die Kraft des dritten Federelements 24 hält den von Ventilschließkörper
22 und Ventilsitzkörper 21 gebildeten Dichtsitz gegen den Brennstoffdruck geschlossen.
[0019] Die Funktionsweise des Brennstoffeinspritzventils ist wie folgt:
[0020] Der von Ventilschließkörper 22 und Ventilsitzkörper 21 gebildete Dichtsitz ist zunächst
geschlossen. Der Aktor 4 ist entladen und die Dämpfungskammer 27 hat ein kleines Volumen.
Wird der Aktor 4 nun geladen, dehnt er sich relativ schnell aus und drückt über das
Verbindungselement 8 den Aktorkolben 9 in Abspritzrichtung. Dabei muß zum einen die
Federkraft des ersten Federelements 11 überwunden werden, zum anderen füllt sich das
größer werdende Volumen der Dämpfungskammer 27 mit Brennstoff, welcher durch die Drosselstelle
30 in die Dämpfungskammer 27 strömt. Eine dabei entstehende, der Bewegung des Aktorkolbens
9 entgegengerichtete, Dämpfungskraft ist proportional der Geschwindigkeit des Aktorkolbens
9, verhält sich also wie bei einem linearen Dämpfungsglied. Durch diesen Vorgang werden
unerwünschte Schwingungen bedämpft. Der Aktorkolben 9 drückt nun über den mit Brennstoff
befüllten Arbeitsraum 26 den Hubkolben 15 in Abspritzrichtung. Da die dem Arbeitsraum
26 zugewandte Fläche des Hubkolbens 15 kleiner ist als die vom Aktorkolben 9 dem Arbeitsraum
26 zugewandte Fläche, erfährt der Hubkolben 15 einen im Vergleich zum Aktorkolben
9 vergrößerten Hub. Die Ventilnadel 20 wird daraufhin entgegen einer Federkraft des
dritten Federelements 24 in Abspritzrichtung bewegt, der Ventilschließkörper 22 hebt
vom Ventilsitzkörper 21 ab und der unter Druck stehende Brennstoff wird abgespritzt.
[0021] Wird der Aktor 4 wieder entladen, reduziert sich seine Länge, wobei der Aktorkolben
9 den Bewegungen des Aktors 4 folgt, da er durch das Federelement 11 und über das
Verbindungselement 8 in ständiger Wirkverbindung zum Aktor 4 gehalten wird. Durch
diese ständige Wirkverbindung und die Dämpfungswirkung der widerstandserzeugenden
Vorgänge in der Dämpfungskammer 27 und der Drosselstelle 30 werden unerwünschte Schwingungen,
insbesondere des Aktors 4, in beide Bewegungsrichtungen, wirksam bedämpft. Der mit
dem Aktorkolben 9 über den Arbeitsraum 26 in Wirkverbindung stehende Hubkolben 15
bewegt sich daraufhin entgegen der Abspritzrichtung, wodurch durch die Federkraft
des dritten Federelements 24 die Ventilnadel 20 dem Hubkolben 15 folgt und der am
abspritzseitigen Ende der Ventilnadel 20 sitzende Ventilschließkörper 22 die Abspritzöffnung
23 schließt.
[0022] Langsame, thermische bedingte Längenänderungen, insbesondere des Aktors 4, werden
durch Aufnahme und Abgabe von Druckmedium, der in diesem Ausführungsbeispiel der vorliegenden
Erfindung der Brennstoff ist, zwischen Arbeitsraum 26 und Brennstoffkanal 6 bzw. Dämpfungskammer
27 ausgeglichen. In den kurzen Zeiträumen der Betätigung des Brennstoffeinspritzventils
1 durch Öffnungs- und Schließungsbewegungen kann zwischen Arbeitsraum 26 und Brennstoffkanal
6 bzw. Dämpfungskammer 27 durch zumindest einen der Führungsspalte 28, 29 nur sehr
wenig Druckmedium ausgetauscht werden, wobei das durch die Betätigung ausgetauschte
Druckmedium in den Betätigungspausen wieder durch den Brennstoffdruck ausgeglichen
wird. Langsam ablaufende Austauschvorgänge von Druckmedium zwischen Arbeitsraum 27
und Brennstoffkanal 6 bzw. Dämpfungskammer 27 werden durch die Führungsspalte 28 und/oder
29 nicht wesentlich behindert, so daß beispielsweise eine thermisch bedingte Längenänderung
des Aktors 4 ausgeglichen werden kann.
[0023] In diesem Ausführungsbeispiel der vorliegenden Erfindung kann der durch die Drosselstelle
30 dargestellte Spalt auch zu Führungsaufgaben verwendet werden.
[0024] Fig. 2 zeigt ein in weiten Teilen dem in Fig. 1 dargestellten ersten Ausführungsbeispiel
ähnliches zweites Ausführungsbeispiel. Im Unterschied zum ersten Ausführungsbeispiel
in dem Aktorkolben 9 und Hubkolben 15 in einem mehrteiligen Führungskörper 14, 16
geführt sind, werden Aktorkolben 9 und Hubkolben 15 im zweiten Ausführungsbeispiel
in einem einteiligen Führungskörper 14 geführt. Der Aktorkolben 9 ist becherförmig
ausgeführt und weist in seinem Durchmesserverlauf die Stufe 31 auf, wodurch der Durchmesserverlauf
entgegen der Abspritzrichtung vergrößert ist. Durch die Stufe 31 und einen im Bereich
der Stufe 31 liegenden vergrößerten Innendurchmesser des Führungskörpers 14 wird die
Dämpfungskammer 27 gebildet. Das Verbindungselement 8 greift bis zum Boden des becherförmig
ausgeführten Aktorkolbens 9 durch, wobei der Aktorkolben 9 bzw. der Boden des Aktorkolbens
9 durch das Federelement 11 gegen das Verbindungselement 8 vorgespannt sind. Das Federelement
11 ist in diesem Ausführungsbeispiel als Rohrfeder ausgeführt und an der innenliegenden
Seite des Gehäusedeckels 2 sowie am abspritzfernen Ende des becherförmig ausgeführten
Akfcorkolbens 9 kraftschlüssig befestigt.
[0025] Anhand von Fig. 3, die einen schematisch dargestellten Teilschnitt des ersten Ausführungsbeispiels
im Bereich der Stufe 31 und der Dämpfungskammer 27 zeigt, und den nachfolgenden Beziehungen
und Ableitungen wird der proportionale Zusammenhang zwischen Dämpfungskraft und Aktorkolbengeschwindigkeit
aufgezeigt.
[0026] Die Ringfläche A des Aktorkolbens 9 an der Dämpfungskammer 27 ist:

[0027] Bewegt sich der Aktorkolben 9 um den Aktorkolbenhub ds, ändert sich das Dämpfungsvolumen
V um:

[0028] Die Aktorkolbengeschwindigkeit v berechnet sich aus:

[0029] Für ein inkompressibles Druckmedium ergibt sich mit (2) und (3) für den Druckmediumvolumenstrom
Q über die Drosselstelle 30:

[0030] Im weiteren gilt für den Druckmediumvolumenstrom Q dabei:

[0031] Dabei ist C eine Konstante, die von den geometrischen Abmaßen der Ringspalte abhängt
und Δp stellt den Druckunterschied dar.
[0032] Mit (5) ergibt sich für die Dämpfungskraft F dadurch:

oder

[0033] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellten Ausführungsbeispiele beschränkt und
kann z. B. auch für nach innen öffnende Brennstoffeinspritzventile verwendet werden.
1. Brennstoffeinspritzventil (1), insbesondere zum direkten Einspritzen von Brennstoff
in einen Brennraum einer Brennkraftmaschine, mit
einem piezoelektrischen, elektrostriktiven oder magnetostrikiven Aktor (4),
einem mit dem Aktor (4) in Wirkverbindung stehenden Aktorkolben (9), der mit einem
ersten Führungsspalt (28) geführt ist,
einem mit dem Aktorkolben (9) über ein Druckmedium in Wirkverbindung stehenden Hubkolben
(15), der mit einem zweiten Führungsspalt (29) geführt ist,
einer mit dem Hubkolben (15) in Wirkverbindung stehenden Ventilnadel (20), die an
ihrem abspritzseitigen Ende einen Ventilschließkörper (22) aufweist, der mit einem
Ventilsitzkörper (21) einen Dichtsitz bildet,
wobei die Kraftübertragung zwischen Aktorkolben (9) und Hubkolben (15) durch einen
mit Druckmedium gefüllten, von Aktorkolben (9) und Hubkolben (15) eingeschlossenen
Arbeitsraum (26) erfolgt,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Aktorkolben (9) zumindest eine Stufe (31) aufweist, die an eine Dämpfungskammer
(27) angrenzt, wobei die Dämpfungskammer (27) vom Arbeitsraum (26) räumlich getrennt
ist und so gestaltet bzw. angeordnet ist, daß Druckmedium über eine Drosselstelle
(30) zufließen bzw. abfließen kann.
2. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drosselstelle (30) durch einen Spalt gebildet ist, der von einem verjüngten Teil
der Stufe (31) des Aktorkolbens (9) und einem Führungskörper (14) gebildet ist.
3. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drosselstelle (30) durch einen Spalt gebildet ist, der von einem verdickten Teil
der Stufe (31) des Aktorkolbens (9) und einem Führungskörper (14) gebildet ist.
4. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Führungskörper (14) aus mehreren Teilen besteht.
5. Brennstoffeinspritzventil nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Drosselstelle (30) durch eine Öffnung, insbesondere eine Bohrung oder Laserbohrung,
gebildet ist, welche eine strömungsdrosselnde Wirkung aufweist.
6. Brennstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Brennstoff als Druckmedium dient.
7. Brennstoffeinspritzventil nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß über die Drosselstelle (30) unmittelbar Brennstoff mit einem Brennstoffkanal (6)
ausgetauscht wird.
8. Brennstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Ausgleich von temperaturbedingten Längenänderungen des Aktors (4) durch zumindest
einen der Führungsspalte (28,29) Druckmedium aus dem Arbeitsraum (26) fließt oder
in den Arbeitsraum (26) fließt.
9. Brennstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kraft eines Federelements (11) mindestens so groß ist, daß der Aktorkolben (9),
ein Verbindungselement (8) und der Aktor (4) in ständiger Anlage gehalten werden.
10. Brennstoffeinspritzventil nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß durch das Verhältnis der Flächen des Aktorkolbens (9) und des Hubkolbens (15) die
dem Arbeitsraum (26) zugewandt sind, eine Hubübersetzung gegeben ist.