[0001] Die Erfindung betrifft einen Garofen mit einer durch eine Tür verschließbaren Garofenmuffel.
[0002] Ein bekannter Backofen gemäß DE 195 24 369 A1 besitzt oberhalb der Garofenmuffel
eine Ausblasstrecke, die durch einen Türgriff in den Außenraum führt, und zwischen
einer Türfrontscheibe und einer Türinnenscheibe einen Konvektiönshohlraum, der in
die Ausblasstrecke mündet. Im Ofengehäuse ist ein Kühlgebläse angeordnet, das Kühlluft
durch die Ausblasstrecke aus dem Ofengehäuse drückt. Im Konvektionshohlraum ist von
unten nach oben Kühlluft geführt, der sich im oberen Bereich über einen Wrasenkanal
auch Wrasen beimischt. In der Ausblasstrecke schließlich ist im Bereich der Einmündung
des Wrasenkanals in die Ausblasstrecke eine Engstelle ausgebildet, wodurch die ausgeblasene
Kühlluft mittels Injektion Wrasen aus dem Wrasenkanal und Kühlluft aus der Tür saugt.
Die Engstelle ist mittels eines im Türgriff angeordneten Luftleitbleches realisiert,
über dem die ausgeblasene Kühlluft und unter dem der angesaugte Wrasen und die ebenfalls
angesaugte Kühlluft geführt sind.
[0003] Die Nachteile einer solchen Lösung bestehen zum einen in der Belästigung des Nutzers,
wenn dieser während des Ausblasens den Griff betätigt, und zum anderen in einer aufwendigen
Griffgestaltung.
[0004] Bei einer Kühlanlage für die Tür eines Haushaltsbackofens gemäß EP 0 583 180 B1 wird
die Luft der Ausblasstrecke oberhalb der Tür ausgeblasen, während in eine Beruhigungszone
unterhalb der Ausblasstrecke an einer nach außen schräg ansteigenden und ebenfalls
vollständig unterhalb der Ausblasstrecke angeordneten Türabdeckung zwei Kanäle münden,
die zwischen der Frontwand und der Zwischenwand und zwischen dieser und der Innenwand
gebildet sind. Die Mündungsöffnungen der aufwendigen Türabdeckung geben jedoch nur
einen Bruchteil der Kanalbreite zum Absaugen frei.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei guter Türkühlung den Aufwand zu verringern.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale des Anspruches 1 gelöst. Vorteilhafte
Ausbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0007] Der Garofen besitzt
- eine durch eine Tür verschließbare Garofenmuffel,
- einen ersten Kanal, der sich zumindest abschnittsweise oberhalb der Garofenmuffel
sowie oberhalb der Tür erstreckt und dort in den Außenraum mündet, um einen zum Außenraum
gerichteten ersten. Luftstrom zu führen, der durch ein Gebläse erzeugt wird, und
- einen zweiten Kanal, der sich an der Innenseite einer Türfrontscheibe erstreckt und
in den ersten Kanal mündet, um einen nach oben gerichteten zweiten Luftstrom zu führen,
der durch den. ersten Luftstrom in den Außenraum gesaugt wird, wobei
- an der Tür eine schiefe Ebene angeordnet ist, die aus Richtung der Muffel in Richtung
des Außenraumes bis zur Mündung des zweiten Kanals in den ersten Kanal ansteigt und
wenigstens an ihrer höchsten Stelle den ersten Kanal verengt und die Höhe der Türfrontscheibe
überschreitet.
[0008] Mit der Verengung des ersten Kanals durch die schiefe Ebene entsteht ein Unterdruck,
der zum Absaugen der Luft aus dem zweiten Kanal führt. Der Überstand der schiefen
Ebene gegenüber der Frontscheibe stellt einen wirksamen Effekt der Aufwärtsströmung
sicher. Ein Eindringen des Kühlstromes aus der Ausblasstrecke in die Tür wird vermieden.
[0009] Die. schiefe Ebene bildet bei Freigabe der Türfrontscheibe und des zweiten Kanals
eine obere Türabdeckung.
[0010] Die höchste Stelle der schiefen Ebene verläuft insbesondere mindestens 1 mm, vorzugsweise
1 bis 2 m, über der höchsten Stelle der Türfrontscheibe. Sie verringert die Höhe des
ersten Kanals vorzugsweise mindestens um 1/3, insbesondere höchstens auf die Breite
des zweiten Kanals senkrecht zur Türfrontscheibe. Die Breite des zweite Kanals senkrecht
zur Türfrontscheibe beträgt vorzugsweise mindestens 4 mm.
[0011] Wenigstens an ihrer niedrigsten Stelle vergrößert die schiefe Ebene die Höhe des
ersten Kanals.
[0012] Der erste Kanal ist nach oben insbesondere durch eine horizontale Ebene begrenzt.
Die zweite Kanal ist gegenüber der Frontscheibe insbesondere durch eine Zwischenscheibe
oder,eine Innenscheibe begrenzt. Die schiefe Ebene deckt nach oben insbesondere den
Zwischenraum zwischen Innenscheibe und Zwischenscheibe ab.
[0013] Der zweite Luftstrom tritt vorzugsweise von unten her in die Tür ein, die vorzugsweise
zum Reinigen durch den Nutzer zerlegbar ist.
[0014] Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Die zugehörige schematische Zeichnung zeigt die Kanalausbildung und Luftführung im
oberen Muffelund Türbereich.
[0015] Der Garofen ist durch ein Gehäuse 2 und eine darin aufgenommene Muffel 4 angedeutet,
deren Öffnung 6 durch eine Tür 8 verschließbar ist.
[0016] Zwischen dem Gehäuse 2 und dem oberen Abschnitt der Muffel 4 ist ein im wesentlichen
horizontaler Kanal 10 der Höhe a ausgebildet, an dessen türabgewandtem Ende ein nichtdargestelltes
Kühlgebläse angeordnet ist.
[0017] Die vorzugsweise um eine horizontale Achse schwenkbare Tür 8 weist eine nutzerzugewandte
Frontscheibe F, eine muffelzugewandte Innenscheibe 12 und eine zwischen beiden Scheiben
angeordnete Zwischenscheibe 14 auf. Zwischen der Frontscheibe F und der Zwischenscheibe
14 ist ein vertikaler Kanal 16 der Breite x ausgebildet, in den von unten her auf
nicht dargestellte Weise Raumluft eintreten kann.
[0018] Der Zwischenraum zwischen der angedeuteten Innenscheibe 12 und der ebenso angedeuteten
Zwischenscheibe 14 bzw. den die Scheiben aufnehmenden Rahmenteilen oder Trägern ist
oben durch eine pultdachartige Abdeckung 18 abgedeckt, die sich von einem muffelzugewandten
vertikalen Niveau N1, das unterhalb des fortgeführten Kanals 10 liegt, zu einem frontscheibenzugewandten
vertikalen Niveau N2 erstreckt, das sich im fortgeführte Kanal 10 befindet, Auf diese
Weise bildet die von unten her in den Kanal 10 hineinragende Abdeckung 18 eine Verengung
dieses Kanals, die über dem Kanal 16 als auch über der Frontscheibe F wieder aufgehoben
ist.
[0019] Die Oberkante der Frontscheibe F fluchtet in horizontaler Richtung mit der den Kanal
10 zumindest abschnittsweise nach unten begrenzenden Deckfläche der Muffel 4. Die
nutzerzugewandte Außenseite der Frontscheibe F fluchtet in vertikaler Richtung mit
der nutzerzugewandten Außenseite einer Bedienblende 20, deren Unterkante mit der den
Kanal 10 nach oben begrenzenden Decke des Gehäuses 2 fluchtet.
[0020] Das durch die Spitze der Abdeckung 18 gebildete Niveau N2 liegt um den vertikalen
Abstand y ≥ 1 mm über der Oberkante der Frontscheibe F und um den vertikalen Absand
4 mm ≤ b ≤ 2/3 a unter der Decke des Gehäuses 2. Der horizontale Abstand zwischen
der Frontscheibe F und der Zwischenscheibe 14 oder einem diese Zwischenscheibe aufnehmenden
Rahmenteil beträgt x ≥ 4 mm.
[0021] Das nicht dargestellte Kühlgebläse erzeugt im Kanal 10 über der Ofenmuffel 4 zunächst
einen Luftstrom der Geschwindigkeit V1 und anschließend durch die Verengung einen
Luftstrom der Geschwindigkeit V2 > V1. Entsprechend dem Venturi-Prinzip bewirkt die
Verengung einen statischen Unterdruck, der zum Absaugen der im Kanal 16 aufsteigenden
Kühlluft in den Außenraum führt. Der Überstand y der Abdeckung 18 gegenüber der Frontscheibe
F stellt einen wirksamen Effekt der Aufwärtsströmung sicher und verhindert (druckabhängig)
einen Rückfluss im Kanal 16 der Tür 8.
1. Garofen mit
einer durch eine Tür (8) verschließbaren Garöfenmuffel (4),
einem ersten Kanal (10), der sich zumindest abschnittsweise oberhalb der Garofenmuffel
(4) sowie oberhalb der Tür (8) erstreckt und dort in den Außenraum (A) mündet, um
einen zum Außenraum (A) gerichteten ersten Luftstrom zu führen, der durch ein Gebläse
erzeugt wird, und
einem zweiten Kanal (16), der sich an der Innenseite einer Türfrontscheibe (F)
erstreckt und in den ersten Kanal (10) mündet, um einen nach oben gerichteten zweiten
Luftstrom zu führen, der durch den ersten Luftstrom in den Außenraum gesaugt wird,
wobei
an der Tür (8) eine schiefe Ebene (18) angeordnet ist, die aus Richtung der Muffel
(4) in Richtung des Außenraums (A) bis zur Mündung des zweiten Kanals (16) in den
ersten Kanal (10) ansteigt und wenigstens an ihrer höchsten Stelle (N2) den ersten
Kanal (10) verengt und die Höhe der Türfrontscheibe (F) überschreitet.
2. Garofen nach Anspruch 1, bei dem die schiefe Ebene (18) bei Freigabe der Türfrontscheibe
(F) und des zweiten Kanals (16) eine obere Türabdeckung bildet.
3. Garofen nach Anspruch 1 oder 2, bei dem die höchste Stelle (N2) der schiefen Ebene
(18) mindestens 1 mm, vorzugsweise 1 bis 2 mm, über der höchsten Stelle der Türfrontscheibe
(F) verläuft.
4. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 3, bei dem die höchste Stelle (N2) der schiefen
Ebene (18) die Höhe (a) des ersten Kanals (10) mindestens um 1/3 verringert.
5. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 4, bei dem die höchste Stelle (N2) der schiefen
Ebene (18) die Höhe (a) des ersten Kanals (10) höchstens auf die Breite (x) des zweiten
Kanals (16) senkrecht zur Türfrontscheibe (F) verringert.
6. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 5, bei dem die Breite (x) des zweiten Kanals
(16) senkrecht zur Türfrontscheibe (F) mindestens 4 mm beträgt.
7. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 6, bei dem die schiefe Ebene (18) wenigstens
an ihrer niedrigsten Stelle (N1) die Höhe (a) des ersten Kanals (10) vergrößert.
8. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 7, bei dem der erste Kanal (10) nach oben durch
eine horizontale Ebene (2) begrenzt ist.
9. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 8, bei dem der zweite Kanal gegenüber der Frontscheibe
durch eine Zwischenscheibe oder eine Innenscheibe begrenzt ist.
10. Garofen nach Anspruch 9, bei dem die schiefe Ebene (18) nach oben den Zwischenraum
zwischen Innenscheibe (12) und Zwischenscheibe (14) abdeckt.
11. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 10, bei dem der zweite Luftstrom von unten
her in die Tür (8) eintritt.
12. Garofen nach einem der Ansprüche 1 bis 11, bei dem die Tür (8) zum Reinigen durch
den Nutzer zerlegbar ist.