[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Zuführung von Heißluft zu einem
zu trocknenden Gut, beispielsweise zur Trocknung von Formlingen der keramischen Industrie,
mit einem um eine vertikale Achse rotierend antreibbaren Luftverteilerrohr, dem die
Heißluft aus einem Heißluftkanal mittels eines Ventilators zentrisch zuführbar und
das mit einer Vielzahl von Austrittdüsen versehen ist, wobei der Ventilator mit einem
koaxial zu diesem angeordneten Antriebsmotor und das Luftverteilerrohr mit einer parallel
zu dem Antriebsmotor des Ventilators und seitlich zu diesem versetzt verlaufenden
Antriebswelle, die über Getriebe- und Zwischenglieder mit dem Luftverteilerrohr verbunden
ist, versehen sind.
[0002] Durch die aus einem Luftverteilerrohr ausströmende durch den Ventilator beschleunigte
Heißluft wird dieses in Rotation versetzt, da die Heißluft die Austrittsdüsen beaufschlagt
und durch diese mehr oder weniger umgelenkt wird, so dass dadurch ein Drehmoment entsteht.
Um zu vermeiden, dass das Luftverteilerrohr mit einer hohen Drehzahl umläuft und die
austretende Heißluft somit nur kurze Zeit auf die in einer Trockenkammer eingelagerten
Formlinge einwirken kann, ist das Luftverteilerrohr auf eine Drehzahl von etwa 1 U/Minute
abzubremsen.
[0003] Dazu ist bei einer bekannten Vorrichtung der vorgenannten Art mit der Antriebswelle
des Luftverteilerrohres ein gesonderter Elektromotor gekoppelt, mit dessen Hilfe die
Drehzahl des Luftverteilerrohres geregelt wird. Für die Unterbringung dieses Getriebemotors
sind nicht nur ein erheblicher Bauraum sowie ein großer Bauaufwand erforderlich, sondern
es sind auch elektrische Anschlüsse und Leitungen zu verlegen, die durch die Heißluft
mitunter beschädigt werden können. Vor allem aber ist bei dieser Ausgestaltung von
Nachteil, dass die dem Luftverteilerrohr durch die Beaufschlagung der Austrittsdüsen
mit Heißluft zugeführte Energie durch den als Bremse wirkenden Getriebemotor ständig
vernichtet wird. Die Betriebskosten der bekannten Vorrichtung, die eine ungünstige
Energiebilanz aufweist, sind demnach hoch.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, die Vorrichtung zur Zuführung von Heißluft der
vorgenannten Gattung in der Weise auszubilden, dass beim Abbremsen des Luftverteilerrohres
dessen Rotationsenergie nicht vernichtet werden muß, sondern diese in den Antriebsstrang
des Ventilators zurückgeleitet wird. Der dazu erforderliche Bauaufwand soll gering
gehalten werden, dennoch soll bei niederen Betriebskosten eine stets zuverlässige
Betriebsweise gegeben sein.
[0005] Gemäß der Erfindung wird dies bei einer Vorrichtung zur Zuführung von Heißluft nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1 dadurch erreicht, dass der Antriebsstrang des Ventilators
mit der Antriebswelle des Luftverteilerrohres in Triebverbindung steht.
[0006] Dies kann in der Weise bewerkstelligt werden, dass zur trieblichen Verbindung des
Antriebsstranges des Ventilators mit der Antriebswelle des Luftverteilerrohres dem
Antriebsmotor des Ventilators ein Untersetzungsgetriebe und diesem ein nachgeschaltetes
Vorgelege-Getriebe oder ein Keil- oder Riementrieb zugeordnet sind, mit dem die Antriebswelle
verbunden ist.
[0007] Vorteilhaft ist es des weiteren, um Unfälle zu vermeiden, in dem Antriebsstrang des
Luftverteilerrohres eine Rutschkupplung einzusetzen, wobei das auf der Antriebswelle
des Luftverteilerrohres angeordnete Antriebsglied über die Rutschkupplung mit der
Antriebswelle trieblich verbünden sein sollte.
[0008] Angebracht ist es auch, die Übersetzungen der dem Luftverteilerrohr zugeordneten
an der Abtriebswelle des mit dem Ventilator verbundenen Antriebsmotors abgestützten
Getriebeglieder derart zu wählen, dass das Luftverteilerrohr etwa mit 0,5 bis 1 U/Minute
umläuft.
[0009] Wird eine Vorrichtung zur Zuführung von Heißluft gemäß der Erfindung ausgebildet,
so ist es möglich, das durch das Ausströmen der Heißluft aus dem Luftverteilerrohr
erzeugte Drehmoment in den Antriebsstrang des Ventilators zurückzuleiten, so daß durch
das Abbremsen des Luftverteilerrohres keine Energie vernichtet, sondern diese zum
Antrieb des Ventilators genutzt wird. Der dazu erforderliche Bauaufwand ist äußerst
gering, da lediglich handelsübliche Bauteile erforderlich sind, um einen Energiekreislauf
zu schaffen. Die Betriebskosten können mit der vorschlagsgemäßen Ausgestaltung der
Vorrichtung somit in einem erheblichen Maße gesenkt werden, dennoch ist gewährleistet,
dass, bedingt durch die zwangsläufige Verbindung aller umlaufenden Bauteile und ohne
daß zusätzliche Steuergeräte erforderlich sind, stets eine exakte auf die zu trocknenden
Formlinge abgestimmte Drehzahl des Luftverteilerrohres gegeben ist. Ein kostengünstiger
und störungsfreier Betrieb der Vorrichtung ist demnach sichergestellt.
[0010] In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der gemäß der Erfindung ausgebildeten
Vorrichtung zur Zuführung von Heizluft dargestellt, das nachfolgend im einzelnen erläutert
ist.
[0011] Hierbei zeigt:
- Figur 1
- die in einer Trockenkammer angeordnete Vorrichtung in Vorderansicht mit einem Vorgelegegetriebe
als Verbindungsglied zwischen den beiden Antriebssträngen und
- Figur 2
- die Vorrichtung nach Figur 1 mit einem Keilriemengetriebe als Verbindungsglied.
[0012] Die in Figur 1 dargestellte und mit 11 bezeichnete Vorrichtung dient zur Zuführung
von Heißluft zu in einer Trockenkammer 1 zum Trocknen eingelagerter nicht gezeigter
Formlingen der keramischen Industrie und besteht im wesentlichen aus einem Luftverteilerrohr
12, das rotierend um eine Achse A antreibbar und dem mittels eines Ventilators 13
aus einem mit einer Regelklappe 4 versehenen Heißluftkanal 3 die auf die Formlinge
einwirkende Heißluft zuführbar ist.
[0013] Zum Antrieb des Ventilators 13 dient ein Elektromotor 14, der in einer in der Decke
2 der Trockenkammer 1 vorgesehenen Ausnehmung 6 eingesetzt ist und mit dem Ventilator
13 in Triebverbindung steht. Über eine Abtriebswelle 15 ist der Antriebsmotor 14,
der mittels eines geschlossenen trichterartigen Halters 16 an der Decke 2 der Trockenkammer
1 abgestützt ist, mit dem Ventilator 12 trieblich verbunden.
[0014] Die aus dem Luftverteilerrohr 12 ausströmende Heißluft versetzt dieses, da durch
die von dieser beaufschlagten Austrittsdüsen ein Drehmoment erzeugt wird, in Rotation.
Die Umdrehung des Luftverteilerrohres 12 sollte aber, um eine zufriedenstellende Trocknung
der Formlinge zu gewährleisten, nicht höher sein als etwa 1 U/Minute. Um dies zu erreichen,
ist das Luftverteilerrohr 12 abzubremsen.
[0015] Dies wird bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel dadurch erreicht, daß eine diese
zugeordnete Antriebswelle 21, die parallel zu dem Antriebsmotor 14 und seitlich zu
diesem versetzt verläuft, über als Zahnräder 23 und 24 ausgebildete Getriebeglieder
und einer an dem Zahnrad 24 befestigten Scheibe 26 sowie mit diesem verbundenen Rohrstücken
28 mit dem Luftverteilerrohr 12 und über ein Vorgelegegetriebe 32 sowie einem Untersetzungsgetriebe
31 mit der Abtriebswelle 15' des Antriebsmotors 14 trieblich verbunden ist. Auf diese
Weise wird das durch die Beaufschlagung der Austrittsdüsen des Luftverteilerrohres
12 erzeugtes Drehmoment in den Antriebsstrang des Antriebsmotors 14 zurückgeleitet,
so daß beim Abbremsen des Luftverteilerrohres 12 keine Energie vernichtet, sondern
diese dem Antriebsstrang des Ventilators 13 zugeführt wird.
[0016] Die Antriebswelle 21 ist hierbei ebenfalls mittels des an der Decke 2 befestigten
Halters 16 gelagert, des weiteren ist das Zahnrad 24 mit Hilfe eines Wälzlagers 25
an der Abtriebswelle 15 des Ventilators 14 abgestützt. Mittels Schrauben 27 ist ferner
das Zahnrad 25 mit der Scheibe 26 verbunden, an der wiederum mittels Schrauben 29
die Rohrstücke 28, die durch Schrauben 30 an dem Luftverteilerrohr 12 gehalten sind,
angebracht sind. Das Vorgelegegetriebe 32 ist durch Zahnräder 33 und 34 gebildet.
[0017] Um beim Begehen der Trockenkammer 1 Unfälle zu vermeiden, ist in den Antriebsstrang
der Antriebswelle 21 eine Rutschkupplung 35 eingebaut. Die beiden Kupplungsteile der
Rutschkupplung 35 sind hierbei einerseits mit dem Zahnrad 33 und andererseits mit
der Antriebswelle 21 drehfest verbunden, so daß bei einer auf das Luftverteilerrohr
12 einwirkenden Kraft dieses mitunter, sofern die Reibkraft der Rutschkupplung 35
überwunden wird, stillgesetzt und eine Blockierung im Vorgelege 32 und/oder im Untersetzungsgetriebe
31 vermieden wird.
[0018] Bei der Ausgestaltung nach Figur 2 ist als Triebverbindung zwischen der Antriebswelle
21 und dem Untersetzungsgetriebe 31 ein Riementrieb 36 vorgesehen, der durch zwei
Riemenscheiben 37 und 38 sowie einem Treibriemen 39 gebildet ist. Der Riementrieb
26 übernimmt hierbei auch die Funktion einer Rutschkupplung.
1. Vorrichtung (11) zur Zuführung von Heißluft zu einem zu trocknenden Gut, beispielsweise
zur Trocknung von Formlingen der keramischen Industrie, mit einem um eine vertikale
Achse (A) rotierend antreibbaren Luftverteilerrohr (12), dem die Heißluft aus einem
Heißluftkanal (3) mittels eines Ventilators (13) zentrisch zuführbar und das mit einer
Vielzahl von Austrittdüsen versehen ist, wobei der Ventilator (13) mit einem koaxial
zu diesem angeordneten Antriebsmotor (14) und das Luftverteilerrohr (12) mit einer
parallel zu dem Antriebsmotor (14) des Ventilators (13) und seitlich zu dieser versetzt
verlaufenden Antriebswelle (21), die über Zwischenglieder (23, 24, 26, 28) mit dem
Luftverteilerrohr (12) verbunden ist, versehen sind,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antriebsstrang (15, 15') des Ventilators (13) mit der Antriebswelle (21) des
Luftverteilerrohres (12) in Triebverbindung steht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß zur trieblichen Verbindung des Antriebsstranges (15,15') des Ventilators (13) mit
der Antriebswelle (21) des Luftverteilerrohres (12) dem Antriebsmotor (14) des Ventilators
(13) ein Untersetzungsgetriebe (31) und diesem ein nachgeschaltetes Vorgelege-Getriebe
(32) oder ein Keil- oder Zahnriementrieb (36) zugeordnet sind, mit dem die Antriebswelle
(21) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß in den Antriebsstrang (32, 21) des Luftverteilerrohres (12) eine Rutschkupplung (35)
eingesetzt ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß das auf der Antriebswelle (21) des Luftverteilerrohres (12) angeordnete Antriebsglied
(33) über die Kupplung (34) mit der Antriebswelle (21) trieblich verbunden ist.
5. Vorrichtung nach einem oder mehreren
der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Übersetzungen der dem Luftverteilerrohr (12) zugeordneten an der Abtriebswelle
(15') des mit dem Ventilator (13) verbundenen Antriebsmotors (14) abgestützten Getriebeglieder
(23, 24, 33, 34, 31) derart gewählt sind, dass das Luftverteilerrohr (12) etwa mit
0,5 bis 1 U/Minute umläuft.