[0001] Die Erfindung betrifft eine Kombination von statischem Mischer und Wärmeaustauscher
zur verfahrenstechnischen Behandlung thermisch empfindlicher viskoser Medien, bestehend
aus mehreren parallel neben-, übereinander oder versetzt zueinander angeordneten Rohren,
die quer in einem Winkel, vorzugsweise von 90°, zur Produktströmungsrichtung in einem
Gehäuse stehen und angeströmt werden. Die Rohre besitzen auf dem äußeren Durchmesser
erhabene radial angeordnete Stege oder auch gekrümmte, die axial zur Rohrachse versetzt
angeordnet sind und auf der Rohrachse zueinander versetzt sind. Die erhabenen Konturen
sind so angeordnet, dass insbesondere bei viskosen und hochviskosen Stoffen und Stoffgemischen
eine gute Mischwirkung eintritt und gleichzeitig durch die wesentlich vergrößerte
Rohraußenfläche eine schnelle produktschonende Temperierung erst ermöglicht wird.
[0002] Das schnelle gleichmäßige und schonende Temperieren von viskosen und hochviskosen
Produkten, z.B. Polymerschmelzen, erfolgt nur ungenügend mit den bekannten unten beschriebenen
Statikmischersystemen. Als direkte Heizfläche für derartige Aufgabenstellungen steht
nur die äußere temperierte Gehäuse- oder Rohrwand zur Verfügung. Zur Temperierung
eines Produktes, wird dieses mehrfach durch die bekannten Statikmischer von der Gehäuse-
bzw. Rohrmitte zur temperierten Gehäusewand geleitet, so dass mit zunehmender Länge
der Heizstrecke die gewünschte Produkttemperatur erreicht wird. Solche Temperieraufgaben
erfordern aufgrund der geringen Wärmeleitfähigkeit der meisten organischen Stoffe
lange temperierte Mischstrecken, die zu einer hohen Verweilzeit und hohem Druckverlust
führen und dadurch viskose Stoffe (> 1 mPa.s) bei laminarer Strömungsgeschwindigkeit,
insbesondere solche mit temperaturempfindlichem Charakter, schädigen. Ein zusätzlicher
Nachteil der langen Mischstrecken sind die hohen Bauart-bedingten Investitionskosten
solcher Systeme. Nachteile, wie die geringe mechanische Stabilität und hohe Druckverluste
bekannter Statikmischer führen zu großen Strömungsquerschnitten, die wiederum eine
Temperierung erschweren.
[0003] Eine geringfügige Verbesserung bei Temperieraufgaben wird erreicht, wenn bekannte
Statikmischer in Rohrleitungen oder in Gehäuse eingepresst bzw. eingewalzt werden.
Dadurch wird ein begrenzter metallischer Kontakt zwischen der beheizten inneren Gehäusewand
und den kleinen äußeren Querschnittsflächen der metallischen Statikmischer gebildet.
Der eingezogene oder eingewalzte Statikmischer kann jedoch nur eine unzureichende
Kontaktfläche mit der temperierten Gehäusewand bilden. Die Kontaktflächen sind erfahrungsgemäss
nicht vollständig ausgebildet, so dass immer Spalte zur inneren Gehäusewand entstehen.
Durch diese engen Spalte wird geringfügig, durch höhere Wärmeleiteigenschaften der
metallischen Mischstege, Wärme radial in den Strömungsbereich des Statikmischers geleitet.
Diese Methode ermöglicht nur bei sehr kleinen Gehäuse- bzw. Rohrdurchmessern eine
geringe Verbesserung, da die Wärmeleitung zur Mitte des Statikmischers bzw. des Gehäuses
durch die kleinen nicht vollständig ausgebildeten Kontaktflächen begrenzt ist. Weiterhin
sind diese Spalte "Totstellen", die zur Stippenbildung, z.B. in Polymerschmelzen beitragen.
Die Stippen (Verunreinigungen) mindern die Qualität der Verkaufsprodukte (z.B. Thermoplaste).
[0004] Etwas bessere Temperiereigenschaften besitzen bekannte Statikmischer, die in Gehäuse
oder Rohrleitungen eingelötet sind. Das Einlöten erfordert ein präzises vorbereitetes
Gehäuse bzw. Rohr und einen an seinem Außendurchmesser bearbeiteten Statikmischer,
damit eine gute und vollständige Lötverbindung zustande kommen kann. Die mechanischen
Vorbereitungen der einzulötenden Teile sind aufwendig und kostenintensiv. Eingelötete
Statikmischer zeigen bei guter Verlötung eine gute Kontaktfläche zur inneren temperierten
Gehäusewand. Aufgrund des geometrischen Aufbaus der Statikmischer ist die Kontaktfläche
zur beheizten Gehäusefläche jedoch sehr klein, so dass nur eine geringfügig höhere
Temperierleistung zum Produktstrom möglich ist. Die Vergrößerung der temperierten
Fläche im Vergleich zu den eingewalzten Statikmischern ist nicht wesentlich höher,
so dass Mischstecken mit gelöteten Statikmischern, nicht entscheidend verkürzt werden
können. Das Lötverfahren ist wegen der begrenzten Lötofenbaugröße und wegen des Verzuges
der Rohre beim Verlöten nur mit geringer Rohrlänge (i.a. < 2 m) möglich.
[0005] Durch das eingesetzte Lot, treten zudem häufig zusätzliche Korrosionsprobleme auf
die bei der Anwendung solcher Mischer berücksichtigt werden müssen, damit z. B. Reinheit
und Qualität eines Produkts durch Verunreinigungen infolge von Korrosion nicht verschlechtert
wird.
[0006] Für die Wärmeübertragung bei flüssigen und gasförmigen Stoffen sind weiterhin Rohre
mit äußeren aufgezogenen oder eingepressten bzw. schweißtechnisch angehefteten dünnen
Blechscheiben bekannt. Die äußeren dünnen Scheiben besitzen keinen vollständigen Kontakt
zum eigentlichen Trägerrohr, so dass sie für den Einsatz zur Temperierung von Luft
im hochturbulenten Strömungsbereich vorzugsweise eingesetzt werden. Diese Ausführungen
sind nicht druckstabil und besitzen keine mischenden Eigenschaften für viskose Stoffe
im laminaren Strömungsbereich. Deshalb sind derartige Rohrsysteme für die Temperierung
viskoser und hochviskoser Flüssigkeiten nicht geeignet. Zur Verbesserung der wärmeübertragenden
Eigenschaften werden z.B. diese äußeren Scheiben und das Trägerrohr mit einem Niedertemperaturlot
vollständig überzogen um produktberührte Flächen zu vergrößern und somit die Wärmeleitung
zu erhöhen. Die verwendeten Lote (z.B. Zink, Zinn) sind in chemischen Prozessen mit
hohen Korrosionsanforderungen nicht einsetzbar, des weiteren ist die mechanische Festigkeit
solcher Lote, insbesondere bei hoher Temperaturbeanspruchung, sehr gering.
[0007] Weiterhin ist der temperierbare Statikmischer Reaktor (DE 2 839 564 A1) bekannt.
Dieser Reaktor vermischt das durchströmende Produkt, wobei die mischenden Einbauten
aus mäanderförmig gebogenen Rohren bestehen. Diese Vorrichtung besteht aus einem temperierbaren
Gehäuse, in dem die mischenden Einbauten durch ein besonders geformtes Mäander - Rohrbündel
ersetzt sind.
[0008] Das Rohrleitungsbündel besteht aus mehreren parallel verlaufenden gebogenen dünnen
Rohren. Die Enden der Rohre sind an einem Flansch angeschweißt, von dem aus das Heiz-
bzw. Kühlmittel zur Temperierung des Produktstroms eingespeist wird.
[0009] Die parallel verlaufenden gebogenen Rohre werden als temperierte Einbauten parallel
zur Strömungsrichtung des Produkts in das Gehäuse eingesteckt. Die mäanderförmigen
Rohre stehen unter einem alternierenden Winkel in der Produktströmungsrichtung und
verlaufen quer über den hydraulischen Durchmesser des Gehäuses. Die parallel angeordneten
Rohre im Bündel kreuzen sich untereinander in axialer Richtung des Gehäuses, nach
dem bekannten Prinzip der Statikmischer. Die mischenden Rohre zeigen bei dieser Konstruktion
einen runden bis elliptischen Anströmquerschnitt, die Rohre sind zum Produktstrom
unter einem Winkel geneigt, so dass nur eine geringe verteilende Umlenkung bzw. Mischung
des zu temperierenden Produktstromes erfolgt. Da angeströmte runde Profile eine geringe
Mischwirkung haben, ist eine homogene Temperaturverteilung in einer hochviskosen Produktströmung
auf kurzem Weg nicht ausreichend.
[0010] Die Länge des einsteckbaren Mäander - Rohrbündels beträgt immer ein Vielfaches des
hydraulischen Gehäusedurchmessers. Die mäanderförmig gebogenen Rohre haben aufgrund
ihrer gestreckten Länge eine große wärmeübertragende Fläche. Durch den Verbindungsflansch
erfolgt die Zu- und Abfuhr des flüssigen Wärmeträgers, der seine Energie über das
vom Produkt umströmte Rohrbündel abgibt. Insbesondere bei der Temperierung viskoser
Stoffe, die wärmeisolierende Eigenschaften besitzen, kann die große Heizfläche nicht
effektiv genutzt werden, da die Einbauten keine gute Mischwirkung haben.
[0011] Die gebogenen einsteckbaren Rohrbündel sind anfällig gegen große Druckgradienten.
Bei Anfahrvorgängen oder bei Produktverstopfüng durch hochviskose Produkte treten
hohe Druckgradienten auf, so dass die mäanderförmig gebogenen Heiz-/ Kühlrohre in
Produktströmungsrichtung zug- oder druckbelastet und gestreckt werden. Dabei neigen
die inneren wärmeübertragenden Einbauten des Apparates zur Deformation und eine weitere
Temperierung des Produkts durch die dann fehlende Umlenkung des Produkts ist nicht
mehr möglich. Das ungewollte Strecken des Rohrbündels ist irreparabel und kann zum
Anlagenstillstand mit hohen Ausfallkosten führen.
[0012] Das temperierbare mäanderförmige Rohrbündel zeigt aufgrund der ideal gestreckten
Länge des Einzelrohres und des kleinen Strömungsquerschnittes einen hohen Druckverlust
und eine lange Verweilzeit auf der Temperierseite. Beides, Druckverlust und Verweilzeit
z.B. des Temperiermediums in den Mäanderschlangen, führt zu hohen Differenzen zwischen
Ein- und Austrittstemperatur und reduziert die zur Wärmeübertragung wichtige mittlere
Temperaturdifferenz entscheidend. Aufgrund dessen ist die Leistungsfähigkeit solcher
mäanderförmigen Rohrbündel gering. In der Praxis werden häufig mehrere Rohrbündel
hintereinander geschaltet, das erhöht wiederum die Investitionskosten, den Druckverlust,
die Verweilzeit des zu temperierenden Stoffes und erhöht den Montageaufwand.
[0013] Ein gleichmäßiges und schonendes Temperieren von hochviskosen, einphasigen oder mehrphasigen
Produktströmen bei gleichzeitig geringer Verweilzeit kann mit den bekannten Systemen,
wie z.B. Statikmischern mit beheizbaren Gehäusen oder den temperierbaren mäanderförmigen
Rohrbündeln nicht erfolgen.
[0014] Daraus resultiert die Notwendigkeit einen temperierbaren Statikmischer zu entwickeln,
der Heizkanäle im Produktstrom und gute Mischeigenschaften besitzt. Die neuen temperierbaren
Statikmischer sollen einen geringen Druckverlust auf der Wärmeträgerseite besitzen,
so dass mit großen Temperaturdifferenzen zum temperierbaren Produktstrom gerechnet
werden kann. Des Weiteren soll das neue Apparatekonzept auf große hydraulische Gehäusedurchmesser
anwendbar sein. Zusätzliche Verbesserung in Bezug auf eine hohe Robustheit gegen mechanische
Einwirkungen, gegen hohe Druckgradienten und die Möglichkeit diverse wärmeleitende
und korrosionsfeste Materialien einzusetzen, um den unterschiedlichen Produktanforderungen
gerecht zu werden, wäre vorteilhaft.
[0015] Weitere Anforderungen bestehen bezüglich einer guten Anpassung auf unterschiedliche
verfahrenstechnische Aufgabenstellungen hinsichtlich geringem Druckverlust auf der
produktberührten und der temperierten Seite, hohe Mischleistung, eines geringen Verweilzeitspektrums
auf der Produktseite, große Temperierfläche und hohe Wärmeübertragungsleistung. Die
Erfindung soll für den Einsatz von viskosen bis hochviskosen Substanzen (Viskosität
0,001 bis 20 000 Pa.s) wesentliche Vorteile zeigen.
[0016] Die mechanische Stabilität bei Anfahrvorgängen bzw. bei Montagen soll erhöht werden,
so dass auch eine höhere Betriebssicherheit erreicht wird.
[0017] Der neue Apparat soll ein Kompaktwärmeaustauscher sein, der mit einem niedrigen Installationswand
und niedrigen Herstellungskosten in Produktionsanlagen eingebaut werden kann.
[0018] Aufgabe der Erfindung ist es zusammenfassend einen statischen Mischer/Wärmeaustauscher
bereitzustellen, der die Nachteile der bekannten Konstruktionen des Standes der Technik
vermeidet, eine wesentlich verbesserte Temperierung bei geringerem Apparatevolumen
ermöglicht, die Herstellungskosten des Apparates reduziert und eine höhere Robustheit,
Betriebssicherheit und Standzeit als bekannte Wärmeaustauscher aufweist.
[0019] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch einen Mischer/Wärmeaustauscher gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 1 mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1.
[0020] Gegenstand der Erfindung ist ein statischer Mischer/Wärmeaustauscher für die Behandlung
viskoser und hochviskoser Produkte, wenigstens umfassend mindestens ein gegebenenfalls
temperierbares Gehäuse zur Durchleitung des Produktes, in dem insbesondere quer zur
Hauptströmungsrichtung des Produkts mindestens zwei, bevorzugt hintereinander angeordnete
temperierbare Rohre, insbesondere temperierbar mittels Durchleitung eines Wärmeträgermediums,
angeordnet sind, wobei auf dem Umfang der Rohre eine Vielzahl von Wärmeaustauscherstegen
verteilt angebracht sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmeaustauscherstege entlang
jedes Rohres in mindestens zwei parallelen Lagen ausgerichtet sind und die Stege der
verschiedenen Lagen um einen Winkel α von 45° bis 135°, bevorzugt von 70° bis 100°,
besonders bevorzugt von 85° bis 95° zueinander um die Achse des Rohres verdreht angeordnet
sind und dass die Stege der verschiedenen Lagen zur Hauptströmungsrichtung des Produktes
durch das Gehäuse unter einem Winkel β von ±10° bis ±80° stehen.
[0021] Die Stege der verschiedenen Lagen stehen in einer bevorzugten Ausführung zur Hauptströmungsrichtung
des Produktes durch das Gehäuse unter einem Winkel β von ±30° bis ±60° und besonders
bevorzugt unter einem Winkel β von ±40° bis ±50°.
[0022] Bevorzugt ist ein Mischer/Wärmeaustauscher, dadurch gekennzeichnet, dass zu jedem
Steg einer Lage ein zu diesem Steg auf dem Rohr gegenüberstehender Steg angeordnet
ist. Im einfachsten Fall stehen sich beide Stege dann auf dem Rohr genau in einem
Winkel von 180° gegenüber.
[0023] Bevorzugt ist auch ein Mischer/Wärmeaustauscher, dadurch gekennzeichnet, dass die
Stege der verschiedenen Lagen von Stegen über die Länge des Rohres gesehen alternierend
angeordnet sind. Damit wird die Mischwirkung weiter verbessert.
[0024] In einer bevorzugten Ausführungsform sind die Stege so ausgebildet, dass die Stege
der verschiedenen Steglagen entlang der Rohre zueinander auf Lücke angeordnet sind.
[0025] Zur Verarbeitung höher viskoser Produkte sind, in einer alternativen Bauform des
Mischer/Wärmeaustauschers, die Abstände der Stege der verschiedenen Lagen entlang
des Rohres zu einander auf Lücke um den Druckverlust zu erniedrigen.
[0026] Zur Verarbeitung höher viskoser Produkte sind, in einer alternativen Bauform des
Mischer/Wärmeaustauschers, die Abstände der Stege der verschiedenen Lagen entlang
des Rohres so gewählt, dass die Lücke zwischen rohraxialen benachbarten Stegen größer
ist als die jeweilige Stegbreite.
[0027] Die Lücken vergrößern den Produktströmungsquerschnitt und reduzieren den Druckverlust.
Sind die Lücken kleiner als die jeweilige axiale Stegbreite erhöht sich der Druckverlust
und gleichzeitig auch die wärmeübertragende Fläche der Rohre.
[0028] In einer besonderen Ausführungsform ist das Stegbreite-/Lückenverhältnis zwischen
zwei Stegen zwei benachbarter Steglagen kleiner 1, bevorzugt kleiner 0,7 und besonders
bevorzugt kleiner 0,5, um den Druckverlust zu reduzieren.
[0029] Bevorzugt ist ebenfalls ein Mischer/Wärmeaustauscher, dadurch gekennzeichnet, dass
mehrere Rohre mit Stegen in dem Gehäuse quer zur Hauptströmungsrichtung nebeneinander
angebracht sind.
[0030] Unter Hauptströmungsrichtung des Produktes wird die Richtung parallel zur Längsausdehnung
des Gehäuses bezeichnet, die dem Produktstrom folgt, bei rohrförmigem Gehäuse die
Richtung parallel zur Mittelachse des Gehäuses.
[0031] In einer bevorzugten Form des Mischer/Wärmeaustauschers besitzen die Rohre Temperierkanäle
für die Durchleitung eines flüssigen Wärmeträgers, wobei im Ausströmbereich jedes
Kanals eine Düse mit einem gegenüber dem Kanal verkleinerten hydraulischen Durchmesser,
zur Begrenzung der Durchflussmenge des Temperiermittels, angebracht ist.
[0032] Bevorzugt ist der Durchmesser der Düse nur halb so groß wie der hydraulische Kanaldurchmesser
des jeweiligen Rohres.
[0033] Die bevorzugte integrierte Düse am Ende des Temperierkanals, im Ausströmbereich der
Rohre, reduziert die Durchflussmenge des flüssigen Temperiermediums bei vollständig
geflutetem Kanal. Dadurch erhöht sich die gleichmäßige Durchströmung vieler parallel
angeordneter Stegrohre des Mischer/Wärmeaustauschers.
[0034] In einer besonders bevorzugten Form des Mischer/Wärmeaustauschers weist das Gehäuse
des Mischer-/Wärmeaustauschers einen separaten zuleitenden und einen separaten ableitenden
Gehäusebereich für das Wärmeträgermedium auf, um die Einström- bzw. Ausströmbereiche
der Temperierkanäle zu versorgen. Dabei erfolgt eine erzwungene Durchströmung der
Stegrohre.
[0035] Der temperierbare Mischer/Wärmeaustauscher kann einen kreisrunden (hydraulischen)
oder einen rechtwinkligen Querschnitt zeigen, so dass die Querschnittsform des Moduls
der verfahrenstechnischen Notwendigkeit angepasst werden kann. Der Mischer hat eine
Bauhöhe von Länge zu Durchmesser L/D<10, vorzugsweise bei größeren Durchmessern ist
das L/D-Verhältnis <5 und besonders bevorzugt ist das L/D-Verhältnis <1.
[0036] Eine bevorzugte Variante des Mischer/Wärmeaustauschers ist dadurch gekennzeichnet,
dass in dem Gehäuse in mehreren Ebenen hintereinander (in Hauptströmungsrichtung)
mit Stegen versehene Rohre, insbesondere mit verschiedenen Stegformen- bzw. -ausführungsvarianten
versehene Rohre, angebracht sind. Diese mehrstufige Ausführung ermöglicht einerseits
ein örtlich intensiveres Vermischen des Mischgutes andererseits wird durch die unterschiedliche
Heizfläche der hintereinander in Produktströmungsrichtung stehenden Rohre ein Temperaturgradient
entlang der Mischstrecke ermöglicht.
[0037] Durch Wahl der Abstände "a" (vergleiche Fig. 13) der horizontalen Rohre können die
äußeren Stege zueinander definierte Spalte bilden. Durch Variation der vertikalen
Rohrabstände "h" können sich Spalte zwischen den einzelnen Mischebenen bilden, so
dass eine Druckverlustminderung eintritt und eine gute schweißtechnische Verbindung
der in Segmenten ausgebildeter Mischelemente mit dem Gehäuse möglich ist.
[0038] Zur weiteren Intensivierung der Mischwirkung und Temperierung ist ein bevorzugter
Mischer/Wärmeaustauscher so aufgebaut, dass sich die radiale Ausdehnung der auf benachbarten
Rohren angeordneten, jeweils benachbarten Wärmeaustauscherstege überschneidet.
[0039] Die Variation der Rohrabstände quer zur Produktströmungsrichtung oder die Variation
der Abstände in Produktströmungsrichtung ermöglicht eine Verbesserung der Misch- und
Temperiervorgänge bei gleichzeitig geringerem Apparatevolumen (Hold-up). Beim Durchströmen
des Mischer/Wärmeaustauschers erfolgt bei enger Anordnung ein Ineinandergreifen der
Temperierstege, der nebeneinander oder hintereinander angeordneten Rohre. Das erhöht
die Strömungsgeschwindigkeit und in Folge die Temperier- und Mischleistung.
[0040] Bevorzugt ist weiterhin ein Mischer/Wärmeaustauscher, dadurch gekennzeichnet, dass
die radiale Ausdehnung der Stege mindestens das 0,5-fache bis zum 30-fachen, bevorzugt
mindestens das 5-fache bis zum 15-fachen des Innendurchmessers des damit verbundenen
Rohres beträgt.
[0041] Bevorzugt ist weiterhin ein Mischer/Wärmeaustauscher, dadurch gekennzeichnet, dass
die radialen Stege auf den Rohren hohl sind und der Steghohlraum eine direkte Verbindung
zum Rohrinnenraum hat.
[0042] In besonderen Ausführungen sind die Leitflächen der Stege erhaben strukturiert, so
dass die wärmeaustauschende Fläche weiter vergrößert wird und zusätzliche Misch- bzw.
Strömungseffekte insbesondere bei Durchleitung von niederviskosen Stoffen auftreten.
[0043] Die radiale Ausdehnung der Stege und die dadurch vergrößerte wirksame Wärmeaustauschfläche
bei gleichzeitiger Verminderung des lokalen Druckverlustes kann aufgrund der Wärmeleiteigenschaften
des verwendeten Rohrwerkstoffes und der stoffspezifischen Wärmeübergangskoeffizienten
des zu temperierenden Produkts nicht beliebig groß gewählt werden. Eine große radiale
Ausdehnung der Stege kann erfolgen, wenn die Stege hohl ausgebildet sind und der Steghohlraum
eine direkte Verbindung zum Kanal des Rohres hat. Ist prozessseitig eine hohe Dispergierleistung
gefordert kann die radiale Ausdehnung der Stege groß gewählt werden, so dass sich
die Stege in verschiedenen Ebenen überschneiden bzw. Stege benachbarter Rohre ineinander
greifen. Die Rohre mit hohlen Stegen können gießtechnisch einstückig hergestellt werden.
Aufgrund moderner Schweißverfahren (Laser-Schweißung) ist auch eine Schweißkonstruktion
wirtschaftlich.
[0044] Ebenfalls bevorzugt ist eine Variante des Mischer/Wärmeaustauschers, dadurch gekennzeichnet,
dass die Innenwand der Rohre eine Konturierung zur Vergrößerung ihrer Oberfläche aufweist,
insbesondere in Form von Längsrippen. In Analogie zum Innenraum des Temperierrohres
sind bevorzugt die äußeren Flächen der Temperierrohre und insbesondere die Stege mit
Konturen versehen, um die produktseitige Wärmeübertragungsfläche zu vergrößern.
[0045] Alternativ ist der Mischer/Wärmeaustauscher bevorzugt so gestaltet, dass die Rohre
mit einer elektrischen Widerstandsheizung versehen sind.
[0046] Kommt der Mischer/Wärmeaustauscher als Erhitzer mit in die Rohre eingesteckten elektrischen
Heizpatronen zum Einsatz, entfallen die separat ausgebildeten zuleitenden und ableitenden
Leitungen für Temperiermittel, so dass die Rohre die mit dem umschließenden Gehäuse
direkt verbunden sind, einseitig mit den Heizpatronen bestückt werden können.
[0047] Bei Verwendung flüssiger Temperiermittel liegt der Temperaturbereich des Mischer/Wärmeaustauschers
von -50°C bis +300°C. Oberhalb von 300°C kann der Mischer/Wärmeaustauscher mit elektrischen
Heizpatronen bis zu 500°C betrieben werden.
[0048] Für die Durchführung katalysierter Prozesse ist eine weitere bevorzugte Bauform des
Mischer/Wärmeaustauschers von Vorteil, die dadurch gekennzeichnet ist, dass die Rohre
und/oder die Stege auf ihrer von Mischgut berührten Fläche mit einem Katalysator beschichtet
sind.
[0049] Bevorzugt sind die Stegrohre des Mischer/Wärmeaustauscher einstückig ausgebildet,
z.B. dadurch, dass die Rohre mit Stegen im Gießverfahren oder als Schmiedestück gefertigt
sind.
[0050] Die Fertigung der Rohre mit Stegen bzw. der Stegrohre durch Gieß- oder Umformtechnik
hat Kostenvorteile. Insbesondere wird durch das homogene Werkstoffgefüge eine gute
Wärmeleitung vom durchfließenden Temperiermittel zur produktberührten Außenfläche
gesichert und Kältebrücken vermieden. Aus diesem Grunde sind insbesondere metallische,
legierte CrNi-Werkstoffe, Cu-Verbindungen, Aluminium, Titan, hochlegierte Nickelstähle
bzw. Edelmetalle als Werkstoffe bevorzugt.
[0051] Die Mischwirkung und Wärmeaustauscherfunktion sind besonders wirksam in einem bevorzugten
Mischer/Wärmeaustauscher, bei dem die Stegrohre in Querrichtung zur Hauptströmungsrichtung
des Produktes unter einem Winkel γ von höchstens + / - 15 Grad in dem Gehäuse angeordnet
sind.
[0052] Bei besonderen Mischaufgaben ist ein bevorzugter Mischer/Wärmeaustauscher vorteilhaft,
bei dem in dem Gehäuse in mehreren Ebenen in Strömungsrichtung hintereinander mit
Stegen versehene Rohre angebracht sind, und die Rohre der Ebenen unterschiedlich dimensionierte
Stege im Vergleich zu den Stegen der Rohre benachbarter Ebenen aufweisen.
[0053] Bevorzugt ist ein Mischer/Wärmeaustauscher, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens
hintereinander angeordnet zwei parallele Scharen von Rohren mit Stegen unterschiedliche
Stegformen besitzen.
[0054] Besonders bevorzugt ist ein Mischer/Wärmeaustauscher aufgebaut, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens ein Rohr mit Stegen in einer Ebene einseitig mit einer Rohrverlängerung
durch den zuleitenden oder ableitenden Temperierbereich nach außerhalb des Gehäuses
geführt ist und der Kanal des Stegrohres an einer Seite verschlossen ist und mindestens
zwei radiale Öffnungen eine Verbindung vom Kanal des Stegrohres zum durchströmten
Produktraum des Mischer/Wärmeaustauschers bildet, um eine zusätzliche flüssige oder
gasförmige Komponente in den Hauptstrom des Mischgutes zu leiten und unmittelbar zu
vermischen.
[0055] Die direkte Einspeisung einer zusätzlichen Substanz über ein nach außen verlängertes
Stegrohr, ermöglicht die Verwendung des Mischer/Wärmeaustauschers als Reaktor. Zum
einen kann ein Farbstoff bzw. ein Additiv oder ein Schleppmittel zudosiert werden
um z.B. viskose Produkte zu färben, Beimischungen zu realisieren oder Reinigungsmittel
zu zuführen für eine nachgeschaltete Reinigungsstufe. Eine andere verfahrenstechnische
Verwendung wird möglich, wenn z.B. eine Reaktionskomponente über den Strömungsquerschnitt
des Mischer/Wärmeaustauschers in den Hauptstrom zu dosiert und dadurch eine chemische
Reaktion eingeleitet bzw. gestartet wird. Eine ggf. entstehende Reaktionswärme, durch
den Start einer exothermen Reaktion, kann unmittelbar abgeführt werden, um den Prozess
isotherm zu halten.
[0056] Eine weitere bevorzugte Ausführung der Erfindung mit steckbaren Temperiereinheiten
ist möglich, wenn das Gehäuse des produktseitigen Strömungskanals in Strömungsrichtung
seitliche Öffnungen hat, durch die die Temperiereinheit quer zur Strömungsrichtung
eingesetzt werden kann, so dass der produktseitige Strömungsquerschnitt vollständig
mit der temperierbaren Statikmischereinheit gefüllt wird. Mehrere steckbare Temperiereinheiten
können dann, jeweils in Hauptströmungsrichtung um 90 Grad versetzt, in den produktführenden
Kanal des Gehäuses eingebracht werden. Dadurch wird die De- und Montage der Vorrichtung
zu Reinigungszwecken aufgrund z.B. eines Produktwechsels wesentlich vereinfacht. Die
einseitig stegbaren Temperiereinheiten sind in dieser Ausführung einseitig mit Heizmittel
versorgt, so dass über eine verlängerte in den Temperierkanal hineinreichende Kappilare
der Temperierheit die Strömungsverhältnisse des Wärmetauschermittels vergleichmässigt
und einer weitere. Verengung des Temperierkanals entfällt.
[0057] In besonderen Ausführungen des Mischer/Wärmeaustauschers werden Rohre mit äußeren
Stegen oder Leitflächen übereinander in ein U-förmiges Gehäuse angeordnet und beide
U-förmigen Gehäuseschalen zu einem dichten Gehäuse verschweißt, so dass sich ein rechtwinkeliger
Strömungsquerschnitt für das zu temperierende Produkt bildet (Figur 2, 2a).
[0058] Eine weitere anwenderfreundliche Ausführung des Mischer/Wärmeaustauscher besteht
darin, wenn temperierende Stegrohrenden jeweils in separate Heiztaschen, für die Zuführung
und Ableitung des Temperiermediums, eingesetzt, verschweißt und einseitig mit einem
Flansch versehen werden, um als steckbare Temperiereinheiten in ein angepasstes Gehäuse
eingesetzt zu werden.
[0059] Die übereinander positionierten Stegrohre mit den einseitigen Verteilertaschen können
als Steckeinheiten in temperierte Gehäuse geschoben werden. In einer derartigen Anordnung
befindet sich auf kleinem Raum besonders viel Heizfläche, so dass eine produktschonende
Temperierung bei kurzer Verweilzeit erfolgt. Ein besonderer Vorteil für den Anwender
ist die Reinigungsmöglichkeit der temperierbaren Mischereinheit.
[0060] Bevorzugt können mehrere Mischer/Wärmeaustauscher hintereinander angeordnet werden,
gegebenenfalls in Kombination mit bekannten statischen Mischern. Die Mischer/Wärmeaustauscher
können dabei um einen Winkel δ von 45 bis 135°, z.B. von 90°, um die Gehäusemittelachse
verdreht zueinander angeordnet sein.
[0061] Durch das Hintereinander-Schalten von mehreren Mischer/Wärmeaustauschern kann eine
chemische Reaktion in einem statisch-mischenden Reaktor ausreichend homogenisiert
und isotherm gehalten werden.
[0062] Der Mischer/Wärmeaustauscher ist ein leistungsfähiger Temperierapparat, der selbst
bei laminarer Strömungsgeschwindigkeit eine hohe Wärmeübertragungsleistung ermöglicht.
Aus diesem Grund sind die erfindungsgemäßen Mischer/Wärmeaustauscher bevorzugt für
den Aufbau von rückvermischungsarmen Strömungsreaktoren, für die Durchführung von
exothermen und endothermen Prozessen geeignet. Je nach Aufgabenstellung kann in prozess-intensiven
Reaktorbereichen, in denen eine Reaktion gestartet wird, ein schneller Wärmeaustausch
gewünscht ist und nach Verweilzeitbereichen die weniger temperaturregulierend wirken
und nur ein Vermischen gefordert ist unterschieden werden. Verweilzeitbereiche von
Strömungsreaktoren können z.B. temperierte Rohre mit eingesetzten bekannten Statikmischern
sein.
[0063] Die Hauptanwendung der Erfindung, liegt auf dem Gebiet der schonenden schnellen Temperierung
von viskosen bis hochviskosen Stoffsystemen. Bei diesen Anwendungen ist neben einer
effektiven Temperierung immer eine gleichzeitig gute und effektive Vermischung erforderlich
um Temperaturkonstanz über den Strömungsquerschnitt zu erzielen.
[0064] Durch die Möglichkeit einen weiteren Stoff über die zusätzliche bevorzugte Stoffzuleitung
direkt in den Hauptstrom einzuleiten und zu verteilen, können Additive bzw. Farbstoffe
eingemischt werden, so dass in einer verfahrenstechnischen Anlage zusätzliche Mischstrecken
entfallen können. Insbesondere bei Verfahren zur Entmonomerisierung von Polymerschmelzen
können sogenannte Schleppmittel direkt in die Schmelze eindosiert werden, gleichzeitig
erfolgt durch die effektive Temperierung eine schonende Kurzzeit-Erhitzung des Polymers,
auf ein höheres Temperaturniveau, ohne eine thermische Produktschädigung einzuleiten,
so dass ein nachgeschalteter Verdampfungsschritt als Reinigungsschritt, von z.B. einer
leichter siedenden unerwünschten Komponente, durchgeführt werden kann.
[0065] Mehrere hintereinander geschaltete Mischer/Wärmeaustauscher können dazu benutzt werden
um rückvermischungsarme Rohrreaktoren zu konzipieren. Es kann z.B. eine Reaktionskomponente
über die zusätzliche Stoffzuleitung eines bevorzugten Mischer/Wärmeaustauschers gleichmäßig
in den Reaktionsraum (Produktraum) verteilt werden. Bei endothermen Reaktionen kann
im Strömungsverlauf die zur Reaktion benötigte Energie unmittelbar zugeführt werden.
Entsteht während der Reaktion Wärme, so kann bei Zuschaltung eines Kältemittels die
Reaktionswärme unmittelbar abgeführt werden.
[0066] Mit der genannten Erfindung lassen sich kleine, kompakte Hochleistungs- Wärmeaustauscher
für niederviskose und hochviskose, flüssige und gasförmige Stoffe bilden. Die Apparate
zeigen eine sehr stabile Ausführung, können aufgrund der stabilen Ausführung bei hohen
Druckgradienten eingesetzt werden, besitzen eine große wärmeübertragende Fläche und
arbeiten rückvermischungsarm. Insbesondere bei Anwendungen zur Temperierung viskoser
und hochviskoser einphasiger oder mehrphasiger Stoffsysteme sind aufgrund kleiner
Verweilzeiten die Vorteile besonders erkennbar.
[0067] Das Strömungsverhalten von sehr hochviskosen Stoffsystemen impliziert einen sehr
hohen Druckverlust, weshalb nur kleine Strömungsgeschwindigkeiten wirtschaftlich möglich
sind. Der Fachmann spricht von schleichenden Strömungen. Hierbei ist der Wärmeaustausch
zwischen Wärmeträger und Produkt besonders schlecht. Bei diesen Anwendung ist neben
der großen wärmeaustauschenden Fläche gleichzeitig ein intensiver Mischvorgang notwendig
um eine schonende und gleichmäßige Erwärmung des Produkts zu erzielen. Die Temperierung
des Produkts erfolgt bei entsprechender Anordnung der Stegrohre bei sehr kleiner Verweilzeit
und kleinem Verweilzeitspektrum, so dass insbesondere temperaturempfindliche Stoffe
mit dem erfindungsgemäßen Mischer/Wärmeaustauscher temperiert werden können.
[0068] Mit der Erfindung kann in einzelnen Fällen sogar auf eine vollständig temperiertes
Gehäuse verzichtet werden, wodurch u. a. Investitionskosten weiter reduziert werden.
[0069] Aufgrund der hohen konzeptionellen Flexibilität der erfindungsgemäßen Mischer/-Wärmeaustauscher,
durch Kombination der Rohrabstände "a" und "h" mit unterschiedlichen Stegbereichen,
Variation der Anzahl der Stegrohre nebeneinander, untereinander oder versetzt untereinander,
sowie der Variation der Rohrabstände quer oder mit der Hauptströmungsrichtung des
Produkts, besteht die Möglichkeit allen verfahrenstechnischen und produktspezifischen
Anforderungen gerecht zu werden.
[0070] Der Apparat arbeitet immer mit kleinen Temperaturdifferenzen zwischen Ein- und Austritt
des Wärmeträgers bzw. des Kühlmittels, so dass ein hoher Leistungsübertrag beim Temperieren
und eine sehr gute Nutzung der Sekundärenergien möglich ist.
[0071] Die Erfindung ermöglicht kompakte, druckfeste und preiswerte Wärmeübertragungsapparate
bzw. rückvermischungsarme Rohrreaktoren. Die Form von einsteckbaren Mischer/Wärmeaustauscher-Einheiten
in entsprechende temperierte Gehäuse ergibt besonders betriebsfreundliche Apparate,
die eine einfache Reinigung zu lassen.
[0072] Insbesondere die Anwendung als rückvermischungsarmer Rohrreaktor, mit einer integrierten
Einheit zur gleichmäßigen Einspeisung einer Reaktionskomponente über den hydraulischen
Strömungsquerschnitt eines primären Hauptproduktstroms bietet weitere technische Einsatzmöglichkeiten,
die bisher mit Aggregaten nach dem Stand der Technik nicht möglich sind.
[0073] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Figuren durch die Beispiele, welche jedoch
keine Beschränkung der Erfindung darstellen, näher erläutert.
[0074] Es zeigen:
- Figur 1
- einen Längsschnitt durch das Gehäuse 6 eines erfindungsgemäßen Mischer/Wärmeaustauschers
gemäß Linie A-A in Figur 1a und den Winkelversatz der Stege zu einander sowie die
Winkelannordnung der Stege zur Hauptströmungsrichtung.
- Figur 1a
- Teil-Querschnitt und seitliche Ansicht des Rohres 1 mit Stegen 2a und 2b nach Figur1.
- Figur 2
- zeigt einen Mischer/Wärmeaustauscher mit zwei parallel angeordneten Rohren 1 in einer
Ebene mit Stegen 2a und 2a' im Bereich der Produktströmung, sowie den Winkelbereich
α der Stege 2a und 2b und den Winkelbereich β der Stege zur Hauptströmungsrichtung.
- Figur 2a
- zeigt den Mischer/Wärmeaustauscher gemäss der Linie B-B aus Figur 2 mit einer zuführenden
Wärmeträgerkammer 4 und einer abführenden Wärmeträgerkammer 5 und den Winkelbereich
γ für die Schrägstellung der Stegrohre im Bereich der Produktströmung.
- Figur 3, 3a
- eine Variante zu einem Stegpaar 2a aus Figur 1 im Querschnitt.
- Figur 4, 4a
- eine weitere Variante zu einem Stegpaar 2a aus Figur 1.
- Figur 5, 5a
- eine weitere Variante zu einem strömungsoptimierten Stegpaar 2a aus Figur 1.
- Figur 6, 6a
- eine Variante zu einem Stegpaar 2a aus Figur 1 mit nur einem Steg. 62' und exzentrischem
Heizkanal 3.
- Figur 7, 7a
- eine Variante zu einem Stegpaar 2a aus Figur 1.
- Figur 8, 8a
- eine weitere Variante zu einem Stegpaar 2a aus Figur 1.
- Figur 9, 9a
- eine weitere Variante zu einem Stegpaar 2a aus Figur 1.
- Figur 10
- einen Längsschnitt gemäss Linie D-D aus Figur 12, durch eine rechteckige Mischer/Wärmeaustauscher-Einheit
mit drei nebeneinander liegenden Rohren 1, 1', 1" in einer Ebene und einer um das
Gehäuse verlängerten Wärmeträgerzuleitungskammer 4.
- Figur 11
- einen Querschnitt durch eine Mischer/Wärmetauschereinheit, gemäss der Linie C-C aus
Figur 10 und integrierter Düse bzw. Blende 3' im Austrittsbereich des Heizkanals 3.
- Figur 12
- eine Draufsicht auf eine Mischer/Wärmetauschereinheit nach Figur 10 mit Anschlüssen
für die Wärmeträgerzuführung 4 und -ableitung 5.
- Figur 13
- einen Längsschnitt durch eine Mischer/Wärmetauschereinheit mit drei in Produkt-Hauptströmungsrichtung
hintereinander angeordneten Reihen von nebeneinander liegenden Rohren mit unterschiedlich
dimensionierten Stegen und mit verschiedenen Rohr-Mittenabständen "a" bzw. "h" sowie
definierten Spalten zur Gehäusewandung und zwischen den einzelnen Rohrebenen für die
Reduzierung von Toträumen.
- Figur 14
- zeigt einen Querschnitt auf ein Mischer/Wärmetauscher-Einheit mit getrenntem konzentrischen
Wärmezuleitungs- 4 und Wärmeableitungsbereich 5, desweiteren ist durch den Wärmezuleitungsbereich
4 eine zuführende Kapillare 13 gezeigt, als einseitige Verlängerung des Temperierkanal,
um eine zusätzliche Substanz über Verteilerbohrungen 14, in den Produkthauptstrom
verteilt einleiten zu können.
- Figur 14a
- zeigt eine Schnittdarstellung entlang der Linie A-A aus Figur 14, insbesondere sind
die Verteilerbohrungen 14 zur gleichmäßigen Verteilung einer zugeführten Substanz
in den Produkthauptstrom.
- Figur 15
- zeigt eine modular aufgebauten Mischer/Wärmeaustauscher-Reaktor mit einer Stoff-Einleitung
über Kapillare 13 und Verteilung über Bohrungen 14 für die Zuführung einer Reaktionskomponente,
wobei die Anordnung vier hintereinander geschaltete Mischer/Wärmetauschereinheiten
(9, 9a, 9b, 9c) mit unterschiedlichen L/D-Verhältnissen hat und die Mischer/Wärmeaustauscher-Einheiten
um 90 Grad verdreht zueinander angeordnet sind.
Beispiele
Beispiel 1
[0075] Figur 1 zeigt ein einstückiges Rohr 1 in einem produktdurchströmten Gehäuse 6, welches
auf dem äußeren Umfang einen Stegbereich hat und zwei unter einem Winkel β = 45 bzw.
-135° zur Hauptströmungsrichtung (Pfeil) stehende radiale Mischstege 2a, 2a' in einen
vorderen, im Schnitt dargestellten und einem hinteren Stegbereich mit zwei weiteren
Stegen 2b, 2b' besitzt. Die Breite des Stegbereichs ist hier so gewählt, dass alternierend
zwei Steglagen mit jeweils zwei Stegen 2a, 2a' und 2b, 2b' entlang der Rohrachse radial
versetzt zueinander im Gehäuse 6 angeordnet sind, und sie sich in ihrer axialen Ausdehnung
lückenlos anschließen (siehe Figur 1a).
[0076] Die Form bzw. Ausgestaltung der Stege und die Stegoberflächenbeschaffenheit kann
unterschiedlich sein. Die Oberfläche der Stege und des Rohres kann z.B. strukturiert
sein durch erhobene Noppen, Warzen bzw. Rillen oder Nuten, um die wärmeübertragende
Fläche zu vergrößern und zusätzliche Strömungseffekte zu produzieren. Im Wesentlichen
richtet sie sich nach der verfahrenstechnischen Aufgabe oder Anforderung. In den Figuren
3 bis 9 sind Beispiele hierzu wiedergegeben. Die Stege können am äußeren Umfang des
Rohres 1 radial symmetrisch (wie in Fig. 3-5) oder auch asymmetrisch (Fig. 7-9) angeordnet
sein und zueinander unterschiedliche Winkel zeigen, wobei auch unterschiedliche Stegformen
miteinander kombiniert werden können und Fig. 7-9 miteinander korrespondieren. Die
Stegform kann von der radialen einfachen Form abweichen dahingehend, dass sie zusätzlich
eine gekrümmte Form als Leitschaufel zeigen, das ist besonders vorteilhaft wenn sich
die konzentrischen Bereiche überschneiden und Sekundärströmungen erzwungen werden.
[0077] Figur 3, 3a zeigen einen Querschnitt bzw. Längsschnitt durch ein Rohr 1 ähnlich Fig.
1 mit zwei Stegen 32a, 32a' die einen konstanten Durchmesser aufweisen und eine Abflachung
31 quer zur Hauptströmungsrichtung 21 an ihren Enden haben.
[0078] In der Variante nach Fig. 4, 4a sind die Stege 42a, 42a' im Querschnitt am Ende verjüngt
ausgebildet. Die Stege 52a, 52a' nach Variante gemäß Fig. 5, 5a sind ähnlich der Fig.
4, jedoch mit verbreiterten Fuß entsprechend dem Durchmesser des Rohres 1 ausgeführt.
[0079] Fig. 6 zeigt eine Variante eines Stegrohres 1 ähnlich der nach Fig. 5, jedoch mit
nur einem Steg 62' in einer Steglage. Die Bauform nach Fig. 7 kombiniert Stegformen
nach Fig. 4 und Fig. 5 hier mit unterschiedlicher radialer Ausdehnung der Stege 72,
72'. In der Ausführung nach Fig. 8, die Fig. 7 ähnlich ist, sind beide Stege 82, 82'
im Querschnitt und einem Winkel von 170°C um die Rohrachse verdreht zueinander angeordnet.
[0080] In der Variante nach Fig. 9 beträgt der Winkelversatz 90°C, zwischen den Stegen 92
und 92' verglichen mit der Anordnung nach Fig. 7.
[0081] Durch die Form und Anordnung der Stege kann die wärmeübertragende Fläche auf der
produktberührten Seite und auch das Umströmen des Rohres und damit auch der wichtige
Mischvorgang begünstigt werden. Insbesondere bei Temperiervorgängen von hochviskosen
Medien, mit einer Viskosität von größer 1 Pa.s, ist eine definierte Anordnung der
Stege auf dem äußeren Umfang des Rohres sinnvoll, um neben der Wärmeübertragung auch
eine effektive Mischwirkung zu erzielen. Zur Erhöhung der Heizleistung kann die innere
Kontur der Stegrohre 1, die in Kontakt mit dem Temperiermittel steht, ebenfalls mit
Rippen ausgestattet werden. Dadurch wird die Heizfläche auf der Wärme- oder Kälteträgerseite
wesentlich erhöht.
[0082] Die Rohrform mit beliebig vielen bzw. gezielt angeordneten Stegbereichen auf dem
äußeren Rohrdurchmesser kann wirtschaftlich im Gießverfahren oder in einem Schmiedeverfahren
hergestellt werden, dadurch wird immer sichergestellt, dass ein vollständiger metallischer
Kontakt zwischen Rohr und erhabene äußere Kontur besteht . In besonderen Fällen können
die radialen Stege hohl ausgeführt sein, so dass der Steghohlraum eine direkte Verbindung
zum Temperierraum hat und überall konstante Wanddicken vorliegen. Anforderungen bezüglich
mechanischer Festigkeiten und benötigter Druckfestigkeit erfolgt durch entsprechende
Wahl der Wanddicke.
[0083] Die Rohre können aus unterschiedlichen Werkstoffen hergestellt werden, damit eine
ausreichend hohe Korrosionsbeständigkeit gewährleistet ist.
[0084] Das Gießverfahren lässt eine wirtschaftliche Fertigung von nur einer bestimmten Rohrlänge
zu. Größere Rohrlängen müssen durch Verbinden mehrerer Rohreinheiten mit einem geeigneten
Schweißverfahren hergestellt werden.
Beispiel 2
[0085] Ein weiterer Mischer/Wärmeaustauscher ist in Figur 2 im Längsschnitt wiedergegeben.
Sechs Rohre 1 haben zwei parallele Lagen von Stegen 2a und 2b mit jeweils auf dem
äußeren Umfang der Rohre zwei radial versetzten Stegen 2a, 2a'. Die Rohre 1 ragen
mit einem Ende in eine Wärmeträger-Zuführkammer 4 und enden in einer Wärmeträger-Ableitkammer
5 (Figur 2a). Die Rohre 1 sind mit der Zuführ- 4 und der Ableitkammer 5 verschweißt.
Die Rohre 1 stehen in einem Winkel γ von ca. 5 Grad quer zur Hauptströmungsrichtung
21 des Produktes. Die Rohre 1 mit den Stegen sind so positioniert, dass die Stege
in einen Winkel β von 45 Grad zur Produktanströmung 21 positioniert sind. Die Stege
2a stehen zu den versetzten Stegen 2b in einem Winkel α von 90 Grad.
[0086] Die Zuführkammer 4 und Ableitkammer 5 des Temperiermittels bestehen aus einer am
Gehäuse 6 angeschweißten Tasche bzw. einem Halbrohr (nicht gezeichnet).
Beispiel 3
[0087] In Figur 10 ist eine Mischer/Wärmeaustauschereinheit gezeigt, mit einem rechteckigen
Gehäuse 6 und drei Stegrohren 1, 1', 1". Die Stege 12a, 12b entsprechen in ihrer Bauform
den in Fig. 3 gezeigten Typen und sind über die Länge der Rohre 1, 1', 1" in alternierenden
Lage angeordnet.
[0088] Im Querschnitt in Fig. 11 gemäß Linie C-C aus Fig. 10 ist zu sehen, dass durch eine
äußere Ummantelung 15 zwei Kammern 4, 5 gebildet werden, die mit einer Zuleitung 16
bzw. einer Ableitung 17 für einen flüssigen Wärmeträger verbunden sind (siehe Fig.
12). Die Rohre 1, 1', 1" werden wie in Fig. 11 gezeigt im Betrieb vom Wärmeträger
18 durchströmt. An ihrem einen Ende weisen die Rohre 1, 1', 1" eine Verengung 3' im
Kanal 3 auf.
[0089] Der Mischer/Wärmeaustauscher (vergleiche Schnittbild in Fig. 12) hat einen durch
das Gehäuse 6 gebildeten rechteckigen Produktströmungsbereich. Das weitere das Gehäuse
6 umgebende Gehäuse 15, das mit Trennstegen unterteilt ist, bildet die Kammern 4,
5 für den Wärmeträger 18. Mehrere gemäß Fig. 10 geformte Mischer/Wärmeaustauschereinheiten
sind in Strömungsrichtung hintereinander angeordnet und an eine Produktleitung bündig
angeschlossen. Das Produkt durchströmt die Einheiten entsprechend Fig. 10 von oben
(Strömungsrichtung 21).
[0090] Eine weitere Möglichkeit der Zu- und Ableitung der Temperierflüssigkeit besteht darin,
dass um das Wärmeaustauschergehäuse mit innenliegenden Stegrohren ein Ring bzw. Mantelrohr,
welches wiederum zwei Trennstege besitzt um eine Trennung zwischen Vor- und Rücklauf
des Wärmeträgers zu gewährleisten (vergleiche Figur 14), gestülpt und verschweißt
wird. Bei einer runden Wärmeträgerkammer und Gehäuse sind die temperierbaren Rohre
1 mit ihren Stegen in der Anströmebene des Produkts unterschiedlich lang.
[0091] Die Stegform und -richtung kann im Zusammenspiel mit den horizontalen Rohrabständen
"a" oder den vertikalen Rohrabständen "h" untereinander eine optimale temperierbare
Mischer/Wärmeaustauschergeometrie bilden, mit großer Wärmeübertragungsfläche und hoher
Mischwirkung. Die Rohre mit den äußeren Stegen können unterschiedliche Rohrabstände
zeigen, sie können so eng gewählt werden, dass die konzentrischen Stegbereiche sich
überlappen und die äußeren Mischstege sich miteinander kreuzen (vergl. Figur 13).
Dadurch kann die wärmeübertragende Fläche pro Volumeneinheit variiert und die Verweilzeit
des Produkts verkleinert werden. Die Rohre in einer Ebene können unterschiedliche
Stegformen und -anordnungen zeigen.
Beispiel 4
[0092] Fig. 13 zeigt eine Mischer Wärmeaustauscheranordnung ähnlich der in Fig. 10 gezeigten
Form jedoch mit zwei weiteren Reihen von Stegrohren 131, 132, die in Produktströmungsrichtung
21 hintereinander angeordnet sind.
[0093] Die erste Reihe von Stegrohren 1, 1', 1" mit Stegen 12 a, 12b entspricht der in Fig.
10 gezeigten Form.
[0094] In den weiteren Reihen sind die Rohre 131, 132 mit den äußeren Stegen so angeordnet,
dass die jeweils endständigen Stege zum Gehäuse 6 einen definierten Spalt zeigen,
um ein möglichst vollständiges Umfließen der Stegrohre insbesondere zur Gehäusewand
6 zu ermöglichen ( Figur13, Ebene 2 u. 3). Dieser Spalt verhindert die Bildung von
Toträumen in Strömungsrichtung, in denen sich Produkte ablagern können welches zur
Qualitätsminderung der Produkte aufgrund langer Temperaturbelastung führt. Gleichzeitig
erfolgt eine zusätzliche Temperierung durch die gezielte Führung des Produktes zum
temperierten Gehäuse.
Beispiel 5
[0095] Die temperierbaren Mischer/Wärmeaustauscher können gemäß der Variante nach Fig. 14
dazu benutzt werden, um eine einzumischende Komponente gleichmäßig im Produkt zu verteilen.
Bei dieser Anwendung werden in dem mittleren Rohr 13 im Bereich der Stege 2a, 2b kleine
Eintrittsöffnungen 14 eingebracht, die es ermöglichen eine einzumischende Komponente
über eine Rohrverlängerung (13) durch den Heizmittelraum zu zuführen und über die
eingebrachten Öffnungen 14 über den gesamten Produktströmungsquerschnitt gleichmäßig
einzutragen (Figur 14, 14a).
[0096] Eine Kombination mehrerer Mischer/Wärmeaustauscher 9, 9a, 9b, 9c zu einem Strömungsreaktor
ist in Figur 15 skizzenhaft im Schnitt gezeigt. Die Einheit 9a hat hier ein L/D-Verhältnis
von 1,5 während die übrigen Einheiten des Reaktors ein L/D-Verhältnis von 0,75 haben.
Die Einheiten sind zueinander um 90 Grad versetzt angeordnet. Die zuleitenden Wärmeträgerkammern
4 und ableitenden Wärmeträgerkammern 5 der Mischer/Wärmeaustauscher-Einheiten sind
alle parallel mit der Wärmeträgerversorgung verbunden. Die Temperierrohre 1 mit Stegen
sind in den Einheiten 9, 9b durch unterbrochene Linien und in den Einheiten 9a, 9c
durch die Kreuzungspunkte der unterbrochenen Linien angedeutet. Es ist zu erkennen,
dass die Einheiten in der horizontalen und in der vertikalen Ebene bzw. in Hauptstromrichtung
21 unterschiedlich viele Stegrohre zur Temperierung besitzen, um im jeweiligen Modul
eine differenzierte Temperier- und Dispergierleistung zu bewirken. In der Einheit
9 ist das mittlere Rohr nur einseitig geöffnet (ähnlich der Ausführung in Figur 14a)
und durch eine Kapillare 13 einseitig durch die Temperierkammer 4 verlängert bis außerhalb
der Mischer/Wärmeaustauscher-Einheit 9. Außerhalb der Einheit 9 kann nun eine Dosierpumpe,
die in der Figur 15 nicht dargestellt ist, angeschlossen werden, um z.B. eine weitere
Substanz (Additiv, Schleppmittel, Reaktionsstoffe) über den gesamten Strömungsquerschnitt
des Modul bzw. der Einheit zu dosieren und zu verteilen. Bohrungen bzw. Düsen 14 entlang
des Rohres im Produktstrom sorgen für eine gleichmäßige Verteilung über den Strömungsquerschnitt
der Einheit.
[0097] Je nach Volumenstrom des Wärmeträgermediums (z.B. Warmwasser, Öl, Kühlsole) ist es
erforderlich im Austrittsbereich der Stegrohre eine Querschnittsverengung bzw. eine
Düse (Blende) vor zu sehen, damit parallel angeströmte Stegrohre mit gleicher Energiedichte
versorgt werden. In einfachster Ausführung wird der Innendurchmesser 3 des Rohres
im Austrittsbereich zur ableitenden Wärmeträgerkammer auf kurzer Strecke verkleinert,
z.B. auf den Innendurchmesser 3', ähnlich wie in Figur 11 dargestellt ist. Wird Dampf
als Energieträger eingesetzt ist diese Verengung des Innendurchmessers 3 des Rohres
1 nicht erforderlich.
Beispiel 6 Kompaktwärmeaustauscher
[0098] Kompaktwärmeaustauscher haben die Aufgabe in kurzer Zeit ein durchströmendes Medium
möglichst hoch, d.h. möglichst nahe an die Heizmitteltemperatur zu erhitzen, so dass
aufgrund einer kurzzeitigen Temperaturbelastung keine thermische Schädigung des Produkts
auftritt. Kompaktwärmeaustauscher sollen kleinere Apparateabmessungen haben, als bekannte
Wärmeaustauscher mit gleicher Leistung, damit in einer verfahrenstechnischen Anlage
nur ein kleiner Raumbedarf und dadurch geringe Montage- und Investitionskosten entstehen.
Ein wesentliches Merkmal zum Vergleich verschiedener Wärmeaustauschertypen ist die
Wärmeübertragungsleistung, die benötigte Wärmeaustauschfläche und das produktseitige
Apparatevolumen. Es wurde der erfindungsgemäße Mischer/Wärmeaustauscher mit einem
Gerät aus dem Stand der Technik (Offenlegungsschrift DE-2 839 564 A1) verglichen.
Der untersuchte erfindungsgemäße Mischer/Wärmeaustauscher entsprach grundsätzlich
der in Figur 2 und 2a gezeigten Ausführung jedoch mit vier statt zwei quer zur Produktströmungsrichtung
nebeneinander angeordneten Rohren und insgesamt neun statt drei in Strömungsrichtung
21 gesehen hintereinander angeordneten Rohrpaketen (vergleiche Figur 2a).
[0099] Für den Versuch wurde als Produkt ein hochviskoser Stoff (Silikonöl) mit einer Viskosität
von 10 Pa.s gewählt und mit einer Zahnradpumpe durch die Wärmeaustauscher gepumpt,
so dass im Austrittsbereich des jeweiligen Apparates der Massenstrom gravimetrisch
ermittelt werden konnte. Die Wärmeaustauscher wurden für den Versuch an einen elektrisch
beheizten und geregelten Thermostaten (Heizleistung 3 kW) angeschlossen. Als Wärmeträgermedium
wurde Wasser gewählt, so dass der Thermostatregler für die Vorlauftemperatur am Thermostaten
auf 90°C eingestellt wurde. Die Eintritts- und Austrittstemperatur des Wärmeträgers
und der Produktseite wurden mittels eines Thermoelements vom Typ Pt-100 gemessen und
auf einer Messwerterfassungsanlage registriert und gespeichert. Zusätzlich registrierten
Drucksensoren, die im Eintritts- und Austrittsbereich der Temperier- und Produktseite
auftretenden Drücke, als Folge der auftretenden Strömungsverluste. Die apparativen
Kenndaten der Wärmeaustauscher sind in der Tabelle 1 zusammengefasst.
Tabelle 1:
| Apparatedaten |
Stand der Technik |
Mischer/ Wärmeaustauscher |
| Werkstoff |
1.4571* |
1.4571* |
| Hydraulischer Querschnitt |
38 x 38 mm |
40 x 43 mm |
| Apparatelänge |
310 mm |
158 mm |
| Stegbreite |
Rohr 4 x 1mm |
5 mm |
| Stegbereiche pro Rohr /Stege pro Bereich |
8 Rohr parallel |
8 / 2 |
| Rohrdurchmesser / Innendurchmesser |
Rohr 4 x 1 mm |
7 mm / 5 mm |
| Düsen-Drchm. im Austrittsbereich |
-------------------- |
2,5 mm |
| Temperierfläche der Einbauten |
0,09 qm |
0,068 qm |
| Temperierfläche des zu- u. ableitenden Bereichs (Gehäuseanteil) |
0,00 qm |
0,012 qm |
[0100] Die Apparatedaten zeigen konstruktiv bedingte Abweichungen. Aus der Tabelle 1 ist
zu entnehmen, dass der Mischer/Wärmeaustauscher eine kürzere Bauform und dadurch ein
geringeres produktseitiges Volumen (Hold-up) hat. Zusätzlich hat der Mischer/Wärmeaustauscher
eine um 0,01 qm geringere wirksame Wärmeübertragungsfläche. Bauartbedingt ist beim
Mischer/Wärmeaustauscher immer ein Teilbereich des Gehäuses temperiert. Für die Versuchsauswertung
ist die wirksame Gesamttemperierfläche eingesetzt worden. Aus den durchgeführten Versuchen,
den gemessenen Temperaturen und Drücken, wurden die charakteristischen Kenndaten errechnet
und in der Tabelle 2 für beide Wärmeaustauscher gegenüber gestellt. Es wurde die übertragene
Wärmeleistung, der mittlere Wärmedurchgangskoeffizient und der Druckverlust aus den
aufgezeichneten Messwerten berechnet worden.
[0101] In der Tabelle 2 sind die errechneten Leistungsdaten der Wärmeaustauscher für einen
konstanten Volumenstrom (Silikonöl) von ca. 30 l/h dargestellt.
Tabelle 2
| |
Stand d. Technik |
Mischer/ Wärmeaustauscher |
| Wärmeübertragungsleistung |
400 W |
520 W |
| Produkteintrittstemperatur |
22,6°C |
22,5°C |
| Produktaustrittstemperatur |
55,2°C |
67,3°C |
| Mittlere Wärmedurchgangskoeffizient |
98 W/qm/K |
160 W/qm/K |
| Druckverlust (Produktseite) |
1,5 bar |
1 bar |
[0102] Das Ergebnis der Versuche bestätigt die höhere Leistungsfähigkeit des erfindungsgemäßen
kompakten Mischer/Wärmeaustauschers. Es wurde bei konstantem Volumenstrom und geringerer
Verweilzeit in der beheizten Zone ca. 120 Watt mehr übertragen, obwohl die produktberührte
Wärmeübertragungsfläche geringer ist als bei dem bekannten Wärmeaustauscher. Aufgrund
der kompakten Bauform des Mischer/Wärmeaustauschers konnte die Verweilzeit halbiert
werden.
[0103] Das Testergebnis bestätigt eine wesentliche Verbesserung der Wärmeübertragungsleistung
bei geringerer Verweilzeit durch den erfindungsgemäßen Mischer/Wärmeaustauscher.
1. Statischer Mischer/Wärmeaustauscher für die Behandlung viskoser und hochviskoser Produkte
wenigstens umfassend ein Gehäuse (6) zur Durchleitung des Produktes, mindestens zwei
temperierbare Rohre (1), die insbesondere mit einem Kanal (3) zur Durchleitung eines
Wärmeträgermediums versehen sind, wobei das Gehäuse die Rohre (1) umgibt, wobei auf
dem Umfang der Rohre (1) eine Vielzahl von Wärmeaustauscherstegen (2a, 2b) verteilt
angebracht sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Wärmeaustauscherstege (2a, 2b) entlang der Rohre (1) in mindestens zwei parallelen
Lagen (7, 8) ausgerichtet sind und die Stege (2a) und (2b) der verschiedenen Lagen
(7, 8) um einen Winkel α von 45° bis 135°, bevorzugt von 70° bis 110° zueinander um
die Achse der Rohre (1) verdreht angeordnet sind und dass die Stege (2a, 2b) zur Hauptströmungsrichtung
(21) des Produktes durch das Gehäuse (6) unter einem Winkel β von ±10° bis ±80° stehen.
2. Mischer/Wärmeaustauscher nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu jedem Steg (2a) bzw. (2b) einer Lage (7) bzw. (8) ein zu diesem Steg auf dem Rohr
(1) gegenüberstehender Steg (2a') bzw. (2b') angeordnet ist.
3. Mischer/Wärmeaustauscher nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (2a) oder (2b) der verschiedenen Lagen (7) oder (8) über die Länge des
Rohres (1) gesehen alternierend angeordnet sind.
4. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel α zwischen den Stegen der verschiedenen Lagen (7, 8) von 85 bis 95° beträgt.
5. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Rohre (1, 1') mit Stegen (2a, 2b) in dem Gehäuse (6) quer zur Hauptströmungsrichtung
des Produktes nebeneinander angebracht sind.
6. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse (6) Zuleitungen (4) und Ableitungen (5) für ein Wärmeträgermedium aufweist,
welche mit dem Eingang bzw. Ausgang der Kanäle (3, 3') verbunden sind.
7. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Gehäuse (6) in mehreren Ebenen hintereinander mit Stegen (2a, 2b) versehene
Rohre (1, 1') angebracht sind.
8. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass sich die radiale Ausdehnung der auf benachbarten Rohren (132, 132') angeordneten,
jeweils benachbarten Stege (2a, 2b) überschneidet.
9. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Stege (2a, 2b) der verschiedenen Lagen (7, 8) entlang der Rohre (1, 1', 1") zu
einander auf Lücke angeordnet sind.
10. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die radiale Ausdehnung der Stege (2a, 2b) mindestens das 0,5-fache des Innendurchmessers
des damit verbundenen Rohres (1) beträgt.
11. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Innenwand der Rohre (1, 1', 1") eine Konturierung zur Vergrößerung ihrer Oberfläche
aufweisen, insbesondere in Form von Längsrippen.
12. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass ausgewählte Stege (2, 2a', 2b, 2b') der Rohre (1) innen hohl ausgeführt sind und
der Hohlraum mit dem Kanal (3) des Rohres (1) in Verbindung steht.
13. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (1, 1', 1") mit einer Widerstandsheizung oder einem elektrischen Kühlelement
versehen sind.
14. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (1, 1', 1") und/oder die Stege (2a, 2b) mit einem Katalysator beschichtet
sind.
15. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (1, 1', 1") in Querrichtung zur Hauptströmungsrichtung des Produktes unter
einem Winkel γ von höchstens +/-15° in dem Gehäuse (6) angeordnet sind.
16. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Gehäuse (6) in mehreren Ebenen hintereinander mit Stegen (2a, 2b) versehene
Rohre (1, 1a) angebracht sind, und die Rohre (1) der Ebenen unterschiedlich dimensionierte
Stege (2a, 2b) im Vergleich zu den Stegen der Rohre (1a) der benachbarten Ebene aufweisen.
17. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Mischer/Wärmetauscher mindestens ein parallel zu den Rohren (1) angeordnetes
Stoffeinleitungsrohr aufweist, das mit gleichartigen Stegen (2a, 2b) versehen ist
und mehrere Öffnungen (14) zum Inneren des Gehäuses (6) aufweist.
18. Mischer/Wärmeaustauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohre (1) Kanäle (3) aufweisen, in deren Ausströmbereich eine Düse (3') mit gegenüber
den Kanälen (3) verkleinertem Durchmesser angebracht ist.
19. Verwendung der Mischer/Wärmetauscher nach einem der Ansprüche 1 bis 17 zur Temperierung
von viskosen Stoffsystemen mit einer Viskosität von 0,001 bis 20 000 Pa.s.