[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum dosierten Mischen von pumpfähigen, insbesondere
von pastösen und/oder flüssigen, Komponenten miteinander, welche mittels einer Komponentenpumpe
in aufeinander abgestimmten Dosierungen einem Mischer zugeführt werden. Ferner betrifft
die Erfindung eine Vorrichtung zum dosierten Mischen von pumpfähigen, insbesondere
von pastösen und/oder flüssigen, Komponenten miteinander mit je einer Zuleitung, einer
Komponentenpumpe und einem Durchflußmesser für jede Komponente sowie einem Mischer
für die Komponenten.
[0002] Ein solches Verfahren und eine solche Vorrichtung sind in der DE 299 434 U1 gezeigt.
Die zu mischenden Stoffe (Komponenten) werden durch intermittierend betriebene Komponentenpumpen
chargenweise in eine Mischkammer gepumpt und von dort weiter in einen Rohrmischer,
wo die Komponenten durchmischt werden. Die Menge der in die Mischkammer eingebrachten
Komponenten wird dabei von einem Coriolis-Massenmesser überwacht, der bei Erreichen
der vorgeschriebenen Menge eine absperrbare Einspritzdüse vor der Mischkammer schließt
und so das weitere Einbringen der jeweiligen Komponente unterbindet. Anders, als im
Titel der DE 299 434 U1 angegeben, erfolgt das Mischen hier also nicht kontinuierlich,
sondern diskontinuierlich. Wollte man hier eine kontinuierliche Entnahme des fertig
gemischten Produktes ermöglichen, wäre ein Pufferspeicher im Anschluß an den Rohrmischer
erforderlich.
[0003] Diskontinuierliches Mischen ist immer dann ungeeignet, wenn das fertig gemischte
Produkt für eine nachfolgende Weiterbearbeitung oder dergleichen in einem kontinuierlichen
Massenstrom zur Verfügung gestellt werden muß. Diese Anforderung ist beispielsweise
bei Kaschiermaschinen gegeben, in denen z. B. Folienbahnen fortlaufend miteinander
verklebt werden. Die Folienbahnen laufen dabei über eine Auftragswalze für den Kleber
und werden dabei mit dem Kleber beschichtet und sodann miteinander verklebt. Die Auftragswalze
muß dabei kontinuierlich mit Kleber versorgt werden, da sonst Kaschierfehler auftreten
könnten. Der Kleber selbst ist meist ein lösemittelhaltiger (LH) oder lösemittelfreier
(LF) Zweikomponentenkleber aus einem Binder und einem Härter, der vor Ort, also unmittelbar
vor dem Auftragen auf die Auftragswalze angemischt werden muß.
[0004] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung das Problem zugrunde, ein Verfahren und eine
Vorrichtung zum kontinuierlichen Mischen pumpfähiger Komponenten vorzuschlagen.
[0005] Zur Lösung dieses Problems ist das erfindungsgemäße Verfahren dadurch gekennzeichnet,
daß die Komponenten dem Mischer kontinuierlich zugeführt werden und die erfindungsgemäße
Vorrichtung dadurch gekennzeichnet, daß die Komponentenpumpe eine kontinuierlich arbeitende
Förderpumpe, insbesondere eine Exzenterschneckenpumpe, vorzugsweise eine Moineaupumpe,
ist.
[0006] Durch das kontinuierliche Pumpen der Komponenten in den Mischer werden die Komponenten
im Mischer auch kontinuierlich vermischt und können einer nachfolgenden Verarbeitung
kontinuierlich zugeführt werden. Als Komponentenpumpe eignet sich besonders gut eine
Exzenterschneckenpumpe, vorzugsweise eine Moineaupumpe, da bei diesem Pumpentyp der
Förderstrom nur von der Rotordrehzahl abhängig ist. Diese Pumpen lassen sich daher
besonders einfach regeln.
[0007] Um eine exakte Dosierung der Komponenten sicherzustellen, werden die Komponentenpumpen
vorzugsweise in Abhängigkeit von Signalen einer Durchflußmessung, insbesondere einer
Coriolis-Durchflußmessung, geregelt. Dabei sollten die Signale der einzelnen Durchflußmessungen
jedes Komponentenstroms in einer zentralen Regeleinheit zusammengefaßt werden, um
aufeinander abgestimmte Fließgeschwindigkeiten der einzelnen Komponenten und damit
exakte Dosierungen zu erreichen. Es reicht im allgemeinen aber aus, wenn das Signal
jeder Durchflußmessung nur für die Regelung der "eigenen" Komponentenpumpe verwendet
wird, um einen genau vorherbestimmten Volumenstrom zu erhalten. Auch hierdurch wird
bereits eine exakte Dosierung sichergestellt. Coriolis-Durchflußmesser eignen sich
für den vorliegenden Anwendungsfall deshalb besonders, weil sie aufgrund ihres Meßprinzips
die Durchflußmenge unabhängig von den Komponenteneigenschaften, wie z. B. Dichte und
Viskosität, mit einer Meßgenauigkeit von ± 0,15 % bestimmen. Eine gesonderte Fehlerkorrektur
für z. B. aufgrund von Temperaturschwankungen in der Mischanlage variierende Viskositäten
und/oder Dichten ist nicht erforderlich.
[0008] Nach einer Weiterbildung der Erfindung ist eine Rückspülleitung für die Komponenten
vorgesehen. Hierdurch lassen sich die Komponenten im Kreislauf pumpen, ohne daß die
Entnahme von fertig gemischtem Produkt aus dem Mischer gestoppt werden muß. Die Komponentenpumpen
können also auch in einem solchen Fall ohne Unterbrechung weiter betrieben werden,
so daß Anfahrverluste bzw. Anfahrdosierfehler vermieden werden.
[0009] Die hier in Rede stehenden zu mischenden Stoffe (Komponenten) weisen oft bei Raumtemperatur
eine Viskosität auf, die sie für die Entnahme aus Vorratsbehältern durch Absaugen
ungeeignet macht. Der durch die Komponentenpumpe erzeugte Unterdruck reicht hierzu
nicht aus. Bisher werden daher meist sogenannten Faßstempel vorgesehen, die von oben
auf die Komponenten drücken und damit die Komponenten in eine Entnahmelanze, beispielsweise
eine Faßlanze, zur Entnahme der Komponenten aus dem Behälter drücken. Es sind also
zwei Fördereinrichtungen, nämlich der Faßstempel und die Komponentenpumpe erforderlich.
Zur Vermeidung dieses Nachteils ist nach einer, auch unabhängig denkbaren, Weiterbildung
der Erfindung vorgesehen, daß insbesondere die Entnahmelanze, aber auch weitere Förderleitungen
für die Komponenten und ggf. auch das fertig gemischte Produkt zum Herabsetzen der
Viskosität beheizt sind. Die Heizung ist vorzugsweise spiralförmig um die Leitung
gewunden. Eine elektrische Widerstandsheizung bietet sich für die vorliegende Anwendung
an.
[0010] Bei einer Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens und der Vorrichtung wird
mittels Vergleichsmitteln eine Istdurchflußmenge mit einer Solldurchflußmenge verglichen.
Diese Istdurchflußmenge kann beispielsweise mittels des Durchflußmessers gemessen
werden. Zum Bestimmen der Solldurchflußmenge kann der Betriebszustand einer der Komponentenpumpen
überwacht werden. Bei Verwendung einer Exzenterschneckenpumpe kann beispielsweise
die Drehzahl der Schnecke zum Bestimmen einer Solldurchflußmenge benutzt werden. Wenn
nun die Abweichung zwischen der Istdurchflußmenge und der Solldurchflußmenge einen
oberen Schwellenwert überschreitet oder einen unteren Schwellenwert unterschreitet,
so deutet dies auf eine Fehlfunktion hin. Insbesondere bei einem Überschreiten eines
oberen Schwellenwertes ist davon auszugehen, daß wegen eines Zusetzens der Zuleitung
ein erhöhter Betriebsdruck von den Komponentenpumpen aufgebaut werden muß, um die
gewünschte Istmenge zu fördern. In diesem Fall sollte zweckmäßigerweise die Fehlfunktion
angezeigt und/oder ein Verfahrensschritt zum Beheben der Fehlfunktion durchgeführt
werden. Dies kann beispielsweise in einem definierten Abschalten und einer Aufforderung
zum Durchführen einer geeigneten Maßnahme zum Beheben der Fehlfunktion bestehen, beispielsweise
kann zum Spülen oder Auslitern aufgefordert werden, bei dem die tatsächliche Durchflußmenge
von Härter und Binder beispielsweise mittels Abfüllen in Gefäße definierten Inhalts
bestimmt wird. Zu diesem Auslitern kann beispielsweise auch in definierten Zeit- oder
Produktionsintervallen aufgefordert werden.
[0011] Schließlich betrifft die Erfindung eine Entnahmelanze, insbesondere für derartige
Vorrichtungen, zur Entnahme von Stoffen aus Vorratsbehältern. Bei herkömmlichen Entnahmelanzen
besteht ebenfalls das vorstehend erläuterte Problem, daß Stoffe mit höherer Viskosität
nicht durch Ansaugen aus einem Vorratsbehälter entnommen werden können. Zur Vermeidung
dieses Nachteils ist die erfindungsgemäße Entnahmelanze beheizt. Die Heizung der Entnahmelanze
ist dabei vorzugsweise in einem zwischen einem Innenrohr und einem Außenrohr gebildeten
Ringraum angeordnet, so daß sie gegen Verschmutzung geschützt ist. Der Ringraum sollte
zu diesem Zweck an beiden Enden verschlossen sein. Als Heizung bietet sich wieder
eine elektrische Widerstandsheizung an, die vorzugsweise spiralförmig um das Innenrohr
gewunden ist.
[0012] Weitere Merkmale der Erfindung und deren Vorteile werden nachfolgend anhand eines
in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Mischvorrichtung mit den Erfindungsmerkmalen in schematischer Ansicht,
- Fig. 2
- die Mischvorrichtung gemäß Fig. 1 in ergänzter schematischer Darstellung,
- Fig. 3
- eine Entnahmelanze für die Mischvorrichtung gemäß Fig. 1 im Vertikalschnitt, und
- Fig. 4
- ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Mischvorrichtung mit den Erfindungsmerkmalen
in einer Darstellung ähnlich Fig. 2.
[0013] In Behältern 10, 11 wird je eine der zu mischenden Komponenten bereitgehalten. Im
vorliegenden Fall sind zwei Behälter 10, 11 für zwei zu mischende Komponenten vorgesehen.
Je nach Zahl der für das fertige Produkt zu mischenden Komponenten können unterschiedliche
Anzahlen von Behältern 10, 11 vorgesehen sein. Konkret handelt es sich bei den zu
mischenden Komponenten um einen Binder und einen Härter, die zu einem Kleber gemischt
werden. Die Erfindung ist aber nicht hierauf beschränkt. Die Erfindung kann z. B.
auch für das Mischen von Farben und Lacken zur Erzielung eines bestimmten Farbtons
und/oder zum Mischen von Farben und Lacken mit Härter sowie für viele andere Dinge
eingesetzt werden. Wichtig ist nur, daß die zu mischenden Komponenten pumpfähig sind.
[0014] Der Binder und der Härter werden den Behältern 10, 11 mittels spezieller Entnahmelanzen
12, die später anhand der Fig. 3 noch genauer beschrieben werden, entnommen. Über
Zuführleitungen 13 werden der Binder und der Härter mittels einer Komponentenpumpe
14 einem Mischer 15 zugeführt. Die Zuleitungen 13 enden dabei direkt im Mischer 15.
Der Binder und der Härter werden also direkt im Mischer 15 zusammengeführt. Bei dem
Mischer 15 kann es sich um einen dynamischen oder einen statischen Mischer handeln,
wie er an sich bekannt ist. Insbesondere bei Komponenten mit unterschiedlicher Viskosität
sollte ein dynamischer Mischer eingesetzt werden, da mit statischen Mischern keine
ausreichende Homogenität des gemischten Produktes erreicht wird. Als Komponentenpumpe
14 dient eine Exzenterschneckenpumpe, konkret eine Moineaupumpe. Bei derartigen Komponentenpumpen
14 ist in die Fördermenge direkt abhängig von der Rotordrehzahl der Komponentenpumpe
14. Die Fördermenge kann damit stufenlos geändert werden, was derartige Komponentenpumpen
14 für Dosierverfahren besonders geeignet macht.
[0015] Zum exakten Dosieren der Komponenten ist eine Durchflußmessung vorgesehen. Hierzu
dienen Coriolis-Durchflußmesser 16, die ebenfalls an sich bekannt sind. Coriolis-Durchflußmesser
16 sind geeignet für kontinuierliches Messen, Abfüllen und Dosieren auch kleinster
Durchflußmengen, was sie für den vorliegenden Fall besonders geeignet macht. Zudem
kann die Durchflußmenge von Komponenten mit unterschiedlichen Eigenschaften (Dichte,
Viskosität) mit einer sehr hohen Meßgenauigkeit von ±0,15% gemessen werden. Die Durchflußmenge
der Komponenten wird also z. B. unabhängig von ihrer aktuellen Temperatur und damit
Viskosität, Dichte etc. immer zuverlässig gemessen. Die Coriolis-Durchflußmesser 16
sind über je einen Regler 17 mit der zugehörigen Komponentenpumpe 14 verbunden und
regeln deren Fördermenge, sprich Rotordrehzahl.
[0016] Eine weitere Besonderheit der Erfindung besteht in Rückspülleitungen 18. In Fließrichtung
des Binders bzw. des Härters hinter dem Coriolis-Durchflußmesser 16 ist ein Abzweigventil
19 für die Rückspülleitung 18 angeordnet. Anstelle des in der Zeichnung dargestellten
Dreiwegehahnes 19 hat sich im Betrieb die Verwendung von zwei separaten Kugelhähnen
als zweckmäßig erwiesen. Mittels der Rückspülleitung 18 kann der Binder bzw. der Härter
wieder in den zugehörigen Behälter 10 bzw. 11 zurückgepumpt werden. Ein Absperrventil
20 dient zum Verschließen der Rückspülleitung 18, falls der Behälter 10 bzw. 11 einmal
aus der Vorrichtung entnommen ist, beispielsweise zum Wechseln eines leeren gegen
einen vollen Behälter 10 bzw. 11. Durch die Rückspülleitung 18 kann der Binder bzw.
der Härter im Kreislauf gepumpt werden, falls, aus welchen Gründen auch immer, einmal
kein fertig angemischter Kleber aus dem Mischer 15 entnommen werden kann. Die Komponentenpumpen
14 brauchen nicht gestoppt zu werden, wodurch Anfahrverluste beim sonst erforderlichen
Wiederanfahren der Komponentenpumpen 14 vermieden werden. Nach Wiederanlaufen der
Binderentnahme aus dem Mischer 15 steht der fertig gemischte Kleber wieder sogleich
im richtigen Mischungsverhältnis von Binder und Härter zur Verfügung.
[0017] Die insoweit beschriebene Mischvorrichtung und das von ihr angewendete Mischverfahren
sind in Fig. 2 noch einmal ergänzt und diagrammartig dargestellt. Von dem Mischer
15 wird der fertig gemischte Kleber mittels eines Auftragsrohres 21 auf beispielsweise
eine Auftragswalze 22 einer Kaschiermaschine zugeführt. Das Auftragsrohr 21 ist zu
diesem Zweck entlang der Längsachse der Auftragswalze 22 hin- und herbewegbar, wie
dies durch den Doppelpfeil 23 in Fig. 2 angedeutet ist.
[0018] Weiterhin ist in Fig. 2 noch ein Behälter 24 erkennbar. In diesem Behälter 24 befindet
sich eine Reinigungsflüssigkeit. Der Behälter 24 wird anstelle des Behälters 10 für
den Binder bei längeren Betriebsunterbrechungen, beispielsweise am Wochenende, an
die Zuführleitungen 13 für den Binder angeschlossen, um diese Zuführleitungen 13 und
den Mischer 15 sowie die Komponentenpumpe 14 und den Coriolis-Durchflußmesser 16 zu
reinigen.
[0019] Nicht in den Figuren mit einem Bezugszeichen versehen ist eine Steuerung, mittels
derer die einzelnen dargestellten Komponenten angesteuert werden. Die Steuerung dient
beispielsweise dazu, einen mittels der Coriolis-Durchflußmesser 16 bestimmten Istdurchflußwert
mit einem Solldurchflußwert zu vergleichen, der sich aus der Drehzahl der Komponentenpumpen
14 ergibt. Bei einem Überschreiten der Differenz von Istwert zu Sollwert eines vorgegebenen
oberen Schwellenwertes erkennt die Steuerung eine Fehlfunktion. Dieser obere Schwellenwert
liegt üblicherweise zwischen 4 und 5 Prozent. Das gezeigte Ausführungsbeispiel wird
mit einem oberen Schwellenwert von 4,9 Prozent betrieben, wobei eine erforderliche
Hysterese bei der Regelung auf bekannte Weise berücksichtigt wird.
[0020] Bei Erkennen einer solchen Fehlfunktion beim Überschreiten der Differenz von Sollwert
und Istwert über den oberen Schwellenwert fährt die Steuerung automatisch die gezeigte
Vorrichtung herunter. Es wird eine Kontrolleuchte angesteuert, die in der Fig. nicht
dargestellt ist und die Fehlfunktion anzeigt. Zum erneuten in Betrieb nehmen der gezeigten
Vorrichtung ist zunächst der Behälter 24 mit Reinigungsflüssigkeit anzuschließen,
um die Zuleitung 13, den Mischer 15, die Komponentenpumpe 14 und den Coriolis-Durchflußmesser
16 zu reinigen. Nach erfolgter Reinigung ist sodann ein sogenanntes Auslitern durchzuführen,
bei dem die Durchflußmengen von Härter und Binder auf die Art bestimmt werden, daß
vorgegebene Mengen Härter und Binder jeweils separat in nicht in der Fig. dargestellte
Gefäße abgefüllt und zur Analyse weiterverwendet werden. Nach diesem Vorgang ist ein
erneuter Start der gezeigten Vorrichtung möglich.
[0021] Der Binder und der Härter weisen bei Raumtemperatur eine relativ hohe Viskosität
auf. Sie können deshalb nur schwer mittels der Komponentenpumpen 14 über die Entnahmelanze
12 aus den Behältern 10, 11 abgesaugt werden. Um dieses zu erleichtern, sind die Entnahmelanzen
12 sowie sämtliche Leitungen 13, 18 und 21 mit einer Heizung 25 versehen. Diese Heizung
25 ist in Fig. 2 durch die sich um die Entnahmelanzen 12 sowie die Leitungen 13, 18
und 21 windenden Spiralen angedeutet. Die Entnahmelanzen 12 selbst sind zur Aufnahme
der Heizung 25 gegenüber herkömmlichen Entnahmelanzen insgesamt umkonstruiert, wie
dies in Fig. 3 näher gezeigt ist.
[0022] Am unteren Ende der Entnahmelanzen 12 ist eine Medienansaugung 26 vorgesehen. Die
Medienansaugung 26 ist von unten in ein Innenrohr 27 gesteckt und mündet in dieses
Innenrohr 27, welches als Leitung für den Binder bzw. den Härter dient. Das Innenrohr
27 geht in einen abgewinkelten Medienaustritt 28 über, der an die weiterführenden
Leitungen 13 kuppelbar ist. Um das Innenrohr 27 herum ist ein Außenrohr 29 vorgesehen.
In dem zwischen dem Innenrohr 27 und dem Außenrohr 29 gebildeten Ringraum 30 ist eine
spiralförmig um das Innenrohr 27 gewickelte Heizung 31 vorgesehen. Bei dieser Heizung
31, wie auch bei den übrigen Heizungen 25, handelt es sich um eine elektrische Widerstandheizung.
Alternativ kann selbstverständlich auch jede andere Art von Heizungen vorgesehen sein.
So können zum Beispiel die Heizung 31 oder der Ringraum 30 direkt mit einer heißen
Flüssigkeit durchspült werden.
[0023] Mittels der Heizung 31 wird durch den besonderen Aufbau der Entnahmelanze 12 nicht
nur die im Innenrohr geförderte Komponente, also der Binder bzw. der Härter, erwärmt,
sondern auch das die Entnahmelanze außen umgebende Material. Die Viskosität des Materials
wird damit zum erleichterten Ansaugen desselben zuverlässig herabgesetzt.
[0024] Der Ringraum 30 ist an seiner Ober- und Unterseite verschlossen. An der Unterseite
dient hierzu die Medienansaugung 26. An der Oberseite ist der Ringraum 30 durch einen
Verschlußstopfen 32 verschlossen. Die Heizung 31 ist damit vor Verschmutzung durch
den Binder bzw. den Härter geschützt.
[0025] Die Medienansaugung 26 ist als Drehteil ausgebildet und weist seitliche Füße 33,
zwischen denen Aussparungen 34 gebildet sind, auf. Durch die Aussparungen 34 wird
der Binder bzw. Härter angesaugt.
[0026] Fig. 4 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel einer Mischvorrichtung mit den Erfindungsmerkmalen
ähnlich der Darstellung von Fig. 2. Gleiche Elemente tragen die gleichen Bezugszeichen.
Bei der Mischvorrichtung von Fig. 4 ist zwischen den Komponentenpumpen 14 und den
Entnahmelanzen 12 jeweils eine weitere Pumpe 35 angeordnet. Als weitere Pumpe eignet
sich beispielsweise eine Membranpumpe 35. Die Membranpumpen 35 dienen als Vorpumpen
für die Komponentenpumpen 14. Auf diese Weise wird eine gleichmäßige Versorgung der
Komponentenpumpen 14 auch oder gerade bei besonders zähflüssigen Medien sichergestellt.
Die Membranpumpen 35 sind direkt auf den Behältern 10, 11 an der Entnahmelanze angeordnet.
Dadurch haben die Membranpumpen einerseits nur einen geringen Widerstand zum Ansaugen
zu überwinden. Andererseits weisen die Medien an dieser Position mit hoher Sicherheit
noch eine verhältnismäßig hohe Temperatur auf, was deren Zähigkeit reduziert und das
Ansaugen so erleichtert. Zwischen den Entnahmelanzen 12 und den Membranpumpen 35 ist
jeweils ein Temperaturwächter 36 angeordnet. Diese Temperaturwächter 36 sind mit einer
nicht in der Figur dargestellten Steuerung verbunden und dienen zum Überwachen der
Ansaugtemperatur der Membranpumpen 35.
[0027] Im Bereich der Zuführleitungen 13 zu dem Mischer 15 ist außerdem jeweils ein weiteres
Dreiwegeventil 39 angeordnet. Die beiden Dreiwegeventile 39 sind Teil einer gemeinsamen
Entnahmestation zum automatischen Entnehmen der Komponenten zwecks Ausliterung. Zu
diesem Zweck sind hinter den Dreiwegeventilen 39 jeweils Ableitungen 40 angeordnet,
die beispielsweise in geeignete Meßgefäße münden. Es hat sich im Betrieb gezeigt,
daß bei der gezeigten vollautomatischen Mischvorrichtung das Bedienpersonal häufig
aus Bequemlichkeit ganz auf eine Kontrolle beispielsweise mittels Auslitern verzichtet,
so daß auftretende Fehler erst sehr spät bemerkt werden. Auf diese Weise können wegen
des kontinuierlichen Mischbetriebs unbeabsichtigt große Mengen Ausschuß entstehen,
die sich wegen des erzwungenen automatisierten Auslitern zuverlässig erkennen und
dadurch vermeiden lassen. Die Steuerung kann ein regelmäßiges Auslitern, beispielsweise
alle 8 Stunden erzwingen und andernfalls den Betrieb unterbrechen. Die Steuerung erzwingt
außerdem dann ein Auslitern, wenn eine Abweichung von dem vorgewählten Mischungsverhältnis
oberhalb eines vorgegebenen Grenzwertes erkannt wird. Dieser obere Grenzwert beträgt
bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel 3 Prozent, wobei auch andere Werte abhängig
von der jeweiligen Anwendung problemlos denkbar sind.
[0028] Die Mischvorrichtung von Fig. 4 weist außerdem einen Temperaturwächter 41 auf, der
direkt dem Mischer 15 zugeordnet ist. Der Temperaturwächter 41 kann am Mischer 15
selbst oder diesem unmittelbar benachbart davor oder dahinter angeordnet sein. Der
Temperaturwächter 41 dient zur Qualitätskontrolle um sicherzustellen, daß die gemischten
Komponenten mit der vorgegebenen Temperatur den Mischer verlassen.
Bezugszeichenliste:
[0029]
- 10
- Behälter
- 11
- Behälter
- 12
- Entnahmelanze
- 13
- Zuführleitung
- 14
- Komponentenpumpe
- 15
- Mischer
- 16
- Coriolis-Durchflußmesser
- 17
- Regler
- 18
- Rückspülleitung
- 19
- Abzweigventil
- 20
- Absperrventil
- 21
- Auftragsrohr
- 22
- Auftragswalze
- 23
- Doppelpfeil
- 24
- Behälter
- 25
- Heizung
- 26
- Medienansaugung
- 27
- Innenrohr
- 28
- Medienaustritt
- 29
- Außenrohr
- 30
- Ringraum
- 31
- Heizung
- 32
- Verschlußstopfen
- 33
- Fuß
- 34
- Aussparung
- 35
- Pumpe
- 36
- Temperaturwächter
- 39
- Dreiwegeventil
- 40
- Ableitung
- 41
- Temperaturwächter
1. Verfahren zum dosierten Mischen von pumpfähigen, insbesondere von pastösen und/oder
flüssigen, Komponenten miteinander, welche mittels einer Komponentenpumpe (14) in
aufeinander abgestimmten Dosierungen einem Mischer (15) zugeführt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponenten dem Mischer (15) kontinuierlich zugeführt werden, insbesondere zum
Mischen unmittelbar dem Mischer zugeführt werden, zur direkten Entnahme für eine nachfolgende
Verarbeitung, und daß vorzugsweise zum Dosieren der zu mischenden Komponenten die
Fördergeschwindigkeit der Komponentenpumpe (14) in Abhängigkeit der Signale einer
Durchflußmessung (16) fortlaufend geregelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zu mischenden Komponenten wieder in ihre Vorratsbehälter (10, 11) zurückgepumpt
werden, wenn die Entnahmemenge des gemischten Produktes am Mischer (15) geringer ist
als die Menge der zugeführten Komponenten.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens eine der zu mischenden Komponenten zwecks Herabsetzung seiner Viskosität
mindestens bei der Entnahme aus ihrem Vorratsbehälter (10, 11), insbesondere während
ihres gesamten Transportweges vom Vorratsbehälter (10, 11) bis wenigstens zum Mischer
(15) beheizt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels Vergleichsmitteln, insbesondere einer Steuerung, eine Istdurchflußmenge,
insbesondere gemessen mittels des Durchflußmessers (16), mit einer Solldurchflußmenge,
insbesondere abhängig vom Betriebszustand, vorzugsweise der Drehzahl, mindestens einer
der Komponentenpumpen (14) verglichen und abhängig von dem Vergleichserlebnis das
Mischen beeinflußt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß anhand eines Überschreitens oder eins Unterschreitens der Sollwert-lstwert-Differenz
eines vorgegebenen oberen Schwellenwertes oder eines vorgegebenen unteren Schwellenwertes
eine Fehlfunktion erkannt, und insbesondere diese Fehlfunktion angezeigt und/oder
ein Verfahrensschritt zum Beheben der Fehlfunktion, vorzugsweise ein definiertes Abschalten,
durchgeführt wird.
6. Vorrichtung zum dosierten Mischen von pumpfähigen, insbesondere von pastösen und/oder
flüssigen, Komponenten miteinander mit je einer Zuleitung, einer Komponentenpumpe
(14) und einem Durchflußmesser (16), insbesondere einem Coriolis-Durchflußmesser,
für jede Komponente sowie einem, insbesondere statischen oder dynamischen, Mischer
(15) für die Komponenten, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponentenpumpe (14) eine kontinuierlich arbeitende Förderpumpe, insbesondere
eine Exzenterschneckenpumpe, vorzugsweise eine Moineaupumpe, ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Fördergeschwindigkeit der Komponentenpumpe (14) über einen Regler (17) aufgrund
von Signalen des Durchflußmessers (16) geregelt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß in Fließrichtung wenigstens einer der Komponenten eine Rückspülleitung (18) abzweigt,
durch welche die Komponente in ihren Vorratsbehälter (10, 11) zurückgepumpt werden
kann.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß Leitungen (12, 13, 18, 21) für wenigstens eine der Komponenten, insbesondere mittels
einer spiralförmig um die Leitungen (12, 13, 18, 21) gewundenen Heizung, vorzugsweise
einer elektrischen Widerstandsheizung (25, 31), beheizbar sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, gekennzeichnet durch, Vergleichsmittel, insbesondere eine Steuerung, zum Vergleichen einer Solldurchflußmenge,
insbesondere abhängig vom Betriebszustand mindestens einer der Komponentenpumpen (14),
mit einer Istdurchflußmenge, insbesondere gemessen mittels des Durchlußmessers (16).
11. Entnahmelanze zur Entnahme von Stoffen aus Vorratsbehältern (10, 11), insbesondere
für eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, gekennzeichnet durch eine Heizung (31), insbesondere eine elektrische Widerstandsheizung.
12. Entnahmelanze nach Anspruch 11, gekennzeichnet durch ein Innenrohr (27) und ein das Innenrohr (27) umgebendes Außenrohr (29), wobei in
dem durch das Innenrohr (27) und das Außenrohr (29) gebildeten, insbesondere an beiden Enden
verschlossenen, Ringraum (30) die Heizung (31) angeordnet ist.