[0001] Beschichtete Rohre für die Automobilindustrie werden bisher mittels Verwendung von
Chrom VI-Verbindungen (Chromate) hergestellt. Chromate werden gebraucht, um beim bisher
angewendeten Extrusionsverfahren sehr gute Haftwerte zu erzielen. Dazu werden chromatierte
Rohre eingesetzt, auch Aluminiumrohre werden chromatiert, Stahlrohre werden zunächst
aluminiert, bevor diese dann chromatiert werden. Ab dem Jahre 2003 werden jedoch von
der Automobilindustrie chromfreie Rohre gefordert.
[0002] Aufgabe der Erfindung war es, ein neues Verfahren bereitzustellen, welches die kontinuierliche
chromfreie Rohrbeschichtung ermöglicht. Verfahren zur kontinuierlichen Beschichtung
von Rohren sind bereits bekannt. So wird in der Zeitschrift "Kunststoffe", 57. Jahrgang,
Heft 1, Seite 21-24 ein Verfahren beschrieben, mit dem Rohre mit PVC durch Wirbelsintern
beschichtet werden, allerdings wird darin nicht auf gute Haftwerte und homogene Schichtdickenverteilungen
eingegangen. Es lassen sich damit nicht die wesentlichen Anforderungen der Automobilindustrie
erfüllen.
[0003] Die Nachteile des Standes der Technik, insbesondere die Haftwerte und die Schichtdickenverteilung,
auch bei dünnen Schichten (120 - 150 µm) konnten nun mit einem Verfahren gemäß den
Patentansprüchen überwunden werden.
[0004] Die Anlage arbeitet bevorzugt automatisch und kontinuierlich und dient zur Außenbeschichtung
von Rohren durch Wirbelsintern. Sie besteht aus den folgenden Teilen:
1) der Vorbehandlungsanlage zum Reinigen der im Anlieferungszustand meist fettigen
Rohre;
2) dem Primer-Haftvermittler-Becken zum Auftragen des Haftvermittlers zwischen Stahloberfläche
und Kunststoffschicht (Sprüh- oder Tauchanlage);
3) der Mittelfrequenz-Induktionsspule 1 zum Einbrennen des Primers und wenn ein lösemittelhaltiger
Primer eingesetzt wird zum Verdampfen des Lösemittels;
4) dem Radiallüfter zum schnelleren Abführen des verdampften Lösemittels;
5) der Mittelfrequenz-Induktionsspule 2 zur Vorwärmung des Rohres,
6) dem Wirbelsinterbecken mit integrierter Mittelfrequenz-Induktionsspule 3 zum Aufbringen
des Beschichtungsmittels. Da das Beschichtungsmittel einen zu geringen dielektrischen
Verlustfaktor hat, erwärmt es sich nicht, während das vorgewärmte durchlaufende Stahlrohr
sich sehr schnell auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Die Schichtdicke wird beim
Wirbelsintern maßgeblich durch Vorwärmtemperatur und Tauchzeit geregelt. Im Falle
eines durchlaufenden Rohres bedeutet dies, dass die Schichtdicke durch die Generatorleistung
und die Vorschubgeschwindigkeit des Rohres verändert werden kann. Beide können am
Schaltpult unabhängig voneinander geregelt werden;
7) den Einbauten im Wirbelsinterbecken, bestehend aus Luftdusche oberhalb des Rohres,
um Pulveranhäufungen zu vermeiden und den Strömungsleitblechen unterhalb des Rohres,
um Pulvermangel und dadurch resultierend Poren an der Unterseite des Rohres zu vermeiden.
Nur durch die speziellen Einbauten kann eine gleichmäßige Schichtdicke sowohl radial,
als auch axial gewährleistet werden;
8) der Mittelfrequenz-Induktionsspule 4 zur Glättung der nicht komplett aufgeschmolzenen
Beschichtung;
9) der Schmelzstrecke, die benötigt wird, um den nach dem Austritt des Rohres aus
der Mittelfrequenz-Induktionsspule 4 anhaftenden Beschichtungsbelag durchzuschmelzen
und glattzuschmelzen. Die Schicht ist während des Durchlaufens noch heiß und weich
und kann daher leicht verletzt werden. Das Rohr darf daher in dieser Phase nicht über
Rollen geführt werden.
10) der Luftdusche zum Vorabkühlen der Rohroberfläche. Die Rohroberflächentemperatur
wird dadurch unter den Schmelzpunkt des Beschichtungsmittels geregelt;
11) der Wasserkühlung. Das Rohr läuft in eine Wasserrinne, in der die Schicht weiter
abkühlt und erhärtet, so dass hier wieder eine Führung über Rollen möglich ist.
[0005] Je nach gewünschter Schichtdicke lassen sich die Induktionsspulen unter 5, 6 und
8 in unterschiedlicher Kombination und Leistung betreiben. Folgende Möglichkeiten
des Induktionsspulen-Einsatzes sind dabei gegeben:
5 und 8,
5 und 6,
5, 6 und 8,
6,
6 und 8.
[0006] Die Rohre werden jeweils durch Mittelfrequenzinduktion erwärmt. Näherungsformeln
für den Bedarf an elektrischer Energie, die Beschichtungsleistung einer solchen Anlage
sowie der Pulverbedarf werden angegeben. Mit dem Verfahren können Rohrstücke in einer
gewünschten Länge zu einem endlosen Strang zusammengekoppelt und im horizontalen Durchlaufverfahren
mit Kunststoffpulver außenbeschichtet werden. Als Beschichtungsmittel eignen sich
wirbelfähige, schmelzbare Polymere oder Gemische daraus. Besonders geeignet sind Polyamid-Pulver,
insbesondere auf Basis von Polyamid 11 und Polyamid 12. Dabei lassen sich Pulver hergestellt
nach DE 29 06 647 (Hüls AG), mit dem Handelsnamen VESTOSINT (Degussa AG) besonders
gut verarbeiten, da sie aufgrund der Herstellung im Fällverfahren eine besonders runde
Kornform erreichen. Auf die Rohroberfläche wird zunächst ein handelsüblicher Haftvermittler
aufgetragen. Als Primer eignen sich dabei alle gängigen Typen für Polymere, insbesondere
diejenigen für Polyamide. Sie können sowohl in Lösung, Suspension oder Pulverform
aufgetragen werden. Besonders geeignet für VESTOSINT sind die speziell auf VESTOSINT
abgestimmten Haftvermittler. Wird ein lösemittelhaltiger Haftvermittler mit einem
Feststoffgehalt von ca. 8 % eingesetzt, so liegt die Schichtdicke des abgelüfteten
Primers zwischen 5 und 8 µm. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren lassen sich einheitliche
Schichtdicken von 50 bis 1 000 µm erzielen. Bevorzugt werden Schichtdicken von 50
bis 300 µm, wobei mit dem erfindungsgemäßen Verfahren Schwankungen von ± 30 % erreicht
werden können. Auf die Rohroberfläche wird zunächst ein handelsüblicher Haftvermittler
(z.B. VESTOSINT Haftvermittler WS 5) aufgetragen. Die Schichtdicke des abgelüfteten
Primers typischerweise liegt zwischen 5 und 8 µm. Wird ein lösemittelhaltiger Haftvermittler
eingesetzt, hat dieser in der Regel einen Feststoffgehalt von ca. 8 %.
[0007] Die mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Rohre eignen sich besonders
als Hydraulik- und Bremsleitungen für z.B. die Automobilindustrie.
[0008] Das erfindungsgemäße Verfahren soll im Folgenden näher beschrieben werden.
Vorwärmen durch Mittelfrequenzinduktion
[0009] Die Mittelfrequenz-Induktionserwärmung wurde gewählt, weil es eine im Durchlaufverfahren
bequem regulierbare und noch dazu sehr rasche Erwärmungsmethode ist, bei der man den
weiteren Vorteil hat, dass die Induktionsspule, die das durchlaufende Rohr erwärmt,
direkt im wirbelnden Pulver angeordnet werden kann und dadurch keine Wärmeverluste
eintreten. Bei 10 000 Hz und einer Rohrwanddicke von 2 mm dauert das Erwärmen um 300
°C 1 s. Bei kleineren Frequenzen geht das Erwärmen wegen der größeren Eindringtiefe
sogar noch schneller vor sich, bei 2 000 Hz würde die Zeit nur 0, 73 s für die gleichen
Verhältnisse sein. Die Induktionsspule ist als Rohrwendel ausgeführt und wird von
Kühlwasser durchströmt; sie bleibt ebenso wie das Pulver kalt. Die Generatoranlage
besteht aus dem Maschinengenerator, der die hohe Frequenz erzeugt, dem Schaltschrank
mit Schaltpult, der Kondensatorbatterie und der Induktionsspule. Vereinfacht kann
man sich die Anlage als Transformator vorstellen, in dessen Primärseite elektrische
Energie hoher Frequenz eingespeist wird und dessen Sekundärseite aus nur einer Windung,
dem Werkstück, besteht. Die daraus resultierende sehr hohe Stromdichte im Sekundärkreis
hat das rasche Erwärmen zur Folge. Bei durchlaufenden Werkstücken kommen nur solche
mit gleichbleibendem Querschnitt und einheitlicher Wanddicke in Frage, z. B. rotationssymmetrische
Gegenstände wie Drähte, Rohre, Stäbe u. dgl.
Energiebedarf und Beschichtungsleistung
[0010] Die Durchlaufgeschwindigkeit (Vorschub) der Rohre hängt von Rohrdurchmesser und Wanddicke,
also vom Gewicht des Rohres pro Längeneinheit, sowie von der Generatorleistung ab.
Natürlich spielen auch der Generatorwirkungsgrad und die erforderliche Erwärmung des
Rohres eine wesentliche Rolle. Da diese letztgenannten Einflussgrößen jedoch in einer
ersten Betrachtung als konstant oder mindestens nicht sehr veränderlich angesehen
werden können, können entsprechende mittlere Zahlenwerte angenommen werden. Die erforderliche
Generatorleistung ist:

wobei N die Generatorleistung in kW, G das durchlaufende Rohrgewicht in kg/h, cp
die spezifische Wärme von Stahl (∼ 0,12 kcal/kg grd.), Δt die erforderliche Temperaturerhöhung
des Rohres und η der Gesamtwirkungsgrad der Generatoranlage ist (rd. 0,6 bis 0, 75).
Die Zahl 860 ergibt sich aus der Umrechnung 1 kW = 860 kcal/h. Löst man Gl. (1) nach
G auf und setzt η = 0, 7 und Δt ∼ 240 °C, so erhält man eine gut brauchbare Faustformel
für die maximal erwärmbare Stahlmenge in kg/h bei einer bestimmten Generatorleistung
(gültig für vorliegende und ähnliche Verhältnisse):

[0011] Mit einem 36-kW-Mittelfrequenz-Generator würde man also rd. 720 kg/h Stahlrohr um
240 °C erwärmen können. Dieser Rechenwert wurde im Beispiel bestätigt.
[0012] Für Überschlagsrechnungen gilt als ungefährer Anhaltswert für den Leistungsbedarf
(bei den vorliegenden und ähnlichen Verhältnissen):

[0013] Diese Faustformeln sind natürlich nicht dimensionsrichtig, weil dimensionsbehaftete
Größen (z.B. die spezifische Wärme c
p mit ihrem Zahlenwert eingesetzt wurden. Trotzdem haben sich solche dimensionsfalschen
Gleichungen für Betriebsbelange als recht nützlich erwiesen. Kombiniert man die Formeln
für das durchlaufende Rohrgewicht mit der Formel für die erforderliche Generatorleistung,
so erhält man für Stahlrohre mit einem spezifischen Gewicht y = 7 ,85 kg/dm3 eine
einfache Beziehung für die größte Durchlaufgeschwindigkeit (Vorschub) eines Rohres,
die bei gegebener Generatorleistung möglich ist. Muss man z. B. auf einer Rohrbeschichtungsanlage
häufig Rohre verschiedener Durchmesser und Wanddicken beschichten, so gibt die folgende
Formel schnell einen Anhaltswert für die größte Durchlaufgeschwindigkeit. Für andere
Verhältnisse muss der Zahlenfaktor etwas verändert werden:

[0014] Hierin ist die Durchlaufgeschwindigkeit V
max in m/min, die Generatorleistung N in kW, der Rohraußendurchmesser d
a in mm und die Rohrwanddicke s ebenfalls in mm einzusetzen.
Beispiel:
[0015] Die Rohrbeschichtungsanlage (Bild 01) besteht aus:
1) der Vorbehandlungsanlage zum Reinigen der im Anlieferungszustand meist fettigen
Rohre;
2) dem Primer (Haftvermittler)-Becken zum Auftragen des Haftvermittlers zwischen Stahloberfläche
und Kunststoffschicht (Sprüh- oder Tauchanlage);
3) der Mittelfrequenz-Induktionsspule 1 zum Einbrennen des Primers und Verdampfen
des Lösemittels;
4) dem Radiallüfter zum schnelleren Abführen des verdampften Lösemittels;
5) der Mittelfrequenz-Induktionsspule 2 zur Vorwärmung des Rohres
6) dem Wirbelsinterbecken mit integrierter Mittelfrequenz-Induktionsspule 3 zum Aufbringen
der Polyamid 12 Schicht. Da das PA-Pulver einen zu geringen dielektrischen Verlustfaktor
hat, erwärmt es sich nicht, während das vorgewärmte durchlaufende Stahlrohr sich sehr
schnell auf die gewünschte Temperatur erwärmt. Die Schichtdicke wird beim Wirbelsintern
maßgeblich durch Vorwärmtemperatur und Tauchzeit geregelt. Im Falle eines durchlaufenden
Rohres bedeutet dies, dass die Schichtdicke durch die Generatorleistung und die Vorschubgeschwindigkeit
des Rohres verändert werden kann. Beide können am Schaltpult unabhängig voneinander
geregelt werden;
7) den Einbauten im Wirbelsinterbecken, bestehend aus Luftdusche oberhalb des Rohres,
um Pulveranhäufungen zu vermeiden und den Strömungsleitblechen unterhalb des Rohres,
um Pulvermangel und dadurch resultierend Poren an der Unterseite des Rohres zu vermeiden.
Nur durch die speziellen Einbauten kann eine gleichmäßige Schichtdicke sowohl radial,
als auch axial gewährleistet werden;
8) der Mittelfrequenz-Induktionsspule 4 zur Glättung der nicht komplett aufgeschmolzenen
Polyamid-Schicht;
9) der Schmelzstrecke, die benötigt wird, um den nach dem Austritt des Rohres aus
der Mittelfrequenz-Induktionsspule 4 anhaftenden Polyamidbelag durchzuschmelzen und
glattzuschmelzen. Die Schicht ist während des Durchlaufens noch heiß und weich und
kann daher leicht verletzt werden. Das Rohr darf daher in dieser Phase nicht über
Rollen geführt werden.
10) der Luftdusche zum Vorabkühlen der Rohroberfläche. Die Rohroberflächentemperatur
wird dadurch unter den Schmelzpunkt des Polyamids geregelt;
11) der Wasserkühlung. Das Rohr läuft in eine Wasserrinne, in der die Schicht weiter
abkühlt und erhärtet, so dass hier wieder eine Führung über Rollen möglich ist.
[0016] Die Ergebnisse einer Versuchsreihe auf der beschriebenen Anlage sind in Tabelle 1
zusammengefasst. Für die Beispiele 1 bis 7 wurde jeweils Polyamid 12 Fällpulver vom
Typ VESTOSINT 2157 der Degussa AG eingesetzt. Bei allen angegebenen Beispielen fand
keine Vorbehandlung durch Chromatieren statt.

Prüfungen an geprimerten Rohren
[0017]
a) TL 222 Korrosionsschutzüberzüge auf Bremsrohren (Oberflächenschutzanforderungen)
Ausf. D-Zn/PA
Korrosionsbeständigkeit: Prüfdauer 500 h mit Ritzspur gemäß DIN 53 167; Unterwanderung
Wb ≤ 2mm
Korrosionsbeständigkeit: Prüfdauer 500 h im Anschluss an Steinschlagtest gemäß PV
1213; keine Grundmetallkorrosion
Korrosionsbeständigkeit: Prüfdauer 1000 h; keine Zinkkorrosion, keine Grundmetallkorrosion
sowie kein Ablösen der PA-Schicht
- Chemikalienbeständigkeit:
- nach TL 222 Punkt 5; keine Blasenbildung oder Erweichen der Kunststoffschicht aufgetreten
Nach 24-stündigem Ablüften und anschließendem Wickeln um einen Dorn (360°) von 16
mm keine sichtbaren Risse oder folienartige Ablösungen des PA-Überzuges aufgetreten
b) Haftungsprüfungen an geprimerten Rohren nach Wasserlagerung, Prüfung mittels Messerspitze:
Rohre ohne Ritzspur
Trockenprüfung, einen Tag nach der Beschichtung: sehr gute Haftung
Trockenprüfung, einen Tag nach der Beschichtung an einem gewickelten Rohr (um 16mm
Dorn); sehr gute Haftung
3 Tage Wasserlagerung, direkt nach Herausnahme sehr gute Haftung
Rohre mit Ritzspur
Trockenprüfüng, einen Tag nach der Beschichtung: sehr gute Haftung 3 Tage Wasserlagerung,
direkt nach Herausnahme sehr gute Haftung
- 1
- Reinigungsanlage
- 2
- Antrieb 1
- 3
- Primerstation
- 4
- Induktion 1 (Spule I - Primertrocknung)
- 5
- Induktion 2 (Spule V - Primertrocknung)
- 6
- Radiallüfter 1
- 7
- Radiallüfter 2
- 8
- Antrieb 2
- 9
- Induktion 3 (Vorwärmung)
- 10
- Auflagerolle 1
- 11
- Wirbelsinterbecken inkl. Induktion 4
- 12
- Antrieb 3
- 13
- ROHR
- 14
- Abblasdüse
- 15
- Auflagerolle 2
- 16
- Wasserbecken
- 17
- Auflagerolle 3
- 18
- Auflagerolle 4
- 19
- Antrieb 4
- 20
- Antrieb 5 (Raupenabzug)
- 21
- Hacker
1. Verfahren zum chromatfreien Beschichten von Rohren durch Wirbelsintern mit Hilfe von
pulverförmigen, schmelzbaren Polymeren als Beschichtungsmittel,
dadurch gekennzeichnet, dass man:
1) in einer Vorbehandlungsanlage die Rohre reinigt,
2) einen Primer auf das Rohr aufbringt,
3) mit einer Mittelfrequenz-Induktionsspule den Primer einbrennt und bei Einsatz eines
lösemittelhaltigen Primers das Lösemittel verdampft,
4) einen Radiallüfter zum schnelleren Abführen des verdampften Lösemittels einsetzt,
5) eine Mittelfrequenz-Induktionsspule zur Vorwärmung des Rohres verwendet,
6) mit einem Wirbelsinterbecken mit integrierter Mittelfrequenz-Induktionsspule eine
Beschichtung aufbringt,
7) durch Einbauten im Wirbelsinterbecken, bestehend aus Luftdusche oberhalb des Rohres
Pulveranhäufungen vermeidet und den Strömungsleitblechen unterhalb des Rohres Pulvermangel
und dadurch resultierend Poren an der Unterseite des Rohres vermeidet,
8) mit einer Mittelfrequenz-Induktionsspule die nicht komplett aufgeschmolzene Beschichtung
glättet,
9) auf einer Schmelzstrecke den anhaftenden Beschichtungsbelag durchschmelzt und glattschmelzt,
10) mit einer Luftdusche die Rohroberfläche vorab abkühlt,
11) durch Wasserkühlung die Beschichtung weiter abkühlt und erhärtet.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die 3 Induktionsspulen unter den Punkten 5, 6 und 8 in Abhängigkeit der Schichtdicke
der Beschichtung wie folgt eingesetzt werden:
Einsatz der Induktionsspulen 5 und 8,
oder Einsatz der Induktionsspulen 5 und 6
oder Einsatz der Induktionsspulen 5, 6 und 8
oder Einsatz der Induktionsspule 6,
oder Einsatz der Induktionsspulen 6 und 8.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass als Beschichtungsmittel Polyamid eingesetzt wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Polyamid 11 oder Polyamid 12 eingesetzt wird.
5. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass Polyamid 12 aus Fällpulver eingesetzt wird.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass ein handelsüblicher Haftvermittler in Form von Suspension, Lösung oder Pulver aufgetragen
wird.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polymerschicht 50 bis 1 000 µm beträgt und die mittlere Abweichung 30 % nicht
übersteigt.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polymerschicht 50 bis 300 µm beträgt und die mittlere Abweichung 30 % nicht übersteigt.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Polymerschicht 50 bis 300 µm beträgt und die mittlere Abweichung 20 % nicht übersteigt.
10. Chromatfrei beschichtete Rohre,
dadurch gekennzeichnet,
dass auf dem Rohr eine Primerschicht aufgebracht wurde und ein wirbelfähiges, schmelzfähiges
Polymer im Wirbelsinterverfahren aufgebracht wurde.