[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Positionieren von mehreren einen Funktionsträger
führenden Schlitten, die an einer sich quer zur Bahnlaufrichtung erstreckenden Führung
bewegbar gelagert sind, mit einer Transporteinrichtung zum Verstellen der Schlitten
an der Führung und mit Mitteln zum Arretieren der Schlitten an der Führung.
[0002] Derartige Vorrichtungen werden zum Beispiel zum Aufteilen von laufenden Materialbahnen
wie Kunststoffolien oder Papierbahnen in Einzelbahnen als Längsschneidevorrichtungen
eingesetzt, wobei die Vorrichtungen eine Reihe von Kreismessern enthalten. Die Kreismesser
sind an Schlitten gelagert, die quer zur Laufrichtung der Bahn verstellt werden können,
um verschiedene Schnittbreiten einzustellen. Die Schlitten mit den Messern müssen
nach dem Verstellen über eine Haltebremse an ihrer neuen Position festgesetzt werden.
[0003] Aus der EP 433 583 B1 ist eine gattungsgemäße Längsschneidevorrichtung bekannt, bei
der die Schlitten an einer sich quer zur Bahnlaufrichtung erstreckenden Führung verstellbar
gelagert sind. Ein umlaufendes Band dient als Transporteinrichtung zum Verstellen
der Schlitten, wobei jeder Schlitten eine Kolben-Zylinder-Einheit zum Ankuppeln an
das Band aufweist. Zum Arretieren eines Schlittens an der Führung dient ein pneumatisch
betätigter Klemmkolben.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Längsschneidevorrichtung der gattungsgemäßen
Art konstruktiv zu vereinfachen, indem weitgehend mechanisch bewegte Teile und aufwendige
Steuerungen vermieden werden.
[0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß parallel zur Führung ein Stahlband angeordnet
ist und jeder Schlitten einen Elektromagneten und eine zugehörige Ankerplatte aufweist,
zwischen denen das Stahlband geführt ist und die durch Magnetkraft gegeneinander bewegbar
sind, um den Schlitten an dem Stahlband festzuklemmen.
[0006] Durch das Einklemmen des Stahlbandes zwischen dem Elektromagneten und der Ankerplatte
ergeben sich zwei Reibflächen, die eine ausreichend große Haftkraft erzeugen, um einen
Schlitten ohne jeglichen Versatz durch den Bremsvorgang an der gewünschten, stufenlos
einstellbaren Position zu arretieren und zu halten. Zur Energieversorgung können preiswerte,
flexible Spiralkabel verwendet werden, deren Dehnbarkeit für den Verstellbereich eines
Schlittens ausreicht.
[0007] Bei der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung gemäß Patentanspruch 2 erfolgt
die Verstellung der Schlitten motorisch. Als Antriebseinrichtung für die Verstellung
dient ein antreibbares, umlaufendes Stahlband. Jeder Schlitten enthält einen weiteren
Elektromagneten mit einer zugehörigen Ankerplatte, zwischen denen ein Trum des Stahlbandes
verläuft. Beim Einschalten des Elektromagneten wird das Stahlband zwischen diesem
und der zugehörigen Ankerplatte eingeklemmt, so daß der Schlitten an das bewegbare
Stahlband angekuppelt ist.
[0008] In der Zeichnung ist ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt,
das nachfolgend näher beschrieben wird.
- Figur 1
- zeigt die Vorderansicht auf eine Vorrichtung zum Positionieren von Schlitten quer
zur Laufrichtung der Materialbahnen mit teilweise geschnittenen Schlitten.
- Figur 2
- zeigt den Schnitt durch eine Vorrichtung zum Positionieren quer zur Laufrichtung der
Materialbahnen mit doppel-T-förmig profiliertem Träger.
- Figur 3
- zeigt einen Schnitt durch eine Vorrichtung zum Positionieren quer zur Bahnlaufrichtung
mit C-förmig profiliertem Träger.
[0009] In dem nachträglich beschriebenen Ausführungsbeispiel wird die Vorrichtung zum Positionieren
nach der Erfindung anhand einer Vorrichtung zum Positionieren von Längsschneidemessern
für Materialbahnen aufgezeigt. Mit Hilfe der Längsschneidemesser werden die Materialbahnen,
die zum Beispiel aus Kunststoff, Papier oder Aluminium bestehen können, in Einzelbahnen
aufgeteilt, die anschließend zu Wickelrollen aufgewikkelt werden.
[0010] Andere bevorzugte Einsatzmöglichkeiten an Verarbeitungsmaschinen für bahnförmige
Materialien sind zum Beispiel:
- das Scannen von Materialbahnen,
- das Positionieren einzelner Elemente von segmentierten Kontaktwalzen an der Wickelrolle.
Kontaktwalzen liegen unmittelbar an der Wickelrolle an und dienen dazu beim Aufwickeln
das Einwickeln von Luft in die Wickelrollen zu verhindern. Da die Maschinen zum Verarbeiten
(z. B. Wickeln, Schneiden, Beschichten) von bahnförmigen Materialien flexibel auf
unterschiedliche Breiten einstellbar sind müssen auch die Kontakt- oder Andrückwalzen
auf unterschiedliche Breiten einstellbar sein. Dazu werden segmentierte Kontaktwalzen
eingesetzt. Zur automatischen Einstellung, Positionierung und Fixierung der Segmente
dient dann die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Positionierung der Schlitten, die
in diesem Fall die Kontaktwalzensegmente führen.
[0011] In Figur 1 ist die Vorderansicht auf eine Längsschneideeinrichtung 1 dargestellt.
Die Längsschneideeinrichtung 1 besteht aus den Schlitten 2 auf denen jeweils ein Funktionsträger
3 montiert ist, in diesem Beispiel ein Kreismesser. Die Schlitten 2 sind dabei an
Linearführungen 4 befestigt, so dass die Schlitten 2 über die gesamte Bahnbreite verfahren
werden können. Zum Verfahren der Schlitten 2 dient das Förderband 5, das sich in ein
aktives Trum 6 und ein passiver Trum 7 aufteilt und das über einen nicht dargestellten
Motor und Umlenkrollen 8 angetrieben wird. An jedem Schlitten 2 sind Klemmeinrichtungen
in Form von Elektromagneten 9 mit Ankerplatten 10 angeordnet, die das aktive Trum
6 zwischen sich festklemmen. Zusätzlich ist an jedem Schlitten 2 ein weiterer Elektromagnet
11 mit einer Ankerplatte 12 befestigt, der die Schlitten 2 auf einem Halteband 13
fixiert. Zur weiteren Stabilisierung sind an jeder Seite 14, 15 des Trägers 16 und
außerhalb des Verfahrweges der Schlitten 2 mindestens jeweils eine weitere Einrichtung
zum Klemmen 17, 18 angeordnet.
[0012] Der Träger 16 reicht über die gesamte Bahnbreite und ist profiliert ausgeführt, bevorzugt
als Doppel-T-Profil oder als ein U-Profil. Es können aber auch andere Profilformen
eingesetzt werden, die eine ausreichende Steifigkeit über die gesamte Bahnbreite gewährleisten.
Ein Vorteil des Doppel-T-Trägers 16, wie in Figur 2 dargestellt, ist der, daß das
aktive Trum 6 und das Halteband 13 in das Innere des Profils des Trägers 16 integriert
werden. Gleichzeitig bietet der Doppel-T-Träger 16 eine ausreichende Montagefläche
für die Führungen 4.
[0013] In Figur 2 ist ein Querschnitt durch die in Figur 1 dargestellte Längsschneideeinrichtung
1 an der Schnittlinie II-II dargestellt. Der Funktionsträger 3 ist an einem Schlitten
2 montiert, der wiederum über Linearführungen 4 mit dem Träger 16 verbunden ist. Im
Inneren 19 des Profils des Trägers 16 ist das gespannte Halteband 13 und das Förderband
5 angeordnet. Das Förderband 5 teilt sich dabei in ein aktives Trum 6 und ein passives
Trum 7 auf. Ausgehend vom Schlitten 2 reicht jeweils eine Halterung 20, 21 in das
Innere 19 des Profils des Trägers 16. An jedem Halter 20, 21 ist jeweils ein Elektromagnet
9, 11 mit einer darzugehörigen bewegbaren Ankerplatte 10, 12 befestigt. Um die Elektromagnete
9, 11 mit Strom zu versorgen, werden Spiralkabel 22 eingesetzt. Dabei stellt die Stromversorgung
mittels eines Spiralkabels 22 lediglich eine Variante dar, es ist ebenso vorstellbar,
alternative Stromversorgungen wie beispielsweise Schleifkontakte zu verwenden. Die
Stromversorgung ist über einen Haltearm 23 am Träger 16 befestigt.
[0014] Das aktive Trüm 6 wird zwischen dem Elektromagneten 9 und der Ankerplatte 10 geführt.
Die dargestellte Position zeigt den aktiven Elektromagneten 11, der die Ankerplatte
12 auf das aktive Trum 6 zieht, so daß der Schlitten 2 an das aktive Trum 6 angekuppelt
ist. Der im Bereich des Haltebandes 13 angeordnete Elektromagnet 11 ist ebenfalls
aktiv und zieht die Ankerplatte 12 auf das Halteband 13. Das passive Trum 7 wird über
Stützblöcke 24 gegen Durchhängen gesichert.
[0015] Der Träger 16 weist einen weiteren inneren Bereich 25 auf, in dem ein Wegmeßsystem
26 zur Bestimmung der Positionen der Funktionsträger angeordnet ist. Hierbei können
natürlich beliebige Wegmeßsysteme 26 auf induktiver, magnetischer oder optoelektronischer
Basis verwendet werden. Das Wegmeßsystem 26 ist über den Schlitten 2 mit dem Funktionskörper
3 verbunden.
[0016] Der Funktionsträger 3 dient bevorzugt als Werkzeughalter. Hieran können Werkzeuge
wie beispielsweise Schneidmesser (Kreismesser, Topfmesser), Blas- oder Absaugdüsen
oder auch Beobachtungskameras, Detektoren oder vergleichbare elektrische oder mechanische
Elemente montiert werden. In den inneren Bereich 25 des Trägers 16 können gleichzeitig
weitere individuelle und mitfahrende Funktionen wie Schalter oder mechanische Stelleinrichtungen
zum manuellen Eingriff in die Positionierbewegung integriert sein.
[0017] Den Querschnitt eines C-förmig ausgebildeten Trägers 27 zeigt Figur 3. Der Aufbau
entspricht im Wesentlichen der zuvor beschriebenen Längsschneideeinrichtung 1. Dabei
kann das Wegmeßsystem hier ebenfalls in den inneren Bereich 28, zum Beispiel als induktives
System, eingebaut werden.
[0018] Zum Verfahren des Schlittens 2 wird die Ankerplatte 12 des Elektromagneten 11 vom
Halteband 13 gelöst. Der Elektromagnet 9, der im Bereich des aktiven Trums 6 wird
aktiviert und die Ankerplatte 10 auf das aktive Trum 6 herabgezogen, so daß das aktive
Trum 6 eingeklemmt wird und an den Schlitten 2 angekuppelt ist. Nun werden über einen
nicht dargestellten Antrieb die Umlenkrollen 8 angetrieben und der Schlitten 2 wird
verfahren. Es ist somit möglich, jede beliebige Zwischenposition mit den Schlitten
2 anzufahren.
[0019] Während des Einsatzes der Werkzeuge oder elektrischen Elemente werden sowohl das
aktive Trum 6 wie auch das Halteband 13 von den Elektromagneten 9, 11 und den zugehörigen
Ankerplatten 10, 12 gehalten. Zusätzlich wird das aktive Trum 6 an jeder Seite 14,
15 des Trägers 16, 27 und außerhalb des Verstellbereichs der Schlitten 2 separat festgeklemmt.
Als Klemmeinrichtungen 17, 18 können ebenfalls Elektromagnete mit Ankerplatten verwendet
werden, es können aber auch pneumatische Klemmen oder Federdruckbremsen eingesetzt
werden. Natürlich können auch beliebige andere Einrichtungen zum Klemmen eines Förderbandes
5 eingesetzt werden. Als Förderband 5 und Halteband 13 werden vorzugsweise dünne Stahlbänder
eingesetzt. Dabei kann das umlaufende Förderband 5 wie auch das gespannte Stahlband
13 mit einer Haftschicht, insbesondere mit einer Haftschicht aus Silikon, versehen
werden.
[0020] Um einer Positonsänderung der Schlitten 2 durch Temperaturschwankungen entgegenzuwirken,
wird das Förderband 5 vorzugsweise aus einem Werkstoff mit einer sehr geringen Wärmedehnung
gefertigt. Als Werkstoffe werden hierbei zum Beispiel Ni-Stähle mit geringen Anteilen
an Mangan, sogenannte Invar-Stähle, eingesetzt. Als Invar-Stähle werden Stähle bezeichnet,
die sich unter Wärmeausdehnung praktisch nicht ausdehnen. Temperaturschwankungen können
umgebungsbedingt aber auch betriebsbedingt sein. Insbesondere eine längere Beschaltung
der Elektromagnete kann zu einer lokalen Erwärmung des Förderbandes 5 oder auch des
Haltebandes 13 führen. Damit diese lokale Erwärmung keine Ausdehnung der Bänder 5,
13 und somit eine Positionsverschiebung der Schlitten 2 hervorruft, werden bevorzugt
dehnungsarme Werkstoffe verwendet.
[0021] Die beschriebenen Funktionsweisen beziehen sich natürlich ebenfalls auf die Möglichkeit
mehrere Schlitten (2) gleichzeitig zu verfahren. So können Schlitten (2) paarweise
oder in Gruppen verfahren werden, was beispielsweise während des Einrichtens der Maschine
notwendig wird.
1. Vorrichtung zum Positionieren von mehreren einen Funktionsträger (3) führenden Schlitten
(2), die an einer sich quer zur Bahnlaufrichtung erstreckenden Führung (4) bewegbar
gelagert sind, mit einer Transporteinrichtung zum Verstellen der Schlitten (2) an
der Führung (4) und mit Mitteln zum Arretieren der Schlitten (2) an der Führung (4),
dadurch gekennzeichnet, daß parallel zur Führung (4) ein Stahlband (5) angeordnet ist und jeder Schlitten (2)
einen Elektromagneten (9) und eine zugehörige Ankerplatte (10) aufweist, zwischen
denen das Stahlband geführt ist und die durch Magnetkraft gegeneinander bewegbar sind,
um den Schlitten (2) an dem Stahlband (5) festzuklemmen.
2. Vorrichtung zum Positionieren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stahlband (5, 6, 7) umlaufend und elektrisch angetrieben ist.
3. Vorrichtung zum Positionieren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß parallel zur Führung (4) mindestens ein weiteres gespanntes Stahlband (13) angeordnet
ist und jeder Schlitten (2) mindestens einen weiteren Elektromagneten (11) und eine
zugehörige Ankerplatte (12) aufweist, zwischen denen das gespannte Stahlband (13)
geführt ist und die durch Magnetkraft gegeneinander bewegbar sind, um den Schlitten
(2) an dem gespannten Stahlband (13) festzuklemmen.
4. Vorrichtung zum Positionieren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das umlaufende (5, 6, 7) und das gespannte (13) Stahlband mit einer Haftschicht,
insbesondere mit einer Haftschicht aus Silikon, versehen sind.
5. Vorrichtung zum Positionieren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das umlaufende (5, 6, 7) und das gespannte (13) Stahlband aus einem wärmedehnungsarmen
Werkstoff gefertigt ist.
6. Vorrichtung zum Positionieren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungen (4) an einem profilierten Träger (16, 27), insbesondere einem Stahlträger,
befestigt sind und das gespannte (13) und das umlaufende (5, 6, 7) Stahlband im Inneren
(19) des Profils des Trägers (16, 27) angeordnet sind.
7. Vorrichtung zum Positionieren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (16) ein Doppel-T-Träger ist und dass auf der den Stahlbändern (5, 6,
7, 13) entgegengesetzt angeordneten Seite im Inneren (25) des Profils ein die Position
des Schlittens (2) bestimmendes Wegmeßsystem (26) angeordnet ist.
8. Vorrichtung zum Positionieren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß an jeder Seite (14, 15) des Trägers (16, 27) und außerhalb des Verstellbereichs der
Schlitten (2) mindestens jeweils eine Einrichtung (17, 18) zum Klemmen des umlaufenden
Stahlbandes (5, 6, 7) angeordnet ist, wobei das Klemmen mittels magnetischer, pneumatischer
oder mittels Federkraft erfolgt.
9. Längsschneideeinrichtung für Materialbahnen mit mehreren ein Kreismesser führenden
Schlitten (2), die an einer sich quer zur Bahnlaufrichtung erstreckenden Führung (4)
bewegbar gelagert sind, mit einer Transporteinrichtung zum Verstellen der Schlitten
(2) an der Führung (4) und mit Mitteln zum Arretieren der Schlitten (2) an der Führung
(4), dadurch gekennzeichnet, daß parallel zur Führung (4) ein Stahlband (5) angeordnet ist und jeder Schlitten (2)
einen Elektromagneten (9) und eine zugehörige Ankerplatte (10) aufweist, zwischen
denen das Stahlband geführt ist und die durch Magnetkraft gegeneinander bewegbar sind,
um den Schlitten (2) an dem Stahlband (5) festzuklemmen.