[0001] Die Erfindung betrifft eine Signalleuchte für Schienenfahrzeuge mit einem Gehäuse,
wenigstens einem Leuchtmittel für rotes Licht, wenigstens einem Leuchtmittel für weißes
Licht und einer vor den Leuchtmitteln angeordneten Streuscheibe. Die Erfindung betrifft
auch eine Leuchtenanordnung für ein Schienenfahrzeug mit wenigstens einer oberen und
wenigstens einer unteren Leuchteneinheit, wobei sowohl die obere als auch die untere
Leuchteneinheit Scheinwerferfunktion haben und wenigstens eine Signalleuchte aufweisen.
[0002] Bekannte Signalleuchten für Schienenfahrzeuge können sowohl für ein rotes als auch
für ein weißes Signallicht eingesetzt werden. Problematisch ist dabei das Entstehen
eines sogenannten roten Phantomlichts bei weißem Signallicht.
[0003] Mit der Erfindung soll eine Signalleuchte für Schienenfahrzeuge geschaffen werden,
die sowohl für rotes als auch für weißes Signallicht einsetzbar ist und sowohl für
weißes als auch für rotes Signallicht eine jeweils gut sichtbare, weiße bzw. rote
Signalscheibe bereitstellt.
[0004] Erfindungsgemäß ist hierzu eine Signalleuchte für Schienenfahrzeuge mit einem Gehäuse,
wenigstens einem Leuchtmittel für rotes Licht, wenigstens einem Leuchtmittel für weißes
Licht und einer vor dem Leuchtmittel angeordneten Streuscheibe vorgesehen, bei dem
zwischen dem wenigstens einen Leuchtmittel für rotes Licht und dem wenigstens einem
Leuchtmittel für weißes Licht ein Abschattblech vorgesehen ist.
[0005] Durch Vorsehen des Abschattbleches wird erreicht, dass bei weißem Signallicht kein
sogenanntes rotes Phantomlicht entsteht oder dass das Leuchtmittel für rotes Licht
durch die Streuscheibe hindurch sichtbar ist. Auf diese Weise wird eine jeweils gut
sichtbare, weiße bzw. rote Signalscheibe mit einer einzigen, kombinierten Signalleuchte
für rotes und weißes Licht erreicht.
[0006] In Weiterbildung der Erfindung sind die Position und/oder die Größe der Leuchtmittel
für rotes und weißes Licht, des Abschattblechs sowie deren Winkellage zueinander so
gewählt, dass bei weißem Signallicht kein rotes Phantomlicht oder das rote Leuchtmittel
selbst sichtbar sind und sowohl bei weißem als auch rotem Signallicht eine gleichmäßige
Beleuchtung der Streuscheibe erreicht wird.
[0007] Durch Abstimmung der Position und der Größe der Leuchtmittel, speziell der Größe
einer Kalotte aus rotem Glas, in die zur Schaffung eines Leuchtmittels für rotes Licht
eine handelsübliche Lampe eingeschoben wird, sowie des Abschattblechs und der Winkellage
der Leuchtmittel und des Abschattblechs sowie gegebenenfalls der Reflektorform zueinander
kann eine gleichmäßige Beleuchtung der Streuscheibe bei Vermeidung von rotem Phantomlicht
und gleichzeitigem Erzielen der gewünschten Lichtstärken sichergestellt werden. Die
Abstimmung der Position und/oder der Größe der Leuchtmittel, des Abschattblechs sowie
deren Winkellage zueinander sowie gegebenenfalls der Reflektorform kann dabei durch
Versuche oder rechnergestützt erfolgen.
[0008] In Weiterbildung der Erfindung ist die Streuscheibe auf ihrer den Leuchtmitteln zugewandten
Oberfläche mattiert. Auf diese Weise wird ein ansprechendes Signalbild ohne helle
und dunkle Flecken auf der Streuscheibe begünstigt.
[0009] In Weiterbildung der Erfindung sind Mittel vorgesehen, um die Leuchtmittel wenigstens
teilweise mit gegenüber ihrer Nennspannung verringerter Spannung zu betreiben.
[0010] Beispielsweise werden alle oder wenigstens einige der Leuchtmittel mit einer Unterspannung
von 20% betrieben, um ihre Lebensdauer zu verlängern.
[0011] In Weiterbildung der Erfindung sind Fassungen der Leuchtmittel wenigstens teilweise
mittels eines Bajonettverschlusses an dem Gehäuse befestigbar.
[0012] Auf diese Weise kann eine sichere Befestigung und eine exakte Positionierung der
Fassungen erreicht werden. Die Leuchtmittel selbst können ebenfalls mittels Bajonettverschlüssen
in den Fassungen befestigt sein.
[0013] In Weiterbildung der Erfindung weist die Streuscheibe in einem zentralen Bereich
eine Durchgangsöffnung auf.
[0014] Auf diese Weise kann bei einer Signalleuchte, die die Signalleuchtenfunktion mit
einer Scheinwerferfunktion kombiniert, eine hohe Lichtstärke im Scheinwerferbetrieb
erreicht werden. Anstelle der Durchgangsöffnung könnte beispielsweise auch ein klarer,
nicht streuender Bereich der Streuscheibe vorgesehen sein, der nur einen geringen
Verlust an Lichtstärke verursacht.
[0015] In Weiterbildung der Erfindung weist die Durchgangsöffnung eine ovale Form auf und
ist in Querrichtung länger als in Hochrichtung.
[0016] Eine solche Form der Durchgangsöffnung ist vorteilhaft, um eine bei Schienenfahrzeugen
gewünschte Lichtverteilung zu erreichen.
[0017] In Weiterbildung der Erfindung erstreckt sich das Leuchtmittel für den Scheinwerfer
wenigstens abschnittsweise zwischen das Leuchtmittel für weißes Signallicht und die
Streuscheibe.
[0018] Durch diese Maßnahmen wird erreicht, dass bei der Nutzung als weißes Signallicht
die Achslichtstärke nicht zu groß wird, da das Leuchtmittel für den Scheinwerfer das
Leuchtmittel für weißes Signallicht dann wenigstens abschnittsweise abdeckt. Dies
gilt insbesondere dann, wenn eine Streuscheibe mit einer Durchgangsöffnung in ihrem
zentralen Bereich verwendet wird.
[0019] In Weiterbildung der Erfindung ist das Leuchtmittel für den Scheinwerfer relativ
zu einer Achsenrichtung von einer Reflektormitte zur Streuscheibe hin geneigt angeordnet.
[0020] Auf diese Weise wird erreicht, dass eine Hauptabstrahlrichtung bei Signalleuchtenfunktion
parallel zur Fahrtrichtung liegt, eine Abstrahlrichtung bei Scheinwerferfunktion hingegen
beispielsweise nach unten geneigt verläuft.
[0021] In Weiterbildung der Erfindung sind das Leuchtmittel für den Scheinwerfer und das
Leuchtmittel für rotes und weißes Signallicht an einer mehrere, im Winkel zueinander
angeordnete Befestigungsflächen aufweisenden Halterung befestigt, die auf einer, der
Streuscheibe abgewandten Rückseite des Reflektors angeordnet ist.
[0022] Auf diese Weise ist eine exakte Positionierung der Leuchtmittel zueinander und in
bezug auf den Reflektor auf einfache und vergleichsweise einfach zu realisierende
Weise möglich, wobei gleichzeitig eine stabile Befestigung der Leuchtmittel geschaffen
wird.
[0023] In Weiterbildung der Erfindung weist die Streuscheibe einen oberen, einen mittleren
und einen unteren Abschnitt auf, wobei der obere Abschnitt eine glatte Oberflächenstruktur,
der mittlere Abschnitt eine Rillenstruktur und der untere Abschnitt eine Fresnel-Linsenstruktur
aufweist.
[0024] Durch diese Maßnahmen wird eine gewünschte Lichtverteilung der Signalleuchte erzielt.
Eine Rückseite der Streuscheibe kann dabei mattiert sein und die Rillenstruktur und
die Fresnel-Linsenstruktur werden auf einer dem Reflektor abgewandten Oberfläche der
Streuscheibe realisiert.
[0025] Das der Erfindung zugrundeliegende Problem wird auch durch eine Leuchtenanordnung
für Schienenfahrzeuge mit wenigstens einer oberen und einer unteren Leuchteneinheit
gelöst, wobei sowohl die obere als auch die untere Leuchteneinheit Scheinwerferfunktion
haben und wenigstens eine erfindungsgemäße Signalleuchte aufweisen, bei der in der
oberen Leuchteneinheit für Scheinwerferfunktion und Signalleuchtenfunktion ein gemeinsamer
Reflektor und eine gemeinsame Streuscheibe vorgesehen sind.
[0026] Durch diese Maßnahmen kann in der oberen Leuchteneinheit eine Scheinwerferfunktion
und eine Signalleuchtenfunktion realisiert werden, ohne den bei Schienenfahrzeugen
üblicherweise gegebenen Bauraum zu überschreiten.
[0027] In Weiterbildung der Erfindung sind die Leuchteneinheiten mittels Schnellverschlüssen
an einem Schienenfahrzeug befestigbar.
[0028] Durch diese Maßnahmen wird eine wartungsfreundliche Befestigung der Leuchteneinheiten
erreicht.
[0029] In Weiterbildung der Erfindung weist der Scheinwerfer im abgeblendeten Zustand eine
symmetrische Hell-Dunkel-Grenze auf.
[0030] Auf diese Weise lässt sich eine vorteilhaft Lichtverteilung für Schienenfahrzeuge
erreichen. Speziell bei Verwendung von sogenannten H4-Lampen entsteht normalerweise
eine asymmetrische Hell-Dunkel-Grenze, wobei bei der Erfindung Maßnahmen ergriffen
werden, um dennoch eine symmetrische Hell-Dunkel-Grenze zu erreichen.
[0031] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen und der
folgenden Beschreibung bevorzugter Ausführungsformen der Erfindung im Zusammenhang
mit den Zeichnungen. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Frontansicht einer erfindungsgemäßen Leuchteneinheit gemäß einer ersten Ausführungsform
der Erfindung,
- Fig. 2
- eine Schnittansicht der Leuchteneinheit Fig. 1 entlang der Linie ll-ll,
- Fig. 3
- eine perspektivische Ansicht der Leuchteneinheit der Fig. 1 von schräg hinten,
- Fig. 4
- eine Vorderansicht einer Leuchteneinheit gemäß einer zweiten Ausführungsform der Erfindung,
- Fig. 5
- eine Schnittansicht entlang der Linie V-V der Fig. 4,
- Fig. 6
- eine Schnittansicht entlang der Linie Vl-Vl der Fig. 4,
- Fig. 7
- eine perspektivische Ansicht der Leuchteneinheit der Fig. 4 von schräg oben,
- Fig. 8
- eine Vorderansicht der Streuscheibe der Leuchteneinheit der Fig. 1 und
- Fig. 9
- eine Vorderansicht der Streuscheibe der Signalleuchte der Leuchteneinheit der Fig.
4.
[0032] In der Vorderansicht der Fig. 1 ist eine Leuchteneinheit 10 dargestellt, die als
obere Leuchteneinheit an einem Schienenfahrzeug eingesetzt wird. Die Leuchteneinheit
10 weist eine Signalleuchte auf, die sowohl eine Signalleuchtenfunktion als auch eine
Scheinwerferfunktion erfüllen kann. Hierzu ist die Signalleuchte mit einem Träger
12, einem in der Darstellung der Fig. 1 nicht sichtbaren Reflektor, einer Streuscheibe
14 vor dem Reflektor sowie mehreren Leuchtmitteln versehen, die in der Darstellung
der Fig. 1 lediglich abschnittsweise erkennbar sind und anhand der Fig. 2 näher erläutert
werden. Der Träger 12 wird mittels mehrerer Schnellverschlüsse 16 an dem Schienenfahrzeug
befestigt. Zur Einstellung des Lichtschwerpunktes der Signalleuchte kann der Reflektor
zusammen mit der Streuscheibe mittels mehrerer Einstellschrauben 18 relativ zum Träger
12 verstellt werden.
[0033] In der Darstellung der Fig. 1 ist gut zu erkennen, dass die Streuscheibe 14 eine
zentrale Durchgangsöffnung aufweist, durch die hindurch die im Reflektor angeordneten
Leuchtmittel zu erkennen sind. Die Streuscheibe 14 wird anhand der Fig. 8 noch detailliert
beschrieben.
[0034] In der Schnittansicht der Fig. 2 ist zu erkennen, dass die Leuchteneinheit 10 der
Fig. 1 insgesamt vier Leuchtmittel 22, 24, 26 und 28 aufweist. Die Leuchteneinheiten
22, 24, 26 und 28 ragen wenigstens abschnittsweise in den Reflektor 20 vor.
[0035] Das Leuchtmittel 28 ist für rotes Signallicht vorgesehen und weist eine Kalotte 30
aus rotem Glas sowie eine H21W-Lampe 32 auf, die von einer der Streuscheibe 14 abgewandten
Seite des Reflektors 20 in die Kalotte 30 eingeschoben ist.
[0036] Ein weißes Signallicht wird durch die Leuchtmittel 22 und 26 realisiert, die beide
als H21W-Lampen ausgebildet sind. Beide Leuchtmittel 22 und 26 werden dabei für das
weiße Signallicht eingesetzt, im abgeblendeten Zustand des weißen Signallichts wird
dann lediglich das Leuchtmittel 22 verwendet.
[0037] Zur Realisierung der Scheinwerferfunktion ist das Leuchtmittel 24 vorgesehen, das
als H1-Lampe ausgebildet ist.
[0038] Zwischen dem Leuchtmittel 28 für rotes Signallicht und den Leuchtmitteln 22 und 26
für weißes Signallicht ist ein Abschattblech 34 angeordnet. Durch das Abschattblech
34 wird verhindert, dass die Kalotte 30 bei weißem Signallicht so stark angestrahlt
wird, dass auch bei weißem Signallicht ein rotes Phantomlicht auftritt oder die Kalotte
30 so beleuchtet wird, dass sie von außerhalb des Schienenfahrzeugs sichtbar ist.
Das Abschattblech 34 ist dabei unmittelbar angrenzend an die Kalotte 30 angeordnet
und verläuft im wesentlichen parallel zu einer Seitenfläche der Kalotte 30. Das Abschattblech
34 ist dabei leicht gekrümmt, so dass es sich parallel zu einem Abschnitt der Außenwandung
der zylindrischen Kalotte 30 erstreckt. Die Größe des Abschattblechs 34 und seine
Erstreckung in den Reflektor 20 hinein ist dabei so gewählt, dass das Leuchtmittel
26 für das weiße Signallicht die Kalotte 30 nicht direkt bestrahlen kann.
[0039] Wie in der Fig. 2 weiter zu erkennen ist, ist das Leuchtmittel 24 zur Realisierung
der Scheinwerferfunktion zu einer Achsenrichtung vom Reflektor 20 zur Streuscheibe
14 hin, die mittels eines Pfeiles 36 angedeutet ist, geneigt angeordnet. Dadurch wird
einerseits erreicht, dass bei der Scheinwerferfunktion das Licht gegenüber der Achsenrichtung
36 um 5,5° nach unten geneigt austritt. Darüber hinaus wird erreicht, dass das Leuchtmittel
24 für die Scheinwerferfunktion das Leuchtmittel 26 für die weiße Signallichtfunktion
in der Achsenrichtung 36 gesehen wenigstens teilweise abdeckt. Dadurch wird sichergestellt,
dass eine Lichtstärke des weißen Signallichts in Achsenrichtung 36 nicht zu groß wird.
Dies ist insbesondere deshalb von Bedeutung, da die Streuscheibe 14 die zentrale Durchgangsöffnung
aufweist.
[0040] Die zentrale Durchgangsöffnung der Streuscheibe 14 ist dabei zu dem Zweck vorgesehen,
eine ausreichende Lichtstärke durch das Leuchtmittel 24 bei Scheinwerferfunktion sicherzustellen.
Im Gegenzug müssen daher Maßnahmen getroffen werden, um eine zu große Lichtstärke
durch das Leuchtmittel 26 in der Signallichtfunktion zu verhindern.
[0041] In der Darstellung der Fig. 3, die die Leuchteneinheit 10 der Fig. 1 in perspektivischer
Ansicht von schräg hinten zeigt, ist zu erkennen, dass die Leuchtmittel 22, 24, 26
und 28 an einer Halterung 38 befestigt sind, die an einer der Streuscheibe 14 abgewandten
Seite des Reflektors 20 befestigt ist. Die Halterung 38 ist durch einen Blechstreifen
gebildet, der mehrfach abgewinkelt ist und mehrere, im Winkel zueinander angeordnete
Befestigungsflächen für die Leuchtmittel 22, 24, 26 und 28 aufweist. Mittels der Halterung
38 wird sichergestellt, dass die kritische Positionierung der Leuchtmittel 22, 24,
26 und 28 zuverlässig eingehalten wird. Die Leuchtmittel 22, 26 und 28 sind jeweils
in einer Fassung 40 befestigt, die mittels eines Bajonettverschlusses an der Halterung
38 befestigt ist. Die Fassung 40 kann dabei aufgrund eines Kunststoff-Kodiernockens
am Bajonett der Fassung 14 lediglich in einer Stellung in die Halterung 38 eingeführt
werden. Hierzu weist die Halterung 38 jeweils einen entsprechend geformten Ausschnitt
auf. Die Leuchtmittel 26 und 28 sind wiederum mittels eines weiteren Bajonettverschlusses
in der jeweiligen Fassung 40 befestigt. Das Leuchtmittel 24 wird mittels eines Federbügels
in seiner Fassung in der Halterung 38 gehalten.
[0042] In der Vorderansicht der Fig. 8 ist die Streuscheibe 14 detaillierter dargestellt.
Die Streuscheibe 14 weist in ihrem mittleren Bereich die Durchgangsöffnung 42 auf.
Die Streuscheibe kann auf einer Oberfläche mattiert sein. Die Durchgangsöffnung 42
hat eine ovale Form, wobei ihre Erstreckung in Querrichtung größer als in Hochrichtung
ist. Querrichtung und Hochrichtung sind dabei auf die Einbaulage der Leuchteneinheit
10 in ein Schienenfahrzeug bezogen, in der die Leuchteneinheit so wie in der Fig.
1 dargestellt ausgerichtet ist. Die Form der zentralen Durchgangsöffnung 42 ist auf
das gewünschte Lichtverteilungsprofil abgestimmt. Dabei muss darauf geachtet werden,
dass Form und Größe der Durchgangsöffnung 42 zusammen mit der Positionierung der Leuchtmittel
für die Scheinwerferfunktion und die rote bzw. weiße Signallichtfunktion und der Größe
und Lage des Abschattblechs aufeinander abgestimmt werden, um in den verschiedenen
Funktionen eine gewünschte Lichtstärke und Lichtverteilung zu erreichen. Eine solche
Abstimmung kann durch Versuche und/oder mittels geeigneter Computerprogramme erfolgen.
[0043] In der Vorderansicht der Fig. 4 ist eine Leuchteneinheit 50 für Schienenfahrzeuge
dargestellt, die als untere Leuchteneinheit Verwendung findet. Dabei werden zwei untere
Leuchteneinheiten an der Frontseite eines Schienenfahrzeuges angeordnet. Die Leuchteneinheit
50 weist einen Träger 52 auf, der mittels mehrerer Schnellverschlüsse 54 sowie eines
Scharniers 56 klappbar an einem Schienenfahrzeug befestigt werden kann. Im Unterschied
zu der Leuchteneinheit 10 der Fig. 1 weist die Leuchteneinheit 52 eine Signalleuchte
58 und getrennt hiervon einen Scheinwerfer 60 auf. Der Scheinwerfer 60 kann mittels
mehrerer Einstellschrauben 62 in seiner relativen Lage zum Träger 52 der Leuchteneinheit
50 verstellt werden.
[0044] Die Signalleuchte 58 ist mit einer Streuscheibe 64 versehen, die mehrere Abschnitte
66, 68 und 70 aufweist, die anhand der Fig. 9 noch detailliert erläutert werden.
[0045] Die Fig. 5 zeigt eine Schnittansicht des Scheinwerfers 60 entlang der Linie V-V der
Fig. 4. In zentraler Lage ist in einem Reflektor 72 ein Leuchtmittel 74 vorgesehen,
das als H4-Lampe ausgebildet ist. Mittels des Scheinwerfers 60 können dadurch Achslichtstärken
von 50 000cd bis 70 000cd erreicht werden, im abgeblendeten Betrieb werden Lichtstärken
im Bereich von 12 000cd bis 16 000cd erreicht. Der Reflektor 72 und die Position des
Leuchtmittels 74 sind dabei so aufeinander abgestimmt, dass eine symmetrische Hell-Dunkel-Grenze
im abgeblendeten Zustand erreicht wird. Üblicherweise tritt bei Verwendung von H4-Lampen
eine asymmetrische Hell-Dunkel-Kennlinie auf. Eine Abstrahlrichtung des Scheinwerferlichts
durch den Scheinwerfer 60 ist dabei um 5,5° nach unten geneigt.
[0046] In der Schnittansicht der Fig. 6 entlang der Linie Vl-Vl der Fig. 4 ist der Aufbau
der Signalleuchte 58 zu erkennen. Die Signalleuchte 58 weist drei Leuchtmittel 76,
78 und 80 auf. Die Leuchtmittel 76 und 78 sind als H21W-Lampen ausgebildet und werden
für weißes Signallicht verwendet. Im abgeblendeten Zustand des weißen Signallichts
wird lediglich das Leuchtmittel 76 eingesetzt. Das Leuchtmittel 76 als auch das Leuchtmittel
78 sind mittels eines Bajonettverschlusses in jeweils einer Fassung 40 befestigt,
wobei die Fassungen 40 wiederum mittels eines Bajonettverschlusses in dem Reflektor
befestigt sind. Das Leuchtmittel 80 ist für rotes Signallicht vorgesehen und weist
eine rote Glaskalotte 82 sowie eine H21W-Lampe 84 auf, die von einer der Streuscheibe
64 abgewandten Seite des Reflektors in die Glaskalotte 82 eingeschoben ist. Auch das
Leuchtmittel 80 ist mittels eines Bajonettverschlusses am Reflektor befestigt.
[0047] Zwischen dem Leuchtmittel 80 für rotes Signallicht und den Leuchtmitteln 76 und 78
für weißes Signallicht ist ein Abschattblech 86 angeordnet. Das Abschattblech 86 ist
parallel zu einer Außenwandung der Glaskalotte 82 angeordnet und bezüglich seiner
Größe und Position so abgestimmt, dass bei weißem Signallicht ein rotes Phantomlicht
und darüber hinaus verhindert wird, dass die rote Glaskalotte 82 von einer Frontseite
des Schienenfahrzeugs her durch die Streuscheibe 64 sichtbar ist. Wie bei der Signalleuchte
10 der Fig. 1 sind die Position, die Größe und die Winkellage der Leuchtmittel 76,
78 und 80 sowie des Abschattblechs 86 und die Gestaltung der Streuscheibe 64 und des
Reflektors so aufeinander abgestimmt, dass einerseits bei weißem bzw. rotem Signallicht
eine gleichmäßig beleuchtete Signalscheibe mit den gewünschten Lichtstärken erreicht
wird und andererseits bei weißem Signallicht ein rotes Phantomlicht vermieden wird.
[0048] In der Darstellung der Fig. 7 ist die Leuchteneinheit 50 perspektivisch von schräg
vorne dargestellt. Gut zu erkennen ist das Scharnier 56, mittels dem der Träger 52
klappbar an einem Schienenfahrzeug befestigt wird. Dadurch ist die Leuchteneinheit
50 für Wartungsarbeiten gut zugänglich.
[0049] In der Darstellung der Fig. 9 ist die Streuscheibe 64 der Leuchteneinheit 50 detaillierter
dargestellt. Ein oberer Abschnitt 66 der Streuscheibe 64 weist beidseitig glatte Oberflächen
auf, wobei die gesamte, dem Reflektor zugewandte Oberfläche der Streuscheibe 64 mattiert
sein kann. Ein zweiter, mittlerer Abschnitt 68 der Streuscheibe 64 weist auf seiner
Oberfläche eine Rillenstruktur aus parallel zueinander in Querrichtung verlaufenden
Rillen auf, durch die eine Linsenwirkung erreicht wird. Die Rillen der Rillenstruktur
könnten beispielsweise auch senkrecht verlaufen. Ein Rillenabstand liegt beispielsweise
bei 0,194mm. Ein unterer Abschnitt 70 ist mit einer Fresnel-Linse versehen, wobei
ein Zentrum der Fresnel-Linse mit der Bezugsziffer 90 angedeutet ist. Ein Rillenabstand
der konzentrisch verlaufenden Rillen der Fresnel-Linse liegt beispielsweise bei 0,254mm.
Durch die Gestaltung der einzelnen Abschnitte 66, 68 und 70 der Streuscheibe 64 zusammen
mit der gewählten Positionierung der Leuchtmittel werden die gewünschten Lichtverteilungen
und Lichtstärken erreicht.
1. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge mit einem Reflektor (20), wenigstens einem Leuchtmittel
(28; 80) für rotes Licht, wenigstens einem Leuchtmittel (22, 24, 26; 76, 78) für weißes
Licht und einer vor den Leuchtmitteln angeordneten Streuscheibe (14; 64), dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem wenigstens einen Leuchtmittel (28; 80 für rotes Licht und dem wenigstens
einen Leuchtmittel (22, 24, 26; 76, 78) für weißes Licht ein Abschattblech (34; 86)
vorgesehen ist.
2. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Position und/oder die Größe der Leuchtmittel (22, 24, 26, 28; 76, 78, 80) für
rotes und weißes Licht, des Abschattblechs (34; 86) sowie deren Winkellage zueinander
so gewählt sind, dass bei weißem Signallicht kein rotes Phantomlicht oder das rote
Leuchtmittel (28; 80) selbst sichtbar sind und sowohl bei weißem als auch rotem Signallicht
eine gleichmäßige Beleuchtung der Streuscheibe (14; 64) erreicht wird.
3. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Streuscheibe (14; 64) auf ihrer den Leuchtmitteln zugewandten Oberfläche mattiert
ist.
4. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel vorgesehen sind, um die Leuchtmittel (22, 24, 26, 28; 74, 76, 78, 80) wenigstens
teilweise mit gegenüber ihrer Nennspannung verringerter Spannung zu betreiben.
5. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Fassungen (40) für die Leuchtmittel wenigstens teilweise mittels eines Bajonettverschlusses
an dem Reflektor oder einer Halterung (38) befestigbar sind.
6. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Streuscheibe (14) in einem zentralen Bereich eine Durchgangsöffnung (42) aufweist.
7. Signalleuchte nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchgangsöffnung (42) eine ovale Form aufweist und in Querrichtung länger als
in Hochrichtung ist.
8. Signalleuchte nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Leuchtmittel (24) für den Scheinwerfer sich wenigstens abschnittsweise zwischen
das Leuchtmittel (26) für weißes Signallicht und die Streuscheibe (14) erstreckt.
9. Signalleuchte nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass das Leuchtmittel (24) für den Scheinwerfer relativ zu einer Achsenrichtung von einer
Reflektormitte zur Streuscheibe (14) geneigt angeordnet ist.
10. Signalleuchte nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass das Leuchtmittel (24) für den Scheinwerfer und das Leuchtmittel (22, 26, 28) für
rotes und weißes Signallicht an einer mehrere im Winkel zueinander angeordnete, abgewinkelte
Befestigungsflächen aufweisenden Halterung (38) befestigt sind, die auf einer, der
Streuscheibe (14) abgewandten Rückseite des Reflektors (20) angeordnet ist.
11. Signalleuchte für Schienenfahrzeuge nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Streuscheibe (64) einen oberen, einen mittleren und einen unteren Abschnitt (66,
68, 70) aufweist, wobei der obere Abschnitt (66) eine glatte Oberflächenstruktur,
der mittlere Abschnitt (68) eine Rillenstruktur und der untere Abschnitt (90) eine
Fresnellinsenstruktur aufweist.
12. Leuchtenanordnung für ein Schienenfahrzeug mit wenigstens einer oberen und einer unteren
Leuchteneinheit (10; 50), wobei sowohl die obere als auch die untere Leuchteneinheit
Scheinwerferfunktion haben und wenigstens eine Signalleuchte nach einem der vorstehenden
Ansprüche aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass in der oberen Leuchteneinheit (10) für die Scheinwerferfunktion und die Signalleuchtenfunktion
ein gemeinsamer Reflektor (20) und eine gemeinsame Streuscheibe (14) vorgesehen sind.
13. Leuchtenanordnung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Leuchteneinheiten (10; 50) mittels Schnellverschlüssen (16; 54) an einem Schienenfahrzeug
befestigbar sind.
14. Leuchtenanordnung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheinwerfer im abgeblendeten Zustand eine symmetrische Hell-Dunkel-Grenze aufweist.