[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Sicherheitsmembran für Membranpumpen, die
es erlaubt, einen Bruch der Membran während des Betriebes oder im Stillstand festzustellen.
[0002] Es sind Kolbenmembranpumpen mit hydraulisch ausgelenkten Membranen bekannt, bei denen
die Membran aus wenigstens drei aufeinanderliegenden Einzelmembranlagen besteht. Der
Zwischenraum zwischen den Einzelmembranlagen ist mit einer Pufferflüssigkeit gefüllt.
Die mittlere Membranlage ist mit Schlitzen versehen, die über eine Bohrung mit einer
Anzeigevorrichtung in Verbindung stehen. Bei einem Membranbruch tritt in den Zwischenraum
zwischen den Einzelmembranlagen zusätzlich zum Puffer Förder- oder Hydraulikflüssigkeit
ein, die auf die Anzeigevorrichtung einwirkt, so daß der Membranbruch signalisiert
wird. Dabei kommt es zu einer Vermischung zwischen Förder- bzw. Hydraulikflüssigkeit
und Pufferflüssigkeit, was insbesondere bei der Förderung von aggressiven Flüssigkeiten
vermieden werden soll.
[0003] Bei anderen bekannten Membranpumpen, insbesondere bei mechanisch ausgelenkten Membranpumpen,
führt eine Druckleitung von einem Zwischenraum zwischen verschiedenen Einzelmembranen
aus dem Pumpengehäuse nach außen zu einer Anzeigevorrichtung. Diese Druckleitungen
sind insbesondere außerhalb des Pumpengehäuses sehr anfällig gegen Abknicken oder
Quetschen, wodurch sie im Laufe der Zeit undicht werden. Bei diesen bekannten Membranpumpen
wird nicht eine Membran selbst bezüglich eines Membranbruches überwacht, sondern der
Raum zwischen verschiedenen Einzelmembranen, die zwar miteinander gekoppelt ansonsten
jedoch voneinander getrennt sind und keine hermetisch dichte Einheit darstellen.
[0004] Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand nun darin, eine Sicherheitsmembran
für Membranpumpen bereitzustellen, die ein sicheres Feststellen von Bruchstellen in
der Membran erlaubt, ohne einen Puffer zwischen verschiedenen Membranlagen auskommt,
einen einfachen Aufbau aufweist, geringen Wartungsaufwand erfordert, eine Vermischung
von Förder- und Hydraulikflüssigkeit verhindert, einen Membranbruch feststellt, bevor
Förder- bzw. Hydraulikflüssigkeit durch die Membran nach außen dringen kann und nach
Auftreten eines Bruchs in der Membran nicht in jedem Fall sofort ausgewechselt werden
muß, sondern gegebenenfalls einen Notbetrieb bis zum nächsten Membranwechsel erlaubt.
[0005] Diese Aufgabe wird durch eine Sicherheitsmembran für eine Membranpumpe gelöst mit
wenigstens zwei übereinanderliegend angeordneten Membranlagen mit im wesentlichen
kreisförmigem Umfang, wobei
- die Membran vom äußeren Umfang aus in Richtung der Mitte einen in Umfangsrichtung
verlaufenden Einspannbereich (E) für die Befestigung der Membran in einer Pumpe und
einen sich daran anschließenden Arbeitsbereich (A) aufweist,
- die Membranlagen derart miteinander verbunden sind, daß sie gegen ein Eindringen von
Flüssigkeit und/oder Gas zwischen die Membranlagen dicht sind,
- in einem Abschnitt des Einspannbereiches (E) der Membran ein Sensorbereich (S) vorgesehen
ist,
- zwischen den Membranlagen atmosphärischer oder unteratmosphärischer Druck herrscht,
- die Membranlagen in dem Abschnitt des Sensorbereiches (S) so ausgebildet sind, daß
sie sich bei Erhöhung des Drucks zwischen den Membranlagen in dem Abschnitt des Sensorbereiches
unter Vergrößerung des Abstandes zwischen den Membranlagen leichter deformieren als
in den übrigen Abschnitten der Membran.
[0006] Bei Membranpumpen unterscheidet man zwischen mechanisch ausgelenkten und hydraulisch
ausgelenkten Membranfördereinheiten. Zur Förderung einer Flüssigkeit mittels einer
Membranpumpe wird ein Hubvolumen aufgrund der Hubbewegung eines Arbeitsbereiches der
Membran an die zu fördernde Flüssigkeit weitergegeben. Bei mechanisch ausgelenkten
Membranen wird der Arbeitsbereich der Membran mittels eines Membrankerns senkrecht
zur Membranfläche ausgelenkt. Durch die Auslenkung der Membran mittels des Membrankerns
werden abwechselnd Druck- und Saugbewegungen durchgeführt (Druckhub und Saughub).
Bei einer hydraulisch ausgelenkten Membran werden Druck- und Saughub durch einen hydraulischen
Über- bzw. Unterdruck einer Hydraulikflüssigkeit auf den Arbeitsbereich der Membran
ausgeübt. Der integrierte Membrankern unterstützt mittels einer Rückstellfeder den
Saughub.
[0007] Bei der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran ist der Membrankern vorzugsweise zentriert
im Arbeitsbereich der im wesentlichen kreisförmigen Membranlagen angeordnet und fest
bzw. formschlüssig mit diesen verbunden. Der Arbeitsbereich der Membran ist der Abschnitt,
der sich bei Druck- und Saugbewegung auf- bzw. abwärts bewegt. Der Arbeitsbereich
erstreckt sich vom Zentrum der im wesentlichen kreisförmigen Membranlagen nach außen.
An den Arbeitsbereich der Membran schließt sich nach außen ein Einspannbereich an,
mit dem die erfindungsgemäße Membran in einer Pumpe befestigt wird. Der Einspannbereich
der erfindungsgemäßen Membran weist bei einer bevorzugten Ausführungsform senkrecht
durch die Membranlagen hindurchgehende Öffnungen für ein Hindurchführen von Bolzen
zur Befestigung der Membran und zur genauen Positionierung auf. Öffnungen bzw. Bohrungen
sind jedoch nicht zwingend erforderlich. Die Membran kann auch durch Einklemmen im
Pumpengehäuse befestigt werden.
[0008] Die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran besteht aus wenigstens zwei, vorzugsweise
genau zwei übereinanderliegend angeordneten Membranlagen, wobei diese Membranlagen
an allen Kantenbereichen, an denen Flüssigkeit oder Gas zwischen die Membranlagen
eindringen könnte, gegen ein Eindringen von Flüssigkeit und/oder Gas dicht miteinander
verbunden sind. Die übereinanderliegend angeordneten Membranlagen sind somit wenigstens
an ihrer Umfangskante und, soweit vorhanden, den Durchgangsöffnungen im Einspannbereich
sowie im Zentrum am Membrankern flüssigkeitsund gasdicht miteinander verbunden. Die
übrigen einander zugewandten Flächen der übereinanderliegend angeordneten Membranlagen
sind nicht notwendigerweise fest miteinander verbunden. Vorzugsweise liegen sie ohne
feste Verbindung aufeinander. Alternativ können die einander zugewandten Flächen z.B.
mittels Vulkanisations- oder Klebetechnik abschnittsweise oder punktuell fest miteinander
verbunden sein. Zwischen den Membranlagen herrscht erfindungsgemäß atmosphärischer
oder unteratmosphärischer Druck, so daß die einander zugewandten Innenflächen der
Membranlagen im Arbeitsbetrieb flächig aufeinander liegen.
[0009] Bei einer Verletzung einer der übereinanderliegend angeordneten Membranlagen während
des Betriebes dringt Förder- oder Hydraulikflüssigkeit in den Zwischenraum zwischen
den aufeinanderliegenden Membranlagen ein, wodurch sich der Druck innerhalb dieses
Zwischenraums von atmosphärischem bzw. unteratmosphärischem Druck erhöht bis auf den
Druck in der Förder- bzw. Hydraulikflüssigkeit. Weil die übereinanderliegend angeordneten
Membranlagen nicht vollflächig fest miteinander verbunden sind, kann sich der Druck
bzw. eindringende Flüssigkeit zwischen den Membranlagen bis hin zu dem Sensorbereich
der erfindungsgemäßen Membran ausbreiten. Der Abschnitt des Sensorbereiches der erfindungsgemäßen
Membran ist so ausgebildet, daß die Membranlagen in diesem Abschnitt dem erhöhten
Druck weniger Widerstand entgegensetzen und sich leichter deformieren als die Membranlagen
in den übrigen Abschnitten der Membran. Bei einem Membranbruch und einer damit einhergehenden
Druckerhöhung zwischen den Membranlagen wird der Abschnitt des Sensorbereiches unter
Vergrößerung des Abstandes zwischen den einander gegenüberliegenden Flächen der Membranlagen
auseinandergedrückt. Um dies zu verwirklichen, sind bei einer bevorzugten Ausführungsform
der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran die Membranlagen in dem Abschnitt des Sensorbereiches
mit einer geringeren Materialdicke ausgebildet als in den übrigen Abschnitten der
Membran. Bei einer alternativen Ausführungsform weist das Material der Membranlagen
in dem Abschnitt des Sensorbereiches eine höhere Elastizität auf als in den übrigen
Abschnitten der Membran. Beide Merkmale können auch gleichzeitig realisiert sein.
Die Feststellung eines Membranbruchs erfolgt erfindungsgemäß mittels eines Sensors,
der die Aufweitung bzw. Vergrößerung des Abstandes zwischen den Membranlagen aufgrund
der Druckerhöhung zwischen den Membranlagen feststellt. Bei einer besonders bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung ist hierfür auf einer Seite außerhalb der übereinanderliegend
angeordneten Membranlagen an dem Sensorbereich ein Sensor angeordnet, welcher auf
eine Deformation der Membranlagen in dem Abschnitt des Sensorbereiches anspricht,
d. h. die Ausdehnung der Membran im Sensorbereich mechanisch aufnimmt und in Form
eines Signals weiterleitet. Zweckmäßigerweise liegt der dem Sensor gegenüberliegende
Abschnitt der Membran im Sensorbereich an einer Gegenfläche an, so daß die Ausdehnung
der Membran im Sensorbereich bei einem Bruch der Membran nur in einer Richtung, nämlich
in Richtung des Sensors erfolgt.
[0010] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran
sind die übereinanderliegend angeordneten einzelnen Membranlagen einstückig mittels
Kunststoffformtechnik, Vulkanisationstechnik oder Klebetechnik als abgeschlossene
und in sich hermetisch dichte Einheit ausgebildet.
[0011] Bei einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran
ist wenigstens die mit dem zu fördernden Medium in Berührung kommende Membranlage
mit einer gegenüber dem zu fördernden Medium beständigen Beschichtung oder Folie überzogen.
Als besonders vorteilhaft hat sich eine Beschichtung mit Polytetrafluorethylen (PTFE)
erwiesen.
[0012] Bei einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist wenigstens eine
der einander zugewandten Flächen der übereinanderliegend angeordneten Membranlagen
mit einer Beschichtung oder Folie, vorzugsweise einer PTFE-Schicht, überzogen. Hierdurch
wird gewährleistet, daß die übereinanderliegend angeordneten Membranlagen nicht miteinander
verschmelzen, verkleben oder anderweitig fest aneinander haften und dadurch die Ausbreitung
der Druckerhöhung im Falle eines Membranbruchs im Betrieb gestört oder verhindert
würde.
[0013] Während des Pumpbetriebs wird der Arbeitsbereich der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran
mit hoher Frequenz abwechselnd auf- und abwärts bewegt, wogegen der Einspannbereich
in einer festen Position verbleibt. Der Übergang vom Einspannbereich zum Arbeitsbereich,
an dem der Arbeitsbereich an dem Einspannbereich angelenkt ist, ist daher besonders
hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Der Sensorbereich, in dem das Material
der Membranlagen bei einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung eine geringere
Materialdicke aufweist, erstreckt sich daher zweckmäßigerweise nicht bis direkt an
den Übergang zwischen Einspannbereich und Arbeitsbereich der Membran. Eine Schwächung
des Materials in diesem Übergangsbereich hätte einen schnelleren Verschleiß der Membran
und einen häufigeren Austausch zur Folge. Um dennoch eine sichere Ausbreitung eines
erhöhten Drucks aufgrund eines Membranbruchs zu gewährleisten, ist daher bei einer
bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran ein Verbindungskanal
vorgesehen, der sich vom Übergang zwischen Arbeitsbereich und Einspannbereich zum
Sensorbereich erstreckt. Besonders bevorzugt ist dieser Kanal in Form eines Druckrohres
ausgebildet. Das Druckrohr verhindert, daß die Membranlagen in diesem Abschnitt des
Einspannbereichs druckdicht zusammengequetscht werden und gewährleistet eine sichere
Druckausbreitung vom Übergang zwischen Einspannbereich und Arbeitsbereich in den Sensorbereich.
Weiterhin bevorzugt ist es, wenn zwischen den Membranlagen in der Nähe des Übergangsbereichs
zwischen Einspannbereich und Arbeitsbereich ein Hohlraum ausgebildet ist, in den sich
das eine Ende des Druckrohres erstreckt. Hierdurch wird gewährleistet, daß die Öffnung
des Druckrohrs nicht von dem Material der im Einspannbereich zusammengedrückten Membranlagen
verschlossen wird und so eine Ausbreitung des Drucks bei Membranbruch verhindert wird.
Der Hohlraum in der Nähe des Übergangsbereichs zwischen Einspannbereich und Arbeitsbereich
wird zweckmäßigerweise dadurch geschaffen, daß das Material der Membranlagen dort
eine geringere Materialdicke aufweist als in den übrigen Abschnitten der Membran.
Die Materialdicke in diesem Bereich sollte jedoch so gewählt werden, daß eine ausreichende
mechanische Stabilität am Übergang zwischen Einspannbereich und Arbeitsbereich gewährleistet
bleibt.
[0014] Weitere Vorteile, Merkmale und Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran
werden nun anhand der nachfolgenden Ausführungsbeispiele und der dazugehörigen Figuren
beschrieben.
- Figur 1
- zeigt einen Querschnitt einer erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran entlang der Linie
C-C aus Figur 4.
- Figur 2
- ist eine vergrößerte Darstellung des Sicherheitsbereichs der Membran aus Figur 1.
- Figur 3
- zeigt einen Querschnitt der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran entlang der Linie
D-D aus Figur 4.
- Figur 4
- zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran aus Figuren
1 bis 3 von unten.
- Figur 5
- zeigt eine Explosionsdarstellung der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran der Figuren
1 bis 4.
- Figur 6
- zeigt eine schematische Darstellung eines Sensors für die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran
im Querschnitt.
[0015] Die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran aus Figuren 1 bis 5 ist aus zwei übereinanderliegend
angeordneten Membranlagen 1 und 2 aufgebaut. In der Draufsicht weisen die Membranlagen
1 und 2 einen kreisförmigen Umfang auf. Vom Zentrum der Membranlagen 1 und 2 bis zu
einem Abstand, der bei dieser Ausführungsform etwa dem halben Radius der Membranlagen
entspricht, erstreckt sich der Arbeitsbereich A. An diesen Arbeitsbereich A schließt
sich der Einspannbereich E an, der sich bis zur Umfangskante der Membranlagen erstreckt.
[0016] Ein Membrankern 5 für die mechanische Auslenkung des Arbeitsbereichs der Sicherheitsmembran
bzw. für die Saughubunterstützung einer hydraulisch angetriebenen Sicherheitsmembran
ist im Zentrum des Arbeitsbereichs der Membran fest mit den Membranlagen verbunden.
Bei der vorliegenden Ausführungsform ist der Membrankern 5 im wesentlichen stempelförmig
und weist einen im wesentlichen zylindrischen Führungsstab mit Befestigungselementen
für den Eingriff mit einer Vorrichtung zur Betätigung des Membrankerns auf. An dem
mit den Membranlagen verbundenen Ende des im wesentlichen zylindrischen Stabes weist
der Membrankern 5 eine im wesentlichen kreisscheibenförmige Verbreiterung auf, die
für die Befestigung des Membrankerns an den Membranlagen von dem Material den Membranlagen
1 und 2 formschlüssig umgriffen wird. Für eine Absicherung bzw. Unterstützung der
Verbindung zwischen den Membranlagen 1 und 2 im Kernbereich, die im Falle eines Membranbruchs
und infolge der auftretenden Druckerhöhung zwischen den Membranlagen stark auf Zug
belastet wird, kann zusätzlich eine Stützscheibe 5' vorgesehen sein. Ein Sicherungsring
5" hält die Stützscheibe 5' an dem Membrankern 5 in ihrer Position.
[0017] Im Einspannbereich E weisen die Membranlagen 6 Befestigungsbohrungen 3 auf, die für
einen Durchtritt entsprechender Befestigungsbolzen zur Befestigung der Membran in
einem Pumpengehäuse vorgesehen sind.
[0018] Die Membranlagen der in den Figuren 1 bis 5 dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen
Sicherheitsmembran sind an allen Kantenbereichen fest gegen ein Eindringen von Flüssigkeit
und/oder Gas miteinander verbunden, d. h. an den Umfangskanten der kreisförmigen Membranlagen,
an den Kanten der Befestigungsbohrungen 3 und an den Kanten der Durchgangsöffnung
für den Membrankern 5.
[0019] Die Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran gemäß den Figuren 1
bis 5 weist einen Sensorbereich S im Einspannbereich E auf. Es ist jedoch klar, daß
die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran auch zwei oder mehr solcher Sensorbereiche
umfassen kann. Die Draufsicht auf Figur 4 zeigt, daß der Sensorbereich S bei der dargestellten
bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran ein im wesentlichen
kreisförmiger Bereich im Einspannbereich der Membran ist. Der Sensorbereich S kann
in der Draufsicht jedoch auch andere Formen aufweisen, wie eine ovale oder mehreckige
Form.
[0020] Bei der dargestellten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran ist
das Material der Membranlagen 1 und 2 im Sensorbereich S mit einer geringeren Materialdicke
ausgebildet als in den übrigen Abschnitten der Membran. Hierdurch wird gewährleistet,
daß sich die Membranlagen in dem Abschnitt des Sensorbereiches S bei Erhöhung des
Drucks zwischen den Membranlagen 1 und 2 aufgrund eines Membranbruchs in dem Abschnitt
des Sensorbereichs leichter deformieren als in den übrigen Abschnitten der Membran.
Bei dieser Deformation wird der Abstand zwischen den Membranlagen im Sensorbereich
vergrößert und ein Druck auf einen entsprechenden Sensor ausgeübt, der dann den Membranbruch
anzeigt. Aufgrund der geringeren Materialdicke der Membranlagen 1 und 2 im Sensorbereich
S ist in dem Sensorbereich zwischen den Membranlagen ein Hohlraum 10 vorgesehen. Ein
Druckrohr 11 erstreckt sich von diesem Hohlraum 10 im Sensorbereich S durch einen
Abschnitt des Einspannbereichs mit größerer Materialdicke bis zu einem weiteren Hohlraum
12, der in der Nähe des Übergangs 6 zwischen Einspannbereich E und Arbeitsbereich
A ausgebildet ist. Das Druckrohr 11 gewährleistet eine sichere Ausbreitung von erhöhtem
Druck zwischen den Membranlagen, der aufgrund eines Membranbruchs und dem Eindringen
von Flüssigkeit oder Gas zwischen den Membranlagen 1 und 2 entsteht. Das Vorsehen
des Hohlraums 12 in der Nähe des Übergangs 6 gewährleistet, daß das in diesen Hohlraum
12 mündende Ende des Druckrohres 11 nicht von Material der Membran verschlossen wird,
das aufgrund des Einspannens der Membran in einem Pumpengehäuse im Einspannbereich
zusammengequetscht wird. Anstelle eines Druckrohres kann auch eine Gewebe oder ein
Formteil mit Durchtrittskanälen verwendet werden.
[0021] Mit Ausnahme der oben beschriebenen fest miteinander verbundenen Kantenbereiche liegen
die Membranlagen 1 und 2 ohne feste Verbindung aufeinander. Zwischen den Membranlagen
1 und 2 herrscht atmosphärischer oder unteratmosphärischer Druck, um die Membranlagen
unter normalen Arbeitsbedingungen, d. h. wenn kein Membranbruch vorliegt, in engem
Kontakt zueinander zu halten.
[0022] Bei der bevorzugten Ausführungsform der erfindungsgemäßen Sicherheitsmembran gemäß
den Figuren 1 bis 5 ist die Unterseite der Membranlage 2, die dem Fördermedium zugewandt
ist, mit einer PTFE-Folie überzogen. Hierdurch wird das Material der Membranlage vor
einem Angriff durch aggressive Fördermedien geschützt. Das Vorsehen dieser schützenden
PTFE-Folie 16 erlaubt es, das Material der Membranlagen nach den Anforderungen der
mechanischen Beanspruchung beim Pumpen auszuwählen, ohne hierbei einen Kompromiß hinsichtlich
der chemischen Beständigkeit eingehen zu müssen. Anstelle der PTFE-Folie kann auch
jedes andere chemisch und/oder mechanisch dem Fördermedium widerstehende Material
eingesetzt werden. Beispiele für geeignete Schutzfolien sind dem Fachmann auf dem
Gebiet bekannt.
[0023] Die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran gemäß den Figuren 1 bis 5 weist weiterhin
eine PTFE-Folie 15 zwischen den Membranlagen 1 und 2 auf. Diese PTFE-Folie 15 verhindert,
daß das Material der Membranlagen z. B. aufgrund von starker Wärmeentwicklung während
des Arbeitsbetriebs miteinander verklebt und dadurch eine Ausbreitung von Druck zwischen
den Membranlagen bei einem Membranbruch verhindert wird. Des weiteren weist die Membranlage
1 im Sensorbereich S eine weitere PTFE-Scheibe 13 auf, die ein Verkleben der Membranlagen
im Sensorbereich verhindert.
[0024] Im Sensorbereich S ist auf der Außenseite der dem Sensor zugewandten Membranlage
2 eine Sensorkontaktfläche 14 vorgesehen, an welcher ein Sensor mit dem Sensorbereich
S der Sicherheitsmembran in Berührung gebracht wird. Bei einem Membranbruch und einer
Ausdehnung bzw. Erhöhung des Abstands zwischen den Membranlagen im Sensorbereich S
wölbt sich das Material der unteren Membranlage 2 zusammen mit der Sensorkontaktfläche
14 nach außen und betätigt den Sensor. Der gegenüberliegende Abschnitt der Membranlage
1 im Sensorbereich S, an dem bei der dargestellten Ausführungsform kein Sensor vorgesehen
ist, liegt vorzugsweise an einer festen Gegenfläche an. Hierdurch wird gewährleistet,
daß sich die gesamte Ausdehnung der Membranlagen im Sensorbereich S vollständig in
Richtung des an der unteren Membranlage 2 angeordneten Sensors erstreckt.
[0025] Figur 6 zeigt eine abgebrochene Darstellung der erfindungsgemäßen Membran aus den
Figuren 1 bis 5 in einem Pumpengehäuse 19 mit einem Sensor 20 für das Erfassen einer
Ausdehnung der Membranlagen im Sensorbereich S im Falle eines Membranbruchs.
[0026] Der Einspannbereich E der erfindungsgemäßen Membran ist fest in dem Pumpengehäuse
19 zwischen Gehäuseteilen 19' und 19" eingespannt. Das Pumpengehäuse 19 weist in dem
Abschnitt, in dem bei eingebauter Membran der Sensorbereich S angeordnet ist, im Gehäuseteil
19" einen kegelförmigen Ausdehnungshohlraum 18 auf. An dem Gehäuseteil 19" ist ein
Sensor 20 angeordnet. Ein Betätigungskolben 21 des Sensors 20 erstreckt sind durch
eine Bohrung des Gehäuseteils 19" in den Ausdehnungshohlraum 18 und liegt an der Sensorkontaktfläche
14 im Sensorbereich der Sicherheitsmembran an. Auf der gegenüberliegenden Seite der
Membran weist das Gehäuseteil 19' des Pumpengehäuses 19 eine feste Gegenfläche 17
auf, die eine Ausdehnung des Sensorbereiches in Richtung des Gehäuseteils 19' verhindert.
Eine Ausdehnung der Membranlagen im Falle eines Membranbruchs und einer Druckerhöhung
zwischen den Membranlagen 1 und 2 im Sensorbereich S erfolgt somit ausschließlich
in Richtung des Sensors in den hierfür vorgesehenen Ausdehnungshohlraum 18 unter Ausübung
eines Drucks auf den Betätigungskolben 21. Dabei wird der Betätigungskolben 21 in
Richtung des Sensors bewegt und betätigt dabei einen Schalter 22, der wiederum mit
einer Anzeigevorrichtung (nicht dargestellt) für das Anzeigen eines Membranbruchs
verbunden ist.
[0027] Unabhängig davon, ob ein Bruch der Membranlage 2 auf Seiten des Fördermediums oder
der Membranlage 1 auf der gegenüberliegenden Seite erfolgt, kann die erfindungsgemäße
Sicherheitsmembran noch für einen gewissen Zeitraum in einem "Notbetrieb" weiter verwendet
werden, da die jeweils nicht gebrochene Membranlage ein Hindurchtreten von Fördermedium
oder Hydraulikflüssigkeit durch die gesamte Membran hindurch verhindert. Die erfindungsgemäße
Sicherheitsmembran gewährleistet, daß ein Membranbruch festgestellt wird, bevor Flüssigkeit
durch die Membran hindurchtreten und entweder das Fördermedium oder eine gegebenenfalls
vorgesehene Hydraulikflüssigkeit verunreinigen kann. Die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran
kann hinsichtlich ihrer Formgebung und äußeren Abmessungen wie herkömmliche Membranen
hergestellt werden, so daß sie ohne großen Mehraufwand in vorhandene Pumpengehäuse
eingesetzt werden kann. Es ist lediglich am Pumpengehäuse eine zusätzliche Bohrung
für das Einsetzen eines Sensors vorzusehen. Die erfindungsgemäße Sicherheitsmembran
erfordert auch einen erheblich geringeren Wartungsaufwand als bekannte Sicherheitsmembrane,
die einen Membranbruch anzeigen sollen.
1. Sicherheitsmembran für eine Membranpumpe mit wenigstens zwei übereinanderliegend angeordneten
Membranlagen (1, 2) mit im wesentlichen kreisförmigem Umfang, wobei
- die Membran vom äußeren Umfang aus in Richtung der Mitte einen in Umfangsrichtung
verlaufenden Einspannbereich (E) für die Befestigung der Membran in einer Pumpe und
einen sich daran anschließenden Arbeitsbereich (A) aufweist,
- die Membranlagen (1, 2) derart miteinander verbunden sind, dass sie gegen ein Eindringen
von Flüssigkeit und/oder Gas zwischen die Membranlagen dicht sind,
- in einem Abschnitt des Einspannbereiches (E) der Membran ein Sensorbereich (S) vorgesehen
ist,
- zwischen den Membranlagen (1, 2) atmosphärischer oder unteratmosphärischer Druck
herrscht,
- die Membranlagen (1, 2) in dem Abschnitt des Sensorbereiches (S) so ausgebildet
sind, dass sie sich bei Erhöhung des Drucks zwischen den Membranlagen (1, 2) in dem
Abschnitt des Sensorbereiches (S) unter Vergrößerung des Abstandes zwischen den Membranlagen
leichter deformieren als in den übrigen Abschnitten der Membran.
2. Sicherheitsmembran nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass an dem Sensorbereich (S) der Membran ein Sensor angeordnet ist, welcher auf eine
Deformation der Membranlagen (1, 2) in dem Abschnitt des Sensorbereiches (S) anspricht.
3. Sicherheitsmembran nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Membranlagen (1, 2) in dem Abschnitt des Sensorbereiches (S) eine geringere Materialdicke
aufweisen als in den übrigen Abschnitten der Membran.
4. Sicherheitsmembran nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Membranlagen (1, 2) in dem Abschnitt des Sensorbereiches (S) eine höhere Elastizität
aufweisen als in den übrigen Abschnitten der Membran.
5. Sicherheitsmembran nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die einander zugewandten Innenflächen der Membranlagen (1, 2) in dem Abschnitt des
Sensorbereiches (S) unter Ausbildung eines Hohlraumes einen Abstand zueinander aufweisen.
6. Sicherheitsmembran nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Membran im Zentrum des Arbeitsbereichs einen Membrankern (5) aufweist, mit dem
die Membranlagen (1, 2) vorzugsweise formschlüssig dicht verbunden sind.
7. Sicherheitsmembran nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass am Membrankern weiterhin eine Stützscheibe (5') vorgesehen ist.