[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer direkteinspritzenden
Benzin-Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs. Bei dem Verfahren wird
Benzin in einen Brennraum der Brennkraftmaschine direkt eingespritzt und ein Zündfunke
in dem Brennraum gezündet.
[0002] Die Erfindung betrifft außerdem ein Speicherelement für ein Steuergerät einer direkteinspritzenden
Benzin-Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs. Auf dem Speicherelement
ist ein Computerprogramm abgespeichert, das auf einem Rechengerät, insbesondere auf
einem Mikroprozessor, ablauffähig ist. Das Speicherelement ist bspw. als ein Read-Only-Memory,
ein Random-Access-Memory oder als ein Flash-Memory ausgebildet.
[0003] Die vorliegende Erfindung betrifft des Weiteren ein Computerprogramm, das auf einem
Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor, ablauffähig ist.
[0004] Schließlich betrifft die Erfindung ein Steuergerät für eine direkteinspritzende Benzin-Brennkraftmaschine
insbesondere eines Kraftfahrzeugs. Das Steuergerät dient zur Steuerung der Einspritzung
von Benzin in einen Brennraum der Brennkraftmaschine.und der Zündung eines Zündfunkens
in dem Brennraum.
Stand der Technik
[0005] Bei aus dem Stand der Technik bekannten direkteinspritzenden Benzin-Brennkraftmaschinen
wird Benzin direkt in den Brennraum eines Zylinders der Brennkraftmaschine eingespritzt.
Das in dem Brennraum komprimierte Benzin-Luft-Gemisch wird anschließend durch Zünden
eines Zündfunkens in dem Brennraum entzündet. Das Volumen des entzündeten Benzin-Luft-Gemisches
dehnt sich explosionsartig aus und versetzt einen in dem Zylinder hin- und herbewegbaren
Kolben in Bewegung. Die Hin- und Herbewegung des Kolbens wird auf eine Kurbelwelle
der Brennkraftmaschine übertragen.
[0006] Direkteinspritzende Brennkraftmaschinen können in verschiedenen Betriebsarten betrieben
werden. Als eine erste Betriebsart ist ein sog. Schichtbetrieb bekannt, der insbesondere
bei kleineren Lasten verwendet wird. Als eine zweite Betriebsart ist ein sog. Homogenbetrieb
bekannt, der bei größeren, an der Brennkraftmaschine anliegenden Lasten zur Anwendung
kommt. Die verschiedenen Betriebsarten unterscheiden sich insbesondere in dem Einspritzzeitpunkt
und der Einspritzdauer sowie in dem Zündzeitpunkt.
[0007] Im Schichtbetrieb wird das Benzin während der Verdichtungsphase der Brennkraftmaschine
in den Brennraum derart eingespritzt, dass sich im Zeitpunkt der Zündung eine Kraftstoffwolke
in unmittelbarer Umgebung einer Zündkerze befindet. Diese Einspritzung kann auf unterschiedliche
Weise erfolgen. So ist es möglich, dass die eingespritzte Kraftstoffwolke sich bereits
während bzw. unmittelbar nach der Einspritzung bei der Zündkerze befindet und von
dieser entzündet wird. Ebenfalls ist es möglich, dass die eingespritzte Kraftstoffwolke
durch eine Ladungsbewegung zu der Zündkerze geführt und dann erst entzündet wird.
Bei beiden Brennverfahren liegt keine gleichmäßige Kraftstoffverteilung in dem Brennraum
vor, sondern eine Schichtladung.
[0008] Der Vorteil des Schichtbetriebs liegt darin, dass mit einer sehr geringen Kraftstoffmenge
die anliegenden kleineren Lasten von der Brennkraftmaschine ausgeführt werden können.
Größere Lasten können allerdings nicht durch den Schichtbetrieb erfüllt werden.
[0009] In dem für derartige große Lasten vorgesehenen Homogenbetrieb wird das Benzin während
der Ansaugphase der Brennkraftmaschine eingespritzt, so dass eine Verwirbelung und
damit eine Verteilung des Benzins in dem Brennraum noch vor der Zündung noch ohne
Weiteres erfolgen kann. Insoweit entspricht der Homogenbetrieb in etwa der Betriebsweise
von Brennkraftmaschinen, bei denen in herkömmlicher Weise Kraftstoff in das Ansaugrohr
eingespritzt wird. Bei Bedarf kann auch bei kleineren Lasten der Homogenbetrieb eingesetzt
werden.
[0010] Im Schichtbetrieb wird eine Drosselklappe in einem zu dem Brennraum führenden Ansaugrohr
weit geöffnet und die Verbrennung wird im Wesentlichen nur durch die einzuspritzende
Kraftstoffmasse gesteuert und/oder geregelt. Im Homogenbetrieb wird die Drosselklappe
in Abhängigkeit von dem angeforderten Moment geöffnet bzw. geschlossen und die einzuspritzende
Kraftstoffmasse wird in Abhängigkeit von der angesaugten Luftmasse gesteuert und/oder
geregelt.
[0011] In beiden Betriebsarten, also im Schichtbetrieb und im Homogenbetrieb, wird die einzuspritzende
Kraftstoffmasse zusätzlich in Abhängigkeit von einer Mehrzahl weiterer Betriebsgrößen
auf einen im Hinblick auf Kraftstoffeinsparung, Abgasreduzierung, Lärmverminderung
und dergleichen optimalen Wert gesteuert und/oder geregelt. Die Steuerung und/oder
Regelung ist dabei in den beiden Betriebsarten unterschiedlich.
[0012] Bei strahlgeführten BDE-Brennverfahren im Schichtbetrieb ist es sinnvoll, unmittelbar
vor einer Einspritzdüse, also an der Strahlwurzel, zu zünden. Das kann dadurch sicher
erreicht werden, dass die Funkenstrecke einer Zündkerze im Bereich der Strahlwurzel
angeordnet ist und der Zündfunke zu einem Zeitpunkt brennt, zu dem das geometrische
Strahlende des eingespritzten Benzinstrahls die Funkenstrecke passiert. Da beim strahlgeführten
BDE-Brennverfahren sehr spät eingespritzt wird, der Kolben sich also schon nahe des
oberen Totpunktes befindet, ist die Dichte des in dem Brennraum befindlichen Benzin-Luft-Gemisches
sehr hoch. Das hat einen hohen Zündspannungsbedarf, typischerweise etwa 25 kV bei
einem Elektrodenabstand von 1 mm, zur Folge. Elektrodenabstände von deutlich mehr
als 1 mm sind mit einer heute zur Verfügung stehenden Zündspannung von etwa 30 kV
nicht realisierbar.
[0013] Es besteht jedoch insbesondere bei dem strahlgeführten BDE-Brennverfahren der Wunsch,
Elektrodenabstände von deutlich mehr als 1 mm, z. B. von 5 mm oder mehr, realisieren
zu können, um z. B. eine Vielzahl von Einzelstrahlen einer Mehrlochdüse gemeinsam
oder um einmal quer durch die Strahlwurzel des Einspritzstahls zünden zu können. Derart
große Elektrodenabstände würden zum Entzünden des Benzin-Luft-Gemisches jedoch Zündspannungen
von deutlich mehr als 50 kV erfordern, die aus Gründen der Baugröße, des erforderlichen
Isolationsaufwandes sowie der hohen Kosten nicht realisierbar sind.
[0014] Der vorliegenden Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, die sichere und zuverlässige
Entzündung eines Benzin-Luft-Gemisches in einem Brennraum einer direkteinspritzenden
Brennkraftmaschine bei einer relativ niedrigen.Zündspannung mit einer Zündkerze mit
einem deutlich erhöhten Elektrodenabstand zu ermöglichen.
[0015] Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung ausgehend von dem Verfahren zum Betreiben
einer direkteinspritzenden Benzin-Brennkraftmaschine der eingangs genannten Art vor,
dass der Zündfunke vor dem Beginn der Einspritzung gezündet und eine Funkendauer bis
über das Ende der Einspritzung hinaus anhält.
Vorteile der Erfindung
[0016] Erfindungsgemäß wird der Zündfunke zu einem so frühen Zeitpunkt gezündet, dass die
an der Zündkerze anliegende Zündspannung trotz eines großen Elektrodenabstandes aufgrund
der dann noch relativ niedrigen Dichte in dem Brennraum ausreicht. Zum Zeitpunkt der
Zündung des Zündfunkens befindet sich der Kolben noch relativ weit von seinem oberen
Totpunkt entfernt und das in dem Brennraum enthaltene Volumen ist noch nicht besonders
stark komprimiert. Der Zündfunke wird dann bis über das Ende der danach erfolgenden
Einspritzung hinaus brennen. Da die Brennspannung einer Zündkerze deutlich niedriger
als die Zündspannung ist, reicht die an der Zündkerze anliegende herkömmliche Spannung
von etwa 30 kV trotz des deutlich vergrößerten Elektrodenabstandes aus, um den Funken
zu stärken und danach bei zunehmender Dichte brennen zu lassen.
[0017] Erfindungsgemäß ist erkannt worden, dass insbesondere bei einem strahlgeführten Brennverfahren
im Schichtbetrieb der für eine erfolgreiche Entflammung des Benzin-Luft-Gemisches
erforderliche "physikalische" Zeitbereich eng an das Ende der Einspritzung gekoppelt
ist, da das Gemisch nur dann erfolgreich durchbrennen kann, wenn das Strahlende angezündet
wird. Dies bedeutet, dass es lediglich wichtig ist, diesen "physikalischen" Zeitbereich
von der Brenndauer des Zündfunkens abzudecken. Es ist jedoch ohne Bedeutung, wenn
der Zündfunke deutlich früher gezündet wird oder bis deutlich später brennt. Die thermodynamisch
relevante zeitliche Lage des Schwerpunkts der Verbrennung ist also insbesondere abhängig
von dem Beginn und der Dauer der Einspritzung.
[0018] Die für die Verbrennung des Benzin-Luft-Gemisches erforderliche Temperatur wird nicht
innerhalb kürzester Zeit, durch einen kurzzeitig anliegenden Zündfunken aufgebracht.
Vielmehr akkumuliert sich die erforderliche Zündenergie über einen längeren Zeitraum
hinweg, nämlich von der Zündung des Zündfunken vor dem Beginn der Einspritzung bis
zum Erreichen des "physikalischen" Zeitbereichs im Anschluss an das Ende der Einspritzung.
[0019] Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass die
Brennkraftmaschine in einem Schichtbetrieb betrieben wird. Des Weiteren wird vorgeschlagen,
dass die Brennkraftmaschine strahlgeführt betrieben wird. Zusätzliche Informationen
zu dem strahlgeführten BDE-Brennverfahren können dem "Kraftfahrtechnischen Taschenbuch/Bosch"
22. Aufl., Springer-Verlag, 1998, S. 369 entnommen werden. Auf diese Veröffentlichung
wird ausdrücklich Bezug genommen.
[0020] Gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der vorliegenden Erfindung wird vorgeschlagen,
dass die Funkendauer anhält, bis das geometrische Ende eines Einspritzstrahls die
Zündstelle passiert hat. Gemäß dieser Weiterbildung wird der Tatsache Rechnung getragen,
dass das Benzin-Luft-Gemisch nur dann erfolgreich durchbrennen kann, wenn das Strahlende
angezündet wird. Wann das Strahlende die Zündstelle passiert hat, kann bspw. mittels
einer in den Brennraum ragenden Ionenstromsonde ermittelt werden. Weitere Informationen
zu dem Ionenstrommessverfahren können dem "Kraftfahrtechnischen Taschenbuch/Bosch",
aaO., S. 442 entnommen werden. Auf diese Veröffentlichung wird ausdrücklich Bezug
genommen.
[0021] Von besonderer Bedeutung ist die Realisierung des erfindungsgemäßen Verfahrens in
der Form eines Speicherelements, das für ein Steuergerät einer direkteinspritzenden
Benzin-Brennkraftmaschine insbesondere eines Kraftfahrzeugs vorgesehen ist. Dabei
ist auf dem Speicherelement ein Computerprogramm abgespeichert, das auf einem Rechengerät,
insbesondere auf einem Mikroprozessor, ablauffähig und zur Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens geeignet ist. In diesem Fall wird also die Erfindung durch ein auf dem
Speicherelement abgespeichertes Computerprogramm realisiert, so dass dieses mit dem
Computerprogramm versehene Speicherelement in gleicher Weise die Erfindung darstellt
wie das Verfahren, zu dessen Ausführung das Computerprogramm geeignet ist. Als Speicherelement
kann insbesondere ein elektrisches Speichermedium zur Anwendung kommen, bspw. ein
Read-Only-Memory, ein Random-Access-Memory oder ein Flash-Memory.
[0022] Die Erfindung betrifft auch ein Computerprogramm der eingangs genannten Art, das
zur Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens geeignet ist, wenn es auf dem Rechengerät
abläuft. Besonders bevorzugt ist dabei, wenn das Computerprogramm auf einem Speicherelement,
insbesondere auf einem Flash-Memory, abgespeichert ist.
[0023] Als eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung wird ausgehend von
dem Steuergerät für eine direkteinspritzende Benzin-Brennkraftmaschine der eingangs
genannten Art vorgeschlagen, dass das Steuergerät eine Zündung des Zündfunkens vor
dem Beginn der Einspritzung und eine Funkdauer bis über das Ende der Einspritzung
hinaus veranlasst.
[0024] Schließlich wird als noch eine weitere Lösung der Aufgabe der vorliegenden Erfindung
ausgehend von der direkteinspritzenden Benzin-Brennkraftmaschine der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, dass die Zündanlage den Zündfunken vor dem Beginn der Einspritzung
zündet und eine Funkendauer bis über das Ende der Einspritzung hinaus liefert.
Zeichnungen
[0025] Weitere Merkmale, Anwendungsmöglichkeiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich
aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen der Erfindung, die in
der Zeichnung dargestellt sind. Dabei bilden alle beschriebenen oder dargestellten
Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der Erfindung, unabhängig
von ihrer Zusammenfassung in den Patentansprüchen oder deren Rückbeziehung sowie unabhängig
von ihrer Formulierung bzw. Darstellung in der Beschreibung bzw. in der Zeichnung.
Es zeigen:
- Figur 1
- eine erfindungsgemäße direkteinspritzende BenzinBrennkraftmaschine gemäß einer bevorzugten
Ausführungsform;
- Figur 2
- ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß einer bevorzugten Ausführungsform;
- Figur 3
- einen zeitlichen Ablauf des erfindungsgemäßen Verfahrens aus Figur 2 in Abhängigkeit
von einer Drehwinkelstellung °KW einer Kurbelwelle der Brennkraftmaschine; und
- Figur 4
- eine Düse eines Einspritzventils der Brennkraftmaschine aus Figur 1 und einen von
dem Einspritzventil eingespritzten Einspritzstrahl.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
[0026] In Fig. 1 ist eine erfindungsgemäße direkteinspritzende Benzin-Brennkraftmaschine
1 eines Kraftfahrzeugs dargestellt, bei der ein Kolben 2 in einem Zylinder 3 hin-
und herbewegbar ist. Der Zylinder 3 ist mit.einem Brennraum 4 versehen, der unter
anderem durch den Kolben 2, ein Einlassventil 5 und ein Auslassventil 6 begrenzt ist.
Mit dem Einlassventil 5 ist ein Ansaugrohr 7 und mit dem Auslassventil ein Abgasrohr
8 gekoppelt.
[0027] Im Bereich des Einlassventils 5 und des Auslassventils 6 ragen ein Einspritzventil
9 und eine Zündkerze 10 in den Brennraum 4. Über das Einspritzventil 9 kann Benzin
in den Brennraum 4 eingespritzt werden. Mit der Zündkerze 10 kann das Benzin-Luft-Gemisch
in dem Brennraum 4 entzündet werden.
[0028] In dem Ansaugrohr 7 ist eine drehbare Drosselklappe 11 untergebracht, über die dem
Ansaugrohr 7 Luft zuführbar ist. Die Menge der zugeführten Luft ist abhängig von der
Winkelstellung der Drosselklappe 11. In dem Abgasrohr 8 ist ein Katalysator 12 untergebracht,
der der Reinigung der durch die Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches entstehenden
Abgase dient.
[0029] Der Kolben 2 wird durch die Verbrennung des Kraftstoff-Luft-Gemisches 4 in eine Hin-
und Herbewegung versetzt, die auf eine nicht dargestellte Kurbelwelle übertragen wird
und auf diese ein Drehmoment ausübt.
[0030] Ein Steuergerät 18 zur Steuerung und/oder Regelung der direkteinspritzenden Brennkraftmaschine
1 ist von Eingangssignalen 19 beaufschlagt, die mittels Sensoren gemessene Betriebsgrößen
der Brennkraftmaschine 1 darstellen. Bspw. ist das Steuergerät 18 mit einem Luftmassensensor,
einem Lambda-Sensor, einem Drehzahlsensor und dergleichen verbunden. Des Weiteren
ist das Steuergerät 18 mit einem Fahrpedalsensor verbunden, der ein Signal erzeugt,
das die Stellung eines von einem Fahrer betätigbaren Fahrpedals und damit das angeforderte
Drehmoment angibt. Das Steuergerät 18 erzeugt Ausgangssignale 20, mit denen über Aktoren
bzw. Steller das Verhalten der Brennkraftmaschine 1 beeinflusst werden kann. Bspw.
ist das Steuergerät 18 mit dem Einspritzventil 9 (Steuersignal EW), der Zündkerze
10 (Steuersignal ZV), der Drosselklappe 11 und dergleichen verbunden und erzeugt die
zu deren Ansteuerung erforderlichen Signale.
[0031] Unter anderem ist das Steuergerät 18 dazu vorgesehen, die Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine
1 zu steuern und/oder zu regeln. Bspw. wird die von dem Einspritzventil 9 in den Brennraum
4 eingespritzte Kraftstoffmasse von dem Steuergerät 18 insbesondere im Hinblick auf
einen geringen Kraftstoffverbrauch, eine geringe Schadstoffentwicklung und/oder eine
geringe Lärmverursachung gesteuert und/oder geregelt. Zu diesem Zweck ist das Steuergerät
18 mit einem Mikroprozessor 21 versehen, der in einem Flash-Memory 22 ein Computerprogramm
abgespeichert hat, das dazu geeignet ist, die genannte Steuerung und/oder Regelung
durchzuführen und das nachfolgend im Detail erläuterte erfindungsgemäße Verfahren
auszuführen.
[0032] Die Brennkraftmaschine 1 aus Fig. 1 kann in einer Vielzahl unterschiedlicher Betriebsarten
betrieben werden. So ist es möglich, die Brennkraftmaschine 1 in einem Homogenbetrieb,
einem Schichtbetrieb, einem homogenen Magerbetrieb oder dergl. zu betreiben. Im Homogenbetrieb
wird der Kraftstoff während der Ansaugphase von dem Einspritzventil 9 direkt in den
Brennraum 4 der Brennkraftmaschine 1 eingespritzt. Der Kraftstoff wird dadurch bis
zur Zündung noch weitgehend verwirbelt, so dass im Brennraum 4 ein im Wesentlichen
homogenes Kraftstoff-Luft-Gemisch entsteht. Das zu erzeugende Moment wird dabei im
Wesentlichen über die Stellung der Drosselklappe 11 von dem Steuergerät 18 eingestellt.
Im Homogenbetrieb werden die Betriebsgrößen der Brennkraftmaschine 1 derart gesteuert
und/oder geregelt, dass Lambda = 1 ist. Der Homogenbetrieb wird insbesondere bei Volllast
angewendet.
[0033] Der homogene Magerbetrieb entspricht weitgehend dem Homogenbetrieb, es wird jedoch
das Lambda auf einen Wert größer 1 eingestellt.
[0034] Im Schichtbetrieb wird der Kraftstoff während der Verdichtungsphase von dem Einspritzventil
9 direkt in den Brennraum 4 der Brennkraftmaschine 1 eingespritzt. Damit ist bei der
Zündung durch die Zündkerze 10 kein homogenes Gemisch im Brennraum 4 vorhanden, sondern
eine Kraftstoffschichtung. Die Drosselklappe 11 kann, abgesehen von Anforderungen
z. B. einer Abgasrückführung und/oder einer Tankentlüftung vollständig geöffnet und
die Brennkraftmaschine 1 damit entdrosselt betrieben werden. Das zu erzeugende Moment
wird im Schichtbetrieb weitgehend über die Kraftstoffmasse eingestellt. Mit dem Schichtbetrieb
kann die Brennkraftmaschine 1 insbesondere im Leerlauf und bei Teillast betrieben
werden.
[0035] Zwischen den genannten Betriebsarten der Brennkraftmaschine 1 kann hin- und her-
bzw. umgeschaltet werden. Derartige Umschaltungen werden von dem Steuergerät 18 durchgeführt.
[0036] An der Oberseite des Kolbens 2 ist eine Brennraummulde 23 vorgesehen. Das Einspritzventil
9 ist zentrisch zu der Brennraummulde 23 angeordnet und weist eine 6- bis 8-Loch-Düse
auf. Durch die Brennraummulde 23 und das besonders ausgebildete Einspritzventil 9
kann ein strahlgeführtes Brennverfahren realisiert werden. Die Brennkraftmaschine
1 wird im Schichtbetrieb betrieben. Das Benzin-Luft-Gemisch wird unmittelbar vor dem
Austritt des Einspritzventils 9, also an der Strahlwurzel, gezündet. Die Zündkerze
10 weist Elektroden auf, zwischen denen sich nach Zündung der Zündkerze 10 eine Funkenstrecke
ausbildet. Der Elektrodenabstand beträgt einige Millimeter, und liegt somit deutlich
oberhalb dem üblichen Elektrodenabstand von etwa 1 mm. Der relativ große Elektrodenabstand
hat den Vorteil, dass bei einem Einspritzventil 9 mit einer Mehrlochdüse viele Einzelstrahlen
gemeinsam gezündet werden können oder dass quer durch die Strahlwurzel eines Benzin-Einspritzstrahls
51 (vgl. Figur 4) gezündet werden kann. In Fig. 4 ist eine Einspritzdüse 52 des Einspritzventils
9 und der in den Brennraum 4 eingespritzte Benzin-Einspritzstrahl 51 mit seinem geometrischen
Strahlende 50 dargestellt. Die Funkenstrecke ist im Bereich der Strahlwurzel angeordnet.
Die Zündkerze 10 wird von dem Steuergerät 18 derart angesteuert, dass ein Zündfunke
vor Beginn der BenzinEinspritzung gezündet wird und die Funkenstrecke zumindest so
lange brennt, bis das geometrische Strahlende 50 (vgl. Figur 4) des Einspritzstrahls
51 die Funkenstrecke passiert hat.
[0037] Da früh, d.h. bei niedriger Dichte gezündet wird, reicht trotz des relativ großen
Elektrodenabstands eine herkömmliche Zündspannung von etwa 25 - 30 kV aus. Die Entflammung
wird gemäß der vorliegenden Erfindung dadurch erreicht, dass der von der Zündkerze
10 erzeugte Funken über einen relativ langen Zeitraum in dem Brennraum 4 brennt. Dieser
Zeitraum beginnt vor dem Beginn der Einspritzung und endet erst nach dem Ende der
Einspritzung. Für die Erzeugung der für die Entflammung des Benzin-Luft-Gemisches
erforderlichen Temperatur steht also ein relativ langer Zeitraum zur Verfügung. Durch
das Einspritzen des Benzins in den Brennraum 4 wird dann die Verbrennung ausgelöst.
[0038] In Fig. 3 ist der zeitliche Ablauf des Verfahrens aus Fig. 2 dargestellt. Mit 40
ist der Einspritzverlauf, mit 42 der Zündverlauf und mit 43 eine Drehwinkelstellung
°KW der Kurbelwelle der Brennkraftmaschine 1 bezeichnet. Die Brenndauer des Zündfunkens
ist mit 44 und die Einspritzdauer mit 45 bezeichnet. Bei einem strahlgeführten Brennverfahren
im Schichtbetrieb ist entscheidend für eine erfolgreiche Entflammung des Benzin-Luft-Gemisches
ein sog. "physikalischer" Zeitbereich t
phy, der eng an das Ende 41 der Einspritzung 45 gekoppelt ist. Das Benzin-Luft-Gemisch
kann nur dann erfolgreich durchbrennen, wenn das geometrische Strahlende 50 (vgl.
Fig. 4) angezündet wird. Das bedeutet, dass insbesondere der "physikalische" Zeitbereich
t
phy von der Brenndauer 44 der Funkenstrecke abgedeckt sein muss, was bei dem erfindungsgemäßen
Verfahren auch der Fall ist. Einen relativ geringen Einfluss auf die Verbrennung des
Benzin-Luft-Gemisches hat der Anfang und das Ende der Brenndauer 44, d. h. ob der
Zündfunke deutlich früher.als der physikalische Zeitbereich t
phy gezündet wird oder die Funkenstrecke bis deutlich später brennt. Die relativ lange
Brenndauer 44 wirkt sich jedoch vorteilhaft auf die Zündspannung für die Zündkerze
10 aus. Statt einer relativ hohen Zündspannung von bspw. 50 kV oder mehr, die nur
kurzzeitig an der Zündkerze 10 anliegt, reicht eine wesentlich niedrigere Spannung
von bspw. 25 bis 30 kV aus, um den Funken zu entzünden. Die niedrigere Brennspannung
von typisch < 2 KV liegt dafür aber für einen längeren Zeitraum an der Zündkerze 10.
[0039] Für die vorliegende Erfindung sind Zündanlagen besonders vorteilhaft, bei denen die
Brenndauer 44 des Zündfunkens bzw. der Funkenstrecke steuerbar ist. Solche Zündanlagen
sind bspw. Pulszugzündungen, Pulszugzündungen mit Energieübertrag in der Ladephase,
Wechselstromzündungen oder HF-Zündungen.
[0040] In Fig. 2 ist ein Ablaufdiagramm eines erfindungsgemäßen Verfahrens dargestellt.
Das Verfahren beginnt in einem Funktionsblock 30. In einem Funktionsblock 31 wird
ein Zündfunke von der Zündkerze 10 gezündet und am Brennen gehalten. In einem Funktionsblock
32 wird Benzin in den Brennraum 4 der Brennkraftmaschine 1 eingespritzt. Der Funktionsblock
32 umfasst die gesamte Benzineinspritzung, vom Anfang bis zum Ende. Nach dem Ende
der Einspritzung 45 wird in einem Funktionsblock 33 die Brenndauer 44 der Funkenstrecke
beendet. Vorzugsweise wird abgewartet, bis ein geometrisches Ende 50 des Einspritzstrahls
51 (vgl. Fig. 4) die Zündstelle passiert hat. In einem Funktionsblock 34 wird das
erfindungsgemäße Verfahren dann beendet.
1. Verfahren zum Betreiben einer direkteinspritzenden Benzin-Brennkraftmaschine (1) insbesondere
eines Kraftfahrzeugs, bei dem Benzin in einen Brennraum (4) der Brennkraftmaschine
(1) direkt eingespritzt und ein Zündfunke in dem Brennraum (4) gezündet wird, dadurch gekennzeichnet, dass der Zündfunke vor dem Beginn der Einspritzung (45) gezündet und die Funkendauer (44)
bis über das Ende der Einspritzung (45) hinaus anhält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkraftmaschine (1) in einem Schichtbetrieb betrieben wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkraftmaschine (1) strahlgeführt betrieben wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Funkendauer (44) anhält, bis das geometrische Ende (50) eines Einspritzstrahls
(51) die Zündstelle passiert hat.
5. Speicherelement (22), insbesondere Read-Only-Memory, Random-Access-Memory oder Flash-Memory,
für ein Steuergerät (18) einer direkteinspritzenden Benzin-Brennkraftmaschine (1)
insbesondere eines Kraftfahrzeugs, auf dem ein Computerprogramm abgespeichert ist,
das auf einem Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor (21), ablauffähig
und zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, geeignet ist.
6. Computerprogramm, das auf einem Rechengerät, insbesondere auf einem Mikroprozessor
(21), ablauffähig ist; dadurch gekennzeichnet, dass das Computerprogramm zur Ausführung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis
4 geeignet ist, wenn es auf dem Rechengerät abläuft.
7. Computerprogramm nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Computerprogramm auf einem Speicherelement (22), insbesondere auf einem Flash-Memory,
abgespeichert ist.
8. Steuergerät (18) für eine direkteinspritzende Benzin-Brennkraftmaschine (1) insbesondere
eines Kraftfahrzeugs zur Steuerung und/oder Regelung der Einspritzung von Benzin in
einen Brennraum (4) der Brennkraftmaschine (1) und der Zündung eines Zündfunkens in
dem Brennraum (4), dadurch gekennzeichnet, dass das Steuergerät (18) eine Zündung des Zündfunken vor dem Beginn der Einspritzung
(45) und eine Funkendauer (44) bis über das Ende der Einspritzung (45) hinaus veranlasst.
9. Direkteinspritzende Benzin-Brennkraftmaschine (1) insbesondere eines Kraftfahrzeugs,
wobei die Brennkraftmaschine (1) ein Kraftstoffeinspritzsystem zum direkten Einspritzen
von Benzin in einen Brennraum (4) der Brennkraftmaschine (1) und eine Zündanlage zum
Zünden eines Zündfunken in dem Brennraum (4) aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Zündanlage den Zündfunken vor dem Beginn der Einspritzung (45) zündet und eine
Funkendauer bis über das Ende der Einspritzung (45) hinaus liefert.
1. Method for operating a direct-injection petrol internal combustion engine (1), in
particular of a motor vehicle, in which petrol is injected directly into a combustion
chamber (4) of the internal combustion engine (1) and an ignition spark is ignited
in the combustion chamber (4), characterized in that the ignition spark is ignited before the injection (45) begins, and the spark duration
(44) lasts beyond the end of the injection (45).
2. Method according to Claim 1, characterized in that the internal combustion engine (1) is operated in a stratified mode.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterized in that the internal combustion engine (1) is operated in jet-controlled mode.
4. Method according to one of Claims 1 to 3, characterized in that the spark duration (44) lasts until the geometric end (50) of an injection jet (51)
has passed the ignition location.
5. Memory element (22), in particular read only memory, random access memory or flash
memory, for a control unit (18) of a direct-injection petrol internal combustion engine
(1), in particular of a motor vehicle, on which a computer program is stored, which
can run on a computer unit, in particular on a microprocessor (21), and is suitable
for carrying out a method according to one of Claims 1 to 4.
6. Computer program which can run on a computer unit, in particular on a microprocessor
(21), characterized in that the computer program is suitable for carrying out a method according to one of Claims
1 to 4 when it runs on the computer unit.
7. Computer program according to Claim 6, characterized in that the computer program is stored on a memory element (22), in particular on a flash
memory.
8. Control unit (18) for a direct-injection petrol internal combustion engine (1), in
particular of a motor vehicle, for controlling and/or regulating the injection of
petrol into a combustion chamber (4) of the internal combustion engine (1) and igniting
an ignition spark in the combustion chamber (4), characterized in that the control unit (18) causes the ignition spark to be ignited before the injection
(45) begins and causes the spark duration (44) to last beyond the end of the injection
(45).
9. Direct-injection petrol internal combustion engine (1), in particular of a motor vehicle,
the internal combustion engine (1) having a fuel injection system for the direct injection
of petrol into a combustion chamber (4) of the internal combustion engine (1) and
an ignition system for igniting an ignition spark in the combustion chamber (4), characterized in that the ignition system ignites the ignition spark before the injection (45) begins and
provides a spark duration which lasts beyond the end of the injection (45).
1. Procédé de gestion d'un moteur à combustion interne (1) à essence à injection directe,
notamment pour un véhicule automobile selon lequel l'essence est injectée directement
dans la chambre de combustion (4) du moteur à combustion interne (1) et on déclenche
une étincelle d'allumage dans la chambre de combustion (4),
caractérisé en ce qu'
on déclenche l'étincelle d'allumage avant le début de l'injection (45) et on maintient
la durée de l'étincelle (44) au delà de la fin de l'injection (45).
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que
le moteur à combustion interne (1) fonctionne en mode stratifié.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que
le moteur à combustion interne (1) travaille en mode de jet.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce que
la durée de l'étincelle (44) est maintenue jusqu'à ce que la fin géométrique (50)
d'un jet d'injection (51) passe le point d'allumage.
5. Elément de mémoire (22) notamment mémoire morte, mémoire vive ou mémoire flash pour
un appareil de commande (18) d'un moteur à combustion interne (1) à injection directe
d'essence, équipant notamment un véhicule automobile, dans lequel est enregistré un
programme d'ordinateur exécutable par un appareil de calcul, notamment un micro processeur
(21), pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une des revendications 1 à 4.
6. Programme d'ordinateur exécutable sur un calculateur notamment un micro processeur
(21),
caractérisé en ce que
le programme d'ordinateur est prévu pour exécuter un procédé selon l'une des revendications
1 à 4, sur un appareil de calcul.
7. Programme d'ordinateur selon la revendication 6,
caractérisé en ce qu'
il est enregistré dans un élément de mémoire (22) notamment une mémoire flash.
8. Appareil de commande (18) d'un moteur à combustion interne (1) à injection directe
d'essence, notamment d'un véhicule automobile, pour commander et/ou réguler l'injection
de l'essence dans la chambre de combustion (4) du moteur à combustion interne (1)
et l'allumage d'une étincelle d'allumage dans la chambre de combustion (4),
caractérisé en ce que
l'appareil de commande (18) produit l'allumage de l'étincelle d'allumage avant le
début de l'injection (45) et maintient la durée de l'étincelle (44) au delà de la
fin de l'injection (45).
9. Moteur à combustion interne (1) à injection directe d'essence, notamment d'un véhicule
automobile,
le moteur à combustion interne (1) ayant un système d'injection de carburant pour
l'injection directe d'essence dans la chambre de combustion (4) du moteur à combustion
interne (1) et une installation d'allumage pour allumer l'étincelle d'allumage dans
la chambre de combustion (4),
caractérisé en ce que
l'installation d'allumage allume l'étincelle d'allumage avant le début de l'injection
(45) et maintient la durée de l'étincelle au delà de la fin de l'injection (45).