[0001] Die Erfindung betrifft eine selbstansaugende Brandmeldeeinrichtung zur Überwachung
von technischen Anlagen, Gebäuden und Lagerbereichen auf Entstehung von Bränden gemäß
dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Unter selbstansaugenden Brandmeldeeinrichtungen sollen Brandmeldesysteme verstanden
werden, welche über ein oder mehrere Ansaugrohre verfügen deren Ansaugöffnungen Luftproben
aus den zu überwachenden Anlagen- oder Raumbereich entnehmen und den Branderkennungsdetektoren
zur Messung verschiedener Brandkenngrößen zuführen.
[0003] Als Ansaugmittel zur Erzeugung eines kontinuierlichen Luftstroms aus dem Überwachungsbereich
werden oft Lüfter oder Ventilatoren eingesetzt, verschiedentlich kommen aber auch
Kolben- oder Membranpumpen zum Einsatz.
[0004] Selbstansaugende Systeme kommen dann vorteilhaft zum Einsatz, wenn sich bei einem
Schwelbrand nur geringe Thermik entwickelt und Rauchpartikel nur sehr langsam den
Detektionsbereich der oft in größerer Entfernung angebrachten Branddetektoren erreichen.
Das ist besonders in größeren Räumen und Lagerbereichen der Fall. In klimatisierten
und zwangsbelüfteten Räumen wo z.T. wechselnde Luftströmungen und starke Verdünnungseffekte
auftraten, lassen sich selbstansaugende Systeme höherer Empfindlichkeit sehr vorteilhaft
für die Frühdetektion einsetzen.
[0005] Bei herkömmlichen Systemen, ohne Selbstansaugung, würde eine Alarmmeldung zu einem
recht späten Zeitpunkt ausgelöst und die anschließenden Brandbekämpfungsmaßnahmen
verzögert, was in Folge zu erheblich höheren Sach- und Personenschäden führen kann,
als das bei einer frühzeitigeren Alarmauslösung der Fall wäre.
[0006] Bei klimatisierten und zwangsbelüfteten Anlagen wo sich durch sich ändernde Luftströmungsverhältnisse
die thermische Konvektion in der Entstehungsphase eines Brandes kaum entwickeln kann,
ist mit Systemen ohne Ansaugung eine Früherkennung kaum zu realisieren.
[0007] Ein weiterer Vorteil von selbstansaugenden Systemen besteht darin, dass sich die
Ansaugöffnungen innerhalb bestimmter gefährdeter Anlagen bereiche, wie dem Gehäuse
eines elektrischen Schaltschrankes oder einer EDV-Anlage befinden können, so das die
Luftproben unmittelbar aus dem Gefährdungsbereich spezieller Anlagenobjekte entnommen
werden und zusammen erfaßt werden können.
Entstehungsbrände in Anlagenbereichen lassen sich dadurch frühzeitig detektieren und
geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen.
In Abhängigkeit von Wertkonzentration, Brandrisiko und Gesamt-Brandschutzkonzept kommen
bei besonderer wirtschaftlicher Bedeutung einer Brandfrüherkennung,
für selbstansaugende Systeme in der Regel nur hochsensible Detektoren zum Einsatz.
Optische Streulichtmeßsysteme als hochsensible Detektoren, haben sich dabei als gut
geeignet erwiesen, Rauchpartikel Produkte der thermischen Zersetzung, Ruß- oder Schwebeteilchen)
auch in geringsten Mengen nachweisen zu können.
[0008] Solche bekannten Systeme sind in zahlreichen Varianten verfügbar und verwenden meist
eine LED oder eine Laserdiode als Streulichtquelle.
Die von der Lichtquelle emittierten Lichtstrahlen durchlaufen dabei eine Meßstrecke
durch ein Probenvolumen und werden an vorhandenen Rauchpartikeln gestreut.
[0009] Das inhomogen verteilte Streulicht wird dann von einem oder mehreren Empfangselementen
(photoelektrische Detektoren) in eine meßbare elektrische Signale umgewandelt.
Dabei ist Intensität des Streuwinkels des gestreuten Lichts u. a. abhängig von der
Lichtwellenlänge,Größe und Form, sowie den optischen Eigenschaften der im Probenvolumen
vorhandenen Rauchpartikel.
Aus der Analyse der Signalen der in verschiedenen Streuwinkeln angeordneten Empfangselementen
lassen sich Rückschlüsse auf die Anzahl und der im Luftprobenvolumen vorhandenen Partikel
ziehen.
[0010] Neuere Entwicklungen zur Detektion auch kleinster Mengen von Rauchaerosolen in einem
angesaugten Probevolumen setzen zunehmend auf hochempfindliche und genauere lasergestützte
Meßsysteme.
Hochenergetische Laserstrahlung hat den Vorteil beim Auftreffen auf Rauchpartikel
höhere und damit besser detektierbare Streulichtintensitäten zu liefem. Durch die
spektrale Schmalbandigkeit des Lasers ist die Eindeutigkeit resultierender Meßwerte
in Bezug auf die zugrundeliegende Streulichttheorie gegeben.
Dabei wird ein oft erheblicher konstruktive Aufwand zur optimalen Kopplung des Laser-Meßsystems
mit der Luftprobenkammer und der Gaszuführung betrieben.
[0011] Nachteilig bei hochempfindlichen Systemen ist die Gefahr
von Fehlalarmen durch das unerwartete Auftreten nichtrelevante Brandkenngrößen (z.
B. Zigarettenrauch)
oder die Einwirkung von Stör- oder Täuschungsgrößen wie Feinststaub oder Wasserdampf
auf die Detektoren.
Grundsätzlich ist es für die Detektorsysteme oft schwierig bestimmte Störgrößen oder
zur Branderkennung nichtrelevante Partikel im Meßvolumen von zu detektierenden Rauchpartikeln
zu unterscheiden.
[0012] Daher werden in der Brandschutztechnik zahlreiche
Anstrengungen unternommen, Brandkenngrößen von Stör- oder Täuschungsgrößen zu unterscheiden,
um Fehlalarme möglichst auszuschließen.
Optische Streulichtmeßsysteme können ohne zusätzliche Maßnahmen besonders dort vorteilhaft
eingesetzt werden, wo nur in geringem Umfang mit Stör- oder Täuschungsgrößen zu rechnen
ist.
Das sind insbesondere klimatisierte- und Reinraumbereiche, EDV-Anlagen, Produktionseinrichtungen
der Halbleiter- und Biotechnologie sowie Telefon- und Kommunikationseinrichtungen.
Aus dem Gesagten wird deutlich, dass die Forderung nach immer empfindlicheren Detektorsystemen
zur Früherkennung von Bränden im Widerspruch zu den dann wachsenden Einfluß von Stör-
und Täuschungsgrößen steht.
[0013] In der DE19605637 C1 wird ein Verfahren zur Luftstromüberwachung und eine Vorrichtung
zum Erkennen von Bränden nach dem Prinzip der Luftprobenansaugung beschrieben.
Ober zwei Ansaugrohrsysteme werden repräsentative Teilmengen aus der Raumluft oder
Kühlluft eines zu überwachenden gefährdeten Bereichs entnommen und einem Detektor
zum Erkennen einer Brandkenngröße zugeführt.
[0014] Als wichtige Voraussetzung zur Früherkennung von Bränden wird die Erkennung von unerwünschten
Störungen im Ansaugsystem, beispielsweise
durch Verstopfungen der Ansaugöffnungen oder Brüche im Ansaugrohrsystem gewertet.
Dabei spielt die kontinuierliche Zuführung eines definierten Luftvotumens zur Melderkammer
eine wichtige Rolle.
Zur Lösung dieser Aufgabe wird die Verwendung von jeweils einem Luftstromsensor für
jede der beiden Ansaugleitungen vorgeschlagen, deren Ausgangssignale abgeglichen und
zur Überwachung des Luftstroms verwendet werden.
[0015] Als weitere Maßnahme zur sicheren Detektion einer Brandkenngroße wird die mögliche
Anordnung eines zweiten Detektors in einer zweiten Melderkammer des Brandmelders vorgeschlagen.
Nähere Angaben zu deren Art oder Verwendung
werden jedoch nicht gemacht.
[0016] Die meisten der bisher bekannt gewordenen Entwicklungen zu selbstansaugendenBrandmeldeeinrichtungen
haben es sich zu Ziel gesetzt, eine sichere Früherkennung von Bränden schon in der
Entstehungsphase zu erreichen.
[0017] Dazu wurden zahlreiche Verbesserungen in den Ansaugsystemen oder
in der Empfindlichkeit (Ansprechschwelle) der verwendeten (optischen) Detektoren vorgeschlagen.
Um eine Verbesserung der Empfindlichkeit von Detektorsystemen zu erreichen, und den
Einfluß von Stör- oder Täuschungsgrößen trotzdem gering zu halten wurden verschiedene
Vorschläge gemacht.
[0018] So ist aus der DE4231088 A1 Feueralarmsystem bekannt, welches einen nach dem Streulichtprinziep
arbeitenden Rauchdetektor umfaßt, dessen Streulichtempfänger in unterschiedlichen
Streuwinkeln positioniert sein können.
Um ein genaueres Bild der im Probevolumen befindlichen Partikel zu erhalten, wird
vorgeschlagen, das optischen Streulichtmeßsystem zusätzlich mit einem Polarisationsfilter
auszustatten und den Polarisationsgrad des gestreuten Lichts zu bestimmen.
Aus der eindeutigen Korrelation zwischen Polarisationsgrad und Streuwinkel läßt sich
dann auf einen bestimmten Rauchtyp schließen.
Durch experimentelle Versuche mit Testbränden wurden unterschiedliche Muster von Rauchtypen
mit Schwellwerten in Datenbanken gespeichert, die dann mit den Ergebnissen der Streulicht-
und Polarisationsmessung verglichen werden.
Aus dem Vergleich beider Rauchmuster sollen sich dann Hinweise auf den Feuertyp ergeben.
[0019] In der EP-A-1 006 5000 wird ein punktförmiger (point-type) Rauchmelder beschrieben,
der einen Rauchsensor und/oder einen Gassensor sowie eine Ansaugvorrichtung und einen
Strömungssensor enthält. Ziel dieser Schrift ist eine Lösung für minimale oder fehlende
Luftzirkulation in der unmittelbaren Umgebung (im Zentimeter bis Meter-Bereich) des
punktförmigen Brandmelders. Diese punktförmigen Melder haben einen eingeschränkten
Überwachungsbereich, der neben den physikalischen Grenzen zusätzlich durch die entsprechenden
nationalen Normen/Vorschriften vorgegeben wird. Somit ist zur Überwachung mehrerer
Räume oder von mehreren Objekten eine bestimmte Anzahl von Brandmeldem notwendig,
die alle eine entsprechende aufwendige Stromversorgung und ein Kommunikationsmedium
zur zentralen Kontrolleinheit benötigen.
[0020] Dieser Brandmelder mit einer integrierten Ansaugvorrichtung unterscheidet sich wesentlich
vom Gegenstand der vorliegenden Erfindung, denn sie entnimmt nicht wie die in dieser
Schrift beschriebene selbstansaugende Brandmeldeeinrichtung über ein oder mehrere
Ansaugrohre mit Ansaugöffnungen Luftproben.
Deshalb ist eine Vielzahl von Brandmeldem zur Detektion in verschiedenen Räumen/Objekten
notwendig. Insbesondere können nicht wie im Fall der in dieser Schrift beschriebenen
selbstansaugenden Brandmeldeeinrichtung Luftproben in unmittelbare Nähe des potentiellen
Brandherdes entnommen werden, der bis über einhundert Meter vom Brandmelder entfernt
sein kann.
[0021] Aus US-A 5 280 272 ist nicht zu entnehmen, daß die Streulicht-Messwerte von mindestens
2 Streuwinkeln gleichzeitig gemessen bzw. parallel erhalten werden. Nur die Verbindungslinien
der Abbildungen lassen einen solchen Schluß nicht zu. Stand der Technik ist, daß über
einen Multiplexer die einzelnen Messkanäle seriell erfaßt werden und damit eine Mikro
- bis Millisekunden Zeitversetzung der Erfassung der einzelnen Meßwerte besteht.
[0022] In der vorliegenden Patentanmeldung ist an mehreren Stellen auf die Bedeutung der
erfindungsgemäßen Gleichzeitigkeit der Messung hingewiesen worden. Im Gegensatz hierzu
wird in der Patentschrift US-A-5 280 272 auch explizit, das nacheinander Messen der
Streulichtsignale durch eine Drehvorrichtung des Empfängers in Betracht gezogen.
[0023] Auch bei dieser bekannten Brandmeldeeinrichtung sind keine Angaben zur sicheren Unterscheidung
zwischen immer vorhandenen Stör- und Täuschungsgrößen und den als Brandkenngröße in
Erscheinung tretenden Rauchpartikel zu finden.
[0024] Aus den bekannten Nachteilen des Standes der Technik leitet sich daher die Aufgabe
der vorliegenden Erfindung ab, eine Brandmeldeeinrichtung der gattungsgemäßen Art
zu schaffen, welche Entstehungsbrände an unterschiedlichen Orten durch eine einziges
Gerät frühzeitig mit hoher Empfindlichkeit detektiert und trotzdem in der Lage ist,
die Stör- oder Täuschungsgrößen von den für die Brandentstehung und den Brandverlauf
relevanten Brandkenngrößen sicher zu unterscheiden.
Weiterhin soll die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung in der Lage sein, entsprechend
der Brandentwicklung verschiedene Alarmstufen zu generieren, welche die Anwendung
abgestufter flexibler Brandbekämpfungsmaßnahmen erlaubt. Dabei soll eine Minimierung
der Fehlalarmhäufigkeit bei gleichzeitiger Erhöhung der Sensibilität des Systems erzielt
werden.
[0025] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten
Anspruchs gelöst.
[0026] In den Unteransprüchen sind weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung angegeben.
[0027] Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen ein hochempfindliches optisches Streulichtmeßsystem
durch zusätzliche Anordnung von einem oder mehreren Gassensoren oder einem Gassensorarray
zu ergänzen,
und die Meßgrößen der einzelnen Detektoren zu einer logischen Alarmstufengenerierung
zu verknüpfen.
Dabei sind sowohl das optische Streulichtmeßsystem, wie auch die Gassensoren signaltechnisch
mit einem Mikrocontroller-System und/oder einer Brandmeldezentrale verbunden.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betrieb dieser Brandmeldeeinrichtung
welches durch die Bildung eines Summensignals aus den in verschiedenen Streuwinkeln
des optischen Streulichtmeßsystems angeordneten Empfangselementen detektierten Meßgrößen
und den von den zusätzlich angeordneten Gassensoren und/oder dem Gassensorarray detektierten
Meßgrößen gekennzeichnet ist.
In einer besonders vorteilhaften Ausbildung der Erfindung sind die Empfangselemente
des Streulichtmeßsystems in Vorwärts- und Rückwärtsstreurichtung angeordnet und deren
Signalverarbeitung derart ausgebildet, dass für die in einem definierten Probenvolumen
befindlichen Partikeln charakteristischen Parameter, wie Partikelfarbe, Größe und
Konzentration durch die gleichzeitige Erfassung der in Vorwärts- und Rückwärtsstreuwinkelbereichen
detektierten Signalen bestimmbar sind.
[0028] Die gleichzeitige Erfassung und Verarbeitung der unter den verschiedenen Winkeln
gestreuten Lichtstrahlen ist durch das Meßsystem Empfänger-Mikrocontroller-System
besonders wichtig.
Nur durch die gleichzeitige Erfassung und Verarbeitung der empfangenen Streulichtsignale
aus den unterschiedlichen Streulichtwinkeln ist eine genaue Beschreibung der Partikelverteilung
im Probenvolumen zu einem bestimmten Zeitpunkt möglich, da es sich bei dem Probenvolumen
um keine statische Größe handelt, sondern sich dessen Parameter in Abhängigkeit von
der Strömungsgeschwindigkeit der Ansaugeinrichtung ständig verändern.
[0029] In einer weiteren vorteilhaften Ausbildung der Erfindung können auch Branddetektoren
verschiedener Bauart, wie Temperaturmelder oder lonisationsrauchmelder in der erfindungsgemäßen
selbstansaugenden Brandmeldeeinrichtung angeordnet und mit dem Mikrocontroller-System
und/oder der Brandmeldezentrale signaltechnisch verbunden werden.
Dabei ist neben der bevorzugten Anordnung dieser Detektoren sowie auch der Gassensoren
direkt im Ansaugstrom der Ansaugeinrichtung auch deren Anordnung in einem Bypass zum
Ansaugrohr möglich.
[0030] Erfindungsgemäß werden auch die von den letztgenannten Branddetektoren im Probenvolumen
ermittelten Meßgrößen in die Signalverarbeitung der Brandmeldeeinrichtung einbezogen
und anhand der in einer Datenbank gespeicherten Werte durch Bewertungsalgorithmen
entsprechend gewichtet.
[0031] Die erfindungsgemäße Anordnung eines hochempfindlichen optischen Streulichtmeßsystems
zur Detektion von Rauchpartikeln eines Brandes in Kombination mit Gassensoren und/oder
eines Gassensorarrays in einer Brandmeldeeinrichtung zur Detektion von Brandgasen
oder/und brandlastspezifischen Gasen weist gegenüber dem bekannten Stand der Technik
zahlreiche Vorteile auf.
In einer fortgeschrittenen Brandphase bei zunehmender Temperatur erhöhte Emissionen
von Produkten der vollständigen Verbrennung, wie CO2 und H2O, sowie Rußpartikel und
Rauchaerosole auf Die Rauchpartikel unterschiedlicher Größe und Verteilung lassen
sich mit dem hochempfindlichen Streulichtmeßsystem sehr genau nachweisen.
[0032] Demgegenüber ermöglicht die Gassensorik nicht nur die zusätzliche frühzeitige Detektion
einer Brandentstehungskenngröße sondern auch die Überprüfung und Wichtung der Meßergebnisse
des Streulichtsystems durch die Meßgrößen der Gassensoren oder des Gassensorarrays.
Die zusätzlich angeordneten Gassensoren sind, wie allgemein bekannt, besonders gut
geeignet die schon, zu Beginn eines Brandes entstehenden Brandgase, wie z.B. CO H2,
CH4sowie längerkettige gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen
zuverlässig zu detektieren. Durch die Verknüpfung und logische Verarbeitung der jeweiligen
Brandkenngrößen ist eine sichere Alarmierung früher als bei den bisher bekannten selbstansaugenden
Systemen möglich.
Eine Alarmierung erfolgt jedoch nur dann und in verschiedenen voreinstellbaren Stufen,
wenn die Signalauswertung des optischen Streulichtmeßsystems bestimmte Schwellwerte
erreicht oder übersteigt und gleichzeitig auch der oder die Gassensoren Brandgase
detektieren.
Durch Verwendung mehrerer unterschiedliche Gasarten detektierende Sensoren oder eines
Sensorarrays ist eine breitbandige Gasanalyse der angesaugten Luftproben möglich.
Eine weitere Verbesserung der Gasdetektion ist durch die Kenntnis der Art der aus
dem Überwachungsbereich zu erwartenden Brand- oder Schwelgase möglich.
[0033] So sind die häufigste Ursache für Entstehungsbrände in Kabelschächten oder anderen
Hohl- und Zwischenräumen von Geräten und Anlagen, die darin verlaufenden elektrischen
Kabel, Anschlüsse und Verbindungen.
[0034] Die meist engbegrenzten Überhitzungen können zu Schwelbränden führen, bei denen materialspezifische,
gasförmige Produkte (Pyrolysegase) wie HCL in unterschiedlichen Konzentrationen freigesetzt
werden.
Die zur Verwendung in der Brandmeldeeinrichtung vorzusehenden Gassensoren können dann
in Abhängigkeit von den nachzuweisenden Gasen aus einer Vielzahl unterschiedlicher
Meßzellen (Gassensoren) ausgewählt werden und erlauben den meßtechnischen Nachweis
schon von sehr geringen Gaskonzentrationen im ppb-Bereich.
Wie auch bei der Rauchpartikeldetektion durch das optische Streulichtmeßsystem, werden
in der Gassensorik entsprechende Brandmuster ermittelt (Testbrände) und elektronisch
gespeichert.
[0035] Die derart erhaltenen Datenbanken werden beispielsweise in den Speicherbereich des
Mikrocontroler-Systems implementiert und stehen den aktuell ermittelten Meßgrößen
als Vergleichsdaten zur Verfügung.
Der Vergleich und die Wichtung der von den verschiedenen Brandmeldem der erfindungsgemäßen
Brandmeldeeinrichtung ermittelten Meßgrößen erlaubt daher eine frühzeitige und sichere
Branderkennung.
Fehlalarme durch Stör- oder Täuschungsgrößen können weitestgehend ausgeschlossen werden.
Werden die Daten der Branderkennungseinrichtung oder mehrerer solcher Einrichtungen
durch eine zentrale Monitoreinheit, vorzugsweise eine Brandmeldezentrale verarbeitet,
ist es durch zyklische Abfragen der einzelnen Branddetektoren auch möglich den Brandverlauf
zeitlich genauer zu charakterisieren und eine Brandverlaufsanalyse zu erstellen.
Diese kann dann sehr nützlich zur Einleitung von Gegenmaßnahmen verwendet werden und
zur Bestimmung entsprechend des Gefährdungsgrades abgestuften Vorwarnzeiten dienen.
Es liegt auch in dem Bereich der Erfindung die beschriebene Brandmeldeeinrichtung
ohne Selbstansaugung zu betreiben.
So ist es durchaus möglich die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung in einen Lüftungsschacht
oder Ähnlichen anzuordnen in welchem ein Luftstrom mit einer bestimmten Geschwindigkeit
fließt.
Die Probennahme kann dann z. B. durch entsprechend dimensionierte Öffnungen im Gehäuse
der Brandmeldeeinrichtung erfolgen.
Weitere Einzelheiten der Erfindung sollen nun Anhand von Zeichnungen und eines Ausführungsbeispiels
erläutert werden.
[0036] Es zeigen :
- Fig. 1
- die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung mit einem Ansaugrohr,
- Fig. 2
- einen Flußplan zur Signalverarbeitung des Streulichtmeßsystems und der zusätzlich
angeordneten Detektoren,
- Fig. 3
- ein Blockschaltbild der einzelnen Systemkomponenten der Brandmeldeeinrichtung
[0037] Fig. 1 zeigt die erfindungsgemäße Brandmeldeeinrichtung 2, welche über das Ansaugrohr
1 mit dem Anlagen- oder Raumbereich, der auf eine mögliche Brandentstehung überwacht
werden soll, verbunden ist.
In einer weiteren Ausführungsform können auch mehrere Ansaugrohre mit mehreren Ansaugöffnungen
angeordnet sein, oder die Ansaugrohre können als flexible Schläuche, deren Öffnungen
Luft auch aus schwer zugänglichen Anlagenbereichen ansaugen, ausgebildet sein.
[0038] Die Luftproben werden kontinuierlich mittels Ansauglüfter 3 mit einer einstellbaren
konstanten Strömungsgeschwindigkeit angesaugt und der Meßkammer (Probenvolumen) der
Brandmeldeeinrichtung 2 zugeführt.
Unter Berücksichtigung zulässiger maximaler ransportzeiten, kann das Ansaugrohmetz
beispielsweise auf Längen von bis zu 200 m ausgelegt sein.
Mit dem Luftstromsensor 10 wird die Strömungsgeschwindigkeit der angesaugten Luft
gemessen und mit dem eingestelltem Sollwert verglichen.
Bei unzulässigen Abweichungen wird eine Störungsmeldung ausgelöst.
[0039] Lichtquelle 4, Empfängerelemente 6,8 und die Fokussieroptiken 5,7 werden dabei jeweils
durch Plexiglasabschirmungen (nicht eingezeichnet) vom Probenvolumen des angesaugten
Rauchgases getrennt.
Für Einsatzbereiche mit höheren Luftgeschwindigkeiten, wie bei Abluft- und Klimakanälen,
kann auch die sogenannte Bypass-Technik verwendet werden.
Dabei werden über ein Rohrsystem ständig Luftproben aus dem zu überwachenden Kanal
entnommen und durch die Meßkammer des Streulichtmeßsystems geleitet wo auch die Gassensoren
9 angeordnet sein können.
[0040] In dem in Fig. 1 dargestelltem Standard-Meßaufbau ist das hochempfindliche Rauchpartikel
Meßsystem 16 (Fig. 2) im rechten Winkel zum Luftstrom angeordnet und durch die genannten
Plexiglasscheiben abgeschirmt.
Es besteht aus einer hochenergetischen schmalbandigen Lichtquelle, vorzugsweise einer
Laserdiode 4 mit Kollimationsoptik zur Erzeugung von Streulichtintensitäten an Rauchpartikeln
im Kollimationsbrennpunkt, dazu einer gegenüberliegenden Strahlenfalle, die den Laserstrahl
absorbiert, sowie jeweils einer Sammel- und Fokussieroptik 5,7,welche das gestreute
Licht des zugeordneten Raumwinkelsegments auf die jeweiligen Empfangselemente 6,8
(optische Detektoren) abbilden.
Das Detektionsvolumen ist für die genaue Analyse so klein wie möglich zu halten und
wird im wesentlichen bestimmt durch das Schnittvolumen der Brennpunkte der Linsensysteme
mit dem Durchmesser des Laserstrahls in dessen Kollimations-Brennpunkt.
Dabei sind die Empfangselemente 6,8 und die Sammel- und Fokussieroptiken 5,7 derart
angeordnet, dass die gestreuten Lichtstrahlen aus den Raumwinkelsegmenten von Vorwärtsrichtung
und Rückwärtsrichtung detektiert werden.
[0041] Das vorwärts- und rückwärtsgestreute Licht erzeugt dann in den Empfängerelementen
ein der empfangenen Streulichtintensität proportionales elektrisches Signal welches
in dem angeschlossenem Mikrocontroller-System 13 und/oder einer Brandmeldezentrale
15 verarbeitet und gespeichert wird.
[0042] Die nach diesem Meßprinzip gewonnenen Meßwerte stehen im Verhältnis zur Rauchpartikelkonzentration,
aber auch zu Partikeleigenschaften wie Form Farbe und Größe.
In einer vorteilhaften Ausführungsform des Branderkennungssystems wird die hochenergetische
Lichtquelle (z. B. Laserdiode) mit einer gepulsten Treiberschaltung angesteuert, was
die Lebensdauer der Lichtquelle um ein Vielfaches erhöht.
[0043] Die modulierten Lichtimpulse sind nur dann von der Steuerelektronik 13 auszulösen,
wenn eine erneute Streulichtmessung erfolgen soll.
Erfindungsgemäß werden ein- oder mehrere Gassensoren 9 oder ein aus mehreren Gassensoren
bestehendes Gassensorarray im Ansaugstrom oder einem Bypass angeordnet und über Signalleitungen
mit dem Mikrocontroller-System 13 und/oder der Brandmeldezentrale 15 verbunden.
Dabei können verschiedene Gasmelder oder ein Gassensorarray zum Einsatz kommen und
unterschiedliche, eine frühe Brandentstehungsphase kennzeichnende Brandgase detektieren.
Das sind insbesondere die frühzeitig entstehenden Gase, wie CO, H2, CH4, sowie längerkettige
gesättigte und ungesättigte Kohlenwasserstoffe und Schwefelverbindungen, aber auch
brandlastspezifische Gase (z.B. HCL), wie sie bei der thermischen Zersetzung von PVC
entstehen, lassen sich durch die Verwendung spezieller Gassensoren sicher detektieren.
Die logische Verarbeitung und Verknüpfung der Streulichtsignale mit den Meßgrößen
der Gassensorik erlaubt die erfindungsgemäße inteiligente Branderkennung.
Erfindungsgemäß ist es auch möglich zur Signalverarbeitung der Streulicht- und der
anderen Detektor Signale und in Abhängigkeit der verwendeten Analysekriterien einoder
mehrere Mikroprozessoren als dezentrale Recheneinheiten zu verwenden.
[0044] In Fig. 2 sind die einzelnen Verfahrensschritte zur Signalverarbeitung der Branderkennungseinrichtung
dargestellt.
[0045] Gemäß der auf das Streulichtmeßsystem anzuwendenden Mie-Streulicht-Theorie hängen
Richtung und Intensität des an einem Partikel gestreuten Lichtes von dessen Form,
Farbe, und Größe sowie der Lichtwellenlänge ab.
Sind Lichtwellenlänge, optische Leistung und die Streuwinkel durch entsprechende Anordnung
der Empfangselemente bekannt und werden die gemessenen Streulichtintensität logisch
verknüpft, lassen sich Rückschlüsse auf die Eigenschaften und Verteilung (Konzentration)
der Rauchpartikel im Probenvolumen ziehen.
Noch genauere Aussagen erhält man durch die Streulicht-Intensitätsmessung von mehr
als zwei Streuwinkeln 17, 18, 19.
Erfindungsgemäß bringt die zeitgleiche Messung und Auswertung des in Vorwätsrichtung
gestreuten Lichtanteils 17 mit dem in Rückwätsrichtung gestreuten Lichtanteils 18
eine zur Brandbestimmung gut verwertbare Aussage.
In der angegebenen Ausführung haben sich als praktische brauchbare Werte für die Streuwinkelsegmente
für den jeweiligen Meßkanal in Vorwärtsrichtung etwa 20 ° +/- 4° und in Rückwärtsrichtung
160° +/- 4° erwiesen.
Weitere Streulichtdetektoren (Empfangselemente) werden vorzugsweise in den von starken
Intesitätsänderungen betroffenen Winkelbereich zwischen 5° und 45° angeordnet.
Danach läßt sich eine oder mehrere Intensitätskennzahlen aus Vektorsummen der winkelabhängigen
Streulichtintensitäten ermitteln und eine oder mehrere Partikeleigenschaftskennzahlen
aus den logarithmierten Verhältnissen der winkelabhängigen Streulichtintensitätenbestimmen.
Nach der Erfassung der Werte einzelner Streulichtintensitäten aus den verschiedenen
Raumwinkeln 17, 18, 19, werden diese im nächsten Verfahrensschritt 20 zu einem Eigenschaftsvektor
normiert (Klassifizierung z. B. nach Größe, Farbe und Brechungsindex). In der Rauchaerosol-Datenbank
21 sind Vergleichsdaten zulässiger ermittelter Raucheigenschaften abgespeichert.
Der aus 20 erhaltene Eigenschaftsvektor und die in 21 abgelegten Vergleichsdaten werden
dann zur Rauch-Identitätskennzahl verknüpft 22.
Die Rauch-Streulichtintensität des hochempfindlichen Meßkreises 23 wird dann im Verfahrensschritt
27 mit den vom Gassensor 24 ermittelten Meßgrößen bewertet.
[0046] Zusätzlich können auch die Meßgrößen eines optionalen Rauchsensors (lonisationsrauchmelder
oder optischer Rauchmelder) 25 und/oder eines optionalen Temperaturmelders 26 in die
Bewertung einbezogen werden.
Die Bewertung der einzelnen Meßgrößen und der gegenseitigen Abhängigkeit erfolgt mit
Hilfe von Algorithmen und Vergleichsanalysen, die auf Daten von Testbränden in einer
Datenbank 28 zurückgreifen.
[0047] Das weitere Verfahren sieht dann den Vergleich des aus Verfahrensschritt 27 erhaltenen
Summensignals mit vorparametrierten Schwellenwerten vor und führt bei entsprechenden
Vergleichsergebnissen zur Ansteuerung und Anzeige zugeordneter Alarmstufen 29.
Zusätzlich kann auch die optionale Einzelanzeige oder Einzelansteuerung 30 von Alarmstufen
individueller Kenngrößen im Vergleich mit dem zugeordneten individuellen Schwellenwert
vorgesehen werden.
Beispielsweise kann CO-Alarm ausgelöst werden bei Überschreitung einer Höchstkonzentration
unbeachtlich weiterer Meßgrößen.
Auch für das Streulichtmeßsystem 16 kann eine optionale Einzelanzeige oder Einzelansteuerung
von Alarmstufen vorgesehen werden.
[0048] Fig. 3 zeigt das Blockschaltbild der Systemkomponenten der erfindungsgemäßen Branderkennungseinrichtung.
Die beiden hochempfindlichen Meßkreise 32 und 33 verarbeiten jeweils die von den Empfangselementen
6,8 gelieferten Streusignale.
Die Laserdiode als Lichtquelle wird von einer Lasertreiberschaltung 34 impulsförmig
angesteuert, wobei die Impulse durch das Mikrocontroller-System 13 geliefert werden.
Vorteilhafterweise wird der Diodenlaser nur zum Meßzeitpunkt betrieben, was zu einer
Vervielfachung der Laserlebensdauer führt.
Die Gassensorik 35 und der optionale Temperaturmelder 37 sind ebenfalls über einen
A/D-Wandler mit dem Mikrocontroller-System 13, verbunden.
Von besonderer Bedeutung sind die Abtast-Halte Schaltung 36, welche durch die Triggerimpulse
des Mikrocontroler-Systems die zeitgleiche Erfassung der Streulicht-Meßwerte ermöglicht.
Dadurch lassen sich erfindungsgemäß genauere Angaben über die Konzentration und Eigenschaften
der im Probenvolumen enthaltenen Rauchaerosole erzielen, insbesondere statistische
Aussagen zum Auftrittsverhalten von bestimmten Partikeleigenschaftskennzahlen lassen
eine gute Selektion für die Weiterverarbeitung möglich werden.
Das Mikrocontroller-System 13 führt die Analysealgorithmen durch und bewertet Gas-
und Streulichtmeßkreise , speichert Daten und Ereignisse, steuert ereignisbedingt
Anzeigen und periphere Einheiten, führt die Kommunikation mit anschließbarer Peripherie
38 sowie die Kompensation umweltbedingter Aerosothintergrunddrift der empfindlichen
Streulichtkreise durch.
Bezugszeichenliste
[0049]
- 1
- Ansaugeinrichtung mit Ansaugrohr
- 2
- Brandmeldeeinrichtung
- 3
- Ansauglüfter
- 4
- Hochenergetische schmalbandige Lichtquelle (z. B. Laserdiode)
- 5
- Sammel- und Fokussieroptik für den ersten Streulichtmeßkreis
- 6
- Empfangselement (Detektor) für den ersten Streuwinkel
- 7
- Sammel- und Fokussieroptik für den zweiten Streulischtmeßkreis
- 8
- Empfangselement (Detektor) für den zweiten Streuwinkel
- 9
- Gassensor oder Sensorarray
- 10
- Luftstromsensor
- 11
- Temperaturmelder oder Wärmesensor
- 12
- lonisationsrauchmelder oder optischer Rauchmelder
- 13
- Mikrocontroller-System (zur Meßsteuerung, Datenanalyse und Speicherung)
- 14
- Anzeige- und Steuermodule (Relais, LCD, LEDs)
- 15
- Brandmeldezentrale (Gebäudeleittechnik, Leitstellen-PC)
Bezugszeichenerklärung zum Flußbild Signalverarbeitung der der Branderkennungseinrichtung
[0050]
- 16
- Hochempfindliches Rauchpartikel-Streulicht-Meßsystem
- 17
- Streulichtintensität aus Streuwinkel α1
- 18
- Streulichtintensität aus Streuwinkel α2
- 19
- Streulichtintensität aus Streuwinkel an
- 20
- Normierung der Werte zum Eigenschaftsvektor
- 21
- Rauchpartikel-Datenbank (Vergleichsdaten zulässiger ermittelter Raucheigenschaften)
- 22
- Verarbeitung des Eigenschaftsvektors durch 21 und zeitliches Auftrittsverhalten zu
Rauchintensitätskennzahl
- 23
- Rauch-Streulichtintensität des hochempfindlichen Meßkreises 16
- 24
- Gassensor (Brandgassensor) oder Sensorarray (z. B. CO-Sensor)
- 25
- Optionaler Rauchdetektor (lonisationsrauchdetektor, optischer Rauchdetektor)
- 26
- Optionaler Temperaturmelder (Temperatursensor)
- 27
- Bewertung der intensitäten von Streulicht- und Gassensoren zum Summensignal mittels
29 und zeitlicher Korrelation, optional gehen auch die Meßgrößen des Temperaturmelders
(26) und des Rauchdetektors (25) ein.
- 28
- Bewertungsalgorithmen aus Datenbank ermittelter Testbrände
- 29
- Vergleich des Summensignals mit vorparametrierten Schwellwerten, Ansteuerung und Anzeige
zugeordneter Alarmstufen
- 30
- Optionale Einzelanzeige bzw. Ansteuerung von Alarmstufen individueller Kenngrößen
aus dem Vergleich mit dem individuellem Schwellwert
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- Optionale Einzelanzeige bzw. Ansteuerung von Alarmstufen des hochempfindlichen Streulichtmeßsystems
zur Frühwamung
Bezugszeichenerklärung zum Blockschaltbild Fig. 3 Systemkomponenten
[0051]
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- Hochempfindlicher Meßkreis Vorwärtsstreuwinketbereich
- 33
- Hochempfindlicher Meßkreis Rückwärtsstreuwinkelbereich
- 34
- Lasertreiberschaltung, durch µP-Puls nur zur Meßzeit betrieben
- 35
- Meßkreis der Gassensorik
- 36
- Abtast-Halte Schaltungen
- 37
- Optionaler Temperatur- und/oder Rauchsensor-Meßkreis
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- Periphere Konfigurations und Steuereinheiten (Konfigurations- und Monitoring-PC, Brandmelde-
und Löschsteuerzentralen)
1. Selbstansaugende Brandmeldeeinrichtung zur Überwachung von brandund/oder explosionsgefährdeten
Anlagen und Gebäuden, umfassend ein oder mehrere Ansaugrohre (1) zur regelbaren Ansaugung
von Umgebungsluft aus dem Überwachungsbereich oder aus den Überwachungsbereichen,
ein hochempfindliches optisches Streulichtmeßsystem (2, 16) mit einer hochenergetischen
Lichtquelle (4) und Empfangselemente (6, 8) zur Detektion, wobei die Empfangselemente
6, 8) des Streulichtmeßsystems mit einem Mikrocontrollersystem (13) und/oder einer
Brandmeldezentrale (15) zur Datenanalyse und Speicherung verbunden sind und zusätzlich
ein oder mehrere Gassensoren (9), oder ein Gassensorarray, welche mindestens eine
Gasart detektieren,
dadurch gekennzeichnet, daß das optische Meßsystem und der oder die Gassensoren oder des Gassensorarray, im Luftstrom
eines gemeinsamen Ansaugrohrs oder in einem gemeinsamem Bypassrohr in einem Ansaugrohr
angeordnet sind,
- wobei mindestens zwei Empfangselemente (6, 8) des Streulichtmeßsystems (2) derart
zum Meßvolumen des Probenstroms aus dem Ansaugrohr (1) angeordnet sind, daß die an
den Rauchpartikeln gestreute optische Strahlung in einem Vorwärtsstreuwinkelbereich
und einem Rückwärtsstreuwinkelbereich mittels einer Abtast-Halte-Schaltung (36) gleichzeitig
detektiert werden und die parallel erhaltenen Meßwerte im Mikrocontroller-System (13)
oder einer Brandmeldezentrale (15) zu einer die Aerosole im Meßvolumen charakterisierenden
Meßgröße verarbeitbar sind,
- und die Auswahl der anzusteuernden Alarmstufen abhängig von der oder den Meßgrößen
erfolgt und in Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten des Überwachungsbereiches
oder dem spezifischen Einsatzzweck einstellbar ist.
2. Brandmeldeeinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Gassensoren (9) als elektrochemischer Gassensor, Halbleitergassensor,
lonenmobilitätsspektrometer oder Wärmetönungssensor zur Detektion von Brandgasen wie
CO, H2, CH4 sowie längerkettigen gesättigten und ungesättigten Kohlenwasserstoff und
Schwefelverbindungen oder brandlastspezifischen Gasen wie HCL ausgebildet sind, wobei
sie unterschiedliche Messbereiche für verschiedene und/oder gleiche Gasarten aufweisen.
3. Brandmeldeeinrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass weitere, nach unterschiedlichen Messprinzipien arbeitende Branddetektoren (11, 12)
angeordnet sind, wie beispielsweise lonisationsrauchmelder (12) oder optische Rauchmelder
(vorzugsweise andere Wellenlängen, Empfindlichkeitsbereiche oder Messprinzipien als
das empfindliche Streulichtsystem) (12) und/oder Temperaturmelder (11), welche ebenfalls
signaltechnisch mit dem Mikrocontroller-Systems (13) und/oder der Brandmeldezentrale
(15) zur Auswertung der im Probevolumen ermittelten Messsignale verbunden sind.
4. Verfahren zum Betrieb einer Brandmeldeeinrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, dass die durch die einzelnen an den Streulichtempfängem (17, 18, 19) des Streulichtmesssystems
(16) generierten Streulichtsignale an das Mikrocontroller-System (13) übertragen werden
und eine gleichzeitige gemeinsame Verarbeitung der von dem einen oder mehreren zusätzlichen
Gassensoren (9) oder von dem Sensorarray gelieferten und ebenfalls an den Mikrocontroller
(13) übertragenen Messwerte zu einem Summensignal (27) stattfindet, und anschließend
ein Vergleich des derart erzeugten Summensignals mit vorparametrierten abgespeicherten
Schwellwerten (29) erfolgt und wobei die Ergebnisse des Vergleichs die Entscheidungsgrundlage
zur Auslösung von Alarmsignalen oder/und von Alarmstufen bilden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass auch die von den zusätzlich angeordneten Brandmeldern (11, 12), wie dem Ionisationsrauchmelder
(12) und/oder dem Temperaturmelder (11) generierten Messgrößen in die Bewertung des
Summensignals (27) einbezogen sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswertung der Messgrößen der einzelnen Detektoren zu einer Brandverlaufsanalyse
verknüpft und deren Ergebnisse, z. B. an (15, 38), angezeigt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswahl der anzusteuernden Alarmstufen von der oder den Messgrößen der einzelnen
Brandmelder (11, 12, 24, 25, 26), dem Summensignal des Streulichtmesssystems (13)
und dem Gesamtsummensignal (27) erfolgt und in Abhängigkeit der örtlichen Gegebenheiten
des Überwachungsbereiches oder dem spezifischen Einsatzzweck einstellbar ist.
1. A self-priming fire detection system for watching over fire-rated and/or explosion-rated
installations and buildings, including one or a plurality of suction pipes (1) for
controllable intake of ambient air from the area or areas that are being watched,
a highly sensitive optical scattered-light measuring system (2, 16) having a highly
energetic light source (4) and receiving elements (6, 8) for detection, said receiving
elements (6, 8) of the scattered-light measuring system being connected to a microcontroller
system (13) and/or to a central fire detection station (15) for data analysis and
storage and additionally one or a plurality of gas sensors (9) or a gas sensor array
detecting at least one kind of gas,
characterized in that the optical measuring system and the gas sensor or sensors or the gas sensor array
are disposed in the air flow of a common suction pipe or in a common bypass pipe of
a suction pipe,
- at least two receiving elements (6, 8) of the scattered-light measuring system (2)
being disposed relative to the to-be-measured volume of the sample flow coming from
the suction pipe (1) in such a manner that the optical radiation scattered by the
smoke particles is detected simultaneously in a forward scattering angle range and
in a backward scattering angle range by means of a sample-and-hold circuit (36) and
that the measured values concurrently obtained in the microcontroller system (13)
or in a central fire detection station (15) are processable into a measurement value
characterizing the aerosols in the to-be-measured volume,
- and the selection of the alarm stages to be triggered being adjustable as a function
of the measurement value or values and of the local conditions in the area to be watched
or of the specific purpose of utilization.
2. The fire detection system according to claim 1, characterized in that the gas sensor or sensors (9) are configured to be electrochemical gas sensors, semiconductor
gas sensors, ion mobility spectrometers or pellistor gas sensors for detecting fire-evolved
gases such as CO, H2, CH4 as well as saturated and unsaturated hydrocarbons and sulphuric compounds having
longer chains or specific gases produced by the fire load such as HCL, said sensors
comprising different ranges of measurement for the same and/or for different kinds
of gas.
3. The fire detection system according to claim 2, characterized in that there are disposed further fire detectors (11, 12) operating according to different
measurement principles such as for example ionization smoke detectors (12) or optical
smoke detectors (preferably with wavelengths, sensitivity ranges or measurement principles
different from those of the sensitive scattered-light system) (12) and/or temperature
detectors (11) which are also signal-connected to the microcontroller system (13)
and/or to the central fire detection station (15) for evaluating the measurement signals
obtained in the sample volume.
4. A method of operating a fire detection system according to one of the claims 1 through
3, characterized in that the various scattered light signals generated at the scattered light receivers (17,
18, 19) of the scattered-light measuring system (16) are transmitted to the microcontroller
system (13) and that the measured values supplied by the additional one or plurality
of gas sensors (9) or by the sensor array and also transmitted to the microcontroller
(13) are concurrently processed into a composite signal (27), the thus created composite
signal being then compared with pre-parameterized stored threshold values (29), the
results of this comparison forming the basis of the decision-making process regarding
enabling of alarm signals or/and alarm stages.
5. The method according to claim 4, characterized in that the measurement values generated by the additionally disposed fire detectors (11,
12) such as the ionization smoke detector (12) and/or the temperature detector (11)
are also taken into account for rating the composite signal (27).
6. The method according to claim 5, characterized in that the evaluation of the measurement values of the various detectors is combined into
a fire analysis and that the results thereof are displayed e.g., at (15, 38).
7. The method according to one of the claims 5 through 7, characterized in that the selection of the alarm stages to be triggered is performed as a function of the
measurement value or values of the various fire detectors (11, 12, 24, 25, 26), the
composite signal of the scattered-light measurement system (13) and the total composite
signal (27) and that this selection is adjustable as a function of the local conditions
in the area to be watched or of the specific purpose of utilization.
1. Système de détection d'incendie à aspiration automatique pour surveiller des installations
et immeubles à risque d'incendie et/ou d'explosion, comprenant une ou une pluralité
de conduites d'aspiration (1) pour aspirer de manière réglable l'air environnant de
la ou des zones surveillées, un système de mesure optique (2, 16) très sensible destiné
à mesurer la lumière diffusée avec une source de lumière (4) hautement énergétique
et des éléments de réception (6, 8) pour la détection, les éléments de réception (6,
8) du système de mesure de la lumière diffusée étant reliés à un système à microcontrôleur
(13) et/ou à une centrale de détection incendie (15) pour l'analyse et le stockage
de données, et un ou une pluralité de capteurs de gaz (9) ou un ensemble de capteurs
de gaz supplémentaires détectant au moins une sorte de gaz,
caractérisé en ce que le système de mesure optique et le ou les capteurs de gaz ou l'ensemble de capteurs
de gaz sont disposés dans le flux d'air d'une conduite d'aspiration commune ou dans
une conduite de dérivation commune d'une conduite d'aspiration,
- au moins deux éléments de réception (6, 8) du système de mesure de la lumière diffusée
(2) étant disposés de telle sorte par rapport au volume du flux échantillon provenant
de la conduite d'aspiration (1) que le rayonnement optique diffusé par les particules
de fumée est détecté simultanément dans une zone d'angle de diffusion vers l'avant
et dans une zone d'angle de diffusion vers l'arrière au moyen d'un échantillonneur
bloqueur (36) et les valeurs mesurées obtenues parallèlement dans le système à microcontrôleur
(13) ou dans une centrale de détection incendie (15) étant aptes à être traitées de
manière à obtenir une grandeur mesurée caractérisant les aérosols dans le volume mesuré,
- et la sélection des niveaux d'alarme à déclencher se faisant en fonction de la ou
des grandeurs mesurées et en fonction des données sur place dans la zone de surveillance
ou de l'usage spécifique que l'on veut en faire.
2. Système de détection d'incendie selon la revendication 1, caractérisé en ce que le ou les capteurs de gaz (9) sont conformés en forme de capteur de gaz électrochimique,
de capteur de gaz de type semi-conducteur, de spectromètre de mobilité ionique ou
de capteur pellistor pour détecter les gaz d'incendie tels que le CO, l'H2, le CH4 ainsi que l'hydrocarbure et les composés du soufre saturés et insaturés à chaînes
plus longues ou des gaz spécifiques de la charge calorifique tel le HCl, ces capteurs
comportant, pour différentes sortes de gaz et/ou pour les mêmes, des plages de mesure
différentes.
3. Système de détection d'incendie selon la revendication 2, caractérisé en ce que sont disposés d'autres détecteurs d'incendie (11, 12) fonctionnant suivant des principes
de mesure différents, tels que par exemple des détecteurs de fumée à ionisation (12)
ou des détecteurs de fumée optiques (ayant de préférence d'autres longueurs d'onde,
d'autres plages de sensibilité ou d'autres principes de mesure que le système de mesure
de la lumière diffusée sensible) (12) et/ou des détecteurs de température (11) qui
sont également reliés en matière de signaux au système à microcontrôleur (13) et/ou
à la centrale de détection incendie (15) pour évaluer les signaux mesurés dans le
volume échantillon.
4. Procédé de mise en oeuvre d'un système de détection d'incendie selon l'une quelconque
des revendications 1 à 3, caractérisé en ce que les différents signaux de lumière diffusée générés aux récepteurs de la lumière diffusée
(17, 18, 19) du système de mesure de la lumière diffusée (16) sont transmis au système
à microcontrôleur (13) et que les valeurs mesurées fournies par le ou la pluralité
de capteurs de gaz (9) ou par l'ensemble de capteurs de gaz supplémentaires et également
transmises au microcontrôleur (13) sont simultanément traitées en commun et converties
en un signal composé (27) et que l'on compare ensuite le signal composé ainsi créé
avec des valeurs seuils (29) stockées préparamétrées, la décision de déclencher des
signaux d'alarme ou/et des niveaux d'alarme étant prise en se basant sur les résultats
de la comparaison.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que les grandeurs mesurées et générées par les détecteurs d'incendie (11, 12) supplémentaires
tels que le détecteur de fumée à ionisation (12) et/ou le détecteur de température
(11) sont prises en compte dans l'évaluation du signal composé (27).
6. Procédé selon la revendication 5, caractérisé en ce que l'évaluation des grandeurs mesurées des différents détecteurs est combinée pour former
une analyse du déroulement de l'incendie et que les résultats de cette analyse sont
affichés, p.ex. sur (15, 38).
7. Procédé selon l'une quelconque des revendications 5 à 7, caractérisé en ce que la sélection des niveaux d'alarme à déclencher se fait en fonction de la ou des grandeurs
mesurées par les différents détecteurs d'incendie (11, 12, 24, 25, 26), du signal
combiné du système de mesure de la lumière diffusée (13) et du signal combiné total
(27) et que cette sélection est adaptée pour être réglée en fonction des données sur
place dans la zone de surveillance ou de l'usage spécifique que l'on veut en faire.