[0001] Die Erfindung betrifft eine Energieverzehreinrichtung für die Stirnseite von Schienenfahrzeugen.
[0002] Aus der
DE 195 02 217 A1 ist es z. B. bekannt, im Untergestellbereich von Schienenfahrzeugen mehrstufige Energieverzehreinrichtungen
anzuordnen. Diese weisen eine reversible Energieverzehreinrichtung als Primärstufe
auf, die als Elastomer- Patrone im Schaft einer Mittelpufferkupplung integriert ist
und die die im Fahr- und Rangierbetrieb auftretenden Stoßkräfte absorbieren soll.
Der Schaft selbst kann über ein Elastomerfedergelenk (elastischer/reversibler Energieverzehr)
und ggf. über Abreißelemente (unelastischer/irreversibler Energieverzehr durch Deformationsenergie)
am Untergestell befestigt sein.
[0003] Eine zweite, sekundäre Energieverzehreinrichtung zur Absorbierung von aus überhöhten
Auflaufstößen sich ergebenden Stoßenergien ist in Gestalt von zwei Seitenpuffern,
ggf. mit Kletterschutzelementen am äußeren Rand der Stirnseite angeordnet.
[0004] Eine weitere Energieverzehreinrichtung für Schienenfahrzeuge ist z. B. aus der
EP 0 858 937 A2 bekannt, bei der nach Erschöpfen der Energieaufnahmefähigkeit einer primären, reversibel
arbeitenden Energieverzehreinrichtung am Kupplungsschaft einer Mittelpufferkupplung
eine zweite Energieverzehreinrichtung über ein Krafteinleitungselement, z.B. einen
zurückgesetzten Puffer, den weiteren Stoß- und Energieabbau bewirkt.
[0005] Eine weitere Energieverzehreinrichtung ist z.B. durch die
EP-A- 0 009 737 bekannt geworden. Ferner zeigt die
US 4,576,294 eine Energieverzehreinrichtung gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0006] Die vorgenannten Energieverzehreinrichtungen werden bisher individuell für jedes
Fahrzeug entwickelt und angepasst und als Einzelelemente in das Fahrzeug integriert.
Es ergeben sich somit eine Vielzahl von Schnittstellen zum Fahrzeug, einhergehend
mit hohem Abstimmungs- und Anpassaufwand bei vielfälltigen technischen Risiken. Eine
starre, zufallsbedingte Schnittstellenvorgabe erzwingt häufig umständliche oder unwirtschaftliche
Lösungen. Selbst bei gleichartigen Konstruktionsprinzipien führt dies bei jedem neuen
Auftrag zu einem neuen Produkt mit hohen Einmalkosten in der Entwicklung, zu Zusatzkosten
in der Beschaffung sowie Lagerhaltung, zu Anlaufkosten im Betrieb, regelmäßig zu neuen
technischen Risiken und zu erheblichen Qualitätsrisiken.
[0007] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Energieverzehreinrichtung zu
schaffen, die den Anpass- und Abstimmungsaufwand zwischen Fahrzeughersteller und Energieverzehreinrichtungs-
bzw. Kupplungslieferant als auch die Konstruktions- und/oder Qualitätsrisiken vermindert,
einen kompakten Aufbau aufweist und die Beeinträchtigung von Unfallgegnern im Crashfall
verringert.
[0008] Die Aufgabe wird durch die im Anspruch 1 beanspruchte Energieverzehreinrichtung gelöst.
[0009] Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen
angegeben.
[0010] Durch die modulare Bauweise der Energieverzehreinrichtung wird der Trend zu Plattformfahrzeugen
mit unterschiedlichem Frontdesign in der Schienenfahrzeugindustrie optimal unterstützt
und eine schnelle Einbau- und Austauschbarkeit sichergestellt. Durch erhebliche Reduzierung
der Schnittstellen und dem weitgehenden Einsatz von geprüften, leistungsangepassten
aber dennoch fahrzeugunabhängigen Standard- Komponenten wird eine Minimierung der
technischen und wirtschaftlichen Risiken erzielt.
[0011] Die Erfindung ist nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispiels näher erläutert.
Es zeigt
- Fig. 1
- eine perspektivische Darstellung einer Energieverzehreinrichtung.
[0012] Die Energieverzehreinrichtung ist über einen Grundträger 1 an der Stirnseite von
Schienenfahrzeugen befestigt. Der Grundträger 1 enthält und trägt alle vorgesehenen
Elemente der Energieverzehreinrichtung und ist als kompaktes, vormontiertes Modul
am Untergestell 9 im Schnittstellenbereich des Schienenfahrzeuges befestigt. In der
senkrechten Mittellängsebene des Grundträgers 1 bzw. des Schienenfahrzeuges ist auch
eine Kupplung 3, als Mittelkupplung oder Mittelpufferkupplung ausgebildet, über ein
Kupplungslager 8 befestigt, das im Wesentlichen die notwendigen horizontalen Auslenkungen
sicherstellt, aber im Regelfall auch die im Betrieb auftretenden vertikalen und kardanischen
Auslenkungen elastisch abstützt (Elastomerfedergelenk).
[0013] Zu beiden Seiten des Grundträgers 1 ist je ein seitliches Energieverzehrelement 4
angeordnet, die vorzugsweise regenerativ ausgebildet sind. Die Energieverzehrelemente
4 sind durch Halter 5 seitlich am Grundträger 1 befestigt und durch einen sich im
Wesentlichen horizontal erstreckenden Stoßbügel 6 miteinander verbunden. Die Anbindung
der Energieverzehrelemente 4 an den Stoßbügel 6 erfolgt über je einen Adapter 7.
[0014] Der Stoßbügel 6 ist im Ausführungsbeispiel Fig. 1 oberhalb der horizontalen Kupplungsebene
angeordnet, kann jedoch auch in der horizontalen Kupplungsebene vorgesehen werden.
[0015] Für Bauarten gemäß dem Ausführungsbeispiel ist der Stoßbügel 6 über die Adapter 7
im Regelfall fest mit den seitlichen Energieverzehrelementen 4 verbunden. Die Kupplung
3 ist hinter den Stoßbügel 6 innerhalb des Fahrzeugprofils zurücksetzbar ausgebildet.
Das Zurücksetzen der Kupplung 3 kann insbesondere durch manuelles oder automatisiertes
Verschwenken, Einschieben oder Einknikken der Kupplungsstange in einem Gelenk 2 erfolgen
und ist oft aus Sicherheitsgründen für das freie, ungekuppelte Ende eines Schienenfahrzeuges
1, insbesondere für Straßenbahnen, die mindestens teilweise den Fahrweg mit anderen
Verkehrsteilnehmern teilen, gefordert bzw. erwünscht. Zur stirnseitigen Abdeckung
des Freiraums im Kupplungsbereich unter dem Stoßbügel 6 kann eine zusätzliche Kupplungsklappe
vorgesehen werden. Die Kupplungsklappe kann z.B. manuell abnehmbar oder manuell oder
automatisiert verschwenkbar ausgebildet sein.
[0016] Es gibt Bauarten, bei denen der Stoßbügel 6 in der horizontalen Kupplungsebene angeordnet
ist. Der Stoßbügel 6 ist außer Funktion in Ruhelage bringbar, nämlich durch Verschwenken
nach unten oder oben. Das Entfernen des Stoßbügels 6 aus der horizontalen Kupplungsebene
ist erforderlich, um die Kupplung 3 aus der Ruhelage in die Gebrauchslage verbringen
zu können, wenn die Stirnseite des betreffenden Schienenfahrzeuges kuppelbereit gemacht
werden soll.
[0017] Das Verbringen des Stoßbügels 6 in Ruhelage und das Verbringen der Kupplung 3 in
Gebrauchslage erfolgt automatisiert (z.B. mittels E- Motor), manuell oder durch Hilfsenergie
(z.B. Gasdruckfeder) unterstützt.
[0018] Der Grundträger 1 mit der Energieverzehreinrichtung und der Kupplung 3 wird als vormontierbares,
komplettes Energieverzehr- und Kupplungsmodul über eine definierte, einheitliche Schnittstelle
am Untergestell 9 des Schienenfahrzeuges befestigt.
[0019] Der Grundträger 1 kann als statisch tragendes Element im Untergestell 9 des Schienenfahrzeuges
vorgesehen und eingebunden werden.
Bezugsziffern
[0020]
- 1.
- Grundträger
- 2.
- Gelenk
- 3.
- Kupplung
- 4.
- Energieverzehrelement
- 5.
- Halter
- 6.
- Stoßbügel
- 7.
- Adapter
- 8.
- Kupplungslager
- 9.
- Untergestell
1. Energieverzehreinrichtung für die Stirnseite von Schienenfahrzeugen, die folgendes
aufweist:
- einen Grundträger (1), der alle vorgesehenen Elemente zum Energieverzehr im Stirnbereich
trägt und als kompaktes, vormontierbares Modul insgesamt im definierten Schnittstellenbereich
am Untergestell (9) des Schienenfahrzeuges befestigbar ist; und
- eine Fahrzeugkupplung (3), die über ein Kupplungslager (8) am Grundträger (1) befestigt
ist,
wobei der alle vorgesehenen Elemente (4) zum Energieverzehr tragende Grundträger (1)
eine sich in einer vertikalen Ebene erstreckende, fahrzeugseitige Stirnfläche aufweist,
so daßer über die fahrzeugseitige Stirnfläche am Untergesteil (9) des Schienenfahrzeuges
befestigbar ist, wobei am Grundträger (1) an beiden Seiten seitliche Energieverzehrelemente
(4) angeordnet sind,
wobei die seitlichen Energieverzehrelemente (4) durch einen sich im wesentlichen horizontal
erstreckenden Stoßbügel (6) verbunden sind,
dadurch gekennzeichnet, dass
die Fahrzeugkupplung (3) innerhalb des stirnseitigen Fahrzeugprofils durch Verschwenken
oder Einknicken hinter den Stoßbügel (6) zurücksetzbar ausgebildet ist,
und wobei der Stoßbügel (6) außer Funktion durch Verschwenken nach oben oder unten
in Ruhelage verbringbar ist.
2. Energieverzehreinrichtung nach Anspruch 1, wobei die seitliche Energieverzehrelemente
(4) regenerativ ausgebildet sind.
3. Energieverzehreinrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei der Stoßbügel
(6) in der horizontalen Kupplungsebene angeordnet ist.
4. Energieverzehreinrichtung nach Anspruch 3, wobei das Verbringen des Stoßbügels (6)
in und aus der Ruhelage manuell, automatisiert oder durch Hilfsenergie unterstütz
ausgebildet ist.
5. Energieverzehreinrichtung nach einem der vorgehenden Ansprüche, wobei der Grundträger
(1) als statisch tragendes Element im Untergestell (9) des Schienenfahrzeuges vorgesehen
und eingebunden ist.
1. An energy-absorbing device for the front face of rail vehicles, comprising:
- a base frame (1) which supports all the elements provided for absorbing energy in
its front region and which can be secured as a compact, fully pre-assembled module
at the defined interface area on the sub-frame (9) of the rail vehicle; and
- a vehicle coupling (3) secured to the base frame (1) by a coupling mounting (8),
whereby the base frame (1) comprising all the elements (4) provided for absorbing
energy exhibits a front face extending in a vertical plane to the vehicle such that
it can be secured to the sub-frame (9) of the rail vehicle at the vehicle-side front
face,
whereby lateral energy-absorbing elements (4) are arranged on both sides of the base
frame (1), and whereby the lateral energy-absorbing elements (4) are connected by
an essentially horizontally-extending bumper bar (6),
characterized in that
the vehicle coupling (3) is configured such that it can be set back behind a bumper
bar (6) within the front face profile of the vehicle by pivotingor collapsing,
and whereby the bumper bar (6) can be brought out of operation into a rest position
by pivoting it upwards or downwards.
2. The energy-absorbing device according to claim 1, wherein the lateral energy-absorbing
elements (4) are designed to be regenerative.
3. The energy-absorbing device according to any one of the preceding claims, wherein
the bumper bar (6) is arranged in the horizontal coupling plane.
4. The energy-absorbing device according to claim 3, wherein the bumper bar (6) is configured
such that it can be brought into and out of the rest position manually, via an automated
process or using auxiliary power.
5. The energy-absorbing device according to any one of the preceding claims, wherein
the base frame (1) is provided and integrated in the sub-frame (9) of the rail vehicle
as a static load-bearing element.
1. Dispositif d'absorption d'énergie pour la face frontale de véhicule ferroviaire, comprenant
:
- un support de base (1) qui porte tous les éléments prévus pour l'absorption d'énergie
dans la région frontale et qui peut être fixé, sous la forme d'un module compact prémonté,
dans son ensemble dans une région interface définie sur le châssis (9) du véhicule
ferroviaire ; et
- un attelage de véhicule (3) qui est fixé sur le support de base (1) au moyen d'un
palier d'accouplement (8), dans lequel le support de base (1) qui porte tous les éléments
(4) prévus pour l'absorption d'énergie présente une face frontale cotée véhicule,
qui s'étend dans un plan vertical, de sorte qu'il peut être fixé sur la face frontale
du véhicule sur le châssis (9) du véhicule ferroviaire,
dans lequel des éléments d'absorption d'énergie latéraux (4) sont agencés sur les
deux côtés sur le support de base (1),
et dans lequel les éléments d'absorption d'énergie latéraux (4) sont reliés par un
arceau antichoc (6) qui s'étend essentiellement horizontalement,
caractérisé en ce que l'attelage (3) du véhicule est réalisé rétractable à l'intérieur du profil frontal
du véhicule en arrière d'un arceau antichoc (6), par pivotementou par pliage, et dans
lequel l'arceau antichoc (6) peut être amené hors fonction dans une position de repos
par basculement vers le haut ou vers le bas.
2. Dispositif d'absorption d'énergie selon la revendication 1, dans lequel les éléments
d'absorption d'énergie latéraux (4) sont réalisés de façon régénérative.
3. Dispositif d'absorption d'énergie selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel l'arceau antichoc (6) est agencé dans le plan d'accouplement horizontal.
4. Dispositif d'absorption d'énergie selon la revendication 3, dans lequel l'amenée de
l'arceau antichoc (6) dans la position de repos et hors de celle-ci est réalisée manuellement,
de façon automatique, ou avec assistance d'une énergie auxiliaire.
5. Dispositif d'absorption d'énergie selon l'une des revendications précédentes, dans
lequel le support de base (1) est prévu sous la forme d'élément porteur statique dans
le châssis (9) du véhicule ferroviaire et intégré dans celui-ci.