[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen parallel abstellbaren Flügel von Fenstern, Türen
oder dergleichen, mit einem Flügelrahmen, insbesondere aus durch Metalleinlagen verstärkten
Kunststoff-Hohlprofilen, mit einem umlaufenden, durch einen Flügelüberschlag abgedeckten
Flügelfalz und mit wenigstens einem, im Bereich der unteren Flügelecke flächig aufliegend
befestigbaren Beschlagteil zur Aussteifung des Homs bzw. Flügels.
[0002] Derartige Flügel mit zugehörigen Beschlagteilen zeigen
DE-U 88 04 738 (W. Hautau) sowie die
eP 1 048 810 A2 (GU). Das bei diesen Flügeln, insbesondere bei größeren Flügeln mit entsprechendem
Gewicht auftretende Problem ist eingangs in dem genannten Gebrauchsmuster näher beschrieben.
Daraus geht hervor, daß es bei Flügeln von entsprechendem Gewicht zu Verwindungen
über übermäßigen Belastungen des unteren Querholms und damit zu Beschädigungen des
Flügelrahmens kommen kann. Mehrere Lösungsversuche zu diesem Problem sind in
DE-U 87 09 299 (W. Hautau) bzw.
DE-U 87 14 151 (GU) näher beschrieben.
[0003] Bei diesen Lösungsversuchen stellt das eingangs genannte Gebrauchsmuster jeweils
bestimmte Nachteile fest. Um diese zu vermeiden, sieht das Gebrauchsmuster vor, entlang
des vertikalen Holms des Flügelrahmens ein langgestrecktes Verstärkungsteil anzuordnen,
das in sicherer und großflächiger Anlage mit der Innenfläche des Flügelüberschlages
und der falzseitigen Schmalseite des Flügelrahmens in Kontakt steht und so in der
Lage ist, große Kräfte ohne die Gefahr einer Verformung des Rahmenprofils sicher übertragen
zu können. Dabei ist das untere Ende des langgestreckten Verstärkungsteils mit dem
außen auf der unteren Flügelrahmenecke flächig aufliegenden Tragteil des zugehörigen
Beschlages verbunden. Der langgestreckte Verstärkungsteil ist dabei nur lose in den
Falz eingelegt und über Bolzen mit dem Tragteil des Beschlages verschraubt. Der Verstärkungsteil
ist hierbei
eine flache Schiene, die mit der Schmalseite an der Innenfläche des Flügelüberschlages anliegt und im
unteren Bereich Verstärkungen für zwei Verschraubungsbolzen aufweist, die durch den
Flügelüberschlag ragen und mit dem flach aufliegenden Teil des äußeren Beschlages
(des Laufwagens) fest verspannt sind.
[0004] Die vorliegende Erfindung geht einen anderen Weg, um der unerwünschten Verdrehung
oder Verwindung des unteren Flügelholms entgegenzuwirken. Außerdem soll der Schließvorgang
eines Flügels verbessert werden, ohne daß versteifende oder verstärkende Teile von
der Sichtseite des Flügels zu erkennen sind. Mit einem Schließvorgang ist derjenige
Vorgang gemeint, bei dem der Flügel von einem Benutzer in die Öffnung im Blendrahmen
hineinbewegt wird, also aus der Parallel-Abstellstellung in die geschlossene Stellung
hineinbewegt wird. Gerade bei dieser Bewegung und bei einem durch Gewichtskraft abgesenkten
Flügel oder zu stark belastetem Tragarm des Laufwagens ist ein manueller Eingriff
des Benutzers nötig, der den Flügel mit seinen Händen anheben muß, um ihn in die geschlossene
Stellung bewegen zu können.
[0005] Diese Lösung ist Gegenstand der Ansprüche 1 bzw. 8 und 7, wobei die beiden letzteren
ein Verfahren als Lösung angeben.
[0006] Die Erfindung kompensiert die Verwindung durch eine Vorspannung. Mit der Erfindung
wird durch die Aufwärts-Verformung des unteren Abschnitts des Profils oder Flügels
dafür gesorgt, daß der Flügel "hochgekeilt" wird, um den Einlauf des Flügels in den
Rahmenfalz, insbesondere bei schweren Flügeln zu ermöglichen und die manuelle Nachstellkraft
des Benutzers praktisch ganz vermeiden zu können. Ein herabhängender Tragarm, der
durch zu starke Belastung des Flügelgewichtes aus der im wesentlichen horizontalen
Lage abgesenkt wird, kann weitgehend vermieden werden. Der Flügel muß dann nicht mehr
angehoben werden, um ihn beim Schließen in die Blendrahmenöffnung hineinzubekommen.
[0007] Weitere Einzelheiten und Vorteile ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 5.
[0008] Anspruch 1 beschreibt den Flügel mit der Vorspannung im Eckabschnitt in einem unbelasteten
Zustand. Bei einer Belastung ergibt sich eine Ausrichtung des unteren Eckbereichs
bzw. des horizontalen Holms gegenüber der Vertikalebene, die zuvor durch die Vorspannung
verlassen wurde. Insoweit müßte ein gerade ausgerichteter Flügel ohne eine wesentliche
Verwindung im unteren Eckbereich beansprucht werden, der unter einer spezifischen
Kombination von gegenläufigen Verwindungsspannungen oder Torsionsmomenten in diesen
Eckbereichen steht, die aber hier so umschrieben werden sollen, daß der Flügel mit
einer angenommen Gewichtskraft G = 0 beschrieben wird bzw. so beschrieben wird, daß
der Flügel noch nicht auf dem Laufwagen bzw. dem Ausstellarm 4 des Laufwagens 3 mit
seiner vollen Gewichtskraft aufsitzt, sondern an einem höher liegenden Punkt des Flügels
zunächst gehalten wird. Dadurch entsteht die erzwungene Vorspannung, welche eine Aufbringung
eines Grundmomentes ist, und demjenigen Drehmoment entgegenwirkt - oder künftig entgegenwirken
soll - welches der Flügel durch seine Gewichtskraft im unteren Eckbereich erzeugt.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand schematischer Zeichnungen an einem Ausführungs
beispiel näher erläutert.
- Figur 1
- zeigt in schematischer Seitenansicht und im Ausschnitt einen gegenüber dem Blendrahmen
parallel abgestellten Flügel und die normalerweise zu beobachtende unerwünschte Verformung
oder Verwindung des unteren Bereichs des Flügelrahmens bzw. des unteren quer verlaufenden
Flügelholms.
- Figur 2a
- zeigt in ähnlicher Darstellung wie Figur 1 den abgestellten Flügel in der Ausführung
gemäß der Erfindung, und zwar in einem Zustand, bevor das vorgesehene Versteifungselement
20 mit dem zugehörigen Beschlagteil durch ein Zug- oder Spannelement, wie eine Verbindungsschraube
26 oder dergleichen, fest verspannt ist, wobei Figur 2a die Anordnung ohne eine normalerweise
durch das Flügelgewicht auftretende Verwindung im unteren Bereich zeigt.
- Figur 2b
- zeigt in ähnlicher Darstellung wie Figur 1 eine Vorstufe von Figur 2a mit einer schräg
verlaufenden Bohrung in dem als Leistenelement ausgebildeten Versteifungselement 20,
noch bevor es vollständig an der Innenfläche des Überschlages mit seinem unteren Endabschnitt
zur Anlage kommt, was erst dann eintritt, wenn das Zug- oder Spannelement 26 angezogen
wird.
- Figur 3
- zeigt im Ausschnitt und in gleicher Darstellung wie Figur 2a oder 2b den Flügel nach
dem festen Vorspannen von Versteifungsteil und Beschlag.
- Figur 4
- zeigt in perspektivischer Ansicht die Anordnung gemäß der Erfindung im unteren Flügelrahmeneckbereich
ohne Spannschraube 26.
[0010] Figur 1 veranschaulicht die Problemstellung, mit der sich der in der Beschreibungseinleitung
genannte Stand der Technik ebenso wie die Erfindung befaßt. In der schematischen Figur
erkennt man bei 1 den Querschnitt des Blendrahmens. An diesem ist raumseitig eine
Laufschiene 2 befestigt, die sich über die Länge des unteren Querholms des Blendrahmens
erstreckt. Auf dieser Laufschiene 2 ist ein Wagen 3 seitlich verfahrbar, an dem wenigstens
ein Ausstellarm 4 angelenkt ist. Das freie Ende des Ausstellarmes 4 ist gelenkig 4a
mit einem Beschlagteil 5 verbunden, der zum Rauminneren hin flächig aufliegend im
Bereich der unteren Flügelrahmenecke 12 an dieser befestigt ist.
Der Flügelrahmen besteht aus quer verlaufenden und vertikalen Hohlprofilen, die häufig
und wie bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel angenommen, aus Kunststoff-Hohlprofilen
bestehen, die im Inneren eine Metallversteifung aufweisen. Aus herstellungstechnischen
Gründen reichen diese Metallversteifungen nicht bis in die Flügelrahmenecken, in deren
Bereich die vertikalen und horizontalen Profile A und B aneinanderstoßen und miteinander
verbunden sind.
[0011] Bei dem gezeigten Flügel ist der Flügelüberschlag 7 und der Flügelfalzraum 8, auch
"Falz" genannt, ersichtlich. Der Flügelüberschlag weist eine Außenseite 11 (zum Raum
gerichtet), auf der der Beschlag 5 flächig aufliegt sowie eine Falzseite 10 auf, die
parallel zur Ebene des Flügels 6 verläuft. Eine senkrecht zur Flügelebene verlaufende
Falzfläche 9 des Flügels bezeichnet die Stirnseite zum Falzraum.
[0012] Bei wie gezeigt ausgestelltem Flügel ruht das Flügelgewicht auf dem Ausstellarm 4,
wobei das ganze Gewicht über den unteren Eckenbereich auf den Beschlag 5 und von diesem
auf den Ausstellarm übertragen wird. Die Gewichtsbelastung ist durch den Pfeil G angedeutet.
Aufgrund dieser Belastung wird der untere Holm, insbesondere der Flügeleckbereich
in der dargestellten Weise verformt, wobei der untere Flügelholm in Richtung des Pfeiles
15 verdreht oder verwunden wird (in sich tordiert). Die Verformung ist verdeutlicht
durch die schematisch eingezeichnete theoretische Lage 13 des unteren Flügelbereiches,
die der Fortsetzung der Haupt-Flügelebene entspricht, wenn angenommen wird, daß die
Gewichtskraft G = 0 ist.
[0013] Um die Verformung, die zu Schäden oder erschwerter Handhabung des Flügelrahmens führen
kann, entgegenzuwirken, ist ein Versteifungs- oder Verstärkungselement 20 vorgesehen
(vgl. Figur 3), beispielsweise als ein leistenförmiges Element, wie es später näher
beschrieben werden soll. Dieses ist keine flache Schiene, wie in dem eingangs genannten
Gebrauchsmuster, sondern ein rechteckförmiges Profil, wie es aus
Figur 4 ersichtlich ist. Das Versteifungselement erstreckt sich über einen Längenabschnitt
(von etwa 100 mm bis 200 mm) entlang des vertikalen Flügelholms und liegt mit seinen
Seiten flächig, aber lose an den Falzflächen 9,10 an.
[0014] Nur das untere Ende des Verstärkungselementes 20 ist mit Hilfe eines Verbindungselementes
26, das durch eine Bohrung 25a durch den Flügelüberschlag 7 greift, mit dem außen
auf dem Flügelüberschlag flach aufliegenden Beschlagteil 5 fest verbunden.
[0015] Figur 2a zeigt die Anordnung in einem Zustand, bevor das Verbindungselement, z. B. als Schraube
26, mit dem Versteifungselement 20 wirklich fest verschraubt worden ist. Man sieht,
daß an der Falzfläche 10 des Flügelüberschlags 7 zwischen der Falzfläche 10 und der
Anlagefläche des Versteifungselementes 20 ein sich nach unten erweiternder Spalt 23a
besteht. Dieser ergibt sich dadurch, daß unterhalb der Verbindungsstelle 24a das Versteifungselement
20 einen Vorsprung oder eine Nase 22 aufweist, die über eine zum Überschlag weisende
Fläche 20a in Richtung auf die innere Falzfläche 10 vorspringt.
[0016] Diese Nase 22 am unteren, bevorzugt mit Schräge 21a versehenen abgeschrägten, Ende
21 des Versteifungselementes 20 liegt in einem Abstand unterhalb der Verbindungsstelle
24a. Trotz Einhalten eines Abstandes von der Verbindungsstelle 24a, in deren Zentrum
die Spanneinrichtung 26 liegt, hat die vorspringende Nase 22 auch einen Abstand h
1 von der Unterkante des Überschlages 7 und sie liegt bevorzugt in einem Bereich so,
daß ihre vertikale Höhe mit der Erstreckung h
22 sich überwiegend auf die zum Falz weisende Innenseite 10 des Überschlages 7 abstützt,
wobei ein geringer, in Figur 2a zu erkennender Teil der Vorsprunghöhe h
22 auch über das im Schnitt dargestellte Profil 50 reicht, das sich senkrecht zur Papierebene
erstreckt. Die genaue Lage des Vorsprungs 22 kann optimiert werden, und in allen Beschreibungen
der Figur 2a wurde bislang noch immer davon ausgegangen, daß die Spanneinrichtung
26 nicht angezogen wurde. Aufgrund der fehlenden Spannwirkung kann auch die Achse
26a der Schraube im wesentlichen horizontal liegen, trotz des gebildeten Spalte 23a,
der sich nach unten verlaufend vergrößert, bis zu einer Höhe, die abhängig von der
Stärke des Vorsprungs 22 ist.
[0017] Die Spanneinrichtung 26 greift dabei durch eine erste Öffnung in dem Beschlagteil
5 und eine zweite Öffnung 25a im Überschlag 7. Hier ist kein Gewinde vorgesehen. Ein
Gewinde findet sich erst in dem nach Figur 2a im wesentlichen fluchtenden Bohrungsabschnitt
25, der als Wiederlager für die zu erfolgende Spannkraft der Schraube 26 dient. Die
beiden Bohrungen 25 und 25a sind fluchtend eingezeichnet. Ein Anziehen der Schraube
26 - was später erläutert wird - sorgt dafür, daß sich die Orientierung dieser beiden
Bohrungen im wesentlichen beibehalten läßt, aber eine Abknickung oder Auswölbung des
unteren Abschnitts unterhalb der Achse 26a eintritt, bewirkt den Vorsprung 22.
[0018] Eine alternative Gestaltung des Verstärkungselementes 20 zeigt
Figur 2b. Hier ist ein noch früherer Zustand gezeigt, als in der Figur 2a veranschaulicht.
Das leistenförmige Versteifungselement 20 ist ein einem Winkel α dargestellt, wobei
sein oberes Ende an der Innenseite 10 des Überschlages 7 anliegt, aber das mit Vorsprung
22 versehene Ende einen deutlichen Abstand vom unteren Abschnitt 7 gegenüber dem Beschlagteil
5 aufweist. Diese Orientierung ist gegeben, nachdem das Gewinde 25b mit einem Neigungswinkel
versehen ist und bei einer fluchtenden Ausrichtung der Achse 26a der größere Winkel
α entsteht. Auch hier ist - vergleichbar mit Figur 2a - die Spanneinrichtung 26 noch
nicht angezogen. Ersichtlich ist dabei, bei einem Anziehen der Spanneinrichtung 26
durch Zugkraft, die zunehmende Annährung des Nasenabschnitts 22 an die Innenseite
10 im Überschlagsbereich 7, wobei die gewählte Neigung der Achse 26 in der Bohrung
25 zu Tage treten wird und dafür sorgt, daß schon vor einer Anlage des Vorsprungs
22 an der Innenseite 10 eine Verformung des unteren Abschnitts 24b bis hin zu unteren
Ende des Überschlages 7 eintritt. Diese Vorverformung oder Torsion ist aufgrund der
Hebelkraft leicht ersichtlich. Schon die Vorneigung der Bohrung 25b mit Gewinde gemäß
Figur 2b sorgt dafür, daß eine Vorspannung aufgebracht wird. Die Neigung der Achse
26a bzw. der Bohrungsachse der Gewindebohrung 25b ist bezogen auf die Innenfläche
20a des Versteifungselementes 20 mit einem kleinen Winkel versehen, der zwischen 1°
und 15° gegenüber der Lotrechten liegen kann, wobei der Winkel zwischen 1° und 15°
als Winkel α im Spalt zwischen den Elementen 22 und 7 erneut auftritt und hier deutlicher
zu erkennen ist, als im Rahmen der Abweichung aus der Lotrechten 90° gegenüber der
Innenfläche 20a des Versteifungsteils 20.
[0019] Leicht vorstellbar ist auch, daß die Figur 2b bei stärkerem Anziehen einen Zustand
erreicht, der gegenüber der Figur 2a schon stärker zu einer Vortorsion führt, wenn
der Nasenabschnitt 22 an der Fläche 10 berührend anliegt. Das ist derjenige Zustand,
der bei Figur 2a noch keine Vorspannung erzeugt, die vielmehr erst dann eintritt,
wenn die Spannkraft der Schraube 26 aufgebracht wird, wie das an Figur 3 veranschaulicht
werden soll. Figur 3 steht insoweit für die eine oder andere Möglichkeit der Realisierung
nach den Figuren 2, hier aber spezifisch herausgegriffen für einen Winkel α, wie an
Figur 2b gezeigt.
[0020] Bei Betrachtung der
Figur 3 wird deutlich, daß beim festen Anziehen (beim Spannen) des Verbindungselementes 26
die Nase 22 am unteren Ende des Verstärkungselementes 20 wie ein Verformungsstempel
wirkt, der die Spannkräfte F verformend auf den unteren Eckbereich 12 des Flügelrahmens
verformend oder verwindend oder verdrehend überträgt. Die Verformung ist wiederum
deutlich gemacht, indem die unbelastete und nicht vorgespannte Lage des unteren Abschnitts
12 des Flügelrahmens durch die Ebene 13 verdeutlicht ist. Es ergibt sich in erster
Näherung ein Neigungswinkel β aus der Vertikalen (Ebene 13).
[0021] Die Wirkung wird wesentlich verstärkt und gesteuert dadurch, daß die Achse 26a des
Verbindungselementes 26 bzw. der Gewindebohrung 25b im Versteifungsteil 20 geneigt
verläuft, und zwar unter einem Winkel α gegenüber einer Bezugslinie 28, die senkrecht
zur Flügelebene (parallel zur Außenseite 11) verläuft, wie an Figur 2a erläutert.
[0022] Die Neigung ist von dem Beschlagteil 5 aus in Richtung auf den Flügelfalz gesehen
schräg nach unten. Der Winkel α einerseits und die Höhe des nasenförmigen Vorsprungs
22 sind in Abhängigkeit von der Größe, dem Gewicht und dem Querschnitt und dem Material
oder der Versteifung des Flügelrahmens so gewählt, daß nach der Montage der untere
quer verlaufende Flügelholm bzw. dessen Eckbereich eine Vor-Verformung erhält, die
der natürlichen und unerwünschten Verformung dieses Bereiches in der Situation nach
Figur 1 entgegengesetzt ist.
[0023] Die Verformung als Vor-Verformung nach Figur 3 wird auch erhalten, wenn der Winkel
α von Figur 2b nicht eingesetzt ist. Schon die Ausrichtung nach Figur 2a mit einem
anschließenden Spannen der Spanneinrichtung 26 führt zu der Vorspannung des unteren
Abschnitts 12. Hier tritt die Hebelwirkung ein, bei der der längere obere Abschnitt
L1 des Versteifungsteils 20 und der kürzere, sehr viel kürzere, untere Abschnitt L2
unterhalb der Achse 26a zusammen wirken und die aufbringende Zugkraft bei dem langen
Hebelarm L1 zu einer noch größeren Druckkraft im Bereich der Auflage des Vorsprungs
22 auf der Fläche 10 wird. Geht man von einer mittleren Länge zwischen 100 mm und
200 mm des Versteifungsteils 20 aus, meist daran orientiert, daß unter dem Versteifungsteil
die Beschlagnut liegt und Verbindungslaschen 31 zugänglich bleiben müssen, die auf
der Abdeckung 30 der Beschlagnut angeordnet sind, so ist die Längenerstreckung begrenzt.
Eine bevorzugte Wahl der Längenverhältnisse diesseits und jenseits der Achse 26a,
die zuvor mit L1 und L2 angegeben waren, liegt zwischen 5:1 bis 10:1, bevorzugt im
Bereich bei 6:1. Die Größe L2 ist dabei durch vorgegebene Faktoren vorbestimmt, wie
Anschraubhöhe des Beschlagteils 5 und Falzluft (Falzraumhöhe) des Flügels. Die Höhe
des Stempels 22, in Figur 2a mit h
22 bezeichnet, liegt bevorzugt bei ca. 1/3 von L2.
[0024] Der Vorsprung 22 hat eine geometrische Abmessung, die einem Streifen-Druckbereich
nahe des unteren Endes des Überschlages entspricht. Der Vorsprung 22 ist in Höhenrichtung
und Breitenrichtung schmäler als der Überschlag, so daß die gesamte Versteifungseinrichtung
20 im Falzraum untergebracht werden kann. Außerdem kann der im Querschnitt quaderförmige
Versteifungsteil 20 eine Tiefe haben (senkrecht zur Flügelebene 11 oder 13), die größer
ist als seine laterale Erstreckung in Schieberichtung des Flügels, um einen möglichst
großen Raum des Falzraumes zu Versteifungszwecken des Flügels ausnutzen zu können.
Ein sich ergebender Vorspannwinkel β liegt bei geringen Werten, unterhalb 20°, bevorzugt
im Bereich unter 10°. In Höhenrichtung bezüglich des Holms ist der Vorsprung 22 schmäler
als die Erstreckung des Holmes in Höhenrichtung, die an der Schnittdarstellung der
Figur 2a mit 50 bezeichnet ersichtlich ist.
[0025] Die Praxis hat gezeigt, daß man dadurch einem dauerhaften Schaden des Flügelrahmens
durch Verwindung des unteren quer verlaufenden Flügelholms wirksam und dauerhaft begegnen
kann. Auch die Betätigung des Flügels beim Hereinbewegen in die Öffnung des Blendrahmens
wird leichter und vereinfacht. Die Ausrichtung des Flügels und der vertikale Spalt
wirken optisch zufriedenstellend. Ein Brechen des Überschlags im Eckbereich kann vermieden
werden. Dabei ist die Anordnung außerordentlich einfach und leicht zu montieren, da
lediglich eine einzige Spannschraube für die feste Verbindung zwischen dem Beschlagteil
und dem Versteifungsteil Sorge trägt. Es erfolgt eine wirksame Vorspannung des empfindlichen
und nicht durch Metalleinlagen verstärkten unteren Eckbereiches des Flügels, wobei
dies für beide unteren Ecken gleichermaßen gültig ist, wenn in jedem dieser Eckbereiche
keine entsprechende Versteifungseinlage vorgesehen ist.
[0026] Die gewollte Verformung beschränkt sich im wesentlichen auf den Bereich, bei dem
in den Profilteilen des Flügels die Metalleinlage fehlt.
[0027] Figur 4 veranschaulicht in perspektivischer Ansicht die angebrachte, aber noch nicht vorgespannte
Situation mit dem Versteifungsteil 20 und der Achse 26a zur Einbringung der Spanneinrichtung
26, die in die Aufnahme 25 (mit Gewindebohrung) eingreift. Der Stempel 22 mit seiner
entstehenden Verformungskraft liegt im Verbindungsbereich der beiden Überschläge (in
einem 45°-Winkel im Eckbereich) auf beiden Abschnitten, dem horizontalen und dem vertikalen
Überschlag auf, wobei der größere Anteil des Stempels 22 auf dem vertikalen Überschlag
7 im Eckbereich aufliegt. Auch eine Umgestaltung der Versteifungseinrichtung 22 mit
einem um die Flügelecke herumreichenden Vorsprung 22, um die Torsion auch um die Flügelecke
herum auf den Überschlag aufzubringen ist möglich. Eine entsprechende Gestaltung des
Verstärkungselementes 20 ist leicht vorstellbar.
1. Abstellbarer Flügelrahmen, insbesondere mit von Metalleinlagen verstärkten Kunststoff-Hohlprofilen, mit einem
umlaufenden, durch einen Flügelüberschlag (7) abdeckbaren Falzraum, wenigstens einem
im Bereich der unteren Flügelecke flächig aufliegend befestigbarem Beschlagteil (5)
und einem langgestreckten Versteifungs- oder Verstärkungselement (20), welches in
dem an die untere Flügelecke (12) angrenzenden vertikalen Abschnitt des Falzes angeordnet
ist, und zwar in Anlage an der falzseitigen Fläche (10) des Flügelüberschlages (7)
und an der dazu senkrechten Stirnfläche (9), und welches mit dem Beschlagteil (5)
über ein Verbindungselement (26) fest verbunden, insbesondere verschraubt ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Versteifungselement (20) mit dem Beschlagteil (5) im Bereich der unteren Flügelrahmen-Ecke
(24) unter Verdrehung oder Verwindung eines Eckbereiches (12) aus einer vertikalen
Ebene (13,V) um einen vorbestimmten Winkel (β) und in einer vorbestimmten Dreh- oder
Verwindungrichtung fest verspannt ist.
2. Flügel(rahmen) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das langgestreckte Versteifungselement (20) mit dem Flügelrahmen allein über das
zur Verdrehung oder Verwindung des Rahmeneckbereiches dienende Verbindungselement
(26) verbunden ist, und im übrigen an den bzw. weiteren Falzflächen (9,10) nur lose
anliegt.
3. Flügel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß eine Längsachse (26a) des zur Verdrehung oder Verwindung des Rahmeneckbereiches dienenden
Verbindungselementes (26) bzw. eine das Verbindungselement (26) aufnehmenden Gewindebohrung
(25b) zur Ebene (11) des übrigen Flügelrahmens unter einem vorbestimmten Winkel (α),
und zwar - in Richtung vom Beschlagteil (5) zum Falzinneren hin - schräg nach unten,
geneigt verläuft.
4. Flügel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das langgestreckte Versteifungselement (20) einen im wesentlichen rechteckigen Querschnitt
aufweist.
5. Flügel nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das langgestreckte Verstärkungselement (20) in Höhe der unteren, von Metalleinlagen
freien Flügelrahmenecke eine über seine Anlagefläche an den Flügelüberschlag (7) vorspringende
Nase (22) oder dergleichen aufweist, die unterhalb des Verbindungselementes (26) angeordnet
ist und beim Festziehen des Verbindungselementes als Verformungsstempel verdrehend
bzw. tordierend auf den Rahmeneckbereich einwirkt, an dem außen der Beschlagteil (5)
aufliegt.
6. Flügel nach Anspruch 5, wobei die Tordierung einer durch Gewichtskraft (G) des Flügels
entstehenden Momentenbelastung (15) im Bereich des unteren Holms entgegen gerichtet
ist.
7. Verfahren zum Beeinflussen von Verwindungen im Bereich des unteren, quer verlaufenden
Flügelholz von zum Öffnen beweglichen Flügeln von Fenstern, Türen oder dergleichen,
bei dem ein langgestrecktes Versteifungselement in den vertikalen Flügelfalz eingelegt,
in Anlage mit einer zur Flügelebene parallelen und mit einer dazu senkrechten Falzfläche
gebracht wird und (nur) das untere Ende des Versteifungselementes (20) im Bereich
der unteren Flügelecke durch den Flügelüberschlag hindurch mit einem außen auf dem
Flügelüberschlag aufliegenden Beschlagteil über ein Verbindungselement, wie Schraube
(26) oder dergleichen, fest verbunden wird, und bei dem
(i) die Längsachse (26a) einer Aufnahme (25b) des Verbindungselementes (26), zum Spannen
unter einem vorbestimmten Winkel (90+α;α) geneigt ausgerichtet ist, gegenüber einer
Senkrechten (28) zur Innenfläche oder einer Außenfläche (20a,20b) des langgestreckten
Versteifungselements; oder
(ii) das Versteifungselement (20) mit erst teilweise eingesetztem Spannelement (26)
in eine Aufnahme (25b) des Versteifungselements (20) ohne ein Anziehen der Spanneinrichtung nicht mit einem unteren Abschnitt (22) gegen den Überschlag (7,10) zur Anlage kommen kann.
8. Verwendung eines Vorspann-Drehmoments zum Vorbeugen von Verwindungen im Bereich des
unteren, quer verlaufenden Flügelholms von zum Öffnen beweglichen Flügeln von Fenstern,
Türen oder dergleichen, bei dem ein langgestrecktes Versteifungselement (20) im vertikalen
Flügelfalz, in Anlage mit einer zur Haupt-Flügelebene parallelen und mit einer dazu
senkrechten Falzfläche gebracht wird und ein unterer Abschnitt des Versteifungselementes
im Bereich der unteren Flügelecke durch den Flügelüberschlag hindurch mit einem außen
auf dem Flügelüberschlag aufliegenden Beschlagteil über ein "spannendes" Verbindungselement
fest so verbunden wird, daß zumindest der untere Eckbereich des Flügelrahmens bzw.
des Flügelüberschlages, an dem auf der Flügelsichtseite der Beschlagteil (5) aufliegt,
mit einem Endabschnitt (22) des unteren Abschnitts des Versteifungselementes (20)
gegenüber der Haupt-Flügelebene (13,V) vorgespannt oder vorverwunden wird (β).
9. Flügel oder Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei der Vorspannwinkel (β)
kleiner als 10° ist; oder
der Vorsprung (22) in Vertikalrichtung schmäler als die Höhe des unteren horizontalen
Holmprofils (50) ist; oder
der Quader (20) als Versteifungselement eine größere Höhe parallel zur Flügel-Stirnseite
(9) aufweist, als senkrecht dazu.
10. Flügel oder Verfahren nach einem der vorigen Ansprüche, wobei das Vorspannverfahren
zwei Schritte aufweist:
(i) in einem ersten Schritt das Versteifungs- oder Verstärkungselement (20) mit einem
oberen Ende an der Innenseite des Überschlags (7) anliegt, die Spanneinrichtung in
eine Aufnahme (25b) bereits eingreift, aber das untere Ende (22) des Verstärkungselementes
(20) noch nicht am Überschlag (7) anliegt;
(ii) in einem zweiten Schritt bei einem Anziehen des Spannelementes (26) der untere
Abschnitt (22) Druckkraft aufbringend an der Innenseite (10) des Überschlags (7) angreift
und dabei die untere Flügelecke verformt; oder
(iii) schon vor dem Anliegen des unteren Endes (22) des Verstärkungselementes (20)
durch eine Winkelneigung der Aufnahme (25b) im unteren Eckbereich des Flügels eine
Vorspannung verursacht wird.
11. Flügel oder Verfahren nach Anspruch 10, wobei ein stärkeres Anziehen als dritter Schritt
hinzutritt, bei dem der Vorsprung (22) am unteren Endabschnitt des Verstärkungselementes
(20) stärker verformend eingreift und einen Spalt (23) zwischen einer Innenfläche
(20a) des Verstärkungselementes (20) und der Innenfläche des Überschlags (7) kleiner
werden läßt.