TECHNISCHES GEBIET
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf das Gebiet der Messung von Gasströmungen
mit thermischen Sensoren. Sie geht aus von einem Verfahren und einem Sensor zur Massenflussmessung
gemäss Oberbegriff der unabhängigen Ansprüche.
STAND DER TECHNIK
[0002] In der WO 01/96819 A1 wird ein Gaszähler offenbart, der als Energiemessgerät geeicht
ist. Die Eichung beruht darauf, dass Sensorsignalwerte in Abhängigkeit der Durchflussrate
eines Eichgases oder Kalibriergases bestimmt und in Form einer Sensoreichkurve oder
Sensorkalibrierkurve im Gaszähler gespeichert werden. Die Sensoreichkurve beziehungsweise
die Sensorsignalwerte werden mit einem Signal-Umrechnungsfaktor und einem Brennwertfaktor
für das Basis-Gasgemisch multipliziert, so dass das erhaltene Produkt einen Gasverbrauch
in einer Leistungseinheit und nach Integration in einer Energieeinheit angibt. Mit
einem weiteren Korrekturfaktor kann wenigstens näherungsweise der tatsächliche Heizwert
eines bezogenen Gasgemisches in der Energieeichung berücksichtigt werden. Als tatsächlicher
Heizwert kann ein gemessener, über eine bestimmte Zeitspanne gemittelter Heizwert
verwendet werden. Nachteilig ist, dass eine externe Einheit zur Bestimmung des Heizwerts
erforderlich ist.
[0003] In der EP 0 373 965 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Bestimmung eines
Gas- oder Energieverbrauchs aus einem korrigierten Massenflusssignal offenbart. Bei
der Signalkorrektur werden die Wärmeleitfähigkeit, spezifische Wärmekapazität und
Dichte des Gases berücksichtigt. Das korrigierte Massenflusssignal und damit der Gas-
oder Energieverbrauch sind unabhängig von der Gasart und insbesondere identisch für
Luft, Argon, Helium, Kohlendioxid, Methan und Propan. Nachteilig ist, dass ein solcherart
normiertes Massenflusssignal insensitiv für den Heizwert eines Gases oder Gasgemisches
ist, da brennbare Gase mit unterschiedlichem Heizwert (z. B. Methan oder Propan) gleiche
Massenflusssignale und sogar gleiche Signale wie unbrennbare Gase (z. B. Helium, Argon,
Kohlendioxid oder Luft) ergeben.
[0004] In dem U. S. Pat. No. 5'311'447 werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur verbrennungslosen
Bestimmung des spezifischen Heizwerts von Erdgas offenbart. Hierzu werden mit empirischen
Formeln spezifischer Heizwert, Dichte oder Anteil inerter Gase aus gemessenen Werten
von Viskosität, Wärmeleitfähigkeit, Wärmekapazität, optischer Absorption usw. bestimmt.
Nachteilig ist der grosse Mess- und Rechenaufwand bei der quantitativen Messung mehrerer
unabhängiger gasartabhängiger Grössen und bei deren Zusammenführung mit einer Volumenflussmessung
in einem Gaszähler zur Bestimmung einer konsumierten Energiemenge.
[0005] In der WO 01/18500 wird eine verbesserte Massenflussmessung mit zwei thermischen
CMOS-Anemometern offenbart. Am ruhenden Gas werden bei konstanter Heizleistung eine
Wärmeleitfähgikeit und bei gepulster Heizleistung eine Wärmekapazität gemessen, das
Gas identifiziert und aus dessen spezifischen Heizwert zusammen mit der Massenflussmessung
der totale Brennwert des Gases bestimmt. Nachteilig ist wiederum der relativ grosse
Aufwand bei der Bestimmung der konsumierten Energiemenge aus separaten Werten von
Massenfluss und spezifischem Heizwert. Zudem muss der spezifische Heizwert für eine
hinreichend genaue Bestimmung des Energiebezugs kontinuierlich und mit grosser Genauigkeit
gemessen werden.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur
Bestimmung einer Durchflussrate anzugeben, wobei eine verbesserte Eichbarkeit erreicht
wird. Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche
gelöst.
[0007] In einem ersten Aspekt besteht die Erfindung in einem Verfahren zum Messen eines
Gasverbrauchs mittels eines Gaszählers, insbesondere zum Messen eines verrechenbaren
Gasenergiebezugs im privaten, öffentlichen oder industriellen Bereich, wobei vom Gaszähler
mit Hilfe eines thermischen Durchflusssensors zu einer Durchflussrate im wesentlichen
proportionale Sensorsignalwerte bestimmt werden und die Sensorsignalwerte aufgrund
einer Kalibration des Gaszählers als Energiemessgerät als Energiewerte ausgegeben
werden, wobei vom Gaszähler eine Gasart insoweit bestimmt wird, dass ein nicht brennbares
Gasgemisch von einem brennbaren Gasgemisch unterschieden wird und der Gaszähler bei
Vorhandensein eines nicht brennbaren Gasgemisches mit einer Kalibration in Massen-
oder Normvolumeneinheiten und bei Vorhandensein eines brennbaren Gasgemisches mit
einer Kalibration in Energieeinheiten betrieben wird. Der Betrieb als Energiemessgerät
umfasst auch Kalibration und Betrieb als Leistungsmessgerät mit Ausgabe von Leistungswerten.
Das erfindungsgemässe Verfahren und Gasmeter bringt diverse Vorteile. Die Zuverlässigkeit
der Energiemessung wird deutlich erhöht, da mit geringem Aufwand beim durchströmenden
Gas streng unterschieden wird zwischen hochwertigem Nutzgas und nicht brennbarem Gas.
Insbesondere wird automatisch zwischen einem nicht brennbaren Eichgas, typischerweise
Stickstoff oder Luft, und einem Basis-Gasgemisch oder zu messenden Gas unterschieden
und eine automatische Umschaltung von einer Massen- oder Volumenskala auf eine Energieskala
durchgeführt. Die gleiche Unterscheidung wird auch bei einer Ausserbetriebnahme, Inbetriebnahme,
bei Manipulation am Gaszähler oder aus anderem Grund wirksam, so dass Verfälschungen
der Energiemessung durch Kontakt mit Luft o. ä. ausgeschlossen sind. Der Betrieb mit
einer Kalibration in Massen-, Volumen- oder Energieeinheiten beinhaltet insbesondere
eine Signalausgabe und/oder Signalanzeige in diesen Einheiten.
[0008] In einem ersten Ausführungsbeispiel wird mit Hilfe eines thermischen Gasqualitätssensors
mindestens ein gasartabhängiger Parameter des Gasgemisches, insbesondere ein Wärmekoeffizient
wie z. B. eine Wärmeleitfähigkeit λ und/oder Wärmekapazität c oder eine Viskosität
η, bestimmt und durch Vergleich mit bekannten Werten des Parameters für bekannte Gase
oder Gasgemische das Gasgemisch als brennbar oder nicht brennbar identifiziert. Es
genügt also eine ungefähre Kenntnis der Art, oder Zusammensetzung des Gases, damit
eine digitale Entscheidung brennbar/unbrennbar getroffen und die entsprechende Kalibrierung
aktiviert werden kann.
[0009] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 3 hat den Vorteil einer besonders einfachen
Sensorkonfiguration und Signalauswertung. Eine Summenbildung der Temperatursignale
bewirkt, dass das Signal zur Bestimmung eines gasartspezifischen Parameters oder Wärmekoeffizienten
unabhängig von der Flussrichtung und von möglichen Asymmetrien der Anordnung der Temperatursensoren
ist. Es wird auch ein grösseres Signal erzielt als bei Verwendung des stromaufwärts
gelegenen Temperatursensors alleine.
[0010] Die Ausführungsbeispiele gemäss Anspruch 4 und 5 haben den Vorteil, dass eine einfache
Rechenvorschrift genügt, um das anwesende Gas oder Gasgemisch mit hoher Zuverlässigkeit
als brennbar und damit für einen verrechenbaren Energiebezug geeignet oder als nicht
brennbar und damit als nicht verrechenbaren Massenfluss zu kategorisieren.
[0011] Die Ausführungsbeispiele gemäss Anspruch 6 haben den Vorteil, dass der Strombedarf
des Gaszählers ohne Verlust an Messgenauigkeit wirkungsvoll gesenkt werden kann.
[0012] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 7 hat den Vorteil, dass der gesamte Gasenergieverbrauch
oder Energiebezug auch dann korrekt bestimmt werden kann, wenn Umschaltungen zwischen
der Kalibration in Energieeinheiten und anderen Durchflusseinheiten wie Masse oder
Volumen durchgeführt wurden.
[0013] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 8 hat den Vorteil, dass die Durchflussmessung
in Massen- oder Normvolumeneinheiten wahlweise ununterbrochen fortgeführt wird, z.
B. um einen Gesamtvolumenfluss zu bestimmen, oder nur bei Fluss unbrennbarer Gase
aufintegriert wird, z. B. um bei geschlossenem Gaskreislauf eine komplementäre Kontrollgrösse
für den Bezug brennbarer Gase zu generieren, oder nach jeder Umschaltung der Kalibration
neu initialisiert wird, um Unterbrüche beim Energiebezug zu dokumentieren.
[0014] Ausführungsbeispiele gemäss Anspruch 9 haben insbesondere den Vorteil, dass Manipulationsversuche
am Gaszähler einfach erkennbar sind.
[0015] Das Ausführungsbeispiel gemäss Anspruch 10 hat den Vorteil, dass eine automatische
Heizwertnachführung auch ohne irgendeine externe oder interne Bestimmung des aktuellen
spezifischen Heizwerts des Gases oder Gasgemisches durchgeführt wird.
[0016] In einem zweiten Aspekt besteht die Erfindung in einem Gaszähler mit einem thermischen
Massenflusssensor zum Ermitteln eines Gasenergiebezugs gemäss dem zuvor beschriebenen
Verfahren. Der Gaszähler umfasst einen thermischen Durchflusssensor, ist als Energiemessgerät
in Energieeinheiten und zusätzlich als Massenflussmeter in Massen- oder Normvolumeneinheiten
kalibriert, weist einen Gasqualitätssensor auf, der ein Diskriminationssignal, insbesondere
einen gasartabhängigen Parameter oder Wärmekoeffizienten, zur Unterscheidung eines
brennbaren Gasgemisches von einem nicht brennbaren Gasgemisch erzeugt, und ist aufgrund
des Diskriminationssignals zwischen einem Betrieb als Energiemessgerät oder als Massenflussmeter
umschaltbar. Der Gaszähler ist also für Eichzwecke, bei Lagerung oder bei Ausserbetriebnahme
als Massenflussmeter oder, mit zusätzlicher Dichtemessung, als Volumenflussmeter kalibriert
und für Mess- oder Verrechnungszwecke als Energiemeter. Im Betrieb findet keine Verrechnung
statt, wenn Luft detektiert wird. Stattdessen kann eine Durchflussmessung in Masse
oder Volumen durchgeführt werden.
[0017] Die Ausführungsbeispiele gemäss Ansprüchen 12-15 ermöglichen einen besonders einfachen
Aufbau und Betrieb des Gaszählers. Insbesondere sind Manipulationsversuche am Gaszähler
im Betrieb erkennbar, wenn eine wiederkehrende Kontaktnahme mit Luft detektiert wird.
[0018] Weitere Ausführungen, Vorteile und Anwendungen der Erfindung ergeben sich aus abhängigen
Ansprüchen sowie aus der nun folgenden Beschreibung und den Figuren.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNG
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- im Querschnitt ein durchströmtes Rohr mit einem thermischen Durchflusssensor, der
Bestandteil eines Gaszählers mit erfindungsgemäss dualer Kalibrierung als Energie-
und Mengenzähler ist;
- Fig. 2
- Temperatursummensignale zur Bestimmung gasspezifischer Wärmeübergangskoeffizienten;
- Fig. 3
- eine Kalibrationskurve für den Übergang zwischen Eichgas und Basis-Gasgemisch (Nutzgas);
und
- Fig. 4
- eine Tabelle mit Gasparametern für Erdgas.
[0020] In den Figuren sind gleiche Teile mit gleichen Bezugszeichen versehen.
WEGE ZUR AUSFÜHRUNG DER ERFINDUNG
[0021] Fig. 1 zeigt einen Gaszähler 1 umfassend einen thermischen Durchfluss- oder Massenflusssensor
1a, 1b, 7, der ein in einem Strömungskanal oder Rohr 2 angeordnetes Sensorelement
1a, eine Membran 1b und eine Mess- und Auswerteeinheit 7 umfasst. Im Rohr 2 strömt
ein Gas 3 mit einem Strömungs- oder Geschwindigkeitsprofil 4. Das Sensorelement 1a
ist einer zu messenden Strömungsgeschwindigkeit v ausgesetzt. Der Durchflusssensor
1 umfasst ein Heizelement 6, stromaufwärts einen ersten Temperatursensor 5a und stromabwärts
einen zweiten Temperatursensor 5b. Aus Temperatursignalen T
1, T
2 der Temperatursensoren 5a, 5b kann bekanntermassen ein Massenfluss- oder Normvolumenflusssignal
S
M bestimmt werden. Die prinzipielle Funktionsweise beruht darauf, dass eine vom Heizelement
6 erzeugte Temperaturverteilung durch die Strömung 4 asymmetrisch wird und ein Temperaturunterschied
T
1-T
2 an den Temperatursensoren 5a, 5b als Mass für die Strömungsgeschwindigkeit v oder
den Massenfluss dm/dT verwendet wird. In guter Näherung gilt Massenflusssignal S
M proportional zu Temperaturdifferenz T
1-T
2. Im vorliegenden Fall werden zudem durch die Messmittel 7 aus den Massenflusssignalen
S
M oder allgemein Sensorsignalen S des Durchflusssensors 1a aufgrund einer Kalibration
des Gaszählers 1 als Energiemessgerät Energiewertsignale S
E bestimmt und ausgegeben. Die Kalibration als Energiemessgerät ist in der WO 01/96819
A1 offenbart, deren Inhalt hiermit in vollem Umfang durch Bezugnahme in die vorliegende
Offenbarung aufgenommen wird. Ebenso seien die darin zitierten drei Artikel zum CMOS-Anemometer
von J. Robadey sowie F. Mayer et al. durch Bezugnahme hier aufgenommen. Das dort beschriebene
CMOS-Anemometer ist besonders geeignet als Sensorelement 1a des Durchflusssensors.
[0022] Erfindungsgemäss wird nun vom Gaszähler 1 eine Gasart insoweit bestimmt, dass ein
nicht brennbares Gasgemisch 3 von einem brennbaren Gasgemisch 3 unterschieden wird
und der Gaszähler 1 bei Vorhandensein eines nicht brennbaren Gasgemisches 3 mit einer
Kalibration in Massen- oder Normvolumeneinheiten, z. B. l/min, und bei Vorhandensein
eines brennbaren Gasgemisches 3 mit einer Kalibration in Energie- oder Leistungseinheiten,
z. B. kWh, betrieben wird.
[0023] Für die Funktionsfähigkeit des Gaszählers 1 als Energie- und Massenflussmeter kann
statt des Durchflusssensors 1a mit zwei Temperatursensoren 5a, 5b und insbesondere
statt des CMOS-Anemometers 1a auch allgemein ein thermischer Durchflusssensor verwendet
werden, bei welchem das Gas 3 über ein Sensorelement geführt wird, welches ein Heizmittel
zur Temperaturänderung und ein Sensormittel zur Bestimmung seiner Temperatur aufweist,
wobei die flussabhängige Temperaturänderung wiederum ein Mass für den Massenfluss
ist. Alternativ kann der thermische Durchflusssensor 1a auch mit nur einem stromabwärts
angeordneten Temperatursensor 5a betrieben werden. Generell kann der Massenfluss dm/dt
in Massen- oder Normvolumeneinheiten, z. B. in kg/min, angegeben werden oder mit Hilfe
der Dichte ρ aus einem Volumenfluss dV/dT bestimmt werden gemäss dm/dt=ρ*dV/dT. Im
Gaszähler 1 bedeutet eine Signalausgabe eine Signalanzeige und/oder Signalübertragung
an eine Ablese- oder zentrale Auswerteeinheit (nicht dargestellt).
[0024] Gemäss der WO 01/96819 A1 wird mit einem Eichgas 3, typischerweise Stickstoff N
2 oder Luft, ein Sensorsignal S gemessen, das im wesentlichen proportional zur Normvolumen-Durchflussrate
d(V
N2,n)/dt des Eichgases 3 ist. Durch Inversion von S(d(V
N2,n)/dt wird eine Sensoreichkurve F(S) (Durchflussrate in Abhängigkeit des Sensorsignals
S), vormals mit F
n(S(d(V
N2,n)/dt bezeichnet, bestimmt und in der Auswerteeinheit 7 des Gaszählers 1 abgespeichert.
Im Betrieb wird dann das Sensorsignal S mit Hilfe der Sensoreichkurve F(S) auf ein
(unkorrigiertes) Massenflusssignal S
m kalibriert, welches proportional zu F(S) ist oder einfach S
m=F(S) ist. Die Kalibration der Durchflussrate kann also durch eine Sensoreichkurve
F(S) für das Eichgas unter Normbedingungen ausgedrückt werden. Das Massenflussratensignal
S
m hängt noch von der Gassorte ab. Daher werden Abweichungen des Massenflussratensignals
S
m von einem exakten Idealwert für ein Basis-Gasgemisch, typischerweise Erdgas oder
allgemein ein Kohlenwasserstoffgemisch CH, durch einen Signal-Umrechnungsfaktor oder
Sensorsignal-Korrekturfaktor f
N2-CH korrigiert (Fig. 3). Somit gilt S
M=S
m*f
N2-CH mit S
M=korrigertes Massenflussratensignal. Schliesslich wird ein Energiewertsignal S
E durch Multiplikation mit einem Heizwert H
CH (kalorimetrischer Wert pro Einheit der Durchflussgrösse, d. h. pro Standardvolumen
oder pro Masse) des Basis-Gasgemisches und Integration bestimmt: S
E = ∫S
M • H
CH • dt = f
N2-CH • H
CH • ∫F(S) • dt.
[0025] Ausgehend von dieser Energiekalibration für das Basis-Gasgemisch CH ist es nun jedoch
nicht mehr notwendig, am Gasgemisch eine Messung des aktuellen Heizwerts des Gasgemisches
durchzuführen. Gemäss der WO 01/96819 A1 erfolgt nämlich im thermischen Durchflusssensor
1a, insbesondere im CMOS-Anemometer-Durchflusssensor 1a, eine inhärente automatische
Heizwertnachführung bei Abweichungen des aktuellen Gasgemisches 3 vom Basis-Gasgemisch
CH. Es genügt also, eine ungefähre Kenntnis über Art und/oder Zusammensetzung des
Gases 3 zu erlangen und eine digitale Entscheidung herbeizuführen, ob ein brennbares
oder verrechenbares Gas 3 bezogen wird oder aber nur ein Durchfluss eines nicht brennbaren
oder zumindest nicht verrechenbaren Gasbezugs gemessen werden soll, wobei im ersten
Fall ohne Heizwertmessung eine relativ zuverlässige, auf den aktuellen Heizwert bezogene
Energiemessung erfolgt.
[0026] Gemäss der WO 01/96819 A1 oder der unveröffentlichten EP-Anmeldung Nr. 01 810 546.0,
hiermit in vollem Umfang durch Bezugnahme aufgenommen, können für die genannten Grössen
S, F(S), f
N2-CH und H
CH und daraus ableitbare Grössen auch geeignete Zeitmittelwerte verwendet werden.
[0027] Bevorzugt wird mit Hilfe eines thermischen Gasqualitätssensors 1a mindestens ein
gasartabhängiger Parameter λ, c, α (Diffusivität), η (Viskosität) des Gasgemisches
3, insbesondere ein Wärmekoeffizient λ, c, α wie z. B. eine Wärmeleitfähigkeit λ und/oder
eine Wärmekapazität c, bestimmt und durch Vergleich mit bekannten Werten des Parameters
λ, c, α, η für bekannte Gase oder Gasgemische das Gasgemisch 3 als brennbar oder nicht
brennbar identifiziert.
[0028] Im folgenden wird eine detailliertere Analyse zur Messung der Wärmeleitfähigkeit
mit dem thermischen Durchflusssensor 1a gegeben. Das zu messende Gas 3 kann als weitgehend
inkompressibel angenommen werden, da relative Dichteänderungen Δρ/ρ≈1/2(v/c
0)
2 mit v = Flussgeschwindigkeit und c
0 = Schallgeschwindigkeit für typische Werte v ≈ 3 m/s und c
0 ≈ 300 m/s im Bereich von 10
-4 liegen und somit vernachlässigbar sind. Für inkompressible Gase 3, d. h. v << c
0, und unter Vernachlässigung viskoser Dissipation kann der Wärmetransport inklusive
Konvektion aus der stationären Wärmeleitungsgleichung durch Hinzufügen eines konvektiven
Terms hergeleitet werden. Für einen Strömungskanal 2 in x-Richtung ohne Wärmequelle
im Gas 3 lautet die Wärmeleitungsgleichung mit erzwungener Konvektion

mit T = T(x, y, z) das stationäre Temperaturfeld im Gas 3, λ = Wärmeleitfähigkeit,
v
x = Flussgeschwindigkeit in x-Richtung, c
p = Wärmekapazität und ρ = Dichte des Gases 3. Für vernachlässigbare Konvektion v
x ≈ 0 kann die Wärmeleitfähigkeit λ bestimmt werden, indem die stationäre Diffusionsgleichung

integriert wird und die korrekten Randbedingungen für die Integrationskonstanten
(Wärmestrom j≠0, keine Wärmequelle im Gas 3) eingesetzt werden. Für nicht vernachlässigbare
Konvektion v
x > 0 kann aus Gleichung (G1) bei bekanntem v
x die inverse thermische Diffusivität α
-1 = c
pρ/λ bestimmt werden.
[0029] Gleichung (G1) wurde mit einer finiten Elemente Berechnung für den Durchflusssensor
1a gemäss Fig. 1 in CMOS-Ausführung für typische Gasbestandteile von Erdgas (Propan
C
3H
8, Äthan C
2H
6, Kohlendioxid CO
2, Methan CH
4, Stickstoff N
2 und Helium He) unter Verwendung von deren bekannten Wärmekoeffizienten λ, c
p, α gelöst. In Fig. 2 ist die resultierende Temperatursumme T
1 + T
2 für diese Erdgaskomponenten als Funktion der Flussgeschwindigkeit v
x aufgetragen. Die Temperatursumme T
1 + T
2 für kleine v
x (im ungefähren Bereich 0...20 ml/min, insbesondere 0...5 ml/min) sind deutlich unterscheidbar,
da die zugrundeliegenden Wärmeleitfähigkeiten λ (s. Fig. 4) hinreichend unterschiedliche
Werte haben. Es genügt also, am herkömmlichen thermischen Durchflusssensor 1a einfach
ein Summensignal der Temperatursensoren 5a, 5b als Mass für eine Gasart und insbesondere
als Diskriminationssignal zur Unterscheidung zwischen einem brennbaren und unbrennbaren
oder nicht verrechenbaren Gas 3 zu verwenden. Auch aus dem Temperatursignal des ersten
Temperatursensors 5a alleine - und sogar aus dem weniger variierenden Temperatursignal
des zweiten Temperatursensors 5b alleine - kann ein gasartabhängiger Wärmekoeffizient
λ, c, α bestimmt werden. Insbesondere kann aufgrund des Wärmetransports in Flussrichtung
immer bestimmt werden, welcher Temperatursensor 5a, 5b der erste, d. h. stromaufwärts
gelegene und welcher der zweite, d. h. stromabwärts gelegene ist. Auch für grössere
Flussgeschwindigkeiten v
x >> 0 sind die Temperaturkurven T
1 + T
2 oder T
1 alleine (nicht dargestellt) gasartabhängig und unterscheidbar, da die zugrundeliegenden
Diffusivitätswerte α und/oder Wärmekapazitäten c
p oder allgemein c unterschiedlich sind. Gemäss der WO 01/18500 können auch, wie eingangs
erwähnt, am ruhenden Gas bei konstanter Heizleistung die Wärmeleitfähigkeit λ und
separat davon bei gepulster Heizleistung die Wärmekapazität c oder c*ρ gemessen werden.
Hierfür wird mindestens zeitweise das Heizmittel mit einer konstanten Heizleistung
oder in Form von Heizpulsen betrieben und eine strömungsunabhängige Wärmeleitfähigkeit
λ oder Wärmekapazität c gemessen.
[0030] Fig. 4 zeigt eine Tabelle mit Wärmekoeffizienten λ, c
p, α und spezifischen Dichten ρ typischer Erdgasbestandteile Methan, Äthan, Propan,
Sauerstoff, Wasserstoff, Kohlenmonoxid (brennbar) und Kohlendioxid, Stickstoff, Wasser
und Helium (unbrennbar). In einem bevorzugten Ausführungsbeispiel wird eine gemessene
Wärmeleitfähigkeit λ auf Übereinstimmung mit einem Wärmeleitfähigkeitswert entsprechend
einem Absolutwert von 0,026 W/mK für Stickstoff, Sauerstoff oder Luft, insbesondere
0,0260 W/mK für Stickstoff, 0.0263 W/mK für Sauerstoff oder 0,0261 W/mK für Luft,
oder 0,0168 W/mK für Kohlendioxid getestet, wobei eine vorgebbare Toleranz von ±10%,
bevorzugt ±5% und besonders bevorzugt ±2% berücksichtigt wird. Bei Übereinstimmung
wird das Gasgemisch 3 als nicht brennbar kategorisiert und eine Signalausgabe 8 des
Gaszählers 1 mit einer in Massen- oder Normvolumeneinheiten, z. B. l/min, kalibrierten
Skala 8b betrieben. Bei Nichtübereinstimmung wird das Gasgemisch 3 als brennbar kategorisiert
und eine Signalausgabe 8 des Gaszählers 1 mit einer in Energieeinheiten, z. B. kWh,
kalibrierten Skala 8a betrieben.
[0031] Alternativ oder ergänzend wird eine gemessene Wärmekapazität c oder c
p mit einem Schwellwert entsprechend einem Absolutwert von 1300 J/kgK verglichen, wobei
eine vorgebbare Toleranz von ±10%, bevorzugt ±5% und besonders bevorzugt ±2% berücksichtigt
wird. Bei Unterschreiten des Schwellwerts wird das Gasgemisch 3 als nicht brennbar
kategorisiert und eine Signalausgabe 8 des Gaszählers 1 mit einer in Massen- oder
Normvolumeneinheiten kalibrierten Skala 8b betrieben. Bei Überschreiten des Schwellwerts
wird das Gasgemisch 3 als brennbar kategorisiert und eine Signalausgabe 8 des Gaszählers
1 mit einer in Energieeinheiten kalibrierten Skala 8a betrieben.
[0032] Vorzugsweise wird periodisch geprüft, ob der Gaszähler 1 mit einem brennbaren Gas
3, insbesondere Erdgas, oder mit einem nicht brennbaren Gas 3, insbesondere Stickstoff
oder Luft, in Kontakt steht. Mit Vorteil werden auch Messintervalle zur Bestimmung
von Sensorsignalen S; S
m, S
M, S
E bei Vorhandensein eines nicht brennbaren Gasgemisches 3 gross, insbesondere 1 Minute
oder länger, und bei Vorhandensein eines brennbaren Gasgemisches 3 klein, insbesondere
10 Sekunden oder kürzer, gewählt.
[0033] Ein konsumierter Gasenergiebezug kann im Gaszähler 1 aufintegriert werden und bei
einer Umschaltung der Kalibration auf Massen- oder Normvolumeneinheiten zwischengespeichert
und bei Rückumschaltung auf Energieeinheiten als Startwert verwendet werden. Andererseits
kann die Durchflussrate S
M bei einer Umschaltung der Kalibration auf Energieeinheiten weiter inkrementiert und
insbesondere ausgegeben werden, oder die aufintegrierte Durchflussrate wird zwischengespeichert
und insbesondere ausgegeben und bei Rückumschaltung auf Massen- oder Normvolumeneinheiten
als Startwert verwendet oder als Startwert auf Null zurückgesetzt.
[0034] Mit Hilfe eines Indikators oder Displays 9 kann angezeigt werden, ob der Gaszähler
1 mit Luft oder Erdgas oder einer Mischung von Luft und Erdgas in Kontakt steht. Desweiteren
können durch eine Default-Einstellung des Gaszählers 1 Massen- oder Normvolumeneinheiten
angegeben werden und erst bei einem erstmaligen Kontakt mit Nutzgas, insbesondere
Erdgas, Energieeinheiten angegeben werden. Auch kann durch eine Erstinitialisierung
des Gaszählers 1, insbesondere bei Montage, die Kalibration automatisch von Massenoder
Normvolumeneinheiten oder Luft auf Energieeinheiten oder Erdgas umgeschaltet werden.
Schliesslich kann bei Kontaktnahme mit Luft, Erdgas und wiederum Luft ein Manipulationsindikator
10 des Gaszählers 1 aktiviert werden.
[0035] Die Erfindung hat auch einen Gaszähler 1 zur Ausführung des oben beschriebenen Verfahrens
zum Gegenstand. Vorzugsweise haben der thermische Durchflusssensor 1a und der Gasqualitätssensor
1a einen identischen Sensoraufbau und sind insbesondere identisch. Im Gaszähler 1
werden dann die Sensorsignalwerte S; S
m, S
M, S
E und ein Wärmekoeffizient λ, c
p, α des Gasgemisches 3 im selben thermischen Sensor 1a gemessen, insbesondere in einem
CMOS-Anemometer 1a mit einem Heizdraht 6 und mit mindestens einem stromaufwärts angeordneten
Temperatursensor 5a und optional zusätzlich mit mindestens einem stromabwärts angeordneten
Temperatursensor 5b. Der thermische Durchflusssensor 1a ist als Gasqualitätssensor
1a betreibbar, wenn eine gemessene Massenflussrate einen vorgebbaren Schwellwert unterschreitet.
Alternativ kann der Gasqualitätssensor 1a in einem Bereich mit konstanter Durchflussrate,
insbesondere mit weitgehend ruhendem Gas 3, angeordnet sein.
[0036] Gemäss Fig. 1 umfasst der Gaszähler 1: einen Indikator oder ein Display 9 für Gasqualität,
insbesondere für Vorhandenseins von Eichgas 3 oder Nutzgas 3, vorzugsweise von Luft,
Erdgas oder Luft-Erdgasgemisch; einen Manipulationsindikator 10, der bei wechselnder
Kontaktnahme mit einem nicht brennbaren Gas 3, insbesondere Eichgas 3, einem brennbaren
Gas oder Nutzgas 3 und wiederum einem nicht brennbaren Gas 3, insbesondere einem Umgebungsgas
3, aktivierbar ist; eine Mess- und Auswerteeinheit 7 zur Bestimmung von Energieverbrauchswerten
(S
E) und/oder Massendurchflusswerten S
M; und vorzugsweise separate Datenspeicher 7b, 7c zur Speicherung von Energieverbrauchswerten
S
E und von Massendurchflusswerten oder Normvolumenflusswerten S
M. Die Recheneinheit 7a umfasst auch einen Datenspeicher für bekannte Wärmekoeffizienten
X, c
p, α, Dichten ρ oder Viskositäten η bekannter Gase sowie Rechenmittel zum Vergleich
von gemessenen mit gespeicherten oder aus Speicherwerten interpolierten Wärmekoeffizienten
λ, c
p, α, Dichten ρ oder Viskositäten η sowie Rechenmittel zur Bestimmung des Gasgemisches
3 als brennbar bzw. verrechenbar oder unbrennbar bzw. nicht verrechenbar.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0037]
- 1
- Gaszähler
- 1a
- thermischer Massenflusssensor, CMOS-Sensor
- 1b
- Membran
- 2
- Strömungskanal, Rohr
- 3
- Gas; Erdgas, Eichgas, Kalibriergas
- 4
- Strömungsprofil
- 5a, 5b
- erster, zweiter Temperatursensor, Thermoelemente
- 6
- Heizelement, Heizdraht
- 7
- Mess- und Auswerteeinheit
- 7a
- Recheneinheit
- 7b
- Datenspeicher für Energieverbrauchswerte
- 7c
- Datenspeicher für Durchflusswerte
- 8
- Signalausgabe, Display
- 8a
- Skala in Massen-/Normvolumeneinheiten kalibriert
- 8b
- Skala in Energieeinheiten kalibriert
- 9
- Gasqualitätsindikator, Display
- 10
- Manipulationsindikator, Display
- CH
- Erdgas, Basis-Gasgemisch
- fN2-CH
- Korrekturfaktor für Sensorsignal
- F(S)
- Sensoreichkurve
- HCH
- Heizwert, Brennwert
- λ
- Wärmeleitfähigkeit
- c, cp
- spezifische Wärmekapazität
- ρ
- Dichte
- α
- Diffusivität
- η
- Viskosität
- S
- Sensorsignal
- Sm
- Massenfluss(raten)signal für Eichgas oder Kalibriergas
- SM
- Massenfluss(raten)signal für Basis-Gasgemisch
- SE
- Energiewertsignal
- T1, T2
- Temperaturen
- v, vx
- Flussgeschwindigkeit
- dV/dT
- Volumendurchflussrate
1. Verfahren zum Messen eines Gasverbrauchs mittels eines Gaszählers (1), insbesondere
zum Messen eines verrechenbaren Gasenergiebezugs im privaten, öffentlichen oder industriellen
Bereich, wobei vom Gaszähler (1) mit Hilfe eines thermischen Durchflusssensors (1a)
zu einer Durchflussrate proportionale Sensorsignale (S) bestimmt werden und die Sensorsignale
(S) aufgrund einer Kalibration des Gaszählers (1) als Energiemessgerät als Energiewertsignale
(S
E) ausgegeben werden,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) vom Gaszähler (1) eine Gasart insoweit bestimmt wird, dass ein nicht brennbares
Gasgemisch (3) von einem brennbaren Gasgemisch (3) unterschieden wird und
b) der Gaszähler (1) bei Vorhandensein eines nicht brennbaren Gasgemisches (3) mit
einer Kalibration in Massen- oder Normvolumeneinheiten (l/min) und bei Vorhandensein
eines brennbaren Gasgemisches (3) mit einer Kalibration in Energieeinheiten (kWh)
betrieben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) mit Hilfe eines thermischen Gasqualitätssensors (1a) mindestens ein gasartabhängiger
Parameter (λ, c, α, η) des Gasgemisches (3), insbesondere ein Wärmekoeffizient (λ,
c, α) wie z. B. eine Wärmeleitfähigkeit (λ) und/oder Wärmekapazität (c), bestimmt
wird und
b) durch Vergleich mit bekannten Werten des Parameters (λ, c, α, η) für bekannte Gase
oder Gasgemische das Gasgemisch (3) als brennbar oder nicht brennbar identifiziert
wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der thermische Durchflusssensor (1a) und der Gasqualitätssensor (1a) einen identischen
Sensoraufbau haben, wobei das Gasgemisch (3) über einen ersten Temperatursensor (5a),
ein Heizelement (6) und einen zweiten Temperatursensor (5b) geführt wird und
b) aus einer Differenz von Temperatursignalen der Temperatursensoren (5a, 5b) ein
Massenflusssignal (SM) und aus einer Summe der Temperatursignale (T1+T2) oder aus dem Temperatursignal des ersten Temperatursensors (5a) alleine ein gasartabhängiger
Wärmekoeffizient (λ, c, α) bestimmt wird.
4. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine gemessene Wärmeleitfähigkeit (λ) auf Übereinstimmung mit einem Wärmeleitfähigkeitswert
entsprechend einem Absolutwert von 0,026 W/mK für Stickstoff, Sauerstoff oder Luft,
insbesondere 0,0260 W/mK für Stickstoff, 0.0263 W/mK für Sauerstoff oder 0,0261 W/mK
für Luft, oder 0,0168 W/mK für Kohlendioxid getestet wird, wobei eine vorgebbare Toleranz
von ±10%, bevorzugt ±5% und besonders bevorzugt ±2% berücksichtigt wird,
b) bei Übereinstimmung das Gasgemisch (3) als nicht brennbar kategorisiert wird und
eine Signalausgabe (8) des Gaszählers (1) mit einer in Massen- oder Normvolumeneinheiten
(l/min) kalibrierten Skala (8b) betrieben wird und
c) bei Nichtübereinstimmung das Gasgemisch (3) als brennbar kategorisiert wird und
eine Signalausgabe (8) des Gaszählers (1) mit einer in Energieeinheiten (kWh) kalibrierten
Skala (8a) betrieben wird.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) eine gemessene Wärmekapazität (c) mit einem Schwellwert entsprechend einem Absolutwert
von 1300 J/kgK verglichen wird, wobei eine vorgebbare Toleranz von ±10%, bevorzugt
±5% und besonders bevorzugt ±2% berücksichtigt wird,
b) bei Unterschreiten des Schwellwerts das Gasgemisch (3) als nicht brennbar kategorisiert
wird und eine Signalausgabe (8) des Gaszählers (1) mit einer in Massen- oder Normvolumeneinheiten
(l/min) kalibrierten Skala (8b) betrieben wird und
c) bei Überschreiten des Schwellwerts das Gasgemisch (3) als brennbar kategorisiert
wird und eine Signalausgabe (8) des Gaszählers (1) mit einer in Energieeinheiten (kWh)
kalibrierten Skala (8a) betrieben wird.
6. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) periodisch geprüft wird, ob der Gaszähler (1) mit einem brennbaren Gas (3), insbesondere
Erdgas, oder mit einem nicht brennbaren Gas (3), insbesondere Stickstoff oder Luft,
in Kontakt steht und/oder
b) Messintervalle zur Bestimmung von Sensorsignalen (S) bei Vorhandensein eines nicht
brennbaren Gasgemisches (3) gross, insbesondere 1 Minute oder länger, und bei Vorhandensein
eines brennbaren Gasgemisches (3) klein, insbesondere 10 Sekunden oder kürzer, gewählt
werden.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein konsumierter Gasenergiebezug im Gaszähler (1) aufintegriert wird und bei einer
Umschaltung der Kalibration auf Massen- oder Normvolumeneinheiten (l/min) zwischengespeichert
und bei Rückumschaltung auf Energieeinheiten (kWh) als Startwert verwendet wird.
8. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Durchflussrate (S
M) in Massen- oder Normvolumeneinheiten (l/min) im Gaszähler (1) aufintegriert wird
und
a) die Durchflussrate (SM) bei einer Umschaltung der Kalibration auf Energieeinheiten (kWh) weiter inkrementiert
und insbesondere ausgegeben wird oder
b) die aufintegrierte Durchflussrate zwischengespeichert und insbesondere ausgegeben
wird und bei Rückumschaltung auf Massen- oder Normvolumeneinheiten (l/min) als Startwert
verwendet wird oder als Startwert auf Null zurückgesetzt wird.
9. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) mit Hilfe eines Indikators oder Displays (9) angezeigt wird, ob der Gaszähler (1)
mit Luft oder Erdgas oder einer Mischung von Luft und Erdgas in Kontakt steht und/oder
b) durch eine Default-Einstellung des Gaszählers (1) Massen- oder Normvolumeneinheiten
(l/min) angegeben werden und erst bei einem erstmaligen Kontakt mit Nutzgas, insbesondere
Erdgas, Energieeinheiten (kWh) angegeben werden und/oder
c) durch eine Erstinitialisierung des Gaszählers (1), insbesondere bei Montage, die
Kalibration automatisch von Massen- oder Normvolumeneinheiten (l/min) oder Luft auf
Energieeinheiten (kWh) oder Erdgas umgeschaltet wird und/oder
d) bei Kontaktnahme mit Luft, Erdgas und wiederum Luft ein Manipulationsindikator
(10) des Gaszählers (1) aktiviert wird.
10. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass für die Kalibration des Gaszählers (1) als Energiemessgerät Sensorsignale (S) in
Abhängigkeit der Durchflussrate eines Eichgases (3) bestimmt und in Form einer Sensoreichkurve
(F(S)) im Gaszähler (1) gespeichert werden, wobei die Sensoreichkurve (F(S)) mit einem
Signal-Umrechnungsfaktor (fN2-CH) und mit einem Heizwertfaktor (HCH) für ein Basis-Gasgemisch (CH) korrigiert wird und das erhaltene Produkt einen Gasverbrauch
in der Energieeinheit (kWh) oder einer Leistungseinheit angibt.
11. Gaszähler (1) zum Messen eines Gasverbrauchs gemäss einem der vorangehenden Ansprüche.
12. Gaszähler (1) zum Messen eines Gasverbrauchs, insbesondere eines verrechenbaren Gasenergiebezugs
im privaten, öffentlichen oder industriellen Bereich, wobei der Gaszähler (1) einen
thermischen Durchflusssensor (1a) aufweist und als Energiemessgerät in Energieeinheiten
(kWh) kalibriert ist,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Gaszähler (1) zusätzlich als Massenflussmeter in Massen- oder Normvolumeneinheiten
(l/min) kalibriert ist,
b) der Gaszähler (1) einen Gasqualitätssensor (1a) aufweist, der ein Diskriminationssignal,
insbesondere einen gasartabhängigen Parameter (λ, c, α, η), zur Unterscheidung eines
brennbaren Gasgemisches (3) von einem nicht brennbaren Gasgemisch (3) erzeugt, und
c) der Gaszähler (1) aufgrund des Diskriminationssignals zwischen einem Betrieb als
Energiemessgerät oder als Massenflussmeter umschaltbar ist.
13. Gaszähler (1) nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der thermische Durchflusssensor (1a) und der Gasqualitätssensor (1a) einen identischen
Aufbau haben und/oder
b) der thermische Durchflusssensor (1a) und/oder der Gasqualitätssensor (1a) CMOS-Anemometer
(1a) mit einem Heizdraht (6) und stromaufwärts und stromabwärts angeordneten Temperatursensoren
(5a, 5b) sind.
14. Gaszähler (1) nach einem der Ansprüche 12-13,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der thermische Durchflusssensor (1a) als Gasqualitätssensor (1a) betreibbar ist,
wenn eine gemessene Massenflussrate einen vorgebbaren Schwellwert unterschreitet oder
b) der Gasqualitätssensor (1a) in einem Bereich mit konstanter Durchflussrate, insbesondere
mit weitgehend ruhendem Gas (3), angeordnet ist.
15. Gaszähler (1) nach einem der Ansprüche 12-14,
dadurch gekennzeichnet, dass
a) der Gaszähler (1) einen Indikator oder ein Display (9) für Gasqualität, insbesondere
für Vorhandenseins von Eichgas (3) oder Nutzgas (3), vorzugsweise von Luft, Erdgas
oder Luft-Erdgasgemisch, aufweist und/oder
b) der Gaszähler (1) einen Manipulationsindikator (10) aufweist, der bei wechselnder
Kontaktnahme mit einem nicht brennbaren Gas (3), insbesondere Eichgas (3), einem brennbaren
Gas oder Nutzgas (3) und wiederum einem nicht brennbaren Gas (3), insbesondere einem
Umgebungsgas (3), aktivierbar ist und/oder
c) der Gaszähler (1) eine Mess- und Auswerteeinheit (7) zur Bestimmung von Energieverbrauchswerten
(SE) und/oder Massendurchflusswerten (SM) aufweist und/oder
d) der Gaszähler (1) separate Datenspeicher (7b, 7c) zur Speicherung von Energieverbrauchswerten
(SE) und von Massendurchflusswerten oder Normvolumenflusswerten (SM) aufweist.