[0001] Die Erfindung betrifft eine Flachtastatur zum Bedienen eines elektrisch gesteuerten
Geräts, beispielsweise eines von Hand gehaltenen Laserentfernungsmessgeräts, nach
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Der Grossteil der in den verschiedensten Anwendungsgebieten eingesetzten, elektrisch
gesteuerten Geräte weist zum Bedienen derselben als Mensch-Maschinen-Schnittstelle
eine Tastatur mit wenigstens einer Taste auf. Je nach Art und Grösse des jeweiligen
Geräts können die Abmessungen oder die Ausbildungsvarianten der eingebauten Tastatur
das Design, die Form und insbesondere die Abmessungen des Geräts entscheidend mitbestimmen.
[0003] Da in der Regel die Abmessungen der Frontfläche der Tastatur durch die Anzahl der
Tasten, deren Fläche und Anordnung zueinander vorgegeben ist, ist die Bauhöhe der
Tastatur oft der einzige Freiheitsgrad für eine Minimierung der Grösse der Tastatur.
Vor allem kompakte Geräte, beispielsweise für einen mobilen, insbesondere von Hand
gehaltenen Einsatz, weisen heute Flachtastaturen auf, die typischerweise eine Bauhöhe
von einigen wenigen Millimetern nicht überschreiten.
[0004] Mit Ausnahme von Piezotastaturen, die vor allem für Anwendungen mit extremen Anforderungen
an die Robustheit eingesetzt werden, sind praktisch alle Flachtastaturen als Folientastaturen
ausgebildet. Folientastaturen bestehen zumindest aus einer frontseitigen Tastfolie
mit mehreren Tastbereichen zum Auslösen jeweils einer Funktion der Tastatur, welche
Tastfolie mit einem Trägerelement unlösbar zu einer integralen, einbaufertigen Bedieneinheit
verbunden ist, die wasser- oder sogar gasdicht ausgebildet sein kann. Das Trägerelement
seinerseits kann als Trägerplatine oder als Trägerfolie ausgebildet sein. Letztere
Ausbildung einer Folientastatur ermöglicht sogar biegbare Ausbildungsformen von Flachtastaturen.
Mit Folientastaturen können sogar Bauhöhen in der Grössenordnung eines Millimeters
mit einem entsprechend geringen Gewicht realisiert werden.
[0005] Zudem zeichnen sich Folientastaturen - im Vergleich zu alternativen Tastaturbauformen,
die beispielsweise Gummikörper mit abstehenden, turmförmigen Gummiblöcken oder aufgesetzte,
starre Tastenkörper aufweisen - durch eine wesentlich kostengünstigere Herstellung
sowie eine einfache Befestigung an der Aussenfläche des Gerätgehäuses aus, welche
frei zugänglich durchführbar ist. Folientastaturen werden daher häufig bei Billigprodukten
eingesetzt.
[0006] Aus der Einleitung der Beschreibung der DE 196 50 468 C2 ist eine Folientastatur
bekannt, die sich aus mehreren flächig miteinander verklebten Einzelfolien zusammensetzt.
Neben der Tastfolie und der Trägerfolie mit aufgedruckten Leiterbahnen können dabei
weitere Folien, beispielsweise eine Abstandhaltefolie, eine Designfolien oder eine
Klebefolie vorgesehen sein. Die Tastatur wird als vorgefertigte Einheit von oben frei
zugänglich auf der Oberseite eines Gerätegehäuses - beispielsweise aus Polycarbonat
- aufgelegt und über eine rückseitig auf der Tastatur aufgebrachten Klebefolie durch
ein Anpressen auf einfache Weise mit dem Gehäuse verklebt. Dabei werden die Anschlussleitungen
nach unten durch das Gehäuse geführt. Der Randbereich der Tastatur wird dabei umlaufend
mit dem Gehäuse verklebt, um eine dichte Verbindung zwischen der in sich dichten Tastatureinheit
und dem Gehäuse zu erzielen.
[0007] Neben vielen Vorteilen haben die heutigen Folientastaturen jedoch einen zentralen
Schwachpunkt. Sie weisen insbesondere im Vergleich zu den alternativen nicht flächig
ausgebildeten Tastaturtypen vielfach einen eher bescheidenen Bedienkomfort auf.
[0008] Der Bedienkomfort von Tastaturen - wie er vom Benutzer wahrgenommenen wird - ist
von einer Vielzahl von Kriterien abhängig. Das Auffinden, das taktile Anfühlen und
insbesondere die Sensitivität beim Anschlagen der Bereiche, die für ein Auslösen der
einzelnen Funktionen der Tastatur vorgesehen sind, haben neben mechanischen und/oder
akustischen Rückkopplungen einen sehr entscheidenden Einfluss auf den wahrgenommenen
Bedienkomfort. Insbesondere durch eine kritische Grösse der Auslösekraft, durch eine
geringe Streuung derselben, durch einen deutlich spürbaren Druckpunkt sowie durch
eine kritische Länge des Anschlagwegs beim Auslösen der Funktionen der Tastatur wird
diese Sensitivität positiv beeinflusst. Wenig definierte Zustände bzw. ein schwammiges
Verhalten der Tastatur beim Auslösen der Funktionen, eine grosse Totzeit zwischen
zwei Anschlägen sowie sprunghaft auftretende Kraftspitzen werden dagegen als unangenehm
empfunden.
[0009] Bedingt durch die geringe Bauhöhe von Flachtastaturen sind dem möglichen Anschlagweg
- beispielsweise im Vergleich zu einer Computer-Desktop-Tastatur - enge Grenzen gesetzt.
Dieser prinzipielle Nachteil von Flachtastaturen muss durch die anderen Kriterien
zusätzlich kompensiert werden.
[0010] Das Spezifikum von Folientastaturen, das die Frontfolie Auslösefläche der Tastbereiche
und Deckfläche der Eingabeeinheit zugleich ist, wirft zusätzliche Probleme auf. Zum
einen sollte die Frontfolie einerseits in den Tastbereichen leicht biegsam elastische
Bereiche aufweisen und andererseits sollte die Frontfolie hingegen als Deckfläche
abriebfest und hart ausgebildet sein. Zum anderen erschwert die zusammenhängende Fläche
der Frontfolie ist ein Auffinden der Bereiche, in denen die Funktionen der Tastatur
auslösbar sind. Erhebungen um diese bzw. in diesen Bereichen, die in die Frontfolie
geprägt werden, können zwar beim Auffinden der Bereiche hilfreich sein, versteifen
jedoch zwangsläufig die Frontfolie genau in jenen Bereichen, die beim Auslösen eigentlich
elastisch biegsam sein sollten.
[0011] Zwar sind in den letzten Jahren bei Folientastaturen in Bezug auf Bedienkomfort gewisse
Fortschritte gemacht worden. So konnten auch bei Folientastaturen beispielsweise höhere
kritische Auslösekräfte in Kombination mit einem spürbaren Druckpunkt durch den Einbau
von als Dom ausgebildeten Schaltelementen - so genannten Knackfröschen - realisiert
werden. Die Bedienung von Folientastaturen ist aber in der Praxis nach wie vor - im
Vergleich zu alternativen Tastaturtypen - unangenehm.
[0012] Unangenehm zu bedienende Tastaturen führen zu Unsicherheiten in der Bedienung und
erschweren so unmittelbar ein zuverlässiges Arbeiten mit dem Gerät. Bei Geräten -
wie beispielsweise Mobiltelefonen, Taschenrechner oder Fernbedienungen - bei denen
einerseits ein angenehmes und sicheres Auslösen von Tasten von zentralem Interesse
ist und andererseits aber auch eine geringe Bauhöhe im Prinzip wünschenswert wäre,
sind daher Folientastaturen trotz ihrer aussergewöhnlichen Flachheit selbst in den
unteren Preis- bzw. Qualitäts-Segmenten nur vereinzelt anzutreffen.
[0013] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, Mängel des Standes der Technik zu
beheben. So sollen Flachtastaturen vorgeschlagen werden, die einen verbesserten Bedienkomfort
aufweisen.
[0014] Diese Aufgabe wird durch eine Flachtastatur gelöst, bei der die kennzeichnenden Merkmale
des Patentanspruchs 1 verwirklicht sind.
[0015] Weitere alternative oder vorteilhafte Aus- bzw. Weiterbildungen der Erfindung sind
in den Merkmalen der abhängigen Patentansprüche beschrieben.
[0016] Eine erfindungsgemässe Flachtastatur wird durch eine fest zusammengefügte Struktur
von im Wesentlichen flächig ausgebildeten Materialschichten gebildet. Die fest zusammengefügte
Struktur bildet eine montagefertige Einheit mit wenigstens einem Tastbereich. Die
Flachtastatur weist wenigstens eine flächig ausgebildete Trägermaterialschicht, wenigstens
ein Schaltelement und eine im Wesentlichen flächig ausgebildete, weichelastische Gummi-
oder Kunststoffschicht auf. Wenigstens eine erste und wenigstens eine zweite Schaltkontaktfläche
sind dabei auf der Trägermaterialschicht aufgebracht. Die beiden Schaltkontaktflächen
sowie das Schaltelement sind dem Tastbereich zugeordnet, wobei das Schaltelement durch
eine Auslösekraft - sich selbsttätig zurückstellend - verformbar ist. Bei einem solchen
Verformen des Schaltelementes entsteht eine elektrisch leitende Verbindung zwischen
den beiden Schaltkontaktflächen, wodurch die Funktion der Tastatur ausgelöst wird.
Die Auslösekraft wird dabei über die Frontfläche der Flachtastatur in den Tastbereich
eingeleitet. Gemäss der Erfindung ist die weichelastische Gummi- oder Kunststoffschicht
dem Schaltelement in der Weise zugeordnet, dass die Auslösekraft mittelbar über die
weichelastische Gummi- oder Kunststoffschicht auf das Schaltelement einwirkt.
[0017] Die Auslösekraft wird in der Regel durch einen Finger ausgeübt, indem er jeweils
im Tastbereich gegen die Frontfläche gedrückt wird. Dabei liegt der Finger auf dem
Tastbereich auf und die Druckkraft wird solange erhöht, bis die Druckkraft die kritische
Grösse der Auslösekraft erreicht. Nun gibt das Schaltelement nach und wird verformt.
Unmittelbar nach diesem Verformen wird der Finger durch das Ausüben der Druckkraft
in Richtung der Tastatur beschleunigt und wenig später wieder gestoppt. Bei Folientastaturen
gemäss dem Stand der Technik werden beim Stoppen von der Folientastatur auf den Finger
Kraftspitzen ausgeübt, die als unangenehm empfunden werden. Erfindungsgemäss werden
diese nun aber von der weichelastischen Gummi- oder Kunststoffschicht durch deren
Deformation zum Grossteil aufgefangen. Der Finger wird nun nach dem Auslösen einer
Funktion der Tastatur sanft verzögernd abgebremst.
[0018] Da die Gummi- oder Kunststoffschicht im Wesentlichen auch flächig - beispielsweise
mit einer Materialstärke von weniger als einem Millimeter - ausgebildet ist, kann
sie gemeinsam mit dem Schaltelement, der Trägerschicht und gegebenenfalls mit anderen
Schichten zu einer gemeinsamen montagefertigen Einheit - vergleichbar einer Folientastatur
- fest zusammengefügt werden.
[0019] Besonders ausgeprägt ist die vorteilhafte Wirkung der Erfindung bei Flachtastaturen,
deren Schaltelemente als Dome ausgebildet sind, da diesen Schaltelementen einerseits
relativ grosse Auslösekräfte und anderseits eine sprunghafte, beulenförmig einknickende
Verformung eigen ist.
[0020] Tastaturen mit einem Gummikörper, der abstehende, turmförmige Gummiblöcke aufweist,
sind zwar aus dem Stand der Technik bekannt, jedoch weisen die abstehenden Gummiblöcke
- die als Tasten dienen - allein schon eine Bauhöhe von mehreren Millimetern auf.
Auch ist der Gummikörper aus einem derart harten Gummimaterial gefertigt, dass für
eine spürbare Reduktion der Kraftspitzen Materialstärken von mehreren Millimetern
- in etwa vergleichbar mit der Höhe der Gummiblöcke - erforderlich sind. Beim Einbau
wird der als separates Teil vorliegende Gummikörper zudem in der Regel zwischen der
Printplatte mit den Mäander-förmigen Schaltkontaktflächen und der Gehäusewand eines
elektrisch gesteuerten Geräts in der Regel von innen über Verschraubungen eingeklemmt
und damit die Tastatur erst bei der Endmontage zur einer Tastatureinheit verbunden.
Zu diesem Zweck ist zuerst der Gummikörper an der Innenseite der Gehäusewand anzubringen,
wobei die Gummiblöcke durch Ausnehmungen der Gehäusewand nach draussen geschoben werden
müssen. Die Nachteile dieses Vorgehens im Vergleich zum Befestigen einer als montagefertige
Einheit vorliegenden Flachtastatur liegen auf der Hand.
[0021] Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, im Tastbereich eine Stützscheibe aus
einem steifen Material auf der dem Schaltelement abgewandten Seite der weichelastischen
Gummioder Kunststoffschicht aufzubringen. Eine solche Stützscheibe kann beispielsweise
aufgebracht werden, indem auf der dem Schaltelement abgewandten Seite der Gummi- oder
Kunststoffschicht im Bereich der Auslösefläche des Tastbereichs ein Epoxy-Harz aufgetropft
wird. Durch die Oberflächenspannung bildet sich selbsttätig eine frontseitig konvex
ausgebildete Stützscheibe aus. Damit wird abgegrenzt im Bereich der Auslösefläche
der weichelastischen Gummi - oder Kunststoffschicht eine sehr hohe Steifigkeit verleihen,
die ohne weiteres die Steifigkeit eines mehrere Millimeter starken, turmförmigen Gummiblocks
aus hartem Gummi übertreffen kann. Die elastische Biegsamkeit im Randbereich des Tastbereichs
bleibt jedoch nach wie vor erhalten.
[0022] Zwar sind auch Tastaturen mit Gummikörpern bekannt, deren turmförmige Gummiblöcke
mit einer steifen Schicht aus Epoxy-Harz überzogen sind. Da dort die jeweilige Steifigkeit
bereits durch den mehrere Millimeter starken Gummiblock aus hartem Gummi gegeben ist,
hat hier die Schicht aus Epoxy-Harz die Funktion eines Abriebschutzes der in der Regel
bedruckten Tastenoberfläche.
[0023] Eine andere Weiterbildung der Erfindung sieht einen stösselförmigen Fortsatz an der
dem Schaltelement zugewandten Seite vor. Zum einen kann durch eine entsprechende Querschnittgestaltung
des Fortsatzes die Dynamik des Abbremsens gezielt optimiert werden. Zum anderen wird
durch einen entsprechend ausgebildeten stösselförmigen Fortsatz in Kombination mit
einer hohen Steifigkeit im Tastbereich auch bei einer exzentrischen Krafteinleitung
in den Tastbereich die Auslösekraft auf das Zentrum des Schaltelements weitergeleitet.
Insbesondere bei in Form eines Doms ausgebildeten Schaltelementen wird dadurch eine
im Wesentlichen konstante Grösse der Auslösekraft ermöglicht und zwar - im Gegensatz
zu Folientastaturen des Standes der Technik - unabhängig von der exakten Position
der Auslösekraft innerhalb des Tastbereichs.
[0024] Eine alternative Ausbildung einer erfindungsgemässen Flachtastatur weist eine Frontseite
mit einem transparenten Sichtbereich auf, über den eine Anzeige ablesbar ist. Bei
einem entsprechend flach ausgebildeten Display wäre sogar eine Flachtastatur denkbar,
welche ein integriertes Display aufweist, das über zusätzliche Leiterbahnen ansteuerbar
ist. Damit wäre eine fest zusammengefügte, montagefertige Bedien- und Anzeigeeinheit
realisierbar.
[0025] Nachstehend wird die Erfindung anhand der Figuren der Zeichnung rein beispielhaft
näher beschrieben. Gleiche Teile in unterschiedlichen Ausführungsbeispielen, welche
dieselben Funktionen ausüben, sind nachstehend mit gleichen Bezeichnungen bzw. Bezugszeichen
versehen. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Draufsicht auf ein Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemässen Flachtastatur,
- Figur 2
- eine vergrössert dargestellte Detailansicht des Ausführungsbeispiels aus Figur 1 in
der Schnittansicht II-II und
- Figur 3
- eine vergrössert dargestellte Detailansicht des Ausführungsbeispiels aus Figur 1 in
der Schnittansicht III-III.
[0026] Die Figur 1 zeigt eine Draufsicht auf die Frontfläche eines Ausführungsbeispiels
einer Weiterbildung der Erfindung, beispielsweise einer Flachtastatur für ein von
Hand gehaltenes Laserentfernungsmessgerät. Bei dieser Flachtastatur sind hier ein
kleiner, quadratischer Tastbereich 3'' und einen grosser, kreisförmigen Tastbereich
3''' - jeweils mit unterschiedlichen Querschnittsflächen - vorgesehen. Über den quadratischen
Tastbereich 3'' und den kreisförmigen Tastbereich 3''' kann beispielsweise die Beleuchtung
der Anzeige bzw. der Entfernungsmesser des Laserentfernungsmessgeräts bedient werden.
[0027] Innerhalb des quadratischen Tastbereichs 3'' und des kreisförmigen Tastbereichs 3'''
befindet sich eine quadratische Stützscheibe 6'' bzw. eine kreisförmige Stützscheibe
6''', hier jeweils aus transparentem Epoxy-Harz. Ausserhalb der Tastbereiche 3'' und
3''' befindet sich eine als Polycarbonat-Folie ausgebildete Deckschicht 8, in der
zwei Ausnehmungen für die beiden Stützscheiben 6'' und 6''' vorgesehen sind. Das Material
der Deckschicht 8 kann den spezifischen Anforderungen an eine Deckfläche entsprechend
- beispielsweise einer hohen Abriebfestigkeit - gezielt ausgewählt werden. Es ist
sogar möglich dasselbe Material für die Deckschicht und das Gehäuse des Laserentfernungsmessgeräts
zu verwenden und eine uniforme, ruhig wirkende Geräteoberfläche zu erlangen. Zwischen
den beiden Stützscheiben 6'' und 6''' und der Deckschicht 8 ist ein Teil einer hier
als gespritzte Silikonmatte ausgebildeten Gummi- oder Kunststoffschicht 5 sichtbar.
Die beiden Stützscheiben 6'' und 6''' sowie die Deckschicht 8 bilden hier im Wesentlichen
die Frontfläche der Flachtastatur.
[0028] Figur 2 zeigt eine erste Detailansicht des Ausführungsbeispiels aus Figur 1, die
die Umgebung des quadratischen Tastbereichs 3'' in der Schnittansicht II-II darstellt.
Auf den quadratischen Tastbereich 3'' wird hier zentrisch eine Auslösekraft 4 über
die Frontfläche eingeleitet.
[0029] Im dargestellten Ausschnitt weist das Ausführungsbeispiel eine als PET-Folie ausgebildete
Trägermaterialschicht 1, eine Abstandhaltefolie 12, die als Silikonmatte ausgebildete,
weichelastische Gummi- oder Kunststoffschicht 5, die Deckschicht 8, die quadratische
Stützscheibe 6'', eine Befestigungsschicht 9, zwei zweiseitig klebende Gummiklebefolien
13, eine Fixierfolie 14 sowie ein als Dom ausgebildetes Schaltelement 2 auf. Vier
erste Schaltflächen und eine zweite Schaltfläche mit den jeweils zugeordneten Leiterbahnen,
die hier gemeinsam auf der Trägermaterialschicht 1 aufgebracht sind, sind in Figur
2 nicht sichtbar.
[0030] In an sich bekannter Weise ist die Befestigungsschicht 9 hier als zweiseitige Klebefolie
- beispielsweise mit einer Foliendicke von 0,05 Millimetern - ausgebildet. Einerseits
ist sie mit der Trägermaterialschicht 1 klebend zusammengefügt und andererseits ist
ein Schutzpapier anbringbar, das bei einem Einbau der Flachtastatur entfernt wird.
[0031] Ebenfalls in bekannter Weise ist die Trägermaterialschicht 1 als PET-Folie - beispielsweise
mit einer Foliendicke von 0,1 Millimetern - ausgebildet und mit der Abstandhaltefolie
12 - beispielsweise mit einer Foliendicke von 0,22 Millimeter - klebend zusammengefügt.
Wie aus Figur 2 und 3 ersichtlich ist, ist in der Abstandhaltefolie 12 jeweils eine
Ausnehmung für jeweils ein Schaltelement 2 hier konzentrisch zu jedem der Tastbereiche
3'' und 3''' vorgesehen. In die jeweilige Ausnehmung ist jeweils ein Schaltelement
2 so eingefügt, dass das Schaltelement 2 auf den vier ersten Schaltkontaktflächen
aufliegt. Das Schaltelement 12 wird hier über die Fixierfolie 14, die mit der Abstandhaltefolie
12 klebend zusammengefügt ist, örtlich fixiert.
[0032] Gemäss der Erfindung ist die im Wesentlichen flächig ausgebildete Gummi- oder Kunststoffschicht
5 dem Schaltelement 2 zugeordnet. Über diese weichelastische Gummi- oder Kunststoffschicht
5 wirkt die Auslösekraft 4, die über die Frontfläche eingeleitet wird, mittelbar auf
das Schaltelement 2. Über die eine der Gummiklebefolien 13 ist hier die Gummi- oder
Kunststoffschicht 5 mit der Fixierfolie klebend zusammengefügt.
[0033] Die hier als Silikonmatte ausgebildete Gummi- oder Kunststoffschicht 5 weist eine
unterschiedliche Schichtdicke und im Zentrum des Tastbereiches 3'' einen stösselförmigen
Fortsatz 7 auf, der gegen das Schaltelement 2 gerichtet ist. Durch diesen stösselförmigen
Fortsatz 7 wird die mittelbare Einleitung der Auslösekraft 4 direkt im Zentrum des
als Dom ausgebildeten Schaltelements 2 gewährleistet. Dies trägt zur Konstanz der
Grösse der Auslösekraft bei.
[0034] Ausserhalb des Tastbereichs 3'' beträgt hier die Schichtdicke beispielsweise 0,75
Millimeter. Unter der Stützscheibe 6'' beträgt die Schichtdicke beispielsweise 0,6
Millimeter und im Bereich des stösselförmigen Fortsatzes 7 ca. 1 Millimeter. Der Bereich
der Silikonmatte unterhalb der Stützscheibe 6'' ist über einen umlaufenden Steg -
mit einer Schichtdicke von beispielsweise 0,25 Millimetern - mit dem Bereich ausserhalb
des Tastbereiches 3'' verbunden. Über die zweite Gummiklebefolie 13 ist hier die Deckfolie
8 mit der Gummi- oder Kunststoffschicht 5 verbunden.
[0035] Figur 3 zeigt eine zweite Detailansicht des Ausführungsbeispiels aus Figur 1, welche
die Umgebung des kreisförmigen Tastbereichs 3''' in der Schnittansicht III-III darstellt.
Im Gegensatz zu Figur 2 sind hier auch die Peripherie der erfindungsgemässen Flachtastatur
sowie der Anschluss der Leiterbahnen 10 dargestellt. Auch wird die Auslösekraft 4
hier exzentrisch in den kreisförmigen Tastbereichs 3''' eingeleitet.
[0036] Die weichelastischen Gummi- oder Kunststoffschicht 5 reicht in der Peripherie der
Flachtastatur seitlich umlaufend über das fest zusammengefügte Folienpaket aus Trägermaterialschicht
1, Abstandhaltefolie 12, Fixierfolie 14 sowie Gummiklebefolien 13 und ist hier dadurch
mit der Befestigungsschicht 9 in der Peripherie direkt klebend zusammengefügt. Die
Gummi- oder Kunststoffschicht 5 und die Befestigungsschicht 9 kapseln so hermetisch
dicht das Innere der Flachtastatur ein. Eine derart ausgebildete Flachtastatur eignet
sich insbesondere für einen dichten Einbau in ein Gehäuse von aussen. Die Ausnehmung
in der Befestigungsschicht 9 für einen Durchtritt der Leiterbahnen 10 ist mit Vorteil
innerhalb der Peripherie vorzusehen.
[0037] Durch die Stützscheibe 6''' und 6'' ist es möglich Tastbereiche 3''' und 3'' mit
stark unterschiedlichen Querschnittsflächen zu realisieren (siehe Figur 1). Im Gegensatz
zum Stand der Technik weisen dabei die den Tastbereichen 3'' und 3''' zugeordneten
Schaltelemente 2 jeweils dieselbe Ausführungsform und dieselben Abmessungen auf. Dadurch
werden auch für unterschiedlich grosse Tastbereiche 3'' und 3''' im Wesentlichen dieselben
Auslösekräfte 4 mit gleich ausgebildeten Druckpunkten ermöglicht, was den Bedienkomfort
erhöht.
[0038] Die Ausbildung einer weichelastischen Gummi- oder Kunststoffschicht mit einem stösselförmigen
Fortsatz in Kombination mit dem Aufbringen einer steifen Stützscheibe ermöglicht beim
Auslösen eine weitgehende Unempfindlichkeit gegen ein exzentrisches Einleiten einer
Auslösekraft in einen Tastbereich. Dies ist insbesondere bei grossflächig ausgebildeten
Tastbereichen von Vorteil. Damit wird ein weiterer Beitrag zur Steigerung des Bedienkomforts
einer Flachtastatur ermöglicht.
[0039] Die Fläche der weichelastischen Gummi- oder Kunststoffschicht 5 unterhalb der Stützscheiben
6'' und 6''' kann vor dem Aufbringen der Stützscheiben 6'' und 6''' in an sich bekannter
Weise mit - beispielsweise den in Figur 1 sichtbaren - Symbolen bedruckt werden.
1. Flachtastatur zum Bedienen eines elektrisch gesteuerten Geräts, beispielsweise eines
von Hand gehaltenen Laserentfernungsmessgeräts, mit
- wenigstens einer Trägermaterialschicht (1), auf der wenigstens eine erste Schaltkontaktfläche
und wenigstens eine zweite Schaltkontaktfläche, die einander zugeordnet sind, aufgebracht
sind,
- wenigstens einem Schaltelement (2), das durch eine Auslösekraft - sich selbsttätig
zurückstellend - verformt wird, wodurch die dem Schaltelement (2) zugeordnete erste
und zweite Schaltkontaktfläche miteinander elektrisch leitend verbunden werden,
- wenigstens einem Tastbereich (3'', 3'''), der dem Schaltelement (2) zugeordnet ist
und auf den über die Frontfläche der Flachtastatur beim Bedienen die Auslösekraft
(4) eingeleitet wird,
- wobei die Trägermaterialschicht (1) und das wenigstens eine Schaltelement (2) mit
weiteren im Wesentlichen flächig ausgebildeten Materialschichten zu einer montagefertigen
Einheit fest zusammengefügt sind,
dadurch gekennzeichnet, dass eine weichelastische Gummi- oder Kunststoffschicht (5), beispielsweise aus Silikonschaum,
vorgesehen ist, die dem Schaltelement (2) zugeordnet ist, so dass die Auslösekraft
(4) mittelbar auf dieses einwirkt.
2. Flachtastatur nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltelement (2) elektrisch leitend ausgebildet und mit der ersten Schaltkontaktfläche
in Berührung steht.
3. Flachtastatur nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Gummi- oder Kunststoffschicht (5) im Tastbereich (3'', 3''') eine, gegebenenfalls
plan ausgebildete, Fläche aufweist, auf der eine, gegebenenfalls frontseitig konvex
ausgebildete, Stützscheibe (6'', 6''') aus einem - im Vergleich zur Gummi- oder Kunststoffschicht
(5) - steifen Material, beispielsweise Epoxy-Harz, aufgebracht ist.
4. Flachtastatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Gummi- oder Kunststoffschicht (5) eine unterschiedliche Schichtdicke aufweist.
5. Flachtastatur nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass im Zentralbereich des Tastbereichs (3'', 3''') die Gummi- oder Kunststoffschicht
(5) auf der dem Schaltelement (2) zugewandten Seite einen stösselförmigen Fortsatz
(7) aufweist, der gegebenenfalls unmittel- oder mittelbar auf dem Schaltelement (2)
aufliegt.
6. Flachtastatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere Tastbereiche (3) mit unterschiedlichen Querschnittsflächen vorgesehen sind,
wobei die den Tastbereichen (3'', 3''') zugeordneten Schaltelemente (2) dieselbe Ausführungsform
und dieselben Abmessungen aufweisen.
7. Flachtastatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine harte Deckschicht (8), beispielsweise eine Polycarbonatfolie, die Ausnehmungen
für die Tastbereiche aufweist, frontseitig auf der Gummi- oder Kunststoffschicht (5)
aufgebracht ist.
8. Flachtastatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Befestigungsschicht (9), beispielsweise eine Klebefolie, die Rückseite der Flachtastatur
bildet.
9. Flachtastatur nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Gummi- oder Kunststoffschicht (5) umlaufend mit der Peripherie der Befestigungsschicht
(9) wasserdicht verbunden.
10. Flachtastatur nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass Leiterbahnen (10) zu den Schaltkontaktflächen durch eine innerhalb der Peripherie
liegende Ausnehmung geführt werden.
11. Flachtastatur nach einem der vorhergehenden Ansprüche dadurch gekennzeichnet, dass die Frontseite der Flachtastatur einen transparenten Sichtbereich aufweist, über
den eine Anzeige, die gegebenenfalls mit der Flachtastatur zu einer Einheit fest zusammengefügt
ist, ablesbar ist.