[0001] Die Erfindung betrifft ein Kokillenrohr aus Kupfer zum Stranggießen von Metallen
gemäß den Merkmalen in den Oberbegriffen der Patentansprüche 1 und 4.
[0002] Zum Stand der Technik zählen Kokillenrohre mit rechteckigen Innen- und Außenquerschnitten
sowie mit gerundeten Längskantenbereichen, welche eine nominale Wanddicke aufweisen,
die 8 % bis 10 % des Abstands der an der Rohrmündung einander frontal gegenüber liegenden
inneren Oberflächen beträgt.
[0003] Des Weiteren ist es bei Kokillenrohren bekannt, die inneren Oberflächen indirekt
unter den Einfluß von Wärme abführenden, von außen der Rohrwand zuführbaren Kühlmedien
zu stellen. Hierbei können die Kokillenrohre mit den Außenkonturen angepaßten Mänteln
versehen sein, die zusammen mit den äußeren Oberflächen der Kokillenrohre genau definierte
Spalte bilden, durch die Kühlmedien geleitet werden. Ferner können die Kühlmedien
durch vertikal in die Wände der Kokillenrohre eingebrachte Kühlkanäle fließen. Schließlich
ist es noch bekannt, die äußeren Oberflächen der Kokillenrohre über Sprühdüsen mit
Kühlmedien zu beaufschlagen.
[0004] Im Zuge der Bestrebungen der Praxis, die Gießgeschwindigkeiten zu erhöhen, und zwar
über 2,5 m/min hinaus, kann aufgrund der beschränkten Wärmedurchgangskapazität der
Grundwerkstoffe der Kokillenrohre die dann anfallende Wärme nur noch zum Teil an die
Wärme abführenden Kühlmedien übertragen werden. Die Folge sind partielle Überhitzungen
und dabei Beschädigungen der inneren Oberflächen der Kokillenrohre. Dieser Sachverhalt
ist insbesondere in den Höhenbereichen der im Niveau variierenden Badspiegel bzw.
im Bereich der ersten Phasen der Primärerstarrungen der abzugießenden Metalle zu beobachten,
weil dort das größte Wärmeangebot an das Kokillenmaterial herrscht.
[0005] Der Erfindung liegt - ausgehend vom Stand der Technik - die Aufgabe zugrunde, ein
Kokillenrohr aus Kupfer zum Stränggießen von Metallen zu schaffen, das insbesondere
bei Gießgeschwindigkeiten > 2,5 m/min eine einwandfreie Überführung der Wärme aus
dem abzugießenden Metall in ein Kühlmedium gewährleistet.
[0006] Diese Aufgabe wird einerseits mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
1 und alternativ dazu mit den Merkmalen im kennzeichnenden Teil des Patentanspruchs
4 gelöst.
[0007] Entsprechend einer 1. Lösungsalternative der Erfindung ist jetzt die Wanddicke des
rechteckigen Kokillenrohrs in den Längskantenbereichen gegenüber der Wanddicke in
den Wandbereichen zwischen den Längskantenbereichen um 10% bis 40% kleiner bemessen.
Diese Maßnahme führt dazu, daß auch bei Gießgeschwindigkeiten > 2,5 m/min die anfallende
Wärme einwandfrei an das jeweilige Kühlmedium überführt werden kann, und zwar unabhängig
davon, ob nun ein Kühlmedium in einem Spalt zwischen einem Kokillenrohr und einem
das Kokillenrohr umgebenden Mantel geführt wird, ob das Kühlmedium in Kühlkanälen
in der Wand eines Kokillenrohrs strömt oder ob die äußeren Oberflächen eines Kokillenrohrs
direkt mit einem Kühlmedium besprüht werden.
[0008] Bevorzugt ist die Wanddicke gemäß den Merkmalen des Patentanspruchs 2 in den Längskantenbereichen
gegenüber der Wanddicke in den Wandbereichen zwischen den Längskantenbereichen um
25 % bis 30 % kleiner bemessen.
[0009] Die Wanddickenreduzierung kann sich über die gesamte Länge eines Kokillenrohrs erstrecken.
[0010] Denkbar ist es aber auch in Abhängigkeit von den jeweiligen örtlichen Verhältnissen,
daß nach Patentanspruch 3 die Wanddickenreduzierung in den Längskantenbereichen auf
einen Höhenbereich beschränkt ist, in welchem der jeweilige Badspiegel des flüssigen
Metalls liegt.
[0011] Gemäß einer 2. Lösungsalternative ist entsprechend den Merkmalen im kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 4 die Wanddicke des Kokillenrohrs im Höhenbereich des Badspiegels
des flüssigen Metalls über den gesamten Umfang auf 10% bis 40% der nominalen Wanddicke
reduziert. Der Querschnitt des Kokillenrohrs kann mehreckig, das heißt z.B. rechteckig,
oder auch rund sein.
[0012] Auch hierbei beträgt nach den Merkmalen des Patentanspruchs 5 die bevorzugte Wanddickenreduzierung
25 % bis 30 % der nominalen Wanddicke.
[0013] Entsprechend den Merkmalen des Patentanspruchs 6 liegt der Badspiegel im Kokillenrohr
in einem Höhenbereich, der sich von der Einfüllstirnseite aus bis zu etwa 500 mm von
der Einfüllstirnseite erstreckt.
[0014] Erfahrungsgemäß liegt das Höhenniveau des Badspiegels nach den Merkmalen des Patentanspruchs
7 bevorzugt zwischen 80 mm und 180 mm unterhalb der Einfüllstirnseite.
[0015] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- in der Perspektive ein Kokillenrohr;
- Figur 2
- in vergrößertem Maßstab eine Draufsicht auf das Kokillenrohr der Figur 1 mit drei
verschiedenen Kühlvarianten;
- Figur 3
- in der Perspektive eine weitere Ausführungsform eines Kokillenrohrs;
- Figur 4
- in der Perspektive eine dritte Ausführungsform eines Kokillenrohrs und
- Figur 5
- in vergrößertem Maßstab eine Draufsicht auf das Kokillenrohr der Figur 4.
[0016] In den Figuren 1 und 2 ist mit 1 ein Kokillenrohr aus Kupfer zum Stranggießen von
Metallen, insbesondere Stahl, bezeichnet.
[0017] Das Kokillenrohr 1 weist einen rechteckigen Innen- und Außenquerschnitt mit innen
und außen gerundeten Längskantenbereichen 2 auf. Die sogenannte nominale Wanddicke
WD der Wandbereiche 3 zwischen den Längskantenbereichen 2 beträgt 8 % bis 10 % des
Abstands A der an der Rohrmündung 4 einander frontal gegenüber liegenden inneren Oberflächen
5.
[0018] Die Wanddicke WD1 in den Längskantenbereichen 2 ist gegenüber der Wanddicke WD in
den Wandbereichen 3 zwischen den Längskantenbereichen 2 um 10 % bis 40 % kleiner bemessen.
[0019] Die unterschiedlichen Wanddicken WD und WD1 des Kokillenrohrs 1 der Figuren 1 und
2 sind über die gesamte Höhe H (Länge) des Kokillenrohrs 1 vorhanden.
[0020] Die Kühlung des Kokillenrohrs 1 kann gemäß einer in der Figur 2 angedeuteten ersten
Ausführungsform durch ein Kühlmedium erfolgen, das einen Spalt 6 durchströmt, der
zwischen der äußeren Oberfläche 7 des Kokillenrohrs 1 und einem Mantel 8 gebildet
ist, welcher das Kokillenrohr 1 mit definiertem Abstand A1 umhüllt.
[0021] Eine in der Figur 2 dargestellte zweite Ausführungsform sieht in die Wandbereiche
3 des Kokillenrohrs 1 eingebrachte Längskanäle 9 vor, die mit einem geeigneten Kühlmedium
beaufschlagt werden.
[0022] Schließlich zeigt die Figur 2 noch eine Ausführungsform einer Kühlmethode, bei welcher
die äußeren Oberflächen 7 des Kokillenrohrs 1 in Teilbereichen oder insgesamt mittels
eines Kühlmediums gekühlt werden, das auf diese Oberflächen 7 aus Düsen 10 gesprüht
wird.
[0023] Die der Figur 3 zeigt ein Kokillenrohr 1a aus Kupfer zum Stranggießen von Metallen,
bei welchem die Wanddickenreduzierung in den Längskantenbereichen 2 auf einen Höhenbereich
11 beschränkt ist, in welchem sich das Niveau des nicht näher veranschaulichten Badspiegels
des flüssigen Metalls befindet. Dieser Höhenbereich 11 erstreckt sich in der Regel
zwischen der Einfüllstirnseite 12 des Kokillenrohrs 1a und einem Bereich, der etwa
500 mm unterhalb der Einfüllstirnseite 12 liegt.
[0024] Die Kühlung des Kokillenrohrs 1a kann wie die Kühlung des Kokillenrohrs 1 erfolgen.
Insofern erübrigt sich eine nochmalige Erläuterung.
[0025] Aus der gemeinsamen Betrachtung der Figuren 2 und 3 ist noch ersichtlich, wie die
Wanddickenreduzierung in den Längskantenbereichen 2 erfolgt. Der ursprüngliche Verlauf
des Außenumfangs des Kokillenrohrs 1a im unteren Höhenbereich ist in der Figur 2 in
unterbrochener Linienführung 13 veranschaulicht.
[0026] Bei der Ausführungsform eines Kokillenrohrs 1b aus Kupfer zum Stranggießen von Metallen
gemäß den Figuren 4 und 5 ist im Höhenbereich 14 des nicht näher veranschaulichten
Badspiegels des flüssigen Metalls die Wanddicke WD2 der Rohrwand 16 über den gesamten
Umfang auf 10 % bis 40 % der nominalen Wanddicke WD3 reduziert. Dieser Höhenbereich
14 erstreckt sich von der Einfüllstirnseite 12a aus etwa 500 mm in Richtung zur Rohrmündung
4a. Der Badspiegel als solcher liegt meistens in einem Höhenbereich 15 zwischen 80
mm und 180 mm unterhalb der Einfüllstirnseite 12a.
[0027] Auch bei dieser Ausführungsform beträgt die nominale Wanddicke WD3 8 % bis 10 % des
Abstands A2 der an der Rohrmündung 4a einander frontal gegenüberliegenden inneren
Oberflächen 5a.
[0028] Die Ausführungsform der Figuren 4 und 5 eines Kokillenrohrs 1b kann so gekühlt werden,
wie es anhand der Figur 2 erläutert wurde. Insofern kann auf eine nochmalige Beschreibung
verzichtet werden.
Bezugszeichenaufstellung
[0029]
- 1 -
- Kokillenrohr
- 1 a -
- Kokillenrohr
- 1 b -
- Kokillenrohr
- 2 -
- Längskantenbereiche v. 1
- 3 -
- Wandbereiche zw. 2
- 4 -
- Rohrmündung v. 1
- 4a -
- Rohrmündung v. 1b
- 5 -
- innere Oberflächen v. 1
- 5a -
- innere Oberflächen v. 1b
- 6 -
- Spalt zw. 7 u. 8
- 7 -
- äußere Oberflächen v. 1
- 8 -
- Mantel um 1
- 9 -
- Längskanäle in 3
- 10-
- Düsen
- 11 -
- Höhenbereich v. 1 a
- 12 -
- Einfüllstirnseite v. 1 a
- 12a-
- Einfüllstirnseite v. 1b
- 13 -
- Umfangsverlauf
- 14 -
- Höhenbereich v. 1b
- 15 -
- Höhenbereich v. 1 b
- 16 -
- Rohrwand v. 1b
- A -
- Abstand v. 5
- A1 -
- Abstand v. 7 u. 8
- A2 -
- Abstand v. 5a
- H -
- Höhe v. 1
- WD -
- nominale Wanddicke v. 3
- WD1 -
- Wanddicke v. 2
- WD2 -
- Wanddicke v. 14
- WD3 -
- nominale Wanddicke v. 1b
1. Kokillenrohr aus Kupfer zum Stranggießen von Metallen, das einen rechteckigen Innen-
und Außenquerschnitt mit gerundeten Längskantenbereichen (2) sowie eine nominale Wanddicke
(WD) aufweist, die 8 % bis 10 % des Abstands (A) der an der Rohrmündung (4) einander
frontal gegenüber liegenden inneren Oberflächen (5) beträgt, wobei die inneren Oberflächen
(5) indirekt unter den Wärme abführenden Einfluß eines von außen der Rohrwand (2,
3) zuführbaren Kühlmediums gestellt sind, dadurch gekennzeichnet, t, daß die Wanddicke (WD1) in den Längskantenbereichen (2) gegenüber der Wanddicke
(WD) der Wandbereiche (3) zwischen den Längskantenbereichen (2) um 10 % bis 40 % kleiner
bemessen ist.
2. Kokillenrohr nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanddicke (WD1) in den Längskantenbereichen (2) gegenüber der Wanddicke (WD)
in den Wandbereichen (3) zwischen den Längskantenbereichen (2) um 25 % bis 30 % kleiner
bemessen ist.
3. Kokillenrohr nach Patentanspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wanddickenreduzierung in den Längskantenbereichen (2) auf den Höhenbereich (11)
beschränkt ist, in welchem das Niveau des Badspiegels des flüssigen Metalls liegt.
4. Kokillenrohr aus Kupfer zum Stranggießen von Metallen, das einen mehreckigen oder
runden Innen- und Außenquerschnitt sowie eine nominale Wanddicke (WD3) aufweist, die
8 % bis 10 % des Abstands (A2) der an der Rohrmündung (4a) einander frontal gegenüber
liegenden inneren Oberflächen (5a) bzw. des Innendurchmessers an der Rohrmündung beträgt,
wobei die inneren Oberflächen (5a) indirekt unter den Wärme abführenden Einfluß eines
von außen der Rohrwand (16) zuführbaren Kühlmediums gestellt sind, dadurch gekennzeichnet, daß im Höhenbereich (14, 15) des Badspiegels des flüssigen Metalls die Wanddicke (WD2)
über den gesamten Umfang auf 10 % bis 40 % der nominalen Wanddicke (WD3) reduziert
ist.
5. Kokillenrohr nach Patentanspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß im Höhenbereich (14, 15) des Badspiegels die Wanddicke (WD2) über den gesamten Umfang
auf 25 % bis 30 % der nominalen Wanddicke (WD3) reduziert ist.
6. Kokillenrohr nach einem der Patentansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Badspiegel in einem Höhenbereich (11, 14) bis zu 500 mm unterhalb der Einfüllstirnseite
(12, 12a) liegt.
7. Kokillenrohr nach einem der Patentansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Badspiegel in einem Höhenbereich (15) zwischen 80 mm und 180 mm unterhalb der
Einfüllstirnseite (12a) liegt.