[0001] Die Erfindung betrifft einen Behälter zur Aufnahme von Platten mit empfindlicher
Oberfläche, insbesondere zur Aufnahme von Glasplättchen, mit einem Behälterteil mit
vier Wänden und einem Boden, von denen ein Hohlraum umschlossen ist, mit einem abnehmbaren
Deckel zum Verschließen des Behälterteils, wobei an zwei gegenüberliegenden Wänden
des Behälterteils Führungsnuten zur Aufnahme der Platten vorgesehen sind.
[0002] Solche Behälter sind als Kunststoffbehälter im Handel erhältlich und werden als Lager-
oder Transportbehälter zur Aufnahme von Mikroskop-Objektträgern, insbesondere in Form
von oberflächenfunktionalisierten Gläsern benutzt, die als Vorstufe für Biochips dienen.
Auch zur Aufnahme von fertigen Biochips sind derartige Behälter im Einsatz.
[0003] Bei den bekannten, im Handel erhältlichen Behältern besteht trotz der Führungsnuten,
durch die darin aufgenommene Platten voneinander beabstandet aufgenommen sind, eine
Bruchgefahr, sofern die Behälter versehentlich fallen gelassen werden. Darüber hinaus
ergibt sich durch die verbliebene Beweglichkeit von im Behälter aufgenommenen Platten
im Laufe derf Zeit insbesondere bei der Aufnahme von Objektträgern mit scharfen Ecken
und Kanten ein Kunststoffabrieb, der die Oberfläche der oberflächenfunktionalisierten
Gläser verschmutzen kann. Da üblicherweise die Auswertung über Fluoreszenzdetektoren
erfolgt, stören derartige Kunststoffpartikel auch die Auswertung in erheblichem Umfang
und können zu Artefakten führen.
[0004] Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, einen verbesserten Behälter zur Aufnahme
von Platten mit empfindlicher Oberfläche zu schaffen, der insbesondere zur Aufnahme
von Glasplättchen mit funktionalisierter Oberfläche in der Form von Mikroskop-Objektträgern
geeignet ist. Hierbei sollen die Bruchgefahr und die Verschmutzungsgefahr möglichst
reduziert werden.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Behälter gemäß der eingangs genannten
Art dadurch gelöst, daß ein flexibles Element zur Sicherung von im Behälter aufgenommenen
Platten gegen Verschiebungen in Längsrichtung vorgesehen ist.
[0006] Die Aufgabe der Erfindung wird auf diese Weise vollkommen gelöst.
[0007] Erfindungsgemäß wird nämlich dadurch, daß im Behälter aufgenommene Platten durch
ein flexibles Element gegen Verschiebungen vorzugsweise in Längsrichtung gesichert
werden, die Bruchgefahr beim Fallenlassen eines Behälters deutlich reduziert. Des
weiteren wird dadurch, daß im Behälter aufgenommene Platten gegen Verschiebungen gesichert
werden, ein Kunststoffabrieb infolge von scharfen Ecken und Kanten der im Behälter
aufgenommenen Platten vermieden. Je nach den gewählten Abmessungen wird durch eine
bevorzugte Sicherung gegen Verschiebungen in Längsrichtung gleichzeitig auch eine
Sicherung gegen Verschiebungen in Querrichtung erreicht.
[0008] Insgesamt wird so ein deutlich verbesserter Transport- und Lagerbehälter geschaffen,
der insbesondere zur Aufnahme von Glasplättchen mit funktionalisierter Oberfläche
in den Abmessungen von Mikroskop-Objektträgern geeignet ist. Die Bruchgefahr beim
Fallenlassen eines Behälters wird deutlich reduziert und eine Verschmutzungsgefahr
durch Kunststoffabrieb vermieden.
[0009] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist das flexible Element als flexible,
gebogene Zunge ausgebildet, die eine Anlagefläche für im Behälter aufgenommene Platten
bildet.
[0010] Dies stellt eine besonders einfache und kostengünstige Möglichkeit dar, um im Behälter
aufgenommene Platten gegen Verschiebungen zu sichern. Grundsätzlich sind jedoch beliebige
Ausführungen des flexiblen Elementes denkbar, wie z.B. eine Ausbildung als Faltenbalg
oder als Federelement, z.B. in Form einer Tellerfeder oder dgl. Vorzugsweise ist das
flexible Element jedoch einstückig mit dem Deckel oder Boden verbunden.
[0011] Hierbei steht die Zunge vorzugsweise von der Innenseite des Deckels in den Hohlraum
hinein vor.
[0012] Natürlich wäre es grundsätzlich auch möglich, die Zunge am Boden des Behälters vorzusehen.
[0013] In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung besteht der Behälter aus einem homopolymeren
Kunststoff, vorzugsweise Polypropylen.
[0014] Ein derartiges Material mit einem äußerst geringen Anteil an Additiven hat den Vorteil,
daß auch bei längerer Lagerung von empfindlichen Platten innerhalb des Behälters kaum
Fremdsubstanzen aus dem Behälter austreten und die Oberfläche der aufgenommenen Platten
verschmutzen können. Dieses Material ist außerdem flexibel und erlaubt eine einteilige
Herstellung des gesamten Behälters.
[0015] Bislang verwendete Objektträgerboxen, die in der Regel aus Kunststoff hergestellt
sind, enthalten einen relativ hohen Anteil an Weichmachern und/oder anderen Additiven.
Bei der Lagerung von Objektträgern in derartigen Behältern entweicht der Weichmacher
im Laufe der Lagerung teilweise aus dem Kunststoff und setzt sich als hydrophobe Schicht
auf den Oberflächen der aufgenommenen Platten ab. Derartige Schichten behindern weitere
Umsetzungen der Oberfläche mit biologisch aktiven Substanzen, so daß die Reproduzierbarkeit
der Ergebnisse deutlich beeinflußt wird.
[0016] Derartige Nachteile werden erfindungsgemäß vermieden.
[0017] In bevorzugter Weiterbildung der Erfindung ist der Deckel über eine Lasche mit einem
Filmscharnier mit dem Behälterteil verbunden und mit dem Behälterteil verrastbar ausgebildet.
[0018] Hierzu kann an der Innenfläche des Deckels ein in Richtung auf das Behälterteul vorstehender,
umlaufender Vorsprung vorgesehen sein, an dessen Außenfläche eine Nut vorgesehen ist,
die mit einem zugeordneten Wulst an einer Innenoberfläche der Wandflächen verrastbar
ist.
[0019] Auf diese Weise läßt sich ein einfaches Öffnen und Verschließen des Behälters mittels
des Deckels gewährleisten. Dabei ist der Deckel gleichzeitig unverlierbar mit dem
Behälterteil verbunden.
[0020] In weiter bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung ist an der Innenfläche des Bodens
oder des Deckels mindestens ein Stützsteg zur Abstützung von im Behälter aufgenommenen
Platten vorgesehen.
[0021] Diese Maßnahme hat den Vorteil, daß eine definierte Anlagefläche an den Stirnflächen
der Platten geschaffen wird und daß in der Folge der Anlage an dem Stützsteg die Kontaktfläche
mit den aufgenommenen Platten minimiert wird.
[0022] Wie bereits erwähnt, lassen sich die erfindungsgemäßen Behälter vorteilhaft als Lager-
oder Transportbehälter zur Aufnahme von Mikroskop-Objektträgern, insbesondere in der
Form von oberflächenfunktionalisierten Gläsern, oder zur Aufnahme von fertigen Biochips
verwenden.
[0023] Es versteht sich, daß die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden
Merkmale der Erfindung nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch
in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der
Erfindung zu verlassen.
[0024] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
eines bevorzugten Ausführungsbeispiels unter Bezugnahme auf die Zeichnung. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines erfindungsgemäßen Behälters mit geöffnetem Deckel in vergrößerter
Darstellung und
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf den Behälter von vorn, wobei der Deckel gegenüber dem Behälterteil
um einen Winkel von 180° nach außen aufgeschwenkt ist.
[0025] In Fig. 1 is ein erfindungsgemäßer Behälter insgesamt mit der Ziffer 10 bezeichnet.
[0026] Der Behälter 10 besteht aus einem Behälterteil 12, das einen annähernd quaderförmigen
Hohlraum umschließt, und aus einem Deckel 14 zum Verschließen des Behälterteils 12.
[0027] Der in Fig. 1 dargestellte Behälter 10 ist insbesondere zur Aufnahme von Glasplättchen
mit funktionalisierter Oberfläche in den Abmessungen von Mikroskop-Objektträgern in
einem Format von 25 x 75,5 x 1 mm ausgebildet.
[0028] Ein derartiges Plättchen ist in Fig. 1 durch die strichpunktierte Linie 56 angedeutet.
[0029] Das Behälterteil 12 weist zwei einander gegenüberliegende schmale Seitenwände 16,
18 und zwei breite Seitenwände 20, 22, sowie einen Boden 24 auf. Wie aus Fig. 1 erkennbar
ist, besitzen die beiden breiten Seitenwände 20, 22 an ihrem bodenseitigen Ende eine
etwas geringere Breite als beim gegenüberliegenden deckelseitigen Ende, so daß sich
eine leichte Verjüngung ergibt. Deckelseitig ist das Behälterteil 12 durch einen flachen
Rand 34 abgeschlossen, dessen Form aus Fig. 2 ersichtlich ist. Der Rand 34 steht allseits
über die Wände 16, 18, 20, 22 nach außen hin um einen gewissen Betrag hervor und ist
an einer Wand 18 nach außen hin in der Form eines stumpfen Dreiecks mit gerundeter
Spitze vorspringend ausgebildet (vgl. Fig. 2). Im Bereich der abgerundeten Spitze
befindet sich eine kreisförmigen Öffnung 50. An der gegenüberliegenden Seite ist der
Rand 34 über eine Lasche 36 mit dem Deckel 14 verbunden, der eine ebene Deckelfläche
52 besitzt, deren Form und Größe dem Rand 34 des Behälterteils 12 angepaßt ist (vgl.
Fig. 2). In der Lasche 36 ist durch eine Materialschwächung ein Filmscharnier 38 ausgebildet.
[0030] Somit kann der Deckel 14, wie in Fig. 1 zu sehen ist, um das Filmscharnier 38 verschwenkt
werden, um entweder ein vollständiges Öffnen zu ermöglichen oder aber ein Verschließen
in einer Schließstellung, in der die Deckelfläche 52 auf dem Rand 34 aufliegt. In
dieser Stellung fluchtet eine in der Deckelfläche 52 vorgesehene kreisförmigen Öffnung
54 mit der Öffnung 50, so daß beide durch Hindurchziehen eines Bandes gesichert und
ggf. verplombt werden können.
[0031] Von der Innenseite 42 der Deckelfläche 52 aus steht ein umlaufender Vorsprung 44
in Richtung zum Behälterteil 12 hin vor. Dieser Vorsprung 44 hat eine rechteckförmige
Form mit abgerundeten Ecken, wie aus Fig. 2 erkennbar, und weist in der Nähe seines
dem Behälterteil 12 zugewandten Randes eine umlaufende Nut 46 auf. Diese umlaufende
Nut 46 wirkt mit einem entsprechend geformten Steg 48 zusammen, der an den Innenflächen
der Wände 16, 18, 20, 22 ausgebildet ist, um ein Verrasten des Deckels 14 mit dem
Behälterteil 12 zu gewährleisten, wenn der Deckel 14 durch Verschwenken um das Filmscharnier
38 vollständig geschlossen wird.
[0032] An den schmalen Seitenwänden 16, 18 sind Führungsstege 26 angeordnet, die von der
Innenfläche der Seitenwände 16, 18 aus nach innen hin hervorstehen und an ihren den
Seitenwänden abgewandten Enden leicht abgerundet sind, wie aus Fig. 2 zu ersehen ist.
Diese Führungsstege 26 erstrecken sich vom Boden 24 aus bis in die Nähe des Randes
34 und laufen in einem gewissen Abstand vom Rand 34 zu den Seitenwänden 16, 18 hin
aus.
[0033] Dabei sind an den beiden Seitenwänden 16, 18 in regelmäßigen Abständen voneinander
jeweils insgesamt sechs Führungsstege 26 vorgesehen, zwischen denen Führungsnuten
28 gebildet sind (vgl. Fig. 2).
[0034] Auf diese Weise ergibt sich Platz zum Einschieben von insgesamt fünf Platten 56 in
regelmäßigen Abständen voneinander, die in den so gebildeten Führungsnuten 28 seitlich
geführt sind.
[0035] An der Innenseite 42 der Deckelfäche 52 ist ferner eine flexible, gekrümmte Zunge
40 angeformt, die in Richtung zum Behälterteil 12 hin vorsteht und in einer annähernd
zur Deckelfläche 52 parallelen Anlagefläche 41 ausläuft. Bei verschlossenem Deckel
14 liegt diese Anlagefläche 41 federnd an der Stirnfläche von im Behälter 12 aufgenommenen
Platten 56 an und sichert diese somit gegen ein Verschieben in Längsrichtung.
[0036] An der Innenoberfläche des Bodens 24 sind zwei Stützstege 30, 32 angeformt, die sich
parallel zu den schmalen Seitenwänden 16, 18 erstrecken. Diese Stützstege 30, 32 dienen
beim Einschieben von Platten 56 in den Behälter 12 als Anschlag.
[0037] Der Behälter 10 ist einstückig aus homopolymerem Polypropylen mit einem äußerst geringen
Anteil an Additiven hergestellt. Auf diese Weise wird ein Austritt von Weichmachern
und anderen Additiven selbst bei längerer Lagerung weitgehend vermieden. Somit werden
in dem Behälter 10 aufgenommene Platten 56, insbesondere in Form von oberflächenfunktionalisierten
Gläsern oder Biochips, gegen eine Verschmutzung durch aus dem Behältermaterial austretende
Fremdstoffe geschützt.
1. Behälter zur Aufnahme von Platten (56) mit empfindlicher Oberfläche, insbesondere
zur Aufnahme von Glasplättchen, mit einem Behälterteil (12) mit vier Wänden (16, 18,
20, 22) und einem Boden (24), von denen ein Hohlraum umschlossen ist, mit einem abnehmbaren
Deckel (14) zum Verschließen des Behälterteils (12), wobei an zwei gegenüberliegenden
Wänden (16, 18) des Behälterteils Führungsnuten (28) zur Aufnahme der Platten (56)
vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, daß ein flexibles Element (40) zur Sicherung von im Behälter (10) aufgenommenen Platten
(56) gegen Verschiebung vorgesehen ist.
2. Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das flexible Element als flexible, gebogene Zunge (40) ausgebildet ist, die eine
Anlagefläche (41) für im Behälter aufgenommene Platten (56) bildet.
3. Behälter nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Zunge (40) von der Innenseite (42) des Deckels (14) in den Hohlraum hinein vorsteht.
4. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (10) aus einem homopolymeren Kunststoff, vorzugsweise einem homopolymeren
Polypropylen, besteht.
5. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Deckel (14) über eine Lasche (36) mit einem Filmscharnier (38) mit dem Behälterteil
(12) verbunden und mit dem Behälterteil (12) verrastbar ausgebildet ist.
6. Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenseite (42) des Deckels (14) ein in Richtung auf das Behälterteil (12)
vorstehender, umlaufender Vorsprung (44) vorgesehen ist, an dessen Außenfläche eine
Nut (46) vorgesehen ist, die mit einem zugeordneten Wulst (48) an einer Innenoberfläche
der Wandflächen (16, 18, 20, 22) verrastbar ist.
7. Behälter nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der Innenfläche des Bodens (24) oder des Deckels (14) mindestens ein Stützsteg
(30, 32) zur Abstützung von im Behälter aufgenommen Platten (56) vorgesehen ist.
8. Verwendung eines Behälters (10) nach einem der vorhergehenden Ansprüche als Lager-
oder Transportbehälter zur Aufnahme von oberflächenfunktionalisierten Gläsern, von
Mikroskop-Objektträgern oder von Biochips.