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(11) |
EP 1 394 312 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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03.03.2004 Patentblatt 2004/10 |
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Anmeldetag: 26.08.2002 |
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE BG CH CY CZ DE DK EE ES FI FR GB GR IE IT LI LU MC NL PT SE SK TR |
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Benannte Erstreckungsstaaten: |
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AL LT LV MK RO SI |
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Anmelder: Benninger Zell GmbH |
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79665 Zell i.W. (DE) |
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Erfinder: |
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- Lange, Wolfgang
79650 Schfopfheim (DE)
- Stoll, Helmut
79688 Hausen (DE)
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Vertreter: Müller, Christoph Emanuel et al |
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Hepp, Wenger & Ryffel AG,
Friedtalweg 5 9500 Wil 9500 Wil (CH) |
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Bemerkungen: |
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Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86 (2) EPÜ. |
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Verfahren zum Schlichten von bahn- oder fadenförmiger Ware |
(57) Eine Vorrichtung zum Schlichten von bahn- oder fadenförmiger Ware weist einen ersten
Trog (2) zur Aufnahme einer Flüssigkeit und einen zweiten Trog (3) zur Aufnahme einer
Flüssigkeit auf. Die zu behandelnde Ware wird nacheinander zuerst durch den ersten
Trog (2) und dann durch den zweiten Trog (3) geführt. Im zweiten Trog (3) ist Schlichte
enthalten. Im ersten Trog (2) ist wahlweise Schlichte oder Wasser enthalten.
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[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Schlichten von bahn-
oder fadenförmiger Ware, insbesondere von Kettfäden, mit den Merkmalen des Oberbegriffs
der unabhängigen Patentansprüche.
[0002] Die Kettfäden eines Gewebes werden während des Webvorgangs einer erheblichen mechanischen
Belastung unterworfen. Um Fadenbrüche während des Webvorgangs soweit wie möglich zu
vermeiden ist es bekannt, Kettfäden vor dem Weben zu schlichten. Die Schlichtebehandlung
verleiht dem Faden Glattheit, Kompaktheit, Festigkeit, und Widerstandsfähigkeit gegen
mechanische Belastung wie beispielsweise Bruch. Die Schlichte ist ein Webereihilfsmittel.
Sie muss nach dem Weben möglichst vollständig aus dem Gewebe entfernt werden.
[0003] Es ist bereits bekannt, das Garn vor dem Schlichten mit Wasser zu beaufschlagen.
Ein solches Verfahren ist beispielsweise in DE-44 237 962 oder in EP-1 203 840 beschrieben.
Das Garn wird durch die Feuchtigkeitsaufnahme auf das Schlichten optimal vorbereitet.
Durch den Wassergehalt im Innern verbleibt die Schlichte im Wesentlichen auf der Oberfläche
des Garns, ohne nennenswert in das Garninnere einzudringen. Auf diese Weise kann Schlichtemittel
eingespart werden. Eine solche Vornetzung wird beispielsweise bei Baumwoll-Polyestermischgarnen
angewandt.
[0004] Ausserdem ist es bekannt, beispielsweise reine Polyestergarne/Farbketten zweimal
nacheinander mit Schlichte zu behandeln, um den Schlichteauftrag zu verbessern. Ein
Problem bei den bekannten Vorrichtungen besteht darin, dass aufgrund der Zuführung
für die Flüssigkeit in die einzelnen Behandlungsbäder jeweils nur der eine oder der
andere Behandlungstyp, nämlich Wasserbehandlung/Schlichtung oder zweimalige Schlichtung
durchgeführt werden kann. Die Verwendung ein und derselben Vorrichtung für beide Behandlungsarten
ist hingegen nicht möglich.
[0005] Die vorliegende Erfindung beruht auf der Aufgabenstellung, eine Vorrichtung zu schaffen,
welche sich sowohl zum Schlichten von Kettfäden mit vorgängiger Behandlung mit Wasser
als auch zur zweimaligen Schlichtebehandlung einsetzen lässt. Erfindungsgemäss wird
diese Aufgabe durch eine Vorrichtung und ein Verfahren mit den Merkmalen des kennzeichnenden
Teils der unabhängigen Patentansprüche gelöst.
[0006] Die Vorrichtung zum Schlichten von bahnförmiger Ware wird insbesondere zum Schlichten
von Kettfäden eingesetzt. Die Vorrichtung weist einen ersten Trog und einen zweiten
Trog zur Aufnahme je einer Flüsssigkeit auf. Die Ware wird nacheinander zuerst durch
den ersten Trog und anschliessend durch den zweiten Trog geführt. Dabei ist der zweite
Trog in an sich bekannter Weise mit Schlichte befüllbar. Gemäss den Merkmalen der
Erfindung ist der erste Trog wahlweise mit Schlichte oder mit Wasser befüllbar. Auf
diese Weise kann mit ein und derselben Vorrichtung wahlweise eine Wasser-Schlichtebehandlung
oder eine Schlichte-Schlichtebehandlung durchgeführt werden.
[0007] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung weist die Vorrichtung eine
Umschaltanordnung auf. Mittels der Umschaltanordnung kann die Vorrichtung einfach
zwischen einem ersten Betriebsmodus und einem zweiten Betriebsmodus umgeschalten werden.
Im ersten Betriebsmodus ist der erste Trog mit Wasser befüllt. Im zweiten Betriebsmodus
ist der erste Trog mit Schlichte befüllt. In beiden Betriebsmodi ist jeweils der zweite
Trog mit Schlichte befüllt.
[0008] Besonders bevorzugt ist im zweiten Betriebsmodus Schlichte mittels einer Schlichtezufuhr
in den zweiten Trog führbar und Schlichte wird im Gegenstromprinzip vom zweiten Trog
in den ersten Trog geführt. Die Schlichte wird mittels einem Abfluss aus dem ersten
Trog abgeführt und dann im Kreislauf wieder dem zweiten Trog zugeführt.
[0009] Gemäss einer bevorzugten Ausführungsform wird im ersten Betriebsmodus die Schlichte
mit einem Schlichteabfluss aus dem zweiten Trog abgeführt und im Kreislauf wieder
dem zweiten Trog zugeführt. Das Niveau der Schlichte im zweiten Trog wird dabei so
gewählt, dass keine Schlichte von dem zweiten Trog in den ersten Trog fliesst. Mittels
einer Wasserzufuhr wird parallel Wasser in den ersten Trog geführt. Durch den Abfluss
im ersten Trog wird Wasser wieder abgeführt und im Kreislauf dem ersten Trog, insbesondere
der Wasserzufuhr zugeführt.
[0010] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform wird mit der Umschaltanordnung
im ersten Betriebsmodus der Schlichteablauf im zweiten Trog mit der Schlichtezufuhr
in den zweiten Trog verbunden. Im zweiten Betriebsmodus wird der Schlichteablauf im
zweiten Trog geschlossen und der Abfluss im ersten Trog wird mit der Schlichtzufuhr
in den zweiten Trog verbunden. Auf diese Weise lassen sich mit einer einfachen Umschaltanordnung
durch Schliessen und Öffnen von entsprechenden Abläufen/Zuläufen die beiden Betriebsmodi
schalten.
[0011] Besonders bevorzugt weist die Umschaltanordnung einen Dreiweghahn auf, von dem je
ein Anschluss mit der Schlichtezufuhr in den zweiten Trog, dem Schlichteablauf aus
dem zweiten Trog und dem Ablauf aus dem ersten Trog verbunden ist.
[0012] Es ist üblich, in einem Schlichtebad eine Tauchwalze vorzusehen, welche die Lage
der in das Bad eintretenden Ware bezogen auf das Flüssigkeitsniveau im Bad definiert.
Gemäss einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist im zweiten
Trog eine Tauchwalze angeordnet, deren Achse höhenverstellbar ist. Auf diese Weise
kann die Lage der Tauchwalze im zweiten Trog im ersten und im zweiten Betriebsmodus
jeweils dem Niveau der Schlichte im zweiten Trog angepasst werden. Insbesondere wenn
wie vorstehend beschrieben im zweiten Betriebsmodus Schlichte im Gegenstromprinzip
aus dem zweiten Trog in den ersten Trog geführt wird, ist das Schlichteniveau im zweiten
Trog im zweiten Betriebsmodus höher als im ersten Betriebsmodus. Durch Absenken bzw.
Anheben der Achse der Tauchwalze kann dem Rechnung getragen werden.
[0013] Eine besonders einfache konstruktive Ausführung ergibt sich, wenn der erste Trog
und der zweite Trog in einer gemeinsamen Wanne gebildet werden. Die beiden Tröge können
auf einfache Weise durch eine in der Wanne angeordnete Trennwand voneinander abgetrennt
werden. Dadurch lässt sich der konstruktive Aufwand zum Herstellen einer erfindungsgemässen
Vorrichtung zum zweifachen Schlichten bzw. zum vorgängigen Wasserauftrag reduzieren.
Insbesondere ist es nicht notwendig, wie beispielsweise in EP-1 203 840 gezeigt, zwei
nacheinander angeordnete Tröge vorzusehen. Im Rahmen der vorliegenden Erfindung wird
durchgängig der Begriff Trog verwendet. Es versteht sich, dass jede Art von Flüssigkeitsbehälter,
durch welche die Ware führbar ist, im Rahmen der Erfindung einsetzbar und vom Begriff
Trog erfasst ist.
[0014] Die Tröge können in an sich bekannter Weise mit Messsensoren zum Messen des Niveaus
der Flüssigkeit, insbesondere der Schlichte versehen sein. Vorzugsweise sind im ersten
Betriebsmodus nur die Sensoren im zweiten Trog und im zweiten Betriebsmodus nur die
Sensoren im ersten Trog zum Messen des Schlichteniveaus aktiviert. Aktiviert heisst
in diesem Zusammenhang, dass die Messwerte berücksichtigt, z.B. einer Steueranordnung
für die Kontrolle der Schlichtzufuhr zugeführt werden. Insbesondere wenn die Schlichtezufuhr
in den ersten Trog im Gegenstromprinzip vom zweiten Trog her erfolgt, erübrigt sich
eine Niveaumessung im zweiten Trog.
[0015] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform können im ersten und im zweiten
Trog Heizanordnungen vorgesehen sein. Die Heizanordnungen im ersten Trog dienen im
zweiten Betriebsmodus dazu, die Schlichte im ersten Trog zu heizen. Im ersten Betriebsmodus
können diese Heizanordnungen ausgeschaltet sein.
[0016] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist in einer Verbindung zwischen
dem Abfluss aus dem ersten Trog und der Schlichtezufuhr in den zweiten Trog ein Durchlaufhitzer
zum Erwärmen der im Kreislauf geführten Schlichte vorgesehen. Damit kann im zweiten
Betriebsmodus die aus dem ersten Trog abgeführte Schlichte vorgeheizt werden, bevor
sie wieder dem zweiten Trog zugeführt wird. Dies kann wichtig sein, weil die Umgebungstemperatur
aufweisende Ware beim Durchlaufen durch den ersten Trog die Schlichte im ersten Trog
abkühlt. Eine Heizung der aus dem zweiten Trog abgeführten Schlichte ist im ersten
Betriebsmodus nicht unbedingt erforderlich, da im ersten Betriebsmodus die Ware aufgrund
der Vorbehandlung mit erhitztem Wasser bereits eine erhöhte Temperatur aufweist, wenn
sie in das Schlichtebad eintritt.
[0017] Eine besonders einfache Konstruktion der erfindungsgemässen Vorrichtung ergibt sich,
wenn das Niveau im ersten und im zweiten Trog durch Überlaufkanten definiert wird.
Insbesondere im zweiten Betriebsmodus lässt sich durch Überlauf kanten das Niveau
im zweiten Trog und vorzugsweise auch im ersten Trog definieren.
[0018] Gemäss einer weiteren bevorzugten Ausführungsform dient die Umschaltanordnung nicht
nur zum Umschalten zwischen einem Wasser- und einem Schlichtekreislauf im ersten Trog.
Die Umschaltanordnung kann ausserdem mit den vorstehend beschriebenen Sensoren zur
Niveaumessung, den vorstehend beschriebenen Heizanordnungen und/oder dem vorstehend
beschriebenen Durchlauferhitzer und/oder einer Steuerung zur Einstellung des Niveaus
der Tauchwalze im zweiten Trog gekoppelt sein, sodass durch Betätigung der Umschaltanordnung
jeweils im ersten oder im zweiten Betriebsmodus die gewünschten Niveausensoren angesprochen,
die gewünschten Heizvorrichtungen eingeschaltet und/oder die gewünschte Lage der Tauchwalze
eingestellt und gegebenenfalls im zweiten Betriebsmodus der Durchlauferhitzer eingeschaltet
wird.
[0019] Zur Durchführung des Verfahrens der vorliegenden Erfindung wird insbesondere eine
wie vorstehend beschrieben ausgebildete Vorrichtung eingesetzt. Dabei wird die Ware
in einem zweiten Trog durch ein Schlichtebad geführt. Erfindungsgemäss wird vor dem
Start der Behandlung eine Wahl zwischen einem ersten Betriebsmodus, in dem die Ware
zuerst durch ein Wasserbad und einem zweiten Betriebsmodus, in dem die Ware zuerst
durch ein Schlichtebad geführt wird, getroffen.
[0020] Im zweiten Betriebsmodus wird bevorzugt Schlichte in den zweiten Trog eingeführt.
Die Schlichte fliesst danach im Gegenstrom vom zweiten Trog in den ersten Trog und
kann mittels einem Abfluss aus dem ersten Trog abgeführt und im Kreislauf wieder dem
zweiten Trog zugeführt werden.
[0021] Besonders bevorzugt ist es, dass im ersten Betriebsmodus Schlichte aus dem zweiten
Trog durch einen Schlichteabfluss abgeführt und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog
zugeführt wird. Dabei ist es denkbar, die Schlichte über einer Schlichtezufuhrleitung
zuzuführen, über welche auch frische Schlichte dem Trog zugeführt wird. Es ist auch
denkbar, einen separaten Schlichtezulauf vorzusehen, mittels welchem die im Kreislauf
geführte Schlichte zugeführt wird. Das Niveau der Schlichte im zweiten Trog wird in
diesem Betriebsmodus so eingestellt, dass keine Schlichte in den ersten Trog fliessen
kann. Mittels einer Wasserzufuhr wird Wasser in den ersten Trog geführt, durch den
Abfluss im ersten Trog abgeführt und im Kreislauf wieder dem ersten Trog zugeführt.
[0022] Bei der Wahl des Betriebsmodus kann ausserdem in einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel
die Achse einer im zweiten Trog angeordneten Tauchwalze so in der Höhe verstellt werden,
dass ihre Lage bezogen auf das Niveau im zweiten Trog einer vorbestimmbaren Solllage
entspricht. Damit kann sichergestellt werden, dass die Eintauchtiefe der um die Tauchwalze
geführten Ware in der Schlichte immer etwa gleich ist.
[0023] Gemäss einem weiteren bevorzugten Ausführungsbeispiel wird das Flüssigkeitsniveau
im ersten Trog oder im zweiten Trog mittels Messsensoren gemessen. Dabei können bei
der Wahl des Betriebsmodus vorzugsweise wahlweise Sensoren im ersten Trog oder im
zweiten Trog aktiviert und zur folgenden Niveaumessung eingesetzt werden.
[0024] Ausserdem ist es denkbar, die Schlichte im zweiten Trog und vorzugsweise im zweiten
Betriebsmodus auch im ersten Trog mittels Heizanordnungen zu heizen. Bei Wahl des
Betriebsmodus können entsprechende Heizanordnungen aktiviert werden.
[0025] Ausserdem ist es denkbar, die im zweiten Betriebsmodus aus dem ersten Trog abgeführte
Schlichte vor der Zufuhr in den zweiten Trog durch einen Durchlauferhitzer zu führen
und dabei zu erhitzen. Auch der Durchlauferhitzer kann bei Wahl des Betriebsmodus
eingeschaltet bzw. nicht eingeschaltet werden.
[0026] Die Erfindung wird im folgenden in Ausführungen und an Hand der Zeichnungen näher
erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- Eine schematische Darstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung in einem ersten Betriebsmodus.
- Figur 2
- Eine schematische Darstellung der erfindungsgemässen Vorrichtung in einem zweiten
Betriebsmodus.
- Figur 3
- Schematische Darstellung eines alternativen Ausführungsbeispiels einer erfindungsgemässen
Vorrichtung in einem zweiten Betriebsmodus.
[0027] Figur 1 zeigt eine Vorrichtung 1 zum Schlichten von kontinuierlich geförderter Ware,
insbesondere Kettfäden K. Die Kettfäden K werden über mehrere nicht näher bezeichnete
Umlenkwalzen der Vorrichtung 1 zugeführt. Die Vorrichtung 1 weist einen ersten Trog
2 und einen zweiten Trog 3 auf. Die Tröge 2, 3, dienen je zur Aufnahme einer Flüssigkeit.
Figur 1 zeigt die Vorrichtung 1 in einem ersten Betriebsmodus B1. Im Betriebsmodus
B1 ist der erste Trog 2 mit Wasser W gefüllt. Der zweite Trog 3 ist mit Schlichte
S gefüllt. Dadurch wird die Ware K zuerst durch ein Wasserbad und anschliessend durch
ein Schlichtebad geführt.
[0028] Im ersten Trog 2 und im zweiten Trog 3 sind Quetschwalzen 22 vorgesehen, zwischen
welchen die Ware K nach dem Austritt aus dem Flüssigkeitsbad durchgeführt wird, so
dass überschüssige Flüssigkeit abgequetscht wird. Der erste Trog 2 und der zweite
Trog 3 sind in einer gemeinsamen Wanne 15 angeordnet. Eine Trennwand 16 trennt den
Trog 2 vom Trog 3. Der erste Trog 2 ist ausserdem durch eine Überlaufkante 21a begrenzt,
welche das Niveau N1 im ersten Trog 2 definiert. Durch die Wanne 5 und die Überlaufkante
21a wird ausserdem ein Abteil 23 definiert, aus welchem die aus dem ersten Trog 2
austretende Flüssigkeit über einen Abfluss 7 abgeführt werden kann. In den ersten
Trog 2 kann über eine Wasserzufuhr 9 Wasser W zugeführt werden.
[0029] Am Boden des zweiten Trogs 3 ist ein Schlichteablauf 8 vorgesehen, mittels welchem
Schlichte aus dem zweiten Trog 3 abgeführt werden kann. Oberhalb des zweiten Trogs
3 ist ausserdem eine Schlichtzufuhrleitung 5 vorgesehen, mit welcher frische Schlichte
S in den zweiten Trog 3 zugeführt werden kann. Ausserdem ist ein Schlichtezulauf 6
angeordnet, mittels welchem aus dem zweiten Trog 3 durch den Schlichteablauf 8 abgeführte
Schlichte im Kreislauf wieder dem zweiten Trog 3 zugeführt werden kann.
[0030] Die Vorrichtung 1 weist eine Umschaltanordnung 4 auf. Die Umschaltanordnung 4 besteht
im Wesentlichen aus einem Dreiwegventil mit drei Anschlussen 10a, 10b, 10c. Der Anschluss
10a ist mit dem Abfluss 7 aus dem ersten Trog 2 verbunden. Der Anschluss 10b ist mit
dem Schlichtezulauf 6 in den zweiten Trog 3 verbunden. Der Anschluss 10c ist mit Schlichteablauf
8 des zweiten Trogs 3 verbunden.
[0031] Im zweiten Trog 3 ist ausserdem eine Tauchwalze 13 angeordnet. Die Ware K ist um
die Tauchwalze 13 geschlungen, so dass sie zuverlässig in Schlichte S getaucht wird,
welche im zweiten Trog 3 enthalten ist.
[0032] Die Tauchwalze 13 ist um eine Achse 14 drehbar. Die Achse ist über nicht näher dargestellte
Lagerungen höhenverstellbar angeordnet, so dass sich die Tauchwalze 13 in verschiedene
Positionen (schematisch mit 13' dargestellt) bewegen lässt. Auf diese Weise kann die
Lage der Tauchwalze 13 dem Niveau N der zweiten Schlichte S im zweiten Trog 3 angepasst
werden.
[0033] Im ersten Trog 2 ist ausserdem ein Messsensor 17a zum Messen der Höhe des Füllstands
der Flüssigkeit im ersten Trog 2 sowie Heizröhren 18 zum Heizen der Flüssigkeit im
ersten Trog vorgesehen. Im ersten Betriebsmodus sind die Heizröhren 18 und der Messsensor
17a des ersten Troges 2 nicht aktiv.
[0034] Mit den in Figur 1 gezeigten Einstellungen (Betriebsmodus B1) wird die Ware K zuerst
mit Wasser behandelt und anschliessend geschlichtet. Bei diesem Betriebsmodus liegt
das Niveau N2 unterhalb einer im Bereich der Trennwand 16 gebildeten Überlaufkante
21b. In diesem Fall wird das Niveau N2 über einen Messsensor 17b im zweiten Trog 3
gemessen und auf dem gewünschten Wert gehalten. Die Schlichte wird im Kreislauf vom
Trog 3 über den Ablauf 8 durch die Umschaltanordnung 4 mittels dem Schlichtezulauf
6 wieder dem zweiten Trog 3 zugeführt.
[Im ersten Betriebsmodus ist im Dreiweghahn 4 der Anschluss 10c mit dem Anschluss
10b verbunden.]
[0035] Heizungen 18 im zweiten Trog 3 dienen zum Erhitzen der Schlichte S im zweiten Trog
3.
[0036] Wasser wird mit der Wasserzufuhr 9 in den ersten Trog 2 eingeführt. Das Niveau N1
wird durch die Überlaufkante 21a definiert. Der Messensor 17a ist nicht zwingend benötigt,
um das Niveau zu messen. Fakultativ kann aber auch das Niveau N1 des Wassers im ersten
Trog 2 gemessen werden. Die Heizungen 18 im ersten Trog 2 sind nicht aktiv. Wasser
W wird über den Abfluss 7 abgeführt und im Kreislauf durch einen im ersten Betriebsmodus
geöffneten Hahn 24 über die Wasserzufuhr 9 dem ersten Trog 2 über eine Sprühvorrichtung
(nicht näher bezeichnet) wieder zugeführt.
[0037] Im Betriebsmodus B1 erfolgt daher eine Wasser-Schlichtebehandlung. Durch Umschalten
der Umschaltanordnung 4 kann in einen zweiten Betriebsmodus B2 umgeschaltet werden,
in welchem eine Schlichte-Schlichtebehandlung erfolgt.
[0038] Im zweiten Betriebsmodus B2 (Figur 2) ist der Schlichteabfluss 8 im zweiten Trog
3 geschlossen. Dadurch steigt aufgrund von kontinuierlicher Zufuhr von neuer Schlichte
durch die Schlichtezufuhrleitung 5 das Niveau N2 auf die durch die Überlaufkante 21b
definierte Höhe. Schlichte S beginnt daher im Gegenstrom (d.h. gegen die Bewegungsrichtung
der Ware K) vom zweiten Trog 3 in den ersten Trog 2 zu fliessen. Der erste Trog 2
füllt sich daher bis auf das durch die Überlaufkante 21a definierte Niveau N1 ebenfalls
mit Schlichte. Die Schlichte wird über den Abfluss 7 aus dem ersten Trog 2 wieder
abgeführt. Im Gegensatz zum ersten Betriebsmodus ist im zweiten Betriebsmodus ein
Hahn 24 geschlossen, so dass die abgeführte Schlichte S zur Umschaltanordnung 4 geführt
werden kann. Im zweiten Betriebsmodus ist durch den Dreiweghahn der Anschluss 10a
mit dem Anschluss 10b verbunden, so dass die aus dem Abfluss 7 austretende Schlichte
im Kreislauf dem Schlichtezulauf 6 zugeführt werden kann.
[0039] In diesem zweiten Betriebsmodus ist die Wasserzufuhr 9 ausgeschaltet, so dass kein
Wasser W in den ersten Trog 2 zugeführt wird.
[0040] Im zweiten Betriebsmodus ist ausserdem die Tauchwalze 13 in einer höheren Lage angeordnet,
weil das Niveau N2 der Schlichte S im zweiten Trog 3 höher liegt als im ersten Betriebsmodus.
Die Sollage der Tauchwalze ist etwa so, dass die Kettbahn vor Berührung mit der Schlichte
auf die Tauchwalze auflauft. Ausserdem ist es im zweiten Betriebsmodus nicht nötig,
die Höhe des Schlichteniveaus im zweiten Trog 3 zu messen. Der Messsensor 17b ist
daher desaktiviert. Stattdessen wird die Höhe des Niveaus N1 der Schlichte S im ersten
Trog 2 mit einem im zweiten Betriebsmodus B2 aktivierten Messsensor 17a bestimmt.
[0041] Gleichzeitig wird die Schlichte S im zweiten Betriebsmodus mit Heizanordnungen 18
bereits im ersten Trog 2 erhitzt.
[0042] Die mechanische Umschaltung vom ersten in den zweiten Betriebsmodus erfolgt mit dem
Dreiweghahn 4. Gleichzeitig werden bei der Umschaltung zwischen dem ersten und dem
zweiten Betriebsmodus die folgenden Anpassungen vorgenommen:
- Der Hahn 24 wird geschlossen;
- Der Messsensor 17a wird aktiviert und der Messsensor 17b wird desaktiviert. Dies ist
möglich, weil über die Kontrolle des Niveaus N1 im ersten Trog 2 indirekt auf das
Niveau N2 im zweiten Trog 3 kontrolliert wird;
- Die Heizung 18 im ersten Trog 2 wird eingeschaltet;
- Die Lage der Achse 14 der Tauchwalze 13 wird in die gewünschte Position gebracht;
- Die Wasserzufuhr W in den ersten Trog 2 wird ausgeschaltet.
[0043] Die Menge der frisch über die Schlichtezufuhrleitung 5 zugeführten Schlichte hängt
von der Menge verbrauchter Schlichte ab. Besonders bevorzugt wird dazu die in EP-1
203 840 beschriebene Methode zur Bestimmung und Konstanthaltung der Schlichtemenge
eingesetzt.
[0044] Die Umschaltung zwischen dem ersten und dem zweiten Betriebsmodus B1, B2 erfolgt
besonders einfach mittels einer nicht näher gezeigten Steuereinheit. Die Steuereinheit
betätigt gleichzeitig den Dreiweghahn 4, den Hahn 24 und aktiviert nach Bedarf die
Heizungen 18 im ersten bzw. im zweiten Trog 2,3 und aktiviert den geeigneten Sensor
17a oder 17b. Ausserdem wird die Tauchwalze 13 in die gewünschte Stellung gefahren.
Solche Steuerungen sind dem Fachmann bekannt und brauchen nicht im Detail beschrieben
zu werden.
[0045] Figur 3 zeigt eine alternative Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung
B1 im zweiten Betriebsmodus. Die Vorrichtung im Figur 3 entspricht der Vorrichtung
in Figur 1 und 2 mit der Ausnahme, dass in der Verbindungsleitung 19 zwischen dem
Abfluss 7 aus dem ersten Trog 2 und dem Dreiweghahn 4 ein Durchlauferhitzer 20 angeordnet
ist. Im zweiten Betriebsmodus B2 wärmt der Durchlauferhitzer 20 aus dem ersten Trog
2 abgeführte Schlichte S vor. Dadurch wird verhindert, dass aufgrund des Kontaktes
mit kalter Ware K abgekühlte Schlichte S über den Schlichtezulauf 6 in den zweiten
Trog 3 zugeführt wird. Der Durchlauferhitzer 20 kann ebenfalls mit der nicht näher
gezeigten Steuereinheit während dem Umschaltvorgang zwischen dem ersten und dem zweiten
Betriebsmodus B1, B2 aktiviert bzw. desaktiviert werden.
1. Vorrichtung (1) zum Schlichten von bahn- oder fadenförmiger Ware (K) insbesondere
von Kettfäden,
mit einem ersten Trog (2) zur Aufnahme einer Flüssigkeit (S, W) und mit einem zweiten
Trog (3) zur Aufnahme einer Flüssigkeit (S),
wobei die Ware (K) nacheinander zuerst durch den ersten Trog (2) und anschliessend
durch den zweiten Trog (3) führbar ist und
wobei der zweite Trog (3) mit Schlichte (S) befüllbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trog (2) wahlweise mit Schlichte (S) oder mit Wasser (W) befüllbar ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (1) eine Umschaltanordnung (4) aufweist, mittels welcher die Vorrichtung
(1) zwischen einem ersten Betriebsmodus (B1) und einem zweiten Betriebsmodus (B2)
umschaltbar ist, wobei im ersten Betriebsmodus (B1) der erste Trog (2) mit Wasser
(W) befüllt wird und wobei im zweiten Betriebsmodus (B2) der erste Trog (2) mit Schlichte
(S) befüllt wird.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Betriebsmodus (B2) Schlichte (S) mittels einer Schlichtezufuhr (5, 6)
in den zweiten Trog (3) führbar ist, dass Schlichte (2) im Gegenstromprinzip vom zweiten
Trog (3) in den ersten Trog (2) führbar ist und dass Schlichte (S) mittels einem Abfluss
(7) aus dem ersten Trog (2) abführbar und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3)
zuführbar ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsmodus (B1) Schlichte (S) mit einem Schlichteabfluss (8) aus dem
zweiten Trog (3) abführbar ist und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3) zuführbar
ist,
dass das Niveau (2) der Schlichte (S) im zweiten Trog (3) derart wählbar ist, dass
keine Schlichte (2) in den ersten Trog (3) fliesst und dass
mittels einer Wasserzufuhr (9) Wasser (W) in den ersten Trog (2) führbar ist und dass
durch den Abfluss (7) Wasser (W) aus dem ersten Trog (2) abführbar und im Kreislauf
wieder dem ersten Trog (2), insbesondere der Wasserzufuhr (9) zuführbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Umschaltanordnung (4) im ersten Betriebsmodus (B1) der Schlichteablauf (8)
im zweiten Trog (3) mit der Schlichtezufuhr (5, 6) für den zweiten Trog (3) verbindbar
ist und dass mit der Umschaltanordnung
im zweiten Betriebsmodus (B2) der Schlichteablauf (8)im zweiten Trog (3) verschliessbar
und der Abfluss (7) im ersten Trog (2) mit der Schlichtezufuhr (5, 6) im zweiten Trog
(3) verbindbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltanordnung (4) einen Dreiweghahn aufweist, von dem je ein Anschluss (10a,
10b, 10c) mit dem Schlichteablauf (8) im zweiten Trog (3), der Schlichtezufuhr (5,
6) in den zweiten Trog (3) und mit dem Ablauf (7) aus dem ersten Trog (2) verbunden
ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Trog (3) eine Tauchwalze (13) angeordnet ist und dass die Achse (14)
der Tauchwalze (13) höhenverstellbar ist, sodass die Lage der Tauchwalze (13) im zweiten
Trog (3) im ersten und im zweiten Betriebsmodus (B1, B2) dem Niveau (N2) der Flüssigkeit
im zweiten Trog (3) anpassbar ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trog (2) und der zweite Trog (3) durch eine gemeinsame Wanne (15) gebildet
sind und dass vorzugsweise in der Wanne (15) der erste Trog (2) und der zweite Trog
(3) durch eine Trennwand (16) voneinander getrennt sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Trog (2) und im zweiten Trog (3) Messsensoren (17a, 17b) zum Messen des
Niveaus (N1, N2) der Flüssigkeit vorhanden sind und dass vorzugsweise im ersten Betriebsmodus
(B1) die Sensoren (17b) im zweiten Trog (3) und im zweiten Betriebsmodus (B2) die
Sensoren (17a) im ersten Trog (2) zum Messen des Schlichteniveaus (N1, N2) aktiviert
sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Trog (2) und im zweiten Trog (3) Heizanordnungen (18) vorgesehen, wobei
mit den Heizanordnungen (18) im zweiten Betriebsmodus (B2) die Schlichte (S) im ersten
Trog (2) heizbar ist.
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Verbindungsleitung (19) zwischen dem Abfluss (7) aus dem ersten Trog (2)
und der Schlichtezufuhr (5, 6) in den zweiten Trog (3) ein Durchlauferhitzer (20)
zum Erwärmen der Schlichte (S) im zweiten Betriebsmodus (B2) vorgesehen ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 2 und einem der Ansprüche 7, 9 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltanordnung (4) in Wirkverbindung mit einer Höhenverstellung für die Tauchwalze
(13) und/oder in Wirkverbindung mit einer Steuerung der Messsensoren (17a, 17b) und/oder
in Wirkverbindung mit den Heizanordnungen (18) und/oder in Wirkverbindung mit einer
Steuerung für den Durchlauferhitzer (20) steht.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Trog (2) und im zweiten Trog (3) eine Überlaufkante (21a, 21b) zum Definieren
eines maximalen Niveaus (N1, N2) vorgesehen ist, wobei im zweiten Trog (3) die Überlaufkante
(21b) das Niveau (N2) im zweiten Betriebsmodus (B2) definiert und wobei vorzugsweise
im ersten Trog (2) die Überlaufkante (21a) das Niveau (N1) im ersten Betriebsmodus
(B1) und vorzugsweise im zweiten Betriebsmodus (B2) definiert.
14. Verfahren zum Schlichten von bahn- oder fadenförmiger Ware (K) insbesondere von Kettfäden,
insbesondere mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13, bei welchem
die Ware (K) in einem zweiten Trog (3) durch ein Schlichtebad (12) geführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Beginn der Schlichtebehandlung eine Wahl zwischen einem ersten Betriebsmodus
(B1), in dem die Ware in einem ersten Trog durch ein Wasserbad (W) und einem zweiten
Betriebsmodus (B2), in dem die Ware im ersten Trog durch ein Schlichtebad (S) geführt
wird getroffen wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Betriebsmodus (B2) Schlichte (S) in den zweiten Trog (3) zugeführt wird,
Schlichte (S) im Gegenstromprinzip vom zweiten Trog (3) in den ersten Trog (2) geführt
wird und Schlichte (S) mittels einem Abfluss (7) aus dem ersten Trog (2) abgeführt
und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3) zugeführt wird.
16. Verfahren nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsmodus (B1) Schlichte (S) aus dem zweiten Trog (3) durch einen Schlichteabfluss
(8) abgeführt wird und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3) zugeführt wird,
dass das Niveau (N2) der Schlichte (S) im zweiten Trog (3) derart eingestellt wird,
dass keine Schlichte (S) in den ersten Trog (2) fliesst und dass
mittels einer Wasserzufuhr (9) Wasser (W) in den ersten Trog (2) geführt wird, durch
den Abfluss (7) im ersten Trog (2) abgeführt und im Kreislauf wieder dem ersten Trog
(2) zugeführt wird.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse (14) einer im zweiten Trog (3) angeordneten Tauchwalze (13) derart in der
Höhe verstellt wird, dass die Lage der Tauchwalze bezogen auf das Niveau (N2) im zweiten
Trog (3) einer vorbestimmbaren Solllage entspricht.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Niveau der Flüssigkeit (W, S) im ersten Trog (2) und/oder im zweiten Trog (3)
mittels Messsensoren (17a, 17b) gemessen wird und dass vorzugsweise im ersten Betriebsmodus
(B1) das Niveau im zweiten Trog (3) mit Messsensoren (17b) gemessen wird und dass
im zweiten Betriebsmodus (B2) das Niveau (N1) im ersten Trog (2) mit Messsensoren
(17a) gemessen wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten und zweiten Betriebsmodus (B1, B2) die Schlichte (S) im zweiten Trog (3)
und vorzugsweise im zweiten Betriebsmodus (B2) die Schlichte (S) im ersten Trog (2)
mittels Heizanordnungen (18) geheizt wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass die im zweiten Betriebsmodus (B2) aus dem ersten Trog (2) abgeführte Schlichte vor
der Zufuhr in den zweiten Trog (3) mit einem Durchlauferhitzer (20) erhitzt wird.
21. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Umschaltanordnung im ersten Betriebsmodus (B1) die Messsensoren (17b)
im zweiten Trog (3) aktiviert und/oder die Heizanordnungen (18) im zweiten Trog (3)
betätigt werden und
dass im zweiten Betriebsmodus (B2) mit der Umschaltanordnung (4) die Messsensoren
(17a) im ersten Trog (2) aktiviert und/oder Heizanordnungen (18) im ersten Trog (2)
und/oder der Durchlauferhitzer (20) betätigt werden und
dass mit der Umschaltanordnung (4) eine Höhenverstellung der Achse (14) der Tauchwalze
(13) betätigt und in eine Solllage gebracht wird.
Geänderte Patentansprüche gemäss Regel 86(2) EPÜ.
1. Vorrichtung (1) zum Schlichten von bahn- oder fadenförmiger Ware (K) insbesondere
von Kettfäden,
mit einem ersten Trog (2) zur Aufnahme einer Flüssigkeit (S, W) und mit einem zweiten
Trog (3) zur Aufnahme einer Flüssigkeit (S),
wobei die Ware (K) nacheinander zuerst durch den ersten Trog (2) und anschliessend
durch den zweiten Trog (3) führbar ist und
wobei der zweite Trog (3) mit Schlichte (S) befüllbar ist,
dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trog (2) wahlweise mit Schlichte (S) oder mit Wasser (W) befüllbar ist
und dass die Vorrichtung (1) eine Umschaltanordnung (4) aufweist, mittels welcher
die Vorrichtung (1) zwischen einem ersten Betriebsmodus (B1) und einem zweiten Betriebsmodus
(B2) umschaltbar ist, wobei im ersten Betriebsmodus (B1) der erste Trog (2) mit Wasser
(W) befüllt wird und wobei im zweiten Betriebsmodus (B2) der erste Trog (2) mit Schlichte
(S) befüllt wird.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Betriebsmodus (B2) Schlichte (S) mittels einer Schlichtezufuhr (5, 6)
in den zweiten Trog (3) führbar ist, dass Schlichte (2) im Gegenstromprinzip vom zweiten
Trog (3) in den ersten Trog (2) führbar ist und dass Schlichte (S) mittels einem Abfluss
(7) aus dem ersten Trog (2) abführbar und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3)
zuführbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsmodus (B1) Schlichte (S) mit einem Schlichteabfluss (8) aus dem
zweiten Trog (3) abführbar ist und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3) zuführbar
ist,
dass das Niveau (2) der Schlichte (S) im zweiten Trog (3) derart wählbar ist, dass
keine Schlichte (2) in den ersten Trog (3) fliesst und dass
mittels einer Wasserzufuhr (9) Wasser (W) in den ersten Trog (2) führbar ist und dass
durch den Abfluss (7) Wasser (W) aus dem ersten Trog (2) abführbar und im Kreislauf
wieder dem ersten Trog (2), insbesondere der Wasserzufuhr (9) zuführbar ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass mit der Umschaltanordnung (4) im ersten Betriebsmodus (B1) der Schlichteablauf (8)
im zweiten Trog (3) mit der Schlichtezufuhr (5, 6) für den zweiten Trog (3) verbindbar
ist und dass mit der Umschaltanordnung
im zweiten Betriebsmodus (B2) der Schlichteablauf (8)im zweiten Trog (3) verschliessbar
und der Abfluss (7) im ersten Trog (2) mit der Schlichtezufuhr (5, 6) im zweiten Trog
(3) verbindbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltanordnung (4) einen Dreiweghahn aufweist, von dem je ein Anschluss (10a,
10b, 10c) mit dem Schlichteablauf (8) im zweiten Trog (3), der Schlichtezufuhr (5,
6) in den zweiten Trog (3) und mit dem Ablauf (7) aus dem ersten Trog (2) verbunden
ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Trog (3) eine Tauchwalze (13) angeordnet ist und dass die Achse (14)
der Tauchwalze (13) höhenverstellbar ist, sodass die Lage der Tauchwalze (13) im zweiten
Trog (3) im ersten und im zweiten Betriebsmodus (B1, B2) dem Niveau (N2) der Flüssigkeit
im zweiten Trog (3) anpassbar ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass der erste Trog (2) und der zweite Trog (3) durch eine gemeinsame Wanne (15) gebildet
sind und dass vorzugsweise in der Wanne (15) der erste Trog (2) und der zweite Trog
(3) durch eine Trennwand (16) voneinander getrennt sind.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Trog (2) und im zweiten Trog (3) Messsensoren (17a, 17b) zum Messen des
Niveaus (N1, N2) der Flüssigkeit vorhanden sind und dass vorzugsweise im ersten Betriebsmodus
(B1) die Sensoren (17b) im zweiten Trog (3) und im zweiten Betriebsmodus (B2) die
Sensoren (17a) im ersten Trog (2) zum Messen des Schlichteniveaus (N1, N2) aktiviert
sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Trog (2) und im zweiten Trog (3) Heizanordnungen (18) vorgesehen, wobei
mit den Heizanordnungen (18) im zweiten Betriebsmodus (B2) die Schlichte (S) im ersten
Trog (2) heizbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass in einer Verbindungsleitung (19) zwischen dem Abfluss (7) aus dem ersten Trog (2)
und der Schlichtezufuhr (5, 6) in den zweiten Trog (3) ein Durchlauferhitzer (20)
zum Erwärmen der Schlichte (S) im zweiten Betriebsmodus (B2) vorgesehen ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der Ansprüche 6, 8 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Umschaltanordnung (4) in Wirkverbindung mit einer Höhenverstellung für die Tauchwalze
(13) und/oder in Wirkverbindung mit einer Steuerung der Messensoren (17a, 17b) und/oder
in Wirkverbindung mit den Heizanordnungen (18) und/oder in Wirkverbindung mit einer
Steuerung für den Durchlauferhitzer (20) steht.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Trog (2) und im zweiten Trog (3) eine Überlaufkante (21a, 21b) zum Definieren
eines maximalen Niveaus (N1, N2) vorgesehen ist, wobei im zweiten Trog (3) die Überlaufkante
(21b) das Niveau (N2) im zweiten Betriebsmodus (B2) definiert und wobei vorzugsweise
im ersten Trog (2) die Überlaufkante (21a) das Niveau (N1) im ersten Betriebsmodus
(B1) und vorzugsweise im zweiten Betriebsmodus (B2) definiert.
13. Verfahren zum Schlichten von bahn- oder fadenförmiger Ware (K) insbesondere von Kettfäden,
insbesondere mit einer Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 12, bei welchem
die Ware (K) in einem zweiten Trog (3) durch ein Schlichtebad (12) geführt wird,
dadurch gekennzeichnet, dass vor dem Beginn der Schlichtebehandlung eine Wahl zwischen einem ersten Betriebsmodus
(B1), in dem die Ware in einem ersten Trog durch ein Wasserbad (W) und einem zweiten
Betriebsmodus (B2), in dem die Ware in einem ersten Trog durch ein Schlichtebad (S)
geführt wird getroffen wird.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass im zweiten Betriebsmodus (B2) Schlichte (S) in den zweiten Trog (3) zugeführt wird,
Schlichte (S) im Gegenstromprinzip vom zweiten Trog (3) in den ersten Trog (2) geführt
wird und Schlichte (S) mittels einem Abfluss (7) aus dem ersten Trog (2) abgeführt
und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3) zugeführt wird.
15. Verfahren nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten Betriebsmodus (B1) Schlichte (S) aus dem zweiten Trog (3) durch einen Schlichteabfluss
(8) abgeführt wird und im Kreislauf wieder dem zweiten Trog (3) zugeführt wird,
dass das Niveau (N2) der Schlichte (S) im zweiten Trog (3) derart eingestellt wird,
dass keine Schlichte (S) in den ersten Trog (2) fliesst und dass
mittels einer Wasserzufuhr (9) Wasser (W) in den ersten Trog (2) geführt wird, durch
den Abfluss (7) im ersten Trog (2) abgeführt und im Kreislauf wieder dem ersten Trog
(2) zugeführt wird.
16. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass die Achse (14) einer im zweiten Trog (3) angeordneten Tauchwalze (13) derart in der
Höhe verstellt wird, dass die Lage der Tauchwalze bezogen auf das Niveau (N2) im zweiten
Trog (3) einer vorbestimmbaren Solllage entspricht.
17. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass das Niveau der Flüssigkeit (W, S) im ersten Trog (2) und/oder im zweiten Trog (3)
mittels Messsensoren (17a, 17b) gemessen wird und dass vorzugsweise im ersten Betriebsmodus
(B1) das Niveau im zweiten Trog (3) mit Messsensoren (17b) gemessen wird und dass
im zweiten Betriebsmodus (B2) das Niveau (N1) im ersten Trog (2) mit Messsensoren
(17a) gemessen wird.
18. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass im ersten und zweiten Betriebsmodus (B1, B2) die Schlichte (S) im zweiten Trog (3)
und vorzugsweise im zweiten Betriebsmodus (B2) die Schlichte (S) im ersten Trog (2)
mittels Heizanordnungen (18) geheizt wird.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass die im zweiten Betriebsmodus (B2) aus dem ersten Trog (2) abgeführte Schlichte vor
der Zufuhr in den zweiten Trog (3) mit einem Durchlauferhitzer (20) erhitzt wird.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer Umschaltanordnung im ersten Betriebsmodus (B1) die Messsensoren (17b)
im zweiten Trog (3) aktiviert und/oder die Heizanordnungen (18) im zweiten Trog (3)
betätigt werden und
dass im zweiten Betriebsmodus (B2) mit der Umschaltanordnung (4) die Messsensoren
(17a) im ersten Trog (2) aktiviert und/oder Heizanordnungen (18) im ersten Trog (2)
und/oder der Durchlauferhitzer (20) betätigt werden und dass mit der Umschaltanordnung
(4) eine Höhenverstellung der Achse (14) der Tauchwalze (13) betätigt und in eine
Solllage gebracht wird.