[0001] Die Erfindung betrifft einen Kalander zum Behandeln einer Materialbahn mit mehreren
Walzen, die in einer Pressenrichtung zusammenwirken und zwischen sich mindestens einen
Nip bilden, durch den ein Bahnlaufpfad geführt ist, und mit einer Sensoranordnung,
die mindestens einen Sensor aufweist, der zur Erfassung mindestens einer vorbestimmten
Eigenschaft der Materialbahn geeignet ist. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren
zum Behandeln einer Materialbahn, bei dem die Materialbahn durch einen Walzenstapel
geleitet und mit Druck in einer Pressenrichtung beaufschlagt wird, wobei vorbestimmte
Meßwerte durch mindestens einen Sensor erfaßt werden.
[0002] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer Papierbahn als Beispiel für eine Materialbahn
beschrieben. Sie ist jedoch auch bei anderen Materialbahnen verwendbar, beispielsweise
Kartonbahnen, die auf ähnliche Weise in einem Kalander behandelt werden.
[0003] Papierbahnen werden im Verlaufe ihrer Herstellung durch einen Kalander geleitet und
dort mit einem erhöhten Druck und vielfach auch mit einer erhöhten Temperatur beaufschlagt.
Durch diese Druck- und Temperaturbeaufschlagung möchte man gewisse Eigenschaften der
Papierbahn einstellen oder verbessern, beispielsweise Oberflächeneigenschaften, wie
Glanz und Glätte, oder ein Dickenprofil quer zu der Bahnlaufrichtung vergleichmäßigen.
Um zu überprüfen, ob die Papierbahn nach dem Durchlaufen des Kalanders die gewünschten
Eigenschaften hat, ist eine Sensoranordnung vorgesehen. Die Sensoranordnung weist
einen Sensor auf, der zur Erfassung einer vorbestimmten Eigenschaft geeignet ist.
Beispielsweise kann ein derartiger Sensor die Glätte oder den Glanz der Oberfläche
der Papierbahn messen, die Dicke, die Feuchte, die Temperatur oder andere Eigenschaften.
Vielfach verwendet man hierbei einen Sensor, der quer zur Laufrichtung der Materialbahn
bewegt wird, also etwa parallel zu den Achsen der den Kalander bildenden Walzen. Diese
Vorgehensweise ist weitaus kostengünstiger als die Verwendung eines Sensors, der gleichzeitig
über die gesamte Breite der Papierbahn die entsprechenden Meßwerte aufnimmt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Überwachungsmöglichkeiten im Kalander
auf einfache Weise zu erweitern.
[0005] Diese Aufgabe wird bei einem Kalander der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
daß der Sensor eine Erfassungsseite aufweist, an der ein Luftkissen erzeugbar ist.
[0006] Mit Hilfe eines Luftkissens ist es möglich, den Sensor zuverlässig an der zu überwachenden
Oberfläche abzustützen, ohne daß ein Eingriff in diese Oberfläche notwendig ist. Das
Luftkissen erlaubt es, den Sensor mit einer hohen Genauigkeit in eine gewünschte Entfernung
zu der Oberfläche zu bringen und dort zu halten. Damit werden hochgenaue Meßergebnisse
möglich, ohne daß ein Eingriff in die Behandlung der Materialbahn erforderlich ist.
[0007] Hierbei ist bevorzugt, daß der Sensor ein Sensorgehäuse und einen Sensorträger aufweist,
der mit dem Sensorgehäuse einen Druckraum umschließt und beweglich mit dem Sensorgehäuse
verbunden ist, wobei am Sensorträger Düsen vorgesehen sind, die Luft in einen Raum
zwischen dem Sensorträger und der zu überwachenden Fläche einspeisen. Die Düsen bauen
also ein Druckluftpolster zwischen dem Sensorträger und der zu überwachenden Fläche
auf. Gleichzeitig wird durch einen Druck im Druckraum der Sensorträger in Richtung
auf die zu überwachende Fläche vorgeschoben. Möglich ist dies durch die bewegliche
Verbindung zwischen dem Sensorträger und dem Sensorgehäuse, die beispielsweise gebildet
sein kann durch einen Balgen oder eine Membrane. Dementsprechend erfolgt die Bewegung
des Sensorträgers auf die Fläche zu, bis ein Gleichgewicht zwischen den Kräften erreicht
ist, die einerseits vom Druck im Druckraum und andererseits vom Druck des Druckluftpolsters
erzeugt werden. Da der Druck in dem Raum zwischen dem Sensorträger und der zu überwachenden
Fläche in erheblichem Maße von dem Spalt zwischen dem Sensorträger und der zu überwachenden
Fläche abhängt, läßt sich auf diese Weise dieser Spalt und damit die Entfernung des
Sensorträgers von der Fläche mit einer relativ hohen Genauigkeit einstellen.
[0008] Hierbei ist bevorzugt, daß die Düsen mit einer Blaskammer in Verbindung stehen. In
der Blaskammer läßt sich der entsprechende Druck vorrätig halten, so daß immer genügend
Luft zur Verfügung steht, um das Luftkissen mit dem erforderlichen Druck aufbauen
zu können.
[0009] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Sensor flexibel aufgehängt ist und das Luftkissen
an einer gekrümmten Oberfläche selbstjustierend ausgebildet ist. Der Sensor wird also
insgesamt in den Bereich der zu überwachenden Fläche bewegt. Die eigentliche Justierung
des Sensorträgers gegenüber der Fläche erfolgt über das Luftkissen. Dadurch werden
die Genauigkeitsanforderungen an den Positionierantrieb des Sensors herabgesetzt.
[0010] Vorzugsweise ist der Sensor als berührungslos arbeitender Sensor ausgebildet. Dementsprechend
ist nicht nur für die Positionierung des Sensors an der zu überwachenden Fläche eine
Berührung mit dieser Fläche entbehrlich, sondern auch für die eigentliche Messung.
Die Ermittlung der Eigenschaften erfolgt also ohne einen Eingriff in die Behandlung
der Materialbahn.
[0011] Vorzugsweise ist der Sensor als optischer Sensor ausgebildet mit einer Lichtquelle
und einem Lichtempfänger, der reflektiertes, von der Lichtquelle stammendes Licht
erfaßt. Ein derartiger Sensor ist vor allem als Glanzsensor geeignet.
[0012] Vorzugsweise ist vorgesehen, daß der Sensor mit einer Bewegungskomponente parallel
zur Pressenrichtung bewegbar ist. Damit ist es möglich, den Sensor an verschiedenen
Stellen in Laufrichtung der Materialbahn im Kalander zu positionieren. Ein so beweglicher
Sensor kann auch ohne Luftkissen ausgebildet sein. Man ist also nicht mehr darauf
angewiesen, die gewünschten Eigenschaften der Materialbahn nur an einer Position zu
ermitteln, beispielsweise am Auslauf. Man ist vielmehr frei, diese Eigenschaften an
anderen Stellen zu ermitteln. Dies kann man beispielsweise ausnutzen, um nachzuprüfen,
ob eine gewünschte Behandlungswirkung an einer bestimmten Position bereits den gewünschten
Erfolg gehabt hat oder nicht. Dies erweitert die Möglichkeiten der Kalandersteuerung.
Man kann die Wirkung der Behandlung der Materialbahn praktisch nach jedem Nip erfassen
und, falls entsprechende Steuerungsmöglichkeiten vorhanden sind, die Behandlung der
Materialbahn in jedem Nip gezielt steuern.
[0013] Vorzugsweise weist die Sensoranordnung auf beiden Seiten des Walzenstapels mindestens
einen parallel zur Pressenrichtung bewegbaren Sensor auf. Damit ist es möglich, beide
Seiten der Materialbahn entsprechend zu überwachen. Die beiden Sensoren können, müssen
aber nicht gleichartig bewegt werden, d.h. es ist möglich, mit einem Sensor eine Messung
an einer ersten Position im Kalander vorzunehmen, während der Sensor auf der gegenüberliegenden
Seite des Walzenstapels an einer anderen Position mißt.
[0014] Bevorzugterweise ist der Bahnlaufpfad nach mindestens einem Nip über eine Leitwalze
geführt und der Sensor ist gegenüber der Umfangsfläche der Leitwalze positionierbar.
Dies verbessert die Meßmöglichkeiten. Auf der Umfangsfläche der Leitwalze liegt die
Materialbahn in einer definierten Position fest. Sie kann an dieser Position in der
Regel nicht flattern. Wenn der Sensor gegenüber der Umfangsfläche der Leitwalze positioniert
wird, dann hat er automatisch einen definierten Abstand zur Oberfläche der Materialbahn.
Dies verbessert die Zuverlässigkeit der Meßergebnisse.
[0015] Bevorzugterweise ist der Sensor zusätzlich so bewegbar, daß er seine Entfernung vom
Walzenstapel senkrecht zur Pressenrichtung verändert. Mit dieser Ausführungsform hat
man relativ weitgehende Möglichkeiten bei der Ausgestaltung des Kalanders. Beispielsweise
müssen die Leitwalzen nicht alle in einer Ebene parallel zur Ebene des Walzenstapels
positioniert sein. Sie können durchaus unterschiedliche Entfernungen zum Walzenstapel
aufweisen. Auch ist es möglich, mit dem Sensor an Positionen zu messen, die nicht
unmittelbar an den Leitwalzen angeordnet sind. Die Meß- oder Erfassungsmöglichkeiten
werden dadurch ganz erheblich erweitert.
[0016] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß der Sensor gegenüber der Umfangsfläche einer
Walze positionierbar ist. Insbesondere ist hierbei besonders bevorzugt, daß die Umfangsfläche
der Walze im Bereich des Sensors nicht von der Materialbahn abgedeckt ist. Man verwendet
den Sensor also nicht nur dafür, die Oberflächenqualität der Materialbahn zu erfassen.
Man kann den gleichen Sensor auch dazu verwenden, die entsprechende Oberflächenqualität
einer Walze zu erfassen. Wenn der Kalander dazu verwendet werden soll, die Oberfläche
der Materialbahn mit einem vorbestimmten Glanz und/oder einer vorbestimmten Glätte
zu versehen, dann ist es erforderlich, daß man Walzen verwendet, deren Oberflächen
einen bestimmten Glanz bzw. eine bestimmte Glätte aufweisen. Man kann den Sensor nun
einerseits dafür verwenden, den Glanz an der Oberfläche der Materialbahn zu ermitteln.
Man kann den Sensor andererseits auch so positionieren, daß er den Glanz bzw. die
Glätte an der Oberfläche der Walze erfaßt. Die letzte Möglichkeit gibt in manchen
Fällen frühzeitig einen Aufschluß darüber, wann die Walze verschlissen ist und ausgetauscht
werden muß. Mit dem Sensor an der Walze wird also die Planung für die Wartung des
Kalanders vereinfacht. Schließlich kann man die an der Walze ermittelten Meßwerte
mit den an der Materialbahn ermittelten Meßwerten korrelieren, um zu überprüfen, ob
eine bestimmte Beeinflussung der Materialbahn im gewünschten Umfang stattgefunden
hat. Falls dies nicht der Fall ist, dann ist dies ein Zeichen dafür, daß ein Fehler
aufgetreten ist. Dieser Fehler oder diese Störung muß nicht unbedingt ihre Ursache
in der untersuchten Walze haben. Sie kann auch an anderen Stellen auftreten. Der Sensor
ist in diesem Fall lediglich ein Hilfsmittel, um aufzuzeigen, daß eine Störung aufgetreten
ist.
[0017] Bevorzugterweise ist der Sensor auch quer zur Bahnlaufrichtung verlagerbar. Der Sensor
ist also zunächst in einer Ebene parallel zu der Ebene beweglich, in der die Walzenachsen
des Walzenstapels liegen. Wenn auch noch die Entfernung zu dem Walzenstapel veränderlich
ist, dann ist der Sensor im Bereich des Kalanders mehr oder weniger frei dreidimensional
im Raum beweglich.
[0018] Vorzugsweise ist auf mindestens einer Seite des Walzenstapels eine Führung angeordnet,
an der ein den Sensor tragender Schlitten parallel zur Pressenrichtung bewegbar ist.
Dies ist eine konstruktiv relativ einfache Möglichkeit, den Sensor parallel zur Pressenrichtung
zu bewegen und gleichzeitig sicherzustellen, daß bestimmte Positionsvorgaben für den
Sensor mit einer relativ großen Genauigkeit eingehalten werden können, beispielsweise
die Entfernung von der Umfangsfläche einer Leitwalze oder einer Kalanderwalze.
[0019] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß am Schlitten ein Linearantrieb mit einer Bewegungsrichtung
senkrecht zur Pressenrichtung angeordnet ist. Dieser Linearantrieb erlaubt es, den
Sensor näher an den Walzenstapel anzunähern oder ihn weiter vom Walzenstapel zu entfernen.
Damit ist es möglich, Meßergebnisse an unterschiedlichen Positionen und an unterschiedlichen
Oberflächen zu gewinnen, beispielsweise an der Oberfläche einer Walze und an der Oberfläche
der Materialbahn.
[0020] Bevorzugterweise ist der Sensor mit einer Auswerteeinrichtung verbunden, die eine
erste Speichereinrichtung aufweist, in der Sensor-Meßwerte von verschiedenen Meßstellen
parallel zur Pressenrichtung speicherbar sind. Mit der Auswerteeinrichtung ist es
daher möglich, die Materialbahn-Eigenschaften an verschiedenen Positionen des Kalanders
zu erfassen und damit festzustellen, ob eine gewünschte Veränderung der Materialbahn
in einem zu erwartenden Maße eintritt oder nicht. Wenn man beispielsweise den Glanz
oder die Glätte nach jedem Nip erfassen kann, dann kann man durch den Vergleich dieser
Werte vor und hinter jedem Nip feststellen, ob der Nip tatsächlich die gewünschte
Wirkung gehabt hat oder ob man eine oder beide der den Nip bildenden Walzen austauschen
muß. Andere Auswertemöglichkeiten, bei denen man die Eigenschaftswerte der Materialbahn
an verschiedenen Positionen des Kalanders vergleicht, sind ebenfalls möglich. Beispielsweise
kann man überprüfen, ob eine bestimmte Beeinflussung der Materialbahn, beispielsweise
durch Feuchtigkeit oder Temperatur, in einem Nip die gewünschte Wirkung gehabt hat
oder nicht. Eine derartige Überprüfungsmöglichkeit ist in der Regel nicht gegeben,
wenn man den Eigenschaftswert erst am Ende des Kalanders ermittelt. Man kann die Auswerteeinrichtung
auch mit Sensoren verwenden, die nicht beweglich sind, wenn man an einer ausreichenden
Anzahl von Meßstellen derartige Sensoren vorsieht.
[0021] Vorzugsweise weist die Auswerteeinrichtung eine zweite Speichereinrichtung auf, in
der Sensor-Meßwerte von verschiedenen Meßzeitpunkten speicherbar sind. Der Begriff
der Speichereinrichtung ist hier funktional zu verstehen. Die erste Speichereinrichtung
und die zweite Speichereinrichtung können physikalisch in dem selben Bauelement angeordnet
sein, beispielsweise im Arbeitsspeicher eines Computers oder einer anderen Steuerungseinrichtung.
Wenn man es ermöglicht, daß man Meßwerte zu verschiedenen Meßzeitpunkten erfaßt und
speichert, dann lassen sich die Eigenschaftswerte der Materialbahn über einen längeren
Zeitraum verfolgen. Damit ist es möglich, eine Aussage über den Abnutzungsgrad des
Kalanders zu treffen. Wenn sich herausstellt, daß sich die Materialbahn-Eigenschaften
verschlechtern und unter eine vorbestimmte Grenze absinken, dann kann es angezeigt
sein, Wartungsmaßnahmen im Kalander zu treffen und die eine oder andere Walze auszutauschen.
[0022] Bevorzugterweise weist mindestens eine Walze einen Schwingungsaufnehmer auf, der
mit der Auswerteeinrichtung verbunden ist, wobei die Auswerteeinrichtung einen Filter
aufweist, der eine Folge von Sensor-Meßwerten anhand des Signals des Schwingungsaufnehmers
filtert. Auch bei dieser Auswerteeinrichtung ist es nicht unbedingt erforderlich,
daß der Sensor beweglich ist. Man kann die Filterung des Sensor-Ausgangssignals anhand
des Signals des Schwingungsaufnehmers auch dann vornehmen, wenn lediglich ein positionsfester
Sensor vorhanden ist. In vielen Fällen läßt sich beobachten, daß im Ausgangssignal
des Sensors eine Störung vorhanden ist. Diese Störung kann verschiedene Ursachen haben.
Eine mögliche Ursache ist die Schwingung einer Walze. Eine derartige Schwingung kann
sich unter Umständen durch den ganzen Kalander fortpflanzen und auch andere Walzen
beeinflussen. Wenn man nun an mindestens einer Walze einen Schwingungsaufnehmer vorsieht,
dann kann man diese Schwingung erfassen. Wenn man nun das Ausgangssignal des Sensors
anhand eines derartigen Schwingungssignals filtert, stellt man fest, daß ein Teil
der Störungen im Sensor-Ausgangssignal verschwindet. Dies gestattet es, mit relativ
geringem Aufwand eine wesentlich genauere Messung der Eigenschaftswerte vorzunehmen.
[0023] Vorzugsweise ist mindestens einem Nip eine Materialbahn-Beeinflussungseinrichtung
zugeordnet und der Sensor wird in Abhängigkeit von seiner Position mit der Materialbahn-Beeinflussungseinrichtung
gekoppelt. Auch diese Kopplung ist funktional zu verstehen. Wenn der Sensor beispielsweise
hinter einem Nip angeordnet wird, dann wird der Sensor in einen Regelkreis eingebunden,
der mit der Materialbahn-Beeinflussungseinrichtung vor oder in dem Nip als Stellglied
arbeitet. Man kann dann den Sensor solange an der Position belassen, bis sich die
gewünschten Eigenschaftswerte eingestellt haben und stabil sind. Danach kann der Sensor
an eine andere Position verfahren werden, um dort ebenfalls bei der Einstellung der
Eigenschaften zu helfen. Die Materialbahn-Beeinflussungseinrichtungen können dabei
höchst unterschiedlich ausgebildet sein. Es kann sich um Dampf- oder Düsenfeuchter
handeln, um Temperiereinrichtungen in oder vor dem Nip oder um Druckschuhe bei einer
Durchbiegungs-Einstellwalze.
[0024] Vorzugsweise ist der Sensor mit einer Abtasteinrichtung verbunden, die eine Abtastfrequenz
aufweist, die größer als eine Barring-Frequenz ist. In vielen Fällen wird das Ausgangssignal
des Sensors nicht analog, sondern digital verarbeitet. Hierzu ist eine Einrichtung
notwendig, die das Sensor-Ausgangssignal analog/digital wandelt. Diese Einrichtung
tastet das Ausgangssignal ab, d.h. ermittelt den Wert des Ausgangssignals zu einem
vorbestimmten Zeitpunkt, und speichert diesen Wert so lange ab, bis zum nächsten vorbestimmten
Zeitpunkt erneut eine Ermittlung des Wertes des Sensor-Ausgangssignals erforderlich
ist. Wenn man nun diese Abtastfrequenz relativ hoch wählt, ist man in der Lage, auch
Änderungen auf der Materialbahn oder auf der Oberfläche einer Walze mit einer relativ
kleinen Wellenlänge zu erfassen. Wenn man beispielsweise bei einer Umdrehung einer
Walze 500 oder mehr Abtastungen vornimmt, ist man in der Lage, Änderungen zu erfassen,
die sich am Umfang der Walze mit einer Wellenlänge von 1/200 der Umfangslänge der
Walze ausbilden. Mit dieser hohen Abtastfrequenz ist es also möglich, Barring-Erscheinungen,
die sich an der Walze ausbilden, relativ frühzeitig zu erfassen.
[0025] Die Aufgabe wird bei einem Verfahren der eingangs genannten Art dadurch gelöst, daß
der Sensor parallel zur Pressenrichtung zu unterschiedlichen Meßpositionen verfahrbar
ist. Man ist also in der Lage, die Eigenschaften der Materialbahn an unterschiedlichen
Positionen des Kalanders in Laufrichtung der Materialbahn zu erfassen. Damit ist es
möglich, die Entwicklung der zu überwachenden Eigenschaften beim Durchlaufen der Materialbahn
durch den Kalander zu erfassen.
[0026] Hierbei ist bevorzugt, daß man mindestens eine Meßposition an der Oberfläche der
Materialbahn und mindestens eine Meßposition an der Oberfläche einer Walze des Walzenstapels
wählt. Man ist damit in der Lage, nicht nur die Eigenschaften der Oberfläche der Materialbahn,
sondern auch die Eigenschaften an der Oberfläche einer Walze mit dem gleichen Sensor
zu ermitteln. Da die Oberflächeneigenschaften einer Walze unmittelbaren Einfluß auf
die Eigenschaften der Materialbahn haben, ist es auf diese Weise möglich, bereits
relativ frühzeitig Störungen zu erkennen, die sich erst später auf die Eigenschaften
der Materialbahn auswirken.
Vorzugsweise vergleicht man die Meßwerte des Sensors an unterschiedlichen Meßpositionen
miteinander. Damit ist man in der Lage, die Entwicklung der Eigenschaften, beispielsweise
des Glanzes oder der Glätte, beim Durchlaufen durch den Kalander zu ermitteln. Die
Beobachtung einer derartigen Entwicklung gibt in vielen Fällen einen besseren Aufschluß
über die Arbeitsweise des Kalanders als lediglich die Ermittlung der entsprechenden
Eigenschaft nach dem Durchlauf durch den gesamten Kalander. Dementsprechend erhöhen
sich die Eingriffsmöglichkeiten bei der Behandlung der Materialbahn.
[0027] Hierbei ist bevorzugt, daß man zu einem vorbestimmten Zeitpunkt eine Basiskurve für
Meßwerte des Sensors an unterschiedlichen Meßpositionen erstellt und in zeitlich darauf
folgenden Abschnitten die Meßwerte des Sensors mit der Basiskurve vergleicht. Beispielsweise
kann man die Basiskurve nach der Inbetriebnahme des Kalanders oder nach einem Walzenwechsel
erstellen, also zu einem Zeitpunkt, an dem man davon ausgehen kann, optimale Behandlungsergebnisse
zu erzielen. Die Basiskurve bildet dann beispielsweise die Glättewerte der Materialbahn
beim Durchlaufen durch den Kalander hinter jedem Nip ab. Wenn man nun zu späteren
Zeitpunkten die entsprechenden Meßwerte ermittelt, kann man sie mit den Meßwerten
der ursprünglichen Kalander-Anordnung vergleichen und relativ schnell erkennen, wo
und wie sich die Meßwerte verändern. Aus der Veränderung läßt sich dann eine Information
gewinnen, wo der Grund für die Veränderung zu suchen ist. Diese Information kann man
dann für Wartungszwecke verwenden.
[0028] Hierbei ist besonders bevorzugt, daß man Meßpositionen in Abhängigkeit von dem Vergleich
anfährt. Wenn man beispielsweise feststellt, daß sich ein Meßwert hinter einem Nip
im Vergleich zur Basiskurve verschlechtert, dann ist es sinnvoll, die Meßposition
vor dem Nip anzufahren, um festzustellen, ob die Verschlechterung durch diesen Nip
oder durch einen anderen Nip verursacht wird. Dementsprechend kann sich der Sensor
sozusagen bis zur Störungsstelle zurück- oder vortasten.
[0029] Bevorzugterweise vergleicht man Meßwerte des Sensors zu unterschiedlichen Zeitpunkten
miteinander. Auch dies ist eine Möglichkeit, um frühzeitig Störungen zu erkennen.
Der zeitliche Verlauf von Eigenschaften erlaubt eine Aussage über die Notwendigkeit,
im Kalander Wartungsarbeiten vorzunehmen.
[0030] Vorzugsweise ermittelt man mindestens einen Bewegungs- und/oder Kraftparameter an
mindestens einer Walze und wertet die Meßwerte des Sensors unter Berücksichtigung
des Bewegungs- und/oder Kraftparameters aus. Beispielsweise ist die Messung des Glanzes
in einem hohen Maße abhängig von der Genauigkeit, mit der der Sensor gegenüber der
Fläche, deren Glanz ermittelt werden soll, positioniert ist. Wenn sich nun in der
Walze eine Schwingung ausbildet, dann wird sich eine periodische Annäherung und Entfernung
des Sensors von der Walze bzw. der Walze vom Sensor ergeben, die das Meßergebnis beeinflußt.
Wenn man nun die Informationen über diese Schwingung hat, dann kann man das Meßsignal
entsprechend filtern und auf diese Weise ein wesentlich genaueres Bild von dem Glanzverlauf
gewinnen.
[0031] Vorzugsweise tastet man die Meßwerte des Sensors mit einer Frequenz ab, die größer
als eine Barring-Frequenz ist. Damit ist es möglich, frühzeitig Barring-Erscheinungen
zu erkennen, die sich an der Oberfläche einer Walze oder in der Materialbahn ausbilden.
Barring-Erscheinungen äußern sich beispielsweise darin, daß sich auf der Materialbahn
Querstreifen mit unterschiedlichen Eigenschaften ergeben. Sie können z.B. unterschiedliche
Glanzwerte haben. Entsprechende Eigenschaften kann man auch an der Oberfläche einer
Walze erfassen. Hierzu ist es allerdings erforderlich, daß die Abtastung der entsprechenden
Meßwerte in so kurzen Abständen erfolgt, daß die zwischen den Zeitpunkten durchgelaufene
Oberfläche kürzer ist als eine halbe Wellenlänge der Barring-Erscheinung.
[0032] Die Erfindung wird im folgenden anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispiels in
Verbindung mit der Zeichnung näher beschrieben. Hierin zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Seitenansicht eines Kalanders,
- Fig. 2
- eine Vorderansicht II nach Fig. 1,
- Fig. 3
- eine Darstellung zur Erläuterung des Aufbaus eines Sensors,
- Fig. 4
- eine Basiskurve und eine Meßwertekurve und
- Fig. 5
- eine schematische Darstellung einer Auswerteeinrichtung.
[0033] Ein in Fig. 1 dargestellter Kalander 1 weist einen Stapel aus mehreren Walzen 2-9
auf, von denen die obere Endwalze 2 und die untere Endwalze 9 als Durchbiegungseinstellwalzen
ausgebildet sind. Jeweils benachbarte Walzen bilden zwischen sich Nips 10-16, durch
die eine Materialbahn, im vorliegenden Ausführungsbeispiel eine Papierbahn 17, geführt
wird. Die Papierbahn 17 wird in den Nips 10-16 mit erhöhtem Druck beaufschlagt. Zusätzlich
ist es möglich, die Papierbahn 17 in den Nips 10-16 auch mit einer erhöhten Temperatur
zu beaufschlagen, wenn eine der jeweils einen Nip 10-16 begrenzenden Walzen als beheizte
Walze ausgebildet ist.
[0034] Die Papierbahn 17 ist über eine Eingangsleitwalze 18 vor dem Einlauf in den ersten
Nip 10 und über eine Ausgangsleitwalze 19 nach dem Auslaufen aus dem letzten Nip 16
geführt. Zwischen dem ersten Nip 10 und dem letzten Nip 16 ist die Papierbahn 17 über
eine Anzahl von Leitwalzen 20-25 geführt, so daß die Papierbahn 17 nur in den Nips
Kontakt mit den Walzen 2-9 hat, im übrigen aber von der Oberfläche der Walzen 2-9
abgehoben ist.
[0035] Im vorliegenden Ausführungsbeispiel sei angenommen, daß die Papierbahn 17 durch den
Kalander 1 geführt wird, damit sie einen erhöhten Glanz erhält. Um den erzielten Glanz
zu ermitteln, ist am Ausgang des Kalanders, d.h. hinter dem letzten Nip 16, ein Glanzsensor
26 angeordnet, der auf einem Halter 27 quer zur Bahnlaufrichtung, d.h. in Fig. 1 senkrecht
zur Zeichenebene, verfahrbar ist. Der Glanzsensor 26 ermittelt also durch kontinuierliches
Hin- und Herfahren über die Breite der Papierbahn 17 den Glanz an der Oberfläche der
Papierbahn 17. Der Glanzsensor 26 ist so angeordnet, daß er die Papierbahn 17 an einer
Position abtastet, in der sie auf der Ausgangsleitwalze 19 aufliegt.
[0036] Mit dem Glanzsensor 26, der am Ausgang des Kalanders 1 angeordnet ist, kann man überprüfen,
ob die Papierbahn 17 insgesamt in der gewünschten Weise behandelt worden ist, d.h.,
ob sie den gewünschten Glanz erhalten hat. Sollte der gewünschte Glanz nicht vorhanden
sein, ist es ohne größeren Aufwand relativ schwierig, die notwendigen Informationen
über die Störung oder den Fehler zu erhalten.
[0037] Um diesem Problem abzuhelfen und im übrigen die Überwachungsmöglichkeiten im Kalander
zu verbessern, ist ein weiterer Glanzsensor 28 vorgesehen. Der Glanzsensor 28 ist
am vorderen Ende eines Trägers 29 angeordnet. Der Träger 29 ist durch einen Linearantrieb
30 in Richtung eines Doppelpfeils 31 bewegbar, d.h. er kann auf den Walzenstapel der
Walzen 2-9 zu bzw. von ihm weg bewegt werden. Um die nachfolgende Erläuterung zu vereinfachen,
wird eine Walzenebene 32 definiert. Die Walzenebene 32 ist eine Ebene, in der die
Achsen der Walzen 2-9 angeordnet sind. In dieser Walzenebene 32 wirken auch die auf
die Papierbahn 17 wirkenden Kräfte, d.h. die Walzen 2-9 werden mit nicht näher dargestellten
Mitteln entlang der Walzenebene 32 zusammengedrückt. Dementsprechend gibt es eine
Pressenrichtung 33, die durch einen Doppelpfeil dargestellt ist. Der Linearantrieb
30 sorgt also dafür, daß der Glanzsensor 28 senkrecht zur Walzenebene 32 verlagert
werden kann.
[0038] Der Linearantrieb 30 ist auf einem Schlitten 34 angeordnet, der in Richtung eines
Doppelpfeiles 35 parallel zur Pressenrichtung 33 verlagerbar ist. Hierzu ist der Schlitten
34 an einer Führung 36 angeordnet, die im vorliegenden Fall als Gewindespindel ausgebildet
ist.
[0039] Die Führung 36 weist dementsprechend ein Außengewinde auf, das mit einem Innengewinde
am Schlitten 34 in Eingriff steht. Durch ein Verdrehen der Führung 36 läßt sich also
der Schlitten 34 parallel zur Pressenrichtung 33 in Richtung des Doppelpfeils 35 verlagern.
Ein entsprechender Antrieb für die Führung 36 ist in einem zweiten Schlitten 37 vorgesehen,
in dem die Führung 36 mit ihrem unteren Ende gelagert ist. Ein entsprechender Schlitten
38 ist für das obere Ende der Führung 36 vorgesehen. Die beiden Schlitten 37, 38 sind
ihrerseits wiederum auf Führungen 39, 40 gelagert, die ebenfalls als Gewindespindeln
ausgebildet sein können und Antriebe 41, 42 aufweisen, die miteinander synchronisiert
sind, so daß der Schlitten 34 auch quer zur Bahnlaufrichtung in Richtung eines Doppelpfeiles
43 verlagert werden kann, also parallel zu den Achsen der Walzen 2-9.
[0040] Auf diese Weise ist es möglich, daß der Glanzsensor 28 im Bereich des Kalanders 1
mehr oder weniger beliebig dreidimensional bewegt werden kann. Er läßt sich also bezogen
auf die Darstellung der Fig. 2 nach oben und nach unten sowie nach links und nach
rechts bewegen (Doppelpfeile 35, 43). Zusätzlich läßt er sich auch in Richtung des
Doppelpfeils 31 bewegen (Fig. 1), d.h. zur Walzenebene 32 hin oder von ihr weg.
[0041] Ein entsprechender Sensor 28' ist auf der gegenüberliegenden Seite des Walzenstapels
2-9 angeordnet. Auf eine nähere Erläuterung wird hier verzichtet. Teile, die denen
der gegenüberliegenden Seite entsprechen, sind hier mit gestrichenen Bezugszeichen
versehen.
[0042] Man kann nun den Glanzsensor 28 so positionieren, daß er den Glanz auf der Oberfläche
einer Walze 4 ermittelt. Man kann den Glanzsensor 28' auch so positionieren, daß er
den Glanz der Papierbahn 17 ermittelt und zwar dort, wo die Papierbahn 17 auf der
Leitwalze 21 aufliegt.
[0043] Durch eine entsprechende Verlagerung kann man dann den Glanzsensor 28 auch so positionieren,
daß er den Glanz der Oberfläche der Papierbahn ermittelt, wenn die Papierbahn über
die Leitwalze 20, 22 oder 24 läuft. Man kann den Glanzsensor 28 auch so positionieren,
daß er den Glanz an der Oberfläche der Walzen 2, 4, 6 oder 8 ermittelt.
[0044] In ähnlicher Weise kann man den Glanzsensor 28' so positionieren, daß er den Glanz
der Papierbahn 17 ermittelt, wenn diese über die Leitwalzen 21, 23 oder 25 läuft.
Man kann den Glanzsensor 28' auch dazu verwenden, den Glanz der Oberfläche der Walzen
3, 5, 7 oder 9 zu ermitteln.
[0045] Der nähere Aufbau eines derartigen Glanzsensors 28 wird anhand von Fig. 3 erläutert.
[0046] Fig. 3 zeigt den Glanzsensor 28 in schematischer Darstellung. Der Glanzsensor 28
weist ein Sensorgehäuse 44 und einen Sensorträger 45 auf, die über eine Membran 46
miteinander verbunden sind. Das Sensorgehäuse 44, der Sensorträger 45 und die Membran
46 umschließen einen Druckraum 47, der über eine nicht näher dargestellte Leitung
mit Luft unter einem vorbestimmten Druck versorgt werden kann.
[0047] Am Sensorträger 45 sind Düsen 48 vorgesehen, die sich zur gegenüberliegenden Umfangsfläche
der Walze 4 öffnen. Die Düsen 48 stehen in Verbindung mit einer Blaskammer 49, die
ebenfalls über nicht näher dargestellte Mittel mit Druck versorgt werden kann. Die
Düsen 48 erzeugen daher zwischen dem Sensorträger 45 und der Walze 4 ein Druckluftpolster,
das eine zu starke Annäherung des Sensorträgers 45 an die Oberfläche der Walze 4 verhindert.
Gegebenenfalls kann die Blaskammer 49 über eine Drossel (nicht näher dargestellt)
mit dem Druckraum 47 in Verbindung stehen.
[0048] Auf den Sensorträger 45 wirken dann zwei Kräfte, nämlich zum einen die Kräfte, die
vom Druck in der Druckkammer 47 verursacht werden, und zum anderen die Kräfte, die
vom Druck der Luft zwischen dem Sensorträger 45 und der Oberfläche der Walze 4 verursacht
werden. Wenn beide Kräfte im Gleichgewicht stehen, dann hat der Sensorträger 45 eine
stabile Lage, in der er aufgrund der herrschenden Druckverhältnisse relativ genau
einen vorbestimmten Abstand zur Oberfläche der Walze 4 einnehmen kann.
[0049] Da die Oberfläche der Walze 4 gekrümmt ist, ergibt sich aufgrund der Anordnung der
Düsen 48 beidseits vom Scheitel der Krümmung eine selbstjustierende Ausrichtung des
Sensors 28 zur Oberfläche der Walze 4. Dementsprechend kann das Sensorgehäuse 44 mit
dem Träger 29 über ein nur schematisch dargestelltes Kugelgelenk 50 verbunden sein.
Die Ausrichtung des Sensorträgers 45 zur Oberfläche der Walze 4 ist dann nur beschränkt
von der entsprechenden Positionierung des Trägers 29 abhängig.
[0050] Am Sensorträger 45 ist eine Lichtquelle 51, beispielsweise in Form von Leuchtdioden
(LEDs) angeordnet. Die Lichtquelle 51 sendet ihr Licht durch zwei Linsen 52, 53 und
ein Prisma 54 auf die Oberfläche der Walze 4. Dies ist schematisch durch einen Strahl
55 dargestellt. Der Strahl 55 wird an der Oberfläche der Walze 4 reflektiert und gelangt
durch ein Prisma 56 und eine weitere Linse 57 zu einer Detektoranordnung 58, beispielsweise
eine Anordnung aus Foto-Halbleitern.
[0051] Durch die beiden Prismen 54, 56 wird gleichzeitig ein Referenzstrahl 59 erzeugt,
der von der Detektoranordnung genauso ausgewertet wird, wie der Meßstrahl 55.
[0052] Die Stärke, mit der der Lichtstrahl 55 reflektiert wird, ist ein Maß für den Glanz
der Oberfläche der Walze 4.
[0053] Man kann nun den Glanzsensor 28 (gleiches gilt natürlich auch für den Glanzsensor
28' auf der gegenüberliegenden Seite des Walzenstapels) dazu verwenden, den Glanz
der Papierbahn 17 zu ermitteln und zwar im Grunde nach jedem der Nips 10-16. Hierbei
kann man mit guter Näherung davon ausgehen, daß die Betriebsbedingungen des Kalanders
1 über einen vorbestimmten, kurzen Zeitraum stabil sind, d.h. man kann beispielsweise
den Glanz der Papierbahn hinter dem ersten Nip 10, dem dritten Nip 12 und dem fünften
Nip 14 messen, indem der Glanzsensor 28 den Leitwalzen 20, 22, 24 gegenüber positioniert
wird. Entsprechende Messungen kann man auf der gegenüberliegenden Seite der Papierbahn
17 mit dem anderen Glanzsensor 28' durchführen. Wenn man eine derartige Messung zu
einem definierten Startzeitpunkt durchführt, beispielsweise bei der Inbetriebnahme
des Kalanders 1 oder nach einem Walzenwechsel, dann kann man eine Basiskurve 60 erzeugen,
wie sie schematisch in Fig. 4 dargestellt ist. Diese Basiskurve 60 stellt die Zunahme
des Glanzes G in Abhängigkeit von der Anzahl der durchlaufenden Nips dar. Nach dem
letzten Nip (dem siebten Nip 16) hat die Papierbahn 17 den höchsten Glanz.
[0054] Wenn man nun im Betrieb erneut derartige Messungen durchführt und den Glanz G der
Papierbahn 17 nach jedem Nip ermittelt, kann man feststellen, ob sich die Oberflächeneigenschaften
der Walzen negativ verändert haben. Beispielsweise ist eine Kurve 61 aufgetragen,
in der der Glanz G in Abhängigkeit von der Zahl der durchlaufenden Nips aufgetragen
ist, allerdings zu einem späteren Zeitpunkt. Man kann nun erkennen, daß die Glanzzunahme
hinter dem dritten Nip 12 etwas hinter den Erwartungen zurückbleibt. Dies ist ein
relativ deutliches Indiz dafür, daß die Walze 4, die an und für sich zu einer Glanzerhöhung
beitragen sollte, nicht mehr so arbeitet, wie dies vorgesehen ist. Man kann dann den
Glanzsensor 28 zurück zu der Walze 4 fahren und deren Oberfläche untersuchen. Dabei
kann sich dann beispielsweise herausstellen, daß die Walze 4 verschlissen ist und
ausgetauscht werden muß. Eine derartige Erkenntnis kann man mit der gewünschten Zuverlässigkeit
nicht gewinnen, wenn man den Glanz der Papierbahn 17 nur am Auslauf des Kalanders
1 untersucht.
[0055] Neben der Untersuchung der Glanzsteigerung von Nip zu Nip kann man auch den zeitlichen
Verlauf des Glanzes über eine vorbestimmte Betriebsperiode ermitteln. Beispielsweise
untersucht man in vorbestimmten Abständen an gleichen Positionen den Glanz der Papierbahn
17. Wenn man dann eine Abnahme des Glanzes beobachten kann, ist dies ebenfalls ein
Zeichen dafür, daß Wartungsarbeiten am Kalander notwendig sind. Da man diese Messungen
aber an unterschiedlichen Meßpositionen vornimmt, kann man zusätzlich noch die Information
darüber gewinnen, wo speziell Wartungsarbeiten erforderlich sind. In den meisten Fällen
werden sich die Oberflächen der Walzen nicht gleichmäßig verschleißen, so daß man
gegebenenfalls nur eine oder einige wenige Walzen austauschen und überarbeiten muß.
[0056] Fig. 5 zeigt schematisch eine Auswerteeinrichtung. Der Sensor 28 ist gekoppelt mit
einem Analaog/Digital-Wandler 62, in dem das analoge Ausgangssignal des Sensors 28
abgetastet wird. Die Abtastfrequenz ist dabei so groß, daß Oberflächenbereiche der
Walzen oder die Oberfläche der Papierbahn 17 in relativ kurzen Abständen abgetastet
werden, d.h. die Glanzinformationen stehen in kurzen räumlichen Abständen zur Verfügung.
Diese räumlichen Abstände sind so klein, daß sie kürzer sind als die Wellenlänge einer
Barring-Erscheinung, d.h. von Streifen, die sich nach einer gewissen Betriebszeit
bei Kalandern im allgemeinen bilden.
[0057] Das Ausgangssignal des A/D-Wandlers 62 wird nun in einem Speicher 63 abgespeichert.
Der Speicher 63 hat einen ersten Speicherbereich 63a, in dem die Ausgangssignale an
einer Position für verschiedene Zeiten abgespeichert werden. Von dort können sie durch
ein Schieberegister 64 ausgelesen und eine entsprechende Auswertung an einer Anzeige
65 angezeigt werden. Anstelle der dargestellten diskreten Elemente kann man natürlich
auch eine andere Art der Auswerteeinrichtung realisieren, beispielsweise durch Verwendung
eines Personal-Computers mit einem Zentralprozessor (CPU).
[0058] Ein zweiter Speicherbereich 63b speichert Glanz-Meßwerte der Papierbahn 17, die in
einem vorbestimmten Zeitraum an unterschiedlichen Meßpositionen aufgenommen worden
sind. Auch hier ist eine Vergleichereinrichtung 66 vorgesehen, die die Glanzwerte
und ihre Zunahme an den unterschiedlichen Meßpositionen miteinander vergleicht. Das
Ausgangssignal der Vergleichereinrichtung 66 kann auch verwendet werden, um den Positionsantrieb
des Glanzsensors 28 mit Positionierungsinformationen zu versehen, beispielsweise mit
Steuersignalen für die Antriebe 41, 42, 34, 30. Dementsprechend ist die Vergleichereinrichtung
66 mit einer Antriebssteuerung A verbunden. Wenn sich beispielsweise herausstellt,
daß der Glanzanstieg hinter dem dritten Nip 12 nicht zufriedenstellend war, dann wird
der Glanzsensor 28 zur dritten Walze 4 verfahren, um deren Oberflächeneigenschaften
zu ermitteln.
[0059] Der Ausgang der Vergleichereinrichtung 66 ist auch verbunden mit einer Bahnbeeinflussungseinrichtung
B. Die Bahnbeeinflussungseinrichtung B kann beispielsweise einen Düsen- oder Dampffeuchter
(nicht näher dargestellt) aufweisen. Sie kann Heizelemente für beheizte Walzen aufweisen
oder sie kann Druckschuhe für die Durchbiegungs-Einstellwalzen aufweisen. In allen
Fällen kann man die Beeinflussungseinrichtung mit dem Glanzsensor in einen Regelkreis
einbauen und dann die Beeinflussung so lange verändern, bis ein gewünschter Glanzwert
erzielt worden ist. Üblicherweise bleibt dann die Einstellung stabil, so daß der Glanzsensor
28 einer neuen Aufgabe, beispielsweise der Ermittlung des Glanzes an einer anderen
Stelle, zugeführt werden kann.
[0060] Beschrieben wurde die Ausbildung des Sensors als Glanzsensor 28. Es liegt aber auf
der Hand, daß man auch andere Eigenschaften der Papierbahn 17 ermitteln kann, beispielsweise
die Glätte, die Feuchte, die Farbe oder die Temperatur. In diesen Fällen sind lediglich
geeignete Sensoren zu verwenden.
[0061] Wie aus Fig. 1 ersichtlich ist, weist die Walze 4 einen Schwingungsaufnehmer 68 auf,
der Schwingungen der Walze in Pressenrichtung 33 und in Richtung des Doppelpfeils
31 ermittelt. Der Schwingungsaufnehmer 68 ist mit dem A/D-Wandler 62 oder einem anderen
Teil der Auswerteeinrichtung 70 gekoppelt. Er bildet dann mit dem A/D-Wandler 62 einen
Filter, d.h. Änderungen des Ausgangssignals des Sensors 28 werden mit Hilfe der Schwingungsinformation
aus dem Schwingungsaufnehmer 68 in Beziehung gesetzt, so daß Störungen, die nur auf
die Schwingungen der Walze 4 zurückzuführen sind, eliminiert werden können.
[0062] Natürlich können auch die anderen Walzen 2, 3 und 5-9 mit entsprechenden Schwingungsaufnehmern
versehen sein.
1. Kalander zum Behandeln einer Materialbahn mit mehreren Walzen, die in einer Pressenrichtung
zusammenwirken und zwischen sich mindestens einen Nip bilden, durch den ein Bahnlaufpfad
geführt ist, und mit einer Sensoranordnung, die mindestens einen Sensor aufweist,
der zur Erfassung mindestens einer vorbestimmten Eigenschaft der Materialbahn geeignet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28, 28') eine Erfassungsseite aufweist, an der ein Luftkissen erzeugbar
ist.
2. Kalander nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28) ein Sensorgehäuse (44) und einen Sensorträger (45) aufweist, der
mit dem Sensorgehäuse (44) einen Druckraum (47) umschließt und beweglich mit dem Sensorgehäuse
(44) verbunden ist, wobei am Sensorträger (45) Düsen (48) vorgesehen sind, die Luft
in einen Raum zwischen dem Sensorträger (45) und der zu überwachenden Fläche einspeisen.
3. Kalander nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Düsen (48) mit einer Blaskammer (49) in Verbindung stehen.
4. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28) flexibel aufgehängt ist und das Luftkissen an einer gekrümmten Oberfläche
selbstjustierend ausgebildet ist.
5. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28) als berührungslos arbeitender Sensor ausgebildet ist.
6. Kalander nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28) als optischer Sensor ausgebildet ist mit einer Lichtquelle (51) und
einem Lichtempfänger (58), der reflektiertes, von der Lichtquelle (51) stammendes
Licht (55) erfaßt.
7. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28, 28') mit einer Bewegungskomponente parallel zur Pressenrichtung (33)
bewegbar ist.
8. Kalander nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Sensoranordnung (28, 28') auf beiden Seiten des Walzenstapels (2-9) mindestens
einen parallel zur Pressenrichtung bewegbaren Sensor aufweist.
9. Kalander nach Anspruch 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Bahnlaufpfad nach mindestens einem Nip (10-16) über eine Leitwalze (20-25) geführt
ist und der Sensor (28, 28') gegenüber der Umfangsfläche der Leitwalze (20-25) positionierbar
ist.
10. Kalander nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28, 28') zusätzlich so bewegbar ist, daß er seine Entfernung vom Walzenstapel
(2-9) senkrecht zur Pressenrichtung (33) verändert.
11. Kalander nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28, 28') gegen die Umfangsfläche einer Walze (4) positionierbar ist.
12. Kalander nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Umfangsfläche der Walze (4) im Bereich des Sensors (28) nicht von der Materialbahn
(17) abgedeckt ist.
13. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28, 28') auch quer zur Bahnlaufrichtung verlagerbar ist.
14. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß auf mindestens einer Seite des Walzenstapels eine Führung (36, 36') angeordnet ist,
an der ein den Sensor tragender Schlitten (34, 34') parallel zur Pressenrichtung (33)
bewegbar ist.
15. Kalander nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß am Schlitten (34, 34') ein Linearantrieb (30, 30') mit einer Bewegungsrichtung senkrecht
zur Pressenrichtung (33) angeordnet ist.
16. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor mit einer Auswerteeinrichtung verbunden ist, die eine erste Speichereinrichtung
(63b) aufweist, in der Sensor-Meßwerte von verschiedenen Meßstellen parallel zur Pressenrichtung
(33) speicherbar sind.
17. Kalander nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Auswerteeinrichtung eine zweite Speichereinrichtung (63a) aufweist, in der Sensor-Meßwerte
von verschiedenen Meßzeitpunkten speicherbar sind.
18. Kalander nach Anspruch 16 oder 17, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Walze (4) einen Schwingungsaufnehmer (68) aufweist, der mit der Auswerteeinrichtung
(70) verbunden ist, wobei die Auswerteeinrichtung (70) einen Filter aufweist, der
eine Folge von Sensor-Meßwerten anhand des Signals des Schwingungsaufnehmers (68)
filtert.
19. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einem Nip eine Materialbahn-Beeinflussungseinrichtung (B) zugeordnet ist
und der Sensor (28) in Abhängigkeit von seiner Position mit der Materialbahn-Beeinflussungseinrichtung
(B) gekoppelt wird.
20. Kalander nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28) mit einer Abtast-Einrichtung (62) verbunden ist, die eine Abtastfrequenz
aufweist, die größer als eine Barring-Frequenz ist.
21. Verfahren zum Behandeln einer Materialbahn, bei dem die Materialbahn durch einen Walzenstapel
geleitet und mit Druck in einer Pressenrichtung beaufschlagt wird, wobei vorbestimmte
Meßwerte durch mindestens einen Sensor erfaßt werden, dadurch gekennzeichnet, daß der Sensor (28, 28') parallel zur Pressenrichtung (33) zu unterschiedlichen Meßpositionen
verfahren wird.
22. Verfahren nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens eine Meßposition an der Oberfläche der Materialbahn (17) und mindestens
eine Meßposition an der Oberfläche einer Walze (4) des Walzenstapels wählt.
23. Verfahren nach Anspruch 21 oder 22, dadurch gekennzeichnet, daß man die Meßwerte des Sensors (28) an unterschiedlichen Meßpositionen miteinander
vergleicht.
24. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß man zu einem vorbestimmten Zeitpunkt eine Basiskurve (60) für Meßwerte des Sensors
(28) an unterschiedlichen Meßpositionen erstellt und in zeitlich darauf folgenden
Abschnitten die Meßwerte des Sensors (28) mit der Basiskurve (60) vergleicht.
25. Verfahren nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet; daß man Meßpositionen in Abhängigkeit von dem Vergleich anfährt.
26. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß man Meßwerte des Sensors (28) zu unterschiedlichen Zeitpunkten miteinander vergleicht.
27. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß man mindestens einen Bewegungs- und/oder Kraftparameter an mindestens einer Walze
(4) ermittelt und die Meßwerte des Sensors (28) unter Berücksichtigung des Bewegungs-
und/oder Kraftparameters auswertet.
28. Verfahren nach einem der Ansprüche 21 bis 27, dadurch gekennzeichnet, daß man die Meßwerte des Sensors (28) mit einer Frequenz abtastet, die größer als eine
Barring-Frequenz ist.